Welchen Geschlechts sind die Stuttgarter Intrigen-Seilschaften?
Ruth Teibold-Wagner, Tuesday, 26.10.2004, 12:47 (vor 7773 Tagen)
Teufel, der beste Ministerpräsident Deutschlands, wurde auf eine Art weggemobbt, die wohl das Ekelhafteste hinter der Kohl-Schäuble-Intrige ist, was es in der deutschen Politik seit langen Jahren gegeben hat. Es ist einfach nur noch Brechreiz-hervorrufend.
Die von der Basis bevorzugte Nachfolgerin von Teufel ist Anette Schavan, die Kultusminsterin. Sie wird auch von Teufel selbst präferiert. Jeder, der die Verhältnisse ein bisschen beobachtet, weiß, dass sie mit Sicherheit die beste, kompetetenste Kandidatin ist. Wahrscheinlich ist sie eine der talentiertesten Politikerinnen in ganz Deutschland. Sie ist genau die Art von PolitikerInnen, die wir in der gegenwärtigen bedrückenden Lage benötigen, um aus dem Tal herauszukommen.
Doch sie hat ein Manko. Ihr fehlt die Hausmacht in der Partei. Deshalb wird sie jetzt schon weg gebissen. Genauso, wie es bei Angela Merkel zur Zeit versucht wird.
Deutschland geht vor die Hunde, weil zur Zeit nicht die besten Köpfe in Verantwortung kommen. Durchtriebene, hinterhältige Intriganten, denen es nur um die Macht geht, die keinerlei Kompetenzen außer ihre Fähigkeit zum Mobbing haben, erschleimen sich in Vetterleswirtschaft die Machtpositionen.
Was das mit dem Forenthema zu tun hat? Dreimal dürft Ihr raten:
Welchen Geschlechts sind wohl die Seilschaften, die hinter den schleimigen Intrigen in Stuttgart stehen? Dreimal dürft Ihr raten.
Richtig böse
Ruth
Re: Welchen Geschlechts sind die Stuttgarter Intrigen-Seilschaften?
delete, Tuesday, 26.10.2004, 13:03 (vor 7773 Tagen) @ Ruth Teibold-Wagner
Als Antwort auf: Welchen Geschlechts sind die Stuttgarter Intrigen-Seilschaften? von Ruth Teibold-Wagner am 26. Oktober 2004 09:47:30:
Hallo,
Teufel, der beste Ministerpräsident Deutschlands, wurde auf eine Art weggemobbt
Seine Leistungen sind unbestritten. Es ist ihm der verdiente Ruhestand zu gönnen. Der Mann ist seit 14 Jahren MP, und 65 Jahre alt. Rentenalter halt.
Vergleichbares gilt übrigens auch für den Kandesbunzler. Ich würde mir da mal jemanden aus der Altersgruppe 45-55 wünschen, nicht immer nur so Senioren mit ihrer am eigenen Alter orientierten Zielgruppenpolitik.
Und generell bin ich dafür, daß Ämter ab Minister aufwärts maximal zwei Legislaturperioden von einer Person besetzt werden dürfen (und danach keine Ämterrochade stattfinden darf).
Die von der Basis bevorzugte Nachfolgerin von Teufel ist Anette Schavan
Woher weißt du? Hat dir 'die Basis' das gesagt?
Jeder, der die Verhältnisse ein bisschen beobachtet [...Lobhudelei für Schavan...]
Wir nehmen zur Kenntnis, daß dir die Dame sehr zusagt. Du magst zur Kenntnis nehmen, daß deine Meinung nicht unbedingt als absolute und verbindliche Wahrheit für andere taugt.
Deutschland geht vor die Hunde, weil zur Zeit nicht die besten Köpfe in Verantwortung kommen.
Korrekt.
Welchen Geschlechts sind wohl die Seilschaften, die hinter den schleimigen Intrigen in Stuttgart stehen? Dreimal dürft Ihr raten.
Nach all meinen Erfahrungen im Berufs- und sonstigen Leben nehmen sich Frauen und Männer nichts, wenn es um Intrigantentum geht. Frauen machen das nur tendenziell eher auf recht hinterfotzigen Touren, während Männer tendenziell eher offen intrigieren (ja, das geht).
Minister Palmers Ohrfeige - Ein Beispiel für männliche Sozialkompetenz
Ruth Teibold-Wagner, Tuesday, 26.10.2004, 13:11 (vor 7773 Tagen) @ delete
Als Antwort auf: Re: Welchen Geschlechts sind die Stuttgarter Intrigen-Seilschaften? von delete am 26. Oktober 2004 10:03:30:
Hallo,
Seine Leistungen sind unbestritten. Es ist ihm der verdiente Ruhestand zu gönnen. Der Mann ist seit 14 Jahren MP, und 65 Jahre alt. Rentenalter halt.
Das ist doch keine Begründung! Manche Ältere sind zu besseren Leistungen in der Lage als Jüngere. Das Alter ist doch kein Grund, jemanden wegzubeissen! Und Teufel ist topfit! Was soll der Jugendwahn!
Vergleichbares gilt übrigens auch für den Kandesbunzler. Ich würde mir da mal jemanden aus der Altersgruppe 45-55 wünschen, nicht immer nur so Senioren mit ihrer am eigenen Alter orientierten Zielgruppenpolitik.
Das mußt Du doch begründen! Nicht einfach so hinschreiben, "ich würde mir ... wünschen". Das ist doch kein Argument. Es kommt doch darauf an, dass jemand GUT ist, und das hat doch mit der Jugend nichts zu tun. Im Gegenteil.
Und generell bin ich dafür, daß Ämter ab Minister aufwärts maximal zwei Legislaturperioden von einer Person besetzt werden dürfen (und danach keine Ämterrochade stattfinden darf).
Wo ist Dein Argument? Wieder schreibst Du nur, dass Du "generrell dafür bist", aber Du begründest es nicht. Welche katastrophalen Folgen die Begrenzung von Amtszeiten hat, sieht man ja gerade Amerika, wo durch die Kurzfristigkeit völlig Verantwortungslosigkeit eingerissen ist.
Die von der Basis bevorzugte Nachfolgerin von Teufel ist Anette Schavan
Woher weißt du? Hat dir 'die Basis' das gesagt?
Jeder, der die Verhältnisse ein bisschen beobachtet [...Lobhudelei für Schavan...]
Wir nehmen zur Kenntnis, daß dir die Dame sehr zusagt. Du magst zur Kenntnis nehmen, daß deine Meinung nicht unbedingt als absolute und verbindliche Wahrheit für andere taugt.
Gleichfalls.
Deutschland geht vor die Hunde, weil zur Zeit nicht die besten Köpfe in Verantwortung kommen.
Korrekt.
Welchen Geschlechts sind wohl die Seilschaften, die hinter den schleimigen Intrigen in Stuttgart stehen? Dreimal dürft Ihr raten.
Nach all meinen Erfahrungen im Berufs- und sonstigen Leben nehmen sich Frauen und Männer nichts, wenn es um Intrigantentum geht. Frauen machen das nur tendenziell eher auf recht hinterfotzigen Touren, während Männer tendenziell eher offen intrigieren (ja, das geht).
Die offene Provokation und die darauffolgende Ohrfeige durch den Minister Palmer sind wohl ein Zeichen für hohe Sozial-Kompetenz bei den handelnden Männlein?
Gruß
Ruth
Re: Minister Palmers Ohrfeige - Ein Beispiel für männliche Sozialkompetenz
delete, Tuesday, 26.10.2004, 15:32 (vor 7773 Tagen) @ Ruth Teibold-Wagner
Als Antwort auf: Minister Palmers Ohrfeige - Ein Beispiel für männliche Sozialkompetenz von Ruth Teibold-Wagner am 26. Oktober 2004 10:11:36:
Hallo,
mir dünkt, der Versuch einer Diskussion mit dir wäre sinnfrei, daher lasse ich es dabei bewenden. Wenn du nur Zuspruch zu deiner Meinung haben möchtest, geh doch mit dieser ins Frauenforum, dort ist das üblich.
Off topic - Amerkika
Ekki, Tuesday, 26.10.2004, 15:47 (vor 7773 Tagen) @ Ruth Teibold-Wagner
Als Antwort auf: Minister Palmers Ohrfeige - Ein Beispiel für männliche Sozialkompetenz von Ruth Teibold-Wagner am 26. Oktober 2004 10:11:36:
Und generell bin ich dafür, daß Ämter ab Minister aufwärts maximal zwei Legislaturperioden von einer Person besetzt werden dürfen (und danach keine Ämterrochade stattfinden darf).
Wo ist Dein Argument? Wieder schreibst Du nur, dass Du "generrell dafür bist", aber Du begründest es nicht. Welche katastrophalen Folgen die Begrenzung von Amtszeiten hat, sieht man ja gerade Amerika, wo durch die Kurzfristigkeit völlig Verantwortungslosigkeit eingerissen ist.
Nein, in Amerika kann man - jedenfalls bisher - neidvoll beobachten, wie vital trotz geringer Wahlbeteiligung ein politisches System ist, das den Grundsatz der Beschränkungen auf zwei Wahlperioden hat.
Wir würden buchstäblich von einem Tag auf den anderen in einem völlig anderen Land aufwachen, würde dieser Grundsatz in Deutschland eingeführt:[/i]
Wie von Zauberhand würde diese Regelung die Parteiapparate "am Laufen kriegen":[/i][/u] Die müßten sich bereits bei der Aufstellung eines Kandidaten überlegen, wen sie als dessen Nachfolger aufbauen - und der Kandidat müßte tunlichst mitüberlegen, könnte er doch der Wiederwahl nicht sicher sein, müßte aber im Interesse seiner Partei einen Nachfolger aufbauen.
Schluß, ein für allemal Schluß wäre mit dem "System Kohl"[/i][/u], das es auch in anderen Parteien gibt: Seilschaften bis in den letzten Ortsverein, die solange ungefährdet sind, wie der große Zampano an der Spitze ungefährdet ist.
Schluß, ein für allemal Schluß wäre mit dem Grauen vieler politisch interessierter Menschen vor verkrusteten Parteistrukturen und Gerontokratie.[/i][/u]
Daß das in Deutschland kaum durchsetzbar ist - ginge ja gegen die Interessen der Hunderttausenden, die zu den besagten Seilschaften gehören - ist zwar richtig. Dennoch liegt meiner festen Überzeugung nach nur in der Übernahme dieser Regelung eine (Teil)lösung des Problems der verkrusteten Parteistrukturen.
Noch einmal zu Amerika:
Ich habe eingangs die Einschränkung "jedenfalls bisher"[/i][/u] gemacht. Sie bezog sich darauf, daß in Amerika bereits eine Bush-Dynastie[/i][/u] existiert, von der viele Amerikaner vermuten, daß sie auch nach George W. für weitere Präsidenten gut ist.
Jedes, auch das beste System trägt die Möglichkeit zur Selbstzerstörung in sich, und die "Dynastisierung" der Politik - auch Hillary Clinton hat ja noch Präsidentinnen-Ambitionen! - würde die amerikanische Demokratie in der Tat aufs Äußerste schädigen.
Gruß
Ekki
Re: Minister Palmers Ohrfeige - Ein Beispiel für männliche Sozialkompetenz
Rüdiger, Tuesday, 26.10.2004, 22:49 (vor 7772 Tagen) @ Ruth Teibold-Wagner
Als Antwort auf: Minister Palmers Ohrfeige - Ein Beispiel für männliche Sozialkompetenz von Ruth Teibold-Wagner am 26. Oktober 2004 10:11:36:
Wo ist Dein Argument? Wieder schreibst Du nur, dass Du "generrell dafür bist", aber Du begründest es nicht. Welche katastrophalen Folgen die Begrenzung von Amtszeiten hat, sieht man ja gerade Amerika, wo durch die Kurzfristigkeit völlig Verantwortungslosigkeit eingerissen ist.
Okay - ich fordere: Gebt George W. Bush mindestens 3 Amtszeiten, und ihr werdet Amerika (und den Rest der Welt) nicht wiedererkennen
))
Gruß, Rüdiger
Re: Minister Palmers Ohrfeige - Ein Beispiel für männliche Sozialkompetenz
Marie Juana, Wednesday, 27.10.2004, 01:39 (vor 7772 Tagen) @ Ruth Teibold-Wagner
Als Antwort auf: Minister Palmers Ohrfeige - Ein Beispiel für männliche Sozialkompetenz von Ruth Teibold-Wagner am 26. Oktober 2004 10:11:36:
Die offene Provokation und die darauffolgende Ohrfeige durch den Minister Palmer sind wohl ein Zeichen für hohe Sozial-Kompetenz bei den handelnden Männlein?
Gruß
Ruth
*******
darf ich dich an Beate Klarsfeld erinnern 
Marie Juana,
die manchmal auch Ohrfeigen verteilen möchte
Re: Welchen Geschlechts sind die Stuttgarter Intrigen-Seilschaften?
Expatriate, Tuesday, 26.10.2004, 13:16 (vor 7773 Tagen) @ Ruth Teibold-Wagner
Als Antwort auf: Welchen Geschlechts sind die Stuttgarter Intrigen-Seilschaften? von Ruth Teibold-Wagner am 26. Oktober 2004 09:47:30:
Welchen Geschlechts sind wohl die Seilschaften, die hinter den schleimigen Intrigen in Stuttgart stehen? Dreimal dürft Ihr raten.
Kann mir nicht helfen,
aber schon nach zweimal raten faellt mir
nix mehr ein.
*ratlos*
Re: Welchen Geschlechts sind die Stuttgarter Intrigen-Seilschaften?
Max, Tuesday, 26.10.2004, 13:46 (vor 7773 Tagen) @ Ruth Teibold-Wagner
Als Antwort auf: Welchen Geschlechts sind die Stuttgarter Intrigen-Seilschaften? von Ruth Teibold-Wagner am 26. Oktober 2004 09:47:30:
Sehr verehrte Frau Ruth Teibold-Wagner,
...Was das mit dem Forenthema zu tun hat? Dreimal dürft Ihr raten:
Welchen Geschlechts sind wohl die Seilschaften, die hinter den schleimigen Intrigen in Stuttgart stehen? Dreimal dürft Ihr raten.
Richtig böse
Ruth
...die meisten PolitikerInnen in der Union sind nunmal männlichen Geschlechts. Warum sollte ich also dreimal raten müssen?
Daß Sie, verehrte Frau Teibold-Wagner, in Kenntnis dieses Umstandes dennoch versuchen, uns hier einzureden, das Geschlecht der "Intriganten" hätte etwas mit der "Intrige" selbst zu tun, liesse mich, wenn ich Sie nicht schon ein Weilchen "kennen" würde, annehmen, daß Sie selbst nicht gerade die Hellste seien. Ich "kenne" Sie aber schon ein Weilchen. Deshalb erspare ich mir auch die Aufforderung an Sie, dreimal nachzudenken, um mir die folgende Frage zu beantworten: Welches Geschlecht hätten die vermuteten Intriganten alternativ denn haben können?
Richtig nachsichtig - Max
tausend Dank ;-)
gibsmir, Tuesday, 26.10.2004, 13:54 (vor 7773 Tagen) @ Ruth Teibold-Wagner
Als Antwort auf: Welchen Geschlechts sind die Stuttgarter Intrigen-Seilschaften? von Ruth Teibold-Wagner am 26. Oktober 2004 09:47:30:
Hi Ruth,
danke für deine Beiträge hier, zeigen sie doch den Leuten hier, daß sinnloser Feminimus und unbegründetes Geschlechterdenken nicht, wie viele hier denken, ein Problem ist, was politisch ausschließlich im linken Spektrum existiert. Du bist ja das beste Beispiel, wie verbohrt und von einem Verfolgungswahn betroffen auch Frauen sind, die politisch auf der rechten Seite stehen...
Danke dafür!
gibsmir
P.S.: Teufel der beste Ministerpräsident? Merkel tolle Politikerin? Schavan kompetent? In welchem Deutschland hast Du die letzten Jahre gelebt?
Teufel, der beste Ministerpräsident Deutschlands, wurde auf eine Art weggemobbt, die wohl das Ekelhafteste hinter der Kohl-Schäuble-Intrige ist, was es in der deutschen Politik seit langen Jahren gegeben hat. Es ist einfach nur noch Brechreiz-hervorrufend.
Die von der Basis bevorzugte Nachfolgerin von Teufel ist Anette Schavan, die Kultusminsterin. Sie wird auch von Teufel selbst präferiert. Jeder, der die Verhältnisse ein bisschen beobachtet, weiß, dass sie mit Sicherheit die beste, kompetetenste Kandidatin ist. Wahrscheinlich ist sie eine der talentiertesten Politikerinnen in ganz Deutschland. Sie ist genau die Art von PolitikerInnen, die wir in der gegenwärtigen bedrückenden Lage benötigen, um aus dem Tal herauszukommen.
Doch sie hat ein Manko. Ihr fehlt die Hausmacht in der Partei. Deshalb wird sie jetzt schon weg gebissen. Genauso, wie es bei Angela Merkel zur Zeit versucht wird.
Deutschland geht vor die Hunde, weil zur Zeit nicht die besten Köpfe in Verantwortung kommen. Durchtriebene, hinterhältige Intriganten, denen es nur um die Macht geht, die keinerlei Kompetenzen außer ihre Fähigkeit zum Mobbing haben, erschleimen sich in Vetterleswirtschaft die Machtpositionen.
Was das mit dem Forenthema zu tun hat? Dreimal dürft Ihr raten:
Welchen Geschlechts sind wohl die Seilschaften, die hinter den schleimigen Intrigen in Stuttgart stehen? Dreimal dürft Ihr raten.
Richtig böse
Ruth
Unser Unglück: "Linke" Politik.
Ruth Teibold-Wagner, Tuesday, 26.10.2004, 16:28 (vor 7772 Tagen) @ gibsmir
Als Antwort auf: tausend Dank
von gibsmir am 26. Oktober 2004 10:54:48:
Hallo,
danke für deine Beiträge hier, zeigen sie doch den Leuten hier, daß sinnloser Feminimus und unbegründetes Geschlechterdenken nicht, wie viele hier denken, ein Problem ist, was politisch ausschließlich im linken Spektrum existiert. Du bist ja das beste Beispiel, wie verbohrt und von einem Verfolgungswahn betroffen auch Frauen sind, die politisch auf der rechten Seite stehen...
Danke dafür!
"Rechts" und "Links" sind keine brauchbaren Kategorien in der Politik von heute mehr.
gibsmir
P.S.: Teufel der beste Ministerpräsident? Merkel tolle Politikerin? Schavan kompetent? In welchem Deutschland hast Du die letzten Jahre gelebt?
Deutschlands Unglück sind die selbsternannten "Linken" der verschiedenen Schattierungen:
Von der Ex-"DDR", die von "Linken" "regiert" war, was heutzutage in Vergessenheit gerät, bis zu denjenigen Bundesländern, deren Unglück darin besteht, teilweise schon seit Jahrzehnten von sogenannten "Linken" regiert zu werden, bis zu denjenigen "Linken", die heute in Berlin "regieren".
Schau Dir die Arbeitslosenquoten der Länder an, schau, wer in den Länderfinanzausgleich EINzahlt, und wer die Hand aufmachen muß. Und dann schau, wer die jeweiligen Bundesländer regiert, dann dürfte wohl alles klar sein, wer besser ist und wer schlechter.
Gruß
Ruth
Re: Unser Unglück: "Linke" Politik.
gibsmir, Tuesday, 26.10.2004, 16:46 (vor 7772 Tagen) @ Ruth Teibold-Wagner
Als Antwort auf: Unser Unglück: "Linke" Politik. von Ruth Teibold-Wagner am 26. Oktober 2004 13:28:16:
Auauaua, soviel Geschichtsverdrehung und Inkompetenz kann nur aus der rechten Ecke kommen! Schön daß es auch mal eine Frau ist, die sowas von sich gibt, also auch hier hat die Emanzipation gewirkt! 
Du bringst kein einziges wirklich sichfestes Argument, genau wie deine Schwestern aus der linken Ecke!
Hallo,
danke für deine Beiträge hier, zeigen sie doch den Leuten hier, daß sinnloser Feminimus und unbegründetes Geschlechterdenken nicht, wie viele hier denken, ein Problem ist, was politisch ausschließlich im linken Spektrum existiert. Du bist ja das beste Beispiel, wie verbohrt und von einem Verfolgungswahn betroffen auch Frauen sind, die politisch auf der rechten Seite stehen...
Danke dafür!
"Rechts" und "Links" sind keine brauchbaren Kategorien in der Politik von heute mehr.
gibsmir
P.S.: Teufel der beste Ministerpräsident? Merkel tolle Politikerin? Schavan kompetent? In welchem Deutschland hast Du die letzten Jahre gelebt?
Deutschlands Unglück sind die selbsternannten "Linken" der verschiedenen Schattierungen:
Von der Ex-"DDR", die von "Linken" "regiert" war, was heutzutage in Vergessenheit gerät, bis zu denjenigen Bundesländern, deren Unglück darin besteht, teilweise schon seit Jahrzehnten von sogenannten "Linken" regiert zu werden, bis zu denjenigen "Linken", die heute in Berlin "regieren".
Schau Dir die Arbeitslosenquoten der Länder an, schau, wer in den Länderfinanzausgleich EINzahlt, und wer die Hand aufmachen muß. Und dann schau, wer die jeweiligen Bundesländer regiert, dann dürfte wohl alles klar sein, wer besser ist und wer schlechter.
Gruß
Ruth
Re: Unser Unglück: "Linke" Politik.
Garfield, Tuesday, 26.10.2004, 20:04 (vor 7772 Tagen) @ Ruth Teibold-Wagner
Als Antwort auf: Unser Unglück: "Linke" Politik. von Ruth Teibold-Wagner am 26. Oktober 2004 13:28:16:
Hallo Ruth!
Also, an der steigenden Arbeitslosigkeit sind weder "Rechte" noch "Linke" schuld. Sie ist die logische Konsequenz aus a) zunehmender Automatisierung von Produktion und Dienstleistungen, b) einer seit Jahrzehnten anhaltenden Umverteilung von unten nach oben, die die Kaufkraft der breiten Masse und damit den deutschen Binnenmarkt zunehmend schwächt und c) einer zunehmenden Konzentration der Unternehmen, bei der bereits viele kleine Unternehmen vernichtet worden sind.
Die Konzepte der "Linken" dagegen sind zwar teilweise auch eher unsinnig, aber die "Rechten" haben üblicherweise gar keine Konzepte dagegen oder aber sie fordern Maßnahmen, die den Niedergang nur noch beschleunigen würden.
Wo stehst du nun eigentlich?
Freundliche Grüße
von Garfield
Re: Welchen Geschlechts sind die Stuttgarter Intrigen-Seilschaften?
Andreas, Tuesday, 26.10.2004, 13:57 (vor 7773 Tagen) @ Ruth Teibold-Wagner
Als Antwort auf: Welchen Geschlechts sind die Stuttgarter Intrigen-Seilschaften? von Ruth Teibold-Wagner am 26. Oktober 2004 09:47:30:
Die von der Basis bevorzugte Nachfolgerin von Teufel ist Anette Schavan, die Kultusminsterin. Sie wird auch von Teufel selbst präferiert. Jeder, der die Verhältnisse ein bisschen beobachtet, weiß, dass sie mit Sicherheit die beste, kompetetenste Kandidatin ist.
Ich komme zufälligerweise aus diesem Bundesland. Schavan hat es in wenigen Jahren geschafft, das baden-württembergische Bildungssystem vollends plattzumachen. Viele Bekannte von mir, die nach ihrem Studium eine Laufbahn als Lehrer anstrebten, sind mittlerweile nach Bayern abgewandert, weil die Zustände hier regelrecht katastrophal sind. Permanent neue Regelungen, die kurze Zeit später wieder abgeschafft werden. Diese Frau kopiert in ihrem Reformeifer alles, was sie irgendwo in anderen Ländern aufgeschnappt hat - egal, ob es sinnvoll ist oder nicht. Man erkennt keinen roten Faden in ihrer Politik, ein einziges Hin und Her ohne Konzept oder Planungssicherheit. Kommentar eines Freundes von mir: Wenn die Schavan im Flugzeug neben einem Texaner sitzt, dann haben wir einen Monat später das texanische Schulsystem in Baden-Württemberg.
Ich möchte diese Frau hier nicht als Ministerpräsidentin. Das liegt nicht daran, daß sie eine Frau ist - es liegt daran, daß diese Frau eine Paradebeispiel für absolute Mittelmäßigkeit und Inkompetenz in der deutschen Politik ist.
Gruß
Andreas
Re: Welchen Geschlechts sind die Stuttgarter Intrigen-Seilschaften?
Norbert, Tuesday, 26.10.2004, 14:28 (vor 7773 Tagen) @ Andreas
Als Antwort auf: Re: Welchen Geschlechts sind die Stuttgarter Intrigen-Seilschaften? von Andreas am 26. Oktober 2004 10:57:18:
Hi
Ich bin ebenfalls aus BW.
Leider kann ich auch der Alternative zu Fr. Schavan, dem H. Oettinger nichts abgewinnen.
Zu dem Thema Schulpolitik kann ich aber auch nur beipflichten.
In der (Grund-)Schule meines Sohnes gibt es übrigens nur einen männlichen Lehrer, für Sport.
Allerdings, wenn ich einen der Vorgänger H. Mayer-Vorfelder denke.
Dieser hatte nie begriffen, daß es Computer gibt, und wofür man diese verwenden kann. Und lehnte Unterricht darüber ab, auch als er dann Finanzminster war.
Gruß
Norbert
Re: Welchen Geschlechts sind die Stuttgarter Intrigen-Seilschaften?
Ruth Teibold-Wagner, Tuesday, 26.10.2004, 16:43 (vor 7772 Tagen) @ Andreas
Als Antwort auf: Re: Welchen Geschlechts sind die Stuttgarter Intrigen-Seilschaften? von Andreas am 26. Oktober 2004 10:57:18:
Hallo,
Ich komme zufälligerweise aus diesem Bundesland.
Ich auch.
Schavan hat es in wenigen Jahren geschafft, das baden-württembergische Bildungssystem vollends plattzumachen. Viele Bekannte von mir, die nach ihrem Studium eine Laufbahn als Lehrer anstrebten, sind mittlerweile nach Bayern abgewandert, weil die Zustände hier regelrecht katastrophal sind.
Linke Legende.
Schavans Stärken:
- Die BaWü-Schüler sind deutsche Spitzenreiter im Pisa-Test.
- Hier gelten noch "Sekundär-Tugenden", die anderswo in emanzipatorischer Unverbindlichkeit gelandet sind.
- Schavan führt den Abwehrkampf gegen die menschenfeindliche Un"kultur" des Islam in Deutschland an. Sie macht Ernst mit dem Prinzip "keine Toleranz den Intoleranten", z.B. wird auf ihr Betreiben hin in BaWü als erstem Land ein Gesetz für das Kopftuchverbot in den Schulen eingeführt.
- Das 8-klassige Gymnasium wurde in BaWü schon eingeführt, als in anderen Ländern noch nicht mal darüber diskutiert wurde.
- Schavan hält engen Kontakt zur Wirtschaft, orientiert auf Wirtschaftsbezug des Bildsystems.
- Sie orientiert ganz klar auf die Beibehaltung der Dreigliedrigkeit und wertet die Hauptschule auf.
Permanent neue Regelungen, die kurze Zeit später wieder abgeschafft werden. Diese Frau kopiert in ihrem Reformeifer alles, was sie irgendwo in anderen Ländern aufgeschnappt hat - egal, ob es sinnvoll ist oder nicht. Man erkennt keinen roten Faden in ihrer Politik, ein einziges Hin und Her ohne Konzept oder Planungssicherheit.
Das stimmt doch nicht. Die Leitlinie heißt: Tradition und Moderne. Das ist eine klare Orientierung, genau dasselbe wie das bayrische "Laptop und Lederhose".
In der globalisierten Welt können wir nicht ohne Heimat bestehen, das predigt sie immer wieder, und damit hat sie recht. Heimat heißt nicht, hinterm Berg zu Hause zu sein, sondern verwurzelt zu sein und virtuos mit den neuen globalen Kulturtechniken umgehen zu können.
Die linken sagen nur die Hälfte davon. Sie haben die EIGENE Tradition und Heimat vergessen, und genau das ist ihr Fehler. Sie meinen, dann modern zu sein, wenn sie das eigene verraten. Aber es ist genau umgekehrt: Auf der Basis des Eigenen ist erst ein Erfolg in der Welt möglich.
Kommentar eines Freundes von mir: Wenn die Schavan im Flugzeug neben einem Texaner sitzt, dann haben wir einen Monat später das texanische Schulsystem in Baden-Württemberg.
Dadurch, dass das ein "Freund" sagt, wird es nicht richtiger.
Ich möchte diese Frau hier nicht als Ministerpräsidentin. Das liegt nicht daran, daß sie eine Frau ist - es liegt daran, daß diese Frau eine Paradebeispiel für absolute Mittelmäßigkeit und Inkompetenz in der deutschen Politik ist.
Sie ist nicht mittelmäßig, sondern konservativ und aufgeschlossen für die Moderne, hat Führungsqualitäten und Überzeugungskraft. Genau diese Mischung brauchen wir.
Gruß
Ruth
Re: Welchen Geschlechts sind die Stuttgarter Intrigen-Seilschaften?
Andreas, Tuesday, 26.10.2004, 17:27 (vor 7772 Tagen) @ Ruth Teibold-Wagner
Als Antwort auf: Re: Welchen Geschlechts sind die Stuttgarter Intrigen-Seilschaften? von Ruth Teibold-Wagner am 26. Oktober 2004 13:43:44:
Linke Legende.
Sorry, aber diese Thematik ist mir zu ernst, um darüber Witze zu machen. Beispiel: Wir haben hier im "Ländle" einen absoluten Lehrermangel, der mittlerweile katastrophale Ausmaße angenommen hat. Demgegenüber steht eine immer weiter sinkende Zahl an Lehramtsstudenten. Dasselbe gilt für die Studentenzahlen an Pädagogischen Hochschulen. Vielerorts müssen an Schulen Notfallstundenpläne eingerichtet und die Schüler früher nach Hause geschickt werden, weil Lehrpersonal fehlt. Es gibt schon seit Jahren Vorschläge diesbezüglich, Schavan scheint aber einfach den Ernst der Lage nicht zu verstehen. Stattdessen blinder Aktionismus, der überall hinführt - nur nicht ans Ziel. Diese Frau hat bei ihrem Amtsantritt vollmundige Versprechungen gemacht, aber nichts davon gehalten.
Schavans Stärken:
- Die BaWü-Schüler sind deutsche Spitzenreiter im Pisa-Test.
Bitte? Deutsche Spitzenreiter im PISA-Test? Ist das jetzt ein Witz? Wer soll sich darauf was einbilden? BaWü-Schüler waren also die Spitzenreiter unter den Verlieren? Toll!
- Schavan führt den Abwehrkampf gegen die menschenfeindliche Un"kultur" des Islam in Deutschland an. Sie macht Ernst mit dem Prinzip "keine Toleranz den Intoleranten", z.B. wird auf ihr Betreiben hin in BaWü als erstem Land ein Gesetz für das Kopftuchverbot in den Schulen eingeführt.
Ein Gesetz, das kein Mensch benötigt. Da wurde geradewegs so getan, als ob es an unseren Schulen Millionen islamischer Lehrerinnen gibt, die alle Kopftuch tragen und die Schüler indoktrinieren. Statt sich um die dringenden Probleme zu kümmern, beschäftigt Schavan sich mit sinnfreiem Schnickschnack. Geld- und Zeitverschwendung.
- Das 8-klassige Gymnasium wurde in BaWü schon eingeführt, als in anderen Ländern noch nicht mal darüber diskutiert wurde.
Bislang hat das aber nichts gebracht.
- Sie orientiert ganz klar auf die Beibehaltung der Dreigliedrigkeit und wertet die Hauptschule auf.
Das nutzt aber alles nix, wenn an allen Ecken und Kanten Lehrer fehlen.
Sie ist nicht mittelmäßig, sondern konservativ und aufgeschlossen für die Moderne, hat Führungsqualitäten und Überzeugungskraft. Genau diese Mischung brauchen wir.
Dann sprechen wir wohl nicht von derselben Schavan. Ich finde diese Frau weder überzeugend noch besonders innovativ.
Gruß
Andreas
Re: Welchen Geschlechts sind die Stuttgarter Intrigen-Seilschaften?
Leser1, Wednesday, 27.10.2004, 01:51 (vor 7772 Tagen) @ Andreas
Als Antwort auf: Re: Welchen Geschlechts sind die Stuttgarter Intrigen-Seilschaften? von Andreas am 26. Oktober 2004 14:27:34:
.
- Das 8-klassige Gymnasium wurde in BaWü schon eingeführt, als in anderen Ländern noch nicht mal darüber diskutiert wurde.
Bislang hat das aber nichts gebracht.
Gibt es auch erst seit diesem jahr, also schon ewig her :)
Re: Welchen Geschlechts sind die Stuttgarter Intrigen-Seilschaften?
Garfield, Tuesday, 26.10.2004, 18:52 (vor 7772 Tagen) @ Ruth Teibold-Wagner
Als Antwort auf: Re: Welchen Geschlechts sind die Stuttgarter Intrigen-Seilschaften? von Ruth Teibold-Wagner am 26. Oktober 2004 13:43:44:
Hallo Ruth!
"Sie macht Ernst mit dem Prinzip "keine Toleranz den Intoleranten", z.B. wird auf ihr Betreiben hin in BaWü als erstem Land ein Gesetz für das Kopftuchverbot in den Schulen eingeführt."
Ja, und dabei ist man schon auf das Problem gestoßen, daß davon ja eigentlich auch christliche Nonnen betroffen sind, die in manchen Schulen in ihrer Ordenskleidung unterrichten. Diese Kleidung ist nämlich ebenfalls ein eindeutig religiöses Symbol und darf somit genaugenommen nach diesem neuen Gesetz in Schulen auch nicht mehr getragen werden. Wie stehst du eigentlich dazu? 
Freundliche Grüße
von Garfield
Re: Welchen Geschlechts sind die Stuttgarter Intrigen-Seilschaften?
Jolanda, Tuesday, 26.10.2004, 19:56 (vor 7772 Tagen) @ Garfield
Als Antwort auf: Re: Welchen Geschlechts sind die Stuttgarter Intrigen-Seilschaften? von Garfield am 26. Oktober 2004 15:52:31:
Lieber Garfield
"Sie macht Ernst mit dem Prinzip "keine Toleranz den Intoleranten", z.B. wird auf ihr Betreiben hin in BaWü als erstem Land ein Gesetz für das Kopftuchverbot in den Schulen eingeführt."
Ja, und dabei ist man schon auf das Problem gestoßen, daß davon ja eigentlich auch christliche Nonnen betroffen sind, die in manchen Schulen in ihrer Ordenskleidung unterrichten. Diese Kleidung ist nämlich ebenfalls ein eindeutig religiöses Symbol und darf somit genaugenommen nach diesem neuen Gesetz in Schulen auch nicht mehr getragen werden. Wie stehst du eigentlich dazu?
Freundliche Grüße
von Garfield
Alleine der Grundsatz, keine Toleranz den Intoleranten, der ist ja schon zum Schreien, echt zum Schreien.
Wäre ja echt klasse, wenn man diesen Grundsatz mal beim Feminismus umsetzen würde, au weia, dann raschelst aber im Bömerwald!
Gute Frage wegen den Nonnen, habe ich mir so noch gar nie überlegt. Aber für mich ein ganz klarer Fall, das müsste dann auch verboten werden. Ich würde das zwar für genauso unnütz und strunzdumm halten, wie das Kopftuchverbot für moslemische Frauen, ew wäre aber zumindest mal konsequent und nicht so verlogen.
Denn, wenn man seine Religion nicht nach aussen tragen darf, dann gilt das doch wohl hoffentlich für alle Religionen oder?!
Herzlicher Gruss
Jolanda
Re: Welchen Geschlechts - Kopftuchverbot
Ekki, Tuesday, 26.10.2004, 20:19 (vor 7772 Tagen) @ Jolanda
Als Antwort auf: Re: Welchen Geschlechts sind die Stuttgarter Intrigen-Seilschaften? von Jolanda am 26. Oktober 2004 16:56:19:
Lieber Garfield
"Sie macht Ernst mit dem Prinzip "keine Toleranz den Intoleranten", z.B. wird auf ihr Betreiben hin in BaWü als erstem Land ein Gesetz für das Kopftuchverbot in den Schulen eingeführt."
Ja, und dabei ist man schon auf das Problem gestoßen, daß davon ja eigentlich auch christliche Nonnen betroffen sind, die in manchen Schulen in ihrer Ordenskleidung unterrichten. Diese Kleidung ist nämlich ebenfalls ein eindeutig religiöses Symbol und darf somit genaugenommen nach diesem neuen Gesetz in Schulen auch nicht mehr getragen werden. Wie stehst du eigentlich dazu?
Freundliche Grüße
von Garfield
...
Gute Frage wegen den Nonnen, habe ich mir so noch gar nie überlegt. Aber für mich ein ganz klarer Fall, das müsste dann auch verboten werden. Ich würde das zwar für genauso unnütz und strunzdumm halten, wie das Kopftuchverbot für moslemische Frauen, ew wäre aber zumindest mal konsequent und nicht so verlogen.
Denn, wenn man seine Religion nicht nach aussen tragen darf, dann gilt das doch wohl hoffentlich für alle Religionen oder?!
Herzlicher Gruss
Jolanda
Hallo allerseits!
Diese Frage wurde von Frau Schavan längst thematisiert, und unabhängig davon, wie man selbst dazu steht, kann man sich nur darüber wundern, wie Frau Schavan hier rumeiert:
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Ausnahmen für den Religionsunterricht
Ausnahmen vom Verbot religiöser Symbole gelten für den Religionsunterricht, so dass dieser auch von katholischen Nonnen erteilt werden kann, sowie für die Ausbildung von Referendaren. In dem vom Heidelberger Verfassungsrechtler Paul Kirchhof mit ausgearbeiteten Gesetzentwurf heißt es: "Insbesondere ist ein äußeres Verhalten unzulässig, welches bei Schülern oder Eltern den Eindruck hervorrufen kann, dass eine Lehrkraft gegen Menschenwürde, Gleichberechtigung, Freiheitsgrundrechte oder die freiheitlich-demokratische Grundordnung auftritt." Kinder dürften weiter in die Schule mit Kopftuch kommen, betonte Schavan.
Quelle:
http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0%2C1185%2COID2461262_REF1%2C00.html
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Also, Nonnen dürfen sowieso und Moslems, solange sie Kinder sind? Ist "Kind" hier als Mensch bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres zu verstehen, oder als Gegensatz zu "Lehrer"? Dem Kontext nach wäre fast Letzteres zu vermuten.
In jedem Fall:
Keine Konsequenz gar nicht.
Kopfschüttelnder Gruß von
Ekki
Re: Welchen Geschlechts - Kopftuchverbot
Garfield, Tuesday, 26.10.2004, 20:51 (vor 7772 Tagen) @ Ekki
Als Antwort auf: Re: Welchen Geschlechts - Kopftuchverbot von Ekki am 26. Oktober 2004 17:19:37:
Hallo Ekki!
Das mit den Nonnen wurde vor kurzem in den Medien diskutiert, und da hieß es auch, daß es da wohl noch ein juristisches Nachspiel geben wird. Allerdings weiß ich nicht mehr genau, ob es dabei konkret um Baden-Württemberg ging. Auch in anderen Ländern wird so etwas ja schon seit einiger Zeit diskutiert. Aber da es in Baden-Württemberg dieses Gesetz gibt, ging es wohl darum.
Aber wie dem auch sei: Diese Doppelmoral kennen wir ja schon zur Genüge. Bei der Wehrpflicht wird ja genauso ein Eiertanz veranstaltet, um die offensichtliche Ungerechtigkeit irgendwie zu rechtfertigen.
Man sollte sich lieber mal Gedanken darüber machen, wie radikaler Islamismus überhaupt entsteht. Dann kommt man aber schnell an den Punkt, an dem man erkennen muß, daß die Unterstützung der Industrieländer für radikalislamische Regimes z.B. in Saudi-Arabien dabei durchaus eine Rolle spielt. Wenn man dagegen einschreiten will, legt man sich nicht nur mit reichen Investoren aus solchen Ländern an, sondern auch mit der eigenen Wirtschaft, die dort weiterhin gute Geschäfte machen will. Da hält frau doch lieber ihren Mund, tritt keinem Mächtigen auf den Schlips und verbietet stattdessen Kopftücher.
Das allein wirft schon ein recht zweifelhaftes Licht auf die Frau Schavan.
Freundliche Grüße
von Garfield
Re: Welchen Geschlechts - Kopftuchverbot
gibsmir, Wednesday, 27.10.2004, 18:14 (vor 7771 Tagen) @ Garfield
Als Antwort auf: Re: Welchen Geschlechts - Kopftuchverbot von Garfield am 26. Oktober 2004 17:51:15:
Hi Garfield,
stimme dir voll zu, dazu mal ein Fakt aus dem neuen Michael Moore Film: 8-9 Prozent der USA gehören inzwischen den Saudies, in Zahlen sind das ca. 800 Milliarden Dollar!
Wir müssen schnellstens damit aufhören, so viel Öl zu verbrauchen! Es werden momentan unglaublichen Mengen Geld in diese islamischen Diktaturen gepumpt. Wir kriegen sicherlich bald viele schwerreiche "Bin Ladens" die sich kaufen können, was sie nur wollen...
Hallo Ekki!
Das mit den Nonnen wurde vor kurzem in den Medien diskutiert, und da hieß es auch, daß es da wohl noch ein juristisches Nachspiel geben wird. Allerdings weiß ich nicht mehr genau, ob es dabei konkret um Baden-Württemberg ging. Auch in anderen Ländern wird so etwas ja schon seit einiger Zeit diskutiert. Aber da es in Baden-Württemberg dieses Gesetz gibt, ging es wohl darum.
Aber wie dem auch sei: Diese Doppelmoral kennen wir ja schon zur Genüge. Bei der Wehrpflicht wird ja genauso ein Eiertanz veranstaltet, um die offensichtliche Ungerechtigkeit irgendwie zu rechtfertigen.
Man sollte sich lieber mal Gedanken darüber machen, wie radikaler Islamismus überhaupt entsteht. Dann kommt man aber schnell an den Punkt, an dem man erkennen muß, daß die Unterstützung der Industrieländer für radikalislamische Regimes z.B. in Saudi-Arabien dabei durchaus eine Rolle spielt. Wenn man dagegen einschreiten will, legt man sich nicht nur mit reichen Investoren aus solchen Ländern an, sondern auch mit der eigenen Wirtschaft, die dort weiterhin gute Geschäfte machen will. Da hält frau doch lieber ihren Mund, tritt keinem Mächtigen auf den Schlips und verbietet stattdessen Kopftücher.
Das allein wirft schon ein recht zweifelhaftes Licht auf die Frau Schavan.
Freundliche Grüße
von Garfield
Re: Welchen Geschlechts - Kopftuchverbot
Garfield, Wednesday, 27.10.2004, 18:48 (vor 7771 Tagen) @ gibsmir
Als Antwort auf: Re: Welchen Geschlechts - Kopftuchverbot von gibsmir am 27. Oktober 2004 15:14:21:
Hallo "gibsmir"!
Der "Witz" dabei ist ja, daß wir eigentlich gar nicht mehr so stark vom Öl abhängig sein müßten. Es gibt mittlerweile diverse Technologien, die Öl als Brennstoff zumindest zum großen Teil überflüssig machen könnten.
Das Problem dabei ist nur wieder einmal: Um diese Technologien auf breiter Front einzusetzen, muß man erst einmal investieren. Vor diesen Investitionen scheuen unsere Großunternehmen, die nicht mehr wirklich in Konkurrenz zueinander stehen und somit mehr zu verlieren als zu gewinnen haben, aber zurück. Und wieso in neue Technologien investieren, wenn man mit den alten noch prima Gewinne einfahren kann? Zwar wird das Öl immer teurer, aber was solls - dann kriegen die Endverbraucher eben höhere Preise aufgedrückt, und bei der Gelegenheit schlägt man sich auch gleich noch einen netten Zusatzbonus mit drauf. Die Endverbraucher haben dann die Wahl, entweder die steigenden Preise zähneknirschend zu zahlen oder aber auf Benzin, Heizöl, Gas und Strom zu verzichten. Der Staat verdient auch gut mit, und so ist von der Seite auch keine Intervention zu erwarten. Als vor einigen Wochen mehrere Gasanbieter gleichzeitig saftige Preiserhöhungen angekündigt haben, fühlten sich einige Regierungspolitiker zwar bemüßigt, eine Konferenz mit den Chefs der großen Gaskonzerne anzusetzen, aber die erklärten dann einfach, daß sie daran kein Interesse hätten, und damit war das Thema wieder mal erledigt...
Wenn es nun Alternativen zu Benzin, Öl und Gas gäbe, wäre das nicht mehr so einfach. Dann könnte man den Endverbrauchern nicht mehr einfach so steigende Preise diktieren. Solange es diese Alternativen aber nicht gibt, funktioniert diese Abzocke bestens.
Deshalb soll sich das auch so bald nicht ändern, und deshalb werden wir weiterhin gezwungen, indirekt radikale Islamisten zu finanzieren, die uns dann zum Dank dafür mit Terrorakten bedrohen.
Freundliche Grüße
von Garfield
Re: Welchen Geschlechts - Kopftuchverbot
Paul, Wednesday, 27.10.2004, 19:31 (vor 7771 Tagen) @ gibsmir
Als Antwort auf: Re: Welchen Geschlechts - Kopftuchverbot von gibsmir am 27. Oktober 2004 15:14:21:
Hi Garfield,
stimme dir voll zu, dazu mal ein Fakt aus dem neuen Michael Moore Film: 8-9 Prozent der USA gehören inzwischen den Saudies, in Zahlen sind das ca. 800 Milliarden Dollar!
Wir müssen schnellstens damit aufhören, so viel Öl zu verbrauchen! Es werden momentan unglaublichen Mengen Geld in diese islamischen Diktaturen gepumpt. Wir kriegen sicherlich bald viele schwerreiche "Bin Ladens" die sich kaufen können, was sie nur wollen...
Hehe, erzähl das mal George W. Bush 
Im Ernst: Wollte man den Terror ausdünnen, müsste man diversen arabischen Staaten eigentlich nur den Geldhahn zudrehen. Am besten ginge das, wenn man kein Öl (oder nur noch sehr wenig) mehr benötigt. Was glaubst Du, wie dumm die gucken, wenn sie auf ihrem gesamten Öl sitzen bleiben?
Das hätte ausser dem direkten Effekt, daß keine Kohle mehr für die Unterstützung des Terrors mehr da ist, noch eine andere, sehr positive Auswirkung: Wenn sich diese Staaten nicht mehr rein über den Erdölexport finanzieren lassen, müssen sie in Sachen Know-How und Industrie wettbewerbsfähig werden. Und das klappt nur, wenn sie ihre Bevölkerung nicht mehr - wie bisher geschehen - dumm halten. Und auch das würde letztendlich den Zulauf zu radikalen Gruppierungen stark eindämmen. Bildung ist die stärkste Waffe gegen religiöse Fanatiker überhaupt!
Der Irak ein Beispiel für die Region? Lachhaft. DAS Beispiel, wie die Entwicklung arabischer Staaten aussehen kann, gibt es schon längst: Dubai. Leider ist durch die Politik von "Ich-spiel-die-Axt-im-Wald"-George und sein Kabinett aus Schwerverbrechern die Wahrscheinlichkeit einer solch positiven Entwicklung in anderen arabischen Staaten drastisch gesunken.
Gruss,
Paul
Re: Welchen Geschlechts - Kopftuchverbot
Max, Tuesday, 26.10.2004, 20:52 (vor 7772 Tagen) @ Ekki
Als Antwort auf: Re: Welchen Geschlechts - Kopftuchverbot von Ekki am 26. Oktober 2004 17:19:37:
Mal halblang, Leute!
wer sich bemüssigt sieht, anderen Leuten vorzuschreiben, welchen Hut sie sich aufzuziehen oder welchen sie abzusetzen haben, der oder die hat einen an der Klatsche!
Überzeugungen, auch Sendungsbewußtsein, auch Intoleranz werden wohl kaum mit dem Hut an den Haken gehängt werden.
Die berühmte Vogel-Strauss-Taktik: Wenn ich die Intoleranz nicht mehr sehen kann, dann ist sie auch nicht mehr da.
Geht´s noch dümmer und kleinkarierter?
Kopfschüttelnd - Max
Re: Welchen Geschlechts - Kopftuchverbot
Ekki, Tuesday, 26.10.2004, 21:06 (vor 7772 Tagen) @ Max
Als Antwort auf: Re: Welchen Geschlechts - Kopftuchverbot von Max am 26. Oktober 2004 17:52:40:
Hallo Max!
Mal halblang, Leute!
wer sich bemüssigt sieht, anderen Leuten vorzuschreiben, welchen Hut sie sich aufzuziehen oder welchen sie abzusetzen haben, der oder die hat einen an der Klatsche!
Schon richtig, nur:
Konsequenz sollte immer gewahrt werden. Ich habe es lieber mit Leuten zu tun, die konsequent balla-balla sind, als mit solchen, die herumeiern. Und Schavan weiß ja offenbar selbst nicht genau, ob sie etwas vorschreiben soll und wenn ja, wem.
Überzeugungen, auch Sendungsbewußtsein, auch Intoleranz werden wohl kaum mit dem Hut an den Haken gehängt werden.
Die berühmte Vogel-Strauss-Taktik: Wenn ich die Intoleranz nicht mehr sehen kann, dann ist sie auch nicht mehr da.
Stimmt, und auf die Überzeugungen kommt's an. Um es mal ganz kraß zuzuspitzen: Wenn das islamische Kopftuch ein Kennzeichen für besondere Freizügigkeit wäre, könnte ich von Kopftuchträgerinnen schier nicht genug kriegen.
Die Verpackung ist egal, auf den Inhalt kommt's an.
Geht´s noch dümmer und kleinkarierter?
Kopfschüttelnd - Max
Kannst "getrost" sein, Max: Dummheit und Kleinkariertheit ist mit Sicherheit immer noch steigerungsfähig. Nur das wir uns das mit unserer Intelligenz nicht vorzustellen vermögen, bevor wir's nicht erleben.
Freundliche Grüße von
Ekki
Re: Welchen Geschlechts - Kopftuchverbot
Andreas, Tuesday, 26.10.2004, 21:06 (vor 7772 Tagen) @ Max
Als Antwort auf: Re: Welchen Geschlechts - Kopftuchverbot von Max am 26. Oktober 2004 17:52:40:
Hallo Max,
Dem kann ich nur zustimmen! Da wird wegen einer Frau mit Mütze ein Mummenschanz aufgeführt als stünden die osmanischen Truppen direkt vor Berlin. Was kommt als nächstes? Müssen sich die muslimischen Männer die Bärte abrasieren lassen?
Gruß
Andreas
Re: Welchen Geschlechts - Kopftuchverbot
Jolanda, Tuesday, 26.10.2004, 21:07 (vor 7772 Tagen) @ Max
Als Antwort auf: Re: Welchen Geschlechts - Kopftuchverbot von Max am 26. Oktober 2004 17:52:40:
Mal halblang, Leute!
wer sich bemüssigt sieht, anderen Leuten vorzuschreiben, welchen Hut sie sich aufzuziehen oder welchen sie abzusetzen haben, der oder die hat einen an der Klatsche!
Überzeugungen, auch Sendungsbewußtsein, auch Intoleranz werden wohl kaum mit dem Hut an den Haken gehängt werden.
Die berühmte Vogel-Strauss-Taktik: Wenn ich die Intoleranz nicht mehr sehen kann, dann ist sie auch nicht mehr da.
Geht´s noch dümmer und kleinkarierter?
Kopfschüttelnd - Max
--- Nun ja, mich wundert einfach auch, dass man das auf intolerante Menschen begründet, keine Toleranz den Intoleranten, finde ich schon mal eine totale Frechheit. Man mag von dieser Religion halten, was man will, sie bringt auch Fanatismus hervor, nur Religion wurde von den Menschen schon immer benutzt und missbraucht.
Ist doch nichts Neues, aber wenn ich lese "keine Toleranz den Intoleranten" und ich weiss, dass man damit das Kopftuch-Verbot begründet, dann muss ich auch sagen, geht es noch. Das heisst ja, dass alle kopftuchtragenden Moselms intolerant sind, weil sie dem falschen Glauben angehören und darum gebührt ihnen auch keine Toleranz, so eine gequirlte Scheisse habe ich schon lange nicht mehr gehört.
Und klar hast du Recht, nur weil man etwas nicht mehr sehen kann, deswegen hat man noch lange nichts verändert. Damit sprichst du sogar einen sehr wichtigen Punkt an.
Du hast ja auch einen Sohn Max, erinnerst du dich, als er noch ganz klein war, da hat er sicher auch oft seine Hände vor sein Gesicht gehalten, sie dann runter genommen und gelacht. So nach dem Motto, ich halte meine Hände vor mein kleines Gesicht Papa, nun kannst du mich nicht mehr sehen, dann Händchen runter und strahlen, nun siehst du mich wieder Papa. So kommt mir das vor mit dem Kopftuchverbot.
Der Unterschied ist einfach, ein Kleinkind glaubt wirklich, dass man es nicht sehen kann, wenn es seine Hände vor sein Gesicht hält, denn damit verdeckt es mit seinen Händen die Augen, es kann also selber nichts mehr sehen und meint, auf der anderen Seite sei das genauso. Wie man diesen Unsinn aber glauben kann, indem man moslemischen Frauen das Kopftuch verbietet, um sie wegen ihrer Religion, die ja so intolerant ist zu strafen, das ist in meinen Augen schon auch eine Vogel-Strauss-Politik.
Oder glaubt irgendwer, dadurch würde sich etwas verändern, verbessern, vielleicht bin ich ja nur zu doof, das zu erkennen, aber ich verstehe es nicht.
Herzlicher Gruss
Jolanda
Re: Welchen Geschlechts - Kopftuchverbot - Nachtrag
Ekki, Tuesday, 26.10.2004, 22:26 (vor 7772 Tagen) @ Ekki
Als Antwort auf: Re: Welchen Geschlechts - Kopftuchverbot von Ekki am 26. Oktober 2004 17:19:37:
Hallo allerseits!
Zum Thema "Kopftuchverbot" anbei ein Text, den ich vor längerer Zeit bei Tommy gepostet habe.
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Hallo!
Ich hätte es mir zwar nicht träumen lassen, daß ich eines Tages einen Text ausgerechnet von Alice Schwarzer[/i] hier poste, und dies nicht mit der Absicht, ein erneutes Beispiel für radikalen Feminismus zu liefern, sondern weil ich dem Text voll zustimme.[/i][/u]
Genau dies geschieht jedoch hiermit!
Zwar bin ich nicht so optimistisch, zu glauben, unser Lieblings-Feindbild könnte auf seine alten Tage völlig zu Verstand kommen, aber einen luziden Moment hat die Frau Bundesverdienstkreuz-Trägerin hier zweifelsohne gehabt.
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DER SPIEGEL 26/2003 - 22. Juni 2003
URL: http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,254053,00.html
Islam
Die Machtprobe
Dürfen Musliminnen als Lehrerinnen Kopftücher tragen? Der Fall der Lehrerin Fereshta Ludin, findet die Publizistin Alice Schwarzer, ist nicht deren Privatsache: Es geht ums Prinzip.
Entweder ist das Verfassungsgericht naiv - oder es ist befangen. Gewachsen scheint es der so brisanten Frage auf jeden Fall nicht. Zu entscheiden ist: Soll das Kopftuch in allen staatlichen deutschen Schulen zugelassen werden? Das für Juli oder September erwartete Urteil in Karlsruhe wird weit reichende Folgen haben. Es verschließt oder öffnet dem Kopftuch alle deutschen Klassenzimmer - oder auch dem Tschador und der Burka, warum nicht. Schließlich lassen sich zweifellos auch so gewandete Musliminnen finden, die beteuern, aus "ganz persönlichen religiösen Motiven" so gekleidet zu sein und weil sie sich sonst "ihrer Blöße schämen". Wie die aus Afghanistan stammende Lehrerin Fereshta Ludin.
Für die Voreingenommenheit des Zweiten Senats in dieser Frage spricht eine Äußerung seines Vorsitzenden, Winfried Hassemer, zu Beginn der Verhandlung. Er erklärte, es gehe bei diesem Prozess auch um die Frage: "Wie viel fremde Religiosität verträgt eine Gesellschaft?" Damit setzt er voraus, dass erstens die auf das Recht auf Kopftuch klagende Lehrerin Ludin wirklich religiöse Motive hat und zweitens das Kopftuch zwingender Bestandteil des Glaubens für eine Muslimin ist. Fragen, die eigentlich gerade im Laufe des Prozesses geklärt werden sollten. Einige Antworten liegen schon jetzt auf der Hand.
Denn die angeblich so "naive" Ludin befindet sich bei näherem Hinsehen in durchaus politischen Zusammenhängen. Und es gibt Millionen gläubiger Musliminnen ohne Kopftuch auf der Welt; zumindest in den Ländern, wo sie nicht mit Gewalt und Todesdrohung zum Verschleiern gezwungen werden. Außerdem: Auch anerkannte muslimische Theologen sind sich keineswegs einig in der Frage. Das Kopftuchgebot grassiert weltweit überhaupt erst seit 1979, seit der Gründung des "Gottesstaates" im Iran und der Finanzierung des "Kreuzzuges" dank Saudi-Arabien.
Bei ihrer Verfassungsklage argumentierte Ludin, die seit 1995 deutsche Staatsbürgerin ist, mit dem Grundrecht der Glaubensfreiheit und dem Recht auf freie Berufswahl. Dem hält die beklagte badenwürttembergische Kultusministerin Annette Schavan das strikte Neutralitätsgebot des Staates sowie das demokratische Grundprinzip der Trennung von Staat und Religion entgegen. Darüber hinaus vertritt die CDU-Ministerin die Auffassung: "Das Tragen des Kopftuches gehört nicht zu den religiösen Pflichten einer Muslimin. Die Mehrheit der Frauen trägt weltweit kein Kopftuch. Vielmehr wird das Kopftuch auch in der innerislamischen Diskussion als Symbol für politische Abgrenzung gewertet."
Dagegen klagt Ludin seit 1998 und verlor in drei Instanzen. Jetzt ist sie also beim höchsten deutschen Gericht. Warum? Arbeitslos ist sie nicht, sie unterrichtet zurzeit in dem Berliner "Islam Kolleg", wo die junge Mutter sich - ganz emanzipiert - eine Stelle mit ihrem Ehemann teilt. Bemerkenswert: Das "Islam Kolleg" darf laut richterlicher Entscheidung frank und frei als "Tarnorganisation von Milli Görüz" bezeichnet werden. Die ist die größte islamistische Organisation in Deutschland und wird seit Jahren vom Verfassungsschutz als potenziell "verfassungsfeindlich" beobachtet. Ludin-Ehemann Raimund Prochaska konvertierte übrigens vor der Ehe zum Islam.
Nicht nur in Berlin, auch zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen hätte Ludin problemlos mit Kopftuch unterrichten können, denn das rot-grüne Bundesland hat schon 15 Kopftuchlehrerinnen in Lohn und Brot (übrigens auch einige Konvertitinnen). Aber auch das will Ludin nicht. Sie will in Baden-Württemberg unterrichten! Und dafür zieht sie seit Jahren von Gericht zu Gericht, auch unterstützt von der als "links" geltenden Lehrergewerkschaft sowie von Milli Görüz und dem "Zentralrat der Muslime", die beide bis zum 11. September 2001 noch offen mit der "Scharia" und einem "Gottesstaat" sympathisiert haben.
Ist Ludins Kopftuch also Privatsache? Nein. Es geht ums Prinzip. Und zwar auf beiden Seiten.
Umso eigenartiger, dass weder in den Medien noch im Prozess nach den wahren Motiven von Ludin gefragt wird. Selbst der Vertreter der verklagten Stuttgarter Landesregierung, Ferdinand Kirchhof, ging in vorauseilender Verharmlosung so weit zu erklären: Er nehme Ludin selbstverständlich ab, "dass sie nicht missionieren will und für die freiheitlich-demokratischen Werte eintritt". Ist er da so sicher?
Fereshta Ludin ist, wie seit 1997 bekannt, die Tochter einer unverschleierten Lehrerin und eines afghanischen Ex-Ministers und Botschafters. Ihre großbürgerliche Familie war überrascht, als die damals 13 Jahre alte Tochter in Riad plötzlich mit Kopftuch aus der Schule kam. In Saudi-Arabien, ausgerechnet. Neuerdings behauptet die als 14-Jährige mit ihren Eltern nach Deutschland gezogene Ludin, sie habe sich dort gar nicht wohl gefühlt, denn: "Ich habe überhaupt nicht verstanden, warum die Frauen dort benachteiligt werden und nicht Auto fahren dürfen."
Dieses Unbehagen ist neu. Als ich 1997 mit Fereshta Ludin telefonierte und sie nach ihrer Meinung zu dem Terror der Taliban und der Todesdrohung für unverschleierte Frauen in ihrer Heimat fragte, da antwortete die gebürtige Afghanin: "Dazu möchte ich mich nicht äußern." Und als ich insistierte, hatte sie nicht ein Wort des Mitgefühls für die Afghaninnen, sondern erklärte: "Solche Fragen möchte ich nicht beantworten, weil ich im Beamtenverhältnis bin." Hätte Ludins Antwort ihrem Beamtenstatus widersprochen, nach dem sie auf dem Boden der "freiheitlich-demokratischen Grundordnung" stehen muss?
Beobachter der Islamisten-Szene wissen, dass in den nicht-islamischen Staaten mit hohem Muslimanteil auf die soziale jetzt die juristische Offensive folgt. Hier zu Lande ist es schon möglich, dass nach der Scharia geheiratet und Polygamie akzeptiert wird, wenn die Ehen vor der Einreise geschlossen wurden. Mancherorts haben die Islamisten erreicht, dass die Schulpflicht für muslimische Mädchen nur noch eingeschränkt gilt (indem sie zum Beispiel nach dem Willen der Eltern nicht mehr zum Sportunterricht müssen). Sie haben versucht, kritische Bücher zu verbieten (wie Udo Ulfkottes "Der Krieg in unseren Städten") - und nun versuchen sie, auch noch das "Recht" auf Kopftuchlehrerinnen zu verankern. Wird da schleichend die Scharia in Deutschland eingeführt, im Namen der "Toleranz"?
Die Parallelwelten existieren schon. Und das nicht nur in Schwäbisch Gmünd, wo Milli Görüz aktiv ist. Dort leitete Ludin in den neunziger Jahren einen Frauenkreis und machte Führungen in der als besonders konservativ geltenden Moschee am Bahnhof, wo auch schon mal Formulierungen wie "westliche Dekadenz" fielen. Eines Tages gab die Pädagogikstudentin Ludin Männern nicht mehr die Hand. Und in "Fortbildungsveranstaltungen" für Lehrerinnen erklärte sie, deutsche Frauen seien "unrein" und nur muslimische "rein". Eine Teilnehmerin: "Ich war so empört, dass ich mitten in der Veranstaltung rausgegangen bin."
Vor diesem Hintergrund ist das vom Verfassungsgericht so bereitwillig vorausgesetzte "Motiv Glauben" doppelt erstaunlich. Überraschend auch, dass das Gericht es für angebracht hält, vier Gutachter hinzuzuziehen, die wissenschaftlich unter anderem darlegen sollen, wie so ein Lehrerinnenkopftuch denn auf die lieben Kleinen wirke. Zur Freude des Ludin-Verteidigers - und zum Befremden des Schavan-Anwaltes, der längst in der Defensive zu sein scheint.
Das Karlsruher Verfassungsgericht ist nach dem Erschrecken über den Unrechtsstaat der Nazis geschaffen worden, um die Verfassungsmäßigkeit von Gesetzen und Verwaltungsmaßnahmen zu prüfen und zu schützen. Es entspricht zwar einer allgemeinen fatalen Tendenz in der deutschen Rechtsprechung, sich aus der juristischen Verantwortung zu ziehen und dieselbe auf Psychologen abzuschieben (deren unvermeidlich subjektive Einschätzungen dann oft wie ein Gottesurteil genommen werden). Dass nun aber sogar das höchste Gericht eine so brisante politische Frage auf diese Art und Weise psychologisiert, ist alarmierend.
Warum wird stattdessen in Karlsruhe nicht auf die zahlreichen deutschen und internationalen Fakten und Erfahrungen zurückgegriffen? Warum fragt niemand die Betreuerinnen der geflüchteten, zwangsverschleierten jungen Musliminnen in Kreuzberg oder Köln? Warum fordert niemand einen Bericht bei Irene Khan, der Generalsekretärin von Amnesty International, an, die Muslimin ist - und unverschleiert? Warum fragt niemand nach Studien bei Wassila Tamzali, der langjährigen Unesco-Vorsitzenden für Frauen, Muslimin - und unverschleiert? Warum hört niemand bei der algerischen Politikerin Khalida Messaoudi-Toumi nach, die selbst jahrelang durch eine Fatwa bedroht war und heute in dem bürgerkriegsgeschüttelten Land an vorderster Front gegen die islamistischen Zwangsverschleierer steht?
Die Amnesty-Chefin warnt vor jeglicher Art von Unterdrückung der Frauen im Namen einer "anderen Kultur". Die Unesco-Anwältin appelliert öffentlich an die französische Justiz und Politik: "Haben Sie den Mut, Nein zu sagen!" (Nein zum Schleier an der Schule, für Lehrerinnen wie Schülerinnen). Für die Menschenrechtlerin Messaoudi-Toumi ist die Akzeptanz eines "Andersseins" von Frauen im Namen des "Respektes vor anderen Kulturen" eine regelrechte "Kulturfalle". Sie fordert "die Universalität der Menschenrechte, unabhängig von Geschlecht, Hautfarbe oder Religion".
Die besonders in Deutschland tonangebende falsch verstandene Toleranz setzt die Ideologie einer islamistischen Minderheit mit dem gesamten Islam gleich - und liefert so die Mehrheit der Musliminnen und Muslime der Minderheit der Kreuzzügler aus.
In Frankreich, das mehr Muslime hat als Deutschland, geht man von 10 bis 20 Prozent aktiven Gläubigen aus, von denen wiederum "nur ein ganz geringer Teil" schriftgläubige Fundamentalisten sind. Der liberale Imam der Großen Pariser Moschee zum Beispiel warnt vor den "von Saudi-Arabien bezahlten Islamisten" und dem Schleier in der Schule, weil der "das Anderssein betont und die Integration behindert". Und junge Musliminnen in den Vorstädten protestieren erstmals öffentlich gegen den religiös verbrämten Terror der eigenen Väter, Brüder und Männer, für die verschleierte Mädchen die Guten zum Heiraten sind - und unverschleierte die Schlechten zum Vergewaltigen.
Seit einem Vierteljahrhundert ist der Schleier der Frauen die Flagge der islamistischen Kreuzzügler. Er ist das Symbol für Separierung. Zeit also, endlich Schluss zu machen mit der gönnerhaften Pseudotoleranz - und anzufangen mit ernsthaftem Respekt. Respekt vor allem für die Millionen Musliminnen und Muslime, die von dem Terror aus dem eigenen Lager noch bedrohter sind als wir.
Schwarzer, 60, engagiert sich seit einer Iran-Reise 1979 gegen islamischen Fundamentalismus. Sie veröffentlichte zuletzt als Herausgeberin "Die Gotteskrieger und die falsche Toleranz" bei Kiepenheuer & Witsch.
TOLERANZ - was ist das eigentlich?
Nick, Wednesday, 27.10.2004, 12:53 (vor 7772 Tagen) @ Jolanda
Als Antwort auf: Re: Welchen Geschlechts sind die Stuttgarter Intrigen-Seilschaften? von Jolanda am 26. Oktober 2004 16:56:19:
Liebe Jolanda!
Ich nehme mal deinen Text nur als Aufhänger, um ein paar grundsätzliche Gesichtspunkte zu verdeutlichen 
"Alleine der Grundsatz, keine Toleranz den Intoleranten, der ist ja schon zum Schreien, echt zum Schreien."
Unabhängig von dieser Kopftuchfrage zunächst mal: der Satz "Keine Toleranz gegenüber der Intoleranz!" ist vollkommen richtig. Warum? Wenn man die Intoleranz toleriert, dann bedeutet dies in letzter Konsequenz, daß die Intoleranz siegt und damit die Toleranz vernichtet wird. Aus dieser einfachen, logischen Überlegung ergibt sich der Rest.
Toleranz basiert nämlich ganz ausschließlich auf Gegenseitigkeit; andernfalls gibt es sie nicht. Sie bedeutet nicht, etwas richtig zu finden, was ein anderer denkt oder tut. Auch nicht unbedingt im Sinne von "zum Teil" oder "ein kleines bißchen" oder so. Im Gegenteil, jeder mag frei und in voller Überzeugung bei seiner eigenen Wahrheit bleiben, durchaus auch in dem Sinne, daß es für den Anderen eigentlich besser wäre, ihr zu folgen, er das aber leider, leider nicht einsehen will. Das kann man sogar genau so zu ihm sagen. Aber damit hat es sich dann auch, denn das ist eben nur - und muß bleiben - die eigene Überzeugung.
Diese Freiheit des Andersdenkenden bzw. -glaubenden, bei seiner Sicht zu bleiben, wenn er andere damit nicht schädigt, ist aber nicht nur völlig legitim, sondern sie ist sogar aktiv von jedem Anderen zu verteidigen, wie sehr die bedrohten Auffassungen auch den eigenen widersprechen mögen. Wenn - und nur wenn - dies wechselseitig und im Konsens geschieht, kann man sagen, daß es sich um eine tolerante Gesellschaft handelt.
Wenn einer diesen Konsens aufkündigt oder sich in Wahrheit nicht daran hält, sondern anderen seine eigenen Auffassungen aufzwingen will (weil er zum Beispiel der Ansicht ist, der Islam werde und müsse die Welt erobern, Europa sei inzwischen "islamisches Gebiet" geworden, die Demokratie sei abzuschaffen und ein Kalifat samt Sharia sei mit allen dafür geigneten Mitteln zu errichten etc. pp... das ist tatsächlich die Auffassung der Islamisten!), dann darf man das ebenso wenig tolerieren, wie z.B. eine Knarre, die einem jemand an die Schläfe hält.
In dem letzteren Fall würde ich z.B. momentan auf Kampf umschalten, d.h. konkret, ich würde mit allen Mitteln um den Besitz der Waffe kämpfen und sie auch gegebenenfalls ungerührt einsetzen, um den Anderen damit sofort zu erschießen. Wenn die Sache ohne Blutvergießen zuende gebracht werden kann, dann mach ich das zwar so. Wenn ich aber die geringsten Zweifel daran habe, daß das klappt, dann entscheide ich, daß der Andere stirbt, und nicht ich. Falls der Typ mir später mal wieder mit einer Waffe unter die Augen treten sollte, dann warte ich diesmal nicht so lange ab, bis er sie mir wieder an die Schläfe drückt, sondern dann behandle ich ihn von vorn herein als einen potentiellen Killer und agiere entsprechend im Vorfeld.
Analoges gilt für Islamisten. Wohlgemerkt: nicht für Muslime, die selbst tolerant sind (die gibt es natürlich), mit denen erstrebe ich ausdrücklich vollkommene, wechselseitige Toleranz an! Das darf man nicht verwechseln. Aber für alle, deren Haltung in der Frage der gegenseitigen Achtung verschwommen, widersprüchlich oder gar ausdrücklich negativ ist, gilt das "Sicherheitsprogramm". In der lebenswichtigen Grundsatzfrage der Toleranz reicht mit kein "guter Glaube, daß das möglicherweise schon so sein wird". Da will ich ganz klare Belege und Gewißheit, kein Larifari, bevor ich vertraue.
Leider bekommt man diese Belege gerade in Deutschland nicht, sondern stattdessen massig Berichte und Erkenntnisse, daß die Sache allmählich aus dem Ruder zu laufen beginnt. Es herrscht bei vielen politisch Verantwortlichen in dieser Frage eine sagenhafte Dämlichkeit und in Kreisen der üblichen Verdächtigen, d.h. den "politisch korrekten" Gutmenschen, sagenhaft feige Konfliktscheue. Mili Görüs zum Beispiel legt nach außen hin lammfromme Lippenbekenntnisse ab und redet die geforderten Phrasen bereitwillig in jedes hingehaltene Mikrophon. Intern aber wird weiterhin das ganze islamistische Programm ungerührt propagiert und vorangetrieben. Für mich ist damit eine ganz klare Deadline überschritten! Da hat für mich jeder einfältige Dialog sofort zu enden, und zwar für immer und grundsätzlich, da diese Figuren sich damit bereits hinlänglich als kriminelle Lügner erwiesen haben. Toleranz muß man sich nämlich erstmal verdienen und dann selber zuverlässig und aktiv ausüben, bevor man sie fraglos erwarten kann.
Anderes Beispiel: in Saudi-Arabien herrscht eine extrem fanatische Richtung des Islam (Wahabiten), die prinzipiell intolerant ist gegen jede andere Religion. Dort ist es bei Todesstrafe verboten, auch für Ausländer, z.B. eine Heilige Messe zu feiern, sogar in der eigenen Wohnung. Mission für den christlichen Glauben unter Saudis ist "sowieso" verboten. Das selbe Saudi-Arabien aber finanziert massiv den Bau von wahabitischen Moscheen in Deutschland (und anderswo in der Welt), in denen dann fanatische Haßprediger zum "Heiligen Krieg" gegen die Christen aufrufen! Da wäre es für mich kein Bruch, sondern geradezu ein Gebot der Toleranz und ihres Schutzes, diese Leute auszuweisen, zu unterdrücken und an ihrem Treiben effektiv zu hindern. Es wäre zum Beispiel rechtens und angemessen, wahabitische Moscheen, die von Saudi-Arabien finanziert wurden, schlicht und einfach zu schließen und kurzerhand in die Luft zu sprengen, verbunden mit dem (ernstgemeinten!) Angebot, in Zukunft wechselseitig zu einem anderen Umgang miteinander zu finden. Genau das, was die anderen zubilligen, das und nur das können sie dann auch umgekehrt erwarten. Und kein Jota mehr. Das hört sich ziemlich heftig an, ich weiß das sehr gut, es ist aber völlig angemessen und kein Bruch des Toleranzgebotes, sondern im Gegenteil die Verteidigung derselben.
Der Islam war in seiner 1400 Jahre langen Geschichte religiös begründet kriegerisch und immer nur dann tolerant, wo ihn die politischen Umstände dazu gezwungen haben - und nur solange, wie diese Umstände andauerten. Das ist in vielen islamischen Ländern noch heute so. Demokratische Gesellschaften, wie wir sie kennen, gibt es nicht (von [notorisch gefährdeten!] Ansätzen in der kemalistischen Türkei abgesehen). Die Auffassung zum Beispiel, man dürfe "Ungläubige" belügen, falls das der Verbreitung des Islam nutzt, ist eine mit dem Koran gestützte "Lehrauffassung", die vielerorts nach wie vor nicht widerrufen wurde.
In Europa (und nur in Europa) hat sich der Begriff und die Praxis der Toleranz, die im christlichen Glauben eigentlich zentral begründet ist, dennoch erst nach der furchtbaren Erfahrung des 30-jährigen Krieges im 17. Jahrhundert herausgebildet. Im Islam fehlt das universelle Toleranzgebot selbst, wie überhaupt die Idee der Trennung von Religion und Staat, sowie auch und besonders eine solche (blutige) Erfahrung mit dieser Frage, samt entsprechender Verarbeitung und Reifung. Es geht also bei dem "Dialog mit dem Islam" um ganz präzise, knallharte Fragen, deren Klärung absehbar einen langen historischen Zeitraum umfassen wird.
"Wäre ja echt klasse, wenn man diesen Grundsatz mal beim Feminismus umsetzen würde, au weia, dann raschelst aber im Bömerwald!"
Ich könnte mir bei extremen Schreihalsfraktionen durchaus vorstellen, daß das mal ebenso zur Anwendung kommt, wie es z.B. Beispiel in Hinblick auf Nazis oder Bolschewisten auch gang und gäbe ist.
"Gute Frage wegen den Nonnen, habe ich mir so noch gar nie überlegt. Aber für mich ein ganz klarer Fall, das müsste dann auch verboten werden. Ich würde das zwar für genauso unnütz und strunzdumm halten, wie das Kopftuchverbot für moslemische Frauen, ew wäre aber zumindest mal konsequent und nicht so verlogen."
Nein, es wäre nicht konsequent. Man braucht sich keineswegs seine eigenen kulturellen Traditionen selbst zu "verbieten" - eine groteske Wahnvorstellung, die nur in einer totkranken Gesellschaft geboren werden kann - sowenig, wie man umgekehrt die harmlosen Sitten und Gebräuche anderer Menschen unterdrücken muß. Darum geht es aber gar nicht, denn das Problem liegt in Wahrheit ganz woanders.
Klitorisbeschneidung ist ja bekanntlich auch keine "harmlose Sitte" - es gibt aber durchaus Leute, die das anders sehen und deshalb nach "Toleranz" rufen. Die Debatte wird in der Kopftuchfrage nach dem selben Muster (d.h. aus dem "üblichen" Mangel an Unterscheidungsvermögen und verworrener Urteilskraft) ganz verkehrt und völlig abgedreht geführt, weil man einfach wieder mal einfältig die Argumente der anderen Seite ungeprüft für bare Münze genommen hat.
Das Kopftuch ist nicht als religiöses Symbol ein Skandal, wie die islamistischen Agitatoren lautstark verbreiten (und alle Einfaltspinsel brav nachsingen), sondern als politisches Symbol einer totalitären, gewaltbereiten Ideologie. Und als solches ist es auch zu verbieten, genau so, wie man beispielsweise auch das Tragen von SA-Uniformen durch Neonazis unterbinden würde, selbst dann, wenn die sich selber plötzlich zur "religiösen Bewegung" ernennen würden und behaupteten, sie täten das nur zu Ehren von Gott Wotan.
Ich gebe mal eine andere Analogie, um das verkehrte Prinzip klarzumachen: stell dir vor, ein notorischer Kinderficker klagt sich hoch bis zum Bundesverfassungsgericht, mit dem abartigen Begehren, man möge seine sexuellen Neigungen bitte nicht mehr weiter verfolgen und verbieten, sondern ihm vielmehr dieselben Rechte auf "freie sexuelle Selbstbestimmung" zubilligen, wie sie auch alle anderen Menschen haben; hilfsweise wird der Antrag gestellt, daß, wenn dies nicht möglich sein sollte, man im Gegenzug die anderen Bürger ebenso behandeln möge, wie es der Päderast hinzunehmen hat. Sowohl eine solch abgedrehte Klage ist inzwischen denkbar in Deutschland, als auch das folgende Urteil seitens der verkalkten Sabbergesichter, die unglücklicherweise damit betraut sind, "höchstes deutsches Recht" zu sprechen (z.B.: "EuGH-Urteile in Sachen Menschenrechten gelten in D-Land nur, soweit sie das erreichte Sinkniveau der Menschenrechte in D-Land unterschreiten" - was bekanntlich nie vorkommen kann). Nun stell dir vor, unsere scharfsinnigen Rechtsverholzer kommen in ihrem Urteil zu dem messerscharfen Schluß ("Gleiches Recht für alle!"), daß dem Kinderficker nicht zuzumuten sei, daß andere mehr Freiheiten genießen, als er selbst, weswegen jede Form von Sexualität ab sofort genauso zu verfolgen und zu ahnden sei, wie Pädophilie. Punkt. Im Grunde logisch, oder?
Frage: Was stimmt hier nicht? Wo genau liegt der Denkfehler? Wenn man diese Einsicht nun auf unsere "gottesfürchtigen" Islamisten anwendet, die ja "nur" ihrem religiösen Glauben folgen wollen und nichts sonst und niemals nie nicht irgendwelche verfassungsfeindlichen Ziele im Sinn haben, die gar etwa durch eine Uniformierung der AnhängerInnen zum Zwecke der massenhaften Identifizierung mit den verfassungsfeindlichen Zielen, der Kollektivierung, der Kontrolle etc. befördert werden könnten, dann wird direkt klar, warum das Kopftuchverbot bei Islamisten völlig richtig und angemessen, bei oberfränkischen Bäuerinnen hingegen schwachsinnig ist, und daß das Verbot jahrthundertealter religiöser Symbole den ultimativen Hirnriß und den eigentlichen Eingriff in die Freiheitsrechte der Bürger darstellt.
"Denn, wenn man seine Religion nicht nach aussen tragen darf, dann gilt das doch wohl hoffentlich für alle Religionen oder?!"
Wenn das wirklich die Konsequenz wäre, die daraus zu ziehen ist (und es läuft ja wohl leider genau darauf hinaus), dann bedeutet das in Wahrheit den ersten grundsätzlichen Sieg der islamistischen Ideologie über die Rechte der Bevölkerung, in deren Land sie eingewandert sind, nicht um dort respektvoll und in Frieden mit ihnen zu leben, sich zu integrieren und tolerant zu sein, sondern um eben ihre totalitären Ziele entschlossen und zielstrebig voranzutreiben. Man kann also warten, bis die ersten Terroranschläge stattfinden, um das Tragen des Shador für alle Frauen in Deutschland zu erzwingen, Vollbart und Turban für deutsche Männer zur Pflicht zu machen- und wenn Ecki mal bei außerehelichem Sex mit Gretchen Faust erwischt wird, dann setzt es 50 Hiebe Bastonade auf jede Fußsohle. Dafür darf er sich dann aber auch freuen, daß endlich das abscheuliche Christentum veboten worden und aus der Öffentlichkeit entfernt worden ist.
Sowas in der Art eben.
Sowas nennt sich heutzutage "Toleranz". Und keiner schnallt mehr, was eigentlich Thema ist (von sauberem Nachdenken garnicht zu reden). Landauf, landab fragt stattdessen jeder einfach mal schnell beim Gegner nach, wie er es denn gerne hätte - und dann macht man das eben so...
(Verzweifelt!)
Nick
Trotzdem, liebe Joli, einen schönen guten Morgen!
Re: TOLERANZ - was ist das eigentlich?
Sven74, Wednesday, 27.10.2004, 14:02 (vor 7772 Tagen) @ Nick
Als Antwort auf: TOLERANZ - was ist das eigentlich? von Nick am 27. Oktober 2004 09:53:22:
"Denn, wenn man seine Religion nicht nach aussen tragen darf, dann gilt das doch wohl hoffentlich für alle Religionen oder?!"
Wenn das wirklich die Konsequenz wäre, die daraus zu ziehen ist (und es läuft ja wohl leider genau darauf hinaus), dann bedeutet das in Wahrheit den ersten grundsätzlichen Sieg der islamistischen Ideologie über die Rechte der Bevölkerung, in deren Land sie eingewandert sind, nicht um dort respektvoll und in Frieden mit ihnen zu leben, sich zu integrieren und tolerant zu sein, sondern um eben ihre totalitären Ziele entschlossen und zielstrebig voranzutreiben. Man kann also warten, bis die ersten Terroranschläge stattfinden, um das Tragen des Shador für alle Frauen in Deutschland zu erzwingen, Vollbart und Turban für deutsche Männer zur Pflicht zu machen- und wenn Ecki mal bei außerehelichem Sex mit Gretchen Faust erwischt wird, dann setzt es 50 Hiebe Bastonade auf jede Fußsohle. Dafür darf er sich dann aber auch freuen, daß endlich das abscheuliche Christentum veboten worden und aus der Öffentlichkeit entfernt worden ist.
Sowas in der Art eben.
Sowas nennt sich heutzutage "Toleranz". Und keiner schnallt mehr, was eigentlich Thema ist (von sauberem Nachdenken garnicht zu reden). Landauf, landab fragt stattdessen jeder einfach mal schnell beim Gegner nach, wie er es denn gerne hätte - und dann macht man das eben so...
(Verzweifelt!)
Nick
Trotzdem, liebe Joli, einen schönen guten Morgen!
Hallo!
Ich schalte mich hier einfach einmal ein, um von meinen persönlichen Erfahrungen mit türkischen Frauen zu berichten. Natürlich sind diese Erfahrungen rein subjektiv, lassen aber trotzdem einige interessante Schlüsse zu.
Im Prinzip kann ich diese jungen Frauen (20 - 35 Jahre) in zwei Gruppen einteilen.
1.Moderne und junge türkische Frauen, kein Kopftuch, teilweise geschminkt, leben teilweise sogar mit Billigung der Eltern mit ihrem deutschen Freund zusammen. Diese Frauen sind trotz ihres anderen Glaubens voll in Deutschland integriert und betrachten den Koran nur als Richtschnur und lassen moderne und zivilisierte Interpretationen zu.
2. Frauen mit Kopftüchern, häßlichen und unförmigen Kleidern, ungeschminkt, verheiratet und mehrere Kinder.
Diese Frauen haben eine komplett andere Lebenseinstellung und für sie ist der Koran das Gesetz und kommt vor allen anderen Gesetzen, einschließlich deutschem Recht. Allein dieser letzte Satz (wurde mir von den Frauen sinngemäß wiedergegeben) ist für mich sehr bedenklich, da der Koran in vielen Bereichen nicht mit unserem zivilisierten Rechtssystem in Einklang steht.
Gruß
Sven74
Re: TOLERANZ - was ist das eigentlich?
Andreas, Wednesday, 27.10.2004, 14:27 (vor 7772 Tagen) @ Sven74
Als Antwort auf: Re: TOLERANZ - was ist das eigentlich? von Sven74 am 27. Oktober 2004 11:02:18:
2. Frauen mit Kopftüchern, häßlichen und unförmigen Kleidern, ungeschminkt, verheiratet und mehrere Kinder.
Das möchte ich entschieden zurückweisen! 
Ich habe gerade vor ein paar Tagen in der Stadt eine junge muslimische Frau gesehen, die Kopftuch samt zugehöriger Kleidung trug. Diese Frau war äußerst stilvoll gekleidet, die Kleidung, Rock und Kopftuch waren perfekt aufeinander abgestimmt, die Farbtöne paßten hervorragend zusammen. Das war an Eleganz kaum mehr zu übertreffen. Aber hallo! Dagegen sind unsere deutschen Mädels mit ihrem langweiligen Schlabberlook aber nur zweite Liga. Wenn das der Islam ist, dann kann er ruhig kommen! 
Gruß
Andreas
Die Toleranz ist gegenüber der Intoleranz intolerant.
Ruth Teibold-Wagner, Wednesday, 27.10.2004, 17:58 (vor 7771 Tagen) @ Nick
Als Antwort auf: TOLERANZ - was ist das eigentlich? von Nick am 27. Oktober 2004 09:53:22:
1. Toleranz ist Duldsamkeit gegenüber jedem Anderen. Wie der alte Fritz sagte: "Jeder soll nach seiner Facon selig werden!" Toleranz bedeutet, dass JEDER machen kann, WAS ER WILL. Das bedeutet, dass sich in der Toleranz die aufklärerischen Begriffe Freiheit ("WAS ER WILL") und Gleichheit ("JEDER") verbinden.
2. Toleranz ist Unduldsamkeit gegenüber der Intoleranz.
Toleranz ist keine Haltung des Laisser-faire, sondern Toleranz ist im Gegenteil eine aktive, politische Haltung.
Die Toleranz ist gegenüber der Intoleranz intolerant.
Eine doppelte Verneinung ist eine Bejahung.
In der Intoleranz gegenüber der Intoleranz erweist sich die Toleranz.
Gruß
die toll-erante Ruth
Re: Die Toleranz ist gegenüber der Intoleranz intolerant.
delete, Wednesday, 27.10.2004, 18:03 (vor 7771 Tagen) @ Ruth Teibold-Wagner
Als Antwort auf: Die Toleranz ist gegenüber der Intoleranz intolerant. von Ruth Teibold-Wagner am 27. Oktober 2004 14:58:19:
Hallo,
Toleranz bedeutet, dass JEDER machen kann, WAS ER WILL.
Absolutaussagen wie diese sind fast ausnahmslos grenzdebil. Angenommen, du hast eine Tochter, 7 Jahre alt. Ein Pädo will sich an ihr vergehen. Wie tolerant wärst du da?
Re: Die Toleranz ist gegenüber der Intoleranz intolerant.
Ruth Teibold-Wagner, Wednesday, 27.10.2004, 19:20 (vor 7771 Tagen) @ delete
Als Antwort auf: Re: Die Toleranz ist gegenüber der Intoleranz intolerant. von delete am 27. Oktober 2004 15:03:36:
Hallo,
Toleranz bedeutet, dass JEDER machen kann, WAS ER WILL.
Absolutaussagen wie diese sind fast ausnahmslos grenzdebil. Angenommen, du hast eine Tochter, 7 Jahre alt. Ein Pädo will sich an ihr vergehen. Wie tolerant wärst du da?
Da wäre ich nicht sehr tolerant, um es gelinde zu sagen. Beging ich einen Denkfehler? Für "grenzdebil" halte ich mich nicht. Ich verteidige mich mal:
Könnte vielleicht der Punkt 2. in meinem voherigen Post für diesen Fall greifen?
Angewendet auf den von Dir vorgebrachten Fall bedeutet der Punkt 2.:
a) Ich bin intolerant gegenüber dem Kinderschänder.
b) Den Kinderschänder sehe ich seinerseits als intolerant (und zwar gegenüber dem Kind und der Rechtsordnung!) an.
c) Wenn ich nun INTOLERANT gegenüber dem INTOLERANTEN Kinderschänder wäre, wäre das dann nicht wiederum TOLERANT, im von mir definierten Sinne einer doppelten Verneinung?
(Träfe auch auf andere Intolerante als den Kinderschänder zu)
Gruß
Ruth
Re: Die Toleranz ist gegenüber der Intoleranz intolerant.
delete, Wednesday, 27.10.2004, 19:53 (vor 7771 Tagen) @ Ruth Teibold-Wagner
Als Antwort auf: Re: Die Toleranz ist gegenüber der Intoleranz intolerant. von Ruth Teibold-Wagner am 27. Oktober 2004 16:20:56:
Hallo,
wie ich kürzlich anmerkte, wird gerade in Genderdiskussionen oft eine recht merkwürdige Sprache gepflegt. Abstruse Argumentation und groteske Rhetorik, kongenial ergänzt durch unterirdisch verschwurbelte Phraseologie. Man hat beim zerpflücken der Texte oft den Eindruck, je geschraubter es klingt, umso größer ist die inhaltliche Leere. Ich halte dieses Gehabe zudem vor allem für Unfähigkeit des Schreibers, seine Gedanken in klare Worte zu fassen.
Warum ich dir das vorhalte? Lies doch bitte noch mal in Ruhe dein Vorposting durch. Na, verstanden, was ich meine?
Re: TOLERANZ - was ist das eigentlich?
Rüdiger, Thursday, 28.10.2004, 00:47 (vor 7771 Tagen) @ Nick
Als Antwort auf: TOLERANZ - was ist das eigentlich? von Nick am 27. Oktober 2004 09:53:22:
Hallo Nick,
>Es wäre zum Beispiel rechtens und angemessen, wahabitische Moscheen, die von Saudi-Arabien finanziert wurden, schlicht und einfach zu schließen und kurzerhand in die Luft zu sprengen,
Eine erhebende Vorstellung (wirklich), aber besser, sie wären nie gebaut worden. Ich fürchte nur, dieser "Umgang auf Wechselseitigkeit" geht eben doch nicht so ganz. Zu Stalins Zeiten wurden alle Oppositionellen ins Lager gesteckt oder an die Wand gestellt; umgekehrt wurden die (vom Ostblock finanzierten) kommunistischen Parteien in manchen westlichen Ländern zwar verfolgt und/oder aufgelöst, aber eine ähnlich drakonische Bestrafung, wie sie "drüben" mit Antikommunisten erfolgte, wäre hier einfach nicht vereinbar mit den Grundsätzen des Rechtsstaates gewesen. Insofern ist dieser (leider) immer im Nachteil ....
In Europa (und nur in Europa) hat sich der Begriff und die Praxis der Toleranz, die im christlichen Glauben eigentlich zentral begründet ist, dennoch erst nach der furchtbaren Erfahrung des 30-jährigen Krieges im 17. Jahrhundert herausgebildet.
Allerdings! Anfangs forderte das Christentum religiöse Toleranz von den "Heiden", kaum aber war die christliche Religion im Römischen Reich Staatsreligion geworden, wollte man von Toleranz nichts mehr wissen, und die Verfolgung der Nichtchristen begann ....
>Nein, es wäre nicht konsequent. Man braucht sich keineswegs seine eigenen kulturellen Traditionen selbst zu "verbieten" - eine groteske Wahnvorstellung, die nur in einer totkranken Gesellschaft geboren werden kann - sowenig, wie man umgekehrt die harmlosen Sitten und Gebräuche anderer Menschen unterdrücken muß.
Was ist verkehrt daran, wenn man (à la francaise) eine strikte Trennung von Kirche und Staat und eine religiös neutrale Schule will?
Ansonsten Zustimmung für deinen gut geschriebenen Artikel 
Herzliche Grüße
Rüdiger
Re: TOLERANZ - was ist das eigentlich?
Nick, Thursday, 28.10.2004, 09:36 (vor 7771 Tagen) @ Rüdiger
Als Antwort auf: Re: TOLERANZ - was ist das eigentlich? von Rüdiger am 27. Oktober 2004 21:47:19:
Hallo Rüdiger,
ja, das ist ein schlimmes, ein im Wortsinne tödliches Problem, daß die europäischen Strukturen zumal dermaßen schwach im Geiste geworden sind, daß sie die Kraft verloren haben, die eigenen Werte zu bewahren und zu verteidigen. Das hat sich seit damals (vor 70 Jahren, "Stalin" etc.) wirklich um Größenordnungen verschlechtert. Der Nationalstaat hatte wenigstens noch gewisse Möglichkeiten des Selbstschutzes, auch wenn die gegenüber der stalinistischen Gewaltherrschaft natürlich ungleich geringer waren. Aber man konnte sich doch immerhin verteidigen und bewahren. Es zeigt sich, daß die bürokratisierte EU das überhaupt nicht mehr kann. Sie ist gegen Bedrohungen von außen (z.B. Islamismus, Terror etc.) ebenso ungeschützt, wie gegen die totalitären Vorstöße, die von innen her vorgetragen werden.
Jüngstes Beispiel für letzteres: das Scheitern / Kapitulieren Barrosos vor dem EU-Parlament wegen des italienischen EU-Kommissars Rocco Buttiglione! Das ist ein wirklich sehr tiefreichender, bedeutender Skandal, mit ganz, ganz weitreichenden Implikationen. Im Kern ist es die Aufkündigung der Toleranz und der erste massive - und erfolgreiche! - Versuch, links-grün-feministischen Mainstream als Staatsideologie in Europa durchzusetzen! Die Sozialisten und die Grünen sind (mit einem Teil der Liberalen) damit durchgekommen, einen Mann ausschleißlich wegen seiner Religionszugehörigkeit abzuschießen - und das ungeachtet dessen, daß es mal eben 200 Millionen Katholiken in der EU gibt! Ein sagenhafter Coup! Wenn das die neue Geschäftsgrundlage bleiben sollte, dann hieße das nichts anderes als: "Katholiken dürfen ab sofort kein hohes politisches Amt mehr in der EU bekleiden!" Denn Buttiglione ist einzig und allein deswegen abgelehnt worden, nicht etwa wegen der Politik, die er gemacht hat und macht.
Man muß also inzwischen gewissermaßen schwul oder feministisch sein und eine Vergangenheit als Politchaot und Straßenkämpfer aufweisen können, um noch "salonfähig" zu sein für Führungsaufgaben in Europa! Wie atemberaubend unverschämt und v.a. hochgefährlich das ist, begreift man ganz gut, wenn man die Sache einfach mal umdreht: "Umgang auf Wechselseitigkeit" also. Stell dir vor, ein EU-Kommissar würde abgelehnt, "weil er schwul ist" - oder meinetwegen, "weil sie eine Frau ist". Wäre das so herum denkbar? Eben! Das ist jedoch haargenau analog. Nur mit dem winzigen Unterschied, daß es so besonders viele Schwule und Feministinnen garnicht gibt in Europa. Trotzdem beanspruchen sie inzwischen nicht nur die Mehrheit, sondern sogar die absolutistische Definitionsmacht.
Da braut sich etwas Hochgefährliches zusammen, das in Richtung bürokratische, totale Diktatur geht. Besonders besorgniserregend dabei ist, wie wenig die Tragweite des Geschehens seitens der Gesellschaft überhaupt noch wahrgenommen wird. Die Fähigkeit, die Realität angemessen wahrzunehmen, ist offenbar grundlegend beschädigt. Ich gewinne immer mehr den Eindruck, daß die Denkfähigkeit selbst zerstört ist, daß mit dem Gehirn gewissermaßen nur noch "gezappt" wird, eine freie Assoziation von dummen Slogans, wilden Schlagworten und zusammenhanglosen Gedankenfetzen, die sich wahllos und bunt aneinanderreihen wie ein flimmernder MTV-Clip für spastisch zuckende, einfältige Minderjährige - und das Ganze wird dann "Denken" genannt. Es ist schier zum Verzweifeln! Aber wahrscheinlich ist das eben nur der Vorhof zur alsbaldigen Notschlachtung...
War noch was? Ach so, ja, das hier:
"Anfangs forderte das Christentum religiöse Toleranz von den "Heiden", kaum aber war die christliche Religion im Römischen Reich Staatsreligion geworden, wollte man von Toleranz nichts mehr wissen, und die Verfolgung der Nichtchristen begann ...."
Die Christen forderten v.a. erst mal, daß sie nicht mehr zur allgemeinen Belustigung in Arenen gepfählt und den Löwen vorgeworfen werden. Wenn man das schon Toleranz nennen will, daß das bitte unterbleibt, naja... Sie selbst haben diese grausamen Veranstaltungen in Rom aber beendet und eben nicht auf ihre Gegner angewandt. Daß auch ein christlich gewordenes Imperium aber selbstverständlich Realpolitik betrieben hat und betreiben mußte, ist für mich eine so offenkundige Selbstverständlichkeit, daß ich mich immer wieder über diesbezügliche Stereotypen wundere (Slogan-Denken?). Aber ich begreife inzwischen, daß dahinter eigentlich ein Kompliment steckt: noch immer erwartet man nämlich von den Christen, daß sie um Lichtjahre bessere Menschen sein mögen, als alle anderen Leute. Das ist zwar völlig unrealistisch, weil Christen nun mal auch nur Menschen sind, kein bißchen anders oder besser als andere. Aber das christliche Ideal hat die Welt eben dennoch geprägt und ganz subtil, aber tief und nachhaltig umgestaltet. Die Kraft des Guten, die darin liegt, gegen jede Wahrscheinlichkeit und in einem Ozean von Tränen und Blut, Wahnsinn und Verzweiflung, wird also mit solchen stereotypen Anfragen im Grunde nicht widerlegt, sondern kraftvoll bestätigt. 2000 Jahre geht das jetzt schon so... 
"Was ist verkehrt daran, wenn man (à la francaise) eine strikte Trennung von Kirche und Staat und eine religiös neutrale Schule will?"
Daran ist gar nichts verkehrt, im Gegenteil, das ist sogar Voraussetzung und Quelle jeder Toleranz, daß es so zugeht, und eben nicht "staatsreligiös". Exakt deswegen ist es aber gerade so überaus bedenklich, wenn jetzt eine neue, säkulare "politische Staatsreligion" versucht, sich zu absolutistischen Höhen aufzuschwingen (s.o.: "Buttiglione"). "Trennung von Kirche und Staat" bedeutet ja nicht, wie es die Anhänger dieser links-grünen Genderreligion gerne hätten "Abschaffung der Kirche durch den Staat". Darauf läuft es aber im Prinzip hinaus. Ich finde es z.B. nicht in Ordnung, wenn zwar ein Schwuler als Schwuler zum Unterricht vor seine Klasse treten darf - nicht aber eine katholische Nonne als Nonne. Wo liegt das Problem, hier sauber zu unterscheiden? Wo liegt das Problem, die Gefahren für die Freiheit aller Bürger zu erkennen, wenn diese "säkulare Religion" verbindlich werden sollte?
Herzlicher Gruß
vom Nick
Re: TOLERANZ - was ist das eigentlich?
Max, Thursday, 28.10.2004, 10:59 (vor 7771 Tagen) @ Nick
Als Antwort auf: Re: TOLERANZ - was ist das eigentlich? von Nick am 28. Oktober 2004 06:36:46:
Hallo Nick, hallo Rüdiger,
der Fall Buttiglione macht klar, daß es mit der Toleranz in Europa nicht mehr weit her ist. Links-Grün-Femifasch-Gutmensch verteidigt seine widerliche Definitionshoheit von dem, was als gut, gerecht und wünschenswert anzusehen sei, mit Klauen und Zähnen. Daß nunmehr, ungeachtet der Tatsache, daß die Katholische Kirche untrennbar mit der Geschichte und der kulturellen Identitätsbildung Europas verbunden ist, ein Katholik, nur weil er eben Katholik ist und (gemässigte!)katholische Überzeugungen äussert, nicht EU-Kommissar werden kann, das zeigt, wohin die Reise geht: Direkt hin in die meinungsdiktatorische Barbarei unverbesserlicher, völlig intoleranter Totalitaristen.
Und das Schlimmste ist, dass das kaum jemandem auffällt.
Entsetzt - Max
Re: TOLERANZ - was ist das eigentlich?
Rüdiger, Thursday, 28.10.2004, 21:38 (vor 7770 Tagen) @ Nick
Als Antwort auf: Re: TOLERANZ - was ist das eigentlich? von Nick am 28. Oktober 2004 06:36:46:
"Anfangs forderte das Christentum religiöse Toleranz von den "Heiden", kaum aber war die christliche Religion im Römischen Reich Staatsreligion geworden, wollte man von Toleranz nichts mehr wissen, und die Verfolgung der Nichtchristen begann ...."
Die Christen forderten v.a. erst mal, daß sie nicht mehr zur allgemeinen Belustigung in Arenen gepfählt und den Löwen vorgeworfen werden. Wenn man das schon Toleranz nennen will, daß das bitte unterbleibt, naja... Sie selbst haben diese grausamen Veranstaltungen in Rom aber beendet und eben nicht auf ihre Gegner angewandt. Daß auch ein christlich gewordenes Imperium aber selbstverständlich Realpolitik betrieben hat und betreiben mußte, ist für mich eine so offenkundige Selbstverständlichkeit,
Ah so, Realpolitik nennt man das, wenn man nichtchristliche Heiligtümer schleift, die Athener Akademie schließt, die olympischen Spiele beendet, Juden und andere Nichtchristen durch immer diskriminierendere Vorschriften ins gesellschaftliche und finanzielle Abseits drängt? Und das alles ohne Not, NICHTS zwang die Christen dazu - außer der allen drei "Hochreligionen" offenbar anhaftende Fimmel, die alleinseligmachende Wahrheit für sich gepachtet zu haben. Da steckt schon der Kern zur Intoleranz drin; Andersgläubige werden dann zunächst als verstockt, später direkt als bösartig (=bekämpfenswürdig) angesehen. Es ist schon erschreckend, wenn man mal in die griechischen und lateinischen Kirchenväter hineinliest. Da wird der andersdenkende Christ nicht etwa als irrender Bruder in Christo behandelt, sondern dermaßen beschimpft, als sei er die Ausgeburt der Hölle. Da hört man in der Ferne schon die Scheiterhaufen des Mittelalters knistern ...
Ach ja, zum Vergleich: Schwuler Lehrer - Nonne als Lehrerin: Schwulsein ist keine Religion und keine politische Überzeugung, wird auch nicht durch bestimmte Kleidungsstücke kundgetan (na ja, käme der Herr Lehrer als Transvestit aufgedreßt zum Unterricht, gäb's vielleicht schon Ärger ...). Eine politische Überzeugung dürfen Lehrer haben, aber nicht mit Partei-Ansteckknopf zum Unterricht kommen. Eine Nonne dürfte wohl unterrichten, aber nur wenn sie ihre religiöse Kleidung zum Unterricht gegen normale vertauscht, das "Religionssymbol" also vorübergehend ablegt. Was daran auszusetzen?
Gruß, Rüdiger
Re: Welchen Geschlechts sind die Stuttgarter Intrigen-Seilschaften?
gibsmir, Tuesday, 26.10.2004, 19:00 (vor 7772 Tagen) @ Ruth Teibold-Wagner
Als Antwort auf: Re: Welchen Geschlechts sind die Stuttgarter Intrigen-Seilschaften? von Ruth Teibold-Wagner am 26. Oktober 2004 13:43:44:
mir wird schlecht von soviel reaktionärem Frauengeplapper! "konservativ und aufgeschlossen für die Moderne"? Wie soll das gehen, das ist ein Widerspruch in sich... Frau Schavan bewegt sich am rechten Rand. Sie spricht Berufsverbote für Lehrer aus, die sich politisch links engagieren und sie hat ein "Kopftuchverbot-Gesetz" in die Welt gesetzt, welches mit Sicherheit nicht einer Prüfung des Verfassungsgerichtes standhalten wird.
Hallo,
Ich komme zufälligerweise aus diesem Bundesland.
Ich auch.
Schavan hat es in wenigen Jahren geschafft, das baden-württembergische Bildungssystem vollends plattzumachen. Viele Bekannte von mir, die nach ihrem Studium eine Laufbahn als Lehrer anstrebten, sind mittlerweile nach Bayern abgewandert, weil die Zustände hier regelrecht katastrophal sind.
Linke Legende.
Schavans Stärken:
- Die BaWü-Schüler sind deutsche Spitzenreiter im Pisa-Test.
- Hier gelten noch "Sekundär-Tugenden", die anderswo in emanzipatorischer Unverbindlichkeit gelandet sind.
- Schavan führt den Abwehrkampf gegen die menschenfeindliche Un"kultur" des Islam in Deutschland an. Sie macht Ernst mit dem Prinzip "keine Toleranz den Intoleranten", z.B. wird auf ihr Betreiben hin in BaWü als erstem Land ein Gesetz für das Kopftuchverbot in den Schulen eingeführt.
- Das 8-klassige Gymnasium wurde in BaWü schon eingeführt, als in anderen Ländern noch nicht mal darüber diskutiert wurde.
- Schavan hält engen Kontakt zur Wirtschaft, orientiert auf Wirtschaftsbezug des Bildsystems.
- Sie orientiert ganz klar auf die Beibehaltung der Dreigliedrigkeit und wertet die Hauptschule auf.
Permanent neue Regelungen, die kurze Zeit später wieder abgeschafft werden. Diese Frau kopiert in ihrem Reformeifer alles, was sie irgendwo in anderen Ländern aufgeschnappt hat - egal, ob es sinnvoll ist oder nicht. Man erkennt keinen roten Faden in ihrer Politik, ein einziges Hin und Her ohne Konzept oder Planungssicherheit.
Das stimmt doch nicht. Die Leitlinie heißt: Tradition und Moderne. Das ist eine klare Orientierung, genau dasselbe wie das bayrische "Laptop und Lederhose".
In der globalisierten Welt können wir nicht ohne Heimat bestehen, das predigt sie immer wieder, und damit hat sie recht. Heimat heißt nicht, hinterm Berg zu Hause zu sein, sondern verwurzelt zu sein und virtuos mit den neuen globalen Kulturtechniken umgehen zu können.
Die linken sagen nur die Hälfte davon. Sie haben die EIGENE Tradition und Heimat vergessen, und genau das ist ihr Fehler. Sie meinen, dann modern zu sein, wenn sie das eigene verraten. Aber es ist genau umgekehrt: Auf der Basis des Eigenen ist erst ein Erfolg in der Welt möglich.
Kommentar eines Freundes von mir: Wenn die Schavan im Flugzeug neben einem Texaner sitzt, dann haben wir einen Monat später das texanische Schulsystem in Baden-Württemberg.
Dadurch, dass das ein "Freund" sagt, wird es nicht richtiger.
Ich möchte diese Frau hier nicht als Ministerpräsidentin. Das liegt nicht daran, daß sie eine Frau ist - es liegt daran, daß diese Frau eine Paradebeispiel für absolute Mittelmäßigkeit und Inkompetenz in der deutschen Politik ist.
Sie ist nicht mittelmäßig, sondern konservativ und aufgeschlossen für die Moderne, hat Führungsqualitäten und Überzeugungskraft. Genau diese Mischung brauchen wir.
Gruß
Ruth
Erhobenen Hauptes mit offenem Blick in die Augen schauen
Ruth Teibold-Wagner, Wednesday, 27.10.2004, 11:22 (vor 7772 Tagen) @ gibsmir
Als Antwort auf: Re: Welchen Geschlechts sind die Stuttgarter Intrigen-Seilschaften? von gibsmir am 26. Oktober 2004 16:00:47:
mir wird schlecht von soviel reaktionärem Frauengeplapper! "konservativ und aufgeschlossen für die Moderne"? Wie soll das gehen, das ist ein Widerspruch in sich...
Das ist der Denkfehler: Modernität würde nicht mit Konservativität zusammenpassen. Moderne könne man nur mit Heimatlosigkeit erkaufen. Man müsse, um "modern" zu sein, das Eigene verraten. Man müsse englisch sprechen, bevor man die eigene Mundart oder deutsch kann. Der Denkfehler besteht in der Vorstellung, konservativ wäre "hinterwäldlerisch".
Doch moderner Konservatismus verbindet traditionelle Werte mit Technologie und Weltaufgeschlossenheit. Das ist schon seit über zwanzig Jahren eine Platitude, das wissen sogar viele Grüne, vor allem diejenigen, die sich ihre ökologische Überzeugung erhalten haben, die a priori konservativ ist.
Dass das konservative Konzept der Verbindung von Tradition und Moderne überaus erfolgreich ist, zeigt sich immer wieder im Leben, gerade auch in der ökonomischen Praxis:
- Erst wenn ich verwurzelt bin, kann ich mit erhobenem Haupt in die Welt hinaus gehen.
- Erst wenn ich in der eigenen Kultur fest und sicher verankert bin, kann ich auf der modernen Klaviatur spielen und in Kontakt mit anderen Kulturen treten.
- Erst wenn ich mir das Eigene angeeignet habe, erst dann kann ich mit gesundem Selbstbewußtsein auf die Bühne der Welt treten.
- Ich kann erst tolerant sein, wenn ich mich selbst annehme.
- Erst wenn ich mich selbst liebe, kann ich andere lieben.
- Erst wenn ich mich selbst liebe, kann ich andere, die mir gefährlich sind, bekämpfen.
Wenn ich keine eigene Identität habe, dann ist mein Selbstbewußtsein schwach.
Identitätsschwäche ist überall im Leben, und auch für die Ökonomie fatal, da die Ökonomie zum großen Teil aus Psychologie besteht:
Handelspartner, überall auf der Welt, mögen keine schwachen Partner, denen man nicht trauen kann, bei denen man nicht weiß, wie man dran ist. Sie mögen selbstbewußte Partner, die zu sich stehen und sich zu sich bekennen. Ich möchte auch nur mit Menschen Geschäfte machen, die mir erhobenen Hauptes in die Augen schauen können.
In der Liebe ist es genauso.
Frauen mögen keine konturlosen Männer ohne Ecken und Kanten, die nicht in die Augen schauen können. Frauen mögen selbstbewußte, gestandene Männer mit Charakter, die ihnen mit offenem Blick in die Augen schauen können.
In Bayern heißt das: "Laptop und Lederhose."
Bei uns heißt das: "Wir können alles. Außer Hochdeutsch."
Und das ist gut so.
Gruß
Ruth
Re: Erhobenen Hauptes mit offenem Blick in die Augen schauen
gibsmir, Wednesday, 27.10.2004, 13:40 (vor 7772 Tagen) @ Ruth Teibold-Wagner
Als Antwort auf: Erhobenen Hauptes mit offenem Blick in die Augen schauen von Ruth Teibold-Wagner am 27. Oktober 2004 08:22:58:
ich zitiere mal den Duden:
kon|ser|va|tiv [auch: ...] <lat.-mlat.-engl.>: 1. am Hergebrachten festhaltend, auf Überliefertem beharrend, bes. im politischen Leben. 2. althergebracht, bisher üblich. 3. erhaltend, bewahrend (im Sinne der Schonung u. Erhaltung eines verletzten Organs, im Gegensatz zu operativer Behandlung; Med.). 4. politisch dem Konservativismus zugehörend, ihm eigen.
Nach dieser Definition von konservativ ist das, was du behauptest ganz einfach ein Widerspruch, da kannst Du dir noch so eine tolle Theorie zusammenstricken. Du hast natürlich recht, daß der Versuch der Grünen, die Schöpfung zu bewahren, sehr konservativ ist. Was mich dabei wundert ist, daß die konservativen Parteien genau in diesem Punkt genau das Gegenteil von konservativ sind mit ihrer "Nach-mir die Sintflut"-Politik und die Grünen massiv angreifen bei der kleinsten umweltpolitischen Maßnahme.
Warum beansprucht ihr Rechten eigentlich immer "Heimatverbundenheit" für euch? Ich selbst sehe mich politisch in der Mitte bis leicht links stehend an, und ich beanspruche auch für mich, meine Heimat zu lieben. Und zwar vor allem die Menschen und die Natur darin, weniger das abstrakte Gebilde "Deutschland". Wie könnt ihr Rechten euch "heimatverbunden" nennen, wenn ihr nur den "Standort Deutschland" liebt, aber die Natur und die Menschen darin vor die Hunde gehen laßt?
Moderne Technologie muß im 21. Jahrhundert auch immer den Anspruch der Nachhaltigkeit erfüllen, die veralterte "Dreckschleudertechnologie" aus dem 20. Jahrhundert ist keine moderne Technologie.
mir wird schlecht von soviel reaktionärem Frauengeplapper! "konservativ und aufgeschlossen für die Moderne"? Wie soll das gehen, das ist ein Widerspruch in sich...
Das ist der Denkfehler: Modernität würde nicht mit Konservativität zusammenpassen. Moderne könne man nur mit Heimatlosigkeit erkaufen. Man müsse, um "modern" zu sein, das Eigene verraten. Man müsse englisch sprechen, bevor man die eigene Mundart oder deutsch kann. Der Denkfehler besteht in der Vorstellung, konservativ wäre "hinterwäldlerisch".
Doch moderner Konservatismus verbindet traditionelle Werte mit Technologie und Weltaufgeschlossenheit. Das ist schon seit über zwanzig Jahren eine Platitude, das wissen sogar viele Grüne, vor allem diejenigen, die sich ihre ökologische Überzeugung erhalten haben, die a priori konservativ ist.
Dass das konservative Konzept der Verbindung von Tradition und Moderne überaus erfolgreich ist, zeigt sich immer wieder im Leben, gerade auch in der ökonomischen Praxis:
- Erst wenn ich verwurzelt bin, kann ich mit erhobenem Haupt in die Welt hinaus gehen.
- Erst wenn ich in der eigenen Kultur fest und sicher verankert bin, kann ich auf der modernen Klaviatur spielen und in Kontakt mit anderen Kulturen treten.
- Erst wenn ich mir das Eigene angeeignet habe, erst dann kann ich mit gesundem Selbstbewußtsein auf die Bühne der Welt treten.
- Ich kann erst tolerant sein, wenn ich mich selbst annehme.
- Erst wenn ich mich selbst liebe, kann ich andere lieben.
- Erst wenn ich mich selbst liebe, kann ich andere, die mir gefährlich sind, bekämpfen.
Wenn ich keine eigene Identität habe, dann ist mein Selbstbewußtsein schwach.
Identitätsschwäche ist überall im Leben, und auch für die Ökonomie fatal, da die Ökonomie zum großen Teil aus Psychologie besteht:
Handelspartner, überall auf der Welt, mögen keine schwachen Partner, denen man nicht trauen kann, bei denen man nicht weiß, wie man dran ist. Sie mögen selbstbewußte Partner, die zu sich stehen und sich zu sich bekennen. Ich möchte auch nur mit Menschen Geschäfte machen, die mir erhobenen Hauptes in die Augen schauen können.
In der Liebe ist es genauso.
Frauen mögen keine konturlosen Männer ohne Ecken und Kanten, die nicht in die Augen schauen können. Frauen mögen selbstbewußte, gestandene Männer mit Charakter, die ihnen mit offenem Blick in die Augen schauen können.
In Bayern heißt das: "Laptop und Lederhose."
Bei uns heißt das: "Wir können alles. Außer Hochdeutsch."
Und das ist gut so.
Gruß
Ruth
Heimat und Modernität
Ruth Teibold-Wagner, Wednesday, 27.10.2004, 18:46 (vor 7771 Tagen) @ gibsmir
Als Antwort auf: Re: Erhobenen Hauptes mit offenem Blick in die Augen schauen von gibsmir am 27. Oktober 2004 10:40:56:
Hallo,
Du hast natürlich recht mit Deiner Definition des Konservativen. Konservativ heißt natürlich zunächst einmal "bewahrend".
Die meisten heutigen Konservativen sehen sich in ihrem Selbstverständnis jedoch nicht NUR als "Bewahrende". Man kann sie nicht auf die EINE, bewahrende Seite statisch reduzieren. Sie sehen sich selbst als "moderne" Konservative oder "Neo-Konservative", die der Moderne gegenüber offen sind.
Im Begriff des Neo-Konservativismus bildet der Widerspruch, den Du richtig erkannt hast, eine Einheit:
"Laptop UND Lederhose." "Wir können alles. AUSSER Hochdeutsch."
Wir sehen in diesen bekannten neo-konservativen Werbe-Mottos jeweils eine innere antithetische Spannung, die in einer Synthese gebündelt ist.
Die Synthese lautet ungefähr so:
"Wir sind heimatverwurzelt, wir wollen unsere Heimatidentität erhalten, UND wir klimpern zugleich als global player locker und virtuos auf dem Laptop und exportieren unsere Produkte in alle Welt."
So ungefähr ist das seit langem Konsens innerhalb des konservativen Diskurses. Natürlich sind die beiden Mottos nur Schlagworte, in denen eine ganze komplexe Haltung wie in einem Brennglas verdichtet ist.
Nach dieser Definition von konservativ ist das, was du behauptest ganz einfach ein Widerspruch, da kannst Du dir noch so eine tolle Theorie zusammenstricken. Du hast natürlich recht, daß der Versuch der Grünen, die Schöpfung zu bewahren, sehr konservativ ist. Was mich dabei wundert ist, daß die konservativen Parteien genau in diesem Punkt genau das Gegenteil von konservativ sind mit ihrer "Nach-mir die Sintflut"-Politik und die Grünen massiv angreifen bei der kleinsten umweltpolitischen Maßnahme.
Da kommt die innere Spannung zum Vorschein, von der ich sprach, und die Du als unauflösbaren Widerspruch interpretiertest. Diese Spannung in sich aufzunehmen und mit ihr zu spielen, ist etwas sehr Produktives. Eine solche Dialektik erzeugt Dynamik und Vitalität.
Es gibt viele Konservative, die gegen die friedliche Nutzung der Kernenergie sind. Andere sind dafür. Da verläuft nach konservativer Ansicht gar nicht die Front zwischen den Lagern. Die eigentliche Front verläuft nach Auffasssung der Konservativen nicht in solchen politischen Einzelfragen, sondern in grundsätzlichen Wert-Fragen.
Warum beansprucht ihr Rechten eigentlich immer "Heimatverbundenheit" für euch? Ich selbst sehe mich politisch in der Mitte bis leicht links stehend an, und ich beanspruche auch für mich, meine Heimat zu lieben.
Niemals würde ich sagen, dass "Linke" (was immer das ist) ihre Heimat nicht lieben könnten. Heimat darf nicht vereinnahmt werden, das sehe ich auch so. Heimat-Vereinnahmung ist etwas sehr schlechtes, sie grenzt aus, statt integrierend zu wirken. Aber es gibt sehr viele Linke, die ihre Heimat vergessen haben oder sich sogar für sie schämen.
Und zwar vor allem die Menschen und die Natur darin, weniger das abstrakte Gebilde "Deutschland".
Sehe ich auch so.
Wie könnt ihr Rechten euch "heimatverbunden" nennen, wenn ihr nur den "Standort Deutschland" liebt, aber die Natur und die Menschen darin vor die Hunde gehen laßt?
Richtig, Heimat ist mehr als nur "Standort". Aber sie ist natürlich AUCH Standort.
Nicht nur eine Region, Landstrich oder ein Dorf kann Heimat sein, sondern gerade auch eine Stadt, ein "Kiez", ein "Revier". Moderne Heimat ist nicht abgegrenzte, verklärte Idylle wie im 19. Jahrhundert. Moderne Heimat besitzt Dynamik und Offenheit.
Moderne Technologie muß im 21. Jahrhundert auch immer den Anspruch der Nachhaltigkeit erfüllen, die veralterte "Dreckschleudertechnologie" aus dem 20. Jahrhundert ist keine moderne Technologie.
Kein Dissens meinerseits.
Ich finde die Diskussion übrigens sehr gelungen und auch wichtig.
Gruß
Ruth
Re: Erhobenen Hauptes mit offenem Blick in die Augen schauen
Nikos, Wednesday, 27.10.2004, 16:06 (vor 7772 Tagen) @ Ruth Teibold-Wagner
Als Antwort auf: Erhobenen Hauptes mit offenem Blick in die Augen schauen von Ruth Teibold-Wagner am 27. Oktober 2004 08:22:58:
Amen.
Gilt dies alles auch für Naziopfer?
Gruß
Nikos
Re: Welchen Geschlechts sind die Stuttgarter Intrigen-Seilschaften?
delete, Tuesday, 26.10.2004, 19:48 (vor 7772 Tagen) @ Ruth Teibold-Wagner
Als Antwort auf: Welchen Geschlechts sind die Stuttgarter Intrigen-Seilschaften? von Ruth Teibold-Wagner am 26. Oktober 2004 09:47:30:
Hallo,
ich habe jetzt etwas recherchiert.
Teufel, der beste Ministerpräsident Deutschlands
Darüber dürften nicht nur die anderen 15 Landeschefs durchaus anderer Meinung sein. Eine Diskussion zu diesem Punkt ist jedeoch sinnfrei, da 'der beste' immer eine Frage des persönlichen Geschmacks ist. Und wie heißt es so richtig: de gustibus non est disputandum. Davon ab, der Mann geht eh im April in den verdienten Ruhestand. Ich gönne es ihm von Herzen.
dass sie mit Sicherheit die beste, kompetetenste Kandidatin ist.
Ihre größte Qualifikation besteht offensichtlich darin, Frau zu sein. Ihre zweitgrößte ist, Vertraute von Frau Merkel zu sein. Als Kultusministerin ist sie jedenfalls eine komplette Versagerin. Gründe wurden dafür hier bereits genannt.
Wahrscheinlich ist sie eine der talentiertesten Politikerinnen in ganz Deutschland.
Sofern dem tatsächlich so wäre: armes Deutschland.
Ihr fehlt die Hausmacht in der Partei.
Die Parteibasis würde wohl eher für Schavan stimmen. Zu Oettinger kann ich bislang wenig sagen, muß ich -wie Schavan auch- erst mal beobachten. Was mir jedoch definitiv sehr gefällt ist, daß er aktiv den Generationswechsel betreibt.
Re: Welchen Geschlechts sind die Stuttgarter Intrigen-Seilschaften?
Marie Juana, Wednesday, 27.10.2004, 01:30 (vor 7772 Tagen) @ Ruth Teibold-Wagner
Als Antwort auf: Welchen Geschlechts sind die Stuttgarter Intrigen-Seilschaften? von Ruth Teibold-Wagner am 26. Oktober 2004 09:47:30:
Ruth: Teufel, der beste Ministerpräsident Deutschlands.
Marie Juana: ich präferiere *Fritz Teufel*
Ruth: Es ist einfach nur noch Brechreiz-hervorrufend.
Marie Juana: wenn es der wahrheitsfindung dient.
Ruth: Wahrscheinlich ist sie (Schawan) eine der talentiertesten Politikerinnen in ganz Deutschland.
Marie Juana: in diesem erotischen forum findet die sanft-laszive *von der Leyen* sehr viel zustimmung.
Ruth: Sie ist genau die Art von PolitikerInnen, die wir in der gegenwärtigen bedrückenden Lage benötigen, um aus dem Tal herauszukommen.
Marie Juana: der schwäbische wurzelsepp Heidegger lustwandelte immer auf dem *feldweg* und Schavan soll uns gleich aus dem tal herausführen.
Ruth:Deutschland geht vor die Hunde, weil zur Zeit nicht die besten Köpfe in Verantwortung kommen.
Marie Juana: du agitierst für die mittelmäßigkeit
Ruth:Dreimal dürft Ihr raten:
Welchen Geschlechts sind wohl die Seilschaften, die hinter den schleimigen Intrigen in Stuttgart stehen?
Marie Juana: wer ist es denn? Meyer-Vorfelder?
freundlichst
Marie Juana
Fritz Teufel soll Nachfolger von Erwin Teufel werden?
Ruth Teibold-Wagner, Wednesday, 27.10.2004, 11:29 (vor 7772 Tagen) @ Marie Juana
Als Antwort auf: Re: Welchen Geschlechts sind die Stuttgarter Intrigen-Seilschaften? von Marie Juana am 26. Oktober 2004 22:30:23:
Ruth: Teufel, der beste Ministerpräsident Deutschlands.
Marie Juana: ich präferiere *Fritz Teufel*
Ruth: Fritz Teufel ist auch ein Schwabe.
Ruth: Es ist einfach nur noch Brechreiz-hervorrufend.
Marie Juana: wenn es der wahrheitsfindung dient.
Ruth: In cotzo veritas.
Ruth: Wahrscheinlich ist sie (Schawan) eine der talentiertesten Politikerinnen in ganz Deutschland.
Marie Juana: in diesem erotischen forum findet die sanft-laszive *von der Leyen* sehr viel zustimmung.
Ruth: Polemik, reine Polemik!
Ruth: Sie ist genau die Art von PolitikerInnen, die wir in der gegenwärtigen bedrückenden Lage benötigen, um aus dem Tal herauszukommen.
Marie Juana: der schwäbische wurzelsepp Heidegger lustwandelte immer auf dem *feldweg* und Schavan soll uns gleich aus dem tal herausführen.
Heidegger war Badener, Nichtswisser! Und Schavan ist Rheinländerin, Banause!
Ruth:Deutschland geht vor die Hunde, weil zur Zeit nicht die besten Köpfe in Verantwortung kommen.
Marie Juana: du agitierst für die mittelmäßigkeit
Fritz Teufel soll Nachfolger von Erwin Teufel werden?
Ruth:Dreimal dürft Ihr raten:
Welchen Geschlechts sind wohl die Seilschaften, die hinter den schleimigen Intrigen in Stuttgart stehen?
Marie Juana: wer ist es denn? Meyer-Vorfelder?
Wer ist Meyer-Vorfelder?
Der kettenrauchende Möchtegernballtreter?
überaus freundlich 
Ruth