Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Rote Männer Weihnachtsinfo

Odin, Monday, 13.12.2004, 18:20 (vor 7724 Tagen)

RoteMänner!
Rauschgoldengel, Rentiertreiber, Weihnachtsmänner!

Heute wird nicht lange gefackelt, der Baum brennt bereits. Die Jahresendralley in den Süden wurde nach hinten verschoben, um euch nun doch nochmal die Stiefelchen zu füllen. Wir nutzen den Überraschungseffekt und gehen gleich in medias res. Es weihnachtet! Also sagt, was ihr wollt. Wir sagen euch dann, was ihr kriegt:

HÄLFTE DES HIMMELS – HÄLFTE DER HÖLLE!

Ursprünglich wollten Feministinnen an Allem zu gleichen Stücken beteiligt sein. An Allem? Nein, nicht an Allem. Nur an dem, was ihnen gefällt. Und es gefällt ihnen gar nicht, dass Frauen jetzt weltweit etwa die Hälfte aller AIDS-Infizierten stellen. Das Gesicht von AIDS, so schreibt metaphorisch die „taz“, werde immer weiblicher. http://www.taz.de/pt/2004/11/24/a0119.nf/text In Deutschland, das lernten wir erst in unserer jüngsten Ausgabe, sind nur 20 Prozent der Infizierten weiblich. Und deswegen wird uns mitgeteilt, sie seien „besonders betroffen“.

Was wir nicht verstehen: Ist AIDS besser oder schlechter, wenn davon ein Geschlecht mehr oder weniger stark befallen ist? Komisch, dass nach den Gründen, weshalb vergleichsweise viele männliche Deutsche AIDS haben, nicht gefragt wird. Aber es interessiert eben auch keine Sau. Wir erfuhren jüngst, dass AIDS-kranke Frauen in Deutschland weniger Geld haben als infizierte Männer. Es ist schon erstaunlich, was alles erforscht und nachgerechnet wird – sobald es um Frauen geht!

Dabei ist es ja legitim, mal darauf hinzuweisen, dass es eine Reihe von Ländern und Regionen auf der Welt gibt, in denen es Frauen schwer bis unmöglich gemacht wird, Sex abzulehnen. http://www.welt.de/data/2004/11/24/364639.html Man mag über die merkwürdigen Gepflogenheiten in solchen Ländern denken, wie man will: Indirekt sagt uns dieser Satz, dass die Verhältnisse in unseren mitteleuropäischen Breiten doch deutlich andere sind. Spricht FÜR unsere Zivilisation, oder? Vielleicht sogar für die mitteleuropäischen Männer. Nur wie verträgt sich das nun wieder mit den absurden Horrormeldungen, die über Myriaden weiblicher Gewaltopfer hierzulande verbreitet werden? So als wäre mehr gar nicht möglich? Aber offenbar gibt es deutlich unangenehmere Lebensumstände.

Wir nehmen es den Frauen nicht übel, dass sie in Sachen Gewalt nicht wirklich Anteil haben wollen am weltweiten Gesamtaufkommen. Tatsächlich sind Frauen nur im häuslichen Bereich in einem den Männern vergleichbaren Maße betroffen. Bei den Bereichen öffentlicher und kriegerischer bzw. militärischer Gewalt sind sie dagegen nicht annähernd den männlichen Opfern gleichgestellt. Was sie allerdings nicht davon abhält, zu behaupten, gerade sie (meist im Verein mit Kindern) seien die „wahren“ Opfer, von Kriegen und was auch immer.

Zweifellos geraten, aktuell etwa im Irak, auch immer wieder Frauen in die Schusslinien. Unsere uniformierten amerikanischen Freunde machen da bekanntlich wenig Federlesen, fundamentalistische Guerillas und Selbstmordattentäter schon gerade nicht. Gezielt vernichtet wurde aber das irakische Kanonenfutter von Saddam Hussein, und zwar zu Tausenden – und ziemlich ausschließlich männlich. Grundsätzlich verdächtig gelten den Besatzungstruppen immer Männer zwischen 15 und 55 Jahren: Sie durften deswegen Falludscha während der Flächenbombardierung der Stadt durch die Amerikaner nicht mehr verlassen!

Der Anteil der Männer an den Opfern von Gewalt im öffentlichen Raum liegt in einem zivilisierten Land wie Deutschland, wo Gewaltfreiheit sehr weitgehend akzeptiert ist, bei klar über 80 Prozent. Das wird vermutlich auch dem Anteil der Männer an den zivilen Opfern der Kampfhandlungen im Irak ziemlich nahe kommen. Diese Toten gelten aber grundsätzlich nie als „unschuldig“. Die Vokabel erlangt ihre moralische Aufgeladenheit sowieso nur im verbalen Kontext von Frauen und Kindern. Folglich wird Gewalt, die sich „nur“ gegen Männer richtet, auch nicht weiter dramatisiert. Sehr wohl dramatisiert wurde Ende November wieder die Gewalt gegen Frauen. Am internationalen Tag „Nein zur Gewalt gegen Frauen“, den man gerade so gut als internationalen Tag „des Schulterzuckens zur Gewalt gegen Männer“ hätte umbenennen können! http://www.taz.de/pt/2004/11/25/a0048.nf/text

Man muss die dramatische Entwicklung etwa bei weiblichen AIDS-Opfern gar nicht unter den Tisch kehren. Verblüffend ist dabei jedoch immer wieder das Desinteresse, mit dem die spezifisch männliche Betroffenheit quittiert wird. Weil bei Kriegshandlungen die Täter überwiegend Männer sind, sind sie den meisten Verbreitern der öffentlichen Meinungen und Werte als ebenso überwiegende Opfer dieser Gewalt offenbar nicht denkbar. Dass es oft „strukturelle“ Gewalt ist, die Männer am Ende zu Tätern macht (etwa bei Zwangsrekrutierungen), ist Vielen eine schon zu weit gehende Differenzierung. Wenn eine Frau Gewalt ausübt, wird immer weitschweifig der Frage nachgegangen, wie es überhaupt dazu kommen konnte. Bei der Bestie Mann erübrigt sich dies.

Beispiele für systematische Gewalt, die sich spezifisch gegen Frauen richtet, sind in unseren eigenen Breiten tatsächlich längst äußerst rar geworden. Umso begieriger wird über „Ehrenmorde“ an Frauen in Südostanatolien und anderen, mittelalterliche Denkweisen pflegenden Regionen berichtet. So wie schon vor Jahrhundertfrist über die Verbrennung von Witwen in Indien. Bei alledem gibt es auch nichts zu beschönigen. Zu allen Zeiten hat es in der Geschichte fürchterliche Quälereien gegeben, an Männern und Frauen.

Sind wir denn nicht gegen Zwangsheirat, Ehrenmorde, Vergewaltigungen und Kinderschändung? Manch’ einer nimmt inzwischen schulterzuckend in Kauf, sich verdächtig zu machen, weil er keine Lust hat, jeden Tag ein Mantra an den Anfang seiner Rede zu stellen. Wir sind nämlich außerdem noch gegen blödes Geschwätz, vor allem gegen ZUVIEL DAVON! Wir sind gegen das Lebendkochen von Hummer, gegen die willkürliche Zerstörung der Krötentunnel, und – ihr werdet’s nicht glauben – gegen die Vergiftung von Nahrungsmitteln! Auch wenn wir’s nicht jeden Tag sagen, so verabscheuen wir besonders Gewalt gegen Kinder. Wir sind sogar gegen Gewalt gegen Frauen! Aber vor allem sind wir gegen Arschlöcher, die meinen, damit sei die Welt denn auch gerettet – nachdem sie sich selbst moralisch reingewaschen haben mit ihren wohlfeilen Bekenntnissen.

Die Zahl der in China im Jahr 2004 ums Leben gekommen Bergarbeiter geht derweil stramm auf die Fünftausend zu, nachdem allein Ende November schon wieder mehr als 160 dran glauben mussten. Was keinem der beknackten „Gewalt-gegen-Frauen-Kampagnen“-Dummschwätzer bei „amnesty“, im Bundestag oder bei der „taz“ und den meisten anderen deutschen und internationalen Medien mehr als ein Arschgrunzen entlockte. Denn Gottseidank, es waren ja nur Männer. Stille Nacht allerseits! http://www.welt.de/data/2004/11/29/367380.html

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Okay, das musste jetzt mal gesagt werden, auch wenn dadurch unsere ganze Ordnung – und vor allem die „freiheitlich-demokratische Leitkultur“ (FDLK) durcheinander gerät. Unser Wort zum heiligen Abend und Auftakt zu einem anachistisch-chaotischen Weihnachts-Sonder-Potpourri. Das wir uns mühevoll abgerungen haben, während wir von einer Flut eingehender Mails überrollt wurden, die wir alle brav beantworteten. Der „Spiegel“ hatte uns freundlicherweise in seiner Ausgabe vom 29. November in einem außergewöhnlichen Titelbeitrag über den „geplünderten Mann“ mit unserer Homepage erwähnt, auf dass die Schar der RotenMänner, ihrer Jünger und Leser, Mitstreiter und Bewunderer wachse und wachse. Danke, Spiegel! Und herzlich willkommen, ihr Neuabonnenten!

Beate aus Dortmund fand unsere Homepage zwar unter farbsensorischen Gesichtspunkten und vom Layout weniger attraktiv, ja sogar „unlesbar“, aber „inhaltlich längst überfällig. Die SPD ist vermutlich nicht zu retten. Aber das Layout schon.“

„Lohnt es sich in die SPD einzutreten und eine Männerfraktion zu gründen, die nicht das Ziel hat, lukrative Posten zu besetzen, sondern die Sache der Männer voranzubringen? Oder ist diese Partei wirklich nicht mehr zu retten?“ fragte uns Achim aus Karlsruhe. Wir rätseln seither selbst, was sinnvoller ist: die Parteimitgliedschaft oder ein, zweifellos lustigeres, Abonnement der „titanic“. Gerhard aus Koblenz meinte nur: „Mutige Männer, das seid Ihr! Man wird Euch jetzt sicherlich fertig machen wollen.“ Aber ganz so wild ist es nicht gekommen, die Mode der stalinistischen Säuberungen ist ja an der SPD immer vorbei gegangen – und genau das ist der Grund, weshalb sie für einige von uns immer noch „meine Partei“ ist.

„Besser als ‚titanic“ und ‚pardon’“ fand Bernd unser RoteMännerInfo 78. Nun ja, wie war schon Willys Leitsatz, den sie ihm aufs Grab gemeißelt haben? „Man hat sich bemüht.“ Selbst aus der Schweiz bekamen wir Zuspruch und den Hinweis auf eine Homepage der Berner Männer, die von Trennung, Scheidung und Kindesentzug betroffenen Männern Beratung anbietet: www.igm-be.ch

Und das ist lediglich ein kleiner Auszug aus unserer Inbox. Was gab’s sonst Neues? Arne Hoffmann hat sich doch noch nicht auf sein Altenteil zurückgezogen, dafür ist er ja wohl auch noch ein bisschen zu jung. Es gibt auch von ihm ein neues Onlineprojekt mit dem klangvollen Namen „Genderama“, und das findet ihr hier: http://genderama.blogspot.com/ Aufgabe der neuen Seiten soll es sein, „so gebündelt und konzentriert wie möglich die aktuellsten News zusammenzufassen und so auch kursorischen Lesern einen raschen Überblick zu ermöglichen.“ erläuterte uns Arne.

„Bei den Speichel- und sonstigen Gewebeproben, etwa dem ‚aus der Windel 'entwendeten' Kot eines Babys’, handele es sich um ‚datenschutzrechtlich relevante Datenträger’, urteilt das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz in Kiel. Und mit der heimlichen Analyse solcher Proben würden ‚die schutzwürdigen Interessen der Referenzpersonen’ verletzt, also der Kinder.“ http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,331166,00.html Richtig, es geht um das Thema Vaterschaftstests, bei dem die Logik der Frauenlobby Flicflac tanzt, um sich als mit dem Gemeinwohl und dem Datenschutz einig darzustellen. Auf dem Weg zur Redaktionssitzung habe ich eben übrigens auch in einen Datenträger getreten und mir den rechten Schuh versaut. Diese Sauerei jetzt auf eine blöde Berliner Töle, sprich einen Hund zurückzuführen, wäre vermutlich eine eklatante Verletzung des Datenschutzes, weil ich laut Frau Zypries kein Recht habe, herumliegende Daten auf ihre Urheberschaft zu prüfen oder darüber vorurteilsbeladen zu spekulieren! Theoretisch könnte ja auch eine Ministerin aufs Trottoir geschissen haben.

Allerdings: „Im Bundestag wachsen die Zweifel am geplanten Testverbot. Und unter Juristen mehren sich die Stimmen derer, die durch die vorgesehene Regelung zu Gunsten der Frauen nun wiederum die Grundrechte von Männern massiv verletzt sehen. Schließlich sei auch eine ‚untergeschobene Vaterschaft’, urteilte der Garchinger Rechtsanwalt Manfred Plautz unlängst in der ‚Zeitschrift für Rechtspolitik’, ‚ein tiefer Eingriff in die Persönlichkeitsrechte der Betroffenen’.“

Firmen können ihre weiblichen Arbeitskräfte schlechter als Männer bezahlen, weil die Frauen nicht über das Gehalt verhandeln. Im Tarifgefüge des öffentlichen Dienstes dagegen ist Lohndiskriminierung so leicht nicht möglich. Endlich mal ein Beitrag aus der “taz“, der Ursachen lokalisiert, anstatt das böse Patriarchat für alles verantwortlich zu machen: http://www.taz.de/pt/2004/12/11/a0090.nf/text

Derweil registriert man im Gesundheitswesen rudimentäre Tendenzen von Gleichstellung. So erfahren wir, „besonders bei jungen Frauen habe die Zahl der Infarkte ‚drastisch’ zugenommen“. http://www.taz.de/pt/2004/11/25/a0078.nf/text Es wird noch gerätselt, wie auch dies der verbreiteten Männergewalt gutgeschrieben werden kann. Ein Tipp: Wer ist es denn, der am Handel mit Tabak, DEM Verursacher des Infarktrisikos schlechthin, am meisten verdient? Männer wahrscheinlich: kubanische, honduranische, türkische Machos und ihre mitteleuropäischen Helfershelfer! Manchmal auch pfälzische, da wächst der Stoff schließlich auch. Wie perfide überdies, dass sich die Männer vom Tabakgenuss insgeheim und sukzessiv zurückziehen und so die Frauen zwingen, ständig mehr zu rauchen (weil bekanntlich nur so – via Tabaksteuer – die innere Sicherheit gewährleistet wird)!

Auch dass bei der Bundeswehr einiges im Argen liegt, erfuhren wir im November. Von Misshandlungen und Nötigungen bis hin zu Folterungen war die Rede. Die Opfer: junge Männer. (Aber zweifellos die Täter auch!) Der Berliner Soziologe Willi Walter, der an der Studie über männliche Gewalterfahrungen mitgearbeitet hatte, die kürzlich im Auftrag des Bundesfamilienministeriums erstellt worden war, äußerte sich dazu so: „Für Frauen bei der Bundeswehr gelten bereits strengere Standards als für Männer. So dürfe die sexuelle Würde der Soldatinnen nicht verletzt werden. Wenn Männer davon betroffen seien, interessiere es niemanden, kritisiert Walter. Gleichberechtigte Standards für Männer und Frauen wären ein wichtiger Schritt zur Gewaltprävention bei der Bundeswehr.“ http://www.welt.de/data/2004/11/30/367648.html

Für die „Süddeutsche“ geht es dabei auch um die Initiationsrituale von Jungmännern: Viele junge Männer tun auch außerhalb des Militärs die unsinnigsten Dinge, um nicht als Weicheier dazustehen. Sie saufen bis zum Umfallen, schlägern (sic!) oder rasen mit 120 durch die Stadt.“ Allerdings wird auch deutlich gemacht, dass es sich dabei um ein militärisches Grundprinzip handelt: „Beim Militär hat man sich der spezifischen Bereitschaft junger Menschen, Gewalt gegen sich und andere auszuüben, schon immer bedient.“ http://www.sueddeutsche.de/deutschland/artikel/859/43816/

Kinder bekommen zu selten einen Mann zu sehen! OECD-Experten kritisierten „den Männermangel in deutschen Kitas. Die Kinder sollten die Vielfalt erleben, die die Gesellschaft kennzeichnet. Daher sollte wenigstens jeder fünfte Mitarbeiter in Kita oder Hort ein Mann sein.“ http://www.taz.de/pt/2004/12/01/a0084.nf/text

Eine Forschergruppe um den Bielefelder Soziologen Wilhelm Heitmeyer hat eine gravierende Zunahme autoritären und rassistischen Denkens und einer „gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit“ in Deutschland festgestellt. Besonders überraschend war: „’Frauen sind fremdenfeindlicher, rassistischer und islamophober als Männer’, schreiben die Forscherinnen und Forscher knapp. Sie erklären sich das unter anderem damit, dass sich Frauen eher durch Fremde bedroht fühlten als Männer.“ Damit lässt man es bewenden, obwohl das alles andere als erwartet wurde. Bedauerlicherweise informierte man uns auch nicht darüber, durch wen sich „Frauen“ (und welche) eigentlich NICHT bedroht fühlen – und ob sich ihre gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit möglicherweise auch gegen ein anderes Geschlecht richten kann. http://www.taz.de/pt/2004/12/03/a0170.nf/text

Für verarmte männliche Scheidungsopfer hat die Südtiroler Landesregierung jetzt in Bozen eine Art Männerhaus eingerichtet, wie u.a. die „Frankfurter Rundschau“ am 3. Dezember berichtete: „Das vom Land Südtirol finanzierte Haus ist für Geschiedene, die nach Zahlungen für Kinder und Ex-Frau nicht mehr als 650 Euro monatlich zur Verfügung haben. Scheidungen nehmen in Italien seit einiger Zeit immer mehr zu. Daher geraten immer mehr Männer in eine Lage, ‚in der ihnen kaum noch genug zum anständigen Leben bleibt’, so ein Verantwortlicher.“

Derweil wurde Alice Schwarzer zum Ritter der französischen Ehrenlegion ernannt: http://www.taz.de/pt/2004/12/08/a0080.nf/text Wie heißt eigentlich die politisch korrekte Anrede eines weiblichen Ritters?

Frauen kommen als Täterinnen in kriegerischen Auseinandersetzungen eher selten vor, für die U.S. Army allerdings machen sie sich nicht nur in Abu Ghraib auch selbst die Hände dreckig. Die „Süddeutsche“ berichtete kürzlich von Berichten über „hochaggressive Befragungen“ durch Amerikaner im Irak. „Demnach hatte zum Beispiel eine weibliche Verhörspezialistin einen Gefangenen bei den Hoden gepackt und seinen Daumen verdreht.“ http://www.sueddeutsche.de/ausland/artikel/355/44311/

Dann müsst ihr auch diese Information dringend mit ins Jahr 2005 nehmen: „Die wirtschaftliche Situation eines Mannes und sein Sättigungs- oder Hungergefühl bestimmen, wie seine Traumfrau aussieht: Fühlt er sich arm oder hungrig, findet er kräftige Frauen attraktiv. Ist er satt oder geht es ihm finanziell gut, bevorzugt er zarte Frauen.“ http://www.welt.de/data/2004/12/07/370935.html In der Konsequenz sei damit sogar zu begründen, weshalb in wohlhabenden Kulturen das Idealbild schlanker Frauen vorherrsche.

Unser heutiges Inhaltsverzeichnis:

1. Habt ihr schon gelesen, ganz amAnfang! Gleichberechtigung ist den meisten Feministinnen nur in Bezug auf Rechte und Privilegien wichtig, keinesfalls aber für Pflichten und Nachteile. Sie fordern gerne die Hälfte vom Himmel, aber die Kosten dafür sollen weiter die Männer tragen.

2. Und hiermit geht’s gleich weiter: Maren Kroymann klärt darüber auf, wie die Männer Humor und Intelligenz gekidnappt haben, und wie opportunistische Frauen davon schamlos profizieren, während Anke Engelke und sie selbst leer ausgehen. Weil nur erfolglose Frauen authentisch, die erfolgreichen aber reine Dummchen sind!

3. Verstanden hat Elfriede Jelineks Preisrede offenbar keiner, aber wie immer war die Literatin im Grundton ein kleines bisschen beleidigt. Man fragt sich, ob ihre neurotische Öffentlichkeitsscheu der wirkliche Grund für ihr gestörtes Verhältnis zu einem ganzen Sprachraum ist (wo man sich natürlich auch nicht lange bitten lässt!)

4. Unser Korrespondent aus dem Hessenland nahm an einem Wiebadener Kongress zur Prävention gegen häusliche Gewalt teil – und vernahm die neuesten Varianten des Mythos vom männlichen Tätermonopol. Er berichtet darüber.

5. Um Männergewalt – und manche komischen Formen des Umgangs damit – geht es in einem kleinen Abschlusspotpourri, bei dem sich die schlimmen Gewaltexzesse in der Stadt Köln schließlich karnevalistisch aufklären. Alaaf!

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WIESO ENGELKES MISSERFOLG FÜR MANCHE VIEL NÜTZLICHER IST ALS CHRISTIANSENS ERFOLG

Die Schauspielerin Maren Kroymann hält die intellektuelle Frau für „das größte deutsche Tabu“. Erklärte sie gegenüber der „taz“: http://www.taz.de/pt/2004/11/26/a0136.nf/text Vor allem geht es schon wieder darum, warum Frau Engelke mit „Anke Late Night“ gescheitert ist. Männer fänden eben Harals Schmidt toll. Stimmt soweit. „Man kann eine Person, die eine gute Darstellerin ist, auch wenn sie so begnadet ist wie Anke Engelke, nicht mit jemandem gleichsetzen, der ein Konzept hat.“ Stimmt auch. Macht aber auch das – obendrein selbst zu verantwortende – Versäumnis von Frau Engelke deutlich. Das darf aber nicht sein! Dagegen muss ein neuer Popanz aufgebaut werden: „In (Harald) Schmidts teilweise schon sehr frauenfeindlichen und auch homosexuellenfeindlichen Witzen fühlten die Männer sich aufgehoben. Übrigens auch in seiner model- und jungmoderatorinnenlastigen Gästeauswahl.“ Und jetzt stimmt’s eben nicht mehr. Und zwar nicht nur weil sowieso alle abgeschaltet haben und ins Bett gegangen sind, wenn am Ende der Sendung Schmidts Talk-Gast drohte. Sondern auch weil Dirty Harry KEINE polische Korrektheit respektiert hat – auch nicht die, die den männlichen weißen Gewalttäter, also die Normalbiographie, geschützt hätte.

Aber Frau Kroymann ist außerdem angefressen, weil sie ein Opfer der Frauenquote wurde. Tatsache! „ Mein Sendeplatz (ARD-Kabarettsendung ‚Nachtschwester Kroymann’) fiel übrigens weg, als ‚Christiansen’ anfing. Da hieß es: Wieso, ist doch auch wieder eine Frau!“ So fallen manche Trampeltiere eben in die Gruben, die auszuheben sie selbst die Schäufelchen besorgt haben. „Sie erzählten Menstruationswitze.“ sekundierte „taz“-Tippse Peter Unfried, damit Frau Kroymann dann sagen konnte: „Männer versichern sich ihrer Macht mit Witzen über Minderheiten und Randgruppen. Frauen dürfen sich selbstironisch darüber lustig machen, dass sie nicht an der Macht sind.“

Wo sie aber Macht haben, wie „die mächtige Sabine Christiansen“ (Unfried), da sieht Frau Kroymann in ihr „die Doris Day des Journalismus.“ Man könnte das als Stutenbissigkeit bezeichnen. Aber durchaus auch als logische Kasuistik: Was die eigene These bestätigt. ist gut, was sie widerlegt, gilt als lächerlich zu machende Ausnahme. Und man mag ja über Christiansens Sunday Night Horror Show ebenso denken wie wir (oder der nach langer Durststrecke mal wieder höchst unterhaltsame Wiglaf Droste: http://www.taz.de/pt/2004/12/10/a0322.nf/text ) aber diesen Nimbus muss sich erst mal jemand erobern!

Aber dann wieder dieser Unfried: „Haben Männer Angst vor intellektuellen Frauen?“ (Übersetzung: Schlag mich fester!) Antwort Kroymann: „Ja, das ist Angst. Es ist leichter, eine Frau gelten zu lassen, wenn man das Gefühl hat, sie ist nicht überlegen. Das ist auch die Besetzungsstrategie bei Quotenfrauen. Frauen, die gar keinen Anspruch haben, werden mehr gemocht.“

Womit dann auch überwiegend klar ist, was von denjenigen Frauen zu halten ist, die etwas erreicht haben. Die sind dann nämlich für ihre erfolgloseren Geschlechtsgenossinnen per definitionem blöde. Es sind immer die Falschen, weil Männer halt nur den Dummchen eine Karriere gestatten. Und deswegen ist die Mission des Opferfeminismus auch noch lange nicht erfüllt.

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VON EINEM ANDEREN PLANETEN:
FRAU JELINEK PARLIERTE AUS DEM BOUDOIR

Wer Lust auf noch ein Interview hat, diesmal mit Elfriede Jellinek, kann das in der „Welt“ vom 8. Dezember lesen: http://www.welt.de/data/2004/12/08/371380.html Überwiegend ein furchtbar kryptischer Scheiß, so wie diese tiefgründige Einlassung der Literturnobelpreisträgerin: „Man tut ja immer, was man muß. Jetzt möchte ich einmal ausprobieren, wie es ist, wenn man tut, was man will. Aber ich glaube, das kann ich nicht.“ Nimm’s leicht, Elfriede! Man sollte sich halt nie zuviel zumuten… So halten auch wir es. Um Frau Jelinek zu verstehen, muss man womöglich Österreichisch als Fremdsprache gelernt haben: „Man achtet meiner nicht. Man achtet mich vielleicht schon, aber meiner achtet man nicht.“ http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,331803,00.html

Dass Schreiben für sie jedoch „so eine Art Lustkotzen“ ist, finden wir fast schon wieder sympathisch, auch wenn man’s manchen ihrer Passagen gar zu sehr anmerkt. Hin und wieder erliegen doch auch wir diesem Impuls. Falls ihr das noch nicht gemerkt haben solltet! Nun pflegt sie aber dieses Lustkotzen nicht nur in ihren literarischen Werken, sondern gibt auch Interviews wie das oben erwähnte. Wenn sie dann aber der Öffentlichkeit mit Leichenbittermiene erklärt, dass sie ihr aus psychischen Gründen nicht entgegentreten kann, haben wir hier wieder den klassischen Fall eines jener Zeitgenossen, die ihre Privilegien gerne einstreichen, um sich ob der erwarteten Gegenleistungen als Opfer zu gerieren.

„Ich kann mich im Moment Menschen nicht aussetzen.“ sagte Frau Jelinek laut „taz“. Es gibt nur eine Phobie, die noch verbreiteter ist als die Angst vieler Männer, an der Pinkelrinne zu scheitern, und die betrifft das Sprechen in der Öffentlichkeit. Die „taz“ stellt das in eigenwilligem Deutsch so dar: „Sie will nicht vor Menschen.“ In diesem Blatt emanzipieren sich sogar noch die Hilfsverben! http://www.taz.de/pt/2004/12/09.nf/ressort.q,TAZ.re,sw

(Müssen wir uns um die Sprachmächtigkeit der „taz“-Redaktion sorgen? In derselben Ausgabe dieser Satz: „Schätzungen über die Zahl von Homosexuellen mit muslimischer oder migrantischer Biografie existieren keine.“ Wir fragen uns, ob dieser Sprachstil ein unterschwelliger Protest gegen unsere Leitkultur ist oder der Feuerzangenbowle vom Vorabend geschuldet. In dem Beitrag sollte es jedenfalls laut Titel um Zwangsverheiratung von Männern gehen. Das hätte uns interessiert! Leider stand in dem Beitrag rein gar nichts dazu. http://www.taz.de/pt/2004/12/09/a0148.nf/text )

Aber nochmal zurück zur Frau Jelinek, deren beknacktes Rumgeeiere jedenfalls dazu geführt hat, dass mit Eckhart Henscheid ein veritables Vorbild der RoteMännerRedaktion seinem Spott freie Bahn ließ – was wir als Entschädigung und Entschuldigung der „Welt“ für dieses wahrlich abgefahrene Interview mit der Alpen-Literantula akzeptiert haben. Ihr müsst es aber selber lesen, und solltet das wirklich auch tun! Ein lustiger Text, aus dem wir nur ein besonders deftiges Appetithäppchen entleihen wollen: „Man kann sie sogar, wie ohne falsche Scheu ich, als eine spätfeministische-romanfaselnde Neokitschieuse einschätzen, ja letztlich (vor allem wenn man ihre steindummen Theaterstücke taxiert) als eine Vollnullität, deren ab ovo geringe literarische Potenz sich über lange Zeit von der Zweitkopie des sich zuletzt ja auch nur noch selber kopierenden Thomas Bernhard ernährte, ehe auch diese trübe Quelle längst versiegte und versickerte.“ http://www.welt.de/data/2004/12/10/372405.html

Manche fanden, dass das nun schon wieder zu weit ging, weil doch Frau Jelinek seit früher Jugend an jener Neurose leidet, die ihr den Umgang mit größeren Menschenmengen unmöglich macht. Andere finden, dass sie gerade diese Neurose ziemlich schamlos dazu benutzt, Provokationen einerseits zu platzieren und sich dann aber selbst für skrosankt zu erklären, abzutauchen und zu wehklagen, dass man „ihrer“ nicht achte. Wer die Öffentlichkeit fürs eigene Metier nutzt, sollte sich ihr nicht entziehen wenn’s unbequem wird! Sonst muss man mindestens den Hohn hinnehmen.

So sehr wir uns bemüht haben, es gab nichts Positives, nirgends, über die Frau Jelinek. Selbst die immer ziemlich sachliche „Süddeutsche“ zeigte sich am 9. Dezember von der auf Video gebannten Dankesrede der Preisträgerin geradezu entsetzt. Immerhin berichtete man dort genüsslich von der Verlegenheit derer, die den ganzen Schlamassel angerichtet hatten, also des Nobelpreiskomitees, das befand: „Wir müssen uns vorstellen, dies sei eine Szene aus ,Star Wars‘, und eine Prinzessin spricht zu uns von einem anderen Planeten.“ http://www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/374/44330/

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IN DER HÖHLE DES LÖWENSENFS

Ein Bericht über die Fachtagung des hessischen Sozialministeriums „Erfolge der Gewaltprävention und –intervention bei Gewalt im häuslichen Bereich“ am 03.12.2004 in Frankfurt/Main. Von Jens Dreier (IBGM)

Nach Angaben der Veranstalter waren etwa 150 Personen der Einladung zu dieser Fachtagung gefolgt – alles Experten zum Thema „Gewalt im häuslichen Bereich“: Sachbearbeiter, Sozialarbeiter die Polizei und Vertreter/innen von populären Hilfseinrichtungen, die in das Präventions- und Interventionsnetzes der Regierung bereits eingebunden waren, wie z. B. der AK Frauen helfen Frauen e.V., der auch Frauenhäuser betreibt.

In einem Vortrag über ihren Forschungsauftrag über die Jahre 1998 bis 2004 führte Frau Prof. Dr. Kavemann (Sozialwissenschaftl. FrauenForschungsinstitut) an, daß nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen das Problem der häuslichen Gewalt kein reines Frauenproblem sei, sondern die Männer „mitverantwortlich“ (!) zeichne und bezog sich dabei auf die jüngste Befragung von Männern, ob und inwieweit sie von häuslicher Gewalt betroffen gewesen seien.

Wie zu erwarten war, müdete die Frage nach männlichen Opfern von Gewalt in ein konformes Bild der Frau als ausschließlichem Opfer. Selbstredend wurde bei der Betrachtung der Opferzahlen ins Feld geführt, daß von Gewalt betroffene Männer fast ausschließlich Opfer von Männergewalt seien – obwohl diese Feststellung bei einer Befragung im Bereich der häuslichen Gewalt nichts zu suchen hat, da sie vielmehr auf die Gewalt im öffentlichen Raum zutrifft.

Alles in allem handelte es sich um eine Rekapitulation bereits bekannter Augenwischerei öffentlich-feministischer Stellen, vorbei an den Untersuchungen von Gelles, Strauss und der KFN-Studie. Aus neueren Studien wurde hier nur herangezogen und zitiert, was der offiziellen femininen Opferstilisierung dienlich war.

Neu dagegen sind die Planungen der hessischen Landesregierung, die nach Möglichkeit auch bundesweit Einfluß finden sollen: Im Zuge der Vernetzung kooperativer Stellen sollen nun verstärkt Polizei, Sozialstellen und Richter/innen(!) durch schulische Unterweisungen für die Gewalt im häuslichen Bereich respektive das Gewaltschutzgesetz im Sinne der populären Ansichten sensibilisiert werden.

Grund dafür ist, daß es trotz einiger Resozialisierungsangebote in der Männer-, also Täterarbeit an Teilnehmern fehle. Man habe sogar schon auf Einzelberatungen zurückgreifen müssen. Männer bzw. Täter seien offenbar nicht bereit sich freiwillig therapieren zu lassen – wobei die Gründe für die Zurückhaltung der Männer bzw. Täter den Institutionen nicht bekannt seien.

So kam man zu der logischen Konsequenz, die erwünschte Klientel als „Mitverantwortliche“ den Resozialisierungsmaßnahmen wie beispielsweise AAT´s (AntiAgressionsTraining) zwangsweise durch richterliche Auflage zuzuführen, anstatt einmal ernsthaft und unverhohlen nach Gründen zu fragen. Lediglich ein Sachverständiger aus der Arbeit mit Beziehungsgewaltverbrechern wies in der Diskussion darauf hin, daß die Trennlinie bei Gewalt in der Beziehung vor dem Hintergrund der Partnerdynamik nicht so scharf zu ziehen sei, wie dort vorgestellt. Natürlich spielte das im Weiteren keine Rolle. Niemand kam bei dem Vorschlag zur zwangsweisen Zuweisung von Männern zur Beratungsstelle auf die Idee, daß sich Männer – vorallem vor dem Hintergrund der erwähnten „Partnerdynamik“ – unter Umständen zu Recht diskriminiert fühlen könnten.

Ein weiterer Punkt war die Weitergabe von datengeschützten, fallbezogenen Daten über den vermeintlichen Täter, die nach einhelliger Meinung dieser Fachtagung an Landes-, Bundes- und Kommunalbehörden weitergegeben werden sollte, um Gewaltvorfälle im häuslichen Bereich zu dokumentieren, die „Beweise“ (z.B. Vorstelligwerden der Polizei) eindeutig überall festzuhalten und allgemeinbehördlich zugänglich zu machen. Dies erspare den Frauen den zusätzlichen Aufwand für eine Beweiserbringung, wobei man sich dafür aussprach, die Beweise auf die Aussage des Opfers (also der Frau) zu stützen, wenn keine anderen Beweismittel greifbar sind.

Bei der Fachtagung wurde pflichtgemäß über die Mittelkürzung bei den Frauenhäusern geklagt und die Begründung für den Fortbestand der Frauenhäuser gleich mitgeliefert. Wie wir alle wissen, beeinhaltet das Gewaltschutzgesetz die Wegweisung aus der gemeinsamen Wohnung (Platzverweis) für gewalttätige Partner. Daher sei das Frauenhaus als eine „stationäre Einrichtung“ für von Gewalt betroffene Frauen zu sehen, aber schließlich sei nicht jede Frau in der Lage, ein Frauenhaus aufzusuchen (Rollstuhlfahrerinnen wurden hier genannt). Für diese Gruppe von behinderten oder nicht der deutschen Sprache mächtigen Opferfrauen sei die „Proaktive Beratung“ geplant.

Wir kennen das aus der „Aktiven-Patienten-Aquirierung“ des Hallervorden-Films „Bei mir liegen Sie richtig“. Nach dem Willen der hessischen Landesregierung könnte das bald Wirklichkeit werden. Bei der proaktiven Beratung –George W. Bush würde sie wahrscheinlich „präemptiv“ nennen – soll auf Frauen zugegangen werden, die selbst niemals um Beratung gebeten haben. Sie sollen überzeugt werden, in eine solche Beratung einzuwilligen – weil ja nur wenige Frauen bereit seien, ihre Partner anzuzeigen. „Es mangelt nicht an den Angeboten“, weiß Frau Prof. Dr. Kavemann zu berichten, „es mangelt an den Frauen selbst.“

So richtig erbärmlich wurde die Fachtagung dann, als sie sich in Kleingruppen aufteilte, um eigene Präventiv- und Interventionsmaßnahmen zu erarbeiten. Da es auch Ziel sei, Männer in die Mitverantworung zu ziehen – meinte die Leiterin einer Kleingruppe -, könne man bei den Kampagnen nicht umhin, Männer positiv anzusprechen, wie z.B. einer Kampagne mit dem Namen „Mann, du zerstörst deine Träume!“. Gestandene Männer, etwa 25 waren insgesamt anwesend, versuchten sich nun ihrerseits wie Kinder in Krabbelgruppen einzubringen, wie man der Gewalt im häuslichen Bereich durch den Mann Herr bzw. Frau werden könne. Unselbstbewußt und einer Theorie folgend, deren Widersprüche sie nicht interessierten.

In der Gesamtvorstellung der Ergebnisse der Kleingruppen wurde vorgetragen, daß Frauenförderprojekte auch künftig aus Steuermitteln zu tragen seien, und vor allem männliche Berater und Richter für die konformen Entscheidungen fortzubilden seien. Währenddessen sollen die (männlichen) Täter zwangsweise Resozialisierungsprozesse durchlaufen; bei (weiblichen) Opfern sollen deren Aussagen als Beweis ausreichen, und die Datenübermittlung der Täter solle datenschutzrechtlich abgesichert werden.

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ZWISCHEN FAUXPAS, SATIRE UND KATHASTROPHENSEHNSUCHT: DIE „TAZ“ UND DIE MÄNNERGEWALT

Ein etwas aus dem Zusammenhang gerissenes Zitat von Bettina Gaus, das dennoch seine Aussagekraft hat: „Ein gesunder Familienvater bürgerlicher Herkunft braucht keinerlei Nachfragen zu seinem Privatleben zu fürchten, obwohl diese mageren Informationen eigentlich gar nichts preisgeben. Vielleicht missbraucht er ja seine Kinder.“ http://www.taz.de/pt/2004/11/25/a0148.nf/text Sehr sinnig, mit diesem Argument die Insinuierungen gegen die CDU-Politikerin Anette Schavan zu illustrieren, die sie, aus der eigenen Partei lanciert, als Lesbe darstellen sollten. So als ginge es NICHT um die Bedienung überkommender Ressentiments in einer bigotten Provinzpartei – sondern um die Bedienung der postmodernen Ressentiments in einer ebenso bigotten Hauptstadtszenerie. Selbst die sonst sehr aufgeklärte Frau Gaus widerspricht in dieser Aussage für einen kleinen Augenblick jedenfalls nicht der Auffassung, dass Homosexualität ehrenrührig sein könnte. Fakt ist, dass sie in weiten Kreisen (nicht nur) der Christenunion als ehrenrührig GILT. Das sollte kein Grund sein, sich solchen archaischen Denkmustern anzunähern! Hier ist Frau Gaus in die Falle getappt. Kann passieren. Am Ende ihres Kommentars hat sie’s wieder richtig gestellt, als sie notierte, Frau Schavan habe „erklärt, dass sie nicht lesbisch ist. Das war die falsche Antwort, ganz unabhängig davon, ob sie zutrifft oder nicht. Denn wenn sie meint, dies betonen zu müssen, gibt sie jenen Recht, die in Homosexualität einen Makel sehen.“ Was sie nun mal nicht sein sollte. Im Gegensatz zum Missbrauch von Kindern durch einen „Familienvater“. Über den man aber auch nicht leichtfertig spekulieren sollte!

Auf hintergründige Weise fast schon aufklärerisch versuchte dagegen ein anderer „taz“-Autor, Robin Alexander, der Aufforderung zu folgen, endlich mal wieder eine richtig kernige Männerkolumne zu schreiben: „Also: Neulich als ich meine Frau prügelte, klingelte plötzlich … nee, Quatsch. War natürlich nur Spaß. Ich fange noch einmal an: Neulich, besoffen im Puff … Tschuldigung. Geht schon wieder.“ Ihr seht schon, getraut hat er sich nicht wirklich. Aber den kruden Erwartungshorizont der weiblichen Leserschaft hat er messerscharf erfasst: Das wäre den Damen ein Fest gewesen!

Weil aber Robin Alexander sich nicht traute, machen’s die Mädels eben selbst: Schließlich wollen wir SIE zum Christfest nicht vergessen, die Tausende von möglichen und vermeintlichen Opfer männlicher Gewalt. Ganz schlimm war es auch in diesem Jahr wieder in Köln – trink’ noch eene mit! Deswegen forderte die Regionalausgabe der „taz“ ein „Aufbegehren gegen das Beschweigen“. Für Frauen nämlich seien „Gewalterfahrungen Alltag“! „Wir haben viel zu tun“ laute „der bittere Kommentar des Notrufs für vergewaltigte Frauen“. Wir warten immer noch auf eine vergleichbare Institution, die – aus öffentlichen Mitteln finanziert – zugibt, dass sie schlicht NICHTS zu tun hätte!

Aber dass der Kölner gewalttätig ist, war schon immer klar! Diese Typen, die durch die Südstadt ziehen und „Blootwoosch, Kölsch unn e’ lecker Mädche“ singen, zu deutsch: Blutspur, Würgemale und eine kannibalistisch missbrauchte Jungfrau. So gehen dort die Kanevalslieder, und jetzt überlegt euch nur mal, wie dann erst die Realität aussieht! Von wegen „Mir lossen dr Dom in Kölle“ – doch bloß, weil kein anderes Bauwerk reicht, um die ganze häusliche Gewalt aufzunehmen, die sich in der Dom- und Gewaltstadt täglich abspielt.

Die Karawane zieht weiter, der Gewalttäter het Doosch: Die der Polizei bekannte Zahl der vergewaltigten Frauen interessiert per se nicht, weil schon der Multiplikator der propagandistisch präsentierten Dunkelziffer höher ist, als diese selbst – „allen Gesetzesnovellen und Kampagnen zum Trotz.“

Ungekürzt: „Keine Entwarnung gibt es auch bei der häuslichen Gewalt: 1.596 Mal wurde 2003 deswegen in Köln Anzeige erstattet. Man könne davon ausgehen, dass meistens Frauen die Opfer sind, so Cathrine Maus, Sprecherin der Kölner Polizei. Männer, die von ihren Frauen geschlagen werden, zeigten das nur selten an.“ Eben, die werden nämlich wissen, weshalb sie’s verdient haben! Wer Lieder singt, wie „Klingelingeling, klingelingeling, hier kommt der Eiermann“ oder „Es steht ein Pferd auf’m Flur“, der muss einfach geprügelt werden und soll sich dann doch bitteschön nicht beschweren. „Kölsche Jonge bütze jot“? Gibt’s gleich was auf die Schnauze: „Wie die Stars in Hollywood!“

In Köln hat man keine Schutzheiligen, sondern jede Frau hat vor allem ihren Schutzschuldigen. Das ist neu, nicht wahr? Eine opferfeministisch engagierte Türkin kennt „den Hauptgrund, warum Mädchen in Deutschland noch immer zwangsverheiratet werden“: Er liege „in den mangelnden Integrationsanstrengungen seitens der Politik und der faktischen Ausgrenzung der Migranten. ‚Deshalb halten sie an ihren traditionellen Gebräuchen und Werten fest.’“ Aber dann sind doch eigentlich gar nicht in erster Linie die Männer schuld. Zumal wir schon sahen, dass Frauen stärker als Männer zu Rassismus und Fremdenfeindlichkeit neigen. Sehr merkwürdig! http://www.taz.de/pt/2004/11/24/a0044.nf/text

Inzwischen werden Männer schon im Kindesalter gewalttätig: „Ein zwölf Jahre alter britischer Junge ist angeklagt, seine Nachhilfelehrerin sexuell missbraucht zu haben. Nach der Tat soll der Jugendliche auch noch den Wagen der Frau gestohlen haben.“ Soll man da jetzt lachen, weinen – oder zweifeln? http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,332493,00.html

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Männer müssen immer gelobt werden, behauptete in der Wiener „Presse“ eine Erna Lackner, ja es ist geradezu dramatisch: „Männer brauchen Lob. Männer brauchen viel Lob. Viel viel mehr als Frauen.“ http://www.diepresse.at/Artikel.aspx?channel=m&ressort=g&id=453435
Wisst ihr was? Erschreckt nicht, aber wir glauben, dass da was dran ist! Wahrscheinlich nicht mehr so schlimm in unserer Generation, aber die soziologischen Segmente „Rentner“ und „Honoratioren“ kennzeichnet das immer noch. „Bundesverdienstkreuz? Kollossal!“ Damit machen die uns zwar den Schnitt kaputt. Aber manchmal merken wir selbst, dass uns unsere eigenen Infos NOCH mehr Spaß machen, wenn wir Resonanz drauf erhalten. (Jetzt müllt uns bloß nicht zu!) Der Einwand ist natürlich, dass das doch bei Frauen noch viel schlimmer ist. Wenn du ihren Schweinebraten einfach runterschlingst und hinterher nur laut rülpst, obendrein nicht mal was zu ihrem Traumdekolletee sagst, und den Trollinger aus der Flasche wegknüppelst, dann wird's kritisch zuhause bei Schulzes! Aber unsere Schmeicheleien, Komplimente, Avancen und Charmeoffensiven gelten ihnen andererseits nicht mal als Lob, sondern als nüchterne Tatsachenfeststellungen. Typischer Fall von Größenwahn! Fazit: Männer sind schon zufrieden, wenn sie übern Kopf gestreichelt werden, für Frauen dagegen ist das ideale Leben zuhause ein einziges emotionales Vorspiel. Und am schlimmsten ist, dass man dabei auch noch ständig REDEN muss. Das ist furchtbar!

Deshalb wünschen wir euch schweigsame Weihnachten und ein gewaltfreies Neuen Jahr, und mögen sich die Schrecksen an ihrem eigenen Lob verschlucken!

Wünscht sich vom Christkind jedenfalls
Euer RedManAlex
(14.12.2004)

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