Alltäglicher Wa/Ho-hn!
Martin, Monday, 18.10.2004, 23:12 (vor 7780 Tagen)
Anzeige im Stellenmarkt (Hervorhebung von mir):
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UNIVERSITÄT HOHENHEIM
Institut für ...
sucht ... eine/n
Verwaltungsangestellte/n
50%
zur selbständigen Erledigung der anfallenden Arbeiten im Sekretariat.
...
Frauen werden ausdrücklich zur Bewerbung aufgefordert.
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Noch Fragen?
Re: Alltäglicher Wa/Ho-hn!
Rob, Monday, 18.10.2004, 23:57 (vor 7780 Tagen) @ Martin
Als Antwort auf: Alltäglicher Wa/Ho-hn! von Martin am 18. Oktober 2004 20:12:08:
Eingestellt werden sie meistens trotzdem nicht, solange sie nicht besser qualifiziert sind als die Mitbewerber, nur Schwerbehinderte werden bevorzugt behandelt ( und Frauen sind NICHT generell Schwerbehindert), dieser "Frauen werden besonders aufgefordert"-Unsinn ist wohl irgend ein Uraltes Femi-Gesetz aus dem Jahr 197x.
Re: Alltäglicher Wa/Ho-hn!
Martin, Tuesday, 19.10.2004, 00:47 (vor 7780 Tagen) @ Rob
Als Antwort auf: Re: Alltäglicher Wa/Ho-hn! von Rob am 18. Oktober 2004 20:57:29:
Schon möglich. Aber diese Stelle wird sowieso zu über 90% eine Frau kriegen, weil es schlicht eine typische Frauenstelle ist. Konsequenterweise hätten hier Männer ausdrücklich zur Bewerbung aufgefordert werden müssen (auch schwachsinnig).
Re: Alltäglicher Wa/Ho-hn!
Ekki, Tuesday, 19.10.2004, 18:19 (vor 7779 Tagen) @ Martin
Als Antwort auf: Re: Alltäglicher Wa/Ho-hn! von Martin am 18. Oktober 2004 21:47:06:
Schon möglich. Aber diese Stelle wird sowieso zu über 90% eine Frau kriegen, weil es schlicht eine typische Frauenstelle ist. Konsequenterweise hätten hier Männer ausdrücklich zur Bewerbung aufgefordert werden müssen (auch schwachsinnig).
Das Them ist sehr viel ernster, als es auf den ersten Blick scheint.
Es ist eines der größten Tabus in unserer Gesellschaft, daß Sekretärinnen einen kaum zu überschätzenden Einfluß auf ihre Chefs ausüben.
"Augustus herrschte über die Welt, Livia aber herrschte über Augustus"[/i]
heißt es in dem historisch-fiktionalen Roman "Ich, Claudius, Kaiser und Gott" von Robert von Ranke-Graves (hervorragend verfilmt!).
Ein positives Gegenbeispiel:[/i]
Michail Voslenskij hat in seinem Buch "Nomenklatura" geschildert, daß die Sekretäre der ZK-Sekretäre und Politbüro-Mitglieder ausnahmslos entweder alte Frauen oder gleich Männer waren ("... damit auch nicht der Schatten eines Verdachts auf die ZK-Sekretäre fällt").
Von der katastrophalen Abschlußbilanz der UdSSR einmal abgesehen - ich habe sowohl aus direkten Kontakten als auch aus Berichten wie dem Buch des (ausgewiesenen Anti-Kommunisten) Voslenskij den Eindruck gewonnen, daß die dortige herrschende Klasse in so mancher Hinsicht ganz patent war - und das Beispiel mit den Sekretären ist einer dieser Aspekte.
Und wenn die Männer nicht begreifen, daß das obige Zitat von Livia und Augustus die zutreffende Beschreibung eines in den Untergang führenden Zustandes ist, wird die westliche Zivilisation noch kläglicher untergehen als das Römische Reich.[/u]
Gruß
Ekki