Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Also sprach Zarathustra

ein weiterer Andreas, Saturday, 18.12.2004, 12:14 (vor 7719 Tagen)

Des Mannes ist hier wenig: darum vermännlichen sich ihre Weiber. Denn nur wer Mannes genug ist, wird im Weibe das WEIB – ERLÖSEN.
(Nietzsche)

Moin allerseits,

was sagt Ihr zu dieser These?!

Der Feminismus als Vermännlichungstendenz aus Mangel an Männlichkeit männlicherseits.

Sind wir am Ende selber schuld, daß die Frauen so abdrehen, weil wir keine richtigen Kerle mehr sind?

Ich meine, da ist was dran. In meinem persönlichen Umgang habe ich jedenfalls die Erfahrung gemacht, daß die Frauen zufriedener und weniger quengelig sind, wenn ich ihnen Führung gebe. Wenn nicht werden sie unzufrieden, unausgeglichen, zickig.

Gilt das auch für die gesamtgesellschaftliche Ebene?

Gruß

Andreas

Re: Also sprach Zarathustra

Garp, Saturday, 18.12.2004, 13:01 (vor 7719 Tagen) @ ein weiterer Andreas

Als Antwort auf: Also sprach Zarathustra von ein weiterer Andreas am 18. Dezember 2004 10:14:53:

Hi Andreas,

die These, dass Männer keine richtigen Männer mehr sind halte ich für falsch

Definiere:

Was ist ein richtiger Mann?
Was ist eine richtige Frau?

Immer führen zu müssen ist ziemlich anstrengend. Mir ist es lieber die Frau führt sich selbst. Wenn die Selbst-Führung mit meiner Zielsetzung übereinstimmt ist es ideal;-)

Eine andere Frage ist, ob manchen Männern nicht eine gesunde Portion Selbstbewusstsein fehlt. Wenn Mann und Frau selbstbewusst sind, dann funktioniert es meistens.

Allerdings besteht natürlich ein Zusammenhag zwischen dem eigenen Selbstbild und dem gesellschaftlichen Bild von Männern und Frauen. Die Verunglimpfung der Männer trägt sicherlich zur Verunsicherung bei.
Muss der Ausweg aus dieser Verunsicherung aber zurück in die Vergangenheit führen? Oder besteht nicht die Möglichkeit einer selbstbewussten Männlichkeit ohne die Zwangsjacke traditioneller Geschlechterrollen? Warum sollen nur Männer die Drecksarbeit übernehmen? Für etwas weibliche Anerkennung vielleicht? Nein Danke.

P.S. übrigens, ausgerechnet Nietzsche als Beziehungsberater zu empfehlen halte ich für fragwürdig

Gruß
Garp

Re: Also sprach Zarathustra

Eugen Prinz, Saturday, 18.12.2004, 13:20 (vor 7719 Tagen) @ ein weiterer Andreas

Als Antwort auf: Also sprach Zarathustra von ein weiterer Andreas am 18. Dezember 2004 10:14:53:

Sind wir am Ende selber schuld, daß die Frauen so abdrehen, weil wir keine richtigen Kerle mehr sind?
Ich meine, da ist was dran. In meinem persönlichen Umgang habe ich jedenfalls die Erfahrung gemacht, daß die Frauen zufriedener und weniger quengelig sind, wenn ich ihnen Führung gebe. Wenn nicht werden sie unzufrieden, unausgeglichen, zickig.
Gilt das auch für die gesamtgesellschaftliche Ebene?
Gruß
Andreas

Aber ja. Das gilt m.E. sogar geschlechtsunabhängig. Persönlich habe ich die Erfahrung gemacht, dass man mit vielen Personen überhaupt nur aus einer Position der Stärke heraus verhandeln kann. Mit gleichberechtigtem, konstruktivem Aushandeln von Interessen kommen sie einfach nicht klar. Sie haben jede Menge Bedürfnisse, aber es mangelt sehr an Konfliktbewältigungsstrategien. Ich sehe in dieser Hinsicht unsere Herzensschwestern weit vorne - die Zeitgeistin gibt ihnen einfach zuviel Rückenwind - aber unsere Brüder sind auch nicht schlecht.

Gerade habe ich dazu eine nette Geschichte gehört. Ein Mitarbeiter hatte seinen Chef um erhebliche Beträge betrogen. Der Chef hat ihn einbestellt, die Tür abgeschlossen, Brille aus und Uhr ab, und ihn dann mit einem Knüppel krankenhausreif geprügelt. Ich will solche Konfliktbewältigungsstrategien keinesfalls empfehlen, dennoch fallen mir spontan ein paar Namen ein...

Was die Frauen betrifft - es muss nicht unbedingt Führung sein, meine ich. Zu leicht kommt man da in die Position des Esels, der den Karren "führt", auf dem sich Eine bequem ausruht. Es reicht vielleicht, deutlich genug zu verstehen zu geben, was man mit sich machen lässt und was nicht.

Das sollte auch auf gesellschaftlicher Ebene gelten: Männer müssen sich deutlicher artikulieren, was sie mit sich machen lassen und was nicht.

Einen Gruß von Eugen

Re: Also sprach Zarathustra

ein weiterer Andreas, Saturday, 18.12.2004, 14:04 (vor 7719 Tagen) @ Garp

Als Antwort auf: Re: Also sprach Zarathustra von Garp am 18. Dezember 2004 11:01:54:

Immer führen zu müssen ist ziemlich anstrengend. Mir ist es lieber die Frau führt sich selbst.

Vielleicht besteht ja justament darin die Überforderung der Frau. Es deuten doch eine ganze Reihe von Untersuchungen darauf hin, daß die Frau das, was der Feminismus an Selbstverantwortung für einfordert, so es den Realität wird gar nicht positiv aufnimmt.

Es wurde ja zB proklamiert die Partnerwahl der Frau über Status und Einkommen sei durch die tradierte Geschlechterrolle, in der er der Ernährer der Familie ist, bedingt und würde in dem Maße verschwinden, indem die Frau selbst ihr Einkommen auf dem Arbeitsmarkt erwirtschaften könne. Nun steigt der Anteil der Erwerbstätigkeit der Frauen seit Jahrzehnten, aber die Frauen tendieren unverändert in ihrer Partnerwahl zu status- und einkommensstarken Männern.

Ich denke es gibt einen eklatanten Widerspruch zwischen dem, was Frau expressis verbis fordert, und dem was sie wirklich will. Und letzteres scheint ihr nicht einmal zur Gänze bewußt zu sein.

Ich halte es für einen Fehler, mit dem Feminismus zu glauben, die psychische Struktur von Mann und Frau sei ausschließlich durch die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen bedingt. Das Denken geht im übrigen vollkommen mit dem Marxismus analog. Tatsächlich ist es wohl eher so, daß es ein geschlechtsspezifisches genetisch programmiertes Naturell gibt.

Bis jetzt sind noch alle Ideologien und Weltverbesserungsansätze, die glaubten, einen neuen Menschen schaffen zu können, in Katastrophen gescheitert.

Gruß

Andreas

Re: Also sprach Zarathustra

Nikos, Saturday, 18.12.2004, 14:07 (vor 7719 Tagen) @ ein weiterer Andreas

Als Antwort auf: Also sprach Zarathustra von ein weiterer Andreas am 18. Dezember 2004 10:14:53:

Gilt das auch für die gesamtgesellschaftliche Ebene?<

Ja, genau so ist es. Das ist das männliche Teil der Verantwortung für die Entstehung des gesellschafts-zerstörenden Feminismus.

Nikos

Re: Also sprach Zarathustra

ein weiterer Andreas, Saturday, 18.12.2004, 14:08 (vor 7719 Tagen) @ Eugen Prinz

Als Antwort auf: Re: Also sprach Zarathustra von Eugen Prinz am 18. Dezember 2004 11:20:50:

Was die Frauen betrifft - es muss nicht unbedingt Führung sein, meine ich. Zu leicht kommt man da in die Position des Esels, der den Karren "führt", auf dem sich Eine bequem ausruht.

Das ist wohl ein schmaler grad. Ein gesellschaftlicher Führungsanspruch muß natürlich in besonderen Leistungen legitimiert sein, sonst wäre es ja Willkür. Insofern steckt im Führen immer auch ein Dienen. Fehlt uns nicht inzwischen dazu die Kraft?

Gruß

Andreas

Re: Also sprach Zarathustra

Guildo, Saturday, 18.12.2004, 14:14 (vor 7719 Tagen) @ ein weiterer Andreas

Als Antwort auf: Also sprach Zarathustra von ein weiterer Andreas am 18. Dezember 2004 10:14:53:

Sind wir am Ende selber schuld, daß die Frauen so abdrehen, weil wir keine richtigen Kerle mehr sind?

Interessante These!

Allerdings eher in dem Sinne schuld, dass wir Männer uns soviel haben gefallen lassen: Denn warum sind "wir" keine "richtigen Kerle" mehr? In den letzten 30 Jahren sahen sich die Männer einer gigantischen Umerziehungsmaßnahme ausgesetzt, die mit Methoden der Gehirnwäsche den "neuen Mann" schaffen wollte (analog zum "neuen Menschen" im Sozialismus). "Frau" und GesinnungsgenossInnen haben den Mann jegliche Männlichkeit abtrainiert und jegliches Selbstbewußtsein im Keime erstickt. Nun hatte Frau Femi den neuen Mann -und dann gefiel er ihr nicht- denn er war kein Mann mehr. Das Problem ist von den Frauen selbst geschaffen worden. Den traditionellen Mann wollten sie nicht, seine Wünsche und Bedürfnisse mißachten sie, seine Fähigkeiten verachten sie. Den neuen Mann haben sie nun, der gefällt ihnen auch nicht. Diese sich stets auf einem Selbstverwirklichungstrip befindenen Weibchen wissen nicht was sie wollen: Einen richtigen Mann, der aber gleichzeitig eine Frau ist? Eine biologische Unmöglichkeit!

Die eigentliche Ursache des Problems ist die Vorstellung, dass das Geschlecht eines Menschen, und damit seine körperlichen Fähigkeiten und Eigenschaften völlig ohne Bedeutung für seine Aufgaben im Leben sind - Mann und Frau wurden abgeschafft und durch "Gender" ersetzt. Wenn nun ein Mann im Zuge der Feminisierung unserer Gesellschaft (laut Schwarzer muß der Mann ja erst seine "weibliche Seite" hervorkehren, um als Mensch zu gelten) tatsächlich seine "bösen männlichen Triebe" beherrscht und die "tolle weibliche Seite" in sich entdeckt, fängt er an auch die negativen Eigenschaften dieser weiblichen Seite hervorzukehren: Entscheidungsschwäche, depressives Herumjammern, Herumgezicke, Angst vor dem Risiko, übersteigertes Sicherheitsbedürfnis, etc.

Frauen wissen eben nicht, was sie wollen! Sie wissen nur, dass sie es wollen -und zwar alles, jetzt und sofort!

Grüße vom Guildo

Re: Also sprach Zarathustra

Eugen Prinz, Saturday, 18.12.2004, 15:00 (vor 7719 Tagen) @ ein weiterer Andreas

Als Antwort auf: Re: Also sprach Zarathustra von ein weiterer Andreas am 18. Dezember 2004 12:08:52:

Das ist wohl ein schmaler grad. Ein gesellschaftlicher Führungsanspruch muß natürlich in besonderen Leistungen legitimiert sein, sonst wäre es ja Willkür. Insofern steckt im Führen immer auch ein Dienen. Fehlt uns nicht inzwischen dazu die Kraft?
Gruß
Andreas

Vielleicht auch die Lust? Ich denke, dieses Geschäft haben Männer jahrtausendelang betrieben, sie haben geführt, Verantwortung übernommen, den Preis für alles mögliche bezahlt, aber heute dürfen sie sich dafür in erster Linie die Fehler vorrechnen lassen, verantwortlich machen lassen "für all´ das Elend, das über dieses Jahrhundert gekommen ist", z.B. von Altfeministin Margarethe Mitcherlich.

Wir können uns ja auch mal zurücklehnen, die Mädels machen lassen, und nachher nur rummeckern, wenn sie´s uns nicht recht machen... rein polemischer Vorschlag, versteht sich...

Eugen

Re: Also sprach Zarathustra

Garp, Saturday, 18.12.2004, 17:28 (vor 7719 Tagen) @ ein weiterer Andreas

Als Antwort auf: Re: Also sprach Zarathustra von ein weiterer Andreas am 18. Dezember 2004 12:04:24:

<i/>„Ich halte es für einen Fehler, mit dem Feminismus zu glauben, die psychische Struktur von Mann und Frau sei ausschließlich durch die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen bedingt. Das Denken geht im übrigen vollkommen mit dem Marxismus analog. Tatsächlich ist es wohl eher so, daß es ein geschlechtsspezifisches genetisch programmiertes Naturell gibt.
Bis jetzt sind noch alle Ideologien und Weltverbesserungsansätze, die glaubten, einen neuen Menschen schaffen zu können, in Katastrophen gescheitert.“[/i]

Da stimme ich zu. Aber neben dieser genetischen, evolutionären Determinierung ist das Bild des Menschen von sich selbst und somit auch seine Geschlechterrolle eben auch ein kulturelles Produkt. Dies zeigt sich auch bei einem Vergleich mit anderen Kulturkreisen oder mit einer historischen Betrachtung der Geschlechterrolle.
In dieser kulturellen Variabilität liegt meiner Meinung nach der evolutionäre Vorteil der Menschheit und die „freie“ Willensbildung begründet.
Wenn man das Bild des Menschen von sich selbst und damit auch Geschlechterrollen für variabel erachtet, muss dies nicht in einem Feminismus enden, sondern kann zu einem Maskulismus führen.
Es gibt unterschiedliche Formen sich eine „ideale“ Welt für Männer auszumalen.
Eine Gesellschaft, die allen Männern die schwierigsten Aufgaben zuweist (Kriegskunst, harte körperliche und gefährliche Arbeit) und dafür eine kleine männliche Elite mit einem Führungsanspruch und fast unbegrenzten materiellen Ressourcen ausstattet ist für mich nicht akzeptabel.
Eigentlich fehlt es schon immer an männlicher Solidarität. Und zwar die Solidarität der „mächtigen“ Männer mit der Solidarität der „schwachen“ Männer.
(Nein in bin kein Gewerkschaftsmitglied. Ich beziehe das auch nicht auf die Wirtschaft. Aber etwas mehr Solidarität von Führern mit jungen Soldaten würde ich mir schon wünschen)
Wenn Männer unter sich einig wären, dann könnten wir genüsslich darüber debattieren, welches Frauenbild uns gefallen würde. Insofern unterstütze ich deine Forderung nach einem selbstbewussten Mann – nicht aber nach überholten Machtstrukturen und Führungsansprüchen. Wie du selbst schreibst setzt Führung eine besondere Leistung voraus. Aber auch eine moralische Verantwortung. Können Menschen diesem Führungsideal gerecht werden? Würdest du andere Führer über deine eigene Lebensweise akzeptieren wollen?

Grüße
Garp

Re: Also sprach Zarathustra

ein weiterer Andreas, Saturday, 18.12.2004, 17:42 (vor 7719 Tagen) @ Garp

Als Antwort auf: Re: Also sprach Zarathustra von Garp am 18. Dezember 2004 15:28:28:

Wenn Männer unter sich einig wären, dann könnten wir genüsslich darüber debattieren, welches Frauenbild uns gefallen würde.

Daran laß uns arbeiten. :-)

Können Menschen diesem Führungsideal gerecht werden?

Mit Sicherheit keinen Menschen einem sinnhaft definierten Ideal gerecht werden. Ideale braucht man zudem schon allein deshalb, da man sonst orientierungslos wäre.

Würdest du andere Führer über deine eigene Lebensweise akzeptieren wollen?

Das müssen und tun wir doch schon immer in allen möglichen Lebensbereichen. Alles andere wäre Anarchie.

Gruß

Andreas

Re: Also sprach Zarathustra

Thomas Lentze, Saturday, 18.12.2004, 18:51 (vor 7719 Tagen) @ ein weiterer Andreas

Als Antwort auf: Also sprach Zarathustra von ein weiterer Andreas am 18. Dezember 2004 10:14:53:

Der Feminismus als Vermännlichungstendenz aus Mangel an Männlichkeit männlicherseits.
Sind wir am Ende selber schuld, daß die Frauen so abdrehen, weil wir keine richtigen Kerle mehr sind?
Andreas

Das halte ich für allenfalls bedingt richtig. Frauen werden nicht dadurch zu Feministinnen, daß Männer ihnen die Männlichkeit vorenthalten, deren sie bedürfen.

M.E. ist die Degeneration der Geschlechter ein natürlicher Vorgang. Es gibt eine Parallele dazu in der Degeneration und in der Vermischung der Rassen. Man kann das begrüßen, oder auch umgekehrt als unerfreulich empfinden und dann nach Wiederherstellung der alten Verhältnisse, also nach Reinheit der Rassen bzw. Geschlechter rufen und darauf eine Ideologie begründen. Da das auf natürliche Weise nicht mehr machbar ist, treten dann ideologische Verzerrungen auf, wonach die eine Rasse bzw. das eine Geschlecht verantwortlich ist für alle tatsächlichen oder vermeintlichen Probleme der/des anderen. Man spricht dann von Rassismus bzw. Sexismus.

Der Feminismus ist in diesem Zusammenhang ein spezielles Problem. Es handelt sich, bildlich gesprochen, um Männer in Frauenleibern. Sie vertreten keine weiblichen Interessen sondern männliche (und sind darin oft männlicher als "richtige" Männer), beanspruchen aber, völlig realitätswidrig, im Namen aller Frauen zu handeln.

Frauen sind dabei einerseits Profiteusen, indem sie in den Genuß von Privilegien kommen, die sie ohne feministische Aktivitäten nicht erhalten hätten. Sie sind anderseits Opfer des Feminismus insofern, als sie immer seltener Männer vorfinden, welche diese Bezeichnung verdienen. Zwar degenerieren, meiner Behauptung nach, Männer heute auch auf natürliche Weise immer mehr. Der Feminismus allerdings "hilft nach" in einer Weise, die zu schweren gesundheitlichen, sozialen und kulturellen Schäden führt, und zwar für Alle.

Ich halte es für richtig, wenn Männer sich auch heute noch, und solange es geht, zu dem bekennen, was sie ihrer Bestimmung nach sind, nämlich Männer. Ihre weibliche Seite zu "entdecken", bedarf keiner Verordnung von oben. Das kommt auf natürliche Weise von selbst. Ebenso umgekehrt: Frauen degenerieren insoweit, als sie zunehmend männliche Seiten in sich entdecken. Soweit ist "Gleichberechtigung" die gesunde Entsprechung auf institutioneller Ebene.

Womit wir es zu tun haben und wogegen wir kämpfen (müssen), ist die Abnormität des Feminismus, m.a.W. des Feminats als einer pathologischen Wiederauferstehung des Matriarchats. Hier droht uns eine Gefahr, die in Katastrophen enden kann, wie wir sie noch nicht gehabt haben. Und dem ist entgegenzuwirken - z.B. auch durch Kampf gegen das Verbot von Vaterschaftstests. (Ich denke aber, diese Gesetzesvorlage wird ohnehin nicht durchkommen.)

Re: Also sprach Zarathustra

ChrisTine, Saturday, 18.12.2004, 21:51 (vor 7719 Tagen) @ Thomas Lentze

Als Antwort auf: Re: Also sprach Zarathustra von Thomas Lentze am 18. Dezember 2004 16:51:20:

Zu Deinem gesamten Beitrag Zustimmung, aber eines interessiert mich etwas intensiver...

Womit wir es zu tun haben und wogegen wir kämpfen (müssen), ist die Abnormität des Feminismus, m.a.W. des Feminats als einer pathologischen Wiederauferstehung des Matriarchats. Hier droht uns eine Gefahr, die in Katastrophen enden kann, wie wir sie noch nicht gehabt haben. Und dem ist entgegenzuwirken - z.B. auch durch Kampf gegen das Verbot von Vaterschaftstests. (Ich denke aber, diese Gesetzesvorlage wird ohnehin nicht durchkommen.)

Wie kommst Du auf den Gedanken, daß die Gesetzesvorlage nicht durchkommen wird? Ich habe das jetzt schon öfters gehört, allein mir fehlt der Glaube..
.

Gruß - Christine

Re: Also sprach Zarathustra

Thomas Lentze, Sunday, 19.12.2004, 00:41 (vor 7719 Tagen) @ ChrisTine

Als Antwort auf: Re: Also sprach Zarathustra von ChrisTine am 18. Dezember 2004 19:51:23:

Wie kommst Du auf den Gedanken, daß die Gesetzesvorlage nicht durchkommen wird? Ich habe das jetzt schon öfters gehört, allein mir fehlt der Glaube..
.
Gruß - Christine

Hallo Christine,

sicher bin ich mir selbst nicht. Aber liege ich nicht richtig in der Annahme, daß so ungefähr 95 % der Menschen ("Spiegel"-voting) einem Vaterschafts-Testverbot nichts abgewinnen können ? Diese Gesetzesvorlage hat doch zumindest bis jetzt schon bewirkt, daß viele Menschen beginnen, über das Phänomen der "Kuckuckskinder" (hübscher, einprägsamer Name !) nachzudenken ! Der Unterhaltsterror hat jetzt schon derartige Formen angenommen, daß jeder Unterhaltspflichtige - oder der einen kennt, und wer kennt keinen - aufhorchen muß bei dem Gedanken, daß er nicht nur viel zu viel, sondern möglicherweise für nichts zahlt!

Vgl. hierzu auch einen sehr aufschlußreichen thread im pappa.com-Forum, wo ein Insider - ein staatlicher Unterhaltsflüchtlings-Verfolger - sich sehr klare Gedanken macht über die immer offensichtlichere Absurdität des deutschen Unterhaltsrechts.

Diese Themen gehören also zusammen; sie beleuchten sich gegenseitig.

Wie gesagt, ich bin mir über das Ergebnis nicht sicher, zumal mir auch die Kenntnisse politischer Praxis fehlen. - Was spricht denn deiner Meinung nach dafür, daß Zypries Erfolg haben wird ? Du machst mich neugierig.

Also sprach die Mutter...

Sven, Sunday, 19.12.2004, 12:35 (vor 7718 Tagen) @ ein weiterer Andreas

Als Antwort auf: Also sprach Zarathustra von ein weiterer Andreas am 18. Dezember 2004 10:14:53:

Moin,

"Sind wir am Ende selber schuld, daß die Frauen so abdrehen,"

Klar sind wir Schuld. Wer sollte denn sonst schuld sein ? Frauen sind doch nie schuld.
Weiss doch jedes Kind: Männer sind die Täter, Frauen sind die Opfer.

Es wird dabei nur die Macht der Mütter übersehen.

Wenn ein 2-6jähriger Junge merkt, wie seine (sich immer benachteiligt fühlende) Mutter alles männliche ablehnt,
wenn er merkt, das sie verseucht ist, durch ihren krankhaften Emanzipationswahn, in der nur ein toter Mann ein guter Mann ist,
wenn er merkt, welche Verachtung sie seinem Vater gegenüberbringt,
wenn er merkt, wieviel Angst sie vor Männlichkeit hat,
wenn er merkt, das sie in ihrem Wahn ihn für den Täter und sich für das Opfer hält,
wenn er merkt, ...

wird er sich hüten, jemals das zu sein, was er ist.

Aber natürlich ist die Mutter nur das arme überforderte Opferlämmchen
und der Junge ist vor allem selber schuld.

Re: Also sprach die Mutter... /Bravo! (n/t)

Max, Sunday, 19.12.2004, 12:45 (vor 7718 Tagen) @ Sven

Als Antwort auf: Also sprach die Mutter... von Sven am 19. Dezember 2004 10:35:43:

.

Re: Also sprach die Mutter...

ein weiterer Andreas, Sunday, 19.12.2004, 13:11 (vor 7718 Tagen) @ Sven

Als Antwort auf: Also sprach die Mutter... von Sven am 19. Dezember 2004 10:35:43:

Moin auch,

aus Dir spricht viel Empörung. Leider steht Deine Antwort in keinem Zusammenhang zum Kern meiner Ausgangsthese.

Gruß

Andreas

Re: Also sprach die Mutter...

Sven, Sunday, 19.12.2004, 14:14 (vor 7718 Tagen) @ ein weiterer Andreas

Als Antwort auf: Re: Also sprach die Mutter... von ein weiterer Andreas am 19. Dezember 2004 11:11:04:

Moin,

"aus Dir spricht viel Empörung."

sollte kein Angriff auf dich sein.
Aber bei diesem Thema kann ich richtig leidenschaftlich werden ... ;-)

"Leider steht Deine Antwort in keinem Zusammenhang zum Kern meiner Ausgangsthese."

Wenn du schreibst: "Des Mannes sind hier wenig" und "nur wer Mannes genug
ist" hat dieses "wenig Mann sein" sehr viel damit zu tun, welche Erfahlungen man
selber als kleiner Junge mit "Mann sein" und "Männlichkeit" gemacht hat.
Und dabei spielt die Beziehung zur Mutter eine herausragende Rolle.

Und wenn du die Frage stellst: "Sind wir am Ende selber schuld",
sollte man die absolute Macht der Mutter über ihre Kinder
und ihre prägende Wirkung nicht übersehen.

Gruß,
Sven

Re: Also sprach die Mutter...

ein weiterer Andreas, Sunday, 19.12.2004, 18:49 (vor 7718 Tagen) @ Sven

Als Antwort auf: Re: Also sprach die Mutter... von Sven am 19. Dezember 2004 12:14:38:

Wenn du schreibst: "Des Mannes sind hier wenig" und "nur wer Mannes genug
ist" hat dieses "wenig Mann sein" sehr viel damit zu tun, welche Erfahlungen man
selber als kleiner Junge mit "Mann sein" und "Männlichkeit" gemacht hat.
Und dabei spielt die Beziehung zur Mutter eine herausragende Rolle.

Ich wünsche Dir sehr, daß Du es schaffst!

Gruß

Andreas

Re: Also sprach Zarathustra

ChrisTine, Monday, 20.12.2004, 01:32 (vor 7717 Tagen) @ Thomas Lentze

Als Antwort auf: Re: Also sprach Zarathustra von Thomas Lentze am 18. Dezember 2004 22:41:39:

Hallo Thomas,

Wie kommst Du auf den Gedanken, daß die Gesetzesvorlage nicht durchkommen wird? Ich habe das jetzt schon öfters gehört, allein mir fehlt der Glaube..

sicher bin ich mir selbst nicht. Aber liege ich nicht richtig in der Annahme, daß so ungefähr 95 % der Menschen ("Spiegel"-voting) einem Vaterschafts-Testverbot nichts abgewinnen können?

Das habe ich auch so mitbekommen und deswegen wollen mir mal hoffen, das die Stimmung der Bevölkerung bei den entsprechenden Stellen auch ankommt.

Diese Gesetzesvorlage hat doch zumindest bis jetzt schon bewirkt, daß viele Menschen beginnen, über das Phänomen der "Kuckuckskinder" (hübscher, einprägsamer Name !) nachzudenken !

Eines möchte ich noch kurz klar stellen, eine Gesetzesvorlage ist erst in Arbeit, eine offizielle gibt es noch nicht.
Bei jedem Menschen gibt es eine andere Schmerzgrenze und bei einigen scheint die durch das Gesetzesvorhaben erreicht zu sein. Vielleicht kommen wir ja jetzt einen größeren Schritt vorwärts.

Vgl. hierzu auch einen sehr aufschlußreichen thread im pappa.com-Forum, wo ein Insider - ein staatlicher Unterhaltsflüchtlings-Verfolger - sich sehr klare Gedanken macht über die immer offensichtlichere Absurdität des deutschen Unterhaltsrechts.

Ich habe das gelesen und auch den Zusatz, den er im ISUV-Meta-Forum geschrieben hat, das das ganze jetzt noch absurder für ihn wird, sollte das Verbot durchkommen.

Diese Themen gehören also zusammen; sie beleuchten sich gegenseitig.
Wie gesagt, ich bin mir über das Ergebnis nicht sicher, zumal mir auch die Kenntnisse politischer Praxis fehlen. - Was spricht denn deiner Meinung nach dafür, daß Zypries Erfolg haben wird ? Du machst mich neugierig.

Der einzige Grund ist das Geld, wie immer. Bei knapper werdenden Kassen wird wohl jede Regierung versuchen, Schaden minimal zu halten. Wenn sich die Regierung schon über die paar Fälle der Scheinvaterschaft aufregt, was sollen die denn machen, wenn sie befürchten müssen, daß nach Vaterschaftstests immer mehr Kuckuckskinder zum Vorschein kommen und somit viele Väter der Unterhaltspflicht entkommen, ergo der Staat einspringen muss?
Tja, mehr habe ich im Moment auch nicht zu bieten.

Gruß - Christine

Re: Also sprach Zarathustra

Odin, Monday, 20.12.2004, 13:55 (vor 7717 Tagen) @ ein weiterer Andreas

Als Antwort auf: Also sprach Zarathustra von ein weiterer Andreas am 18. Dezember 2004 10:14:53:

Der Feminismus als Vermännlichungstendenz aus Mangel an Männlichkeit männlicherseits.
Sind wir am Ende selber schuld, daß die Frauen so abdrehen, weil wir keine richtigen Kerle mehr sind?

Teilweise richtig. Allerdings hat das weniger damit zu tun, daß "wir keine richtigen Kerle mehr sind", sondern damit, daß Männer tatsächlich fehlten. Gründe: Zwei Weltkriege, existenzieller Schock und Thrauma bei den männlichen Kriegsteilnehmern, eine Gesellschaft, der das wurscht war, daraus folgender Rückzug in die Arbeitswelt und Klammerung an die tröstende Mutter und Frau.
Männer waren also tatsächlich nicht vorhanden.
Jetzt kommen sie langsam - aber gewaltig, wie man sieht.

und Grönemeier fragt:

Joseph S, Tuesday, 21.12.2004, 00:07 (vor 7717 Tagen) @ ein weiterer Andreas

Als Antwort auf: Also sprach Zarathustra von ein weiterer Andreas am 18. Dezember 2004 10:14:53:

"Wann ist ein Mann ein Mann?"

Ich sehe mich so vielen bescheuerten soziologischen Männlichkeitsdefinitionen ausgesetzt,
daß ich am liebsten noch die Frage "Wann ist eine Frau eine Frau?" hinzufüge, und die, die
von Männern richtige Männlichkeit (was auch immer das bedeudet) fordern, dazu faseln lasse,
was sie wollen, mich mit einer rein biologischen Definition begnüge, und so zahlreichen
idiotischen Zwängen entgehe.

Wieso sollen Männer das "Weib im Weib erlösen" ?

Wenn die Frauen nicht Persönlichkeit genug haben, ernsthaft für ihre Bedürfnisse gerade zu stehen,
habe ich keineswegs deswegen die Aufgabe, mich als ihr Erzieher zu geben. Wenn die nicht wissen,
was sie wollen, ist das ihre und nicht meine Aufgabe, das herauszufinden.

Gruß
Joseph

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