Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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alt, aber hübsch

Arne Hoffmann, Tuesday, 30.11.2004, 11:24 (vor 7736 Tagen)

Der folgende Artikel ist fast zwei Jahre alt ("Magdeburger Volksstimme" vom 8. Februar 2003), aber ich bin gerade erst auf ihn gestoßen, und er hat mir sehr gefallen - insbesondere weil er wieder mal zeigt, dass viele Frauen längst schon Tacheles reden, wo manche Männer noch brav und unterwürfig schweigen. Der Beitrag stammt von Bettina Röhl, die vielleicht am bekanntesten durch ihre Enthüllungen über die gewalttätige Vergangenheit Joschka Fischers geworden ist. Frau Röhl hat mir ihre Einverständnis gegeben, diesen Artikel noch einmal komplett in unserem Forum zu veröffentlichen.

"Ein Urteil stuft den Vater zum Elternteil zweiter Klasse herab

Unverheiratete Väter bekommen das Sorgerecht für ihre Kinder auch in Zukunft nur mit Zustimmung der Mutter. Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe bestätigte am 29. Januar 2003 eine entsprechende Regelung aus dem Jahr 1998 als verfassungsgemäß.

Das Bundesverfassungsgericht hatte sich mit dem Fall auseinander zu setzen, dass der Gesetzgeber für ein nichtehelich geborenes Kind allein der leiblichen Mutter das Sorgerecht überträgt und dem Vater wie auch dem unehelich geborenen Kind selber kein Recht auf die Vatersorge als Recht wie auch als Verantwortung einräumen. Nach geltendem Recht kann die Mutter allein über das Kind entscheiden und allein entscheiden, ob der Vater auch ein Sorgerecht bekommt.

Ob der Vater des nichtehelichen Kindes sich um sein Kind kümmert, dies intensiver tut als die Mutter oder weniger intensiv - all dies ist laut Bundesverfassungsgericht ebenso unerheblich wie die Beziehung des nichtehelichen Kindes zu seinem Vater. Die Mutter allein entscheidet, ob sie dem Vater des unehelichen Kindes ein Sorgerecht einräumen möchte oder ob der Vater rechtlos bleibt, sie entscheidet also quasi darüber, ob's den Vater überhaupt gibt und darüber, ob es dem Kindeswohl entspricht, welche Rolle der Vater spielt oder nicht spielt.

Die Frage, ob eine solche Ungleichbehandlung von Vater und Mutter mit dem Schutz von Ehe, von Familie und dem Schutz des Kindeswohls vereinbar ist, also der eigentliche Untersuchungsgegenstand, mit dem sich das Bundesverfassungsgericht zu befassen hatte, findet bei genauem Hinsehen mit viel Rechtstechnik kaschiert keine Antwort, weil die einzig gelieferte Antwort letzten Endes immer wieder diejenige ist, dass das Sorgerechtsmonopol der Mutter richtig sei, weshalb es auch verfassungskonform wäre.

Zweimal, ganz klein und ganz beiläufig, liefert das Bundesverfassungsgericht dann doch eine Begründung, eine biologische. Mütter sind eben Mütter, kennen ihr Kind in ihrem Bauch schon neun Monate länger als der Vater und hätten schon vor der Geburt eine Beziehung zu ihrem Kind. Weil dieser Gedanke nicht ganz dem Zeitgeist entspricht, der die Gleichberechtigung auch des Mannes kennt und gerade in Familiensachen fördern will, ist im Urteilstext deutlich zu spüren, dass die einzige wahre Begründung für den Richterspruch auf dem matriarchalischen und archaischen Gedanken beruht, der die patriarchalische Menschheitsgeschichte durchzog, dass Mutterschaft quasi heilig ist.

Das moderne Grundgesetz stellt dagegen Ehe, Familie, Vaterschaft, Mutterschaft und Kindschaft zu Recht gleichgewichtig und hochrangig unter seinen Schutz, weshalb die Mehrzahl der Argumente des Verfassungsgerichts auch nur Scheinargumente bleiben. Denn es gibt überhaupt keinen einzigen substanziellen Gedanken zur allein zu entscheidenden Frage, warum Mutter ja und Vater nein. Es sei denn, Mutter selber sagt: Vater, du darfst auch, wenn du ganz lieb bist und tust, was ich sage.

Es ist erschütternd, dass das Bundesverfassungsgericht in seinem Urteil technokratisch und in Verwaltungsattitüde peinlich genau darauf achtet, dass das Wort Liebe, die Mutterliebe, die Vaterliebe und die Liebe des Kindes zu Vater und Mutter im Urteil kein einziges Mal auftaucht. In Sachen Grundgesetz haben neuerdings also Ehe und Familie mit Liebe nichts mehr zu tun. Das Wort Liebe wird in dem Urteil ersetzt durch das bis zum Überdruss wiederholte Wort der "Kooperationsbereitschaft" nicht ehelich zusammen oder getrennt lebender Eltern, durch das Wort "Beziehung" und das Wort "Kindeswohl".

Eiskalt wird der Vater zum weniger wertvollen Elternteil heruntergefahren. Dies wird in dem zweiten, ebenfalls gut kaschierten Leitgedanken des Urteils deutlich, der für den Mutter-Vorrang spräche: Konflikte zwischen den nicht verheirateten Eltern seien dem Kindeswohl abträglich. Das ist selbstverständlich und deswegen sei es richtig, in solchen Fällen das Kind in die vorzugswürdige Mangelsituation zu stellen, nur einen sorgeberechtigten Elternteil zu haben. Eine Konfliktsituation zwischen den Eltern spreche also grundsätzlich dafür, der Mutter das Sorgerecht allein zu geben, unabhängig davon, ob diese liebevoll, fähig oder ein schwieriger Fall ist, und ihr allein die Beurteilung zu übertragen, ob der Vater schädlich oder gut für das Kind ist.

Dass dieser gezogene Schluss mit Logik nichts zu tun hat, liegt auf der Hand. Der Vorzug eines Elternteils als alleinigem Sorgerechtsträger sagt schließlich nichts darüber aus, ob im Einzelfall ein allein sorgeberechtigter Vater der bessere Elternteil ist oder ob dies für die Mutter zutrifft.

Die rechtliche Gleichstellung der nicht ehelichen mit den ehelichen Kindern, aber auch die Ähnlichmachung eheähnlicher Beziehungen mit der Ehe und schließlich die biologische Tatsache, dass auch Väter von der Zeugung an neun Monate ihr werdendes Baby begleiten, werden in dem Urteil negiert. Noch haben Menschenkinder Gott sei Dank Vater und Mutter und ein Recht auf Vater und Mutter, und somit haben sie auch ein Recht darauf, dass die Mutter nicht mit der Jokerkarte des alleinigen Sorgerechtes spielen kann - was die meisten Mütter im Zweifel auch gar nicht wollen.

Die unterschwellige Behauptung des Gerichts, dass im Streitfall der Eltern die Mutter Recht hat und besser für das Kind sorgte, konnte vom Gericht nicht belegt werden, weil diese Behauptung auch nicht belegbar ist.

Wie schön, dass es ebenfalls im BGB den § 242 gibt, der über dem Bundesverfassungsgericht steht, und an dessen Rechtsgedanken das Bundesverfassungsgericht auch selber gebunden ist. Dieser Paragraph regelt den allgemeinen Rechtsgedanken, dass jedes rechtsrelevante Tun auch des Staates und des Familienrechtsgebers der zur Entscheidung vorgelegten Regelungen an Treu und Glauben gebunden sind: Väter in dieser Form gesetzlich zu diskreditieren, widerspricht den Mindestanforderungen an die gesetzgeberische Fairness. Interessanterweise erwähnt das Bundesverfassungsgericht zwar auch den Gleichheitsgrundsatz von Mann und Frau vor dem Gesetz, entscheidet aber ohne weitere Begründung, dass Mann und Frau wegen ihrer biologischen Unterschiede nur ungleich elternfähig vor dem Gesetz seien.

Mütter, Väter und Kinder sind also aufgerufen, das Bundesverfassungsgericht erneut in derselben Sache um eine Entscheidung zu bitten, die dem Gedanken rechtstechnischer Fairness besser entspricht und den Vätern nichtehelicher Kinder wenigstens ein Minimum an Rechten unabhängig von der Mutter einräumt. Denn dies würde der Vater- und der Mutterliebe in jedem Fall gerechter, würde Liebe fördern, statt sie zu unterdrücken."

Die Autorin Bettina Röhl ist freie Journalistin und lebt in Hamburg.

Re: alt, aber hübsch

michail, Tuesday, 30.11.2004, 12:14 (vor 7736 Tagen) @ Arne Hoffmann

Als Antwort auf: alt, aber hübsch von Arne Hoffmann am 30. November 2004 09:24:53:

Die Frau (Tochter von Ulrike Meinhof - soviel ich weiß) scheint m.E. doch keine persönlichen Kränkungen in ihren Äußerungen ausgleichen zu wollen, wie einmal in diesem Forum vermutet wurde.

Jede Sequenz ist schlüssig, relevant und wahrhaftig!

Wir brauchen solche Menschen! Sie sind mehr 'Männerbewegung' als viele ideologie-verhaftete Männer unter den bemühten Männerrechtlern.

Michail

Re: alt, aber hübsch

Odin, Tuesday, 30.11.2004, 13:04 (vor 7736 Tagen) @ michail

Als Antwort auf: Re: alt, aber hübsch von michail am 30. November 2004 10:14:26:

Die Frau (Tochter von Ulrike Meinhof - soviel ich weiß) scheint m.E. doch keine persönlichen Kränkungen in ihren Äußerungen ausgleichen zu wollen, wie einmal in diesem Forum vermutet wurde.

Da ging es um die Auseinandersetzung mit ihrer eigenen Mutter und der 68er-Generation. Trotzdem läßt sich annehmen, daß ihre eigene negative Einstellung ihrer Mutter gegenüber natürlich auch in diesen Text einfließt.

Re: alt, aber hübsch

Nick, Tuesday, 30.11.2004, 17:45 (vor 7736 Tagen) @ Arne Hoffmann

Als Antwort auf: alt, aber hübsch von Arne Hoffmann am 30. November 2004 09:24:53:

"...insbesondere weil er wieder mal zeigt, dass viele Frauen längst schon Tacheles reden, wo manche Männer noch brav und unterwürfig schweigen."

Manche? Wo sind denn die anderen? Vor dem Tacheles-Reden liegt das Tacheles-Denken. Wer nicht denkt, hat nichts zu sagen. Wer sich beleidigt weigert, sein Gehirn ordnungsgemäß zu benutzen und lieber von der "absoluten Feiheit" träumt, statt sich der absoluten Begriffe zu vergewissern, die für's Tachelesreden nun mal unverzichtbar sind, wer das alles für "philosophisches Blabla" hält und ignorant für "off topic" erklärt, dem ist einfach nicht mehr zu helfen. Offenbar nicht einmal mit einem Kanonnenschlag, 30 cm neben dem Ohr gezündet: sollte eigentlich reichen, meint man, ihn zu wecken. Reicht aber nicht! Unser tapferer Freiheitsträumer schreckt matt in die Höhe, tastet im Dunkeln aus seiner Nachttischlade zwei Librium, wirft sie ein - und dreht sich auf die andere Seite.

Frau Röhl vertritt nicht eine "Meinung", sondern sie sagt die Wahrheit. Warum ist das so? Eben nicht deshalb, weil sie eine "Mehrheit" hätte, und ihre "Wahrheit" deshalb einfach durchsetzen könnte (so wie es das BVG tut, so wie es Zypries tut, so wie es die meisten hier im Forum offenbar auch für völlig in Ornung halten), sondern einfach, weil es eben wahr ist. Wahrheit besitzt natürliche Autorität, die nicht abhängig davon ist, ob sie "anerkannt " wird.

Frau Röhl sagt die Wahrheit, weil sie weiß, daß es sie objektiv gibt, unabhängig von Meinungen, einfältigen Slogans und Mehrheiten. Und weil sie sie kennt, denn sie 'zappt' nicht, sondern denkt sauber nach und ist sich deshalb ihrer Urteilskraft gewiß. Ohne das geht es nicht! Wer absolute Begriffe wie "Freiheit", "Wahrheit", "Sittengesetz" usw. selbst(!) für subjektiv beliebig hält und als Verhandlungssache betrachtet, der braucht sich hernach nicht zu wundern, wenn er beim "Verhandeln" ununterbrochen über den Tisch gezogen wird: ja, exakt, ich rede von der sogenannten "Männerbewegung"!

Ich bin hier mit meinem Latein im Moment am Ende. Wer sich bloß noch beleidigteleberwursthaft um sein "Recht auf geistige Impotenz" sorgt, den läßt man vielleicht am besten einfach ruhig schlafen und milde weiterseufzen?

Ich zieh mich hier jetzt erstmal für eine Weile raus. Ich ertrage das einfach nicht! Alles hat seine Grenzen. Auch Geduld.

*lichtausknipsundschlafraumtürschließ*

Nick

Re: alt, aber hübsch

Peter, Tuesday, 30.11.2004, 17:47 (vor 7736 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Re: alt, aber hübsch von Odin am 30. November 2004 11:04:01:

Trotzdem läßt sich annehmen, daß ihre eigene negative Einstellung ihrer Mutter gegenüber natürlich auch in diesen Text einfließt.

Dass persoenliche Erfahrungen in die Beurteilung einer allgemeinen Frage eingehen, scheint mir nichts schlechtes. Dass Bettina Roehl aus ihrer Familiengeschichte schliesst, dass Muetter nicht von vorneherein bessere Eltern sind als Vaeter, sollte man nicht durch eine "negative Einstellung gegenueber ihrer Mutter" wegzuerklaeren versuchen; nach dieser langen Zeit ist das ja keine Laune mehr sondern das ueberdachte Urteil eines erwachsenen Menschen.

Gruss,

Peter

Re: alt, aber hübsch

Peter, Tuesday, 30.11.2004, 19:17 (vor 7736 Tagen) @ Nick

Als Antwort auf: Re: alt, aber hübsch von Nick am 30. November 2004 15:45:36:

Ich zieh mich hier jetzt erstmal für eine Weile raus. Ich ertrage das einfach nicht! Alles hat seine Grenzen. Auch Geduld.
*lichtausknipsundschlafraumtürschließ*

Gute Erholung! Ich hoffe, dass dein Abschied nicht endgueltig ist.

Gruss,

Peter

Re: alt, aber hübsch

Odin, Tuesday, 30.11.2004, 19:46 (vor 7736 Tagen) @ Peter

Als Antwort auf: Re: alt, aber hübsch von Peter am 30. November 2004 15:47:13:

Trotzdem läßt sich annehmen, daß ihre eigene negative Einstellung ihrer Mutter gegenüber natürlich auch in diesen Text einfließt.

Dass persoenliche Erfahrungen in die Beurteilung einer allgemeinen Frage eingehen, scheint mir nichts schlechtes. Dass Bettina Roehl aus ihrer Familiengeschichte schliesst, dass Muetter nicht von vorneherein bessere Eltern sind als Vaeter, sollte man nicht durch eine "negative Einstellung gegenueber ihrer Mutter" wegzuerklaeren versuchen; nach dieser langen Zeit ist das ja keine Laune mehr sondern das ueberdachte Urteil eines erwachsenen Menschen.

Hab ich ja auch nicht gesagt, daß das was schlechtes wäre. Natürlich spielt auch meine Vergangenheit in MEINE Meinungen hinein. Bestimmte Leute sind für bestimmte Sachen sensibilisiert. Das muß nicht immer "einäugig" sein. Diese Leute sind dann gewissermaßen die "Sensoren", die bei bestimmten Dingen am ehesten ausschlagen. So gelingt es dieser Frau (und auch uns) Fehlentwicklungen z.B. durch Mutterverherrlichung am ehesten zu entdecken. Da, wo andere noch für alles in Ordnung halten, wissen wir schon längst, daß da was faul ist..

...und manchmal schlagen wir und auch diese Autorin zu früh aus.

Dem kann ich mich anschliessen (ohne Text)

Peter, Tuesday, 30.11.2004, 20:57 (vor 7735 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Re: alt, aber hübsch von Odin am 30. November 2004 17:46:57:


Re: alt, aber hübsch

michail, Tuesday, 30.11.2004, 21:17 (vor 7735 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Re: alt, aber hübsch von Odin am 30. November 2004 17:46:57:

Wir können biographische Begründungen genauso gut dort anführen, wo der Apfel unter dem Baum liegt wie auch dort, wo er sich weit von ihm entfernt hat.

Weil das aber eben zu vage ist, sollte man Menschen schlicht in ihren Aussagen und Statements wahrnehmen und nach seinem Geist darauf reagieren.

Ich zumindest finde, daß psychologistische Erklärungen keinen kompetenten Eindruck machen und hinzu klein wenig arrogant wenn nicht sogar menschverachtend sind ("ich sehe Dich ganz, weil ich höher stehe als Du.")

Das heißt aber jetzt nicht, daß der Fehler mir nicht passieren könnte ;-) Es ist natürlich, jemanden positionieren zu wollen; schon mal einen temporären 'Gegner'. Glaubwürdiger ist aber, man verzichtet darauf.

Gruß an W.

Re: alt, aber hübsch

Sam, Tuesday, 30.11.2004, 23:19 (vor 7735 Tagen) @ Nick

Als Antwort auf: Re: alt, aber hübsch von Nick am 30. November 2004 15:45:36:

Konstatieren lässt sich jedenfalls, dass die Bereitschaft oder Fähigkeit, allgemeine politische Fragen und persönliche religiöse Überzeugungen voneinander zu trennen, bei verschiedenen Menschen unterschiedlich stark ausgeprägt ist.

Re: alt, aber hübsch

Eugen Prinz, Wednesday, 01.12.2004, 02:08 (vor 7735 Tagen) @ Sam

Als Antwort auf: Re: alt, aber hübsch von Sam am 30. November 2004 21:19:52:

Konstatieren lässt sich jedenfalls, dass die Bereitschaft oder Fähigkeit, allgemeine politische Fragen und persönliche religiöse Überzeugungen voneinander zu trennen, bei verschiedenen Menschen unterschiedlich stark ausgeprägt ist.

Das gefällt mir. Das hat Stil! Dr. Livingstone - vermutlich?

Wirklich entzückt,
Eugen

Hä?

Arne Hoffmann, Wednesday, 01.12.2004, 08:31 (vor 7735 Tagen) @ Eugen Prinz

Als Antwort auf: Re: alt, aber hübsch von Eugen Prinz am 01. Dezember 2004 00:08:05:

Hi Eugen,

Das gefällt mir. Das hat Stil! Dr. Livingstone - vermutlich?

Okay, hier komm ich nicht mehr mit: Das ist eine Anspielung auf Henry Stanley, klar, aber ich check den Kontext grad nicht?

Grüße

Arne

Re: Naja...

Eugen Prinz, Wednesday, 01.12.2004, 09:34 (vor 7735 Tagen) @ Arne Hoffmann

Als Antwort auf: Hä? von Arne Hoffmann am 01. Dezember 2004 06:31:06:

Hi Eugen,

Das gefällt mir. Das hat Stil! Dr. Livingstone - vermutlich?

Okay, hier komm ich nicht mehr mit: Das ist eine Anspielung auf Henry Stanley, klar, aber ich check den Kontext grad nicht?
Grüße
Arne[/i]

Hallo Arne,

angesichts widriger Umstände noch derart die Form zu bewahren - das hat mich an die berühmte Begegnung der beiden Entdeckungsreisenden in der Wildnis erinnert. Ich bringe solche Zurückhaltung leider nicht so oft auf, wie es mir wünschenswert wäre und habe nebenbei den leisen Verdacht, Sam hat das auch nicht immer geschafft, was natürlich seine jetzige Form um so bemerkenswerter macht. Aber dazu muss nichts weiter gesagt werden.

Einen schönen Tag wünscht dir
Eugen

Ah, jetzt verstanden, danke! :-) (n/t)

Arne Hoffmann, Wednesday, 01.12.2004, 11:27 (vor 7735 Tagen) @ Eugen Prinz

Als Antwort auf: Re: Naja... von Eugen Prinz am 01. Dezember 2004 07:34:47:

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Re: alt, aber hübsch

Leser, Wednesday, 01.12.2004, 13:50 (vor 7735 Tagen) @ Arne Hoffmann

Als Antwort auf: alt, aber hübsch von Arne Hoffmann am 30. November 2004 09:24:53:

Wie schön, dass es ebenfalls im BGB den § 242 gibt, der über dem >Bundesverfassungsgericht steht, und an dessen Rechtsgedanken das >Bundesverfassungsgericht auch selber gebunden ist. Dieser Paragraph >regelt den allgemeinen Rechtsgedanken, dass jedes rechtsrelevante Tun >auch des Staates und des Familienrechtsgebers der zur Entscheidung >vorgelegten Regelungen an Treu und Glauben gebunden sind: Väter in dieser >Form gesetzlich zu diskreditieren, widerspricht den Mindestanforderungen >an die gesetzgeberische Fairness.

interessante Interpretation des 242. Dumm nur das das BVerfG nunmal a)über die Kompatibilität einer Regelung mit der Verfassung, also dem GG entscheidet und nicht mit niederrangigem Recht wie dem BGB und b) der 242 als im allgemeinem Schuldrecht angesiedelte sog. Generalklausel hier überhaupt nicht einschlägig ist.

Leser

Re: alt, aber hübsch

Nick, Wednesday, 01.12.2004, 16:27 (vor 7735 Tagen) @ Sam

Als Antwort auf: Re: alt, aber hübsch von Sam am 30. November 2004 21:19:52:

"Konstatieren lässt sich jedenfalls, dass die Bereitschaft oder Fähigkeit, allgemeine politische Fragen und persönliche religiöse Überzeugungen voneinander zu trennen, bei verschiedenen Menschen unterschiedlich stark ausgeprägt ist."

Diese Trennung ist auch nicht erforderlich. Ich bin ein ganzer Mensch, frei und keineswegs verpflichtet, in "erlaubt" und "unerlaubt" (von wem eigentlich?) zu trennen und mich zu zerlegen, wie du oder andere sich das vorstellen. Schon die Forderung nach einer solchen Selbstzensur ist in sich ungeheuerlich. Warum fällt das eigentlich nicht einem hier auf? Warum ergreift keiner das Wort dagegen?

"Deutsche! Wehrt euch! Hört nicht auf Christen!" - oder wie? Das läßt sich ohne große Umstände fix auf andere "ungenehme Ansichten" erweitern, denn es ist im Prinzip verkehrt. Daß praktisch alle anderen hier so etwas durchweg schweigend oder gar billigend hingenommen haben, war immer schon der Skandal in diesem Forum und ist eine Schande.

Es gibt die Trennung von Kirche und Staat. Es gibt aber nicht die Trennung von religiösen Überzeugungen und freier Meinungsäußerung. Die ungeheuerliche Forderung, es solle so sein, ist totalitär. Eugen hat sie oft erhoben: "Hört nicht auf Nick! Lest nicht seine Beiträge! Sonst werdet ihr blind und bekommt Hämorrhiden und Hodenkrebs!" Eugen kann halt nicht argumentieren...

Ich kritisiere Eugen übrigens nicht aus "persönlichen Gründen" so scharf und unerbittlich, sondern weil ich ihn für einen demagogischen Totalitaristen bis auf die Knochen halte. Menschen mit einem solchen Charakter sind hochgefährlich und daß die Auseinandersetzung um diese Fragen als "persönliches Gekabbel" verkannt wird, ist ein schlimmes Alarmzeichen.

Deutschland eben! Dumme, feige Untertanen! Das gilt erstrecht für die Christen, die hier ja schließlich auch lesen und schreiben. Ihr habt das immer schweigend hingenommen. Das ist eine doppelte Schande.

Nur die allerdümmsten Kälber wählen ihre Metzger selber.

Na, dann wählt mal schön.

Nick

P.S.: Meine scharfe Einrede gegen Eugens Idee von "Freiheit" war philosophisch ZWINGEND. Wo blieb die Stellungnahme der Gebildeten, die das wissen?

Re: alt, aber hübsch

Rüdiger, Thursday, 02.12.2004, 00:56 (vor 7734 Tagen) @ Nick

Als Antwort auf: Re: alt, aber hübsch von Nick am 01. Dezember 2004 14:27:47:

Hallo Nick,

Ich kritisiere Eugen übrigens nicht aus "persönlichen Gründen" so scharf und unerbittlich, sondern weil ich ihn für einen demagogischen Totalitaristen bis auf die Knochen halte.

.... aber Du bist ein sanftes Lämmchen, wie ;-)

Menschen mit einem solchen Charakter sind hochgefährlich und daß die Auseinandersetzung um diese Fragen als "persönliches Gekabbel" verkannt wird, ist ein schlimmes Alarmzeichen.

Soll ich mich jetzt in ärztliche Behandlung begeben? Gar bei Dir? Wäre das so viel besser als auf der Therapie-Couch bei Maya .... ;-)) Ein Bierchen trink ich mit Dir bei Gelegenheit in Berlin gern, aber sonst ... Weißt, ich find es halt schon eigenartig, daß jemand, der früher - meines Wissens - ein "gläubiger" Marxist und/oder Maoist war (und vielleicht ebenso eifernd?) - jetzt ein so eifernder Katholik ist. Da kommt mir die Verführbarkeit der Intellektuellen in den Sinn, und ich denke mir: Manche sind halt nicht damit zufrieden, einfach nur zu leben, sie brauchen permanent eine "Sinnstiftung", sie müssen sich permanent irgendwas unterwerfen, vor irgendwas müssen sie immer auf den Knien herumrutschen. - Ich halte diese Auseinandersetzungen halt für wenig hilfreich im Sinne unserer Sache, daher meine Bezeichnung "Gekabbel". In Monis Forum schrubst Du: "Dazu fällt mir nichts mehr ein", als Peter Becker schrieb (sinngemäß): "Freiheit ist hier nur dann ein Thema, wenn sie durch den Konflikt der Geschlechter beschränkt wird; allgemeines philosophisches Blabla ist off topic"; etwas freundlicher könnte man formulieren: "Philosophische Grundsatzdebatten sind nicht Thema dieses Forums" - sondern konkret die Geschlechterdebatte.

"Wo immer die Menschen in den Besitz von ein wenig Freiheit kommen, treten zu allen Zeiten und so sicher wie das Amen in der Kirche selbsternannte Aufpasser und Aufseher, Mahner und Warner auf den Plan, die ihnen ihren richtigen Gebrauch erklären und sie daran hindern wollen, sie zu 'mißbrauchen'".

(Richard Herzinger, Die Tyrannei des Gemeinsinns; ein Bekenntnis zur egoistischen Gesellschaft)

Gruß, Rüdiger

Re: alt, aber hübsch

Jolanda, Thursday, 02.12.2004, 03:22 (vor 7734 Tagen) @ Rüdiger

Als Antwort auf: Re: alt, aber hübsch von Rüdiger am 01. Dezember 2004 22:56:39:

Lieber Rüdiger

Ich möchte nicht viel dazu sagen, das ist eine Diskussion zwischen dir und Nick. Nur ist es schon eine Beleidigung, zu schreiben, ob du dich bei ihm auf die Couch legen sollst und ob das wohl besser wäre, als wenn du das bei Maya tust.

Ich kenne beide Personen und du machst hier Vergleiche, die hinken in jeder Richtung. Ich weiss, dass du Nick Unrecht tust, eigentlich genügt das ja. Nur diesen Vergleich fand ich schon sehr beleidigend.

Und Nick hat viel Temperament, wenn er das Gefühl hat, dass hier Unrecht geschieht. Aber ihm zu unterstellen, dass du ein bisschen das Gefühl hast, er braucht einfach irgend etwas, wo er sich ereifern kann, das ist auch eine recht böse Unterstellung, die eben einfach nicht zutrifft. Ja, Nick hat viel erlebt, er kennt viele Religionen bis in ihre Tiefen, ich denke, das muss man auch, wenn man mitreden will.

Ich weiss, dass du Unrecht hast, die anderen sollen selber entscheiden, was sie von Nicks Engagement halten sollen.

Es ist dein Recht, es so zu sehen, wie du es eben empfindest. Aber ich konnte hier nicht einfach nichts sagen, ich kenne Nick zu gut, viel zu gut, ich weiss einfach, dass das nicht stimmt, was du ihm hier unterstellst.

Gruss
Jolanda

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