Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Vaterschaftstest bald per Foto

Peter, Monday, 06.12.2004, 16:03 (vor 7731 Tagen)

Computerprogramme zur Gesichtererkennung sind bei der Polizei sehr begehrt, und die Forschung wird entsprechend grosszuegig finanziert. Die Sicherheit, der Vater eines Kindes zu sein, ist einigen Maennern auch einiges Geld wert. Beide Trends zusammengenommen, geben einen Weg zur (vorlaeufigen) Vaterschaftsbestimmung per Computer.

Einen ersten Schritt dazu hat ein britischer Forscher gemacht, der mit Hilfe eines Computerprogrammes aus den Fotos des Mannes und der Frau das wahrscheinliche Bild des zukuenftigen Kindes zusammensetzt, und das fuer 25 britische Pfund, nachzulesen hier. Die Webseite der Forscher findet man hier.

Der naechste Schritt waere, die Wahrscheinlichkeit dafuer zu berechnen, dass ein Mann der Vater eines Kindes ist, und zwar alleine aus Fotos von Mutter, Kind und Mann. Allerdings sind Babyfotos dafuer ungeeignet, wie die Forscher feststellen, Babygesichter verwischen Spuren von eventuellen Fehltritten ihrer Eltern. Mit spaeteren Kinderfotos koennte ein betrogener Mann mit der Bildanalyse vielleicht auch noch den wahrscheinlichen Vater angeben.

Der sichere Ausschluss der Vaterschaft erfolgte dann natuerlich wie heute mit einem Gentest. Der Unterschied zur heutigen Situation waere, dass erstens ein begruendeter Anfangsverdacht vorlaege, mit dem ein Mann erstens einen gerichtlichen Gentest erzwingen koennte, und zweitens der Mann sich schon vor jedem Gentest seiner Sache ziemlich sicher sein koennte und nicht unnoetig die Beziehung zur Mutter und zum Kind aufs Spiel setzte.

Den Feministen im Frauenministerium fehlt neben einem Sinn fuer Gerechtigkeit, was sie ein Verbot von Vaterschaftstest vorbereiten laesst, auch die Fantasie, sich das Unheil vorzustellen, wenn ein Mann und ein Kind erst spaet erfahren, dass die Frau sie ueber Jahre hin betrogen hat, statt dass alle Parteien bei der Geburt die Wahrheit erfahren. Dann naemlich koennte das Kind noch in Kontakt mit seinem leiblichen Vater aufwachsen, und der Mann und die Frau haetten eine Chance, ihre Beziehung nach einem einmaligen Fehltritt wieder ehrlich zu kitten.

Gruss,

Peter

Schwachsinn!

Martin, Monday, 06.12.2004, 19:49 (vor 7731 Tagen) @ Peter

Als Antwort auf: Vaterschaftstest bald per Foto von Peter am 06. Dezember 2004 14:03:15:

Einen ersten Schritt dazu hat ein britischer Forscher gemacht, der mit Hilfe eines Computerprogrammes aus den Fotos des Mannes und der Frau das wahrscheinliche Bild des zukuenftigen Kindes zusammensetzt

Es soll vorkommen, dass das selbe Elternpaar mehrere Kinder in die Welt setzt und diese alle anders aussehen. Schon mal was von Rekombination der Gene gehört? Das Programm kann vielleicht alle möglichen Resultatgesichter berechnen (also Millionen), aber sich nie und nimmer auf eins festlegen!

vorschnell geurteilt

Peter, Monday, 06.12.2004, 22:27 (vor 7730 Tagen) @ Martin

Als Antwort auf: Schwachsinn! von Martin am 06. Dezember 2004 17:49:58:

>Einen ersten Schritt dazu hat ein britischer Forscher gemacht, der mit Hilfe eines Computerprogrammes aus den Fotos des Mannes und der Frau das wahrscheinliche Bild des zukuenftigen Kindes zusammensetzt
Es soll vorkommen, dass das selbe Elternpaar mehrere Kinder in die Welt setzt und diese alle anders aussehen.

Deswegen schrieb ich auch von wahrscheinlichem Aussehen. Welche Gene im Zusammenspiel die Nasenpartie bestimmen oder die Augenbrauen, haengt natuerlich auch vom Zufall ab. Ein solches Programm, zur Vaterschaftsfeststellung eingesetzt, wird auch nur Wahrscheinlichkeiten berechnen koennen, dass ein Kind einen bestimmten Mann zum Vater habe. Sogar ein Gentest bestimmt nur Wahrscheinlichkeiten, die Sicherheiten liegen fuer einen Bildtest nochmals deutlich darunter. Deswegen sollte ein Bildtest auch nicht zur endgueltigen Vaterschaftsbestimmung eingesetzt werden.

Dass Gesichtszuege Informationen ueber die Eltern enthalten, wurde schon frueher von Anthropologen in Vaterschaftsgutachten eingesetzt, die z.B. Kinn- und Nasenpartien verglichen. Diese Art von Tests wurden dann in den siebziger Jahren durch die sichereren Bluttest verdraengt.

Der Bildtest hat aber gegenueber Gewebetests einen grossen Vorteil: Eine Probeentnahme ist nicht noetig, kann also auch nicht zur Rechtswidrigkeit des Testes fuehren. Durch moderne Bilderkennung wird die Arbeit der Anthropologen vereinfacht und damit fuer (fast) alle erschwinglich.

Einen Nachteil will ich nicht verschweigen: Fotos kann jeder machen, und Vaterschaftswahrscheinlichkeiten koennten dann von Dritten bestimmt werden, nicht nur von den Eltern selber.

Gruss,

Peter

Re: vorschnell geurteilt

Martin, Monday, 06.12.2004, 23:59 (vor 7730 Tagen) @ Peter

Als Antwort auf: vorschnell geurteilt von Peter am 06. Dezember 2004 20:27:03:

Hallo Peter,
beim Vergleich der Gesichter von Kind und Vater sehe ich schon die Möglichkeit einer Klärung der Verwandtschaft mit hinreichender Wahrscheinlichkeit, das heißt, als Vaterschaftstest ist diese Methode vielleicht geeignet (ab einem gewissen Alter des Kindes). Nur von den Eltern auf ungeborene Kinder zu schließen halte ich für weit hergeholt. Genau so wenig kann man von den gen. Fingerabdrücken der Eltern auf den des Kindes schließen, weil es eben Millionen Kombinationsmöglichkeiten gibt.
Martin

Re: vorschnell geurteilt

Odin, Tuesday, 07.12.2004, 13:41 (vor 7730 Tagen) @ Peter

Als Antwort auf: vorschnell geurteilt von Peter am 06. Dezember 2004 20:27:03:

Der Bildtest hat aber gegenueber Gewebetests einen grossen Vorteil: Eine Probeentnahme ist nicht noetig, kann also auch nicht zur Rechtswidrigkeit des Testes fuehren. Durch moderne Bilderkennung wird die Arbeit der Anthropologen vereinfacht und damit fuer (fast) alle erschwinglich.
Einen Nachteil will ich nicht verschweigen: Fotos kann jeder machen, und Vaterschaftswahrscheinlichkeiten koennten dann von Dritten bestimmt werden, nicht nur von den Eltern selber.
Gruss,
Peter

Man sieht: So sehr sich unsere Politiker auch anstrengen, die Wahrheit können sich nicht verhindern.
Obwohl: Natürlich könnte man ein Gesetz machen, der die Ergebnisse eines solchen Tests nicht als Beleg vor einem Gericht zuläßt, um damit einen gerichtlich verfügten Vaterschaftstest anzuordnen.
Sowas hats ja schon auch gegeben.

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