Re: Lehrer und Jungen - ... Sehr, sehr zweischneidig
Als Antwort auf: Lehrer und Jungen - früher Verbündete, heute Gegner von Sven am 04. Dezember 2004 11:37:23:
Hallo allerseits!
Der zitierte Text hat bei mir äußerst zwiespältige Eindrücke hinterlassen.
Einerseits forderte der Referent dazu auf, die Siegslust von Jungen zu fördern:
"Lassen Sie es zu, wenn Ihre Jungen oder auch Ihre männlichen Partner sich zu verändern suchen. Schenken Sie dem Sohn Vertrauen, er wird seinen Weg gehen", waren Kernaussagen von Götz Haindorff. Er konstatierte, dass Jungen schon früh damit anfangen, siegen zu wollen, Meisterschaften zu erringen, auf jeden Fall aber nicht zu verlieren. "Haben Sie mal beobachtet, wie happy ein Junge ist, der gewinnt? Gewinnen ist nicht allein die Lust an der Konkurrenz, gewinnen, bedeutet auch die Erkenntnis, die richtige Strategie entwickelt zu haben. Das sind Erfolgserlebnisse und damit positive Mosaiksteine in der Entwicklung der Jungen."
Unmittelbar hinterher heißt es allerdings:
Mädchen und Frauen machen im Vergleich meistens kein Aufhebens über ihre Erfolge.[/i][/u] Jungen und Männer dagegen sprechen noch Tage und Wochen über das Erreichte. Wehe, ihnen wird nicht zugehört,[/i][/u] so Haindorff, und Zuhören als Voraussetzung zum Verstehen will gelernt sein. Belehrungen helfen seiner Ansicht nach nicht weiter.
Hierzu zwei Punkte:
1) Das "Wehe, ihnen wird nicht zugehört" ist zwar einerseits eindeutig als Aufforderung zu verstehen, den Jungen zuzuhören. Andererseits kommt hier unterschwellig durch, daß es nach Meinung des Referenten bei Jungen ein Aggressionspotential gibt, daß es zu zügeln gilt und das bei Mädchen nicht vorhanden ist.
2) Was den Punkt betrifft, daß Frauen und Mädchen angeblich weniger Aufhebens um ihre Erfolge machen, so hat eben dies - kein Aufhebens um die Erfolge zu machen - zu meiner Erziehung gehört. Es war wohl auch dezidierter Bestandteil der protestantischen Ethik. Aus eigener Beobachtung kann ich nicht bestätigen, daß das Angeben mit Erfolgen für Jungen typischer sei als für Mädchen oder umgekehrt.
Zusammenfassend:
Einerseits[/i][/u] ruft der Referent zum Verständnis für Jungen auf, andererseits[/i][/u] attestiert er ihnen Verhaltensweisen, die in der Wahrnehmung der meisten Menschen negativ besetzt sein dürften.
Der Referent ist damit zwar nicht ganz so extrem, wie diejenigen "Männer-Wissenschaftler", die in einer Anpassung der Männer an die weibliche Psyche die einzige und letzte Rettung für die Männer erblicken, aber tendenziell angelegt ist diese Haltung auch beim ihm.
Gruß
Ekki
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- Lehrer und Jungen - früher Verbündete, heute Gegner -
Sven,
04.12.2004, 13:37
- Sehr gut! Es tut sich was (n/t) - Frank, 05.12.2004, 13:10
- Re: Lehrer und Jungen - ... Sehr, sehr zweischneidig - Ekki, 06.12.2004, 19:17