Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Frauen im Kampfsport: Brauche Hilfe!

Freddy, Saturday, 06.11.2004, 17:35 (vor 7761 Tagen)

Hallo Leute.

Eins vorweg: Ich weiß nicht, ob ich hier richtig bin, denn mein Problem ist eher psychologischer Natur. Seit ein paar Jahren mache ich Kampfsport (Taekwondo) und bin an die Trennung der Geschlechter gewöht. Das heißt zum Beispiel, daß Frauen für den Bruchtest ein dünneres Brett kriegen und daß der Wettkampf nicht gemischt abläuft. Mit Gleichberechtigung hat das alles natürlich nichts zu tun, aber dieses Wort habe ich bis jetzt beim Sport auch noch nicht zu hören bekommen. :)

Das bedeutet aber auch, daß ich nicht weiß, wie ich mich den Frauen im Training gegenüber verhalten soll, denn trainieren tun wir gemischt. Bei Männern weiß ich, wie ich mich zu verhalten habe, was ich tun und lassen soll, wie weit ich gehen kann etc. Ich weiß, wo ich treffen darf und wo nicht :) und überhaupt komme ich mit ihnen besser klar. Natürlich trainieren wir weitgehend ohne Kontakt, aber Männer kann ich auf ihre Reaktionen hin eben besser einschätzen.

Das Problem mit den Frauen ist, daß ich eigentlich gar nicht gegen sie kämpfen möchte. Ich sehe in ihnen einfach keine Gegner und nichts ist da, wovor ich Angst haben müßte. Mein Respekt vor ihnen ist einfach ein anderer als mein Respekt vor Männern. Das Training mit ihnen wird luschig und seicht, denn mein Kampfgeist ist anders beschaffen als ihrer. Der Kampf mit Männern ist wenigstens noch ein Kampf, aber Kampf gegen Frauen verkommt für mich zum Gemetzel.

Die Wirklichkeit sieht natürlich anders aus. Ich habe Arne Hoffmanns Buch gelesen und weiß Bescheid. Wer andererseits Robert Blys "Eisenhans" gelesen hat weiß, daß die Probleme tiefer liegen. Bly würde wahrscheinlich sagen, daß das Bild der "guten Mutter" in meinem Kopf zu stark ist um in einer Frau die "böse Mutter" oder "böse Frau" zu sehen. Aber was soll ich tun? Polizistinnen finde ich süß und Soldatinnen auch. Am liebsten würde ich ihnen die Waffen abnehmen mit dem Hinweis, daß das kein Spielzeug ist.
Beim Selbstverteidigungstraining genieße ich eher das weibliche Zupacken als daß es in mir das Bedürnis wecken würde, mich dagegen zu wehren. Männer oder Frauen - mein Gefühl sagt mir, daß es eben nicht dasselbe ist.

Diese Verhalten schwächt mich und macht mich verwundbar. Es ehrt mich ja noch nicht einmal, daß ich auf Frauen so viel Rücksicht nehme. Frauen hingegen scheint diese Hemmschwelle zu fehlen. Sie kämpfen ohne Rücksicht auf das Geschlecht, hab ich selbst erlebt. Daß ich ein Mann bin, scheint sie im Training eher noch in ihrer Härte zu bestärken, der ich im Moment noch nichts entgegenstellen kann, ohne meine Gefühle zu verraten. :(

Das politische an der Sache ist natürlich die fehlende Trennung im Sport. Ich sehe den Kampf sozusagen als Teil der Initiation. Warum sind da Frauen überhaupt anwesend? Als Mann muß ich ihnen ihre Frauen-Cliquen ja auch gönnen, aber sie gönnen mir keine Männer-Clique. Das alles macht mich traurig, weil ich an einen wichtigen Teil meines Lebens nicht heranzukommen scheine. Ich habe ja nichts gegen Frauen, aber ihre Anwesenheit macht vieles kaputt.

Gestern war ich auf einer Kendo-Vorführung (japanischer Schwertkampf) und dachte: Das will ich machen. Allerdings war mal wieder eine Frau dabei. Und wieder dasselbe: In den Männern sah ich den Krieger und war sehr beeindruckt. In der Frau sah ich...hmm.. eine Frau eben. Sie konnte schlagen und schreien wie sie wollte, ich fand sie nett und wollte nicht daran denken, gegen sie kämpfen zu müssen.

Was soll ich tun? Bin völlig ratlos.

Gruß,
Freddy

Re: Frauen im Kampfsport: Brauche Hilfe!

Manfred, Saturday, 06.11.2004, 18:08 (vor 7761 Tagen) @ Freddy

Als Antwort auf: Frauen im Kampfsport: Brauche Hilfe! von Freddy am 06. November 2004 15:35:05:

Das Problem mit den Frauen ist, daß ich eigentlich gar nicht gegen sie kämpfen möchte. Ich sehe in ihnen einfach keine Gegner und nichts ist da, wovor ich Angst haben müßte.
Polizistinnen finde ich süß und Soldatinnen auch.

Das dauert bei Polizistinnen bei mir genau solange, bis sie mich nerven. Mit Knöllchen und anderem Genörgle geht das zuweilen recht schnell.

Am liebsten würde ich ihnen die Waffen abnehmen mit dem Hinweis, daß das kein Spielzeug ist.

Da hast Du schon ein Problem bei Dir selbst. Der Kugel die Deine Eingeweide zerfetzt, wäre es nämlich egal wie zart die Hand war, aus der sie abgefeuert wurde.

Zum Kampfsport:

Ich habe früher auch Taekwondo gemacht. Und auch wir waren gemischt im Training. Allerdings wurde bei uns ohne großes Tamtam immer dann nach Geschlechtern getrennt (oder wenigstens nach körperlicher Anpassung) wenn es sinnvoll war. Das war bei Freikämpfen der Fall oder auch bei gewissen Trainingseinheiten, bei denen ein Partner vergleichbaren Gewichtes, Kraft oder Größe notwendig war.

Kann man darüber bei Euch im Verein nicht unverkrampft reden?

So wie du schreibst, ist es bei Dir kein Problem das sich auf Taekwondo beschränkt.

Gruß,
Manfred

Nicht nur im Kampfsport

Sven, Saturday, 06.11.2004, 19:10 (vor 7761 Tagen) @ Freddy

Als Antwort auf: Frauen im Kampfsport: Brauche Hilfe! von Freddy am 06. November 2004 15:35:05:

"Diese Verhalten schwächt mich und macht mich verwundbar. Es ehrt mich ja noch nicht einmal, daß ich auf Frauen so viel Rücksicht nehme. Frauen hingegen scheint diese Hemmschwelle zu fehlen. Sie kämpfen ohne Rücksicht auf das Geschlecht, hab ich selbst erlebt. Daß ich ein Mann bin, scheint sie im Training eher noch in ihrer Härte zu bestärken, der ich im Moment noch nichts entgegenstellen kann, ohne meine Gefühle zu verraten."

DAS ist der ganz normale Wahnsinn, der in allen möglichen Bereichen abläuft. Männer nehmen Rücksicht, Frauen fehlt jegliche Hemmschwelle und fühlen sich in Ihrer Härte noch bestärkt. Und das läuft in der Beziehung, im Job, und was weiß ich noch wo.

Gruss,
Sven

Re: Frauen im Kampfsport: Brauche Hilfe!

Max, Saturday, 06.11.2004, 19:32 (vor 7761 Tagen) @ Freddy

Als Antwort auf: Frauen im Kampfsport: Brauche Hilfe! von Freddy am 06. November 2004 15:35:05:

Hi Freddy,

sei kein Weichei! Frauen haben keine Hemmschwelle? Hilf´ihnen! Einmal richtig getroffen und sie haben eine!

Nichts zu danken - Max

Re: Frauen im Kampfsport: Brauche Hilfe!

Eugen Prinz, Saturday, 06.11.2004, 19:42 (vor 7761 Tagen) @ Freddy

Als Antwort auf: Frauen im Kampfsport: Brauche Hilfe! von Freddy am 06. November 2004 15:35:05:

Wenn die Mädels pubertäre Anwandlungen haben und gegen Männer antreten wollen, dann ist das, wie ich finde, denen ihr Problem. Da gibt es zwei Möglichkeiten.

A. Du gibst ihnen mal eins auf die Nuss, dann vergeht ihnen die Lust.

B. Du sagst: Ich trete nicht gegen Frauen an. Ich will das nicht.

Ich finde deine Einstellung völlig in Ordnung. Es schickt auch niemand ein Fliegengewicht gegen einen Schwergewichtler in den Ring. Das hat ja seine Gründe.

Es gibt bekanntlich einige solcher Bereiche, wo Frauen solche Spielchen probieren, wo sie sich "in Männerdomänen durchsetzen wollen". Sie wollen rein ... und sie wollen einen Bonus, auch wenn sie das Gegenteil behaupten.

Lerne lächelnd "Nein" zu sagen. Es ist nicht dein Problem. Es ist ein Problem der Frauen.

Eugen

Re: Frauen im Kampfsport: Brauche Hilfe!

Odin, Saturday, 06.11.2004, 21:09 (vor 7761 Tagen) @ Freddy

Als Antwort auf: Frauen im Kampfsport: Brauche Hilfe! von Freddy am 06. November 2004 15:35:05:

Also erstens finde ich Deine Haltung sympatisch und zweitens hast Du ein erstklassiges Übungsfeld um Härte gegenüber Frauen zu trainieren - und das mit deren Einverständnis.

Re: Frauen im Kampfsport: Brauche Hilfe!

Freddy, Saturday, 06.11.2004, 21:22 (vor 7761 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Re: Frauen im Kampfsport: Brauche Hilfe! von Odin am 06. November 2004 19:09:23:

Also erstens finde ich Deine Haltung sympatisch und zweitens hast Du ein >erstklassiges Übungsfeld um Härte gegenüber Frauen zu trainieren - und >das mit deren Einverständnis.

Stimmt. Dann kündige ich aber vorher an, daß ich bei ihnen keine Ausnahme machen werde.
Hat eigentlich schonmal jemand herausfinden können, wie so eine Einstellung bei den Frauen ankommt? Halten sie einen für ein Weichei? Oder finden sie's witzig? Habe echt keine Ahnung, ob sie es verstehen würden oder wie ich sie diesbezüglich einschätzen soll.

Gruß,
Freddy

Re: Frauen im Kampfsport: Brauche Hilfe!

Sven74, Saturday, 06.11.2004, 23:28 (vor 7761 Tagen) @ Freddy

Als Antwort auf: Re: Frauen im Kampfsport: Brauche Hilfe! von Freddy am 06. November 2004 19:22:12:

Hat eigentlich schonmal jemand herausfinden können, wie so eine Einstellung bei den Frauen ankommt? Halten sie einen für ein Weichei? Oder finden sie's witzig? Habe echt keine Ahnung, ob sie es verstehen würden oder wie ich sie diesbezüglich einschätzen soll.
Gruß,
Freddy

Hallo!

Also ich kann nur von meiner Teenagerzeit (war damals 13-14) berichten. Ich habe damals im Verein Tischtennis gespielt und war bei den Jungen biederer Durchschnitt. Wir haben zusammen mit den Mädchen trainiert und an einem Trainingstag kamen nur der "Star" des Mädchenteams und ich zum Training (wohl schlechtes Wetter oder Ferien). Da kam unsere Trainerin auf die Idee uns mal unter Wettkampfbedingungen gegeneinander spielen zu lassen. Ich sollte einen guten Sparringspartner für unseren weiblichen "Star" abgeben.

Ich hatte zwar keine echte Siegchance, habe aber gekämpft wie ein Löwe und nur knapp verloren. Meine Gegnerin hat mir damals großen Respekt gezollt, da andere Jungen sie sonst immer gewinnen lassen haben und ich mich als einziger Junge wirklich gewehrt und sie dadurch als echte Gegnerin akzeptiert habe.

Jede Frau (hier Mädchen) ist wohl unterschiedlich, faire Sportsfrauen freuen sich aber über einen fairen und ersthaften männlichen Gegner, die anderen Frauen kann man getrost vergessen.

Gruß

Sven74

Re: Frauen im Kampfsport: Brauche Hilfe!

Jeremin, Sunday, 07.11.2004, 00:00 (vor 7761 Tagen) @ Freddy

Als Antwort auf: Frauen im Kampfsport: Brauche Hilfe! von Freddy am 06. November 2004 15:35:05:

Kenne das Problem, ging mir im WingTsun nicht anders. WT ist eine ziemlich brutale Sache und findet fast ausschließlich in der Nahdistanz statt, was das "Frauenproblem" nicht gerade einfacher macht.

Ich hab ziemlich schnell gemerkt, dass die Frauen nicht als "Kampfpartner" zu gebrauchen waren, da einfach zu zierlich (nicht zimperlich) und zu leichtgewichtig. Dafür waren sie technisch besser und manchmal auch schneller. Habe also, wenn ich eine Frau erwischt hatte, mein Hauptaugenmerk darauf gelegt.

Fakt ist, einen richtigen Freikampf kann man nur mit wenigen Frauen durchziehen. Mir sind in meiner gesamten Praxis nur zwei begegnet. Wenn ich also sowas machen will, dann ohne Weib.

Aber auch im freien Training habe ich wenig Rücksicht auf die Konstitution der Frauen oder gar auf die Tatsache ihrer Weiblichkeit an sich gelegt. Wenn ich die Titten traf, dann hab ich sie halt getroffen, ein Vergewaltiger würde auch keine Rücksicht nehmen.

Klar, einige Ladys haben daraufhin freiwillig auf ein Training mit mir verzichtet, bei mir gab es keinen Frauenbonus beim Anfassen. Es gibt stramme Sport-Bh´s und auch für Frauen Tiefschutz. Den Vollkontaktschutz mit Helm wirst Du wohl kennen.

Bei Tritten und Schlägen kriegten die Mädels meistens den verpasst oder eben einfache Polster zum halten. Wir hatten einige dabei, die nur der Figur wegen zum Kampfsport gegangen sind, die sind aber entweder nicht lange geblieben oder schnell in die Riege der "Hampler" gestellt worden.

Sie beherrschten dann zwar schnell viele Techniken, aber in der Praxis hätte sie jeder besoffene Rentner über den Haufen rennen können. Ansichtssache, man kann Kampfkunst auch als eine Art Ballett betrachten. Und das machen viele Mädels. Dann kann man nur sagen, sorry, heute will ich draufhauen. Wenn Du denkst, Du kannnst das mitmachen, okay. Und dann hau sie aus dem Ring. Glaub mir, die nehmen auch keine Rücksicht. Ich war mehrfach froh, einen guten Tiefschutz zu tragen.

Viele Grüße

Jeremin

Re: Nicht nur im Kampfsport

pumajäger, Monday, 08.11.2004, 18:31 (vor 7759 Tagen) @ Sven

Als Antwort auf: Nicht nur im Kampfsport von Sven am 06. November 2004 17:10:47:

Ein Freund meines Sohnes (7) musste nachsitzen weil er sich mit einem Mädchen geprügelt hat. Ich kenne nun aber leider nicht die ganze Geschichte, aber soweit ich mich erinnere, wenn zwei Jungs sich in der Wolle hatten mussten beide nachsitzen, ganz nach dem Motto:" Ich will nicht wissen wer angefangen hat."
Ich überlege nun wie ich mich bei meinem Sohn verhalte, wenn ihm soewas wiederfährt. Nicht das hier ein Verdacht entsteht, er hat ja zwei Seiten in dieser Beziehung, eine bei der er sich nicht traut zuzuhauen und eine bei der er aber richtig hinlangt. Ich würde sagen er lernt erst noch seinen Körper zu beherrschen.
Ich würde ja die Methode mit dem Nachsitzen für beide wählen, weil durch die Bevorzugung des Mädels seine Verwendungsfähig in der Armee gefährdet ist!?( siehe Crefeldt)
pm

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