Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

Archiv 1 - 20.06.2001 - 20.05.2006

67114 Postings in 8047 Threads

[Homepage] - [Archiv 1] - [Archiv 2] - [Forum]

Starke Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen

Freeman, Wednesday, 03.11.2004, 14:22 (vor 7764 Tagen)

Starke Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen
Hamburg - Frauen verdienen einer Studie zufolge trotz gleicher Qualifikation im gleichen Job bis zu 30 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Für die Untersuchung der Vergütungsberatung Personalmarkt seien mehr als 250 000 Gehälter in 22 Berufen analysiert worden. So bekomme ein 45-jähriger Controller durchschnittlich 62 000 Euro brutto im Jahr, eine gleich alte Controllerin aber nur 42 000 Euro, ein Unterschied von 31 Prozent.

© dpa - Meldung vom 03.11.2004 11:56 Uhr

Ich für meinen Teil frag mich immer wieder wie diese Studien doch zusammen kommen, da ich selbst mittlerweile in vielen Berufen gearbeitet habe. Als Mann musste ich da feststellen, dass ich nie besser bezahlt wurde als die weibl. Kollegin. Oder wurden hier bei der sogenannten "Qualifikation" Äpfel mit Birnen verglichen - sprich die Ausfallzeiten der Frauen nicht berüchsichtigt. Meiner Meinung nach das Hauptkriterium der sogenannten "Schlechterbezahlung".

Achim

Statistik Austria

Mic, Wednesday, 03.11.2004, 15:44 (vor 7764 Tagen) @ Freeman

Als Antwort auf: Starke Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen von Freeman am 03. November 2004 12:22:37:

Nachfolgend (*) die Kopie einer Seite aus Quelle

Tatsächlich waren die mittleren Netto-Jahreseinkommen der Frauen um etwa 1/3 niedriger als jene der Männer. Da das ein Mittel über alle Berufe und Positionen ist, kann es wohl nicht sein, dass "Frauen für gleiche Arbeit 1/3 weniger bekommen", es sei denn sie wären tatsächlich in "gleichen Positionen" beschäftigt, was ja auch laut 'Frauenpolitik' keineswegs gegeben ist und entsprechend beklagt wird.

(*)
Personeneinkommen

Die mittleren Brutto-Jahreseinkommen der unselbständig Erwerbstätigen (ohne Lehrlinge) lagen 2002 bei 21.424 € (Frauen 15.620 €, Männer 26.055 €). Die standardisierten Brutto-Jahreseinkommen machten im Mittel 22.878 € (Frauen 17.098 €, Männer 27.116 €) aus. Die mittleren Netto-Jahreseinkommen betrugen 15.709 € (Frauen 12.163 €, Männer 18.497 €).

Die mittleren Brutto-Jahreseinkommen sowie die standardisierten Brutto-Jahreseinkommen stiegen von 2001 auf 2002 um 1,4% (Frauen 2,1%, Männer 1,8%), und die mittleren Netto-Jahreseinkommen waren im Jahr 2002 um 1,1% (Frauen 1,7%, Männer 1,3%) höher als im Jahr 2001.

Gliedert man die standardisierten Brutto-Jahreseinkommen 2002 der unselbständig Erwerbstätigen (ohne Lehrlinge) nach dem Alter kann man mit zunehmendem Alter einen kontinuierlichen Anstieg feststellen; vereinfacht gesagt: je älter, desto bessere Einkommen. Allerdings ist nicht für alle Bevölkerungsgruppen in gleichem Maße höheres Alter mit größeren Einkommenssteigerungen verbunden. Vielmehr gibt es große Unterschiede nach sozialer Stellung und Geschlecht.

Untersucht man die Einkommensunterschiede zwischen den 20- bis 29- und 50- bis 59-Jährigen auf Basis der standardisierten Brutto-Jahreseinkommen, so erzielen die 50- bis 59-Jährigen – gemessen am Median – um 41,4% höhere Einkommen als die 20- bis 29-Jährigen. Bildet man eine Rangreihung der höchsten Einkommenszuwächse zwischen den 20- bis 29-Jährigen und den 50- bis 59-Jährigen nach sozialer Stellung und Geschlecht, kommt man zu folgendem Ergebnis: Männliche Angestellte erzielen mit Abstand die höchsten Steigerungen (92,1%), dann folgen weibliche Beamte (75,7%), männliche Beamte (73,3%), weibliche Angestellte (30,1%), männliche Vertragsbedienstete (23,4%), männliche Arbeiter (18,8%), weibliche Vertragsbedienstete (5,6%) und zuletzt weibliche Arbeiter (2,1%).

Lehrlinge erhielten im Jahr 2002 ein mittleres Brutto-Jahreseinkommen von 6.225 € (Frauen 5.479 €, Männer 6.525 €). Ihre Netto-Jahreseinkommen lagen im Mittel bei 5.578 € (Frauen 4.843 €, Männer 5.826 €).

Das mittlere Brutto-Jahreseinkommen der Pensionisten (mit Wohnsitz in Österreich) lag 2002 bei 13.881 € (Frauen: 10.468 €, Männer: 19.027 €), das mittlere Netto-Jahreseinkommen betrug 2002 12.614 € (Frauen: 10.069 €, Männer: 16.103 €). Gegenüber 2001 betrug die Steigerung der mittleren Bruttoeinkommen 2,3% (Frauen: 2,4%, Männer: 2,0%), die mittleren Nettoeinkommen sind um 2,2% gestiegen (Frauen: 2,8%, Männer: 1,7%).

© STATISTIK AUSTRIA, Seite wurde am 28.5.2004 von Huber-Bachmann aktualisiert.

Re: Starke Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen

Eugen Prinz, Wednesday, 03.11.2004, 15:49 (vor 7764 Tagen) @ Freeman

Als Antwort auf: Starke Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen von Freeman am 03. November 2004 12:22:37:

Starke Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen
Hamburg - Frauen verdienen einer Studie zufolge ...

"einer Sudie zufolge" kann natürlich jede schreiben. So wird das - wenn überhaupt - eine Studie von interessierter Seite sein, die dann, weil die "interessierte Seite" eine Freundin bei dpa hat, in die Medien gelangt.

Die Mär von den schlechterverdienenden Frauen ist nicht totzukriegen, wiewohl längst widerlegt, z.B. hier. Diese Faktensammlung wurde ausdrücklich als Argumentationshilfe angelegt, wenn zum soundsovielten Mal irgendwelche feministische Mythen in die Welt gesetzt werden. Vielleicht kannst du ja, unter Bezug darauf, mal eine Beschwerde an dpa schicken.

Im übrigen: Wenn Frauen tatsächlich für gleiche Arbeit schlechter bezahlt würden, dann hieße das auch, dass sie unsolidarisch und kurzsichtig mühevoll erkämpften Lohnfortschritt unterlaufen, indem sie geringere Entlohnung akzeptieren. Vielleicht können sie sich das eher leisten. Männer, die noch immer, im Zeitalter der "Powerfrauen", den weit überwiegenden Teil der Familieneinkommen erarbeiten, können das nicht so ohne weiteres.

Eugen

www.manndat.de

Re: Gehaltsunterschiede ... Nachtrag

Eugen Prinz, Wednesday, 03.11.2004, 18:00 (vor 7764 Tagen) @ Eugen Prinz

Als Antwort auf: Re: Starke Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen von Eugen Prinz am 03. November 2004 13:49:08:

Nochmal ein bisschen genauer: Aus der "Studie" hat sich wohl jemand genau das herausgepickt, was ihr in den Kram passte. Irgend jemand hat wesentliches ausgelassen, entweder DPA, die betreffende Zeitung, die die DPA-Meldung veröffentlicht hat ... oder Freeman, der nicht alles zitiert hat? Welche Zeitung hat denn die Meldung gebracht?

Genauer ist da das Handelsblatt. Es bezieht sich auf einen Bericht des Statistischen Bundesamtes. Hier zwei Passagen aus diesem Bericht, bzw. dem Artikel des Handelsblattes vom 3.3.2004:

"Weibliche Berufstätige verdienen fast ein Drittel weniger als ihre männlichen Kollegen. Das gab das Statistische Bundesamt heute in Wiesbaden bekannt. " Und weiter: "Die Einkommensunterschiede werden mit den unterschiedlichen Tätigkeitsbereichen der Geschlechter begründet. 40 Prozent der männlichen Angestellten verrichten laut Statistischem Bundesamt Tätigkeiten mit hoher Verantwortung und verfügen über besondere Erfahrungen. Dies trifft allerdings nur auf 15 Prozent der Frauen zu. Bei den Arbeitern waren 60 Prozent der Männer und nur 13 Prozent der Frauen Fachkräfte."

Also, das sieht doch schon mal ganz anders aus, meint

Eugen

www.manndat.de

Re: Gehaltsunterschiede ... Nachtrag

synergie, Wednesday, 03.11.2004, 19:12 (vor 7764 Tagen) @ Eugen Prinz

Als Antwort auf: Re: Gehaltsunterschiede ... Nachtrag von Eugen Prinz am 03. November 2004 16:00:29:

Guten Tag!

Die Quelle dürfte die Frauenzeitschrift "Stern" sein, die sich mit dem reißerischen Titel "DerGehalts-Betrug" ab morgen das schwer erarbeitete Geld der betrogenen Frauen einverleiben möchte.
Quelle

Die Vorabmeldung
hier.

Es wäre interessant, die Gehaltsstruktur des "Stern" einmal unter die Lupe zu nehmen.

Gruß
s

Re: Gehaltsunterschiede ...

Eugen Prinz, Wednesday, 03.11.2004, 19:49 (vor 7764 Tagen) @ synergie

Als Antwort auf: Re: Gehaltsunterschiede ... Nachtrag von synergie am 03. November 2004 17:12:04:

Neben dem Problem "Gehaltsunterschiede ... oder nicht" sehe ich da ein viel gravierenderes. Dass der Stern ein reisserisches Käseblatt ist, ist spätestens nach so einer Titelseite klar. Aber wenn die DPA tatsächlich - entgegen ihrem Anspruch der Zuverlässigkeit - mit feministischen Mythen bei ihren Abonnenten hausieren geht, dann ist das viel beunruhigender. Das ist immerhin ein großer Nachrichtenverteiler. Die sollten besser prüfen.

Der Stern macht es ja wie alle anderen, die um die Gunst des Weibervolks buhlen: Ein Riesentitelblatt mit einer "um ihr Geld betrogenen Frau", und erst ganz unten am Ende des Artikels scheint auch was von der Wahrheit durch:

"Die Untersuchung zeigt auch, dass die Unterschiede beim Eintritt ins Berufsleben noch nicht so groß sind.
Aber in fast allen untersuchten Berufen öffnet sich ab Mitte dreißig die Gehaltsschere wenn viele Frauen sich zwischen Kind und Karriere hin- und hergerissen fühlen. Allerdings tragen sie oft auch mit ihrem Verhalten dazu bei, dass sie nicht bekommen, was sie verdienen. Frauen, so sagten 40 Prozent der Personalleiter, verkaufen sich im Gehaltsgespräch einfach schlechter als Männer."

Da hat sich offensichtlich die Erkenntnis noch nicht verbreitet, dass man nur eine Sache richtig machen kann: Kinder oder Karriere!

Eugen
www.manndat.de

powered by my little forum