Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Rote Männer Info Nr 77

Odin, Tuesday, 09.11.2004, 13:19 (vor 7758 Tagen)

RoteMänner!
Frauen, Kinder und KP-Sekretäre!

Normalerweise werden Frauen und Kinder unter gewaltsam ums Leben
Gekommenen besonders betrauert. In China (oder bei der "taz"?) scheint
sich eine neue Tradition durchzusetzen, die uns ähnlich anregend
erscheint. Auf das Konto einer inzwischen hingerichteten
"Giftmischerin" gehen nach Auskunft der "taz" zehn Todesopfer,
"darunter ein Kind und ein KP-Sekretär".
http://www.taz.de/pt/2004/10/30/a0103.nf/text

Wenn das nichts ist für die Chefin aller Langweiler-Plotten Donna Leon -
eine authentische Venezianische Diskriminierung: Infolgedessen ist
Alexandra Hai (37), Seefahrerin, sauer auf die Gondolieri in Venedig.
Sie fiel zum fünften Mal beim Examen zur Gondelfahrerin durch. Während
die Prüfungskommission schwere Fehler geltend macht, spricht die
verbitterte Deutsche von Frauenfeindlichkeit. "Die Venezianer sind
einfach noch nicht so weit, eine Frau und noch dazu eine Ausländerin
als Gondoliera zuzulassen." Die strengen Prüfer sehen das anders: "Wir
sind erstaunt, daß Alexandra nach all den Jahren noch immer so viele
Fehler macht." So sei sie beim Examen mit dem Ruder an einer Brücke
hängengeblieben. Allerdings sei die Prüfung stets sehr hart: Im Schnitt
schafft es nicht mal ein Drittel der Bewerber.
http://www.welt.de/data/2004/10/27/351736.html Zum Verbleib der anderen
beiden Drittel ermittelt sicher längst Commissario Brunetti wegen
sexuellem Faschismus.

Manche Leserzuschriften müssen wir einfach zitieren, weil in ihnen so
viel Wahrheit liegt: ".superdickesmegafettesriesen Lob an alle an den
Infobriefen Beteiligten! Weiter so! Weiter so! Weiter so!" schrieb uns
Marcus. Und darüber haben wir uns natürlich besonders gefreut: "Meine
Freundin lacht regelmäßig köstlich amüsiert und zustimmend nickend mit
bei der Lektüre eurer Infobriefe!" Recht und weiter so auch euch! Und
wo wir schon dabei sind, ein rühmend' Lied auf uns RotenMänner
anzustimmen, auch diese klare Aussage von Benno: "Endlich mal Leute,
die Tacheles reden in Zeiten zunehmender Verblödung und feministischer
Agitation!" Genau so war's auch gedacht. Auch Benno besteht darauf:
"Weiter so!" Okay, überredet. - Gefreut hat uns schließlich auch dies:
"Euer Infobrief 76 ist Klasse wie die vorangegangenen. Pointenreich,
witzig, bissig. Eure Serie ist ja so eine Art Eulenspiegel, der die
feministischen, (.) die Gesellschaft spaltenden Tendenzen in Politik,
Medienlandschaft, Öffentlichkeit aufs Korn nimmt. Inhaltlich und
handwerklich klasse, der Stil ist angemessen. In der witzigen Art das
Beste zu dem Thema, das ich kenne." - Danke, Männer, das haben wir
gebraucht!

Thorsten Thissen machte sich da wohl auch ein wenig lustig, als er etwas
verspätet noch was zur letzten "Anke Late Night" sagte: "Frauen-Power
gegen eine von Männern, von humorfreien Anzugträgern beherrschte Welt.
Frau Schöneberger erklärte das Scheitern damit, daß Männer eben nicht
den feinen Humor zu schätzen wüßten, Frau Schwarzer meinte, es lag an
dem späten Sendeplatz." Klasse fanden auch wir das Bonmot von dem
"feinen" Humor, das Barbara Schöneberger als wahrhaft gerissene
Satirikerin ausweist. Aber nett fanden wir das ja nicht von ihr, Frau
Engelke derartig hochzunehmen. So ist das eben mit uns humorfreien
deutschen Männern... http://www.welt.de/data/2004/10/23/349931.html

Die Superkurzmeldung des Tages: Das Darben hat ein Ende, Harald Schmidt
kommt wieder. Zu Weihnachten!

Peter Unfried machte daraus für die "taz" den folgenden dramatischen
Versuch einer Erläuterung: "Grade noch schien es, als sei
zivilisatorischer Fortschritt erreicht und die deutschen Männer ließen
sich - klug oder auch nur resigniert - von den allgegenwärtigen neuen
Moderatorinnen und deren sozialer Kompetenz daran hindern, sich
gegenseitig die Köpfe einzuschlagen. Und nun? Wollen sie - neuerdings
zu Männerbünden formiert - die Köpfe der neuen Führungsfrauen
einschlagen. (...) Der Ansatz freilich greift zu kurz: Nicht allen
Männern (...) geht es darum, die Welt von einem Mann erklärt zu
bekommen. Manchen geht es schlicht darum, dass man sie überhaupt wieder
erklärt bekommt." http://www.taz.de/pt/2004/11/01/a0171.nf/text Es ist
also alles eine Sache der Motivationslage! Wer Christiansen, Illner
oder auch Engelke für schlecht hält, weil sie schlecht SIND, spricht
wahr. Wer sie aber für schlecht hält, weil sie Frauen sind, ist im
Unrecht. Bloß dass Letzteres nie jemand behauptet hat, als Popanz unter
professionellen Frauenverstehern - denen, die Frauen grundsätzlich gut
finden, nur weil sie Frauen sind! - aber weite Verbreitung findet.

Eine ausgezeichnete Zusammenfassung der Situation von Trennungsvätern in
Europa, denen der Umgang mit den eigenen Kindern verweigert wird, lasen
wir - aus österreichischer Perspektive beschrieben - in "Profil":
http://www.profil.at/index.html?/articles/0443/560/96340.shtml Dazu
gehörte auch ein Interview mit Gerhard Amendt über seine Studie
"Scheidungsväter"
http://www.profil.at/index.html?/articles/0443/560/96340.shtml sowie
ein Beitrag von Angelika Hager über "Mütter, die ihre Kinder als Waffen
einsetzen":
http://www.profil.at/index.html?/articles/0443/560/96340.shtml

Die Bundesregierung hat mal was Gutes gemacht: Das Ungeheuer heißt
Tageskinderbetreuungsausbaugesetz. Wir sind beeindruckt. Zweifellos
wird dies auch in der einschlägigen Trennungsväterszene Widerspruch
ernten, weil deren Viele glauben, sie selbst seien die einzige
akzeptable Alternative zur Betreuung durch die Mutter. Nur dass dies
ihnen in den letzten Jahrzehnten nicht eben weiter geholfen hat. Ein
ordentliches Betreuungsangebot für Kinder - auch die Kleinsten! - wird
aber in einem ganz anderen Bereich irgendwann Grundlage dafür sein, die
sittliche Begründung für die Alimentierung der Mütter durch die
abgetrennten Väter infrage zu stellen, die ja immer noch wesentlich auf
dem Betreuungsmonopol der Erstgenannten beruht. Das wäre dann wirklich
ein gutes Stück Emanzipation. Auch für die Kinder kann man es nur
begrüßen, die sich im Kreise von ihresgleichen nach kurzer Eingewöhnung
immer sichtlich wohl fühlen und ein Sozialverhalten erlernen, das heute
kaum noch eine Einkindfamilie zu vermitteln versteht. Und schon gar
nicht eine neurotische "Einelternfamilie"!
http://www.welt.de/data/2004/10/29/352667.html

Allerdings fiel der "Welt" dazu ausgerechnet ein, dass schon im Rumänien
zu Zeiten der Ceausescu-Diktatur Kinder wenige Monate nach ihrer Geburt
den Eltern weggenommen, in Heime gesteckt - und dann dort planvoll
vernachlässigt wurden. Wahrlich ein gewagter Vergleich mit Krippen, in
die die Kinder morgens von ihren Eltern gebracht werden, wo sie beste
Betreuung erfahren und nachmittags wieder abgeholt werden und sogar in
der Mittagspause von ihren Eltern besucht werden können.
http://www.welt.de/data/2004/11/04/355252.html

Über die neue Geschlechteretikette in der Bundeswehr berichteten wir in
der vorangegangenen Ausgabe. Kurz darauf macht auch die "Welt" das
anlässlich der Verurteilung eines jungen Soldaten zu sechs Jahren
Jugendhaft zum Thema: Er hatte eine Kameradin umgebracht. Ein bisher
einzigartiger Fall: "Das Meldewesen der Bundeswehr verzeichnet für das
laufende Jahr 73 Verdachtsfälle von ,Delikten gegen die sexuelle
Freiheit', wie sexuelle Übergriffe bei der Bundeswehr genannt werden.
,Insgesamt sind 28 Soldatinnen und Soldaten davon betroffen', sagt ein
Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums." Die Situation in der
Bundeswehr seit der Integration von Frauen kommt offenbar der in einem
gemischtgeschlechtlichen Internat gleich, und für viele Vorgesetzte ist
sie "ein Horrorszenario, wie ein Fregattenkapitän sagt, der (...) nicht
genannt werden will. Schon jetzt sei der Umgang mit den weiblichen
Soldaten schwierig, berichtet er. Vor allem fürchte man, ständig
verdächtigt zu werden. ,Bei einem dienstlichen Gespräch auf dem
Damendeck bleiben die Türen immer offen. Besser noch ist es, der Mann
nimmt eine weitere Personen als Zeugen mit, um später nicht in den
Verdacht einer Vergewaltigung oder sexueller Belästigung zu kommen.'
Ein Klima des Mißtrauens herrsche auf vielen deutschen Booten auch,
weil erst seit Sommer dieses Jahres ein Erlaß Sex in der Bundeswehr
erlaubt - im gegenseitigen Einvernehmen, in der Freizeit und nur dann,
wenn es den Dienstbetrieb nicht verhindert." Halt eben so wie überall
sonst auch. http://www.welt.de/data/2004/10/27/351905.html

Bleibt zu hoffen, dass auch im Nachhinein keine allzu häufigen Zweifel
darüber aufkommen, ob die außerdienstlichen Begegnungen erwünscht waren
oder nicht... Ansonsten dürfte die Bundeswehr ihrem früheren Ruf als
"Schule der Nation" neue Ehre bereiten: Danach wissen ein paar Rekruten
mehr, worauf sie sich bei dem einen oder anderen
zwischengeschlechtlichen Zweifelsfall als Erwachsene gefasst machen
müssen.

Über die (Nicht-)Rolle von Frauen in kriegerischen Auseinandersetzungen
ließ sich in der selben Ausgabe Michael Stürmer aus, ohne allerdings
wesentliche Erkenntnisse zu gewinnen, die nicht auch Martin van Creveld
bereits gehabt hat. http://www.welt.de/data/2004/10/27/351904.html

Hallo, liebe Freunde, es ist Dienstag und da sind wir wieder, auch in
dieser trüben Jahreszeit war uns kein Aufwand zu groß, um Pointen aus
dem wirklichen Leben bzw. der real existierenden Medienwirklichkeit
auszugraben und auf unsere gewohnt sachlich-sachverständige Art und
Weise zu kommentieren. Mit von der Partie sind diesmal

1. Renée Zucker (erst neulich hier erwähnt) mit einer weiteren Glosse
über eine Fernsehsendung, diesmal zum Thema Sextourismus - und was
sollen wir sagen, Renée fand diesen Sextourismus eigentlich richtig
gut! Warum, das lest ihr gleich.

2. Sonja Mikich vom wdr-"Monitor" und Mareike Aden von der "taz", die
gemeinsam wissen, dass der deutsche Mann täglich mindestens einmal in
den Puff geht, aber vermutlich nicht mal am Heiligen Abend in die
Kirche. Wenn das George W. erfährt, haben die beiden Damen einen
Mitstreiter, auf den sie stolz sein können!

3. Elfriede Jelinek, die womöglich in unserer letzten Ausgabe doch ein
wenig zu gut davongekommen ist, so dass wir Michael Scharang (in
"konkret") sowie Matthias Matussek und Marcel Reich-Ranicki im
"Spiegel" dazu anhören mussten.

Also nehmt die Finger aus der Nase, setzt euch gerade hin, und macht vor
allem die Kippen aus, hier wird nicht geraucht. Jetzt wird gelesen!
Aber vorher noch ein Wort an die Schlampenszene: Wann schickt ihr uns
endlich mal einen Virus, der uns wirklich Schwierigkeiten machen
könnte?! Wir sind Männer und brauchen die Herausforderung, aber keine
derartig langweiligen Internetwürmer! Ha!

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SKANDAL IM SPERRBEZIRK:
MEHR VERSTÄNDNIS FÜR SEXTOURISTINNEN UND SEXTOURISTEN?

Dass man beim Sextourismus differenzieren müsste. Skandalös, oder? Wenn
WIR das gesagt hätten! Kinderschänder-Propaganda hätte der Vorwurf
gelautet. Mindestens! Haben wir aber nicht gesagt, bisher. Aber die
Medienkritikerin Renée Zucker hat das jetzt gesagt, am 28. Oktober
morgens im Berliner Inforadio. Wir leihen Frau Zucker seit Jahrzehnten
gerne unser Ohr, wenn sie wieder irgendwelchen Fernsehschrott trefflich
dekonstuiert. Manchmal lobt sie aber auch. An diesem Tag zum Beispiel,
wo es um Sextourismus ging. Und das Differenzieren geht selbst einer
Renée Zucker bei diesem Thema leichter von der Hand, wenn es keine
fettleibigen schwitzenden älteren Männer sind, die hier nach
Körperkontakten lechzen: Auf 3sat begleitete eine Schweizer
Filmemacherin drei weitere Schweizerinnen, die in Kenia seit längerem
(je!) einen Freund haben. "Sextourismus einmal anders, ja, so könnte
man es bezeichnen, wenn man die jungen, schwarzen Männer mit den
teilweise schon etwas derangierten weißen Frauen zusammen sieht, vor
allem die 72jährige begüterte Großmutter, die mit ihrem 26jährigen
Liebhaber auf Safari geht." Man KÖNNTE es so nennen? Wie bitte, liebe
verehrte Frau Zucker, sollte man es denn sonst nennen, hmmm?

Die wohlhabende Seniorin hat "4 Kinder alleine groß gezogen und gönnt
sich nun auch mal was." Das tun manche drahtigen Mittelstandskämpen aus
Südhessen oder Ostwestfalen auch ab und zu, aber DIE tun gut daran, die
Günste, die ihnen dabei erwiesen werden, nicht dokumentieren zu lassen.
Obwohl in Asien und Lateinamerika nicht wenige von ihnen Jahr für Jahr
zu "ihren" Mädels zurückkommen und ihnen durch monatliche Überweisungen
das Leben etwas leichter machen. Weil aber sexuell dienstbare Geister
weiblichen Geschlechts natürlich immer Zwangsprostituierte sind,
während so ein knackiger junger Schwarzer eine autonome Entscheidung
trifft, kann man heute offenbar über weiblichen Sextourismus
unbekümmert reden und filmen, während der männliche Sextourismus immer
gleich das Odium von industriellem Missbrauch und Kinderschändung
atmet.

"Man hatte nicht das Gefühl, dass die drei jungen afrikanischen Männer
logen, wenn sie behaupteten, ihre älteren Schweizer Freundinnen
aufrichtig zu lieben. Liebe ist eben auf vielerlei Weise möglich. In
Afrika sowieso. Und wahrscheinlich geht es auch gar nicht unbedingt um
,Sex' bei dieser Art von gegenseitigem Ausbeutungsgeschäft, sondern,
was sagte einer der Männer, als er über den staubigen Boden seines
Heimat-Krals schlurfte: Ich bin glücklich, wenn sie hier ist, mit ihr
bin ich jemand." Man hat auch nicht das Gefühl, dass Frauen in Thailand
lügen, wenn sie sich auf das jährliche Wiedersehen mit ihrem "Papa"
freuen. (So nennen sie dort ironisch die sexuell nicht abgeneigten
Sponsoren aus den reichen Zentren, von Singapur bis Ennepetal.) Über
manchen freut man sich mehr, über andere weniger. Die Hübschesten
halten sich gleich ein paar dieser Männer und müssen schön aufpassen,
dass die bei ihren meist jährlichen Besuchen dann nicht gleichzeitig
eintrudeln. Sonst bleibt schlagartig die monatliche Überweisung aus.
Frauen aus dem reichen Norden machen es inzwischen dem Bericht zufolge
also genauso, warum auch nicht? Aber wieso müssen sie sich nicht
verstecken, wenn sie dasselbe tun, was Männern grundsätzlich Verachtung
einträgt? Eigentlich ist Frau Zucker zu intelligent, um diese Frage
einfach auszusparen. Sie hat's aber trotzdem getan. Schade!

"Die Frauen waren auch glücklich, wenn sie da waren, sie waren ebenfalls
jemand. Jemand, der wahrgenommen wird, und warum sollen sie nicht auch
vom Überfluss ihrer ersten Welt abgeben?" Nun ja, wir finden
grundsätzlich ja auch nichts dabei, sollten uns aber doch darüber
verständigen, dass es trotz allem hier um Prostitution geht. Aber warum
sollten dann nicht auch Männer, die es nach Asien oder Brasilien zieht,
etwas von ihren Einkommen abgeben? Vermutlich sind auch sie - wenn
nicht in der Öffentlichkeit, so doch zu Hause - "unsichtbar". Sie
kaufen sich, gerade beim noch nicht industrialisierten Sextourismus,
ebenso ein wenig Sympathie und Zuneigung, wie die älteren Damen aus der
Schweiz, für die Renée Zucker jedoch ungleich mehr Verständnis hat. Sah
sie doch einen Film, "der niemanden denunzierte", einen Film, "der es
schaffte, dass man sich ständig bei Vorurteilen ertappte und sie
sogleich revidieren konnte." Vielleicht geht sie auf dem Weg beim
nächsten Mal wenigstens noch die naheliegendsten Schritte weiter!
http://www.inforadio.de/programm_sendung.php?CFS=1&TYPE=0&RID=1579895&PHPSE...

P.S. Die Staatssekretärin im Bundesfrauenministerium Christel
Riemann-Hanewinckel hat offenbar Erkenntnisse, "daß es eine ,erhebliche
Nachfrage deutscher Männer nach sexuellem Mißbrauch von Kindern' gebe."
Das berichtete die "Welt" am 2. November unter der Überschrift
"Deutsche Männer machen Kinderhandel lukrativ". Welche Erkenntnisse
Frau Riemann-Hanewinckel hat und was "erheblich" bedeutet, sagte sie
nicht - oder aber die "Welt" hat es uns verschwiegen.
http://www.welt.de/data/2004/11/02/354991.html

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WIR SIND EIN VOLK - VON HURENBÖCKEN
DEUTSCHE MÄNNER: EINE VÖLKERWANDERUNG IN DEN PUFF

Wir bleiben beim Thema Prostitution. Wenigstens wissen wir jetzt, dass
es keine Einbahnstraße ist - wenn man wohl auch nicht von
gleichwertigem Gegenverkehr sprechen kann... Und auf die Bundeswehr
kommen wir in diesem Zusammenhang auch gleich wieder zu sprechen:

"Freier in der Friedenstruppe - Deutsche Soldaten bei
Zwangsprostituierten" tönte es über das Sittenwächter-Magazin des WDR
"Monitor". ("Panorama" vom NDR hatte die Ausstrahlung des Berichts aus
guten Gründen vorher zweimal abgesagt.) Bundeswehrsoldaten hätten
demnach im Kosovo nicht nur rudelweise die örtlichen Puffs heimgesucht,
nein, sie seien über "Zwangsprostituierte" hergefallen. Schon stimmte
für die stets um das moralische Volksheil besorgte Moderatorin Sonja
Mikich das Weltbild wieder: "Seit dem Jahr 2000 untersucht Amnesty
International Fälle im Kosovo, wonach deutsche Soldaten - also unsere
Friedenssicherer - Bordelle besuchen, in denen verschleppte
osteuropäische Frauen zur Prostitution gezwungen werden. Mal wiegelt
das Verteidigungsministerium ab, mal kündigt es Aufklärung an.
Geschehen ist bis heute nichts. In ihrem Bericht stellt Inge Bell fest:
Auch deutsche Soldaten fördern weiter ein brutales Gewerbe."
http://www.wdr.de/tv/monitor/beitrag.phtml?bid=629&sid=119

Das Verteidigungsministerium "wiegelt" auch weiter "ab" - wie es
scheint, mit einem gewissen Recht: Selbst zwei vor Ort tätige
Frauenorganisationen, die sich mit dem Thema Zwangsprostitution
befassen, stellten klar, dass ihnen keinerlei Hinweise vorlägen, die
den Monitor-Beitrag bestätigten. Allerdings widersprachen sie damit der
Aussage ihrer eigenen Repräsentantin in dem Monitorbericht - die daher
nur schleunigst zurückrudern konnte und ihre Einlassung wenige Tage
nach Ausstrahlung des Reports "bedauerte". Das
Bundesverteidigungsministerium wiederum betonte, dass es für die in
Frage kommenden "Soldaten des 9. Einsatzkontingents keine
Ausgehgenehmigung gibt. Die Soldaten dürfen die Feldlager nur mit
dienstlichen Aufträgen, nie allein und nur in Uniform verlassen."

Wir konnten inzwischen sogar ermitteln, dass zum "Dress Code", der
vorgeschriebenen Kluft beim Verlassen der Truppendienststellen, eine
schusssichere Weste sowie der Helm gehören. Somit leicht als
Angehöriger der keineswegs von allen geliebten "Besatzer" erkennbar,
dürfte ein Besuch im Puff keine ganz ungefährliche Angelegenheit sein.
Schließlich begibt man sich dort in Positionen, in denen man nicht nur
moralisch, sondern auch physisch angreifbar ist. Mag sein, dass es
Soldaten gibt, die diese Gefahr ignorieren. Aber derartig blöde sind
normalerweise nicht allzu Viele!

Laut Monitor jedenfalls hätten die beteiligten Soldaten auch feststellen
können und müssen, dass es sich bei den dienstbaren Damen um
Zwangsprostituierte handelte. So seien Gitter von den Fenstern gewesen
- eindeutige Hinweise also. Nur dass demnach sogar in einigen Büros des
Deutschen Bundestages in der Berliner Dorotheenstraße offenbar
"Zwangsprostituierte" arbeiten. (Einige davon haben sogar Glatzen und
Bierbäuche! Haben wir genau gesehen!)

Das passt jetzt gut damit zusammen, dass eben dieser Bundestag gerade
darüber berät, die Dienstleistungen von Zwangsprostituierten unter
Strafe zu stellen. Wogegen nichts zu sagen ist, wenn diese als
Zwangsprostituierte gekennzeichnet sind. Sind sie natürlich nicht. Und
welcher notgeile Hurenbock sieht schon in die traurigen Augen seines
Opfers und zieht den umgehenden Rückschluss, dass er es mit - richtig!
- einer Zwangsprostituierten zu tun hat? Nicht wenige, die dem
angeblich ältesten Gewerbe mit - manchmal verständlicher - Skepsis
begegnen, halten im Prinzip jede Prostituierte für eine - richtig! -
Zwangsprostituierte.

"Erinnert sich noch jemand an den Fall Friedman?" fragt da nicht ganz zu
Unrecht die "taz".
"Hätte Herr Friedman nicht ahnen können, dass die Frauen keine
selbstständigen Unternehmerinnen sind?" Hätte er? Wer von euch stets
fair gehandelten Kaffee und Orangensaft trinkt und garantiert keine von
Kindern gewebten Teppiche im Boudoir liegen hat, und seinem Sohn oder
Patenkind noch niemals einen von Kindern genähten Fußball aus
pakistanischer Fertigung geschenkt hat, der werfe den ersten Stein!
(Auch wenn der blasierte Friedmann da jedenfalls früher selbst keine
Skrupel gekannt hätte!)

Ein Gesetz soll jetzt für Abhilfe sorgen. Neu ist, so die "taz", "dass
es in dem Gesetz nicht mehr nur um Prostitution geht: Es geht um fast
alle Arten der Ausbeutung." Und was will man schon gegen die Bestrafung
von Ausbeutung sagen? Das Problem scheint jedoch wieder zu sein, dass
der Begriff Ausbeutung eine Menge bedeuten kann, vom unterbezahlten
Putzen bis zu erpresstem sexuellen Entgegenkommen. Das alles firmiert
jetzt unter schweren Geschützen: "Vorher verwandte man statt
,Menschenhandel' eher schlichte Begriffe wie ,Nötigung' oder
,Erpressung'."

VORHER hat man vermutlich auch noch nicht mit solchen Wahnsinnszahlen um
sich geworfen: "taz"-Autorin Mareike Aden meint nämlich, die Polizei
hätte zukünftig "gut zu tun angesichts von geschätzten 1,2 Millionen
deutschen Freiern, die täglich eine der ungefähr 140.000 unfreiwilligen
Prostituierten aufsuchen (und wer weiß, ob es jeden Tag dieselben 1,2
Millionen Männer sind)." Ja, wer weiß? - 1.200.000 deutsche Freier
TÄGLICH, allein bei den Zwangsprostituierten: Mann, sind wir potent!
Und REICH! Angesichts von schätzungsweise 30 Millionen deutschen
Männern in theoretisch geschlechtsfähigen Zustand, von denen man
vermutlich noch zwei bis drei Millionen Schwule abziehen muss, die
ihren eigenen Markt haben, und einem Prozentsatz zwischen 50 und 80
(schätzungsweise), denen gekaufter Sex entweder zu dröge, viel zu teuer
oder schlicht widerlich ist, müssen da einige Serienfreier geradezu
Unglaubliches leisten - und über außerordentliche Budgets verfügen,
wenn wir mal davon ausgehen, dass die Basisleistung, der käuflich
erworbene "GV", unter 100 Euro eher nicht zu haben sein dürfte. Oder
gibt's auf dem Strich 'ne Happy Hour? Während der Champion's League
Übertragung den Blowjob zum halben Preis? Studententarife? Und wer hat
überhaupt die Zeit für dieses geradezu olympische Gerammel?

Man könnte fast darüber lachen, würde der Beitrag der Autorin Mareike
Aden nicht auch wieder die "normalen" Puffbesucher und Strichflaneure
in einem Atemzug nennen mit denen, die die Kinderprostitution an der
deutsch-tschechischen Grenze anzieht - und die diese als Nachfrager ja
tatsächlich erst möglich machen. Aber es geht natürlich um die
Nachricht, DASS JEDER MANN EIN HURENBOCK IST. Bei 1,2 Millionen täglich
kann es nämlich kaum anders sein!

Und weil nicht ähnlich viele deutsche Frauen Nutten sein wollen, kann
Prostitution überwiegend nur - richtig! - Zwangsprostitution sein.
http://www.taz.de/pt/2004/10/28/a0164.nf/text

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VON DEN WIDERLICHKEITEN DES GESCHLECHTERVERKEHRS
DIE PREISWERTEN PENETRATIONSPHOBIEN DER ELFRIEDE J.

Anlässlich der Verleihung des Literaturnobelpreises an Elfriede Jelinek
hat die Zeitschrift "konkret" (mit der wir uns nicht zum ersten Mal in
diesem Jahr befassen) eine Würdigung ihres Romans "Lust" aus dem Jahr
1989 durch den Autor Michael Scharang dokumentiert. Dessen nun auch
nicht mehr ganz taufrischer Text wiederum erinnerte uns fatal an das,
was Jörg Lau neulich im "Merkur" über Männerselbsthass am Beispiel von
Klaus Theweleit schrieb. Das Kontrastprogramm dazu schrieben Marcel
Reich-Ranicki und Matthias Matussek im Spiegel vom 11. Oktober.

Liebe, so schrieb damals Scharang, "ist in dieser Gesellschaft zu
Unterdrückung, Sentimentalität und Geschlechtsgymnastik verkommen.
Ausschließlich davon zu sprechen und doch vom ganzen Leben zu handeln,
hat vor Jelinek Literatur noch nicht gewagt." Schon jetzt genug Stoff
für Heldinnenlegenden also. Leider verriet Scharang jedenfalls damals
nicht, was Liebe vorher war. Geschlechterökonomie wahrscheinlich. Ob er
das für etwas besseres gehalten hat? Dass aber Frau J. nun die einzige
und wahre Pionierin auf diesem Feld sein soll, dauert uns doch sehr.
Ist denn etwa Charles Bukowski nie ins Österreichische übersetzt
worden? Oder hat Scharang ihn, weil er halt solche Sauereien ALS MANN
geschrieben hat, einfach mal unter der Rubrik "altes Ferkel" abgetan,
während bei der Jelinek, ja da ist das sozialkritisch gemeint, net woa?

"Rund um die Uhr muß von Liebe gegrölt, geflötet, gedudelt werden, damit
die letzte große Illusion, auf der diese Gesellschaft besteht, nicht
auch noch zerbricht, die Illusion, ausgerechnet die Liebesverhältnisse
hätten sich nicht, wie alle anderen längst, zu Warenverhältnissen
fortentwickelt." Was daran so viel schlimmer ist als das
Dienstleistungsverhältnis, das es davor war, weiß allein Scharang.
Vielleicht trauert er auch der Blütezeit des Kapitalismus im 19.
Jahrhundert nach, in der die Liebe als Schicksalsgemeinschaft möglich
war, in der man entweder gemeinsam unterging oder aber den Mächten
trotzte. Hier war die Liebe dann der klassische Rahmen für Triumpf oder
Tragödie - aber war das alles soviel besser? Damals wurde übrigens auch
gebumst, nur dass daraus viel mehr Kinder entstanden, und in diesem
Ausgeliefertsein gegenüber dem Schicksal - als das Leben noch Kampf
war, gell, Herr Scharang! - lag natürlich eine gewisse Größe, die die
Geschlechterbeziehungen heute einfach nicht mehr haben. Wir leben
nämlich in den Zeiten der Verhütung, im glorreichen Zeitalter der
"Pille" und industriell gefertigter Kondome und Pornofilme. Vielleicht
ist ja auch deswegen die Halbwertzeit einer durchschnittlichen
bürgerlichen Ehe kaum größer als der Zeitabstand zwischen zwei
James-Bond-Filmen.

Aber Scharang ist - oder war jedenfalls damals - ein ziemlich alberner
Romantiker, der sich in pubertierendem Anti-Ästhetizismus erging, und
dem es reichte, prollig die österreichische Zuckerguss-Bourgoisie
schockieren zu wollen, selbst das aber nur unbeholfen: "Daß der Griff
ins volle Menschenleben sich als Griff in die Scheiße erweist," sei
nicht der Autorin des Romans "Lust" anzulasten. Welch ein unbegnadeter
Dünnpfiff seinerseits, das "Menschenleben" schlechthin als "Scheiße" zu
decouvrieren! Nichts weniger als Sekunderstufen-Radikalismus, leider
auch keinen Deut mehr.

Jetzt muten wir euch noch einen Passus zu, der vielleicht die herben
Auseinandersetzungen mit Jelinek, die wir im "Spiegel" vom 11. Oktober
lasen (leider nicht online), nachvollziehbarer macht. Hier erledigt
sich nicht nur der Epigone Scharang selbst, sondern auf wunderbare
Weise das Objekt seiner unheilvollen Bewunderung gleich mit:

"Jelineks Sprache, den Zuständen feind, kann immer nur einen einzigen
Schritt hinaus in die Welt setzen. ,Er gibt ihr einen Hieb auf den
Hintern, von fern herkommend.' Und der nächste Satz: ,Die Tuben
klappern schon auf dem Badezimmerbord, der Schonbezug zuckt auf dem
Abort.' Ein nervöser, scharfer Blick und sofort wieder weg. Diese Sätze
verbindet vor allem, daß sie, gleichsam aus Sicherheitsgründen, nicht
zusammenhängen dürfen. Selbst eine nach außen hin ruhige Passage à la
Handke: ,Wohlgeordnete Knechte, stehen sie vor ihren Geschlechtswürsten
und hauen mit dem Besteck auf den Tisch, daß ihnen schneller ein Loch
serviert werde, in das sie sich verziehen können, nur um wieder, noch
gieriger geworden, aufzutauchen und neuen Unbedürftigen ihre
Gastfreundschaft anzutragen', selbst eine solche Passage zittert
innerlich vor Wut, Entsetzen und Hohn auf eine Idylle, in welcher sich
der sozial Unterdrückte, psychisch schon Komplize des Machthabers,
seinerseits zu sexueller Unterdrückung ermannt."

Okay, das dürfte reichen. Endlos lang zieht sich dieses Geseier, fast
fällt es einem manchmal schwer zu glauben, dass eine spätere
Nobelpreisträgerin das wirklich verdient haben soll. Was Scharang dann
über Jelineks Buch sagt, kann man wörtlich auf sein geradezu
unglaublich dummes Geschwätz anwenden: "Den meisten Sätzen dieses
Buches ist die literarische Anstrengung auf die Stirn geschrieben."
Wirklich bizarr aber ist, dass "konkret" meinte, DAS heute ein zweites
Mal veröffentlichen zu sollen. Was sind die auf den Hund gekommen! Aber
womit sollten sie sich auch sonst noch legitimerweise vergnügen, mögen
sie sich gedacht haben...
http://www.konkret-verlage.de/kvv/txt.php?text=a1

Dass es Matthias Matussek war, der sich neben Marcel Reich-Ranicki sehr
kritisch, bissig, sarkastisch mit der Preisverleihung an Frau Jelinek
befasst hat ("Hallo Stockholm, hallo Erde"), führte natürlich zu einem
Furioso an Leserbriefen im "Spiegel", die, soweit abgedruckt, allein
schon einen gelegentlichen Besuch in euerer Stadtbibliothek
rechtfertigen. Das hat selbstverständlich nicht nur mit dem Beitrag
selbst zu tun. Aber auch! Dass Matussek Frau Jelinek
"Kaschmirschal-Alpen-Anitfaschismus" attestiert, scheint gerade nach
den bei Scharang genossenen Zitaten mit ihrer Placebo-Intelligenz gut
nachvollziehbar. Vielleicht müsste man insgesamt die Verhältnisse
zwischen einer sendungsbewußt-überkandidelten Austro-"Linken" und einem
sich zu deren großer Freude immer wieder rasch und beflissen
echauffierenden Bürgertum ja besser kennen - und die ganz normalen
Österreicher dazwischen! Aber den Nobelpreis würde auch das nicht
erklären.

Ein "Quotenurteil" sei die Verleihung, die Ehrung einer "ziemlich
abgelatschten Feminismus-Front, die da noch mal abgelaufen wird,
,mutig' murmelnd (...) In der deutschsprachigen Geisteswelt kuschelt
sich der ,kritische' und ,intellektuelle' Mainstream zusammen. Man ist
sich mit den Schweden und allen anderen halbwegs normal tickenden
Menschen einig darüber, dass man gegen die Ausbeutung der Frauen ist
und gegen den Faschismus."

Wir erinnern uns, in unserer letzten Ausgabe über die "Klavierlehrerin"
ein paar belobigende Sätze geschrieben zu haben. Matussek bestätigt
dieses Urteil. "Doch spätestens mit ihrem Bestseller ,Lust' (1989), der
gekonnt zwischen Pornografie und deren Verteufelung tändelt, hat sie
sich eingeklinkt in den ,Emma'-Diskurs, in dem alle Altlinken darüber
nicken, dass Kapitalisten Schweine sind und Männer erst recht - und
dass meistens beides zusammenkommt." Auch Matussek erinnern die
Würdigungen der Frau J. an den Deutschunterricht in der Sekundarstufe.

"Sie ist schon eine dolle Frau, diese Elfriede Jelinek." findet auch
Marcel Reich-Ranicki, und rezitiert genüsslich die Begeisterung, die
seine "hochverehrte" Kollegin Sigrid Löffler einst ob des Romans "Lust"
verspürt hatte. Jelinek denunziere in ihrem Werk "die Sexualität auf
simple, doch gelegentlich auch suggestive Weise als etwas höchst
Widerliches - für Frauen natürlich. Nun behauptet die Weltliteratur,
spezialisiert auf die Freuden und Leiden der Menschen, dass der
Geschlechtsverkehr vielen Leuten, Frauen keineswegs ausgeschlossen,
zumindest hin und wieder auch Spaß bereite."

Wir sehen, Reich-Ranicki hat mal wieder nichts verstanden: DAS ist doch
der Grund, warum Frau Jelinek auch auf ihren Antifaschismus so viel
Wert legt. Faschismus nach dem Verständnis von Frau Jelinek, das ist
nämlich Spaß und Lust an Sex. (Merkt euch das, ihr Widerlinge!) Und
wenn Sex gelegentlich auch Frauen Spaß bereitet, dann ist das nichts
weniger als das klassische Stockholm-Syndrom. So schließt sich dann der
Kreis.

P.S. Wir hätten da so eine Theorie von der jungen Elfriede, vor knapp 40
Jahren, als der ein Jahr jüngere, athletische Arnold S. ihr erfolgreich
nachstellte, sie jedoch nicht ernsthaft zu beglücken vorhatte, und sie,
völlig nackert, stattdessen von oben bis unten mit Erbsensuppe vom
Vortage einrieb, sie sodann zwang, seine Rückenhaare zu shampoonieren,
um anschließend Hals über Kopf das Land zu verlassen und in New York
Anderen den Herkules zu machen. Scheussliche Vorstellung, das! Aber wie
gesagt: nur eine Theorie! Auch wenn Alles darauf hindeutet. Schließlich
würde es Vieles begreiflicher machen! Außer den Motiven der Stockholmer
Jury.

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Das scheint tatsächlich ein interessantes Buch zu sein, über das Ulrich
Greiner am 21. Oktober in der "Zeit" schrieb: Eine 15jährige Schülerin
"presst sich mit ihrem nackten Leib" gegen den des Turnlehrers, "und
Smurek kann nicht widerstehen, stürzt mit ihr auf die Matte, während
Alev aus dem Hintergrund die Kopulation der beiden fotografiert. Er
versteckt die Bilder auf der Internetseite des Privatgymnasiums und
schickt dem Lehrer per E-Mail das Schlüsselwort. In einer Zeit
verschärfter Missbrauchsdebatte ist dies der finale Vorwurf. Jetzt
haben sie den Mann in der Hand." Das Buch stelle eine alte Tradition
auf den Kopf: "Die Bestien sind jetzt die Schüler." In der Tat, die
Bestien sind in der heutigen Zeit ziemlich häufig andere, als Mancher
mit seinen provinziellen Vorurteilen denkt. Dazu passt, dass die
Familienverhältnisse "gut situiert und zeitgemäß zerrüttet" sind. Das
Buch heißt "Spieltrieb" und stammt von der jungen Bonner Autorin Juli
Zeh. Vielversprechend.

"Wenn Angela Merkel artikulieren würde, dass die Intrigen gegen sie auch
mit der Geschlechterfrage zusammenhängen, würde das einen Aufschrei
auslösen." sagt eine gewisse Barbara Holland-Cunz (hatten wir doch auch
schon mal, oder?) in einem "taz"-Interview.
http://www.taz.de/pt/2004/10/30/a0184.nf/text Immer irgendwie fatal,
wenn man einen Aufschrei und ein Auflachen nicht zu unterscheiden weiß,
aber: Was soll "Funky Eddy" Stoiber da sagen, über dessen Wahkampf und
seine Stilblüten am Wahlabend wir heute noch lachen?
Männerfeindlichkeit? Das wäre jetzt echt der Brüller, Leute! Oder wenn
tatsächlich - in der zugespitzten Konsequenz von Frau Holland-Cunz -
irgendwer behaupten würde, Frau Merkel hätte sich in der CDU nach oben
gebumst, worauf ein anderer begnadeter Satiriker dieser Tage
spekulierte.

Gut gelaunt in den Winter, das war genau, was wir brauchten. Ist zwar
noch nicht ganz der Elfte-elfte, aber für dieses "taz"-Interview wollen
wir schon heute einen Tusch blasen und damit die
Vor-Vor-Karnevalsession feierlich eröffnen: Tätäääää! Tätäääää!
Tätäääää!

Alaaf-helau, alaaf-helau, das Narrenschiff geht niemals unter!

Weiß' mit Sicherheit
Euer RedManAlex
(09.11.2004)

.... separates the men from the boys!

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