Erstes Männerhaus in Italien für verarmte Geschiedene
Die Bewegung wird allmählich ein Selbstläufer. Jetzt hat die Welle Italien erreicht. Wahnsinn, was ist nur los?
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Erstes Männerhaus in Italien für verarmte Geschiedene
Bozen (dpa) - Das erstes Männerhaus für verarmte geschiedene Väter in Italien wird jetzt in Bozen eröffnet. Das vom Land Südtirol finanzierte Haus ist für Geschiedene, die nach Zahlungen für Kinder und Ex-Frau nicht mehr als 650 Euro monatlich zur Verfügung haben. Da Scheidungen seit einiger Zeit auch in Italien zunehmen, gerieten immer mehr Männer in eine Lage, "in der ihnen kaum noch genug zum anständigen Leben bleibt", sagte ein Verantwortlicher.
Wie die Zeitung "La Repubblica" am Freitag weiter berichtete, müssen die Männer für Kost und Logis 200 Euro pro Monat zahlen. Zunächst zögen fünf Geschiedene in die Wohngemeinschaft, weitere Projekte dieser Art seien in ganz Italien geplant. In Italien sind standesamtliche Scheidungen erst seit 1970 erlaubt. Mit sechs Scheidungen auf 10 000 Einwohner sei die Rate auch deutlich geringer als im EU-Durchschnitt. Eine besondere Schwierigkeit für die italienischen Männer sei es, plötzlich ohne weibliche Hilfe in Küche und Haushalt auskommen zu müssen, betonen die Verantwortlichen. Meist würden Italiener traditionell von ihrer Mutter verwöhnt. Oftmals wohnten sie auch nach ihrem 30 Lebensjahr noch bei "Mamma" - und in vielen Fällen kehrten sie nach einer Scheidung zur geliebten Mutter zurück.