Studie: "Frauen sind rassistischer"
Das ist doch mal eine schöne Artikelüberschrift (aus der TAZ):
Studie: "Frauen sind rassistischer"
Sozialforscher haben ermittelt, dass Fremdenfeindlichkeit in Deutschland seit 2002 stark gestiegen ist. Auffallend ist ein starker Mann-Frau-Unterschied
VON PHILIPP GESSLER
Die Gesellschaft spaltet sich immer tiefer in Gewinner und Verlierer - und die Minderheiten und Schwachen im Staate werden vermehrt zu Sündenböcken. So könnte man kurz eine Langzeituntersuchung zusammenfassen, deren diesjährige Ergebnisse Wilhelm Heitmeyer gestern vorgestellt hat. Der Leiter des Bielefelder Instituts für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung kommt zu alarmierenden Ergebnissen: Im Vergleich zu 2002 ist die Fremdenfeindlichkeit stark gestiegen. Der Forderung nach einer Abschiebung von Ausländern, sobald Arbeitsplätze knapp werden, stimmt über ein Drittel zu.
Nach den Daten der Studie sind fast 60 Prozent der Deutschen der Meinung, "es leben zu viele Ausländer in Deutschland". Vor zwei Jahren waren es noch etwa fünf Prozent weniger. Um fast neun Prozent stieg die Zahl der Menschen, die dem Satz beipflichten: "Wenn Arbeitsplätze knapp werden, sollte man die in Deutschland lebenden Ausländer wieder in ihre Heimat zurückschicken." Eine klassische NPD-Forderung. Geht man nach diesen Zahlen, dürften die Neonazis gute Chancen haben, in zwei Jahren in den Bundestag einzuziehen. "In der politischen Mitte verschieben sich die Normalitäten", warnt Heitmeyer.
Zugenommen haben auch die Zahlen der Menschen, die etwas gegen Homosexuelle, Behinderte und Obdachlose haben. "Es ist ekelhaft, wenn Homosexuelle sich in der Öffentlichkeit küssen" - einer solchen Aussage stimmen zumindest teilweise über 37 Prozent der Bevölkerung zu, etwa fünf Prozent mehr als noch vor vier Jahren. Zudem ist die Zahl überzeugter Antisemiten im Lande seit 2002 klar gestiegen. So sagten über zehn Prozent der Deutschen: "Juden haben in Deutschland zu viel Einfluss" (2002: 6,9 Prozent). Weitere zehn Prozent stimmen dieser Aussage "eher zu". Und 62 Prozent der Deutschen sagen, sie seien es leid, "immer wieder von den deutschen Verbrechen an den Juden zu hören". Der "Schlussstrich" ist mehr als populär.
Eine Besonderheit stellte Heitmeyers Institut bei der Analyse der Mann-Frau-Unterschiede fest: "Frauen sind fremdenfeindlicher, rassistischer und islamophober als Männer", schreiben die Forscherinnen und Forscher knapp. Sie erklären sich das unter anderem damit, dass sich Frauen eher durch Fremde bedroht fühlten als Männer. Vor allem "niedriger qualifizierte Frauen aus Ostdeutschland" hingen Vorurteilen gegenüber Fremden und Muslimen an. "Diese Frauen gehören gleichzeitig zu denen, die am stärksten unter Desintegration zu leiden haben", heißt es. Sie warnen zugleich: "Vorsicht ist geboten, einen neuen Mythos feindseliger Frau zu begründen!"
Die Fremdenfeindlichkeit in ganz Deutschland ist gestiegen - der Osten aber liegt weit vorn. So stieg die als fremdenfeindlich eingestufte Gruppe in Ostdeutschland von 46 Prozent 2002 auf 56 Prozent. Im Westen waren es 31 und 36 Prozent. Der Antisemitismus ist dagegen unter Wessis stärker als unter Ossis.
Was aber ist der übergeordnete Grund dafür, dass "gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit", wie Heitmeyer all diese Feindseligkeiten nennt, steigt? "Mit sinkender sozialer Lage, mit wachsenden Befürchtungen, von Desintegrationsprozessen betroffen zu sein, und mit Antizipation von zunehmenden Spaltungsprozessen neigen Personen zunehmend dazu, Minderheiten in unserer Gesellschaft abzuwerten, einer Ideologie der Ungleichwertigkeit ,aufzusitzen' und auf einen drohenden Ausschluss mit der Übernahme zum Beispiel von rassistischen, antisemitischen, islamophobischen Auffassungen zu reagieren."
taz Nr. 7530 vom 3.12.2004, Seite 4, 119 TAZ-Bericht PHILIPP GESSLER
Re: Studie:
Als Antwort auf: Studie: "Frauen sind rassistischer" von Simon am 03. Dezember 2004 18:12:35:
Eine Besonderheit stellte Heitmeyers Institut bei der Analyse der Mann-Frau-Unterschiede fest: "Frauen sind fremdenfeindlicher, rassistischer und islamophober als Männer", schreiben die Forscherinnen und Forscher knapp. Sie erklären sich das unter anderem damit, dass sich Frauen eher durch Fremde bedroht fühlten als Männer. Vor allem "niedriger qualifizierte Frauen aus Ostdeutschland" hingen Vorurteilen gegenüber Fremden und Muslimen an. "Diese Frauen gehören gleichzeitig zu denen, die am stärksten unter Desintegration zu leiden haben", heißt es.
Und gleich wird wieder nach einer Entschuldigung gesucht.
Andreas
Re: Studie: "Frauen sind rassistischer"
Als Antwort auf: Studie: "Frauen sind rassistischer" von Simon am 03. Dezember 2004 18:12:35:
"Vorsicht ist geboten, einen neuen Mythos feindseliger Frau zu begründen!"
Aha, bitte vorsicht, daß wir bloß keinen neuen Mythos begründen! Lass doch die Ost-Frauen ruhig feindseliger und fremdenfeindlicher sein (solche "unbedeutende" Tatsachen spielen in Deutschland doch keine Rolle, wenn sie Frauen betreffen..), aber auf keinen Fall soll dies irgendjemand sagen dürfen!
Nikos
Re: Studie: "Frauen sind rassistischer"
Als Antwort auf: Studie: "Frauen sind rassistischer" von Simon am 03. Dezember 2004 18:12:35:
Hallo,
Vor allem "niedriger qualifizierte Frauen aus Ostdeutschland" hingen Vorurteilen gegenüber Fremden und Muslimen an. "Diese Frauen gehören gleichzeitig zu denen, die am stärksten unter Desintegration zu leiden haben", heißt es. Sie warnen zugleich: "Vorsicht ist geboten, einen neuen Mythos feindseliger Frau zu begründen!"
Natürlich brauchen wir nach den Erfahrungen mit dem Skinheadmännermythos nicht das Gegenstück
bezüglich Frauen, aber warum sollte man diese Erkenntnisse nicht nutzen,um das Bild über die
Integrationsfähigkeiten von Frauen und Männern realistischer zu gestalten?
Weg mit den Männermythen!
Gruß
Joseph
Oriana Fallaci
Als Antwort auf: Studie: "Frauen sind rassistischer" von Simon am 03. Dezember 2004 18:12:35:
Moin,
man muß sich nur mal reinziehen was diese Oriana Fallaci (oder so ähnlich) an Haßpamphleten veröffentlichen kann, ohne dafür nennenswerte Kritik zu erhalten. Da werden u.a. werden die Muslime insgesamt als Ratten bezeichnet. Man lese zB den Nachdruck einer ihrer Veröffentlichungen im aktuellen Cicero. Der Text ist ein reines Fanal des Hasses. Uns drohe Kamelmilch als Aperitif, statt eines Cognac, wenn die Geburtenraten sich in Europa so weiterentwickelten etc. pp. Auf diesem Niveau ergeht sich die in New York lebende Italienerin seitenweise. Der Textfluss entwickelt eigentlich gar keine Argumentationslinie, wie sonst in Veröffentlichungen üblich, sondern reiht nur Ekel- und Hassausbrüche in unsystematischer Reihenfolge aneinander. Sie hat sich einfach auf die Tastatur erbrochen.
Das kuriose ist aber, dass ein derartiger Aufruf zu Rassenhaß und Ausgrenzung, der die mir aus Postwurfsendungen bekannten einschlägigen Texte von DVU, Republikaner, NPD und Konsorten um Längen schlägt, keinerlei entsprechenden Proteststurm auslöst. Es wird ihr nicht einmal vorgeworfen, nicht zwischen Muslimen und Islamisten differenzieren zu wollen. Nichts dergleichen. Ein anspruchsvolles Magazin wie Cicero druckt unkommentiert nach. Das Hamburger Abendblatt dito.
Man nehme nur einen beliebigen Text der Fallaci und ersetze von vorn bis hinten Islam/Muslime durch eine x-beliebige andere religiöse oder ethnische Minorität. Der Text würde garantiert nicht mehr zur Veröffentlichung gelangen, wo doch sähen sich Autor und Zeitung einem Poststurm der Entrüstung gegenüber. Außerdem wären sie (vollkommen zu Recht) mit einschlägigen Strafverfahren überzogen. Ein Kritiker wagte sich aus der Deckung hervor und wies daraufhin, dass ihre Angriffe auf Muslime in Duktus und Tenor in der Tradition der antisemitischen Publikationen der 30er Jahre stehen.
Meines Wissens nach wurde die Fallaci lediglich in Frankreich einmal wegen Volksverhetzung angeklagt. Ob der Prozeß überhaupt zustande kam (sie lebt ja nicht in Frankreich und kann durch Nicherscheinen die Sache leicht unterlaufen), wenn ja ob sich eine Verurteilung ergab, kann ich nicht sagen. Gehört habe ich jedenfalls davon nichts.
Wie kommt es nun aber, dass die Fallaci sich weitgehend unbehelligt von Kritik, derart auskotzen kann? Unschwer zu erkennen, dass dahinter die stille Kumpanei der veröffentlichten Meinung (nicht der öffentlichen Meinung; den Unterschied muss man sich auf der Zunge zergehen lassen!) mit dem Feminismus steht. Es ist ja sattsam bekannt wie spinnefeind der Feminismus dem Islam wegen dessen Sicht der Geschlechterverhältnisse ist.
Letzten Endes steckt doch dahinter, dass die muslimische Frau etwas hat, was der dekadenten, degenerierten westlichen Emanze abgeht: Lebenskraft. Erstere bringt es fertig, die Zukunft ihrer Gesellschaft zu sichern, indem sie Kinder gebärt. Diese robuste Lebenseinstellung kontrastiert gar zu krass mit der egoistischen, plasphemischen, verzieften, keifenden Lebensuntauglichkeit der Emanzen. Die Angriffe auf den Islam sind nichts anderes als ein sublimiertes Eingeständnis der zwar wahrgenommenen, aber nicht eingestandenen Unzulänglichkeiten des westlichen Feminismus.
Schließlich liegt die Verschiebung der Bevölkerungsanteile zugunsten der muslimischen Immigrantenethnien in Europa nicht an derer zu hohen Geburtenrate. Die Sache ist relativ! Sondern an den viel zu niedrigen der Europäer.
Ich weiß es nicht, biete aber trotzdem eine Wette an: Die Fallaci hat keine Kinder, oder höchstens eines.
Gruß
Andreas
Mir wird gleich schlecht
Als Antwort auf: Oriana Fallaci von ein weiterer Andreas am 04. Dezember 2004 10:41:27:
"Letzten Endes steckt doch dahinter, dass die muslimische Frau etwas hat, was der dekadenten, degenerierten westlichen Emanze abgeht: Lebenskraft. Erstere bringt es fertig, die Zukunft ihrer Gesellschaft zu sichern, indem sie Kinder gebärt. Diese robuste Lebenseinstellung kontrastiert gar zu krass mit der egoistischen, plasphemischen, verzieften, keifenden Lebensuntauglichkeit der Emanzen. Die Angriffe auf den Islam sind nichts anderes als ein sublimiertes Eingeständnis der zwar wahrgenommenen, aber nicht eingestandenen Unzulänglichkeiten des westlichen Feminismus."
Ich schlage vor, wir führen das Mutterkreuz wieder ein.
Im Ernst: Wenn ich sowas lese, ist es mir plötzlich richtig peinlich, mich in diesem Forum zu bewegen. Der Islam ist genauso eine faschistische, chauvinistische Ideologie wie der (Radikal-)Feminismus. Nein, er ist sogar noch schlmmer. Man denke nur an den "Gottesstaat" unter Khomeini. Den Feminismus mit dem Islam auszutreiben, das ist ja wohl in etwas so, wie ein Furunkel hinterm Ohr durch Enthauptung zu behandeln.
Du scheinst ohnehin ein sehr "interessantes" Weltbild zu haben, denn allein deine nebulös-schadronierende Wortwahl ("Lebenskraft", "robuste Lebenseinstellung", "degeneriert") erinnert doch stark einen Sozialdarwinisten vulgärster Ausprägung.
Gruss,
Paul
Re: Mir wird gleich schlecht
Als Antwort auf: Mir wird gleich schlecht von Paul am 04. Dezember 2004 11:34:46:
Im Ernst: Wenn ich sowas lese, ist es mir plötzlich richtig peinlich, mich in diesem Forum zu bewegen. Der Islam ist genauso eine faschistische, chauvinistische Ideologie ...
Ich schlage vor, Du informierst Dich erstmal über die Basisbegriffe. Mit jemand, für den es draußen kälter ist als nachts, ist ansonsten schwer zu diskutieren.
Andreas
Re: Mir wird gleich schlecht
Als Antwort auf: Mir wird gleich schlecht von Paul am 04. Dezember 2004 11:34:46:
ich kann aus Andreas´ (des anderen), Beitrag weder entnehmen, dass er für Mutterkreuze plädiert, noch dass er den Feminismus durch den Islam ersetzen will. Oriana Fallaci, deren Vorschlag "Männern erstmal in die Eier zu treten", in gewissen Kreisen sehr freundlich aufgenommen wurde, scheint mir doch eine ziemlich selbstgerechte Vertreterin der eigenen Wahrheit zu sein. Das darf man vielleicht schon mal kritisieren. Wir verurteilen ja schließlich auch die islamistischen Hassprediger. Warum sollten wir eine Fallaci tolerieren, wenn sie Hass predigt?
Eugen
Re: Mir wird gleich schlecht
Als Antwort auf: Re: Mir wird gleich schlecht von ein weiterer Andreas am 04. Dezember 2004 13:07:51:
Im Ernst: Wenn ich sowas lese, ist es mir plötzlich richtig peinlich, mich in diesem Forum zu bewegen. Der Islam ist genauso eine faschistische, chauvinistische Ideologie ...
Ich schlage vor, Du informierst Dich erstmal über die Basisbegriffe. Mit jemand, für den es draußen kälter ist als nachts, ist ansonsten schwer zu diskutieren.
Andreas
Da redet der Richtige... (ich sage nur: "degeneriert", "Lebenskraft" usw...) Nimm' einfach mal den Koran zur Hand und les' dich ein bisschen ein. Der Islam ist chauvinistisch, weil er auf andere Weltanschauungen herabblickt (das tun viele Religionen, wenige allerdings mit solcher Aggressivität), und er ist faschistisch, weil der ideale "Gottesstaat" notwendigerweise ein gleichgeschalteter, streng hierarchisch organisierter Staat sein _muss_. Und jetzt komme mir nicht mit gemässigten Strömungen des Islam - natürlich gibt es die, weil es eben Leute gibt, die Ihren Verstand erst teilweise an der Eingangstür zur vermeintlichen "Erleuchtung" abgegeben haben. Es soll ja auch "gemässigte" Nazis gegeben haben. Machte das die Bewegung etwa besser?
Gruss,
Paul
Re: Mir wird gleich schlecht
Als Antwort auf: Re: Mir wird gleich schlecht von Eugen Prinz am 04. Dezember 2004 13:56:56:
ich kann aus Andreas´ (des anderen), Beitrag weder entnehmen, dass er für Mutterkreuze plädiert, noch dass er den Feminismus durch den Islam ersetzen will. Oriana Fallaci, deren Vorschlag "Männern erstmal in die Eier zu treten", in gewissen Kreisen sehr freundlich aufgenommen wurde, scheint mir doch eine ziemlich selbstgerechte Vertreterin der eigenen Wahrheit zu sein. Das darf man vielleicht schon mal kritisieren. Wir verurteilen ja schließlich auch die islamistischen Hassprediger. Warum sollten wir eine Fallaci tolerieren, wenn sie Hass predigt?
Eugen
Nein, wir sollten sie genauso wenig tolerieren, solange es nur um reine Hasspredigten geht. Gegenüber dem Islam mit _Weltgestaltungsanspruch_ (wenn jemand im stillen Kämmerlein dieser Religion huldigt, ist mir das egal) kann es m.E. erachtens aber keine "Toleranz" geben, das hat nichts mit Hass zu tun, nur mit Logik. Und weil Andreas die Sache m.E. so darstellte, als sei eine islamische geprägte Gesellschaft "gesünder" (geistige Volksgesundheit? Oh weh) als unsere, muss er sich nicht über entsprechende Reaktionen wundern.
Gruss,
Paul
Re: Mir wird gleich schlecht
Als Antwort auf: Re: Mir wird gleich schlecht von Paul am 04. Dezember 2004 14:01:23:
Da redet der Richtige... (ich sage nur: "degeneriert", "Lebenskraft" usw...) Nimm' einfach mal den Koran zur Hand und les' dich ein bisschen ein. Der Islam ist chauvinistisch, weil er auf andere Weltanschauungen herabblickt (das tun viele Religionen, wenige allerdings mit solcher Aggressivität), und er ist faschistisch, weil der ideale "Gottesstaat" notwendigerweise ein gleichgeschalteter, streng hierarchisch organisierter Staat sein _muss_. Und jetzt komme mir nicht mit gemässigten Strömungen des Islam - natürlich gibt es die, weil es eben Leute gibt, die Ihren Verstand erst teilweise an der Eingangstür zur vermeintlichen "Erleuchtung" abgegeben haben. Es soll ja auch "gemässigte" Nazis gegeben haben. Machte das die Bewegung etwa besser?
Gruss,
Paul
In vielen Teilen gebe ich dir Recht, aber es kommt immer auch darauf an, wie man den Koran auslegt, nicht, was wirklich drinsteht. Sonst nimm mal die Bibel und streich Dir mal alle Aufrufe zum Völkermord heraus. Da ist kein Unterschied zum Koran.
Re: Mir wird gleich schlecht
Als Antwort auf: Re: Mir wird gleich schlecht von Odin am 04. Dezember 2004 14:34:56:
Da redet der Richtige... (ich sage nur: "degeneriert", "Lebenskraft" usw...) Nimm' einfach mal den Koran zur Hand und les' dich ein bisschen ein. Der Islam ist chauvinistisch, weil er auf andere Weltanschauungen herabblickt (das tun viele Religionen, wenige allerdings mit solcher Aggressivität), und er ist faschistisch, weil der ideale "Gottesstaat" notwendigerweise ein gleichgeschalteter, streng hierarchisch organisierter Staat sein _muss_. Und jetzt komme mir nicht mit gemässigten Strömungen des Islam - natürlich gibt es die, weil es eben Leute gibt, die Ihren Verstand erst teilweise an der Eingangstür zur vermeintlichen "Erleuchtung" abgegeben haben. Es soll ja auch "gemässigte" Nazis gegeben haben. Machte das die Bewegung etwa besser?
Gruss,
Paul
In vielen Teilen gebe ich dir Recht, aber es kommt immer auch darauf an, wie man den Koran auslegt, nicht, was wirklich drinsteht. Sonst nimm mal die Bibel und streich Dir mal alle Aufrufe zum Völkermord heraus. Da ist kein Unterschied zum Koran.
Stimmt. Das Problem ist bei fast allen Religionen das gleiche. Ich bin nicht ohne Grund Atheist. Allerdings wollte ich das Christentum jetzt nicht mit in die Diskussion einbringen, da sonst Nick gleich wieder um die Ecke geschossen kommt 
Zum Thema Auslegung: Das ist natürlich ein ideales Instrument, um sich gegen Kritik zu immunisieren. Denn immer wenn Kritik kommt, wird eben mal wieder so ausgelegt wie es einem passt (die Metapher vom Kreide fressenden Wolf ist hier sehr passend). Deswegen sollte man sich bei Diskussionen an das geschriebene Wort halten, wenn man nicht immer wieder auf rethorische Taschenspielertricks von Religionsapologeten hereinfallen will.
Gruss,
Paul
PS: Dem Christentum kann man aber zumindest zugute halten, daß es inzwischen grösstenteils sehr gemässigt auftritt. In sofern habe ich auch kaum ein Problem damit. Mal von US-"Reborn Christians" und anderen Wirrköpfen abgesehen.
Re: Mir wird gleich schlecht
Als Antwort auf: Re: Mir wird gleich schlecht von Paul am 04. Dezember 2004 14:01:23:
Keine Nebelbomben werfen und keine Nebenkriegsschauplätze eröffnen!
Du solltest Dir das Ausgangsposting von Simon noch einmal durchlesen und versuchen, dessen Sinngehalt Dir zu vergegenwärtigen. Dann das gleiche mit meiner Antwort darauf nochmals versuchen. Und wenn Dir dann noch gelingt, den Aussagegehalt meines Beitrags und dessen von Simons Ausgangsposting in Relation zu sehen, dann dürfte eigentlich klar sein, dass eine Pro-und-contra-Diskussion zum Islam das Thema verfehlt.
Andreas
Re: Ähem
Als Antwort auf: Re: Mir wird gleich schlecht von Eugen Prinz am 04. Dezember 2004 13:56:56:
ich kann aus Andreas´ (des anderen),
Also - ich möchte nicht, daß hier irgendwie ein Mißverständnis entsteht, aber wenn mein Forums-Nickname jetzt nicht doppelt belegt ist, habe ich mich jetzt dazu gar nicht geäußert. Das mit den ganzen Andreassen ist aber auch verwirrend ...
Grüße, Andreas
Re: Mir wird gleich schlecht
Als Antwort auf: Re: Mir wird gleich schlecht von Paul am 04. Dezember 2004 14:07:57:
Hallo Paul, hier stimme ich völlig mit Dir überein. Den Islam als "gesunde" Alternative zum "dekadenten Westen" zu preisen, ist wirklich das Letzte.
Oriana Fallaci ist übrigens eine ziemlich schillernde Figur. Sie vermischt in der Tat rassistische Ausbrüche gegen Moslems mit berechtigter Kritik am Islam. Das macht es bei ihr so schwer, zwischen Vernunft und Wahn zu unterscheiden.
Simon
Re: :-(
Als Antwort auf: Re: Mir wird gleich schlecht von Paul am 04. Dezember 2004 14:01:23:
Der Islam ist usw. ...
Ich glaube ebenfalls nicht, daß Du Dich mit dem Islam auskennst, bzw. scheinst Du Dein Wissen ausschließlich aus den Mainstreammedien zu haben, die größtenteils einseitig, polemisch und manipulativ hetzerisch sind. Warscheinlich hast Du auch noch nicht oft mit Muslimen gesprochen, denn Deine Sicht wäre sonst sicher etwas relativierter.
Andreas (d.a.)
Re: Mir wird gleich schlecht
Als Antwort auf: Re: Mir wird gleich schlecht von Paul am 04. Dezember 2004 14:46:19:
PS: Dem Christentum kann man aber zumindest zugute halten, daß es inzwischen grösstenteils sehr gemässigt auftritt. In sofern habe ich auch kaum ein Problem damit. Mal von US-"Reborn Christians" und anderen Wirrköpfen abgesehen.
Aber selbst die Reborn Christians jagen sich und andere nicht mit dem Sprenggürtel in die Luft.
Simon
Re: Mir wird gleich schlecht
Als Antwort auf: Re: Mir wird gleich schlecht von Simon am 04. Dezember 2004 17:05:45:
PS: Dem Christentum kann man aber zumindest zugute halten, daß es inzwischen grösstenteils sehr gemässigt auftritt. In sofern habe ich auch kaum ein Problem damit. Mal von US-"Reborn Christians" und anderen Wirrköpfen abgesehen.
Aber selbst die Reborn Christians jagen sich und andere nicht mit dem Sprenggürtel in die Luft.
Simon[/i]
Nee, die lassen bekanntlich aus ihren Bombern nur Sonntagsschulbücher und Fresspakete abwerfen 
Eugen
Re: Mir wird gleich schlecht @ Paul
Als Antwort auf: Re: Mir wird gleich schlecht von Paul am 04. Dezember 2004 14:46:19:
PS: Dem Christentum kann man aber zumindest zugute halten, daß es inzwischen grösstenteils sehr gemässigt auftritt<
Meinst du George W. Bush etwa?
Nikos
Re: Mir wird gleich schlecht
Als Antwort auf: Re: Mir wird gleich schlecht von Simon am 04. Dezember 2004 17:05:45:
PS: Dem Christentum kann man aber zumindest zugute halten, daß es inzwischen grösstenteils sehr gemässigt auftritt. In sofern habe ich auch kaum ein Problem damit. Mal von US-"Reborn Christians" und anderen Wirrköpfen abgesehen.
Aber selbst die Reborn Christians jagen sich und andere nicht mit dem Sprenggürtel in die Luft.
Simon<
Aber George W. Bush?
Nikos
Re: Mir wird gleich schlecht
Als Antwort auf: Re: Mir wird gleich schlecht von Simon am 04. Dezember 2004 17:03:13:
Hallo Simon,
berechtigte Kritik mit Wahn zu mischen ist nichts neues. Die Kommunisten
mischten berechtigte Kritik am Kapitalismus mit Wahn und die Nazis
kritisierten die Bolschewiken nicht völlig zu Unrecht, auch wenn sie es
keineswegs besser trieben. Der Wahn, selbst wenn er nicht so schlimm wie
in diesen Beispielen ist, muß bekämpft werden.
Gruß
Joseph
Re: Mir wird gleich schlecht
Als Antwort auf: Re: Mir wird gleich schlecht von Simon am 04. Dezember 2004 17:05:45:
Aber selbst die Reborn Christians jagen sich und andere nicht mit dem Sprenggürtel in die Luft.
Unter den militanten Abtreibungsgegnern gab es schon Mordfälle an Abtreibungsärzten.
@Paul, Odin und alle - Re: Mir wird gleich schlecht
Als Antwort auf: Re: Mir wird gleich schlecht von Paul am 04. Dezember 2004 14:46:19:
Hallo allerseits!
Was meiner Meinung nach an Religion gut[/i][/u] ist:
Alle Religionen haben mehr oder weniger hübsche (Geschmackssache) Formen von Folklore[/i][/u] entwickelt.
Das Leben wäre tatsächlich ärmer[/i][/u], wenn es diese Folklore nicht gäbe.
(Mit dieser Einstellung bringe ich es fertig, gleichzeitig aktiver, begeisterter Kirchenmusiker und Atheist zu sein.)
Was meiner Meinung nach schlecht[/i][/u] an Religion ist:
Ihre Benutzung als ethische Richtschnur.
Ich sage Letzteres im vollen Bewußtsein der Tatsache, daß man auch in Religionen bejahenswerte ethische Grundsätze finden kann.[/i][/u]
Der Streit um das, was ethisch vertretbar ist, wird zwar nie enden, aber er wäre seiner fanatischen und destruktiven Seiten beraubt, wenn man endlich einmal dazu überginge, die Ethik auf das zu gründen, was für jeden Menschen erfahrbar und einsehbar[/i][/u] ist, und auf eine "religiöse Überhöhung" konsequent verzichtete.
Noch einmal: Auch ein solcher Ansatz würde den Streit um ethische Werte nicht[/i][/u] beenden, er würde ihn nur erträglicher[/i][/u] machen.
Begründung:[/i][/u]
Wenn man den Menschen mit (nicht beweisbarem) jenseitigem Lohn oder jenseitiger Strafe winkt bzw. droht, so kann man darauf jeden Blödsinn begründen, während ein ethisches System ohne religiöse Überhöhung sich jederzeit dem zu stellen hätte, was für alle Menschen erfahrbar ist.
Und weil mir ja doch irgendjemand mit "Nationalsozialismus"[/i][/u] und "Kommunismus"[/i][/u] als Beispielen für das angebliche Scheitern nicht religiös begründeter ehtischer Systeme kommt:
Beide[/i][/u] o.g. Totalitarismen haben, indem sie bestimmte Gruppen von Menschen von vornherein ächteten - die Nazis die "rassisch Minderwertigen"[/i][/u], die Kommunisten die "Klassenfeinde"[/i][/u] - ebenfalls von vornherein den Anspruch aufgegeben bzw. verwirkt, eine humane, alle Menschen umfassende Ethik zu vertreten.[/i][/u]
Eben diesen Zug wird man überall dort antreffen, wo Ethik zu inhumanen Verhaltensweisen führt - und das ist mit oder ohne Religion immer möglich gewesen: Wer seinem "Glaubensbruder", "Parteigenossen" o.Ä. in einer bestimmten Lebenssituation allein aufgrund der Tatsache, daß er ein Glaubensbruder ist, den Vorzug gegenüber einem "Andersgläubigen", "Ungläubigen" oder "Nicht-Parteigenossen" usw. gibt, der hat den Weg der Inhumanität bereits beschritten. Daß es dabei viele Abstufungen der Inhumanität gibt - von der bloßen ungerechtfertigten Zurücksetzung bis hin zum Mord, und daß diese Abstufungen auch unterschiedlich zu gewichten sind, wird nicht verkannt.
Und noch ein Aspekt:
In Bezug auf Oriana Fallaci wurde hier geäußert, sie vermenge Wahn mit echter Kritik, un dies sei kein neues Phänomen.[/i][/u]
Wahrlich nicht:
Das meines Erachtens Gefährlichste an Religionen ist eben diese Vermengung von bejahenswertem (z.B. des Gebots der Nächstenliebe) mit Wahnschaffenem (Drohung mit "ewiger Strafe" für den Fall das Abfalls vom jeweiligen Gott - wobei, nebenbei gesagt, das eigentlich Erstaunliche darin besteht, daß es immer noch Millionen von Menschen gibt, die einen einfachen Gedanken nicht zu denken wagen: Die bloße Tatsache, daß mehrere Religionen gerade gegenüber ihrem Gott Gehorsam verlangen, ist besser geeignet, die Religion als solche ad absurdum zu führen und zu entlarven als tausende atheistische Trakate).[/i]
Gruß
Ekki
Volle Zustimmung. (n/t)
Als Antwort auf: @Paul, Odin und alle - Re: Mir wird gleich schlecht von Ekki am 06. Dezember 2004 19:28:53:
Re: @Paul, Odin und alle -.....
Als Antwort auf: @Paul, Odin und alle - Re: Mir wird gleich schlecht von Ekki am 06. Dezember 2004 19:28:53:
Hallo Ekki,
deiner Einstellung kann ich mich weitestgehend anschließen. Immerhin gestattet sie mir, ein anständiger Mensch zu sein, auch wenn mir der Glaube nicht gegeben ist
Du sprichst von "Formen der Folklore". Ästhetik ist vielleicht der bessere, weil umfassendere Begriff, für das sinnlich Erfahrbare eines Objektes. So eine "multimediale" Ostermesse z.B. hat unleugbar ihre ästhetischen Qualitäten: Gerüche, Farben der Fenster, Kerzen, der Ritus usw., und natürlich die von dir genannte Kirchenmusik, wo es mir wie dir geht.
Aber à propos Ästhetik: Deine Neigung zu Dreifachhervorhebungen[/u][/i] Hier verläuft ein tiefer Graben zwischen uns. Wer so etwas macht, hat im Prinzip das Recht zur Teilhabe an der Kulturmenschheit verwirkt 
Schreien mit maximaler Lautstärke[/u][/i] ... aus irgendeinem Grunde habe ich dagegen eine Abneigung entwickelt.
Einen sachten Gruß von Eugen
Re: @Paul, Odin und alle -.....
Als Antwort auf: Re: @Paul, Odin und alle -..... von Eugen Prinz am 07. Dezember 2004 10:46:28:
Hallo Eugen!
Hallo Ekki,
Aber à propos Ästhetik: Deine Neigung zu Dreifachhervorhebungen[/u][/i] Hier verläuft ein tiefer Graben zwischen uns. Wer so etwas macht, hat im Prinzip das Recht zur Teilhabe an der Kulturmenschheit verwirkt
Schreien mit maximaler Lautstärke[/u][/i] ... aus irgendeinem Grunde habe ich dagegen eine Abneigung entwickelt.
Einen sachten Gruß von Eugen
Ich meinerseits habe mich schon oft darüber geärgert, daß in diesem Forum in längeren, durchaus lesenswerten Postings keinerlei "Blickfang" in Form von Hervorhebungen existiert.
Die vom Forenmaster gewählte Schrift ist außerordentlich klein, und das Lesen längerer Postings ohne Anstrengung der Augen eigentlich nur möglich, indem man den ganzen Text nach Word kopiert und vergrößert.
Davon abgesehen aber:
Selbst bei größeren Schriftgraden empfinde ich Hervorhebungen als große Hilfe beim strukturierten Lesen.
Natürlich kann man sich bei mir wie bei jedem anderen Autor darüber streiten, ob die von ihm gewählte Zahl der Hervorhebungen zu groß, zu klein oder gerade richtig ist.
Ich werde also in Zukunft mal darauf achten, wie ich die Zahl meiner Hervorhebungen verkleinern kann, wäre aber meinerseits dankbar, wenn andere Verfasser längerer Texte auch mal ein paar "Blickfänge" einbauen würden.
Markanter Gruß von
Ekki
Re: @Paul, Odin und alle -.....
Als Antwort auf: Re: @Paul, Odin und alle -..... von Ekki am 07. Dezember 2004 16:55:26:
Hallo Ekki,
es war - wie du sicher gemerkt hast - nicht ganz so todernst gemeint. Immerhin machst du ja, was ich als sehr wohltuend empfinde, Absätze in deinen Texten. Das ist schon ein sehr wichtiges Gliederungselement. Die langen Textwüsten können einem schon die Lust am Lesen nehmen.
Wichtiger war mir ohnehin, die Zustimmung zu deinem Beitrag über Religion usw. zum Ausdruck zu bringen.
Einen Gruß von Eugen