Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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In der Höhle der Löwen

IBGM, Sunday, 05.12.2004, 01:28 (vor 7733 Tagen)

In der Höhle der Löwen

Ein Kurzbericht über die Fachtagung „Erfolge der Gewaltprävention und –intervention bei Gewalt im häuslichen Bereich“ am 03.12.2004 in Frankfurt/Main vom Hess. Sozialministerium Wiesbaden

Von Jens Dreier (IBGM)

Nach Angaben der Gesamtmoderation waren etwa 150 Personen der Einladung zu dieser Fachtagung gefolgt – alles Experten/Expertinnen zum Thema „Gewalt im häuslichen Bereich“: Sachbearbeiter/innen, Sozialarbeiter/innen, die Polizei und Vertreter/innen von populären Hilfseinrichtungen, die in das Präventions- und Interventionsnetzes der Regierung bereits eingebunden sind und dem Regierungswillen ohnehin nach dem Munde reden, wie z. B. der AK Frauen helfen Frauen e.V., der auch Frauenhäuser betreibt.

In dem Vortrag über ihren Forschungsauftrag von der Bundesregierung über die Jahre 1998 bis 2004 führte Frau Prof. Dr. Kavemann (Sozialwissenschaftl. FrauenForschungsinstitut) an, daß nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen das Problem der häuslichen Gewalt kein reines Frauenproblem sei, sondern die Männer mitverantwortlich(!) zeichne und bezog sich dabei auf die jüngste Befragung von Männern, ob und inwieweit sie von häuslicher Gewalt betroffen gewesen seien.

Hier hat das hintergrundwissende Auge ganz wunderbar erkennen können, daß – wie bereits erwartet – das Ergebnis der Frage nach männlichen Opfern von Gewalt in ein konformes Bild der Frau als ausschließliches Opfer umgekehrt würde. Selbstredend wurde bei der Betrachtung der Opferzahlen sofort ins Feld geführt, daß von Gewalt betroffene Männer fast ausschließlich Opfer von Männergewalt seien, obwohl diese Feststellung bei einer korrekten Befragung im Bereich der häuslichen Gewalt kaum etwas zu suchen hat.

Alles in allem eine Rekapitulation der bereits bekannten Augenwischerei von öffentlich-feministischen Stellen, vorbei an den Studien Gelles, Strauss und der KFN-Studie. Aus neueren Studien wurde hier nur herangezogen oder ggfs. etwas umformuliert, was der offiziellen Opferstilisierung dienlich ist.

Neu dagegen sind die Planungen der hessischen Landesregierung, die nach Möglichkeit auch bundesweit Einfluß finden sollen.

Im Zuge der Vernetzung kooperativer Stellen sollen nun verstärkt Polizei, Sozialstellen und Richter/innen(!) durch schulische Unterweisungen für die Gewalt im häuslichen Bereich respektive das Gewaltschutzgesetz im Sinne der populären Ansichten sensibilisiert werden.

Grund dafür ist, daß es trotz einiger Resozialisierungsangebote in der Männer- (Täter-) arbeit an Teilnehmern fehle; man habe sogar schon auf Einzelberatungen zurückgreifen müssen. Männer bzw. Täter seien offenbar nicht bereit sich freiwillig therapieren zu lassen, wobei die Gründe für die Zurückhaltung der Männer bzw. Täter den Institutionen nicht bekannt seien.

So kam man zu der (un)-logischen Konsequenz, die Klientel als „Mitverantwortliche“ den Resozialisierungsmaßnahmen wie beispielsweise AAT´s (AntiAgressionsTrainings) zwangsweise durch richterliche Auflage zuzuführen, anstatt einmal ernsthaft und unverhohlen nach den Gründen zu fragen.

Lediglich ein gewisser Herr B. aus der Arbeit mit Beziehungsgewaltverbrechern wies in der Diskussion darauf hin, daß die Trennlinie bei Gewalt in der Beziehung vor dem Hintergrund der Partnerdynamik nicht so scharf zu ziehen sei, wie dort vorgestellt, wozu er eine schwammige Antwort erhielt, aus der kein Konsenz zu ziehen ist.

Niemand kam bei dem Vorschlag zur zwangsweisen Zuweisung von Männern zur Beratungsstelle auf die Idee, daß sich diese Männer – vorallem vor dem Hintergrund der Partnerdynamik – unter Umständen zurecht diskriminiert fühlen könnten. Das wurde glattweg übergangen und mann/frau sah die Lösung in der zwangsweisen richterlichen Zuweisung – vermutlich nicht zuletzt wegen der Fördergelder, die sie bei mangelnder Teilnahme nicht erhalten können.

Ein weiterer Punkt war die Weitergabe von datengeschützten, fallbezogenen Daten über den vermeintlichen Täter, die nach einhelliger Meinung dieser Fachtagung an Landes-, Bundes- und Kommunalbehörden weitergegeben werden sollte, um Gewaltvorfälle im häuslichen Bereich zu dokumentieren, die „Beweise“ (z.B. Vorstelligwerden der Polizei) eindeutig überall festzuhalten und allgemeinbehördlich zugänglich zu machen. Dies erspare den Frauen den zusätzlichen Aufwand für eine Beweiserbringung, wobei ebenfalls angestrebt wurde, die Beweise auf die Aussage des Opfers (der Frau) zu stützen, wenn keine anderen Beweismittel greifbar sind(!).

Sollten Richterämter in dieser Weise geschult werden, ist diese voreingenommene Theorie der fast ausschließlich männlichen Täterschaft bald Praxis in jeder gefundenen Urteilsbegründung über häusliche Gewalt in sämtlichen Gerichtssälen, die durch die Weitergabe von Daten irgendwann gläserne Menschen erschafft und die Unschuldsvermutung abschafft.

Bei dieser Fachtagung wurde auch über die Mittelkürzung bei den Frauenhäusern geklagt und die Begründung für den Fortbestand der Frauenhäuser gleich mitgeliefert.

Wie wir alle wissen, beeinhaltet das Gewaltschutzgesetz die Wegweisung aus der gemeinsamen Wohnung (Platzverweis) für gewalttätige Partner und so sei das Frauenhaus eine stationäre Einrichtung für von Gewalt betroffenen Frauen, aber nicht jede Frau sei in der Lage, ein Frauenhaus aufzusuchen ([die verschwindend geringe Zahl von] Rollstuhlfahrerinnen wurde[n] hier genannt).

Für diese Gruppe von behinderten oder nicht der deutschen Sprache mächtigen Frauen sei die „Proaktive Beratung“ geplant.

Dem Vortrag zufolge beinhaltet die „Proaktive Beratung“ eine Beratung, die nicht ersucht ist!

Wir kennen das scherzhaft aus der „Aktiven-Patienten-Aquirierung“ des deutschen Films „Bei mir liegen Sie richtig“ mit Dieter Hallervorden; mit dem Leitspruch: egal wie unqualifiziert wir sind, aber wir kriegen sie wieder hin!

Nur leider soll das nach dem Willen der Landesregierung bald Wirklichkeit werden.

Bei der proaktiven Beratung soll auf Frauen zugegangen werden, obwohl sie selbst niemals Beratung angefordert haben; sie sollen überzeugt werden, in eine solche Beratung, die regierungskonform ist, einzuwilligen und anzunehmen, da auch hier – oh Wunder, oh Wunder – nur wenige Frauen bereit sind, ihren Partner anzuzeigen.

„Es mangelt nicht an den Angeboten“, weiß Frau Prof. Dr. Kavemann zu berichten, „es mangelt an den Frauen selbst.“

Neben diesen Aspekten der landesinternen Aufklärung und Zwangszuweisung wolle man auch weiterhin die Aufklärungserfolge über Täter- und Opferprofile bei den Medien verfolgen, was eine weitere Runde der heiteren Hexenjagd verheißt.

So richtig erbärmlich wurde die Fachtagung dann, als sie sich in Kleingruppen aufteilte, um eigene Präventiv- und interventionsmaßnahmen zu erarbeiten.

Gestandene Männer (ich hatte überschlagen 25 gezählt) versuchten sich nun ihrerseits wie kleine Kinder in Krabbelgruppen einzubringen, wie man der Gewalt im häuslichen Bereich durch den Mann Herr bzw. Frau werden könne. Unselbstbewußt und folgend einer Theorie, die völlig widersprüchlich ist.

Da es auch Ziel sei, Männer in die Mitverantworung zu ziehen – meinte die Leiterin einer Kleingruppe -, könne man bei den Kampagnen nicht umhin, Männer positiv anzusprechen, wie z.B. einer Kampagne mit dem Namen „Mann, du zerstörst deine Träume!“. Hierfür hätte man jedoch keinen Sponsor gefunden, aber man wolle vorallem Sportvereine für ähnliche Vorhaben sensibilisieren.

Für die männlichen Opfer von Gewalt im häuslichen Bereich habe die Kleingruppenleiterin (bei der ich weilte) bis auf die Ausnahme des „Männerhauses Berlin“ noch nichts gehört. Hier konnte ich mich eines Kommentars nicht erwehren und wandte sofort ein, daß dieses Haus nach wie vor privat finanziert wird, nicht durch öffentliche Gelder.

In der anschließenden Gesamtvorstellung der Konzepte der Kleingruppen wurde vorrangig vorgetragen, daß Frauenförderungsprojekte künftig aus Steuermitteln zu tragen seien sollen, vorallem männliche Berater und Richter für die konformen Entscheidungen fortgebildet werden sollen, vermeintliche Täter zwangsweise Resozialisierungsprozesse durchlaufen sollen, (weiblichen) Opfern ihre Aussage als Beweis ausgelegt werden soll, sowie die Datenübermittlung der Täter über den Datenschutz hinaus gegeben sein soll.

Insgesamt wird sich das aus den bisherigen Vorschriften der BRD nicht ableiten lassen, jedoch beschleicht einen hier ein gewisser Restzweifel, der bereits in dem letzten Info des Männerrates Berlin über das Rechtsberatungsgesetz so eindrucksvoll geschildert wurde: die Herabwürdigung und Ausschließung unpopulärer und damit demokratischer Meinungen aus gesetzlicher Veranlassung.

Und wieder fällt mir hier hierzu – ohne einen Vergleich zu wollen – nur eines ein: es ist einfacher ein Volk zu führen, wenn man unbequeme Demokratie ausschließt und Delinquenten zum Schweigen verurteilt. Ein Satz der zur Zeit des Dritten Reiches hoch im Kurs war und in seltsamer Art und Weise heute wieder passt und das Rechtsberatungsgesetz um unliebsame Zeitgenossen auszuschließen ist ein einer der Schlüssel dafür.

Der einzige Ansatzpunkt für feminismuskritisches Denken war der „Markt der Möglichkeiten“, bei dem die verschiedenen „Machenschaften“ der einzelnen Kreise und Vereine mithilfe von Flyern und Prospekten zur Mitnahme bereitlagen und man auch selbst Beiträge leisten konnte.

Die IBGM nutzte diese Plattform für die Verbreitung folgender, nicht IBGM-Angehöriger Veröffentlichungen und Veranstaltungen aus eigenem Willen:

- Zur Ansicht: „Sind Frauen bessere Menschen?“ von Arne Hoffmann
- Zur Ansicht: „Mein Kind gehört zu mir“ von Dr. Karin Jäckel
- Zur Mitnahme: Rote-Männer-Info Nr 78
- Zur Mitnahme: Aufruf des VafK: Matthieu Carriere geht ins Gefängnis
- Zur Mitnahme: Info Männerrat Berlin vom 23.11.2004

Die im „Markt der Möglichkeiten“ von der IBGM zur Ansicht gestellten Bücher wurden komplett vorgestellt, die zur Mitnahme bestimmten Infos wurden per handelsüblichen Kopierer vervielfältigt und weder verändert, noch verfälscht.

Bezüglich des Interesses ließ sich feststellen, daß vorallem eine Nachfrage von Frauen gegenüber der Infos des Männerrates Berlin ausging, auch die Demo-Aufforderung des VafK für Matthieu fand stillschweigendes, aber enormes Interesse.

Gleich hiernach zu nenen wäre die „Winter-Reise“ von „Mannege“, die Männer und Frauen bei dieser Veranstaltung seltsamerweise gleichermaßen interessiert hat.

Weniger interessiert hat man sich für das „Rote Männer Info“, was ich persönlich sehr schade finde, denn gerade eine so feminismuskritische Darstellung hätte den dortigen Leser/innen sehr gut getan. Ich vermute fast, der Aufmacher „Frauen von Aids besonders betroffen“ löste überhaupt eine Nachfrage aus und zeigt, wie verblendet manche Zeitgenossen mittlerweile sind.

Abschließend lässt sich feststellen, daß man in den Kleingruppen fordert, unbedingt männliche Berater in allen Sparten auszubilden, um die Masse von gewalttätigen Männern zu reformieren, die es gar nicht gibt, damit eine Vielzahl von Helferinnen ihren Arbeitsplatz nicht verlieren für eine Schar von hilfesuchenden Frauen, deren Hilfegesuch sich allein auf dem Papier begründet oder an den Haaren herbeigezogen ist.

Bei all diesen Diskussionen aber sind die Männer die „Erbärmlichsten“. Das „tut mir leid, daß ich ein Mann bin“, steht ihnen förmlich auf der Stirn. Ohne Selbstachtung nehmen sie alle Anschuldigungen kritiklos hin und glauben sich damit aus der Preduille ziehen zu können, indem sie ja große Befürworter des Feminismus sind. Sie als gebildete Menschen sind ja nicht so wie der schlechte Rest der Männer; sie sind Männer von Welt, sie schlagen keine Frauen, trotzdem müsste statistisch jeder achte Mann (jeder dritte Mann ist gewalttätig) dort seine Frau schlagen... Erschreckend! Sowas in den eigenen Reihen!

Solang die Medien falsch über die Werte des Lebens instruiert werden, Statistiken verfälscht werden oder vermeintlich demokratischer Rechtsbruch auf Staatsebene ausführend vorgenommen werden kann, solang wird es keinen gesellschaftlichen Frieden geben, wird es keine demographische Stabilistation geben, wird es keine Gleichheit und keine Völkerverständigung unter den Menschen geben.

Mit freundlichem Gruß

IBGM

J. Dreier

PS: Fröhliche Weihnachten!

Re: In der Höhle der Löwen

Eugen Prinz, Sunday, 05.12.2004, 17:29 (vor 7732 Tagen) @ IBGM

Als Antwort auf: In der Höhle der Löwen von IBGM am 04. Dezember 2004 23:28:12:

sehr aufschlussreicher Bericht! Du hast mail von mir.
Schönen Gruß von Eugen

Re: In der Höhle der Löwen

Jeremin, Sunday, 05.12.2004, 20:17 (vor 7732 Tagen) @ IBGM

Als Antwort auf: In der Höhle der Löwen von IBGM am 04. Dezember 2004 23:28:12:

Hab ich das richtig verstanden?

<blockquote> (weiblichen) Opfern ihre Aussage als Beweis ausgelegt werden soll,</blockquote>

Soll das vielleicht bedeuten, dass Frauen aussagen können, was sie wollen, es ist immer als "Beweis" zu werten?

Das darf doch nicht wahr sein...

Re: In der Höhle der Löwen

IBGM, Monday, 06.12.2004, 00:03 (vor 7732 Tagen) @ Jeremin

Als Antwort auf: Re: In der Höhle der Löwen von Jeremin am 05. Dezember 2004 18:17:37:

Rehi!

Ja, das hast du richtig verstanden. Soweit das noch nicht umgesetzt ist, soll die Aussage des Opfers (vornehmlich einer Frau) im Verfahren als Beweis dienen, wenn keine anderen Beweise greifbar sind.

Begründung dafür ist, daß man den Opfern (vornehmlich Frauen) die Aussage vor Gericht ersparen will.

Bedenklich finde ich aber vorallem, daß man Richter/innen bereits jetzt darauf hin schult und die Schulungen noch weiter ausbauen will.

Gruß
Jens Dreier (IBGM)

Hab ich das richtig verstanden?
<blockquote> (weiblichen) Opfern ihre Aussage als Beweis ausgelegt werden soll,</blockquote>
Soll das vielleicht bedeuten, dass Frauen aussagen können, was sie wollen, es ist immer als "Beweis" zu werten?
Das darf doch nicht wahr sein...

Re: In der Höhle der Löwen

Andreax, Monday, 06.12.2004, 01:02 (vor 7732 Tagen) @ Jeremin

Als Antwort auf: Re: In der Höhle der Löwen von Jeremin am 05. Dezember 2004 18:17:37:

Soll das vielleicht bedeuten, dass Frauen aussagen können, was sie wollen, es ist immer als "Beweis" zu werten?
Das darf doch nicht wahr sein...

Ja, so ist das.

Heute ist es schon daß bei männlichen Opfern von weiblichen Staatsanwältinnenimmer genau hingesehen wird, "ob sie nicht in Wahrheit die Täter sind", während Frauen erstmal immer geglaubt wird!

Das ist ein Skandal erster Kajüte!

Gruß
Andreax

Re: In der Höhle der Löwen

Garfield, Monday, 06.12.2004, 17:44 (vor 7731 Tagen) @ Jeremin

Als Antwort auf: Re: In der Höhle der Löwen von Jeremin am 05. Dezember 2004 18:17:37:

Hallo Jeremin!

Das läuft bei der Umsetzung des "Gewaltschutzgesetzes" doch ohnehin schon so. Da verfahren die Polizisten nach offiziellen Aussagen so, daß im Zweifelsfall grundsätzlich der Mann der Wohnung verwiesen wird. Obwohl das im Gesetzestext nirgends so festgelegt ist.

Nur wenn durch Zeugenaussagen oder durch eigenes Erleben der Polizisten offensichtlich ist, daß die Frau gegen ihren Partner gewalttätig war, wird sie der Wohnung verwiesen.

Das bedeutet: Jede Frau, die clever genug ist, sich kurzzeitig zusammen zu reißen und das unschuldige Opfer zu spielen, kann auch bei eigenen Gewalttätigkeiten den Partner obendrein noch aus der Wohnung werfen lassen.

Auch da wird im Zweifelsfall also grundsätzlich der Frau geglaubt.

Die absolute Krönung wäre natürlich so eine Zwangsschulung, wo sich ein von seiner Frau geschlagener Mann dann anhören darf, daß er seine Frau nicht schlagen soll. Und selbstverständlich wird das dann etwa so ablaufen wie jetzt eine MPU beim TÜV:

Erstens werden die Betroffenen den Spaß natürlich selbst bezahlen müssen, und es wird grundsätzlich auch mit Seminaren in weit entfernten Hotels verbunden sein, wofür dann zuzüglich zu den saftigen Seminargebühren auch noch die Hotelkosten zu zahlen sind. Da es eine Zwangsmaßnahme sein wird, wird man einen Nachweis über die erfolgreiche Absolvierung benötigen. Ob man den bekommt oder nicht, wird von der Willkür der Prüfer abhängen, die natürlich daran interessiert sind, immer möglichst viele "Kunden" zu haben. Bei der MPU läuft das so ab, das man beispielsweise folgende Frage gestellt bekommt:

"Wenn Sie zu einer Feier eingeladen sind - fahren sie dann mit dem Auto oder nicht?"

Antwortet der Prüfling mit "ich lasse das Auto zu Hause", dann interpretiert der Prüfer das so, daß er dann ja offenbar vorhat, Alkohol zu trinken, daß er also wieder rückfällig werden wird.

Sagt der Prüfling, daß er mit dem Auto zur Feier fährt, interpretiert der Prüfer das so, daß er dann offenbar vorhat, wieder alkoholisiert zu fahren.

Was immer der Prüfling sagt, kann also negativ aufgefaßt und als Anlaß genommen werden, um ihn durchfallen zu lassen.

So verdienen der TÜV und ähnliche Einrichtungen eine Menge Geld, und jetzt geht es darum, das noch auszuweiten. Mit Menschen, die durch Alkohol am Steuer ihren Führerschein gemacht haben, kann man sowas leicht machen, weil mit denen kaum jemand Mitleid hat. Da sagt jeder "selber schuld". Mit Männern, die ihre Frauen schlagen, hat auch niemand Mitleid, sie sind also auch ideale Geldesel für solche Abzocke. Ob ein Mann seine Frau wirklich geschlagen hat oder nicht, interessiert dabei nicht - Hauptsache, er zahlt.

Freundliche Grüße
von Garfield

Korrektur

Garfield, Monday, 06.12.2004, 19:45 (vor 7731 Tagen) @ Garfield

Als Antwort auf: Re: In der Höhle der Löwen von Garfield am 06. Dezember 2004 15:44:13:

Hallo zusammen!

Der Tippfehlerteufel hat wieder einmal zugeschlagen:

Statt "Mit Menschen, die durch Alkohol am Steuer ihren Führerschein gemacht haben..." sollte es natürlich "Mit Menschen, die durch Alkohol am Steuer ihren Führerschein verloren haben..." heißen. Das kommt davon, wenn man nicht sofort noch einmal liest, was man da verzapft hat... Aber ihr habt sicher auch so gewußt, was ich meinte.

Freundliche Grüße
von Garfield

Re: In der Höhle der Löwen

Ferdi, Monday, 06.12.2004, 20:31 (vor 7731 Tagen) @ Garfield

Als Antwort auf: Re: In der Höhle der Löwen von Garfield am 06. Dezember 2004 15:44:13:

[center]<h1>Deswegen lautet mein Prinzip grundsätzlich: Meine Wohnung bleibt frauenfreie Zone!</h1>[/center]

Re: In der Höhle der Löwen

Norbert, Tuesday, 07.12.2004, 10:13 (vor 7730 Tagen) @ Garfield

Als Antwort auf: Re: In der Höhle der Löwen von Garfield am 06. Dezember 2004 15:44:13:

Hallo Jeremin!
Das läuft bei der Umsetzung des "Gewaltschutzgesetzes" doch ohnehin schon so. Da verfahren die Polizisten nach offiziellen Aussagen so, daß im Zweifelsfall grundsätzlich der Mann der Wohnung verwiesen wird. Obwohl das im Gesetzestext nirgends so festgelegt ist.
Nur wenn durch Zeugenaussagen oder durch eigenes Erleben der Polizisten offensichtlich ist, daß die Frau gegen ihren Partner gewalttätig war, wird sie der Wohnung verwiesen.
Das bedeutet: Jede Frau, die clever genug ist, sich kurzzeitig zusammen zu reißen und das unschuldige Opfer zu spielen, kann auch bei eigenen Gewalttätigkeiten den Partner obendrein noch aus der Wohnung werfen lassen.
Auch da wird im Zweifelsfall also grundsätzlich der Frau geglaubt.

Hi
Gestern habe ich im Rahmen, daß ich aus anderen Gründen bei der Polizei war, den dortigen Beamten geschildert, wie ich bei der Trennung ausgesehen habe.
Und wer wirklich zugeschlagen hat.
Und was die Gegenseite daraus gemacht hat, daß aber ich als Schläger beschuldigt würde.
Ich kann es allerdings mit entsprechenden Fotos belegen.

Ich hatte das Gefühl, daß diese Beamten schon langsam wieder mehr die Wahrheit sehen. Daß es eben nicht nur Schwarz/Weiß gibt.

Sicher ein kleiner Beitrag von mir, aber dieses sollten eben auch mehr Männer tun, die solchen Situationen ausgesetzt waren.
Das Schweigen schadet hier allen, vor allem sich selbst.

Mir ist klar, daß sich erst langsam ein Verständnis dafür entwickelt, daß auch Männer Opfer von häuslicher Gewalt sein können.
Und es noch genügend Dumme gibt, die glauben sich darüber lustig machen zu dürfen.
Die es eben schwer machen dieses überhaupt bekannt zu machen.

Hier gilt aber das altbekannte Motto:
Steter Tropfen höhlt den Stein.

Freundliche Grüße
von Garfield

Ansonsten kann ich deinen Ausführungen nur beipflichten.

Gruß
Norbert

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