Und nochmal Gentests, weil es alle angeht!
Lecithin, Monday, 20.12.2004, 15:37 (vor 7717 Tagen)
Habe bezüglich der Debatte "Gentest-Verbot" einen interessanten Link auf der Seite ses Bundesbeauftragten für Datenschutz (Schaar) gefunden, der meine Gedanken untermauert. Ich muss nocheinmal sagen, dass wir in einer Zwickmühle stecken- in welche uns der, mit Verlaub, prasseldoofe Feminismus manövriert hat:
1. Gentests staatlich verordnet und pauschal als "effizienteste Lösung" des Problems Unterhaltsbetrug versus informeller Selbstbestimmung (Orwell und so weiter). Dabei ist es für den Kontrollwahn des Staates ein sozusagen willkommenes Problem. Erlöst dieser Staat gnädigerweise den Mann von Unterhaltsbetrügereien der Frau, hat dieser Staat seinen Fuß in der Tür, was Gendatenbanken und Vernetzung mit anderen Datenbanken angeht (biometrische Daten VIS, SIS --> bereits im Aufbau befindliche Datenbanken zur Speicherung biometrischer Daten auf VISA-Dokumenten, und Bankdaten).
2. Keine Gentests und der Unterhaltsbetrug geht weiter?
Die Lösung liegt im status quo. So, wie es jetzt ist, kann es und muss es bleiben. Heimliche Tests zugelassen ohne Bedarf an Datenbanken und Vereinheitlichungen. KEine Änderung nötig, wir kommen klar soweit, ihr Berufs-Politiker.
Die Unterhaltsdebatte ist ein trojanisches Pferd meiner Meinung nach.
Gruß!
Lecithin
Hier der Link zum Vortrag vom Bundesbeauftrageten (als pdf):
Re: Und nochmal Gentests, weil es alle angeht!
Nick, Monday, 20.12.2004, 15:45 (vor 7717 Tagen) @ Lecithin
Als Antwort auf: Und nochmal Gentests, weil es alle angeht! von Lecithin am 20. Dezember 2004 13:37:31:
"Die Lösung liegt im status quo. So, wie es jetzt ist, kann es und muss es bleiben. Heimliche Tests zugelassen ohne Bedarf an Datenbanken und Vereinheitlichungen. KEine Änderung nötig, wir kommen klar soweit, ihr Berufs-Politiker."
Genau das ist auch mein Standpunkt, speziell wie allgemein.
"Die Unterhaltsdebatte ist ein trojanisches Pferd meiner Meinung nach."
Wohl wahr!
Gruß vom
Nick
Re: Und nochmal Gentests, weil es alle angeht!
Lecithin, Tuesday, 21.12.2004, 13:49 (vor 7716 Tagen) @ Nick
Als Antwort auf: Re: Und nochmal Gentests, weil es alle angeht! von Nick am 20. Dezember 2004 13:45:46:
Denke, wir sind uns einig :)
Gruß!
Lecithin
Re: Und nochmal Gentests, weil es alle angeht!
Magnus, Monday, 20.12.2004, 17:02 (vor 7717 Tagen) @ Lecithin
Als Antwort auf: Und nochmal Gentests, weil es alle angeht! von Lecithin am 20. Dezember 2004 13:37:31:
Eine Sache sollten wir uns alle klar machen: kurz oder lang wird das gemacht, was möglich ist.
Gattaca halte ich nicht für eine Fiktion, sondern für einen realistischen Blick in die Zukunft. Irgendwann wird die Gendatenbank für alle kommen.
Magnus
Habe bezüglich der Debatte "Gentest-Verbot" einen interessanten Link auf der Seite ses Bundesbeauftragten für Datenschutz (Schaar) gefunden, der meine Gedanken untermauert. Ich muss nocheinmal sagen, dass wir in einer Zwickmühle stecken- in welche uns der, mit Verlaub, prasseldoofe Feminismus manövriert hat:
1. Gentests staatlich verordnet und pauschal als "effizienteste Lösung" des Problems Unterhaltsbetrug versus informeller Selbstbestimmung (Orwell und so weiter). Dabei ist es für den Kontrollwahn des Staates ein sozusagen willkommenes Problem. Erlöst dieser Staat gnädigerweise den Mann von Unterhaltsbetrügereien der Frau, hat dieser Staat seinen Fuß in der Tür, was Gendatenbanken und Vernetzung mit anderen Datenbanken angeht (biometrische Daten VIS, SIS --> bereits im Aufbau befindliche Datenbanken zur Speicherung biometrischer Daten auf VISA-Dokumenten, und Bankdaten).
2. Keine Gentests und der Unterhaltsbetrug geht weiter?
Die Lösung liegt im status quo. So, wie es jetzt ist, kann es und muss es bleiben. Heimliche Tests zugelassen ohne Bedarf an Datenbanken und Vereinheitlichungen. KEine Änderung nötig, wir kommen klar soweit, ihr Berufs-Politiker.
Die Unterhaltsdebatte ist ein trojanisches Pferd meiner Meinung nach.
Gruß!
Lecithin
Re: Und nochmal Gentests, weil es alle angeht!
Lecithin, Tuesday, 21.12.2004, 13:37 (vor 7716 Tagen) @ Magnus
Als Antwort auf: Re: Und nochmal Gentests, weil es alle angeht! von Magnus am 20. Dezember 2004 15:02:59:
Eine Sache sollten wir uns alle klar machen: kurz oder lang wird das gemacht, was möglich ist.
Nein. Es wird vieles nicht gemacht, was möglich ist! Das hat einen ganz philosophischen Hintergrund: da es das Absolute nicht gibt, ist also alles relativ (es gibt etwas Absolutes, aber das würde zuweit führen und stört meine Argumentation nicht, versprochen :)). Da alles relativ ist, hat alles mindestend zwei Seiten, wenn nicht sogar 17 Seiten oder mehr. Da alles mindestens zwei Seiten hat und vordergründig nichts Absolutes existiert, hat so ziemlich jedes Ding seine guten und schlechten Seiten - wir haben das ab einem gewissen Lebensalter schon merken dürfen.
Da alles gute und schlechte Seiten hat und wir die Erosion des Guten als das Schlechte bezeichnen (jetzt mitdenken), ist jedes Ding zwischen Entwicklung (gut) und Verfall (böse) hin-und hergerissen!
Was dazu führt, dass es die augenscheinlich schlechten und bösen Dinge ebenso schwer haben,sich durchzusetzen, wie die guten - was die Welt im Gleichgewicht hält (obwohl sozusagen die Faulheit des Denkens des Menschen die Erosion des Guten fördert - aber dem kann man mit einigen Gaben Lecithin entgegenwirken :o)
Man kann auch sagen, dass doch alles gemacht wird, was möglich ist, ergo Dinge, die NICHT gemacht werden, sind nicht möglich. Was sehr existenziell heisst, dass man Einfluss nehmen kann auf das Schicksal (Fatum, fatal). Es läuft auf das Gleiche hinaus: Der Mensch kann selbstbestimmt agieren und hat Willen, aber es wird ihm nicht geschenkt.
Das Gefährliche an Propezeiungen ist, dass sie magnetisch auf ihre Erfüllung hinlaufen. Wenn man das weiss, macht man besser diese Propezeiungen nicht. Wenn man diese Prophezeiungen vermeidet und man nicht besonders helle ist, wird man aber schnell geisteskrank. Besser ist es, statt auf das Gute zu hoffen, das Gute zu prophezeien. Denn wenn sich schlechte Prophezeiungen selbst erfüllen, tun es auch die guten - es ist alles im Lot, man muss es nur sehen wollen.
Gegen "Schwerkraft" muss man angehen. Dass mehr und mehr Leute verzagen, fördert den Verfall, nicht umgekehrt!
Sicher ist auch, dass einige Menschen das wissen und zielbewusst ihre Ziele verfolgen, der Auswirkungen Du im Alltag spürst und Dir wie ein bewusstes Zusteuern auf den Abgrund hin vorkommt. Das, was Dir die schlechte Stimmung macht, macht manchen eine gute Stimmung.
Es ist absurd, zu argumentieren, dass alles ja eh verfällt und "Die" sowieso machen, was "SIE (die Kapitalisten, die Politiker, die Globalisierer, die Amerikaner, Die Feministinnen oder wer zur Hölle auch immer)" wollen und der Mensch keine Chance hat. Es ist absurd, weil "DIE" auch Menschen sind und das Ganze TUN. Ergo hat also jeder Mensch diese Chance, wenn "DIE" die Chance haben. Jedoch ergreifen muss man diese Chance...
Beste Grüße!
Lecithin
Re: Und nochmal Gentests, weil es alle angeht!
Garfield, Tuesday, 21.12.2004, 14:11 (vor 7716 Tagen) @ Lecithin
Als Antwort auf: Re: Und nochmal Gentests, weil es alle angeht! von Lecithin am 21. Dezember 2004 11:37:56:
Hallo Lecithin!
Das ist mir zu theoretisch. In der Praxis ist es leider so, daß die Möglichkeiten des Durchschnittsmenschen, der auch über keine größeren finanziellen Mittel verfügt, sehr begrenzt sind.
Zwar ist es so, daß es sehr viele Durchschnittsmenschen gibt, die zusammen theoretisch sehr viel bewirken könnten. Praktisch werden die aber durch gezielte Fehlinformation verdummt und durch Quertreiber (wie z.B. Feministinnen) von den wirklichen Problemen abgelenkt.
In den USA konnte man das jetzt wieder sehr schön beobachten. Da hat es die Regierung durch Lügen und Fehlinformationen geschafft, tatsächlich viele Menschen vom Sinn des Krieges gegen den Irak zu überzeugen. Als dann klar wurde, daß dieser Krieg sich nicht so einfach wieder beenden läßt und daß nun weiterhin immer wieder Särge mit toten GI's nach Hause kommen, änderten manche US-Bürger zwar ihre Meinung wieder, aber da war es schon zu spät. Der Schaden war bereits zum Nutzen einiger weniger Geschäftemacher angerichtet, und es gab kaum noch eine Möglichkeit, da einfach wieder herauszukommen.
Was kann nun ein Durchschnittsamerikaner gegen diesen Wahnsinn tun? Allein kann er gar nichts tun. Er muß Menschen finden, die mit ihm zusammen arbeiten, und das allein wird ihn schon sehr in Anspruch nehmen, so daß das eigentliche Ziel zumindest zeitweilig in den Hintergrund rücken wird.
Dann kommt noch dazu, daß Menschen ja ganz individuelle Interessen und Ziele haben. Selbst wenn man nun für irgendeine gute Sache genügend Leute gefunden hat, die bereit sind, daran mitzuarbeiten, haben die dann auch nicht alle dieselben Vorstellungen. Man hat dann also immer auch noch gut damit zu tun, alle unter einen Hut zu bringen und die Aktivitäten auf den richtigen Punkt zu fokussieren.
Wer sich in einer Machtposition befindet und/oder große finanzielle Mittel zur Verfügung hat, hat es da schon viel leichter. Der kann sich nämlich Mitstreiter kaufen, die dann willig seine Vorgaben umsetzen. Er muß keine Überzeugungsarbeit leisten und sich nicht darum kümmern, daß niemand quer schießt. Er braucht einfach nur anweisen, und schon werden seine Weisungen ausgeführt. Und wenn jemand mal nicht macht, was er will, dann wird der eben gefeuert oder bekommt kein Schmiergeld mehr, und er wird durch jemand anderen ersetzt.
Ja, und so kommt es, daß meist vorrangig die Wünsche derjenigen umgesetzt werden, die bereits über Reichtum und Macht verfügen. Die werden also noch reicher und noch mächtiger. Das muß zwangsläufig zu Lasten derer gehen, die nicht reich und mächtig sind. Das geht so lange gut, wie man diesem Hauptteil der Bevölkerung noch genug zum Leben läßt. Nimmt man ihnen zuviel weg, wird irgendwann der Leidensdruck so groß, daß sie sich gezwungenermaßen doch weitgehend einig werden und dann zur Tat schreiten. Und dann ist es enorm schwer, sie aufzuhalten.
In Deutschland geht es aber offensichtlich immer noch vielen Menschen zu gut. Und so ist es eben sehr schwer, irgendwelche Mißstände wirklich zu ändern.
Freundliche Grüße
von Garfield