Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

Archiv 1 - 20.06.2001 - 20.05.2006

67114 Postings in 8047 Threads

[Homepage] - [Archiv 1] - [Archiv 2] - [Forum]

Brüller bei Beckmann

Daddeldu, Tuesday, 30.11.2004, 14:47 (vor 7737 Tagen)

Hallo Leute,

Habe gestern Abend noch gezappt. Bei Beckmann war Bärbel Schäfer. Sie wurde in einem Kurzfilm vorgestellt: Freundin von Michel Friedman, Beziehung war auf Eis, als der mit den russischen Koksnutten rumgemacht hat. Dann waren sie wieder zusammen, haben geheiratet, jetzt ist sie im siebten Monat von ihm schwanger.
– weggezappt –
…
– hingezappt –

Bärbel Schäfer redet über die sexistische Plakataktion zum Welt-Aids-Tag, die hier schon erwähnt wurde. (Text von der BZgA-Seite: Erstmalig gehen die drei großen bundesweit tätigen Aids-Organisationen in Deutschland mit einer gemeinsamen Welt-AIDS-Tags-Kampagne an die Öffentlichkeit. Als Schirmherrinnen dafür haben die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), die Deutsche AIDS-Hilfe (DAH) und die Deutsche AIDS-Stiftung Schauspielerin Hannelore Elsner, Moderatorin Bärbel Schäfer und Pop-Sängerin Sandy gewonnen, die die Kampagne mit einem gemeinsamen Fotomotiv unter dem Motto: „Wir wissen, was wir wollen: Leben! Lieben! Schutz vor HIV!“ unterstützen. )

Bärbel Schäfer schwafelt bei Beckmann über die drei selbstbewussten Frauen auf dem Plakat, und dass sie Vorbilder seien für andere Frauen und Mädchen, die nicht so selbstbewusst sind wie sie. Diese sollten den Mut bekommen Nein zu sagen wenn sie dies wollten. Frauen seien nämlich immer noch in der sozial schlechteren Position usw.

Schließlich fragt Beckmann: „Haben Sie von Ihrem Mann damals einen AIDS-Test verlangt, als Sie dann wieder zusammen waren?“

Schäfer: „Nein.“ Sie druckst ein wenig herum, die Peinlichkeit der Situation ist ihr offenbar bewusst. Dann: „Es kann ja auch jemand von allein so was sagen.“ o. s. ä.

Beckmann wurde natürlich seinem Ruf als knallharter Interviewer gerecht und lenkte schnell auf ein anderes Thema ab.

Ich jedenfalls habe mir nicht unerheblich auf die Schenkel geklopft.

Gruß,

Daddeldu

Link zum Plakat dreier selbstbewusster Frauen

Re: Brüller bei Beckmann

ein weiterer Andreas, Tuesday, 30.11.2004, 15:24 (vor 7737 Tagen) @ Daddeldu

Als Antwort auf: Brüller bei Beckmann von Daddeldu am 30. November 2004 12:47:46:

Moin,

im Forum von juden.de bin ich auf eine Polemik gestoßen, die ich sehr gelungen finde und Euch deshalb nicht vorenthalten will:

***************************************************************************

Sehr geehrte, liebe bärbel schäfer,

oder dürfen wir schon Chava oder Tamar oder Zippora zu Ihnen sagen? Ihre große Kollegin Madonna möchte nur noch mit Esther angesprochen werden, seit sie einen Kabbala-Kurs besucht hat. Seitdem tritt sie nicht mehr an ungraden Tagen auf, und wenn die Quersumme aus Datum, Temperatur und Uhrzeit eine 9 ergibt, stellt sie sämtliche Aktivitäten ein und meditiert.

...

Sie freilich sind noch nicht so weit, wie wir Ihrem großen Gespräch mit der BUNTEN entnehmen konnten. Auf die Frage, ob Sie es sich vorstellen könnten, »aus Liebe zu Michel Friedman zum Judentum zu konvertieren«, sagen Sie: »Jetzt bin ich gerade aus einer schwierigen Situation heraus und soll schon darüber nachdenken, ob ich konvertiere?«

Sie sagen also weder Ja noch Nein, Sie antworten auf eine Frage mit einer Gegenfrage, und das, liebe bärbel, ist schon sehr jüdisch, wie der Witz von dem Ehepaar, wo der Mann seine Frau anschreit: »Musst du immer das letzte Wort haben?« und sie zurück mault: »Habe ich das wirklich?«

Doch die Jungs von der BUNTEN, die das Judentum für eine Tochterfirma von »American Express« halten, bei der man und frau nach Belieben Mitglied werden kann, haben ihre Antwort nicht verstanden. Deswegen legen sie nach: »Wie nah ist Ihnen das Judentum?« Worauf Sie antworten: »... Ich habe jüdische Freunde, aber auch Moslems und Angehörige anderer Religionen sind darunter. Die jüdische Kultur ist von einer großen menschlichen Wärme und Intensität geprägt ...«

Das, liebe bärbel, hat uns wirklich beeindruckt, das war nicht nur eine politisch megakorrekte Antwort, mit der Sie sich für die Nachfolge von Johannes Rau bewerben könnten, es war der multikulturelle Deckel, der auf jeden Topf passt. Wir stellen uns vor, wie sie am späten Morgen mit einem jüdischen Freund Matzenbrei frühstücken, wie Sie dann am Mittag mit einer moslemischen Freundin Kopftücher einkaufen gehen, wie Sie am Nachmittag bei einer Hindu-Familie Yogi-Tee trinken und Tofu-Kekse knabbern und wie Sie schließlich den Tag beschließen, indem Sie sich daheim »Anatevka« vom Video angucken, die Bad Hersfelder Aufführung, mit Roberto Blanco als Tewje, dem Milchmann, um etwas von der großen menschlichen Wärme und Intensität zu erfahren, die der jüdischen Kultur eigen ist. Das alles finden wir schon sehr gut, aber es scheint uns, als wären Sie mit dem Wesen des Judentums noch immer nicht vertraut, als wüßten Sie nicht, was für eine mühsame Strecke vor Ihnen liegt. Dagegen ist ein Biathlon-Wettbewerb bei Regen und Sturm das reine Vergnügen. Es genügt nicht, dass Sie eine Portion gefillte Fisch von einem Glas Bratheringe unterscheiden können, dass Sie ein paar Blusen für den WIZO-Basar spenden und mit Salz vom Toten Meer baden.

Es geht um mehr: Keine Partys mehr am Freitagabend, kein Geschnetzeltes in Sahnesauce, kein Parmaschinken, keine Krabben, keine Garnelen, keine Muscheln, keine Austern und kein Hummer, dafür das ganze Jahr über Hühnersuppe mit Nudeln und zerkochtem Gemüse und nur an den Feiertagen Lachs auf Cream Cheese. Das Judentum mag viel menschliche Wärme bieten, kulinarisch ist es, vor allem für verwöhnte Gaumen, eine Folterkammer. Jetzt werden Sie sich fragen, wie es denn kommt, dass ihre »jüdischen Freunde« am Freitagabend ausgehen, Geschnetzeltes in Sahnesauce essen und ganz verrückt nach Parmaschinken und Meeresfrüchten sind. Für einen Lobster aus Maine würde jeder sogar den Gaza-Strip aufgeben!

Ganz einfach. Die sind schon Juden, sie wollen es nicht werden. Gesetzestreue verlangen wir nur von denjenigen, die unserem Zirkel beitreten wollen. Sonst könnten wir uns vor Anträgen nicht mehr retten! Wir sind eben kein Tochterunternehmen von »American Express«, eher schon von »Manischewitz« und »Ossem«.

Was immer Sie vorhaben, überlegen Sie es sich gut. Menschliche Wärme finden Sie überall, wo Menschen auf engem Raum zusammen sind: In der U-Bahn, im Kino, bei der Love Parade. Und eine große Portion Couscous ist ja auch was Schönes.

Mit Multikulti-Grüßen,
Ihr Broder, Bloemendaal
**************************************************************************

Re: Brüller bei Beckmann

Gast316, Wednesday, 01.12.2004, 09:19 (vor 7736 Tagen) @ ein weiterer Andreas

Als Antwort auf: Re: Brüller bei Beckmann von ein weiterer Andreas am 30. November 2004 13:24:20:

Moin,
im Forum von juden.de bin ich auf eine Polemik gestoßen, die ich sehr gelungen finde und Euch deshalb nicht vorenthalten will:
***************************************************************************
Sehr geehrte, liebe bärbel schäfer,
oder dürfen wir schon Chava oder Tamar oder Zippora zu Ihnen sagen? Ihre große Kollegin Madonna möchte nur noch mit Esther angesprochen werden, seit sie einen Kabbala-Kurs besucht hat. Seitdem tritt sie nicht mehr an ungraden Tagen auf, und wenn die Quersumme aus Datum, Temperatur und Uhrzeit eine 9 ergibt, stellt sie sämtliche Aktivitäten ein und meditiert.
...
Sie freilich sind noch nicht so weit, wie wir Ihrem großen Gespräch mit der BUNTEN entnehmen konnten. Auf die Frage, ob Sie es sich vorstellen könnten, »aus Liebe zu Michel Friedman zum Judentum zu konvertieren«, sagen Sie: »Jetzt bin ich gerade aus einer schwierigen Situation heraus und soll schon darüber nachdenken, ob ich konvertiere?«
Sie sagen also weder Ja noch Nein, Sie antworten auf eine Frage mit einer Gegenfrage, und das, liebe bärbel, ist schon sehr jüdisch, wie der Witz von dem Ehepaar, wo der Mann seine Frau anschreit: »Musst du immer das letzte Wort haben?« und sie zurück mault: »Habe ich das wirklich?«
Doch die Jungs von der BUNTEN, die das Judentum für eine Tochterfirma von »American Express« halten, bei der man und frau nach Belieben Mitglied werden kann, haben ihre Antwort nicht verstanden. Deswegen legen sie nach: »Wie nah ist Ihnen das Judentum?« Worauf Sie antworten: »... Ich habe jüdische Freunde, aber auch Moslems und Angehörige anderer Religionen sind darunter. Die jüdische Kultur ist von einer großen menschlichen Wärme und Intensität geprägt ...«
Das, liebe bärbel, hat uns wirklich beeindruckt, das war nicht nur eine politisch megakorrekte Antwort, mit der Sie sich für die Nachfolge von Johannes Rau bewerben könnten, es war der multikulturelle Deckel, der auf jeden Topf passt. Wir stellen uns vor, wie sie am späten Morgen mit einem jüdischen Freund Matzenbrei frühstücken, wie Sie dann am Mittag mit einer moslemischen Freundin Kopftücher einkaufen gehen, wie Sie am Nachmittag bei einer Hindu-Familie Yogi-Tee trinken und Tofu-Kekse knabbern und wie Sie schließlich den Tag beschließen, indem Sie sich daheim »Anatevka« vom Video angucken, die Bad Hersfelder Aufführung, mit Roberto Blanco als Tewje, dem Milchmann, um etwas von der großen menschlichen Wärme und Intensität zu erfahren, die der jüdischen Kultur eigen ist. Das alles finden wir schon sehr gut, aber es scheint uns, als wären Sie mit dem Wesen des Judentums noch immer nicht vertraut, als wüßten Sie nicht, was für eine mühsame Strecke vor Ihnen liegt. Dagegen ist ein Biathlon-Wettbewerb bei Regen und Sturm das reine Vergnügen. Es genügt nicht, dass Sie eine Portion gefillte Fisch von einem Glas Bratheringe unterscheiden können, dass Sie ein paar Blusen für den WIZO-Basar spenden und mit Salz vom Toten Meer baden.
Es geht um mehr: Keine Partys mehr am Freitagabend, kein Geschnetzeltes in Sahnesauce, kein Parmaschinken, keine Krabben, keine Garnelen, keine Muscheln, keine Austern und kein Hummer, dafür das ganze Jahr über Hühnersuppe mit Nudeln und zerkochtem Gemüse und nur an den Feiertagen Lachs auf Cream Cheese. Das Judentum mag viel menschliche Wärme bieten, kulinarisch ist es, vor allem für verwöhnte Gaumen, eine Folterkammer. Jetzt werden Sie sich fragen, wie es denn kommt, dass ihre »jüdischen Freunde« am Freitagabend ausgehen, Geschnetzeltes in Sahnesauce essen und ganz verrückt nach Parmaschinken und Meeresfrüchten sind. Für einen Lobster aus Maine würde jeder sogar den Gaza-Strip aufgeben!
Ganz einfach. Die sind schon Juden, sie wollen es nicht werden. Gesetzestreue verlangen wir nur von denjenigen, die unserem Zirkel beitreten wollen. Sonst könnten wir uns vor Anträgen nicht mehr retten! Wir sind eben kein Tochterunternehmen von »American Express«, eher schon von »Manischewitz« und »Ossem«.
Was immer Sie vorhaben, überlegen Sie es sich gut. Menschliche Wärme finden Sie überall, wo Menschen auf engem Raum zusammen sind: In der U-Bahn, im Kino, bei der Love Parade. Und eine große Portion Couscous ist ja auch was Schönes.
Mit Multikulti-Grüßen,
Ihr Broder, Bloemendaal
**************************************************************************

Hallo weiterer Andreas,
ich wage es, diesen Artikel öffentlich für gut zu finden ;-)
Ist direkt wohltuend!

Mir fällt dazu der Spruch ein: "Was ist jemand der für alles offen ist? - Nicht ganz dicht!" ;-)

powered by my little forum