Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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WOW!

Alex, der Eidgenosse, Thursday, 02.12.2004, 17:12 (vor 7735 Tagen)

Hi Hombres,

Ich komme aus dem Staunen nicht raus.. da hat sich tatsächlich eine wöchentlich erscheinende CH-Zeitschrift folgenden Themen gewidmet (und erst noch Frontpage!):

- Scheidungsdramen: Das neue Sorgerecht ist eine Totgeburt. Im Kampf um die Kinder können die Väter nur verlieren
- Verlusttrauma: Eine neue Studie belegt die körperlichen und seelischen Leiden von Scheidungsvätern
- Justizversagen: Was der Gesetzgeber ändern müsste – ein Interview mit dem Soziologen Gerhard Amendt

Link: www.facts.ch

Gruss aus der Schweiz

Link

Ich glaub das langsam alles echt nicht mehr :-)

Arne Hoffmann, Thursday, 02.12.2004, 17:49 (vor 7735 Tagen) @ Alex, der Eidgenosse

Als Antwort auf: WOW! von Alex, der Eidgenosse am 02. Dezember 2004 15:12:04:

Hi,

Ich komme aus dem Staunen nicht raus.. da hat sich tatsächlich eine wöchentlich erscheinende CH-Zeitschrift folgenden Themen gewidmet (und erst noch Frontpage!):

Und das alles unter der Titelschlagzeile "Rechtlose Väter, knallharte Mütter". Seh ich das richtig, dass bei euch in der Schweiz FACTS eines der führenden Nachrichtemagazine ist? Was ist denn nur los auf einmal? :-)

Gerade eben noch habe ich mit einer Journalistin telefoniert, die meinte, dass in unserer Gesellschaft Gut und Schlecht bzw. Gut und Böse zwischen Frau und Mann so unhinterfragt verteilt seien, dass sich ironischerweise gerade diejenigen Menschen, die sich für besonders aufgeklärt halten, diesem krausen Weltbild so völlig verfielen. Frauen seien schon deshalb selbstzufrieden und selbstgerecht, weil sie eben Frauen sind, während viele Männer mit ewigen Schuldgefühlen herumliefen und sich deshalb versuchten, den Frauen besonders unterwürfig anzudienen. Sie hat den Eindruck, dass es schwer wäre, dagegen anzugehen, weil nicht nur "das ganze Geld in den Frauen stecke" (gibt nun mal keine Männerbeauftragte, Männerministerien, wenig Männerberatungsstellen etc. pp.) und die Frauenlobby aus Angst um ihre Pfründe sofort auf jeden Kritiker eindreschen würde, sondern auch weil diese Ideologie mittlerweile die gesamte Gesellschaft bis hin zur letzten Verkäuferin durchwabere.

Da jetzt ein Titelcover zu sehen, wo der Mann NICHT als der allmächtige, bösartige Unterdrücker und die Mutter NICHT als ein Wesen aus reiner Herzensgüte, der Seligsprechung nahe, dargestellt wird - das baut schon erst mal wieder auf. :-)

Arne

Re: Ich glaub das langsam alles echt nicht mehr :-)

Jolanda, Thursday, 02.12.2004, 19:02 (vor 7735 Tagen) @ Arne Hoffmann

Als Antwort auf: Ich glaub das langsam alles echt nicht mehr :-) von Arne Hoffmann am 02. Dezember 2004 15:49:18:

Lieber Arne

Und das alles unter der Titelschlagzeile "Rechtlose Väter, knallharte Mütter". Seh ich das richtig, dass bei euch in der Schweiz FACTS eines der führenden Nachrichtemagazine ist? Was ist denn nur los auf einmal? :-)

--- Richtig, "Facts" ist ein sehr seriöses und in der Bevölkerung annerkanntes Nachrichtenmagazin. Es hat viel mehr Stellenwert, wenn die das bringen!

Gerade eben noch habe ich mit einer Journalistin telefoniert, die meinte, dass in unserer Gesellschaft Gut und Schlecht bzw. Gut und Böse zwischen Frau und Mann so unhinterfragt verteilt seien, dass sich ironischerweise gerade diejenigen Menschen, die sich für besonders aufgeklärt halten, diesem krausen Weltbild so völlig verfielen. Frauen seien schon deshalb selbstzufrieden und selbstgerecht, weil sie eben Frauen sind, während viele Männer mit ewigen Schuldgefühlen herumliefen und sich deshalb versuchten, den Frauen besonders unterwürfig anzudienen. Sie hat den Eindruck, dass es schwer wäre, dagegen anzugehen, weil nicht nur "das ganze Geld in den Frauen stecke" (gibt nun mal keine Männerbeauftragte, Männerministerien, wenig Männerberatungsstellen etc. pp.) und die Frauenlobby aus Angst um ihre Pfründe sofort auf jeden Kritiker eindreschen würde, sondern auch weil diese Ideologie mittlerweile die gesamte Gesellschaft bis hin zur letzten Verkäuferin durchwabere.

--- Ach Arne, das versuche ich doch schon lange zu sagen, dass hier kein halbherziges, verständnisvolles Handeln mehr angesagt ist, sondern klare Abgrenung und sich endlich zur Wehr setzen! Ich habe ja geschrieben, wie sich junge Männer unterwürfig verhalten und wie selbstverständlich junge Frauen sich selbstgerecht verhalten, das hat nichts mit dem Umgang in einer bestimmten Bar zu tun, wie Rüdige zu signalisieren versucht hat, ich finde es traurig, wenn Männer auf klare Aussagen, die auf Tatsachen beruhen, dann immer wieder versuchen, so zu tun, als wenn das Ausnahmen wären, nur weil sie es abscheinend nicht so wahr nehmen.

Da jetzt ein Titelcover zu sehen, wo der Mann NICHT als der allmächtige, bösartige Unterdrücker und die Mutter NICHT als ein Wesen aus reiner Herzensgüte, der Seligsprechung nahe, dargestellt wird - das baut schon erst mal wieder auf. :-)

--- Ich habe mich auch sehr darüber gefreut, es raschelt im Bömerwald, wurde aber auch langsam Zeit, steter Tropfen hölt eben doch den Stein ;-)

Re: Ich glaub das langsam alles echt nicht mehr :-)

Arne Hoffmann, Thursday, 02.12.2004, 20:33 (vor 7735 Tagen) @ Jolanda

Als Antwort auf: Re: Ich glaub das langsam alles echt nicht mehr :-) von Jolanda am 02. Dezember 2004 17:02:44:

Liebe Jolanda,

--- Ach Arne, das versuche ich doch schon lange zu sagen, dass hier kein halbherziges, verständnisvolles Handeln mehr angesagt ist, sondern klare Abgrenung und sich endlich zur Wehr setzen! Ich habe ja geschrieben, wie sich junge Männer unterwürfig verhalten und wie selbstverständlich junge Frauen sich selbstgerecht verhalten, das hat nichts mit dem Umgang in einer bestimmten Bar zu tun, wie Rüdige zu signalisieren versucht hat, ich finde es traurig, wenn Männer auf klare Aussagen, die auf Tatsachen beruhen, dann immer wieder versuchen, so zu tun, als wenn das Ausnahmen wären, nur weil sie es abscheinend nicht so wahr nehmen.

Wie gesagt, meine Bekannte schildert das auch so wie du. Andererseits habe ich in meinem eigenen Freundes- und Bekanntenkreis so gut wie keine zickigen Frauen. Die sind zumindest in dieser Hinsicht alle komplett unproblematisch. Einige von meinen weiblichen Freunden würden auch ohne Umschweife zugeben, dass heutzutage eine üble Diffamierungskultur gegen Männer besteht. Naja, vielleicht hab ich auch einfach schon die Schnepfen und Miststücke aus meinem Freundeskreis aussortiert. :-)

Arne

Re: Ich glaub das langsam alles echt nicht mehr :-)

Nikos, Thursday, 02.12.2004, 21:19 (vor 7735 Tagen) @ Jolanda

Als Antwort auf: Re: Ich glaub das langsam alles echt nicht mehr :-) von Jolanda am 02. Dezember 2004 17:02:44:

Hallo geschätzte Jolanda!

Ach Arne, das versuche ich doch schon lange zu sagen, dass hier kein halbherziges, verständnisvolles Handeln mehr angesagt ist, sondern klare Abgrenung und sich endlich zur Wehr setzen! Ich habe ja geschrieben, wie sich junge Männer unterwürfig verhalten und wie selbstverständlich junge Frauen sich selbstgerecht verhalten, das hat nichts mit dem Umgang in einer bestimmten Bar zu tun, wie Rüdige zu signalisieren versucht hat, ich finde es traurig, wenn Männer auf klare Aussagen, die auf Tatsachen beruhen, dann immer wieder versuchen, so zu tun, als wenn das Ausnahmen wären, nur weil sie es abscheinend nicht so wahr nehmen<

Genau deswegen habe ich bei der Bahn-Frau so reagiert, wie ich reagiert habe. Ich bin ein Mann, ich bin nicht schlechter als Frauen, ich habe meine eigenen Bedürfnisse, und ich versuche sie zu erfüllen. Ich muss mich nicht durch eine Frau definieren, mich auch nicht von ihr abhängig machen.

Habe heute (wieder mal in der Bahn, übrigens dieses mal mit eine äußerst netten Begleiterin..) ein Manifest für Männer geschrieben, das Männer "im-Hinderkopf-immer-behalten" können:

Männer!
Vergisst es nie:
Ihr seid auch wertvolle Menschen.
Ihr habt auch Menschenwürde.
Ihr dürft auch eigene Bedürfnisse haben
und nach deren Erfüllung streben.
Ihr dürft auch eigene Gefühle haben
und müssen diese akzeptieren und auch respektieren.
Ihr seid vollwertig in allen euren Facetten.
Ihr seid gut.
Ihr seid viel mehr als gut.
Ihr musst eure Leben auch selbstbestimmend leben.
Ihr seid nicht per Geschlecht minderwertig.
Allein Ihr dürft darüber entscheiden,
was mit eurer Zeit,
eurem Geld,
eurem Körper,
eure Wünsche,
eure Ziele,
eure Wege,
mit eurem eigenes ganzes Leben geschieht.
Gibt Euch nicht zum Gunsten fremdbestimmten Zielen auf.
Stellt Euch und eure Wünsche nicht zurück!
Männer,
Ihr seid total wertvolle Menschen,
vergisst es niemals!

Was meint Ihr dazu?

Nikos

Artikel-Link

Magnus, Thursday, 02.12.2004, 19:06 (vor 7735 Tagen) @ Alex, der Eidgenosse

Als Antwort auf: WOW! von Alex, der Eidgenosse am 02. Dezember 2004 15:12:04:

Interessanter Artikel auf der Seite:
http://www.facts.ch/dyn/magazin/gesellschaft/442368.html

Re: einfach nur erschreckend

Karin, Thursday, 02.12.2004, 20:13 (vor 7735 Tagen) @ Magnus

Als Antwort auf: Artikel-Link von Magnus am 02. Dezember 2004 17:06:36:

in der Schweiz scheints ja noch ärger zuzugehen als bei und in Deutschland (was ich eigentlich nicht für möglich gehalten hätte)

*kopfschütteld*
Karin

Re: einfach nur erschreckend

Schweizer, Tuesday, 07.12.2004, 11:35 (vor 7730 Tagen) @ Karin

Als Antwort auf: Re: einfach nur erschreckend von Karin am 02. Dezember 2004 18:13:23:

Liebe Karin,

Aber Du weisst doch, die Schweiz ist das "Heidiland" - nicht etwa das "Peterland"

Schön, dass es auch Frauen gibt, die merken, dass etwas nicht stimmt.
Oliver

in der Schweiz scheints ja noch ärger zuzugehen als bei und in Deutschland (was ich eigentlich nicht für möglich gehalten hätte)
*kopfschütteld*
Karin

Da sollten wir diesem Opfer - Leserbrief etwas entgegensetzen:

Gast316, Thursday, 02.12.2004, 21:21 (vor 7735 Tagen) @ Magnus

Als Antwort auf: Artikel-Link von Magnus am 02. Dezember 2004 17:06:36:

Interessanter Artikel auf der Seite:
http://www.facts.ch/dyn/magazin/gesellschaft/442368.html

Da sollten wir diesem Leserbrief etwas entgegensetzen:

Beatrice Müller
02.12.2004, 09:29
Dieser Artikel ist eine schamlose Ohrfeige für alle allein erziehenden Mütter, die die Verantwortung für ihren Nachwuchs zu 100% alleine tragen müssen. In Ihrem Artikel können Sie - bis auf die Problematik mit möglichem Missbrauch - überall Vater oder Mann mit Mutter oder Frau ersetzen. Schlussendlich gewinnt in einem Scheidungsfall immer die Partei, die die Beziehung dominiert hat und tonangebend war/ist, was zuhause zu geschehen hat. Kein Wort darüber, wie viel weniger Frauen für die gleiche Erwerbsarbeit verdienen, wie schwierig sich ein Wiedereinstieg gestaltet, was während 13 Wochen Schulferien zu machen ist mit Kindern, die betreut werden sollten und niemand ist da. Oder wie es sich anfühlt, wenn man auf der Arbeit ist, gleichzeitig aber zur x-ten kieferorthopädischen Kontrolle gehen muss mit dem Kind und anschliessend in die Psychotherapie, weil das Kind - und da bin ich ganz ihrer Meinung - einen Schaden von der Trennung davon trägt, der nicht wirklich gut zu machen ist. Diesen innerlichen Stress über Jahre aushalten zu müssen, sämtliche wichtigen Entscheidungen immer alleine treffen zu müssen, das ist verdammt hart. Warum erwähnen Sie mit keinem Wort, wie viele Väter innerhalb der ersten 2 Jahre nach der Scheidung von ihren Kindern absolut nichts mehr wissen wollen, weil Verdrängen besser als Hinschauen ist? Oder haben Sie das Gefühl, es schade den Kindern weniger, wenn Sie sie zur abgemachten Zeit frisch angezogen und mit dem Köfferchen wartend zum x-ten Mal wieder trösten müssen, weil Papa nun scheinbar doch nicht kommt? Klar, wer den nächsten Termin beim Psychiater und der Erziehungsberatung und dem Arzt und dem Zahnarzt wahrnehmen wird...


Autor: Beatrice Müller, Bern Datum: 02.12.2004, 09:29



Re: Da sollten wir diesem Opfer - Leserbrief etwas entgegensetzen:

Nikos, Thursday, 02.12.2004, 21:38 (vor 7735 Tagen) @ Gast316

Als Antwort auf: Da sollten wir diesem Opfer - Leserbrief etwas entgegensetzen: von Gast316 am 02. Dezember 2004 19:21:42:

Das habe ich dann ihr geantwortet:

_____________________________________________
an frau beatrice müller: haben Sie an diesen schwierigen Umständen bei der Kindererziehung auch dann gedacht, als Sie, scheinbar, "den Ton in der Familie" angegeben haben? Haben Sie sich mal Gedanken darüber gemacht, daß auch Männer/Väter Menschen sind, die nicht ewig Demütigungen durch aufbrausenden Müttern ertregen wollen, ja ertragen können? Würden Sie den Kontakt zu einem Kind wünschen, der von Ihnen überhaupt nicht mehr hält, viel mehr Vertrauen zu der Kindergärtnerin hat als zu Ihnen? Scheidungsvätrern geht es nämlich so. Sobald Kinder da sind, werden sie durch die Mütter aussortiert und auf der Wertskala der Familie mindestens auf Platz 15 gesetzt, das heisst "gefälligst Geld ran schaffen und möglich gar nicht zu Erziehung sagen". Würden Sie ein solchen Umstand für sich erlauben, oder würden Sie auch das Weite suchen, um wenigstens am Leben zu bleiben, um "wenigstens" Alkool- und/oder Tablettensüchtig zu werden und nicht selbstmord zu begehen?
_____________________________________________

Nikos

Re: Da sollten wir diesem Opfer - Leserbrief etwas entgegensetzen:

AJM, Thursday, 02.12.2004, 22:04 (vor 7735 Tagen) @ Gast316

Als Antwort auf: Da sollten wir diesem Opfer - Leserbrief etwas entgegensetzen: von Gast316 am 02. Dezember 2004 19:21:42:

In Ihrem Artikel können Sie - bis auf die Problematik mit möglichem Missbrauch - überall Vater oder Mann mit Mutter oder Frau ersetzen.<

Gröööhhhllll..... Es leben die Vorurteile!

Re: Da sollten wir diesem Opfer - Leserbrief etwas entgegensetzen:

Gast316, Friday, 03.12.2004, 01:42 (vor 7735 Tagen) @ Gast316

Als Antwort auf: Da sollten wir diesem Opfer - Leserbrief etwas entgegensetzen: von Gast316 am 02. Dezember 2004 19:21:42:


Ich habe den Artikel von Martin van Creveld reingesetzt:

"Das arme starke Geschlecht: Schon vor der Geburt diskriminiert Männer arbeiten schwerer, sterben früher und haben weniger Rechte als Frauen - Essay von Martin van Creveld Das kürzlich ergangene Urteil des Verfassungsgerichts in Karlsruhe, unverheirateten Vätern das Sorgerecht auf ihre Kinder zu verwehren, könnte das Leben von Hunderttausenden Männern beeinträchtigen; trotzdem stieß es auf erstaunlich wenig Widerspruch. In Deutschland wie auch anderswo sind Männer scheinbar nicht in der Lage, die Demontage ihrer sozialen Stellung ernstzunehmen, natürlich nur solange, bis sie sich mit den Folgen auseinandersetzen müssen. Nehmen wir ein Pärchen, das jahrelang zusammengelebt hat. Sie haben ein Kind oder mehrere Kinder. Eines Tages beschließen sie, sich zu trennen - vielleicht, weil die Frau einen neuen Geliebten hat. In diesem Fall würden die Kinder nach dem Gesetz automatisch der Mutter zugesprochen. Möglicherweise vernachlässigt sie sie, zieht mit ihnen ans andere Ende der Welt oder schafft sie sich vom Hals, indem sie sie in ein Internat steckt, das alles kann sie tun, ohne dass er ein Mitspracherecht in der Sache hätte. Im Falle ihres vorzeitigen Todes werden die Kinder in der Regel bei den Angehörigen der Mutter untergebracht, und wieder hat der leibliche Vater das Nachsehen. Dennoch muss er, solange seine Kinder unter 25 sind, für ihren Unterhalt zahlen. Was nichts anderes bedeutet, als dass er per Gesetz zu einem wandelnden Geldautomaten geworden ist. Was für das Sorgerecht gilt, trifft auf nahezu jeden anderen Aspekt des modernen Lebens genauso zu; wohin wir uns auch wenden, stoßen wir auf diskriminierte Männer. Untersuchungen haben gezeigt, dass diese Diskriminierung schon vor der Geburt einsetzt. Eröffnet man einer Schwangeren, sie bekomme einen Jungen, wird sie gleich erklären, wie groß und kräftig und vital "er" sich anfühle, ist es ein Mädchen, betont sie, wie zart und schutzbedürftig "sie" sei. Wie weitere Studien belegen, setzt sich diese Ungleichbehandlung in der Kindheit fort. Ein und dasselbe Verhalten, z.B. Weinen, wird bei einem Jungen missbilligt und gerügt, während es bei einem Mädchen dazu führt, dass man es in den Arm nimmt und tröstet. So war es schon im alten Sparta, als die Mütter (nicht die Väter) ihre Söhne aufforderten, mit ihren Schildern zurückzukehren oder auf ihnen. Auch im Erwachsenenalter halten sich diese Vorstellungen. Da Männer groß und stark sind, erwartet man von ihnen, dass sie ihr Äußerstes geben. Frauen sind im Durchschnitt kleiner und schwächer und man gesteht ihnen zu, sich das Leben leichter zu machen. Infolgedessen sind es zu allen Zeiten und überall auf der Welt die Männer, die praktisch alle harten und gefährlichen Berufe ausüben, von der Forstwirtschaft bis zur Schwerindustrie, vom Bergbau bis zur Hochseefischerei. Selbst in unseren modernen Industrienationen ist es so, dass verheiratete Männer zur Arbeit verpflichtet sind, verheiratete Frauen jedoch nicht. Kein Wunder, wenn uns die Statistiken bestätigen, dass Frauen wesentlich weniger arbeiten als Männer, sie weniger Zeit bei der Arbeit verbringen, halbtags arbeiten und früher in Rente gehen. Das gilt für Israel, wo der Autor lebt, wie für Großbritannien, Japan und Schweden. Mögen die Leser für sich entscheiden, ob das auch in Deutschland so ist. Wenn Frauen schon immer weniger gearbeitet haben als Männer und nicht so schwer wie diese, wovon leben sie dann? Die Männer tragen der Frauen Last. Der entscheidende Faktor, der dies gewährleistet, ist die Familie. Die Gesellschaft, in der Männer nicht dazu herangezogen werden, ihre Frauen zu versorgen, muss erst noch erfunden werden. Umgekehrt ist die Zahl der Frauen, die bereit sind, ihre Männer zu unterstützen, immer sehr klein gewesen; selbst heute verdienen nur etwa zehn Prozent der US-amerikanischen Frauen mehr als ihre Ehemänner, und Statistiken zeigen, dass die Scheidungsrate unter solchen Ehepaaren extrem hoch ist. Eine weitere Form der Versorgung von Frauen durch die Gesellschaft stellt die Sozialfürsorge dar. Es war für Frauen stets leichter als für Männer, in den Genuss von Sozialleistungen zu kommen; das galt bereits in biblischen Zeiten, als Moses all jene "verfluchte", die das Recht der Witwen beugen wollten. Auch der moderne Wohlfahrtstaat bildet da keine Ausnahme. Beispielsweise zahlen schwedische Männer etwa zwei Drittel aller Steuern, erhalten jedoch nur ein Viertel der staatlichen Sozialleistungen. Zum Teil ist die Folge, dass das steuerpflichtige Vermögen schwedischer Frauen im Verhältnis zu dem der schwedischen Männer 1,5 zu 1 beträgt; auch hier mögen die Leser selbst beurteilen, ob die Situation in Deutschland vergleichbar ist. Wie Forschungen in einer Reihe von Ländern ergeben haben, ist die Wahrscheinlichkeit der Festnahme bei einer Frau, wenn sie das Gesetz gebrochen hat, geringer als bei einem Mann. Wird sie doch verhaftet, fordert man warscheinlich ihren Ehemann auf, eine Kaution zu stellen, ist ..."

http://www.welt.de/data/2003/04/08/67612.html?prx=1

Jetzt besonders wichtig!

Nick, Thursday, 02.12.2004, 20:03 (vor 7735 Tagen) @ Alex, der Eidgenosse

Als Antwort auf: WOW! von Alex, der Eidgenosse am 02. Dezember 2004 15:12:04:

...massenhaft Briefe an SPIEGEL und FACTS schreiben, mit Lob und Anerkennung - incl. der Forderung, am Thema dranzubleiben.

Briefe an die Politiker sind mindestens genauso wichtig:
- Verweis auf die jüngsten Artikel; Bitte um Stellungnahme
- Frage, was sie gedenken zu unternehmen, um endlich für Abhilfe zu sorgen

Nick

Re: WOW!

Nikos, Thursday, 02.12.2004, 21:04 (vor 7735 Tagen) @ Alex, der Eidgenosse

Als Antwort auf: WOW! von Alex, der Eidgenosse am 02. Dezember 2004 15:12:04:

Hi Schweizer!

Nicht, aber auch gar nicht, kann sich entgegensetzen, wenn sich auch nur einer einzige Person ernsthaft entschließt, die Geschichte umzudrehen. Beispiele gibt es genüg: Ghandi, M.L.King (aber auch die Frau im Bus..) usw.

Ghandi soll mal gesagt haben:
- first they ignore you
- then they laugh at you
- then they fight you
- then you winn

Kennst du die Chaos-Theorie? Dieser Theorie nach, kann das Flattern einer einzigen Smetterlinge und die Luftbewegung, die durch ihre Flügeln dabei entsteht, einen regelrechten Sturm auf der anderen Seite des Planeten auslösen!

Krass, oder?

Nikos

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