UNICEF Klasse für Mädchen einseitige Bildungspolitik?
UNICEF fordert zur Weihnachtszeit auf, für bessere Bildungschancen für Mädchen zu spenden. 65 Millionen Mädchen würden aus finanzieller Not keine Möglichkeiten zu elementarer Schulbildung haben.
So weit so gut. Es beleibt aber die Frage, wie geht es eigentlich den Jungen so in der Dritten Welt. Alles Sonnenschein?
UNICEF liefert dankenswerter Weise eine umfassende Dokumentation
http://www.unicef.de/fileadmin/content_media/mediathek/I_0071_Bildung_2004.pdf
kurze Zusammenfassung:
<i/>121 Millionen Kinder im Grundschulalter gehen
nicht zur Schule, weil ihre Familien zu arm sind, weil die Schulen überfüllt oder zu
weit entfernt sind. Mit 65 Millionen sind die Mehrheit von ihnen Mädchen, denn
noch immer werden sie in vielen Ländern beim Zugang zur Bildung benachteiligt.[/i]
So ist das also. 56 Millionen Jungen und 65 Millionen Mädchen haben keinen Zugang zu Bildung. Rechtfertigt dies eine Sammelaktion nur für Mädchen?
<i/>Zwei Drittel der rund 875
Millionen Analphabeten auf der Erde sind weiblich.[/i]
Hier ist die Differenz schon deutlicher ABER dies ist mal wieder ein Kohortenproblem. Frauen der älteren Generation hatten in der Tat deutlich schlechtere Bildungschancen als Männer. Dies trifft aber, auch international gesehen, heute auf Mädchen nicht mehr zu.
<i/>Die Kluft zwischen den Geschlechtern ist in den neunziger Jahren kleiner geworden.
In 86 Ländern ist bei den Einschulungsraten die Gleichheit der Geschlechter erreicht.
Weltweit hat sich das Verhältnis von Mädchen zu Jungen bei der Einschulung von 86
zu 100 im Jahr 1990 auf 92 zu 100 verbessert.[/i]
Vielleicht sollte man bei diesen minimalen prozentualen Differenzen darauf hinweisen, dass in Deutschland 68% der Schulabgänger ohne Schulabschluss Jungen sind. Dies hat bis jetzt noch niemanden gestört.
<i/>im
Tschad besuchen maximal zehn Prozent aller Mädchen eine weiterführende Schule. In
dieser Region ist auch der Anteil weiblicher Lehrkräfte so niedrig wie sonst nirgends
in manchen Ländern liegt er bei nur 25 Prozent.[/i]
Sehr interessant! Dummerweise liegt bei uns der männliche Lehrkräfteanteil oftmals auch unter 25 Prozent. Hat bis jetzt auch noch keinen zu einer Spendenaktion veranlasst.
Aber ganz am Ende und versteckt werden die Jungen doch noch erwähnt:
<i/>Auch die Jungen kommen zu kurz
Jungen stehen in vielen Ländern vor denselben Problemen wie die Mädchen, wenn es um
die mangelnde Zahl von Schulen, die schlechte Ausstattung oder unzureichend ausgebildete
Lehrer geht. Während weltweit der mangelnde Zugang der Mädchen besonderen
Anlass zur Sorge gibt, bereiten in einigen Ländern und Regionen, darunter viele Industriestaaten,
die schlechten schulischen Leistungen von Jungen und ihr unregelmäßiger
Schulbesuch den Verantwortlichen Kopfzerbrechen. In Ländern wie Botswana, Lesotho,
Namibia und der Mongolei ist dies vor allem darauf zurückzuführen, dass Jungen traditionell
die Tiere hüten und deshalb nicht zum Unterricht gehen können. Aber auch in
Lateinamerika und der Karibik zeigen die Jungen oft schlechtere Leistungen, brechen
die Schule vorzeitig ab und müssen häufiger eine Klasse wiederholen. Bei einer Studie
in Brasilien zeigte sich, dass ab einem Alter von zehn Jahren mehr Jungen die Schule
verlassen als Mädchen. Zwischen 15 und 17 hatten bereits 19,2 Prozent die Schule verlassen,
aber nur 8,5 Prozent der Mädchen.
Eine These zur Begründung lautet, dass sich mit der Pubertät die Selbstwahrnehmung
der Jungen und ihr Rollenverständnis ändert. Schule und Lesen gelten als nicht cool
oder unmännlich. Ein siebenjähriger britischer Junge brachte seine Haltung zur Schule
auf den Punkt: Du bist kein richtiger Junge, wenn du gerne liest. Hinzu kommt, dass
Jungen aus armen Familien nur selten daran glauben, dass der Schulbesuch sie wirklich
in materieller Hinsicht voranbringt.
Von der Grundschule bis zu den Abschlussprüfungen schneiden Mädchen heute auch in
Industrieländern wie Großbritannien besser ab, längst haben sich ihre Leistungen auch
im naturwissenschaftlichen Bereich, der bislang immer als männliche Domäne verstanden
wurde, beträchtlich verbessert.[/i]
Und was sind jetzt die Forderungen von UNICEF. Keine!?! Es bleibt also alles beim alten. Jungen sind selbst Schuld, Mädchen aufs schwerste diskriminiert.
Richtig ist, dass UNICEF viele wichtige Kampagnen zur Verbesserung der Bildungschancen für Jungen und Mädchen unterstützt. Aber diese neue Kampagne ist für mich klar zu einseitig.
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