Sprache
Hallo,
nun der Versuch, das eigentliche Thema sachlich anzugehen. Vorab: mein Posting 'Die Sprache der Genderdiskussion' war nicht zur Provokation i.S.v. schüren eines größtmöglichen Gezeters hier gedacht. Sondern, Ergebnis meiner nach sehr langer Pause erst wieder wenigen Tage währenden aktiven wie passiven Teilnahme an Foren zu Genderthemen, ein kurzer Test. Ich bitte um Verzeihung für die Irreführung, vor allem an Max, es war nicht böse gemeint! Erklärung später.
Mir fiel sofort wieder auf, wie unsachlich und rüde der Umgangston in den Foren oft ist. Ich fragte mich, wie eigentlich derartiger Stil auf neue, auf außenstehende wirken muß. Genderdisputanten, so nenne ich das mal, scheinen ein merkwürdiges Volk zu sein. Was Genderdisputanden für Leute sind? Kurz gesagt: Menschen, die ihre oft extrem gewagten Theorien über Recht und Unrecht am eigenen oder anderen Geschlecht als absolute Wahrheit verkünden.
Dieses Verkünden erfolgt mit einer Verve, die Szenefremden schwer verständlich ist. Die Diskussion wird beiderseits mit einer beispiellosen Schärfe geführt. Schmähungen, unsubstantiierte Behauptungen, Unterstellungen, Lügen, Tatsachenverdrehungen und polemische Phraseologie sind die Regel. Konstruktivität, Sachlichkeit und vor allem Respekt vor dem Diskussionspartner die seltene Ausnahme. Zwei Beispiele aus dem 'Frauenforum':
"Das Gross der Väter interessiert sich eben nicht für ihre Kinder, sondern allenfalls darum, wie sie den Ex-Frauen/ Kindesmüttern das Leben mächtig schwer machen und deren Leben gründlich kontrollieren können."
Für diesen vollkommen realitätsfernen Quark gab es drüben einige Zustimmung. Für das folgende Geseier (wurde in Bezug auf Hartz IV geäußert) auch:
"Sinn und Zweck dieser Reform ist : Die Befreiung der Männer/ Kindesväter von der familialen Verantwortung und die generelle Verpflichtung aller Ex-Frauen zur Doppelbelastung = Erwerbstätigkeit + Kind-Aufziehen."
Interessante Wortneuschöpfungen konnte ich übrigens lernen. 'Opputurnitätskosten' (kein Kopierfehler), nie gehört. 'Maskulisten' ist sicher auch noch nicht allgemeiner Sprachgebrauch. Dem Duden sind beide Vokabeln jedenfalls fremd.
Ich betone nochmals explizit: die (männliche) 'Gegenseite' nimmt sich nur wenig in Sachen kruder Theorien. Wobei die aber weit häufiger formal und inhaltlich sachlich vorgetragen werden. Die leider oft vollkommen blinde Bereitschaft der Genderkrieger, jedwede noch so bescheuerte These zu akzeptieren bzw. zu befeinden, die ihre jeweiligen Vorurteile stützt oder angreift, kann man zu interessanten Studien nutzen. Folgenden Text, angeblich vor Jahren von einer promovierten Soziologin in einem großen Magazin veröffentlicht, habe ich gepostet (hier in meiner -freien- Übersetzung):
"[...] Meine eigene Arbeit konzentriert sich auf die höheren Lebensformen, und speziell auf die unendlich überlegenen Fähigkeiten des Weiblichen in Hinblick auf das Überleben. Auf jeder Stufe der Evolution ist die Rolle des Männlichen untergeordnet. Und das Weibliche zeigt eine Anpassungsfähigkeit, welche die Spezies erhält. Nur in der Welt der Menschen, und hier ausschließlich im sozialen Kontext, nicht im biologischen, wurde dieser Prozess negiert. Diese Negierung wurde erreicht durch die konkurrierende und militiaristische Prägung der Gesellschaft, in der die brutale Gewalt des Männlichen ihre Berechtigung für die Unterdrückung des Weiblichen fand."
Die Authentizität dieses unsäglichen Geschwurbels hat keine/r hinterfragt. Sondern Max machte sich gar an das -zugegeben trefflich gelungene- zerpflücken. Sorry noch mal an alle, speziell an Max, für die Leimrute. DASS so ein hanebüchener Mist überhaupt für diskussionswert erachtet wird, ist für mich erschreckend. Derlei Schwampf sollte man strikt ignorieren. Wie auch die oft auf gleichem Niveau einzustufenden Ergüße von, zum Beispiel, 'Shanna' oder 'adore'.
Aber, WENN man schon darauf eingeht, dann doch bitte sachlich, unaufgeregt, und ohne Angriff gegen die Person des anderen. Man muß ja nicht jede Provokation annehmen. Und, vor allem: langfristig sind, IMO, nur konstruktive und damit zwangsläufig strikt sachlich geführte Diskussionen den Interessen der Kinder, Männer, und ja, auch der Frauen dienlich.