Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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@susu (u.a.): Nun, da Ruhe eingekehrt ist...

T.Lentze, Saturday, 01.01.2005, 22:36 (vor 7704 Tagen)

...und solange sie anhält, sehe ich Grund, an unsere Diskussion wieder anzuknüpfen.

1. Vorweg: Die Ruhe, die ich zur Voraussetzung erklärt habe für einen Dialog, habe ich selbst praktiziert, wo sie unüblich ist, nämlich in der Silvesternacht. Ich habe da in Steiners "Rätsel der Philosophie" gelesen und sehr bewußt den Jahreswechsel erlebt. Ich bin nicht gerutscht. Ich war geistig aktiv.

Der Brauch der Knallerei geht meines Wissens auf eine ursprünglich allgemein erlebte Beklommenheit zurück, die sich auf der Schwelle zum neuen Jahr einzustellen pflegte, und die es dann notwendig erscheinen ließ, die inneren Bilder böser Schwellengeister zu verjagen. (Vor Geistern nicht auf Zeit-, aber Raumesschwellen schützte z.B. der Brauch, daß der Bräutigam die Braut über die Haustürschwelle hob und so ins Haus trug.) Mittlerweile haben wir uns so emanzipiert von äußeren Mächten und uns dermaßen selbstbewußt gemacht, daß wir zum Jahreswechsel eher möglichst ruhig sein und Inventur machen sollten, auch was unsere menschlichen Beziehungen betrifft. Also: Ruhe herstellen. Selbst die Wesen der Natur incl. Hunde und Katzen würden uns das danken.

2. Gemäß meiner Ankündigung, deine Steiner-Zitate zu verfolgen und aufgrund deiner freundlichen Mithilfe durch Angabe eines Links habe ich den Artikel "Verschämter Antisemitismus" von 1901 gelesen.

Steiner empört sich da über den derzeit vielgelesenen Philosophieprofessor Friedrich Paulsen, aus dessem "System der Ethik" er u.a. zitiert: "Wenn ich mich nicht täusche, hängt die den Juden abgeneigte Stimmung nicht zum wenigsten von der instinktiven" (Annahme ?) "ab, daß der Jude seine Zukunft, die Zukunft seiner Familie nicht ebenso ausschließlich mit der Zukunft des Staates oder Volkes, unter dem er lebt, verknüpft sieht, als es die anderen Staatsbürger tun" (...).

Diese Einschätzung ist meines Wissens völlig korrekt. Steiner aber reagiert darauf in einer Weise, die ich für maßlos überzogen, ja schädlich halte. Er spricht von Unlogik, wo gar keine Unlogik ist.

Was er sagen will, bringt er in angemessener Weise erst im letzten Absatz des letzten ( d.h. vierten) Teils zur Sprache: "Jede unbestimmte Haltung ist von Übel. Die Antisemiten werden die Aussprüche einer jeden Persönlichkeit als Wasser auf ihre Mühle benutzen, wenn diese Persönlichkeit auch nur durch eine unbestimmte Äußerung dazu Veranlassung gibt." Das ist zweifellos richtig. Paulsen hätte seine Stellung als einflußreicher Philosophieprofessor nutzen sollen, um die Juden gegen Anfeindungen zu verteidigen und somit seine ethischen Erkenntnisse praktisch umzusetzen.

Daß Steiners unmittelbare Reaktion (in Teil 1-3) überzogen und schädlich ist, kommt u.a. in folgendem vernichtendem Urteil zum Ausdruck: "Wer diesen Mann" (Georg Schönerer) "in seinem öffentlichen Wirken zu beobachten Gelegenheit hatte, weiß, daß er eine ganz unberechenbare Natur ist, bei der die persönliche Laune mehr als der politische Gedanke bedeutet, die ganz von einer ins Unbegrenzte gehenden Eitelkeit beherrscht wird." Indem Steiner hier einen Menschen in seiner Totalität ver-urteilt, setzt er sich in Widerspruch zu dem, was er bei Paulsen reklamiert und begeht somit gerade die diesem - zu Unrecht - vorgeworfenene Unlogik. Übrigens ist schon der Ausdruck "einer ins Unbegrenzte gehenden Eitelkeit" nicht logisch. Was soll denn das, unter philosophischen Kriterien, bedeuten ? - Wer solche Fehler begeht, verliert an Überzeugungskraft und schafft sich unnötigerweise auch noch unversöhnliche Feinde.

3. Steiner ist in seinem stark cholerischen Temperament, das ihm besonders im frühen bis mittleren Alter zueigen war, auch andernorts nicht immer vorbildlich aufgetreten. Z.B. berichtete Rittelmeyer, der ihn sehr verehrte, von einer Begebenheit aus der Zeit seiner Dreigliederung-Initiative, wo er einen jungen, unerfahrenen Arbeiter-Sprecher öffentlich dermaßen zusammenschrie, daß dieser sich hinter eine Tür stellte und weinte. - Theodor Lessing, ein Jude, der von Steiner allerdings wenig hielt, berichtete (in "Einmal und nie wieder", sinngemäß): "Wurde er (Steiner) aber gereizt, so begann der kleine, schmächtige Mann zu brüllen wie ein Stier, wobei" er seine Gegner mit Hunden verglich, die es durch Steinwürfe zu verscheuchen gelte. - In Steiners "Fünftem Evangelium" (Titel einer Vortragsreihe) erinnere ich mich an eine Stelle, wo er Max Heindel, einen ehemaligen Schüler, der sich dann abwandte und selbständig macht,) in bitterem Tonfall diffamierte. Man merkt direkt, wie Steiner aus geistigen Höhen, die er soeben erklommen hatte, plötzlich abstürzt.

Mit diesen kritischen Hinweisen ist die außerordentliche Bedeutung von Steiner auch nicht ansatzweise in Frage gestellt. Ich räume ein, daß sicher auch Jesus, Joseph und Maria gelegentlich gepupst und sich gekratzt haben. Meiner Verehrung tut das keinen Abbruch.

4. Die Notwendigkeit zur Beherrschung der eigenen Emotionalpersönlichkeit (früher sprach man von der "Tugend" der Besonnenheit oder Gerechtigkeit) wird einem am besten wohl in familiengerichtlichen Auseinandersetzungen beigebracht, die ja unter Ausschluß der Öffentlichkeit stattfinden und auch wegen der intimen Thematik zu einem Sich-Hingeben an Affekte verleiten. Ich habe andernorts schon darauf hingewiesen. In meinen Schriftsätzen und mündlichen Äußerungen habe ich niemals die Mutter meines Kindes - die außer mehrfachen Ehebruch sich noch mehr hat zuschulden kommen lassen -, pauschal verurteilt, sondern stets auch ihre Vorzüge oder Fortschritte dargelegt, ebenso die psychologischen Hintergründe ihres Verhaltens. Im Ergebnis konnte ich einen psychologischen Gutachter, der mir die Erziehungsfähigkeit absprach, aus dem Verfahren werfen sowie verhindern, daß der Mutter das alleinige Sorgerecht und das Aufenthaltsbestimmungsrecht zugesprochen wurde. Die Anwältin mütterlicherseits, eine sehr engagierte Mißbrauchs- und "Opferschutz"-Expertin, war bereits fest von meiner Niederlage ausgegangen.

In solchen Prozessen werden einem die Folgen seines Auftretens unmittelbar bewußt gemacht; in der öffentlichen Auseinandersetzung eventuell nie. Ich unterstelle somit, daß Steiner sich mehr Feinde geschaffen hat, als nötig gewesen ist.

5. Hierauf aufbauend behaupte ich, daß auch die Reaktionen auf meine These völlig überzogen sind. Begründung folgt.

Soweit mit freundlichen Grüßen, T.L.


Re: @susu (u.a.): Nun, da Ruhe eingekehrt ist...

Max, Sunday, 02.01.2005, 00:03 (vor 7704 Tagen) @ T.Lentze

Als Antwort auf: @susu (u.a.): Nun, da Ruhe eingekehrt ist... von T.Lentze am 01. Januar 2005 20:36:36:

...und solange sie anhält, sehe ich Grund, an unsere Diskussion wieder anzuknüpfen.
[quote]1. Vorweg: Die Ruhe, die ich zur Voraussetzung erklärt habe für einen Dialog, habe ich selbst praktiziert, wo sie unüblich ist, nämlich in der Silvesternacht. Ich habe da in Steiners "Rätsel der Philosophie" gelesen und sehr bewußt den Jahreswechsel erlebt. Ich bin nicht gerutscht. Ich war geistig aktiv.
[/quote]

...das hast du gut gemacht. Nur wer geistig aktiv ist, merkt rechtzeitig, wenn´s glatt wird. Ich wär´ beim Lesen ausgerutscht. Respekt!

Der Brauch der Knallerei geht meines Wissens auf eine ursprünglich allgemein erlebte Beklommenheit zurück, die sich auf der Schwelle zum neuen Jahr einzustellen pflegte, und die es dann notwendig erscheinen ließ, die inneren Bilder böser Schwellengeister zu verjagen. (Vor Geistern nicht auf Zeit-, aber Raumesschwellen schützte z.B. der Brauch, daß der Bräutigam die Braut über die Haustürschwelle hob und so ins Haus trug.) Mittlerweile haben wir uns so emanzipiert von äußeren Mächten und uns dermaßen selbstbewußt gemacht, daß wir zum Jahreswechsel eher möglichst ruhig sein und Inventur machen sollten, auch was unsere menschlichen Beziehungen betrifft. Also: Ruhe herstellen. Selbst die Wesen der Natur incl. Hunde und Katzen würden uns das danken.

...Ahhh! Und welcher Knallbonbon schützt uns vor den Geistern der Wortschwälle?

Gemäß meiner Ankündigung, deine Steiner-Zitate zu verfolgen...

...Steiner, Steiner...der vom Chiemgauer Bauerntheater?

Man merkt direkt, wie Steiner aus geistigen Höhen, die er soeben erklommen hatte, plötzlich abstürzt.

...manchmal bedauert man schon, wenn einer geistige Höhen erklimmt, auch wenn er nicht abstürzt.

Ich räume ein, daß sicher auch Jesus, Joseph und Maria gelegentlich gepupst und sich gekratzt haben. Meiner Verehrung tut das keinen Abbruch.

...ein Jammer, daß sie das nicht mehr lesen können. Ich bin mir sicher, sie wären gerührt gewesen.

Die Notwendigkeit zur Beherrschung der eigenen Emotionalpersönlichkeit (früher sprach man von der "Tugend" der Besonnenheit oder Gerechtigkeit) wird einem am besten wohl in familiengerichtlichen Auseinandersetzungen beigebracht...

...oder in Internetforen zum Thema Gleichberechtigung.

die ja unter Ausschluß der Öffentlichkeit stattfinden und auch wegen der intimen Thematik zu einem Sich-Hingeben an Affekte verleiten.

...wie gut ich die Notwendigkeit zur Beherrschung meiner eigenen Emotionalpersönlichkeit (kurz: NzBmeEp) schon verinnerlicht (geil, oder?) habe, beweist der Umstand, daß ich bis jetzt noch nicht ein einziges Mal gefragt habe, was dieses ganze geschwollene Schwellengeschwalle eigentlich soll.

Ich habe andernorts schon darauf hingewiesen. In meinen Schriftsätzen und mündlichen Äußerungen habe ich niemals die Mutter meines Kindes - die außer mehrfachen Ehebruch sich noch mehr hat zuschulden kommen lassen -, pauschal verurteilt, sondern stets auch ihre Vorzüge oder Fortschritte dargelegt, ebenso die psychologischen Hintergründe ihres Verhaltens.

...da waren alle ganz bestimmt ganz arg beeindruckt - baff geschwallt sozusagen.

Im Ergebnis konnte ich einen psychologischen Gutachter, der mir die Erziehungsfähigkeit absprach, aus dem Verfahren werfen sowie verhindern, daß der Mutter das alleinige Sorgerecht und das Aufenthaltsbestimmungsrecht zugesprochen wurde.

...in diesem einen Fall: Eine einzige Tragödie für das arme Kind.

Die Anwältin mütterlicherseits, eine sehr engagierte Mißbrauchs- und "Opferschutz"-Expertin, war bereits fest von meiner Niederlage ausgegangen.

...wer rechnet auch damit, daß das Gericht einen psychologischen Gutachter rauswirft, nur weil es die Verbalfolter durch den Kindsvater nicht mehr länger aushält? Die müssen ja Ohren wie Elefanten gehabt haben, hernach...

In solchen Prozessen werden einem die Folgen seines Auftretens unmittelbar bewußt gemacht; in der öffentlichen Auseinandersetzung eventuell nie. Ich unterstelle somit, daß Steiner sich mehr Feinde geschaffen hat, als nötig gewesen ist.

...ja wegen nix hat der das eiserne Kreuz nicht gekriegt.

Hierauf aufbauend behaupte ich, daß auch die Reaktionen auf meine These völlig überzogen sind. Begründung folgt.

...Gnaaade! Bitte nicht!

Frieden deiner geschwollenen Zunge - Max

@Max: Kein Spaß

Gast316, Sunday, 02.01.2005, 19:03 (vor 7704 Tagen) @ Max

Als Antwort auf: Re: @susu (u.a.): Nun, da Ruhe eingekehrt ist... von Max am 01. Januar 2005 22:03:38:

...und solange sie anhält, sehe ich Grund, an unsere Diskussion wieder anzuknüpfen.

1. Vorweg: Die Ruhe, die ich zur Voraussetzung erklärt habe für einen Dialog, habe ich selbst praktiziert, wo sie unüblich ist, nämlich in der Silvesternacht. Ich habe da in Steiners "Rätsel der Philosophie" gelesen und sehr bewußt den Jahreswechsel erlebt. Ich bin nicht gerutscht. Ich war geistig aktiv.[/i]

...das hast du gut gemacht. Nur wer geistig aktiv ist, merkt rechtzeitig, wenn´s glatt wird. Ich wär´ beim Lesen ausgerutscht. Respekt!
Der Brauch der Knallerei geht meines Wissens auf eine ursprünglich allgemein erlebte Beklommenheit zurück, die sich auf der Schwelle zum neuen Jahr einzustellen pflegte, und die es dann notwendig erscheinen ließ, die inneren Bilder böser Schwellengeister zu verjagen. (Vor Geistern nicht auf Zeit-, aber Raumesschwellen schützte z.B. der Brauch, daß der Bräutigam die Braut über die Haustürschwelle hob und so ins Haus trug.) Mittlerweile haben wir uns so emanzipiert von äußeren Mächten und uns dermaßen selbstbewußt gemacht, daß wir zum Jahreswechsel eher möglichst ruhig sein und Inventur machen sollten, auch was unsere menschlichen Beziehungen betrifft. Also: Ruhe herstellen. Selbst die Wesen der Natur incl. Hunde und Katzen würden uns das danken.
...Ahhh! Und welcher Knallbonbon schützt uns vor den Geistern der Wortschwälle?
Gemäß meiner Ankündigung, deine Steiner-Zitate zu verfolgen...
...Steiner, Steiner...der vom Chiemgauer Bauerntheater?
Man merkt direkt, wie Steiner aus geistigen Höhen, die er soeben erklommen hatte, plötzlich abstürzt.
...manchmal bedauert man schon, wenn einer geistige Höhen erklimmt, auch wenn er nicht abstürzt.
Ich räume ein, daß sicher auch Jesus, Joseph und Maria gelegentlich gepupst und sich gekratzt haben. Meiner Verehrung tut das keinen Abbruch.
...ein Jammer, daß sie das nicht mehr lesen können. Ich bin mir sicher, sie wären gerührt gewesen.
Die Notwendigkeit zur Beherrschung der eigenen Emotionalpersönlichkeit (früher sprach man von der "Tugend" der Besonnenheit oder Gerechtigkeit) wird einem am besten wohl in familiengerichtlichen Auseinandersetzungen beigebracht...
...oder in Internetforen zum Thema Gleichberechtigung.
die ja unter Ausschluß der Öffentlichkeit stattfinden und auch wegen der intimen Thematik zu einem Sich-Hingeben an Affekte verleiten.
...wie gut ich die Notwendigkeit zur Beherrschung meiner eigenen Emotionalpersönlichkeit (kurz: NzBmeEp) schon verinnerlicht (geil, oder?) habe, beweist der Umstand, daß ich bis jetzt noch nicht ein einziges Mal gefragt habe, was dieses ganze geschwollene Schwellengeschwalle eigentlich soll.
Ich habe andernorts schon darauf hingewiesen. In meinen Schriftsätzen und mündlichen Äußerungen habe ich niemals die Mutter meines Kindes - die außer mehrfachen Ehebruch sich noch mehr hat zuschulden kommen lassen -, pauschal verurteilt, sondern stets auch ihre Vorzüge oder Fortschritte dargelegt, ebenso die psychologischen Hintergründe ihres Verhaltens.
...da waren alle ganz bestimmt ganz arg beeindruckt - baff geschwallt sozusagen.
Im Ergebnis konnte ich einen psychologischen Gutachter, der mir die Erziehungsfähigkeit absprach, aus dem Verfahren werfen sowie verhindern, daß der Mutter das alleinige Sorgerecht und das Aufenthaltsbestimmungsrecht zugesprochen wurde.
...in diesem einen Fall: Eine einzige Tragödie für das arme Kind.
Die Anwältin mütterlicherseits, eine sehr engagierte Mißbrauchs- und "Opferschutz"-Expertin, war bereits fest von meiner Niederlage ausgegangen.
...wer rechnet auch damit, daß das Gericht einen psychologischen Gutachter rauswirft, nur weil es die Verbalfolter durch den Kindsvater nicht mehr länger aushält? Die müssen ja Ohren wie Elefanten gehabt haben, hernach...
In solchen Prozessen werden einem die Folgen seines Auftretens unmittelbar bewußt gemacht; in der öffentlichen Auseinandersetzung eventuell nie. Ich unterstelle somit, daß Steiner sich mehr Feinde geschaffen hat, als nötig gewesen ist.
...ja wegen nix hat der das eiserne Kreuz nicht gekriegt.
Hierauf aufbauend behaupte ich, daß auch die Reaktionen auf meine These völlig überzogen sind. Begründung folgt.
...Gnaaade! Bitte nicht!
Frieden deiner geschwollenen Zunge - Max

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Hallo Max,

Im Ergebnis konnte ich einen psychologischen Gutachter, der mir die Erziehungsfähigkeit absprach, aus dem Verfahren werfen sowie verhindern, daß der Mutter das alleinige Sorgerecht und das Aufenthaltsbestimmungsrecht zugesprochen wurde.

...in diesem einen Fall: Eine einzige Tragödie für das arme Kind.

na na, was soll das? Denkst Du nicht daß Du hier zu weit gehst? (so gern ich auch ansonsten deine Beiträge lese...)
Da hört der Spaß auf und fängt an, geschmacklos und zu einer Gemeinheit zu werden. Übrigens auch ziemlich dumm da Du Thomas persönlich überhaupt nicht kennst und nicht weißt wie er sein Kind behandelt. :-(

Gast316

Stimmt!

Nick, Sunday, 02.01.2005, 19:20 (vor 7703 Tagen) @ Gast316

Als Antwort auf: @Max: Kein Spaß von Gast316 am 02. Januar 2005 17:03:05:

Hallo Max,

Im Ergebnis konnte ich einen psychologischen Gutachter, der mir die Erziehungsfähigkeit absprach, aus dem Verfahren werfen sowie verhindern, daß der Mutter das alleinige Sorgerecht und das Aufenthaltsbestimmungsrecht zugesprochen wurde.

...in diesem einen Fall: Eine einzige Tragödie für das arme Kind.

na na, was soll das? Denkst Du nicht daß Du hier zu weit gehst? (so gern ich auch ansonsten deine Beiträge lese...)
Da hört der Spaß auf und fängt an, geschmacklos und zu einer Gemeinheit zu werden. Übrigens auch ziemlich dumm da Du Thomas persönlich überhaupt nicht kennst und nicht weißt wie er sein Kind behandelt. :-(
Gast316

Re: Stimmt!

Max, Sunday, 02.01.2005, 19:43 (vor 7703 Tagen) @ Nick

Als Antwort auf: Stimmt! von Nick am 02. Januar 2005 17:20:57:

Hallo Max,

Im Ergebnis konnte ich einen psychologischen Gutachter, der mir die Erziehungsfähigkeit absprach, aus dem Verfahren werfen sowie verhindern, daß der Mutter das alleinige Sorgerecht und das Aufenthaltsbestimmungsrecht zugesprochen wurde.

...in diesem einen Fall: Eine einzige Tragödie für das arme Kind.

na na, was soll das? Denkst Du nicht daß Du hier zu weit gehst? (so gern ich auch ansonsten deine Beiträge lese...)
Da hört der Spaß auf und fängt an, geschmacklos und zu einer Gemeinheit zu werden. Übrigens auch ziemlich dumm da Du Thomas persönlich überhaupt nicht kennst und nicht weißt wie er sein Kind behandelt. :-(
Gast316

___________________________________________________________

Tut mir leid. Genau diese Stelle fand ich selbst schon übel, leider, nachdem ich die Antwort bereits abgeschickt hatte und in der Hoffnung, daß sie vielleicht ein bißchen "untergeht". Scheint nicht so zu sein. Ich hätte Andreas um Löschung bitten sollen.
Deshalb entschuldige ich mich bei Thomas dafür: Entschuldigung, Thomas! - und bitte darum, mir diese Geschmacklosigkeit nicht länger nachzutragen.

Zerknirscht - Max

@Max: Guter Zug von dir! Danke! (o.T.)

Gast316, Monday, 03.01.2005, 00:38 (vor 7703 Tagen) @ Max

Als Antwort auf: Re: Stimmt! von Max am 02. Januar 2005 17:43:22:

Hallo Max,

Im Ergebnis konnte ich einen psychologischen Gutachter, der mir die Erziehungsfähigkeit absprach, aus dem Verfahren werfen sowie verhindern, daß der Mutter das alleinige Sorgerecht und das Aufenthaltsbestimmungsrecht zugesprochen wurde.

...in diesem einen Fall: Eine einzige Tragödie für das arme Kind.

na na, was soll das? Denkst Du nicht daß Du hier zu weit gehst? (so gern ich auch ansonsten deine Beiträge lese...)
Da hört der Spaß auf und fängt an, geschmacklos und zu einer Gemeinheit zu werden. Übrigens auch ziemlich dumm da Du Thomas persönlich überhaupt nicht kennst und nicht weißt wie er sein Kind behandelt. :-(
Gast316

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Tut mir leid. Genau diese Stelle fand ich selbst schon übel, leider, nachdem ich die Antwort bereits abgeschickt hatte und in der Hoffnung, daß sie vielleicht ein bißchen "untergeht". Scheint nicht so zu sein. Ich hätte Andreas um Löschung bitten sollen.
Deshalb entschuldige ich mich bei Thomas dafür: Entschuldigung, Thomas! - und bitte darum, mir diese Geschmacklosigkeit nicht länger nachzutragen.
Zerknirscht - Max

Re: @Max: Ist doch nicht schlimm !

T.Lentze, Sunday, 02.01.2005, 19:37 (vor 7703 Tagen) @ Gast316

Als Antwort auf: @Max: Kein Spaß von Gast316 am 02. Januar 2005 17:03:05:

Übrigens auch ziemlich dumm da Du Thomas persönlich überhaupt nicht kennst und nicht weißt wie er sein Kind behandelt. :-(

Gast316

Danke, Gast 316, für den Beistand. Mein Sohn geht gerade erst zur Schule, setzt sich, auch wenn ich hier tippe (sofern ich das in seiner Gegenwart ausnahmsweise mache), auf meinen Schoß und sieht dann, was sich auf dem Bildschirm tut, kann es aber noch nicht lesen.

Aber ich glaube, Max meint es nicht so böse, wie es klingt. Er hat ja gerade dem Nick geschrieben: "Ich bin furchtbar müde und alles, wozu ich in dieser Müdigkeit noch fähig bin, ist lauwarmer Sarkasmus. Manchmal ekelt's mich vor mir selbst. Und dann ist da noch Eugen (...)"

Ja, es gibt wirklich Gründe, mit der Welt, in der wir leben, oder mit dem, was drin ist, nicht zufrieden zu sein. Ich kann noch froh sein, viel Zeit für einsame Spaziergänge, Lektüre und zum Schlafen zu haben. Also, ich wünsche euch allen nachträglich einen guten Anfang für dieses Jahr, ehrlich !

Herzliche Grüße an Alle von T.L.

Re: @Max: Ist doch nicht schlimm !

Max, Sunday, 02.01.2005, 19:49 (vor 7703 Tagen) @ T.Lentze

Als Antwort auf: Re: @Max: Ist doch nicht schlimm ! von T.Lentze am 02. Januar 2005 17:37:30:

Übrigens auch ziemlich dumm da Du Thomas persönlich überhaupt nicht kennst und nicht weißt wie er sein Kind behandelt. :-(

Gast316

Danke, Gast 316, für den Beistand. Mein Sohn geht gerade erst zur Schule, setzt sich, auch wenn ich hier tippe (sofern ich das in seiner Gegenwart ausnahmsweise mache), auf meinen Schoß und sieht dann, was sich auf dem Bildschirm tut, kann es aber noch nicht lesen.
Aber ich glaube, Max meint es nicht so böse, wie es klingt. Er hat ja gerade dem Nick geschrieben: "Ich bin furchtbar müde und alles, wozu ich in dieser Müdigkeit noch fähig bin, ist lauwarmer Sarkasmus. Manchmal ekelt's mich vor mir selbst. Und dann ist da noch Eugen (...)"
Ja, es gibt wirklich Gründe, mit der Welt, in der wir leben, oder mit dem, was drin ist, nicht zufrieden zu sein. Ich kann noch froh sein, viel Zeit für einsame Spaziergänge, Lektüre und zum Schlafen zu haben. Also, ich wünsche euch allen nachträglich einen guten Anfang für dieses Jahr, ehrlich !
Herzliche Grüße an Alle von T.L.

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Große Geste, Thomas! Tut mir wirklich leid, was ich da rausgerotzt habe. Es ist ein herzerwärmendes Bild, sich Dich und Deinen Kleinen auf dem Schoß vorzustellen und ich wünsche Euch beiden ebenfalls ein Glückliches Neues Jahr und viel Zeit füreinander.

Herzlicher Gruß - Max

Re: @susu (u.a.): Und jetzt zur Sache.

T.Lentze, Sunday, 02.01.2005, 15:24 (vor 7704 Tagen) @ T.Lentze

Als Antwort auf: @susu (u.a.): Nun, da Ruhe eingekehrt ist... von T.Lentze am 01. Januar 2005 20:36:36:

1. Das Judentum ist wesensgemäß keine Glaubens- oder Bekenntnis-, sondern eine Volksreligion. Folglich spielte die Rassenhygiene zumindest in alttesttamentlicher Zeit eine herausragende Rolle. Die Anerkenntnis von Jesus als Messias wurde so auch mit diesem Argument verweigert: wie kann aus Galiläa Gutes kommen ? (Stelle im NT müßte ich nachschlagen.) Die Bevölkerung von Galiläa galt, bedingt durch das zeitweilige babylonische Exil, als nicht mehr reinrassig. Für Samaria galt Ähnliches. Das erklärt die Verachtung, welche den Volksangehörigen dieser Reichsteile von den reinrassigen Juden aus Judäa entgegengebracht wurde.

Das Christentum bedeutete innerhalb des Monotheismus eine Emanzipation von jeglicher Rassen- und Volkszugehörigkeit. Auf gewisse Differenzierungen innerhalb des Christentums und ihre Folgen für diese Emanzipation habe ich hingewiesen. Es war Emil Bock, einer der Gründer der von R.Steiner "Christengemeinschaft", der die Nähe des Protestantismus zum Alten Testament eindrücklich und überzeugend beschrieben hat.

2. Bei Kierkegaard las ich den Satz: "Die Christenheit ist der Feind des Christentums." Demnach macht sowohl die dänische als auch die deutsche Sprache hier eine sinnvolle Differenzierung.

Analog läßt sich differenzieren:

a) die Judenheit als Summe der Menschen, die als Angehörige des jüdischen Volkes definiert sind oder sich selbst definieren, wesentlich also (nicht immer) aufgrund ihrer Abstammung.

b) das Judentum als als seelisch-geistige Eigentümlichkeit von Menschen oder einer Kultur, ohne daß diese Eigentümlichkeit auf eine Angehörigkeit im obigen Sinne beruhen muß.

3. Wiederum analog läßt sich differenzieren:

a) Geschlechtszugehörigkeit aufgrund physischer Merkmale (man hätte dann, was freilich nicht üblich ist, zu sprechen von Mannheit bzw. Frauheit).

b) Geschlechts-Akzentuierung aufgrund seelisch-geistiger Eigentümlichkeiten bei Menschen oder Kulturen, ohne daß diese Eigentümlichkeit auf physischen Merkmalen beruhen muß. Man spricht dann von männlichen/weiblichen Prägungen bzw. von Patriarchat/Matriarchat.

4. Die Differenz von "Judenheit" und "Judentum" wurde mir zum Erlebnis während eines 5-monatigen Voluntariats in Israel. Ich nahm in den Gesichtern der jüdischen Israelis, welche - zumeist angst- und haßerfüllt - über die Araber sprachen, ein fanatisches Leuchten der Augen, überhaupt ein fanatisches Auftreten wahr, welches in mir Erinnerungen weckte an Wochenschau-Archivfilmen, in denen Deutsche zur Hitlerzeit über Juden in Deutschland sich äußerten.

Im Nachhinein, während der Verarbeitung dieser Eindrücke, kamen mir folgende Fragen in den Sinn: Lebte nicht in Hitler in atavistischer und extremer Weise das alte Judentum auf ? Er betrachtete das deutsche Volk als auserwählt, und zwar aufgrund seiner Rasse. Er betrieb eine Blut- und Boden-Ideologie als Pendant zum Zionismus; und den Völkermord. Das sind Themen, die auf das Alte Testament verweisen. Und es hat eine innere Logik, daß sich Hitlers Vernichtungswille gegen das Volk richtete, mit dem ihn in ganz bestimmter Weise eine Affinität verband.

Der komplementäre Vorgang kam mir auch in den Sinn: Könnte es sein, daß in der Widerstandslosigkeit, mit der anscheinend viele Juden ihrer Vernichtung entgegengingen, der Geist des Urchristentums zum Ausdruck kam ?

5. Noch später und von oben Beschriebenem unabhängig wurde mir die Differenz von physischer und seelisch-geistiger (?) Geschlechtszugehörigkeit zum Erlebnis. Ich sah und sehe ausgeprägte Männer ingestalt von Menschen mit angeblich physisch weiblicher Geschlechtszugehörigkeit: Feministinnen, die Homosexualität propagieren und einen Krieg gegen Männer entfesseln, teilweise sogar für eine Reduzierung der Mannheit sich aussprechen, diese jedenfalls - auch ohne Gaskammern - betreiben. Ich sehe einen Krieg aufgrund uneingestandener Affinität.

Und wiederum analog wird gesprochen vom "Schweigen der Männer". Ist das Erdulden eine originär männliche Eigenschaft ? Mit Sicherheit nicht.

Es gibt Äquivalente der Emanzipation (ursprünglich ein Begriff aus dem römischen Recht) offenbar auch auf biologischer Ebene.

6. Ich hatte im Thema "Wurzeln des...Mutterkults" an eine Tatsache erinnert, welche in diesem Forum bereits diskutiert worden ist: daß nämlich der Sexismus Einzug gehalten hat in die Evangelische (i.w.S. protestantische) Kirche. Gleichzeitig habe ich darauf hingewiesen und soeben wiederholt, daß diese Konfession in ausgesprochener Weise alttestamentliche Züge trägt - eine offenbare Tatsache,die ich detailliert erläutern könnte.

Als geistigen Wegbereiter des Sexismus (ungenau: Mutterkult) habe ich ferner die Frankfurter Schule benannt und auch daran erinnert, daß sich unter ihren Koryphäen auffallend häufig Juden bzw. Halbjuden befanden.

Ferner habe ich als einen Vertreter der mechanistisch- materialistischen Denkweise S. Freud erwähnt; und dies aus Anlaß seiner Fehldeutung des Ödipus-Mythos. Ihm gegenübergestellt habe ich als Autor der m.E. angemessenen Deutung des Ödipus-Mythos den Katholiken R.Steiner.

Nicht ausdrücklich gefolgert habe ich, daß, wer, wie z.B. Horkheimer, der Judenheit angehört, aus diesem Grunde prädestiniert ist für die sexistische Ideologie; und ebensowenig habe ich ausdrücklich gefolgert, daß zum Sexismus prädestiniert ist, wer dem Judentum in der Weise zugehörig ist, wie es bei der protestantischen Kirche der Fall ist. Ich halte dies allerdings für diskussionswürdig.

Wenn es dann diskutiert wird, sollte es aber in angemessener Weise geschehen. Man könnte z.B. gegenüberstellen Sigmund Freud und Edmund Husserl. Beiden waren Juden, hatten fast identische Geburts- und Sterbedaten, kamen aus Mähren, veröffentlichten ihre ersten Hauptwerke ("Die Traumdeutung" bzw. "Logische Untersuchungen") im Jahr 1899, verfügten über höchste analytische Intelligenz, sahen übrigens sehr ähnlich aus, hatten auch beide die Endsilbe "-mund" in ihren Vornamen. Während Freud, der Atheist, aber sich dem Abgründigen im Menschen zuwandte und in Depressionen und Kulturpessimismus versank, eröffnete Husserl in ebenfalls analytischer Weise den Weg in geistige Höhen und führte zuletzt (in "Die Krisis der europäischen Wissenschaften...", 1930) den Begriff der Lebenswelt ein. Er war christlich orientiert. - Dies als Argument für die oben erläuterte Differenz.

7. Leider ging die Diskussion zunächst einen anderen Weg. Susu, du hast mir das Etikett der Judenfeindlichkeit aufgeklebt, oder, wie du sagst, des Antisemitismus. Fälschlicherweise. Wann ist denn jemand judenfeindlich ? Wenn er selbst dies so fühlt ? Trifft für mich nicht zu. Wenn Andere fühlen, daß jemand es sei ? Oder gar, wenn Dritte behaupten, Zweite müßten fühlen, daß ein Erster es sei ? "Gefühlte Diskriminierung" ? Gott bewahre !

In deinem Vorwurf hast du dich ausdrücklich noch auf Steiner berufen. Auch dies fälschlicherweise, wie ich behaupte.

Denn zu Steiners Zeit war der moralische Einsatz gegen Judenfeindlichkeit das Gebot der Stunde. Wäre das von ihm geforderte Engagement ausreichend verwirklicht worden, so hätte es zur Katastrophe nicht kommen brauchen. Seine diesbezügliche Nervosität ist insofern verständlich. Und da die arabische oder islamische Welt damals nicht die drängende Rolle spielt, wie sie es heute tut, konnte er das Wort Antisemitismus benutzen. (Wer es heute noch benutzt, hat die Zeichen der Zeit nicht verstanden. Doch das nebenbei.)

Was wir heute brauchen, ist in gewisser Weise das Gegenteil von dem, was Steiner vermißte, nämlich ein Engagement gegen den - ich sags mal so - "Anti-Antisemitismus". Dieser ist heute der Born aller Plattheit und Unlogik.

Ein Beispiel anstelle vieler anderer: Einem noch jungen, sehr intelligenten Kameraden vom Abendgymnasium, auf dem ich soeben mein Abitur gemacht habe, versuchte ich in gegebenem Zusammenhang mehrfach zu vermitteln, daß heute nicht Männer, sondern Frauen überprivilegiert sind. Er wandte impulsiv ein, ich sei reaktionär, einer "von gestern". Die folgenden Male reagierte er mit "Heil Hitler" und der entsprechenden Geste. Er tat dies nicht aggressiv, vielmehr mit einer art fröhlicher Ironie, sozusagen schulterklopfend. Ich nahm ihm dies Verhalten folglich auch nicht krumm, sagte ihm aber schließlich, daß mein Vater KZ-Opfer gewesen ist. Darauf verzichtete er auf die Geste, behandelte mich auch achtungsvoller, aber dies doch mehr wie aus Rücksichtnahme auf eine Behinderung.

Die Demonstration des "Konsequent-zuende-Denkens" eines unliebsamen Gedankens folgt offenbar überall demselben Schema: Man bedient sich einem Thema, das heute mit heftigen Emotionen beladen/ belastet ist, und hat sofort einen Knalleffekt.

Nun, was ich von Knalleffekten halte, habe ich eingangs schon erläutert mit meiner Einlassung auf die Silvesternacht. Ich jedenfalls habe mich, auch durch Verzicht auf "geistige" Getränke, in aller Frische erheben können.

Es grüßt dich herzlich T.L.


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