Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Cleverer Ansatz

Texaco, Friday, 05.11.2004, 21:49 (vor 7762 Tagen) @ Arne Hoffmann

Als Antwort auf: "Warum Männer mehr verdienen - und was Frauen dagegen tun können" von Arne Hoffmann am 05. November 2004 19:05:50:

Das grundlegende Argument, es gebe keine Diskriminierung von Frauen bei der Lohnhöhe, ist an sich nicht neu. In Deutschland hat z.B. das Statistische Bundesamt letztens diesen Mythos explizit widerlegt. (Es wurde hier im Forum auch verlinkt.) Das hindert aber niemanden, es immer wieder trotzdem zu behaupten. Vor kurzem habe ich z.B. einen ver.di-Mann im Radio gehört, der es erneut wiederholt hat. Eine einfach Widerlegung reicht offenbar nicht, um auch zu wirken.

Was macht Farrell? Er verbindet seine Widerlegung mit dem Zusatz, "what women can do about it" - das klingt wie eine Ermächtigung (empowerment) von Frauen. Indem er die Einkommensstruktur der Frauen auf die Wahl ihres Lifestyles zurückführt, liegt der Ball liegt wieder im Feld der Frauen. Man könnte also den Frauen sagen: Ihr seid schuld! Farrell geht aber weiter und verspricht Frauen auch Wege, wie sie es besser machen können. Das wird wohl letztlich auf den Rat hinauslaufen, genauso viel Energie in den Job zu stecken wie die Männer. Indirekt hebt er so also wieder die männliche Leistungsbereitschaft hervor. Aber indem er es in eine positive Botschaft verpackt (Ihr könnt das ändern!), erhöht er die Chance, daß seine Argumentation auf hellhörige Ohren stößt, doch gewaltig.

Das ist zwar nicht nobelpreisverdächtig, aber zumindestens mehr, als man mit reiner Zerknirschung erreichen kann.


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