Pressemeldung von MANNdat zu PISA
Pressemeldung von MANNdat e.V. vom 07.12.04
PISA Im Bereich Lesen geschieht für die Jungen zu wenig
zu diesem Schluss kommt MANNdat e.V., ein Verein, der auf Benachteiligungen männlicher Mitbürger aufmerksam machen möchte, anhand der nun veröffentlichten Ergebnisse der PISA-Studie 2003.
In der Summe der Kompetenzen (Lesen, Mathematik, Naturwissenschaften) vergrößert sich die geschlechtsspezifische Differenz zuungunsten der Jungen von 17 auf 27. Im Bereich Mathematik verbesserten sich Mädchen (von 483 auf 499) und Jungen (von 498 auf 508) leicht, die geschlechtsspezifische Differenz zuungunsten der Mädchen nahm von 15 auf 9 ab. Bei der Lesekompetenz gab es leichte Verbesserung bei den Mädchen (von 502 auf 513), bei den Jungen gab es keine signifikante Verbesserung (von 468 auf 471). Die Differenz in der Lesekompetenz zuungunsten der Jungen verschlechtert sich damit von 35 auf 42. In den Naturwissenschaften verbessern sich Jungen (von 489 auf 506) und Mädchen (von 487 auf 500), die geschlechtsspezifischen Unterschiede sind hier wie schon 2000 statistisch nicht signifikant.
Der positive Trend im Bereich Mathematik und Naturwissenschaften ist sehr erfreulich, so Dr. Köhler von MANNdat e.V. Der Stillstand der Jungen und die Vergrößerung der geschlechtsspezifischen Differenz im Bereich Lesekompetenz ist jedoch enttäuschend, hat doch die PISA-Studie 2000 schon klar dargelegt, dass die enormen geschlechtsspezifischen Differenzen, insbesondere im Bereich der Lesekompetenz zuungunsten der Jungen, eine große bildungspolitische Herausforderung darstellen - eine Herausforderung, der sich die deutsche Bildungspolitik offenbar nicht stellen möchte. Während Programme, wie z.B. SINUS, die mathematische Kompetenz anscheinend erfolgreich fördern und gezielt auch die geschlechtsspezifischen Unterschiede in Mathematik zuungunsten der Mädchen abbauen sollen, gibt es nichts Vergleichbares im Bereich Lesekompetenz.
MANNdat: Lesekompetenz ist als eine der wichtigsten Basiskompetenzen auch für Jungen wichtig. Sie ist essentiell für Sprachentwicklung und Kommunikationsfähigkeit und stellt somit auch einen Schlüssel zum sozialen Verhalten und wissenschaftlichen Verständnis dar. Hier besteht dringend Handlungsbedarf.
Re: Pressemeldung von MANNdat zu PISA
Als Antwort auf: Pressemeldung von MANNdat zu PISA von Bruno am 07. Dezember 2004 12:01:17:
Der erste Schritt muss wohl sein, jungengerechten Lesestoff anzubieten. Aber das ist natürlich schwierig, solange die Grundschulen von Frauen dominiert sind. Wie sollen die denn wissen, was kleine Jungs gerne lesen ... besonders, da sie meist keine Kinder haben.
Gruß
Dieter
Re: Pressemeldung von MANNdat zu PISA
Als Antwort auf: Re: Pressemeldung von MANNdat zu PISA von Dieter am 07. Dezember 2004 13:18:00:
Der erste Schritt muss wohl sein, jungengerechten Lesestoff anzubieten. Aber das ist natürlich schwierig, solange die Grundschulen von Frauen dominiert sind. Wie sollen die denn wissen, was kleine Jungs gerne lesen ... besonders, da sie meist keine Kinder haben.
Gruß
Dieter
Hallo Dieter,
unter der Faktensammlung bei www.Manndat.de haben wir schon eine Auflistung gemacht, was die bisherigen Erkenntnisse dazu betrifft.
Wichtig wäre vor allem, dass die Politik endlich bereit wäre, etwas für Jungen zu tun. Doch Jungen haben auf politischer Ebene jedoch keine Lobby. Auch nicht bei Denjenigen, die von ihrer Funktion her für sie zuständig wären - den Jugendpolitikern und Jugendpolitikerinnen. Erfreuliche Ausnahmen bestätigen auch hier natürlich die Regel.
Gruß
Bruno
Gleichberechtigung ist etwas Tolles. Schade, dass sie nur für Frauen gilt.
Re: Pressemeldung von MANNdat zu PISA
Als Antwort auf: Re: Pressemeldung von MANNdat zu PISA von Dieter am 07. Dezember 2004 13:18:00:
Hallo
"Der erste Schritt muss wohl sein, jungengerechten Lesestoff anzubieten."
Das ist glaube ich schon der zweite Schritt. Die Probleme beginnen meiner Meinung nach, doch schon beim lernen der Buchstaben d.h die Bedeutung des Zeichens, dann die richtige akkustische Wahrnehmung, die Aussprache.
Ich denke das wichtigste bei Jungen ist auch das sie sich das Wissen "erarbeiten müssen" und da muss man einfach auch mehr Zeit ansetzen.
Vorallem aber wird man wohl eingestehen müssen das es eben doch Unterschiede gibt zwischen Jungen und Mädchen!
So im diesem Sinne:
Gerald Hüther, Hirnforscher an der Universität Göttingen, in einem dpa-Gespräch zum 5. Göttinger Bildungskongresses. Hüther kritisiert den klassischen Unterricht an deutschen Schulen als "passive Lerndressur" - und aus den schlechten Pisa-Ergebnissen zögen deutsche Politiker den falschen Schluss, man müsse "noch mehr Stoff noch schneller und effektiver in die Kinder reinbekommen". Der Wissenschaftler fordert, die Begeisterung der Kinder für das Lernen zu erhalten und zu fördern, statt sie zu reinen "Fachidioten" zu machen.
http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,329831,00.html
Appropos dressur
Die Dressur begann in der Krippe
http://www.zeit.de/2004/47/P-Bisky-TAB
"Er beschreibt das feine Gespinst aus Lob und Tadel, den Druck, der sich als Fürsorglichkeit tarnte. Die Dressur begann schon in der Krippe, Bisky zitiert Mitteilungen an die Eltern: »Bitte üben Sie mit Jens das Aufheben der gefüllten Tasse mit einer Hand, die andere Hand soll neben dem Teller flach auf dem Tisch liegen.« In der ersten Klasse wurde an der Wandzeitung das Foto desjenigen, der nicht brav war, ganz nach hinten gehängt."
pj