Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Sozis Nazis Fezis - korrekt oder nicht ?

T.Lentze, Thursday, 06.01.2005, 17:23 (vor 7699 Tagen)

Andreas hat mir gestern wohl nicht ganz zu Unrecht einen Fehler vorgeworfen. Ich hatte, erwähnend die Juserin "Femi", die letzten drei Buchstaben ihres Namens durch Kreuze ersetzt, im Ergebnis also "Fxxx" geschrieben und dies in Klammern damit begründet, daß mir "Femi" als ausgesprochenes Wort anstößend erscheint, so wie ein sinnverwandtes, gleichlanges Wort, das allerdings stark emotional besetzt ist. Damit hatte ich zugleich auch auf die Zensur gewisser Worte hier im Forum Anspielung gemacht - eine Zensur, die des öfteren kontrovers diskutiert worden ist. Diese Zensur hatte wiederum zur Folge, daß man das betreffende Wort teilweise in Kreuzen geschrieben hat.

Natürlich ist es richtig, daß man nicht persönlich beleidigen soll, selbst wenn die aufs Korn genommen Person nicht sachlich argumentiert.

Nun tauchte jüngst der Begriff "Fezi" auf. Ich muß sagen, ich finde ihn originell und treffend. Ich möchte mich aber vergewissern, ob der nun zugelassen ist.

Untersuchen wir ihn, so tellen wir fest, daß er sinnvollerweise nur aus "Nazi" und "Feminismus" zusammengesetzt sein kann.

Wie aber ist nun "Nazi" zusammengesetzt ? Aus "NAtional-SoZIalismus". Darin ist aber auch "Sozialismus" enthalten, wodurch wiederum die "Sozis" sich verunglimpft fühlen können.

Das führt in die Totalitarismus-Debatte. In diesem Zusammenhang kritisierte Andreas einen ganzen Beitrag von mir, in welchem ich die Evolution der Erscheinungsformen des Massenmordes thematisiert hatte. Ich hatte da aufgewiesen, daß mit dem straffreien pränatalen Massenmord sowohl quantitativ als qualitativ etwas bisher nie Dagewesenes aufgetreten ist.

Es dürfte unbestritten sein, daß die Vorbereitungen zu einer neuen, diesmal nicht rassen-, sondern geschlechtsbezogenen Diktatur in unserer Gesellschaft mit jedem Tag offensichtlicher werden und daher auch in diesem Forum (aber nicht nur hier) immer neue Wellen der Empörung auslösen. Was zu einer bestimmten Zeit die Juden waren, sind heute die Männer. In Anspielung darauf ist die Rede z.B. von "Geschlechterrassismus"; sinnverwandte Worte sind hier zensiert worden (was ich jetzt nicht bewerten will). Eigentlich kann nur von "Sexismus" die Rede sein. Doch dieses Wort ist bisher sinnverkehrend gebraucht worden und daher noch nicht in seine Rechte gesetzt geworden.

Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten, wie man auf die gegenwärtige Entwicklung reagiert. Man kann

- die Benennung der Phänomene zurückweisen in der Befürchtung, daß der Zorn der Enthüllten auf den Vermittler der Botschaft zurückfällt. Diese Befürchtung ist nicht unberechtigt, denn es ist bekannt zumindest für die ältere Geschichte, daß z.B. ein Nachrichtüberträger einer militärischen Niederlage enthauptet worden ist. Oder es wird dem Warner entgegnet: Mal den Teufel nicht an die Wand, sonst kommt er angerannt !

- die Benennung der Phänomene, umgekehrt, fordern mit dem Argument: Gefahr erkannt, Gefahr gebannt. Man wird zumindest niemals etwas vorbeugend abwehren oder bekämpfen können, dem man keinen Namen gibt. Ich meine den Namen, der ihm wesentlich zukommt. Nur was ins Licht gerückt ist, wird man überhaupt erst sehen können.

Ich möchte dies zu bedenken geben und zur Diskussion stellen.

Mit freundlichen Grüßen

T.L.

Re: Sozis Nazis Fezis - korrekt oder nicht ?

Jolanda, Thursday, 06.01.2005, 17:31 (vor 7699 Tagen) @ T.Lentze

Als Antwort auf: Sozis Nazis Fezis - korrekt oder nicht ? von T.Lentze am 06. Januar 2005 15:23:02:

Hallo Thomas

Hmmmmm...also um ehrlich zu sein, es hat noch nie, wirklich noch nie etwas Gutes gebracht....diese Vergleiche.

Es geht nicht nur darum, in wieweit das ungesetzlich ist und inwieweit eben nicht, es geht doch in erster Linie darum, mit was Andreas konfrontiert wird, wenn wir immer diese Vergleiche stellen und mit diesen Worten herum spielen.

Können wir uns anders nicht ausdrücken, muss das denn sein?

Ich meine, ist unsere Argumentation nur dann gut, wenn wir immer wieder darauf zurück greifen? Oder schaffen wir es auch ohne?

Es gibt genug Leute, die nur darauf warten, dass wir in diese Kiste greifen, sie werden sich dann bei Parsimony beklagen und wenn genug Klagen da sind, dann wird Alex reagieren müssen.

Die Rüge und Bitte um Mässigung wird Andras entgegennehmen müssen.

Du sollstes also vor allem ihn fragen, ob er das in Kauf nehmen will.

Das ist nur meine ganz subjektive Meinung, ist sicher nicht gross von Bedeutung, aber du hast ja allgemein gefragt und ich sage klar:

Es sollte ohne gehen, egal wie originell diese Wortspiele sein mögen, solche Vergleiche sollten nur angewendet werden, wenn es gar nicht anders geht, wenn es zwingend wird. In letzter Zeit kommen diese Vergleiche aber bei fast jedem Thema.

Das finde ich verfehlt, weil es Unruhe ins Forum bringt und für mich immer einen faden Beigeschmack hat.

Herzlicher Gruss
Jolanda

Re: Sozis Nazis Fezis - korrekt oder nicht ?

T.Lentze, Thursday, 06.01.2005, 17:37 (vor 7699 Tagen) @ Jolanda

Als Antwort auf: Re: Sozis Nazis Fezis - korrekt oder nicht ? von Jolanda am 06. Januar 2005 15:31:57:

Danke, Jolanda für die Meinungsäußerung.

Nochmal, für alle Fälle: ich stelle hier etwas zur Diskussion. Das heißt, ich plädiere nicht für etwas. Ich möchte sondieren.

Freundliche Grüße, T.L.

Re: Sozis Nazis Fezis - korrekt oder nicht ?

Andreas, Thursday, 06.01.2005, 18:01 (vor 7699 Tagen) @ T.Lentze

Als Antwort auf: Sozis Nazis Fezis - korrekt oder nicht ? von T.Lentze am 06. Januar 2005 15:23:02:

Natürlich ist es richtig, daß man nicht persönlich beleidigen soll, selbst wenn die aufs Korn genommen Person nicht sachlich argumentiert.

Wie aber ist nun "Nazi" zusammengesetzt ? Aus "NAtional-SoZIalismus". Darin ist aber auch "Sozialismus" enthalten, wodurch wiederum die "Sozis" sich verunglimpft fühlen können.

diesmal nicht rassen-, sondern geschlechtsbezogenen Diktatur in unserer Gesellschaft mit jedem Tag offensichtlicher werden und daher auch in diesem Forum (aber nicht nur hier) immer neue Wellen der Empörung auslösen. Was zu einer bestimmten Zeit die Juden waren, sind heute die Männer. In Anspielung darauf ist die Rede z.B. von "Geschlechterrassismus"; sinnverwandte Worte sind hier zensiert worden (was ich jetzt nicht bewerten will). Eigentlich kann nur von "Sexismus" die Rede sein. Doch dieses Wort ist bisher sinnverkehrend gebraucht worden und daher noch nicht in seine Rechte gesetzt geworden.

Ich würde mal vorschlagen, Du beschäftigst Dich mal etwas mit Geschichte. Ich kann Dir hier den Film "Verräter vor dem Volksgericht" aus dem Hause Goebbels empfehlen. Dann wirst Du vielleicht besser verstehen, warum solche Wörter wie "Fezi" oder wie auch immer, hier nicht gern gesehen werden. Und um es kurz zu machen: solche Vergleiche sind absurd.
Hier gibt es Leute, die sich einen Haufen Arbeit machen, um die Situation der Männer in diesem Land ernsthaft und konstruktiv zu verbessern. Was diese Leute überhaupt nicht benötigen, sind irgendwelche Möchtegernrevolutionäre, die ihnen mit blödsinnigen Verbalausfällen in den Rücken fallen.
Ich sehe mittlerweile keinen Sinn mehr darin, solche Wörter auf die Zensurliste zu setzen, weil die Leute dann einfach Varianten erfinden, um damit die Sperre zu umgehen. Ich entscheide im Einzelfall, wie ich mit solchen Beiträgen umgehe.
Sowas hat hier aber nichts zu suchen.

Gruß
Andreas

Re: Sozis Nazis Fezis - korrekt oder nicht ?

Arne Hoffmann, Thursday, 06.01.2005, 18:13 (vor 7699 Tagen) @ T.Lentze

Als Antwort auf: Sozis Nazis Fezis - korrekt oder nicht ? von T.Lentze am 06. Januar 2005 15:23:02:

Hi Thomas,

mal ganz abgesehen von den Argumenten, mit denen Andreas und Jolanda schon geantwortet haben und die auch ich für zentral halte, bin ich dafür, unsere Sprache auch für Neuzugänge und kursorische Leser so klar wie möglich zu halten und nicht allzu oft in irgendwelchen Neologismen zu schreiben, so kreativ diese auch sein mögen. Ich selbst habe vor kurzem in einem Posting die Wörter "feministoid" und "kryptomaskulistisch" eingebracht, das war allerdings ein verspielter Einzelfall, und ich mag mir das nicht zur Gewohnheit machen. :-)

Einige Neulinge in der Thematik haben schon mit "Maskulismus" Probleme, da sollte man ihnen vielleicht nicht auch noch "Femischismus", "Fezis" usw. zumuten. Das führt doch nur haufenweise zu Rückfragen und Diskussionen über die Angemessenheit dieses Begriffes und lässt uns unnötigerweise ein bisschen wie eine Polit-Sekte erscheinen.

Herzliche Grüße

Arne

Re: Sozis Nazis Fezis - korrekt oder nicht ?

T.Lentze, Thursday, 06.01.2005, 18:30 (vor 7699 Tagen) @ Andreas

Als Antwort auf: Re: Sozis Nazis Fezis - korrekt oder nicht ? von Andreas am 06. Januar 2005 16:01:51:

Ich würde mal vorschlagen, Du beschäftigst Dich mal etwas mit Geschichte. Ich kann Dir hier den Film "Verräter vor dem Volksgericht" aus dem Hause Goebbels empfehlen.

Ich sehe seit Jahren keine Filme mehr und habe, meinem Kind zuliebe, auch keinen Fernseher.

Kannst du mir ein BUCH empfehlen, welches mich in die Lage versetzt, deinen Standpunkt zu verstehen ?

P.S. Ich hatte früher, als ich noch Filme sah, "Schindlers Liste" gesehn und in guter Erinnerung behalten. Der Schindler hat nicht opponiert, sondern sympathisiert. Daß er trotzdem vielen Menschen helfen konnte, ist eine bemerkenswerte Leistung, zu der aber nicht jeder die Voraussetzungen erfüllt. - Im Abendgymnasium haben wir einige Goebbels-Reden analysiert.

Re: Sozis Nazis Fezis - korrekt oder nicht ?

Garfield, Thursday, 06.01.2005, 20:51 (vor 7699 Tagen) @ T.Lentze

Als Antwort auf: Sozis Nazis Fezis - korrekt oder nicht ? von T.Lentze am 06. Januar 2005 15:23:02:

Hallo Thomas!

Ich finde es auch nicht sonderlich treffend, Feminismus und Nationalsozialismus gleich zu setzen.

Erst einmal gibt es ja im Feminismus ganz unterschiedliche Strömungen. Das war zwar im Nationalsozialismus auch so, aber da sorgte Hitler dafür, daß letztendlich doch immer alles nach seinen Vorstellungen durchgezogen wurde. Tatsächlich war er der Nationalsozialismus.

Im Feminismus sehe ich keine solche zentrale Leitfigur, und allein schon deshalb gibt es diese unterschiedlichen Strömungen, die teilweise auch gegeneinander gerichtet sind. So hat Alice Schwarzer nicht schlecht gestaunt, als eines Tages andere Feministinnen die "Emma"-Redaktion stürmten und verwüsteten.

Einen noch größeren Unterschied sehe ich darin, daß der Feminismus insgesamt längst kein wirkliches Ziel mehr hat. Woher auch? Seine einstigen Ziele sind ja allesamt längt erreicht.

Der Nationalsozialismus dagegen war ganz klar zielgerichtet ausgelegt. Zwar gab es da auch Leute wie Göring, die nur darauf aus waren, sich möglichst zu bereichern und sich ansonsten einen schönen Lenz zu machen, aber Hitler gab die Richtung vor, und dahin wurde dann marschiert. Hitler war so versessen auf die möglichst schnelle Verwirklichung seiner Ziele, daß er dafür immer höhere Risiken einging und deshalb schließlich auch scheiterte.

Der Feminismus marschiert nirgendwo hin. Er jammert und klagt nur, und vor allem viele Männer nehmen dieses ständige Jammern und Klagen ernst. Die Männer geben letztendlich den Feministinnen ihre Macht, sie beschließen mehrheitlich die von ihnen diktierten Gesetze, und sie setzen sie auch mehrheitlich durch.

Der Feminismus wäre auf sich selbst gestellt nicht lebensfähig, weil er passiv ist. Der Nationalsozialismus dagegen war aktiv und deshalb viel gefährlicher.

Wirrköpfe wie Valerie Solanas ändern auch mit Forderungen nach Gaskammern für Männer nichts daran. Es ist eine Sache, etwas zu wünschen oder zu fordern, aber eine ganz andere Sache, wirklich konkret darauf hin zu arbeiten und es zu verwirklichen.

Charlie Chaplin hat den Nationalsozialismus bekämpft, indem er ihn in seinem Film "Der große Diktator" lächerlich machte. Ich denke, genauso kann man auch mit dem Radikalfeminismus verfahren. Vergleiche mit dem Nationalsozialismus sind dabei aber kontraproduktiv, weil das einfach ein zu ernstes Thema ist. Er hat zu viele Opfer gefordert. Selbst der Radikalfeminismus wird da niemals heran kommen, so sehr sich so manche männerhassende Kampflesbe die Vernichtung des männlichen Geschlechts auch herbei sehnen mag.

Freundliche Grüße
von Garfield

Re: Sozis Nazis Fezis - korrekt oder nicht ?

Sven75, Thursday, 06.01.2005, 21:47 (vor 7699 Tagen) @ T.Lentze

Als Antwort auf: Sozis Nazis Fezis - korrekt oder nicht ? von T.Lentze am 06. Januar 2005 15:23:02:

Hallo Thomas,

zunächst einmal muss ich sagen, dass ich lange Zeit auch der Ansicht war, dass die Belegung des Feminismus mit Wortspielen aus dem Nazi-Bereich treffend sei, da sich doch so viele Parallelen finden. Soweit so gut. Doch es tun sich Probleme auf, die ich mal in einen emotionalen und einen sachlichen Bereich gliedern möchte.

Auf emotionaler Ebene - und das ist nunmal die Ebene dessen, was wir bei den Menschen als Effekt erzielen - sieht es doch so aus, dass wir, wenn wir Feministen als "Femin*zis" etikettieren, ein durchaus erwünschtes ablehnendes Gefühl erzeugen. Aber die Menschen wenden sich vom Feminismus dann nicht etwa deshalb ab, weil sie aus sachlichen Gründen der Ansicht wären, dessen Ziele und Methoden seien falsch, sie wenden sich nicht ab, weil sie den Feminismus als antidemokratische und totalitäre Ideologie enttarnt hätten. Nein, sie wenden sich ab, weil diese Ideologie mit einem Etikett beklebt wurde, welches man in unserer Gesellschaft schlichtweg abzulehnen hat, weil es negativ besetzt ist. Wir würden also genau das nutzen, was gerade in diesem Forum aufs Heftigste kritisiert wird: das Gutmenschentum.

Auf sachlicher Ebene wiederum stelle ich mittlerweile immer mehr fest, dass der Feminismus nicht nur Parallelen mit dem Nationalsozialismus hat, sondern dass diese Parallelen bei so ziemlich jeder totalitären Ideologie zu finden sind, die sich die Menschen während ihrer Geschichte erdacht haben. Die Ideologien selber waren stets andere, das Ergebnis aber dasselbe: Die Unterdrückung einer bestimmten Personengruppe. Je mehr ich über den Nationalsozialismus lerne, desto mehr Parallelen finde ich zwar, aber auch umso mehr Unterschiede. Und ich habe langsam den Eindruck, wir vergleichen den Feminismus mit dem Nationalsozialismus nur deshalb so oft, weil diese Ideologie die letzte totalitäre Ideologie ist, die uns im Gedächtnis ist.

Letztlich müssen wir uns fragen, ob wir es nötig haben, mit Etiketten und Vergleichen gegen den Feminismus zu kämpfen. Es mag sein, dass sich die Geschichte oft wiederholt; dass gerade menschenverachtende Ideologien trotz unterschiedlicher Ziele immer wieder die gleichen Methoden anwenden. Doch was würde ein dauernder Vergleich bringen, ausser neue "Totschlagargumente", die deshalb so verlockend sind, weil gegen sie nicht zu diskutieren ist?

Was soll die Zukunft dessen sein? Dürfen wir am Ende bald überhaupt nichts mehr als Meinung kundtun, ohne befürchten zu müssen, von Kritikern in irgendeine Schmuddelecke gestellt und mit einem bestimmten Etikett beklebt zu werden, damit man mit uns nicht mehr diskutieren muss?

So werden wir die Ratio nicht retten. Und nur auf Basis dieser Ratio können wir gesellschaftliche Dogmen aufheben, andernfalls wir nämlich nur neue schaffen. Und deshalb kann ich mich letztlich den anderen, teils besseren, Ausführungen nur anschließen und dafür plädieren, dass wir dem politischen Feind anders und vor allem klüger begegnen als mit Vergleichen mit vergangenen Ideologien, so logisch und verlockend dies auch sein mag.

Gruss,
Sven

Noch nicht begriffen ?

T.Lentze, Thursday, 06.01.2005, 22:27 (vor 7699 Tagen) @ Garfield

Als Antwort auf: Re: Sozis Nazis Fezis - korrekt oder nicht ? von Garfield am 06. Januar 2005 18:51:12:

Hallo Garfield !

Es freut mich, daß sich wenigstens einer mal die Mühe, auf meine Idee argumentativ einzugehn. So weiß ich jetzt ungefähr, woran es hapert.

Natürlich setze ich Nationalsozialismus und Feminismus nicht gleich. Wenn ich das täte, dann wäre das in der Tat absurd.

Der Unterschied ist:

Der heute mögliche Totalitarismus ist ein solcher, wie Huxley ("Schöne Neue Welt") ihn beschrieben hat. Es wird absolute "Freiheit" geben - ein Tier zu sein. Die Freiheit, tierische und untertierische Triebe auszuleben, zu outen, zu institutionalisieren. Oberhalb dieser Ebene, nämlich da, wo der Mensch anfängt, gibt es aber keine Freiheit mehr. Der Mensch von heute wird verblödet mit dem Ziel, zu akzeptieren, daß er da ist, um sich zu amüsieren. Oberhalb dieser Ebene aber, dort, wo er anfängt, Mensch zu sein und Gott zu erkennen, wird er lächerlich gemacht, bedroht, paralysiert. Alle die aber, welche sich dagegen verwahren, werden den schlimmsten Repressionen und Torturen ausgesetzt, mit der Rechtfertigung, daß sie es sind, welche Intoleranz üben.

Da sind wir aber noch keineswegs mittendrin, sondern in Vorbereitung. Der Nationalsozialismus, den du meinst, war bereits manifest. Das ist der zweite Fehler: Man kann nicht etwas in Vorbereitung vergleichen mit dem, was voll entwickelt ist. Man kann und soll aber davor warnen. Oder nicht ? Wenn nicht, warum nicht ? Wo liegt die Gefahr ?

Der Feminismus marschiert nirgendwo hin. Er jammert und klagt nur, und vor allem viele Männer nehmen dieses ständige Jammern und Klagen ernst. Die Männer geben letztendlich den Feministinnen ihre Macht, sie beschließen mehrheitlich die von ihnen diktierten Gesetze, und sie setzen sie auch mehrheitlich durch.

Jammern und Klagen - das könnte man vergessen. Doch diktierte Gesetze: das ist bereits Diktatur ! Und so weit sind wir bereits. Danach ist dann alles möglich, gibt es bald keine Schranken. Fällt dir nicht auf, daß du zwei völlig verschiedene Phänomene in einem Atemzug nennst ?

Der Feminismus wäre auf sich selbst gestellt nicht lebensfähig, weil er passiv ist. Der Nationalsozialismus dagegen war aktiv und deshalb viel gefährlicher.

Was ich sagte. Der N' war zuerst auch nicht aktiv.

Wirrköpfe wie Valerie Solanas ändern auch mit Forderungen nach Gaskammern für Männer nichts daran. Es ist eine Sache, etwas zu wünschen oder zu fordern, aber eine ganz andere Sache, wirklich konkret darauf hin zu arbeiten und es zu verwirklichen.

Das eine folgt aus dem anderen. Wenn nicht - woher weißt du das ? Wenn Unterhalt gewünscht oder gefordert wird, wird auch konkret darauf hingearbeitet und die Zahlung wird verwirklicht. Stimmt doch, nicht ? Gaskammern sind allerdings unnötig. Sagt es dir nichts, daß Männer jetzt schon 6-7 Jahre kürzer leben ? Findest du das normal ?

Charlie Chaplin hat den Nationalsozialismus bekämpft, indem er ihn in seinem Film "Der große Diktator" lächerlich machte. Ich denke, genauso kann man auch mit dem Radikalfeminismus verfahren.

Mit welchem Ergebnis hat er ihn denn bekämpft ? Mit keinem !

Vergleiche mit dem Nationalsozialismus sind dabei aber kontraproduktiv, weil das einfach ein zu ernstes Thema ist. Er hat zu viele Opfer gefordert. Selbst der Radikalfeminismus wird da niemals heran kommen, so sehr sich so manche männerhassende Kampflesbe die Vernichtung des männlichen Geschlechts auch herbei sehnen mag.

Wie kommst du dazu, das zu behaupten?

Mir wird gesagt, ich solle mich mit Geschichte befassen. Die Geschichte sagt, daß Katastrophen eintreten, wenn und weil sie keiner für möglich hält und alle Zeichen, die darauf hindeuten, bagatellisiert werden: weil niemals etwas genauso abläuft wie vorher. Es fehlt an Imagination (um nicht zu sagen Visionen. Das ist nämlich ein Begriff aus der Psychiatrie.)

ICH BITTE, DAS ERNSTHAFT ZU BEDENKEN.

T.L.

Re: Sozis Nazis Fezis - korrekt oder nicht ?

T.Lentze, Thursday, 06.01.2005, 23:10 (vor 7699 Tagen) @ Sven75

Als Antwort auf: Re: Sozis Nazis Fezis - korrekt oder nicht ? von Sven75 am 06. Januar 2005 19:47:59:

Hallo Sven !

Auf emotionaler Ebene - und das ist nunmal die Ebene dessen, was wir bei den Menschen als Effekt erzielen - sieht es doch so aus, dass wir, wenn wir Feministen als "Femin*zis" etikettieren, ein durchaus erwünschtes ablehnendes Gefühl erzeugen.

Ja klar !

Aber die Menschen wenden sich vom Feminismus dann nicht etwa deshalb ab, weil sie aus sachlichen Gründen der Ansicht wären, dessen Ziele und Methoden seien falsch, sie wenden sich nicht ab, weil sie den Feminismus als antidemokratische und totalitäre Ideologie enttarnt hätten. Nein, sie wenden sich ab, weil diese Ideologie mit einem Etikett beklebt wurde, welches man in unserer Gesellschaft schlichtweg abzulehnen hat, weil es negativ besetzt ist.

Ist das nicht auch ein Erfolg ?

Wir würden also genau das nutzen, was gerade in diesem Forum aufs Heftigste kritisiert wird: das Gutmenschentum.

Ja, wenn es zum Erfolg führen sollte, warum nicht ?

Auf sachlicher Ebene wiederum stelle ich mittlerweile immer mehr fest, dass der Feminismus nicht nur Parallelen mit dem Nationalsozialismus hat, sondern dass diese Parallelen bei so ziemlich jeder totalitären Ideologie zu finden sind, die sich die Menschen während ihrer Geschichte erdacht haben. Die Ideologien selber waren stets andere, das Ergebnis aber dasselbe: Die Unterdrückung einer bestimmten Personengruppe. Je mehr ich über den Nationalsozialismus lerne, desto mehr Parallelen finde ich zwar, aber auch umso mehr Unterschiede. Und ich habe langsam den Eindruck, wir vergleichen den Feminismus mit dem Nationalsozialismus nur deshalb so oft, weil diese Ideologie die letzte totalitäre Ideologie ist, die uns im Gedächtnis ist.

Das ist allerdings wahr. Und dabei keineswegs kritikwürdig. Wenn eine Naturkatastrophe sich anbahnt, so wird man sie sich mangels Imagination des Zukünftigen auch immer nur nach dem Muster bisheriger Naturkatastrophen vorstellen. Dagegen ist nichts einzuwenden.

Letztlich müssen wir uns fragen, ob wir es nötig haben, mit Etiketten und Vergleichen gegen den Feminismus zu kämpfen.

Wir haben es nötig. Es sei denn, wir alle hätten bereits ein völlig klares Konzept. (Ich glaube, eins zu haben, aber...)

Es mag sein, dass sich die Geschichte oft wiederholt; dass gerade menschenverachtende Ideologien trotz unterschiedlicher Ziele immer wieder die gleichen Methoden anwenden. Doch was würde ein dauernder Vergleich bringen, ausser neue "Totschlagargumente", die deshalb so verlockend sind, weil gegen sie nicht zu diskutieren ist?

Totschlagargumente sind im Kampf gegen Bekämpfenswertes nicht falsch, schlimmstenfalls unwirksam.

Was soll die Zukunft dessen sein? Dürfen wir am Ende bald überhaupt nichts mehr als Meinung kundtun, ohne befürchten zu müssen, von Kritikern in irgendeine Schmuddelecke gestellt und mit einem bestimmten Etikett beklebt zu werden, damit man mit uns nicht mehr diskutieren muss?

So ist es. Die Kritiker werden ALLES tun, um uns in eine Schmuddelecke zu stellen. Das wäre aber noch das Harmloseste, was uns widerfahren wird.

So werden wir die Ratio nicht retten. Und nur auf Basis dieser Ratio können wir gesellschaftliche Dogmen aufheben, andernfalls wir nämlich nur neue schaffen. Und deshalb kann ich mich letztlich den anderen, teils besseren, Ausführungen nur anschließen und dafür plädieren, dass wir dem politischen Feind anders und vor allem klüger begegnen als mit Vergleichen mit vergangenen Ideologien, so logisch und verlockend dies auch sein mag.

Dem politischen Feind werden wir RATIONAL ohnehin nicht begegnen können.

FAZIT:

Vielleicht sollten wir das mit den Etiketten gar nicht so wichtignehmen. Ich sage "Sexismus", anstatt begriffliche Anleihen zu machen bei der letzten großen Katastrophe. Aber die Meisten hier tun das nicht, weil sie zukünftige Katastrophen, wenn überhaupt, nur nach dem Muster bisheriger Katastrophen sehen können.

Aber ich glaube, es ist letztlich nicht so wichtig, wie wir die zu verhindernde Katastrophe benennen. Hauptsache, das Problembewußtsein ist überhaupt erst einmal vorhanden. Der Kampf ist sowieso nur möglich mit Taten statt mit Worten.

Freundliche Grüße, T.L.

Re: Sozis Nazis Fezis - korrekt oder nicht ?

M.A., Friday, 07.01.2005, 01:32 (vor 7699 Tagen) @ Andreas

Als Antwort auf: Re: Sozis Nazis Fezis - korrekt oder nicht ? von Andreas am 06. Januar 2005 16:01:51:

Ich sehe mittlerweile keinen Sinn mehr darin, solche Wörter auf die Zensurliste zu setzen, weil die Leute dann einfach Varianten erfinden, um damit die Sperre zu umgehen. Ich entscheide im Einzelfall, wie ich mit solchen Beiträgen umgehe.
Sowas hat hier aber nichts zu suchen.
Gruß
Andreas

Hallo FM Andreas!

Wenn Wörter verboten werden, werden Menschen verboten. Dagegen muß immer wieder protestiert werden.
Aber nicht in diesem Fall, denn es handelt sich hier um dein Forum, und ich respektiere als Gast natürlich deine Hausordnung. Weil dem so war und ist, war es auch überhaupt nicht meine Absicht, die Regeln zu unterlaufen.

Fezis ist eine Kreation aus Femis (Abkürzung für "Feministinnen und Feministen") und Sozis (Kurzname der Sozialisten).

Denkbar wäre auch "Fesos" gewesen, aber das klingt etwas soßig und längst nicht so fetzig wie "Fezis".

Mir schien und scheint der Ausdruck durchaus angemessen für unsere feministische, sozialistische Regierung, im konkreten Fall für Zypries/Bender.

Mehr ist von meiner Seite aus nicht dazu zu sagen, außer vielleicht noch, daß ich wegen dem, was T.L. irrtümlicherweise für die einzig sinnvolle Erklärung des Begriffs hält, keinen Maulkorb verpaßt bekommen möchte.

Freundliche Grüße

Re: Sozis Nazis Fezis - korrekt oder nicht ?

Andreas, Friday, 07.01.2005, 03:12 (vor 7699 Tagen) @ M.A.

Als Antwort auf: Re: Sozis Nazis Fezis - korrekt oder nicht ? von M.A. am 06. Januar 2005 23:32:44:

Hallo!

Hallo FM Andreas!
Wenn Wörter verboten werden, werden Menschen verboten. Dagegen muß immer wieder protestiert werden.

In jeder Gemeinschaft werden Dinge verboten oder zensiert. Das hat nicht immer was mit Willkür zu tun, die Meinungsfreiheit soll dadurch auch nicht eingeschränkt oder abgeschafft werden. Es geht nur darum, daß ein geordnetes Zusammenleben unter bestimmten Regeln gewährleistet werden soll.

Fezis ist eine Kreation aus Femis (Abkürzung für "Feministinnen und Feministen") und Sozis (Kurzname der Sozialisten).

Denkbar wäre auch "Fesos" gewesen, aber das klingt etwas soßig und längst nicht so fetzig wie "Fezis".

...aber dafür nicht so mißverständlich. ;-)

Gruß
Andreas

Re: Sozis Nazis Fezis - korrekt oder nicht ?

Odin, Friday, 07.01.2005, 03:48 (vor 7699 Tagen) @ Andreas

Als Antwort auf: Re: Sozis Nazis Fezis - korrekt oder nicht ? von Andreas am 07. Januar 2005 01:12:33:

Hallo!

Hallo FM Andreas!
Wenn Wörter verboten werden, werden Menschen verboten. Dagegen muß immer wieder protestiert werden.

In jeder Gemeinschaft werden Dinge verboten oder zensiert. Das hat nicht immer was mit Willkür zu tun, die Meinungsfreiheit soll dadurch auch nicht eingeschränkt oder abgeschafft werden. Es geht nur darum, daß ein geordnetes Zusammenleben unter bestimmten Regeln gewährleistet werden soll.
Fezis ist eine Kreation aus Femis (Abkürzung für "Feministinnen und Feministen") und Sozis (Kurzname der Sozialisten).

Denkbar wäre auch "Fesos" gewesen, aber das klingt etwas soßig und längst nicht so fetzig wie "Fezis".

...aber dafür nicht so mißverständlich. ;-)
Gruß
Andreas

Ich wäre eher für Femkohls, als Zeichen dafür, daß der Feminismus während der Kohlära zur Blüte gelangte.
Wegen dem Scheidungsrecht käme allerdings auch die Formulierung Femschmkohl in Frage, wobei Helmut Schmidt allerdings nicht alleine verantwortlich war, auch Dietrich Genscher und die FDP insgesamt (Justizminster damals glaube ich) wären mitschuldig, also müßte es Femschmgenschfdpkohl heißen... ja, das käme hin, wobei auch hier das historische fehlt!
Mir ist ja besonders die GEschichte ans Herz gewachsen. Ich habe hier ja schon einmal einen Beitrag gepostet, in dem zum Ausdruck kam, daß schon bei den Kelten die Frauen die Männer in den Kampf schickten - ja, wieder zurückjagten, wenn sie fliehen wollten. Ein Wort wie Femkeltschmgenschfdpkohl wäre also das mindeste - und NIEMALS die Grünen vergessenn! Mit Fug und Recht darf dann aber sicherlich auch der Nazionalsozialismus nicht vergessen werden - in zeitlicher Reihenfolge wäre das aber

Keltnazfemschmgenschfdpb90diegrünkohl

Ich laß aber mit mir reden!

Re: Sozis Nazis Fezis - korrekt oder nicht ?

Andreas, Friday, 07.01.2005, 12:57 (vor 7698 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Re: Sozis Nazis Fezis - korrekt oder nicht ? von Odin am 07. Januar 2005 01:48:51:

Keltnazfemschmgenschfdpb90diegrünkohl

jaa, das hat was. Das ist leicht und griffig und trotzdem direkt auf den Punkt gebracht. Damit könnte ich mich anfreunden... ;-)

Andreas

Re: Noch nicht begriffen ?

Garfield, Friday, 07.01.2005, 14:24 (vor 7698 Tagen) @ T.Lentze

Als Antwort auf: Noch nicht begriffen ? von T.Lentze am 06. Januar 2005 20:27:43:

Hallo Thomas!

Du meinst, der Nationalsozialismus wäre anfangs nicht aktiv gewesen. Das stimmt so nicht.

Hitler mußte erst einmal seinen Führungsanspruch innerhalb der NSDAP völlig durchsetzen, also in der Partei auch das Führerprinzip etablieren. Parallel dazu trat er auf diversen Veranstaltungen als Redner auf, um neue Anhänger und Geldgeber zu gewinnen. Soweit war der Nationalsozialismus mit dem Feminismus noch vergleichbar.

Hitler ging es aber nicht darum, nur aus Langeweile im politischen Sandkasten zu spielen oder vielleicht damit irgendwann mal einen gut bezahlten Posten in der Politik zu ergattern. Nein, er hatte ganz konkrete Visionen, und nicht nur das: Er war bereit, die mit allen Mitteln zu verwirklichen.

Dabei nahm er sich zunächst die italienischen Faschisten zum Vorbild und wollte dann getreu diesem Vorbild den Putsch von 1923 zu einem "Marsch auf Berlin" ausweiten. Als der Putsch schon im Keim erstickt wurde, änderte Hitler seine Strategie. Er sah nun ein, daß die italienischen Verhältnisse nicht einfach so auf Deutschland übertragbar waren und arbeitete von nun an konkret darauf hin, die Macht auf legalem Wege durch Wahlen zu erlangen. Als auch das fehlzuschlagen drohte, setzte er alle seine zu der Zeit existierenden Beziehungen ein, um Hindenburg unter Druck zu setzen, der ihn dann widerwillig zum Reichskanzler ernannte und so der NSDAP endgültig den Weg zur Macht ebnete.

Dieses zielgerichtete, aktive Streben zur Macht sehe ich bei Feministinnen nicht. Zwar sitzen manche von ihnen mittlerweile auf Machtpositionen, aber die haben sie sich nicht erkämpft, sondern sie wurden ihnen geschenkt. Das meinte ich, als ich schrieb, daß der Feminismus passiv ist.

Vor Hitlers Beitritt zur DAP (wie die NSDAP anfangs hieß) war die Partei genauso passiv. Hitler hat später häufig gesagt, daß es sich dabei um einen reinen Debattier-Club handelte, aus dem er erst eine aktiv handelnde politische Kraft gemacht hat. Hätte er das nicht getan, wäre die Geschichte dieser Partei etwa so verlaufen:

Hitler hätte Versammlungen organisiert, auf denen er Juden und Kommunisten zu Schuldigen an sämtlichen Problemen erklärt hätte. Er hätte sich regelmäßig mit seinen Parteigenossen zusammen gesetzt und mit ihnen über die schlechten Eigenschaften von Juden und Kommunisten und der jüdisch-bolschewistisch geprägten Welt allgemein diskutiert. Ab und zu hätte man auch mal Flugblätter verteilt oder "Kauft nicht bei Juden" an jüdische Geschäfte geschmiert. Auf die Idee, sich 1923 am Putsch zu beteiligen, wäre aber niemand gekommen. Und wenn doch, dann wäre ein kleines Häufchen Nationalsozialisten am Rande mitgelaufen, um beim ersten Anzeichen von Gegenmaßnahmen sofort die Flucht zu ergreifen. Die NSDAP wäre zwar zu Wahlen angetreten, da der Wille zur Macht aber nicht wirklich vorhanden gewesen wäre, hätte man sich dabei auch nicht sonderlich ins Zeug gelegt und hätte somit auch nicht viel erreicht. Nach jeder Wahl hätte man dann wieder lang und breit über die Gemeinheit der Welt diskutiert und an Juden und Kommunisten appelliert, sich endlich zu bessern. Die hätte das natürlich in keiner Weise interessiert, die NSDAP wäre bald wieder in der Versenkung verschwunden und kein Mensch könnte sich heute mehr an einen Adolf Hitler erinnern.

Wie kommt es nun, daß Feministinnen da offenbar erfolgreicher waren? Weil sehr viele Männer es eben nicht ignorieren, wenn von weiblicher Seite Vorwürfe gegen sie kommen, sondern stattdessen bestrebt sind, die Gründe für diese Vorwürfe zu beseitigen, auch wenn sie nicht existieren. So kommt es, daß Feministinnen gar nicht aktiv werden müssen. Sie müssen einfach nur genügend Männer in Aktivität versetzen, und schon läuft alles in ihrem Sinne ab.

Sobald genügend Männer das erkennen, hat der Feminismus keine Chance mehr.

Mit dem Nationalsozialismus war das anders. Zwar gab es anfangs auch Juden, die die NSDAP unterstützt haben, aber es war nicht so, daß die Mehrheit der Juden quasi als Buße für die angeblich von ihnen erbrachten Untaten nun der NSDAP zur Macht verholfen hätte. Die Katastrophe ist praktisch ohne Zutun der jüdischen Bevölkerung über sie hereingebrochen. Genauso auch über Kommunisten, Sozialdemokraten, manche Christen... Weil die Nazis von sich aus aktiv gehandelt haben und nicht von anderen an die Macht gebracht worden sind. Deshalb nützte es auch nicht viel, daß nicht wenige ihrer späteren Opfer die Gefahr sehr wohl schon früh erkannt haben.

Wenn aber heute genügend Menschen die Gefahr des Radikalfeminismus erkennen, dann ist diese Gefahr damit praktisch schon gebannt.

"Mit welchem Ergebnis hat er ihn denn bekämpft ? Mit keinem !"

Das würde ich so nicht sagen. Chaplins Film hatte durchaus Auswirkungen, allein schon, weil er damals schon heftig diskutiert worden ist. Allerdings stand die US-Regierung Hitler sowieso von Anfang an skeptisch gegenüber. Die Nazi-Diktatur wurde als Bedrohung empfunden, zumal 1938 in Deutschland die Kernspaltung entdeckt worden war und dann auch überall prompt vom Bau winziger nuklearer Bomben mit ungeheurer Zerstörungskraft geredet wurde. Als dann der Krieg ausbrach, stellte die US-Regierung sich auch sofort auf die Seite Großbritanniens und Frankreichs. Zwar erklärte man Deutschland nicht den Krieg, unterstützte seine Gegner aber sonst in jeder Weise. So wirkte Chaplins Film zusammen mit der US-Propaganda gegen die Nazi-Diktatur, und seine Wirkung war deshalb nicht so sichtbar.

Dann hast du noch etwas geschrieben, was mir sehr gegen den Strich geht:

"Oberhalb dieser Ebene aber, dort, wo er anfängt, Mensch zu sein und Gott zu erkennen..."

Das bedeutet, daß jeder, der nicht an deinen Gott glaubt, für dich kein vollwertiger Mensch ist. Das ist genau die totalitäre Einstellung, die du sowohl am Nationalsozialismus als auch am Radikalfeminismus kritisierst.

Darüber solltest du mal nachdenken.

Freundliche Grüße
von Garfield

Re: Noch nicht begriffen ?

Nick, Friday, 07.01.2005, 15:48 (vor 7698 Tagen) @ Garfield

Als Antwort auf: Re: Noch nicht begriffen ? von Garfield am 07. Januar 2005 12:24:04:

Guten Tag Garfield!

"Thomas sagte: "Oberhalb dieser Ebene aber, dort, wo er anfängt, Mensch zu sein und Gott zu erkennen..."

Du darauf: "Das bedeutet, daß jeder, der nicht an deinen Gott glaubt, für dich kein vollwertiger Mensch ist. Das ist genau die totalitäre Einstellung, die du sowohl am Nationalsozialismus als auch am Radikalfeminismus kritisierst."

Wer den Menschen als geistiges Wesen auffaßt, das eben mehr als eine dumpf grunzende Freß- und Fickmaschine ist, die ihren Verstand bloß dazu gebraucht, die Bedingungen für dieses Fressen und Ficken zu optimieren, der muß das so sehen. Das Wort "Gott" ist dabei gar nicht mal so entscheidend, sondern allgemein der Gedanke der Höherentwicklung des Menschen, der Kulturentfaltung, der Vergeistigung. Mit Totalitarismus hat das überhaupt nichts zu tun. Denn anders als Nazitum und Feminismus werden weder Thomas noch ich noch Michail oder andere Persönlichkeiten, die das Ziel des Menschen im Geistigen sehen, dich oder andere dazu zwingen, unserem Weg zu folgen. Die Macht dazu haben wir ohnehin nicht und streben sie auch nicht an. Ich bin wirklich ein radikaler Verfechter der Freiheit in dem Sinne, daß jeder Mensch sein eigenes Schicksal wählen und schaffen muß - und es dann auch allein tragen soll. Keiner darf ihm das verwehren, selbst dann nicht, wenn er sich zum Tier zuückentwickeln will, wie es die Mehrheit der Europäer meiner Meinung nach gerade in Angriff nimmt - und wohl auch durchziehen wird.

Ich finde es hingegen furchtbar und wirklich totalitär, wenn der Gedanke der Geistigkeit schon nicht mehr ausgesprochen werden darf. Das entspricht dann dem, wie Thomas den von dir verkürzt zitierten Satz fortführt: "Oberhalb dieser Ebene, nämlich da, wo der Mensch anfängt, gibt es aber keine Freiheit mehr. Der Mensch von heute wird verblödet mit dem Ziel, zu akzeptieren, daß er da ist, um sich zu amüsieren. Oberhalb dieser Ebene aber, dort, wo er anfängt, Mensch zu sein und Gott zu erkennen, wird er lächerlich gemacht, bedroht, paralysiert. Alle die aber, welche sich dagegen verwahren, werden den schlimmsten Repressionen und Torturen ausgesetzt, mit der Rechtfertigung, daß sie es sind, welche Intoleranz üben."

Der neue Totalitarismus ist anders als der NS-Staat, gewiß. Mit ihm gemein aber hat er unter anderem, daß er von der Mehrheit der Bevölkerung (damals nannte man das "Volksgemeinschaft") unterstützt und bejaht wird - und deswegen von dieser Mehrheit keineswegs als Totalitarismus empfunden wird. Hitler war ja wirklich sehr beliebt im Volke, weil er die vielen kleinen, privaten Gemeinheiten und Durchstechereien des Pöbels nicht zu unternbinden suchte, sondern (weil er selbst seinem ganzen Wesen nach ein totales Nichts, ein leere Hülle und Projektionswand für mieses Kleinbürgertum war) vollauf bejahte, mobilisierte und für seine Wahnvorstellungen dienstbar machte. Juden ihr Eigentum wegnehmen war zwar eigentlich nicht in Ordnung; aber wo es nun schon mal enteignet war, da wollte man sich eben bei der Arisierungsversteigerung das schöne Schnäppchen auch nicht entgehen lassen. So lief das bei Spießers unterm Sofa!

Heute ist das nicht anders. Ein jeder befleißigt sich einer möglichst "elastischen Ethik", die so gestaltet wird, daß immer das Eigeninteresse (wenigstens so gerade eben noch) innerhalb der aktuellen, privaten Tagesethik liegt. Das genau ist der Grund für den allseits so beliebten "Werterelativismus". Es ist gerade diese Anhäufung von vielen "Kleinen Gemeinheiten", die die sagenhaften Großverbrechen ermöglichen - heute wie damals. Die 6 Mio. Juden waren nicht unschuldiger, als die 8 Mio. Babies (allein in Deutschland). So sehe ich das. Aber weil diese Sicht unbequem ist, schaut man weg, wie man es bei den Juden auch gemacht hat; obwohl man damals von den Morden nichts bis höchstens gerüchteweise wußte, heute aber JEDER genau weiß, was abgeht, wie es abgeht, wieviele Meschen ihres Lebens beraubt werden - und jeder (wenigstens noch) dagegen protestieren kann, ohne ins Lager zu kommen. Für mich hat die Abtreibungsfrage mit Feminismus zu tun wie nichts sonst, da das eine Mörderbewegung gewesen ist von Anbeginn an. Noch heute schreien sie dumpf-brutal, Abtreibung sei ein "Frauenrecht"! Das ist eigentlich unfaßbar! Aber es ist halt auch einen "Vorteil", wie jemand freimütig sagte, wenn man als Mann nicht für ein Kind aufkommen muß, weil es abgetrieben wurde. Das beeinflußt dann die "Ethik" ganz fix in die Richtung, nicht allzuviel über dieses peinliche Thema reden zu wollen. Es ist immer dasselbe.

Ich halte totalitäre Entwicklungen für unausweichlich, sobald der Mensch seine Geistigkeit wegwirft. Du magst das deinerseits Totalitär nennen, denn es ist ja auch wirlich ziemlich lästig oder gar unerträglich. Ich nenne es einfach meine freie Sicht auf die Welt, den Menschen und sein Leben. Totalitär wäre es höchstens, wenn ich mehr täte, als dies auszusprechen. Totalitarismus ist übrigens nie, wie manche meinen, ein Minderheits-, sondern immer ein Mehrheitsphänomen: es ist immer die Mehrheit, die sich gleichschalten läßt. Darin genau besteht ja gerade das Totalitäre! Schon von daher ist eine Minderheitenposition, wie sie Thomas oder ich vertreten, nicht totalitär. Ich kann mir schlechterdings nicht vorstellen, wie man Menschen "gleichschalten" könnte, auf daß sie ihrer Geistigkeit folgen. Das ist ein Witz und schließt sich selbst von vornherein aus. Von daher droht von solchen Gedanken keine Gefahr - für dich nicht und für niemanden in der Welt. Also keine Angst, denn es ist inzwischen dafür gesorgt, daß das immer eine Minderheitenposition bleiben wird.

Gruß vom
Nick

Re: Sozis Nazis Fezis - korrekt oder nicht ?

Nikos, Friday, 07.01.2005, 16:22 (vor 7698 Tagen) @ T.Lentze

Als Antwort auf: Sozis Nazis Fezis - korrekt oder nicht ? von T.Lentze am 06. Januar 2005 15:23:02:

Hallo.

Fuer mich ist das Ganze eher philosophischer Natur (was aber nicht unpraktisch bedeutet). Der Vergleich findet nicht in der Anzahl der Opfer statt, sondern in den Grundlagen (wobei, wenn man die Abtreibungen mitrechnet, dazu noch Sterbealter, Todesberufe, Kriegestode usw. dann sind wir heutzutage auch bei der Opferzahlen nicht sehr weit zurueck).

- Feminismus sagt tatsaechlich, es gibt hoeherwertige und minderwertige Menschen. Wer sagte das auch?

- Feminismus sagt tatsaechlich, wir brauchen die minderwerigen Menschen nicht wirklich. Wer sagte das auch?

- Feminismus versucht tatsaechlich, den Minderwerigen die Existenzgrundlage zu nehmen. Wer machte das noch?

- Feminismus leitet Schritte zur Verwirklichung dieser Ziele ein. Praktisch ohne jeglichen Widerstand. Gab dies noch einmal?

- Feminismus hat dabei Erfolg, immer mehr. Daraus schopft er Mut fuer weitere und intensivere Schritte. Klingelt es?

Als die ersten Verfolgten Deutschland verliessen, wurden sie ausgelacht. Die ersten Zeichen der Verfolgung waren relativ undeutlich, man koennte sie nicht so recht einordnen.

"Na ja, es ist doch nicht so schlimm, wenn Ariel's Laden wieder mal verwuestet ist, kann doch jedem mal passieren".

Eben darum geht es. Es passiert nicht jedem. Nicht die Frauen sollen fremde Kinder finanzieren, sondern ausschliesslich die Maenner. Nicht Frauen bekommen ihre Kinder geklaut, sondern fast ausschliesslich die Maenner.

Die Liste ist lang. Nicht ich muss deshalb nachweisen, das die Geselschaft demokratisch ist, sondern umgekehrt. Fuer mich ist das Deutsche System im Moment nicht demokratisch, es ist totalitaer. Fuer mich ist dies ein Fakt, davon gehe ich aus.

Und das werde ich zeigen. Vielleicht nicht unbedingt durch Schlagworte im Forum.

Bitte keine Paranoia-Rufe, die Lage ist ernst, leider. Und schlimmer als jemals zuvor, weil hier die Haelfte der gesamten Menschheit angegriffen wird. Das gab es noch nie.

Wollte lediglich darauf hinweisen, dass man vor 70 Jahren auch dachte "na ja, so schlimm kann es wohl nicht werden".

Nikos

Re: Sozis Nazis Fezis - korrekt oder nicht ?

T.Lentze, Friday, 07.01.2005, 16:55 (vor 7698 Tagen) @ Nikos

Als Antwort auf: Re: Sozis Nazis Fezis - korrekt oder nicht ? von Nikos am 07. Januar 2005 14:22:05:

Gut argumentiert ! Danke ! (n/t)

T.Lentze, Friday, 07.01.2005, 16:59 (vor 7698 Tagen) @ Nikos

Als Antwort auf: Re: Sozis Nazis Fezis - korrekt oder nicht ? von Nikos am 07. Januar 2005 14:22:05:

Re: Sozis Nazis Fezis - korrekt oder nicht ?

M.A., Friday, 07.01.2005, 17:14 (vor 7698 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Re: Sozis Nazis Fezis - korrekt oder nicht ? von Odin am 07. Januar 2005 01:48:51:

Hi!

Keltnazfemschmgenschfdpb90diegrünkohl

Total Unverständliches hätte den Vorteil, nicht "mißverständlich" sein zu können.
Kannst du mir das Rezept dieses Grünkohlgerichts zukommen lassen? ;)

Freundliche Grüße

Re: Noch nicht begriffen ?

T.Lentze, Friday, 07.01.2005, 17:19 (vor 7698 Tagen) @ Garfield

Als Antwort auf: Re: Noch nicht begriffen ? von Garfield am 07. Januar 2005 12:24:04:

Das bedeutet, daß jeder, der nicht an deinen Gott glaubt, für dich kein vollwertiger Mensch ist. Das ist genau die totalitäre Einstellung, die du sowohl am Nationalsozialismus als auch am Radikalfeminismus kritisierst.
Darüber solltest du mal nachdenken.

Hallo Garfield,

inbetreff des Vorwurfes der totalitären Einstellung, den du gegen mich erhebst, hat Nick dankenswerterweise schon das Nötige gesagt.

Siehe hierzu auch den Beitrag von Nikos, den dieser m.E. etwas unglücklich platziert hat (nämlich unter dem Thema Sozis Nazis Fezis).

Deine übrigen Äußerungen sind für mich, wie stets, lehrreich. Nur gehen sie m.E. an der Sache vorbei. Man kann immer tausende Seiten füllen mit Belegen, daß etwas Historisches nicht identisch ist mit dem, was man herankommen sieht. Man kann z.B. sagen, daß bestimmte Unfälle mit einem neu konzipierten, erst in Erprobung befindlichen Auto unmöglich sind, da sie bei bisher bewährten Autos auch nicht vorgekommen sind, ja konstruktionsbedingt gar nicht hätten vorkommen können . Das führt nicht weit.

Nietzsche fragte einmal: Wieviel Wahrheit erträgt ein Mensch ? In der Tat habe ich oft den Eindruck, daß eine Argumentation eine Abwehrfunktion erfüllt.

Freundliche Grüße, T.L.

Re: Noch nicht begriffen ?

Garfield, Friday, 07.01.2005, 18:06 (vor 7698 Tagen) @ Nick

Als Antwort auf: Re: Noch nicht begriffen ? von Nick am 07. Januar 2005 13:48:40:

Hallo Nick!

"Wer den Menschen als geistiges Wesen auffaßt, das eben mehr als eine dumpf grunzende Freß- und Fickmaschine ist, die ihren Verstand bloß dazu gebraucht, die Bedingungen für dieses Fressen und Ficken zu optimieren, der muß das so sehen. Das Wort "Gott" ist dabei gar nicht mal so entscheidend, sondern allgemein der Gedanke der Höherentwicklung des Menschen, der Kulturentfaltung, der Vergeistigung."

Das Wort "Gott" ist dabei sehr wohl entscheidend, weil das dem Ganzen einen religiösen Stempel aufdrückt. Alle Menschen, die nicht an den jeweiligen Gott glauben, werden damit als geistlos und kulturlos bezeichnet.

Wer das nicht nicht so meint, der soll es bitteschön auch nicht so schreiben. Wenn Thomas stattdessen "Der Mensch von heute wird verblödet mit dem Ziel, zu akzeptieren, daß er da ist, um sich zu amüsieren. Oberhalb dieser Ebene aber wird er lächerlich gemacht, bedroht, paralysiert" geschrieben hätte, dann hätte ich dem absolut zustimmen können. Dann wäre das neutral auf alle Menschen bezogen gewesen, egal ob sie an einen Gott glauben oder nicht.

Wer aber Kultur und Geist grundsätzlich mit dem Glauben an einen Gott verbindet, ist intolerant. Intoleranz wiederum ist eher geistlos...

Sicher gibt es gewisse Parallelen zwischen dem Dritten Reich und der Traumwelt mancher Radikalfeministin. Manche Dinge sind eben allen totalitären Ideologien eigen.

Der Unterschied, den ich da sehe, hat mit der totalitären Ideologie aber nichts zu tun. Er besteht einfach darin, daß Hitler nicht nur davon geträumt hat, anderen seine Ideologie aufzuzwingen, sondern daß er bewußt und aktiv darauf hingearbeitet hat. Er hat nicht darauf gewartet, daß seine zukünftigen Opfer ihn schon irgendwann an die Macht bringen würden, sondern er hat selbst dafür gesorgt, daß er an die Macht kommt. Egal, wie.

Der Radikalfeminismus ist dazu aber nicht imstande. Radikalfeministinnen können nur jammern und Forderungen stellen, und sie kommen ihrem Ziel nur näher, wenn vor allem die Männer dies weiterhin zulassen. (Denn von den Frauen haben sie nie viel Unterstützung bekommen.) Den Radikalfeminismus muß man nicht bekämpfen - es reicht völlig aus, ihn zu ignorieren.

Bekämpfen muß man natürlich die Berufsfeministinnen, die bereits auf hohen Posten sitzen oder die Gesellschaft auch einfach nur sinnlos Geld kosten. Aber die sind nur auf ihre einträglichen Posten gekommen, weil sie bisher nicht ignoriert wurden und werden.

Außerdem kann man die heutzutage übliche Verblödung der Menschen keineswegs nur dem Feminismus anlasten. Der Feminismus tut letztendlich nichts weiter, als diese Verblödung für seine Zwecke auszunutzen.

Viel wesentlicher ist dabei die Wirtschaft, die eben ihre Produkte loswerden will und den Menschen deshalb über die Medien suggeriert, daß es nichts Schöneres gibt, als sich mit diesen Produkten zu vergnügen. Die Kindern beispielsweise teure Spiele-Konsolen aufschwatzt und sie damit vom Lesen abhält.

Auch die Politik hat daran ihren Anteil. In den USA hat man vor dem Irak-Krieg wieder sehr schön gesehen, wie öffentliche Meinungsmache funktioniert. Man verbreitet Lügen, Halbwahrheiten und Gerüchte, bis am Ende die Mehrheit der Bevölkerung glaubt, daß die Regierung schon das Richtige tut. Wenn der Karren dann im Dreck steckt, wachen zwar viele wieder auf, aber dann ist es oft zu spät.

Es ist wirklich erschreckend, wie weit die Massenverblödung auch hierzulande schon fortgeschritten ist. Ab und zu machen sich Fernsehsender ja mal den Spaß, den Menschen auf den Straßen ganz simple Fragen zu stellen. Z.B. nach dem derzeitigen Bundeskanzler, nach der Hauptstadt von Spanien usw. Da kommen dann immer wieder haarsträubende Antworten, die von einem unglaublichen Maß an Unwissen oder gar Dummheit zeugen.

Heutzutage wird man schon schief angesehen, wenn man zu einem André Rieu-Konzert geht, weil dort überwiegend klassische Musik gespielt wird. Wenn dagegen aus dem Radio Hits wie "10 nackte Friseusen" oder "Geh doch zu Hause, du alte Scheiße" tönen, ist das ganz normal...

In so einem Klima hat der Radikalfeminismus natürlich leichtes Spiel.

Freundliche Grüße
von Garfield

Re: Noch nicht begriffen ?

Garfield, Friday, 07.01.2005, 18:55 (vor 7698 Tagen) @ T.Lentze

Als Antwort auf: Re: Noch nicht begriffen ? von T.Lentze am 07. Januar 2005 15:19:57:

Hallo Thomas!

Der Vergleich mit dem Auto-Prototypen wäre richtig, wenn der Feminismus jünger wäre als der Nationalsozialismus. Tatsächlich ist er aber älter. Und auch in früheren Zeiten gab es schon Radikalfeministinnen.

Wie kommt es, daß die ihr Matriarchat und die Vernichtung oder zumindest Reduzierung des männlichen Geschlechts nicht schon längst erreicht haben, während der Nationalsozialismus nur 14 Jahre benötigt hat, um die Macht in Deutschland an sich zu reißen?

Das liegt vor allem daran, daß sehr viele Feministinnen tatsächlich gar nichts erreichen möchten. Sie tun das, was sie am besten können: Jammern und fordern. Dabei ist ihnen gar nicht so wichtig, was sie fordern. Hauptsache, sie haben irgendetwas zu tun. Langeweile ist ihr wesentlicher Antrieb, und das war auch schon in früheren Zeiten so.

Sieh dir mal Fotos von den ersten Frauen-Demos an. Da siehst du keine armen Arbeiterinnen, Wäscherinnen, Näherinnen oder gar Bäuerinnen. Da siehst du weit überwiegend gut gekleidete Mittelstands-Frauen, die da mit teuren Hüten und Schirmen demonstriert haben. Es ist kein Zufall, daß nicht diejenigen Frauen, denen es damals wirlich schlecht ging, mehrheitlich an diesen Demos teilgenommen haben. Die kannten nämlich das reale Leben und wußten, daß ihre Männer auch nicht besser dran waren. Die gelangweilten Mittelstands-Frauen wußten das aber nicht mehr.

So kommt es, daß Feministinnen ihre Forderungen immer wieder ändern und auch schon mal plötzlich das genaue Gegenteil von früheren Forderungen fordern. In den USA gab es beispielsweise früher ein Gesetz, das Frauen Überstunden verbot. So machten nur Männer in den Fabriken Überstunden und verdienten dadurch mehr. Feministinnen sahen das als Benachteiligung und forderten die Abschaffung dieses Gesetzes. Tatsächlich war das Gesetz zum Schutz der Frauen eingeführt worden, was den Feministinnen nicht klar war, weil sie zu faul waren, soweit zu denken. Schließlich gab die Regierung dem Drängen der Feministinnen nach und schuf dieses Gesetz ab. Die Wirtschaft fand das natürlich toll, und so fanden sich nun viele Frauen plötzlich in derselben Situation wie die männlichen Arbeitskräfte: Sie durften jetzt nicht nur Überstunden machen, sondern das wurde nun von ihnen erwartet. Nun forderten Feministinnen auf einmal wieder das Gegenteil, nämlich, daß Frauen wieder davor geschützt werden sollen, Überstunden machen zu müssen, weil sie mehr Zeit für ihre Familien bräuchten.

Früher gab es in den höheren Schulen geschlechtsspezifischen Unterricht. Feministinnen sahen das als Benachteiligung und forderten gemeinsamen Unterricht. Diese Forderung wurde erfüllt - aber das war für Feministinnen nur ein Grund für neue Forderungen. Nun hieß es plötzlich, daß die Jungen die Mädchen beim Lernen behindern würden, und mittlerweile wurde ja teilweise schon wieder getrennter Unterricht eingeführt.

Ganz egal, wie weit man Feministinnen entgegen kommt: Sie werden immer neue Forderungen stellen. Weil das ihr ganzer Lebensinhalt ist. Das muß die Mehrheit der Männer erst einmal begreifen.

Letztendlich ist das nichts weiter als eine uralte weibliche Strategie. Der Mann mußte Frau und Kind möglichst gut versorgen. Zwingen konnte die Frau ihn dazu nicht, also stellte sie Forderungen. Und er strampelte sich ab, um ihr diese Forderungen zu erfüllen. Das funktionierte so auch gut als Auswahl-Kriterium bei der Partnerwahl. Da war es für eine Frau natürlich wichtig, sicherzustellen, daß ein Mann nicht nur Sex wollte und danach gleich wieder verschwunden war. Denn dann saß sie mit dem Kind allein da und war auf die Hilfe ihrer Verwandten angewiesen. Wie konnte eine Frau nun sicherstellen, daß es einem Mann nicht nur um eine schnelle Nummer ging und daß er nicht nur bereit, sondern auch fähig war, sie und die Kinder zu ernähren? Zum einen, indem sie sich passiv oder sogar abweisend verhielt, zum anderen, indem sie Ansprüche und Forderungen stellte. Je höher, umso besser. Wenn ein Mann dadurch nicht abgeschreckt wurde, war er geeignet. So kam es, daß Männer immer wieder Vorausleistungen erbringen mußten, bevor sie eine Ehe mit einer Frau eingehen konnten. In manchen afrikanischen Völkern mußten die Männer vor der Hochzeit jahrelang unentgeltlich für die Familie der Frau arbeiten. In anderen Kulturen wurden möglichst wertvolle Geschenke für die Familie der Frau und/oder für die Frau erwartet.

Und in der Ehe durfte der Mann natürlich nicht in seinen Bemühungen nachlassen. Also mußte er weiter gefordert werden. Das Märchen vom Fischer und seiner Frau spiegelt das schön wider.

Ja, und Feministinnen haben nun nichts weiter getan, als diese weiblichen Forderungen an die Männer aus dem Privatleben an die Öffentlichkeit zu tragen. Ganz egal, was wir ihnen geben - sie werden immer mehr fordern.

Freundliche Grüße
von Garfield


Re: Noch nicht begriffen ?

T.Lentze, Friday, 07.01.2005, 18:58 (vor 7698 Tagen) @ Garfield

Als Antwort auf: Re: Noch nicht begriffen ? von Garfield am 07. Januar 2005 16:06:28:

Alle Menschen, die nicht an den jeweiligen Gott glauben, werden damit als geistlos und kulturlos bezeichnet.
Wer das nicht nicht so meint, der soll es bitteschön auch nicht so schreiben.

Hallo Garfield !

Die obigen Worte sind zwar nicht an mich gerichtet, aber ich antworte dir trotzdem darauf.

Von einem "jeweiligen Gott" hast du gesprochen. Ich habe es nicht gemeint und nicht geschrieben. Aber du hast in gewisser Weise recht, wenn du das Wort "Gott" insofern als ein Reizwort charakterisierst. Denn damit wurde und wird bis in die Gegenwart hinein Mißbrauch getrieben.

Das Problem besteht darin, daß unter "Gott" grundsätzlich der Gott der Juden verstanden wird; also der Gott der Alten Testaments, der straft, sich rächt, den Völkermord unterstützt. In der Tat, der Gott des Alten Testaments ist ein Gott des Vökermordes. Es ist im Grunde auch der Gott von G.W. Bush. Dieser ist m.E. kein Christ. Das Christentum ist in Wahrheit beinahe unbekannt.

Es ist wirklich erschreckend, wie weit die Massenverblödung auch hierzulande schon fortgeschritten ist.

Es freut mich, daß wir uns in anderen, grundlegenden Erkenntissen einig sind.

Grüße, T.L.

Re: Noch nicht begriffen ?

Jolanda, Friday, 07.01.2005, 19:12 (vor 7698 Tagen) @ Garfield

Als Antwort auf: Re: Noch nicht begriffen ? von Garfield am 07. Januar 2005 16:06:28:

Wenn Intoleranz geistlos ist, dann sage mir mal, wieviele Menschen denn noch Geist besitzen, wohl kaum jemand oder.

Also keinen Geist zu besitzen, weil man einfach alles ablehnt, was man nicht kennt oder nicht kennen will, das ist nicht so schlimm. Aber geistlos zu sein, weil man an Gott glaubt und sich nach diesen Gesetzen richtet, das ist wohl sehr schlimm.

Mehr möchte ich dazu gar nicht sagen. Ich habe einen tiefen Glauben, der ist für mich selbstverständlich und verinnerlicht ohne den gerinsten Zweifel, niemand wird ihn mir je nehmen können und ja, es ist mein Glaube, der mir dazu verhilft Toleranz zu üben, wenn möglich nicht zu urteilen, jeden zu respektieren, jedem eine Chance zu geben, jeden versuchen so zu nehmen, wie er ist.

Und wenn ich dir nun sage, dass ich denke, dass jeder einen göttlichen Funken in sich trägt, dass viele einfach nicht wissen, dass er vorhanden ist, findest du mich dann auch geistlos oder nur naiv?

Es grüsst dich
Jolanda

Re: Noch nicht begriffen ?

Garfield, Friday, 07.01.2005, 19:27 (vor 7698 Tagen) @ Jolanda

Als Antwort auf: Re: Noch nicht begriffen ? von Jolanda am 07. Januar 2005 17:12:48:

Hallo Jolanda!

"Aber geistlos zu sein, weil man an Gott glaubt und sich nach diesen Gesetzen richtet, das ist wohl sehr schlimm."

Jolanda, das habe ich nie geschrieben! Ich habe mich lediglich dagegen verwahrt, daß jemand, der nicht an Gott glaubt, deshalb geistlos sein soll.

"Ich habe einen tiefen Glauben, der ist für mich selbstverständlich und verinnerlicht ohne den gerinsten Zweifel, niemand wird ihn mir je nehmen können und ja, es ist mein Glaube, der mir dazu verhilft Toleranz zu üben, wenn möglich nicht zu urteilen, jeden zu respektieren, jedem eine Chance zu geben, jeden versuchen so zu nehmen, wie er ist."

Das ist ja auch vollkommen in Ordnung. Von dir habe ich auch noch nie eine Aussage gelesen, die Menschen ohne religiöse Überzeugungen direkt oder indirekt als geistlos darstellt.

"Und wenn ich dir nun sage, dass ich denke, dass jeder einen göttlichen Funken in sich trägt, dass viele einfach nicht wissen, dass er vorhanden ist, findest du mich dann auch geistlos oder nur naiv?"

Nein, warum? Ich glaube zwar nicht, daß ein Gott existiert, aber für den Fall, daß es doch einen gibt, dann kann ich mir nicht vorstellen, daß es ihm wichtig wäre, daß alle Menschen an ihn glauben und brav jeden Tag ihr Gebet sprechen. Viel wichtiger wäre so einem Gott dann doch, wie die Menschen handeln, oder?

Herzliche Grüße
von Garfield

Re: Noch nicht begriffen ?

Garfield, Friday, 07.01.2005, 19:42 (vor 7698 Tagen) @ T.Lentze

Als Antwort auf: Re: Noch nicht begriffen ? von T.Lentze am 07. Januar 2005 16:58:48:

Hallo Thomas!

Ja, was die Massen-Verdummung angeht, sind wir uns offensichtlich einig.

Es geht mir ja auch gar nicht darum, gegen das Christentum oder sonst eine Religion zu polemisieren. Ich war auch ziemlich erstaunt darüber, daß Jolanda mich da so mißverstanden hat. Genaugenommen ist keine Religion auch eine Art von Religion. Denn Menschen brauchen einfach etwas, woran sie glauben können. Ich glaube auch an etwas - nicht an einen Gott, aber an bestimmte Werte, die mir eben wichtig sind.

Genauso wie ich Menschen, die religös sind, toleriere, erwarte ich aber auch, daß sie mich tolerieren.

Und was George W. Bush angeht: Daß er die christliche Religion erst für sich entdeckt hat, nachdem seine Wahlkampfberater ihn darauf aufmerksam gemacht haben, daß er bei seiner ersten "gewonnenen" Wahl wenig Stimmen von strenggläubigen Christen bekommen hat, ist wohl mittlerweile allgemein bekannt.

Man kann eben alles positiv oder negativ einsetzen, also auch Religionen. Das gilt für den Christentum genauso wie für den Islam.

Freundliche Grüße
von Garfield

Re: Noch nicht begriffen ?

Jolanda, Friday, 07.01.2005, 19:52 (vor 7698 Tagen) @ Garfield

Als Antwort auf: Re: Noch nicht begriffen ? von Garfield am 07. Januar 2005 17:27:50:

Nein, warum? Ich glaube zwar nicht, daß ein Gott existiert, aber für den Fall, daß es doch einen gibt, dann kann ich mir nicht vorstellen, daß es ihm wichtig wäre, daß alle Menschen an ihn glauben und brav jeden Tag ihr Gebet sprechen. Viel wichtiger wäre so einem Gott dann doch, wie die Menschen handeln, oder?
Herzliche Grüße
von Garfield

---Richtig erkannt...beten heisst ja mit Gott im Dialog stehen, auch sein eigenes Handeln immer wieder hinterfragen.

Nur ich denke, das war auch eher eine rethorische Frage.

Herzlicher Gruss
Jolanda

Re: Sozis Nazis Fezis - korrekt oder nicht ?

Odin, Saturday, 08.01.2005, 03:38 (vor 7698 Tagen) @ M.A.

Als Antwort auf: Re: Sozis Nazis Fezis - korrekt oder nicht ? von M.A. am 07. Januar 2005 15:14:21:

Hi!

Keltnazfemschmgenschfdpb90diegrünkohl

Total Unverständliches hätte den Vorteil, nicht "mißverständlich" sein zu können.
Kannst du mir das Rezept dieses Grünkohlgerichts zukommen lassen? ;)
Freundliche Grüße

OK, der Seitenhieb auf Kohl mußte aber einfach sein :-)

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