Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Nochmal Gender Mainstreaming

Bruno, Friday, 15.10.2004, 13:13 (vor 7783 Tagen)

Liebe Forumsteilnehmer,

da es viele Antworten auf mein Posting über Gender Mainstreaming (GM) (Amendt ist schon gut) gegeben hat, möge mir Andreas verzeihen, dass ich zur Beantwortung einen neuen Thread aufmache.

Ich habe ausdrücklich erwähnt, dass GM in Deutschland als reines Frauenfördermittel missbraucht wird. Mich davon noch mal überzeugen zu wollen, ist also überflüssig.

Dass aber GM nur als Frauenfördermittel missbraucht wird, daran seit auch ihr Schuld, weil ihr GM den Feministinnen willig und kampflos überlasst. Ihr müsst lernen eure legitime Beteiligung an der Geschlechterpolitik mit Nachdruck zu fordern, nicht den Frauen klein beigeben und ihnen alles überlassen. Weil ihr das letztere tut, entscheiden heute Frauen über Männerangelegenheiten.

Maesi, dass wir beim GM nicht zusammen kommen können, macht nichts, denn das konnten die Königskinder ja auch nicht, konnten sich aber trotzdem gut verstehen.

Gruß

Bruno

Gleichberechtigung ist etwas Tolles. Schade, dass sie nur für Frauen gilt.

Re: Nochmal Gender Mainstreaming

Martin, Friday, 15.10.2004, 17:10 (vor 7783 Tagen) @ Bruno

Als Antwort auf: Nochmal Gender Mainstreaming von Bruno am 15. Oktober 2004 10:13:13:

Dass aber GM nur als Frauenfördermittel missbraucht wird, daran seit auch ihr Schuld, weil ihr GM den Feministinnen willig und kampflos überlasst.

Ahem, Bruno,
das wäre so, wenn GM wie die Gleichberechtigung im GG eine Erfindung von neutralen Gesetzgebern wäre und Feministen als erste "zugegriffen" hätten. GM ist aber eine Idee von Feministen, die von vornherein mit eingeplant hatten, Männern den Zugriff zu verweigern.
Martin

Re: Nochmal Gender Mainstreaming

Peter, Saturday, 16.10.2004, 02:15 (vor 7783 Tagen) @ Martin

Als Antwort auf: Re: Nochmal Gender Mainstreaming von Martin am 15. Oktober 2004 14:10:17:

das wäre so, wenn GM wie die Gleichberechtigung im GG eine Erfindung von neutralen Gesetzgebern wäre und Feministen als erste "zugegriffen" hätten. GM ist aber eine Idee von Feministen, die von vornherein mit eingeplant hatten, Männern den Zugriff zu verweigern.

Und, laesst du sie? Oder sollten wir nicht besser zugreifen?

Gruss,

Peter

Re: Nochmal Gender Mainstreaming

susu, Saturday, 16.10.2004, 21:23 (vor 7782 Tagen) @ Martin

Als Antwort auf: Re: Nochmal Gender Mainstreaming von Martin am 15. Oktober 2004 14:10:17:

Hallo

das wäre so, wenn GM wie die Gleichberechtigung im GG eine Erfindung von neutralen Gesetzgebern wäre und Feministen als erste "zugegriffen" hätten. GM ist aber eine Idee von Feministen, die von vornherein mit eingeplant hatten, Männern den Zugriff zu verweigern.

Ich hab die Entstehung des Begriffs etwas anders in Erinnerung.
Ursprünglich stammt der Begriff aus den Gender Studies und bezeichnet einen Geschlechtspolitischen Ansatz jenseits von Identitätspolitik. D.h. eine Politik, die Gleichberechtigung ohne Rekurs auf konstituierende Gruppenidentitäten zu verwirklichen sucht. Während ein Ansatz "Frauenförderung" eine abgrenzbare Gruppe der "Frauen" benötigt, verzichtet GM auf solche Gruppen. Zentrale Argumente für das GM, gegenüber anderen Strategien waren:
1) Die Kritik an solchen Gruppenidentitäten. Demnach gibt es keine politisch operationalisierbaren Gruppen, denen spezifische Programme etwas nutzen würden. Konkret bedeutet das: Den Differenzen innerhalb von Geschlechtsgruppierungen Rechnung tragen.
2) Der Gedanke, das Programme, die auf Gleichstellung aus waren und dafür bipolare Differenzen einführten, diese erst zementierten. Der schauderhafte Vorschlag, die Koedukation dranzugeben führt in diese Richtung.
3) Die Kritik an einer einseitigen Geschlechterpolitik.

GM wurde in der Theorie erarbeitet und bezog sich ausdrücklich auf die Inclusion möglichst aller Bevölkerungsteile, insbesondere auch der Männer. Findet mir ein Buch aus den Gender Studies das GM erklärt und nicht auf Connell verweist!

Ich würde ja gern mal wissen, was "Feministen" dazu hätte veranlassen sollen, GM einzuführen, wenn eingplant war "Männern den Zugriff zu verweigern". Als GM als Konzept ins Leben gerufen wurde, existierten schon Frauenprogramme en Masse. Ohne GM gäbe es die Pilotstudie des BMFJFS vermutlich nicht, so wie einige andere für die Männerbewegung relevante Veränderungen. Gerade da wo GM erarbeitet wurde jedoch regt sich Kritik an der "Umsetzung" von GM, die den Ursprungsgedanken teilweise in´s Gegenteil verkehrt. So beklagt Regina Frey in "Gender im Mainstreaming", daß sich die Umsetzung auf Geschlechtskonzeptionen aus den 70ern konzentriere und im Ausspielen von "Mann-Frau-Dualismen" steckenbleibe, womit oft diskriminierende Verhältnisse erzeugt würden.

Die wichtigste zu stellende Forderung wäre deshalb die Offenlegung des Geschlechtsbegriffs in GM-Konzeptionen und dann das Korrektiv in Hinblick auf aktuelle Konzeptionen hin.

susu

Das habe ich nicht verstanden. (n/t)

Texaco, Saturday, 16.10.2004, 22:05 (vor 7782 Tagen) @ susu

Als Antwort auf: Re: Nochmal Gender Mainstreaming von susu am 16. Oktober 2004 18:23:43:

Kannst du...

susu, Saturday, 16.10.2004, 22:59 (vor 7782 Tagen) @ Texaco

Als Antwort auf: Das habe ich nicht verstanden. (n/t) von Texaco am 16. Oktober 2004 19:05:21:

...genauer sagen, was du daran nicht verstanden hast. Dann kann ich auf unklare Punkte genauer eingehen.

susu

Re: Kannst du...

Texaco, Monday, 18.10.2004, 00:19 (vor 7781 Tagen) @ susu

Als Antwort auf: Kannst du... von susu am 16. Oktober 2004 19:59:34:

Ich habe den Text jetzt nochmal gelesen. Und die Begriffe ("geschlechterpolitisch", "Gender Studies") sollen hier wohl mehr aussagen, als sie mir sagen. Ich lese drei Argumente heraus:

Erstens: GM ist keine feministische Erfindung, sondern kommt aus den Gender Studies.

Dazu: Ich sehe den Unterschied nicht. Mag sein, daß es für Gender-Studierer eine Todsünde ist, den Begriff der "Frau" nicht zu hinterfragen, während Emanzen das niemals tun würden. Ehrlich gesagt, ist mir das Wurst. Sobald es politisch wird, gilt sowieso die Version, die den Frauen gerade am besten paßt. Das kennen wir ja schon zu genüge.

Zweitens: Leider wird GM nur als Frauenförderungsprogramm implementiert, obwohl das doch gar nicht so gedacht war.

Dazu: Soviel ich weiß, steht GM in irgendeinem EU-Vertrag. Wie kommt es da rein? Selbstloses Engagement von Idealistinnen aus den Gender Studies? Gibt es sowas? Meine These ist eine andere: GM klingt harmloser als "totales Veto- und Gestaltungsrecht für Feministinnen in allen gesellschaftlichen Bereichen zugunsten von Frauen".

Drittens: Warum sollten die Feministinnen ein Interesse an GM haben, anstatt sich mit Frauenförderung zufrieden zu geben?

Dazu: Weil Frauenförderung immer zu einer "Ghettoisierung" geführt hat. Eine Quoten-Frau landet in der Sackgasse, sobald die Quote nicht mehr greift. Das stellt die Feministinnen vor die Wahl: Radikalisierung oder neuer Ansatz? Der neue Ansatz heißt GM, und er ist so formuliert, daß sich auch Männer vormachen können, daß er ihnen was bringt, oder jedenfalls nicht schadet. Und mehr ist bei meinen Geschlechtsgenossen gar nicht nötig, um sie auch diesmal wieder eine weitreichende frauenpolitische Initiative durchzuwinken.

Re: Nochmal Gender Mainstreaming

Bruno, Monday, 18.10.2004, 14:48 (vor 7780 Tagen) @ Martin

Als Antwort auf: Re: Nochmal Gender Mainstreaming von Martin am 15. Oktober 2004 14:10:17:

Hallo Martin,

natürlich wurde GM von den Feministinnen erfunden. Das macht es doch umso schöner, es gegen sie selbst zu verwenden. Ich habe schon öfters mit Frauenpolitikerinnen oder Feministinnen Kontakt gehabt. Es sind gerade die Radikalfeministinnen, die GM ablehnen. Es macht der Frauenförderung Konkurrenz.

GM ist die Gleichberechtigungspolitik der EU. Deshalb ist es wichtig, dass Männer sich aus diesem Prozess nicht herausdrängen lassen. Wenn wir uns da herausdrängen lassen, heißt es, wir hätten ja kein Bedarf angemeldet, also selber schuld.

Von der EU gibt es mittlerweile kein Geld mehr für Jugendförderung, wenn keine Gender-Analyse durchgeführt wurde. Und auch bei neuen Gesetzen wird so etwas gefordert.

Wenn wir es jetzt verpennen, unser Recht auf Mitsprache und Beteiligung bei GM zu fordern, werden wir es nie mehr bekommen.

Gruß

Bruno

Gleichberechtigung ist etwas Tolles. Schade, dass sie nur für Frauen gilt.

www.manndat.de

Re: Nochmal Gender Mainstreaming

Max, Monday, 18.10.2004, 22:37 (vor 7780 Tagen) @ Bruno

Als Antwort auf: Re: Nochmal Gender Mainstreaming von Bruno am 18. Oktober 2004 11:48:57:

Hallo Bruno,

GM ist die Gleichberechtigungspolitik der EU. Deshalb ist es wichtig, dass Männer sich aus diesem Prozess nicht herausdrängen lassen. Wenn wir uns da herausdrängen lassen, heißt es, wir hätten ja kein Bedarf angemeldet, also selber schuld.

...falsch. Wenn Maenner GM strikt ablehnen - was waere dann die, die es dennoch durchzieht? Eine DiktatorIn, eine TotalitaristIn? Und koennte man sie in der Position nicht viel besser auseinandernehmen? Wenn wir via GM keinen "Bedarf anmelden", heisst das dann vielleicht, dass wir keinen haben? Nein.
Wir lehnen lediglich GM zur Deckung unseres Bedarfs ab.
Und hier ist unser Bedarf: Abschaffung von GM, Abschaffung saemtlicher Frauenbevorzugungsprogramme, Abschaffung staatlicher Einmischung ins Private und ins Geschlechterverhaeltnis und viel mehr...

Das ist unser Bedarf! Und nicht die "konstruktive Teilnahme" an Schwachsinn!

Der Vergleich hinkt zwar ein bisschen - dennoch, und nur um die Prinzipienlosigkeit Deiner Haltung aufzuzeigen: Haettest du dich freiwillig an Judendeportationen beteiligt, nur weil du auf diese Art vielleicht ein paar der Opfer haettest retten koennen, die ein anderer an deiner Stelle nicht gerettet haette? Oder haettest du mit Judendeportationen generell nichts zu tun haben wollen?

Interessante Frage, wie?

Wach' auf, Bruno! - Max

Re: Nochmal Gender Mainstreaming

Maesi, Tuesday, 19.10.2004, 22:15 (vor 7779 Tagen) @ Bruno

Als Antwort auf: Re: Nochmal Gender Mainstreaming von Bruno am 18. Oktober 2004 11:48:57:

Hallo Bruno

natürlich wurde GM von den Feministinnen erfunden. Das macht es doch umso schöner, es gegen sie selbst zu verwenden. Ich habe schon öfters mit Frauenpolitikerinnen oder Feministinnen Kontakt gehabt. Es sind gerade die Radikalfeministinnen, die GM ablehnen. Es macht der Frauenförderung Konkurrenz.
GM ist die Gleichberechtigungspolitik der EU. Deshalb ist es wichtig, dass Männer sich aus diesem Prozess nicht herausdrängen lassen. Wenn wir uns da herausdrängen lassen, heißt es, wir hätten ja kein Bedarf angemeldet, also selber schuld.

Texaco hat IMHO recht gut beschrieben, inwiefern GM von seinen grundsaetzlichen Gegnern punktuell verwendet werden kann und wo fuer diese die Grenzen der Anwendbarkeit liegen. Es gibt viele moegliche Gruende, GM abzulehnen; bloss weil es Radikalfeministinnen (aus welchen Motiven auch immer) tun, heisst das noch lange nicht, dass Maskulisten deshalb zwingend das Gegenteil tun muessen. Ich und andere haben die Gruende unserer Ablehnung genuegend klar dargelegt. Diese Gruende konnten zumindest in diesem Forum noch nicht einmal annaehernd entkraeftet werden.

Die beiden stichhaltigsten Pro-Argumente zu GM sind IMHO folgende:

1. GM existiert; man(n) kann diesen Ansatz, da weitgehend geschlechtsneutral formuliert, gegen die real existierende Nur-Frauenfoerderung in der Geschlechterpolitik und natuerlich auch gegen den Radikalfeminismus wenden.

2. wer im GM nicht mitmacht, droht aus der Gleichberechtigungspolitik der EU hinausgedraengt zu werden.

Zu Punkt 1: man braucht sich nicht notwendigerweise auf GM zu berufen; man kann sich auch auf Grundrechte in der Verfassung, in den Menschenrechtserklaerungen oder sogar auf ein gesundes Rechts- und Fairnessempfinden der Menschen berufen. Das bedeutet zwar nicht, dass GM nie als Argumentationsgrundlage verwendet werden darf; aber man sollte, wenn immer moeglich, sich ueber GM hinaus auf Grundrechte berufen. Die Menschenrechte werden mit hoher Wahrscheinlichkeit auch in 100 Jahren noch Gueltigkeit haben - GM wahrscheinlich nicht.

Zu Punkt 2: in diesem Dilemma befindet sich der Gegner einer bestimmten Politik immer. Zugespitzt gesehen wuerde das bedeuten, dass man niemals gegen eine bestimmte Entwicklung, Institution usw. sein kann aus Angst, bei Nichtteilnahme etwas zu verpassen. Manchmal ist es aber besser abseits zu stehen und zuzuschauen, wie irgendwelche Protagonisten herumwursteln. Nachdem sie ihre Sache schlecht genug gemacht haben, werden sie dorthin befoerdert, wohin sie gehoeren - auf den Abfallhaufen der Geschichte.

GM macht den Menschen generell zum Bittsteller fuer irgendwelche staatliche Foerderungen und Vorteile. Der Opportunist wird sich so verhalten, dass er mit einem Minimum an Aufwand ein Maximum an Gewinn herauszieht. Der Aufwand, um Ansprueche im Rahmen von GM geltend zu machen, ist minimal: das Geschlecht sowie die Zugehoerigkeit zum gesellschaftlichen Geschlechter-Mainstream reichen als Anspruchsgrundlage voellig aus; gleichzeitig werden ueberhoehte Maximalforderungen gestellt, um bei einem Kompromiss die anvisierten Vorteile wenigstens annaehernd zu erhalten. Sowas nennt man Geschacher und ist seit Jahrtausenden gaengige Praxis. Da der zu verteilende Kuchen begrenzt ist, wird es zwangslaeufig zu Verteilungskaempfen kommen; die Frontlinien werden v.a. zwischen den Geschlechtern verlaufen, da diese als Verteilungs- und Beurteilungskriterium im GM-Ansatz ausdruecklich festgelegt sind.

Mit GM wird man(n) bestenfalls kurzfristig etwas gewinnen koennen; langfristig wird die gesamte Gesellschaft verlieren, weil kuenstlich eine Konkurrenzsituation zwischen den Geschlechtern geschaffen wird und obendrein die entstehenden Foerder- und Administrationskosten an die nachkommenden Generationen vererbt werden. Die Konkurrenzsituation wird systematisch und dauerhaft Geschlechterkonflikte in der Gesellschaft anheizen, weil Angehoerige der beiden Geschlechter 'gezwungen' sind, im Wettbewerb gegeneinander anzutreten, um Foerdergelder und Vorteile zu erlangen. Aber auch innerhalb der Geschlechter wird es Gerangel um Foerderungen und Vorteile unter verschiedenen Gruppen geben.

Die GM-Buerokratie ist dabei jene Instanz, an die der Bittsteller seine Forderungen zu richten hat und die entscheidet, ob und in welchem Ausmass diese erfuellt werden; der Machtmissbrauch durch die GM-Buerokratie ist damit systemimmanent, und da ausdruecklich saemtliche Massnahmen des Staates durch diese Buerokratie im Sinne des GM-Ansatzes zu pruefen sind, wird der zu erwartende Machtmissbrauch geradezu gigantisch sein. Wer dabei mitmacht, ist mitverantwortlich; egal, ob er es aus ehrlicher Ueberzeugung oder aus Opportunismus tut.

Wettbewerb ist eine feine Sache, wenn damit Effizienzsteigerungen oder neue Produkte, Erfindungen, Errungenschaften etc. erzielt werden, die letzten Endes allen irgendwie zugute kommen (wenn auch vielleicht nur indirekt), und solange eine gewisse Fairness dabei herrscht. Bei GM geht es aber gar nicht um solche Dinge: der Wettbewerb wird sich lediglich und ausschliesslich um die Gunst der GM-Buerokratie drehen, die auf dem Foerdergeldtopf hockt. Es ist wie bei einem Schoenheitswettbewerb, derjenige der sich am besten vor der Jury praesentieren kann, ist der Sieger. Im Unterschied zu einem Schoenheitswettbewerb, bei dem jedes Individuum selbst entscheiden kann, ob und in welcher Form es daran teilnehmen will, kann sich niemand den Auswirkungen von GM entziehen - jeder ist betroffen, ob er will oder nicht: entweder, wenn er seine Ansprueche durch die GM-Buerokratie befriedigt sehen will oder als Steuerzahler, der den ganzen Zauber finanzieren muss.

Von der EU gibt es mittlerweile kein Geld mehr für Jugendförderung, wenn keine Gender-Analyse durchgeführt wurde. Und auch bei neuen Gesetzen wird so etwas gefordert.

Und diese Gender-Analysen findest Du gut?

Wenn wir es jetzt verpennen, unser Recht auf Mitsprache und Beteiligung bei GM zu fordern, werden wir es nie mehr bekommen.

Naja, man muss ja nicht bei jedem Unfug mitmachen, und das 'nie' kaufe ich Dir in diesem Fall nicht ab...

Gruss

Maesi

Re: Nochmal Gender Mainstreaming

Texaco, Friday, 15.10.2004, 17:14 (vor 7783 Tagen) @ Bruno

Als Antwort auf: Nochmal Gender Mainstreaming von Bruno am 15. Oktober 2004 10:13:13:

Wer GM einfordert, der legitimiert es damit auch.

Das muß nicht weiter schlimm sein: Man spielt eben nach den geltenden Spielregeln. Einzelne Projekte können die Verwaltung von Schulen, Sozialem etc. auf ihre Regeln aufmerksam machen, und damit etwas für ihre konkreten Ziele erreichen. Solange sich Männer in dieser Demokratie nicht politisch organisiert haben, wird es keinen Widerstand gegen GM und Frauenförderung geben, und solange gibt es auch keinen Grund, auf das GM-Argument zu verzichten, wenn es einem nutzt. Nur sollte man nicht aus dem Blick verlieren, daß ersten GM ein Fluch und kein Segen ist, und zweitens die Abschaffung von GM ein Ziel ist, das durch das Sich-Berufen auf GM nicht konterkariert werden darf.

Wann wäre das der Fall? Wenn sich zuviele zu oft zu laut auf GM berufen haben. Die Gefahr sehe ich derzeit nicht. Das Problem sind nicht die wenigen Aktivisten, sondern die vielen Passivisten. Kritisch wird es, wenn es nicht mehr um die Argumentation gegenüber der auf GM verpflichteten Verwaltung geht, sondern um politische Forderungen. So läge z.B. die Forderung nahe, per Gesetz eine Quote für männliche Grundschullehrer einzuführen. Spätestens jetzt würde die Frage nicht mehr in Amtsstuben, sondern in der Öffentlichkeit verhandelt. Und dann ist Konsistenz wichtiger als der juristisch-taktische Erfolg. Wer dann verlangt, die Regeln der Frauenförderung auf Männer zu übertragen, kann hinterher nicht mehr die Frauenförderung als ungerecht kritisieren. Wenn auch nur eine einzige Männer-Quote eingeführt würde, wären alle Frauen-Quoten auf einen Schlag legitmiert und zementiert. Hier liegt eine Grenze dessen, was mit GM erreichbar ist, und sie zu überschreiten, würde sich rächen.

GM ist im übrigen keine harmlose Sache, sondern die bürokratische Institutionalisierung und Implementierung des totalitären Feminismus. Totalitär heißt hier, daß sich nichts, absolut nichts, dem Zugriff dieser Ideologie entziehen soll. Ob Jobvergabe, Lehrmethoden, ja sogar die Stadtplanung oder der Bau von Sportanlagen - alles soll bzw. wird bereits von Gender-Expertinnen vermessen und entschieden werden. Erst hieß es "Querschnittsaufgabe" in der Verwaltung, jetzt ist es GM, das juristische Einfallstor in die ganze Gesellschaft. Nachdem die krude Logik, die man von der Rechtfertigung der Quote kennt, „wenn es nur 10% Professorinnen gibt, dann zeigt das, dass Frauen benachteiligt werden“, allgemein akzeptiert ist, lässt sie sich mühelos auf jeden Bereich des Lebens übertragen. Die Folge: Es gibt überall Chefs beiderlei Geschlecht, und ihnen beigestellt weibliche Polit-Kommissarinnen. Bei wem wohl die Macht liegt?

GM ist ein Übel, das man bis zu einem bestimmten Punkt nutzen kann. Aber es bleibt ein Übel.

(Ich haben den langen Thread nicht verfolgt. Tut mir leid, wenn ich jetzt alte Argumente wiederhole.)

Re: Nochmal Gender Mainstreaming

Nick, Saturday, 16.10.2004, 00:39 (vor 7783 Tagen) @ Texaco

Als Antwort auf: Re: Nochmal Gender Mainstreaming von Texaco am 15. Oktober 2004 14:14:13:

Hi Texaco!

"Konsistenz [ist] wichtiger als der juristisch-taktische Erfolg. Wer verlangt, die Regeln der Frauenförderung auf Männer zu übertragen, kann hinterher nicht mehr die Frauenförderung als ungerecht kritisieren. Wenn auch nur eine einzige Männer-Quote eingeführt würde, wären alle Frauen-Quoten auf einen Schlag legitmiert und zementiert. Hier liegt eine Grenze dessen, was mit GM erreichbar ist, und sie zu überschreiten, würde sich rächen."

Genauso sehe ich das auch!

Nick

Re: Nochmal Gender Mainstreaming

Peter, Saturday, 16.10.2004, 01:25 (vor 7783 Tagen) @ Texaco

Als Antwort auf: Re: Nochmal Gender Mainstreaming von Texaco am 15. Oktober 2004 14:14:13:

Nur sollte man nicht aus dem Blick verlieren, daß ersten GM ein Fluch und kein Segen ist, und zweitens die Abschaffung von GM ein Ziel ist, das durch das Sich-Berufen auf GM nicht konterkariert werden darf.

Ich sehe es eher so, dass durch haeufiges Sich-Berufen auf GM diese erstens auch den Frauen als das buerokratische Monster erscheint, das es ist, und zweitens es seine Laecherlichkeit nicht ueberleben wird. Vom guten Soldaten heisst es ja auch, dass er einem schlechten Befehl gehorcht, weil er muss, aber es so tut, dass die Schlechtigkeit des Befehles deutlich wird.

Gruss,

Peter

Re: Nochmal Gender Mainstreaming

Jolanda, Saturday, 16.10.2004, 04:51 (vor 7783 Tagen) @ Peter

Als Antwort auf: Re: Nochmal Gender Mainstreaming von Peter am 15. Oktober 2004 22:25:58:

Und meine kleine knapp 160 cm grosse Kleinigkeit...ich finde diese ganzen Diskussionen um GM einfach ....wie soll ich das nun sagen....etwas, dass man erfunden hat, damit die ganz "Gescheiten" auch über die Problematik zwischen den Geschlechtern reden können und zwar so, dass es kompliziert wird und in so surealistische Gebiete abdriftet, dass ich mich manchmal frage, ob diese Menschen wirklich etwas verändern wollen oder ob sie einfach nur gerne darüber schreiben.

Ich weiss, ich weiss, die Jolanda...grinst...die versteht das eh nicht :-)

Nun ja, würde sie schon, wenn sie sich wirklich damit befassen würde, nur es ist ihr einfach zu abstrakt, zu theoretisch, zu undurchsichtig, zu überflüssig.

Egal, eigentlich unwichtig...schon fast "off topic" ...schmunzelt...aber nun haben wir auch darüber gersprochen ;-)

Ich wünsche euch ein schönes Wochenende.

Herzlicher Gruss
Jolanda

Nochmal Gender Mainstreaming

Chrissi, Sunday, 17.10.2004, 00:39 (vor 7782 Tagen) @ Jolanda

Als Antwort auf: Re: Nochmal Gender Mainstreaming von Jolanda am 16. Oktober 2004 01:51:52:

Und meine kleine knapp 160 cm grosse Kleinigkeit...ich finde diese ganzen Diskussionen um GM einfach ....wie soll ich das nun sagen....etwas, dass man erfunden hat, damit die ganz "Gescheiten" auch über die Problematik zwischen den Geschlechtern reden können und zwar so, dass es kompliziert wird und in so surealistische Gebiete abdriftet, dass ich mich manchmal frage, ob diese Menschen wirklich etwas verändern wollen oder ob sie einfach nur gerne darüber schreiben.
Ich weiss, ich weiss, die Jolanda...grinst...die versteht das eh nicht :-)
Nun ja, würde sie schon, wenn sie sich wirklich damit befassen würde, nur es ist ihr einfach zu abstrakt, zu theoretisch, zu undurchsichtig, zu überflüssig.
Egal, eigentlich unwichtig...schon fast "off topic" ...schmunzelt...aber nun haben wir auch darüber gersprochen ;-)
Ich wünsche euch ein schönes Wochenende.
Herzlicher Gruss
Jolanda

Sehe ich nicht so, Joly. GM erfüllt keinen Selbstzweck, sondern ist Mittel zum Zweck. Es geht ganz einfach darum, einer Gruppe von Menschen Privilegien zuzuschanzen, die Masse in seiner Gesamtheit zu blenden und der Gesellschaft eine feministische irrationale Sichtweise aufzuzwingen.
Man nennt es auch Manipulation.
Klar wollen diese Menschen etwas ändern, aber eben nicht zum Wohle der Allgemeinheit! Auch Du, Joly, solltest das Spiel mit gezinkten Karten langsam durchschauen. Es ist eben nicht off topic, sondern sehr wohl on topic. Es ist Teil einer perfiden Strategie mit der Zielsetzung den Mann zu versklaven, alles unter dem Deckmantel von GM. Otto Normalo denkt sich dabei völlig unbedarft "ja wenn es der Gerechtigkeit dient..."
Wir, die dieses Spiel durchschaut haben, dürfen eben nicht drüber hinwegsehen, sondern massiv dagegen vorgehen.

MFG
Chrissi

Re: Nochmal Gender Mainstreaming

Jolanda, Sunday, 17.10.2004, 04:51 (vor 7782 Tagen) @ Chrissi

Als Antwort auf: Nochmal Gender Mainstreaming von Chrissi am 16. Oktober 2004 21:39:09:

Hallo Chrissi

Mir ist schon bewusst, dass GM vor allen zu gunsten der Frauen benutzt wird. Deshalb ist es ja auch überflüssig, weil es eine Manipulation ist, die im Endeffekt nur dem einen Geschlecht zu gute kommt.

Wenn du dagegen ankämpfen willst, meinen Segen hast du, meine ich ernst.

Ich gehe insofern mit dir konform, dass wenn es GM eben gibt und es auch so gezielt eingesetzt wird, dass man dann wohl dagegen ankämpfen muss und sich wehren.

Aber ich erachte es immer noch als überflüssig, in dem Sinne, ich finde, das müsste es nicht geben.

Aber weisst du, ich bin ein sehr emotionaler Mensch. Ich lebe wirklich mit dem Herzen. Ich gehe auch alles damit an und ich gehe auch so auf die Menschen zu. Ich brauche diese GM-Kacke, verzeiht mir, ich brauche die einfach nicht.

Zudem, in diesem Thema verlieren sich die Menschen immer in allen Ecken. Ich habe manchmal das Gefühl, die wirklichen Probleme, die geraten dabei total in den Hintergrund.

Ich bin eben eher für praktisches Handeln und nicht für theoretisches Reden geeignet.

Zudem, ganz ehrlich, meine Meinung dazu ist hier wohl wirklich "off topic", das habe ich damit gemeint...schmunzelt...weil ich mir sehr wohl bewusst bin, dass ich einfach zu wenig Bezug habe zu diesem ganzen GM-Salat. Ich kann nicht wirklich mitreden, nicht vom Thema her, nur vom Gefühl her, meine Meinung ist von daher wirklich sehr, sehr subjektiv und eigentlich viel zu emotional für dieses Forum ;-)

Herzlicher Gruss
Jolanda

Re: Nochmal Gender Mainstreaming

Odin, Sunday, 17.10.2004, 17:53 (vor 7781 Tagen) @ Jolanda

Als Antwort auf: Re: Nochmal Gender Mainstreaming von Jolanda am 17. Oktober 2004 01:51:37:

Ich komme bei diesem GM Gerede nicht ganz mit.
Die Frage ist doch nicht, ob wirs brauchen oder nicht, die Frage ist, ob wirs in unserem Interesse zu nutzen verstehen.
GM wurde nicht von uns beschlossen, aber es WURDE beschlossen. Jetzt können wir beleidigt sein und Schnute ziehen, oder das positive daraus - nämlich, daß es geschlechtsneutral formuliert ist - in unserem Sinne nutzen.

Re: Nochmal Gender Mainstreaming

Jolanda, Monday, 18.10.2004, 05:04 (vor 7781 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Re: Nochmal Gender Mainstreaming von Odin am 17. Oktober 2004 14:53:21:

Lieber Odin

Vielleicht bin ich hier wirklich zu "einfach". Weisst du, ich tue viel, einfach in meinem realen Umfeld, bei meinen Töchtern, meinen Freundinnen, damit die begreifen, was heute so abläuft und dass wir Frauen uns so einfach unser eigenes Unglück zu Wege schaufeln.

Aber ich brauche dazu keine solche GM-Diskussionen. Wir müssen endlich aufwachen, erst mal begreifen, was überhaupt abläuft. Wo wir hingedriftet sind. Das ist verdammt viel Arbeit, ich sage es dir, nun ja, was sage ich das dir, ich glaube, du weisst das selber sehr gut.

Auf jedenfall glaube ich, dass es wichtig, dass man im realen Leben die ganzen Ahnungslosen, Ignoraten, dass man denen vor Augen hält, was so abgeht zwischen Mann und Frau. Wie Männer in den Medien präsentiert werden, wie Männer heute teilweise über die Liebe, das Heiraten, Kinder kriegen, wie die darüber denken.

Ich bin wirklich in meinem Innersten erschüttert, wenn ich lese wie Männer teilweise über Frauen schreiben. Da ist nur noch Verachtung, nur noch eine herablassende, kalte, bösartige Art übrig geblieben.

Es erschüttert mich, dass es so weit gekommen ist. Und ich werde nicht tatenlos zusehen, wie Mann und Frau anfangen, sich bis aufs Blut zu bekämpfen und nur noch schlecht zu reden.

Ich möchte nicht in einer Welt ohne Liebe leben. Ich will keine Welt, wo es nur ums freie Bumsen geht, möglicht ohne irgendwelche Verantwortung mit einer Frau bumsen, denn sonst braucht man sie ja zu nichts. So weit sind wir Odin.

Auch wenn ich viel verstehen kann, auch wenn ich nicht mal böse werden kann, ob solcher Aussagen, weil ich mir viel zu bewusst bin, dass das schon Gründe hat. Trotzdem, es trifft mich tief, dass so etwas geschehen konnte, dass wir das alle zugelassen haben.

Ihr Männer genauso, wie wir Frauen.

Und hier setze ich an.

Jedem seinen Weg. GM wird nie etwas sein, wo ich mich vertiefen werde, ich werde aber niemanden ablehnen, wenn er es tut. Darum geht es auch nicht. Ich will nicht die Menschen bewerten, die dafür oder dagegen sind, ich kann mit diesem ganzen GM-Salat einfach rein überhaupt gar nichts anfangen.

Es grüsst dich
herzlichst
Jolanda

Re: Nochmal Gender Mainstreaming

Nick, Monday, 18.10.2004, 09:58 (vor 7781 Tagen) @ Jolanda

Als Antwort auf: Re: Nochmal Gender Mainstreaming von Jolanda am 18. Oktober 2004 02:04:18:

Liebe Jolanda,

ich schreib dir hier mal auf, warum ich so prinzipiell gegen Gender-Mainstreaming eingestellt bin - und warum ich es (leider) für so wichtig halte, sich ein klares Urteil darüber zu bilden. Warum also auch die Diskussion darüber meiner Ansicht nach so eminent wichtig ist.

GM ist nicht deshalb abzulehnen, weil es nur die Frauen bevorzugen würde. Das ist in der Tat formal nicht so. Es ist wirklich geschlechtsneutral formuliert. Aber darin liegt überhaupt nichts Positives. Es ist dennoch (bzw. gerade deswegen) ein Mittel, den Geschlechterkrieg noch weiter anzuheizen, ihn gewissermaßen von Staats wegen zum ideologischen Hauptprojekt für jeden einzelnen Bürger zu machen, ob der nun will oder nicht, indem einfach alle Intimbeziehungen restlos bürokratisiert, "gemessen", "geregelt" und gesetzlich "administriert" werden und die Liebe so zu einem öffentlichen Zankobjekt unter staatlicher Oberaufsicht pervertiert wird.

Das würde für die allermeisten Menschen das endgültige Ende der Liebe bedeuten, ja des Privaten überhaupt. Der Gedanke ist dermaßen monströs und atemberaubend unverschämt, daß es für mich einfach keine Alternative gibt, als gegen diese Endform der "Politisierung des Privaten", wie sie sich die linken Durchmaschierer seit Jahrzehnten erträumen, Sturm zu laufen!

"Feminismus" ist dagegen sozusagen nur ein kleines Vorgeplänkel gewesen. Es geht bei GM erkennbar um viel mehr: Macht und Kontrolle über jede Lebensäußerung, selbst noch und gerade im innersten Kern des Privaten, zu erlangen. Die verlogenen Phrasen von Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit sollen einen bloß nicht täuschen und hinters Licht führen.

Denk doch mal nach: Jede staatliche Maßnahme soll auf ihre Auswirkungen auf die Beziehungen der Geschlechter untersucht werden? Das heißt doch im Klartext nichts anderes, als daß umgekehrt jede intime Beziehung zum Gegenstand staatlicher Kontrolle wird und damit entsprechende bürokratische "Maßnahmen" legitimiert.

Was das konkret bedeutet, kann ich beruflich jeden Tag am Beispiel der realen Praxis beim sog. 'Gewaltschutzgesetz' studieren. Das ist schließlich auch "geschlechtsneutral formuliert". GM ist in seiner perfiden ideologischen Heimtücke totalitärer als alle bisherigen Versuche, das menschliche Individuum in den Griff zu bekommen und seine Personalität vollkommen zu brechen. Den Männern, die es mit dem Gewaltschutzgesetz zu tun bekommen (und die mehrheitlich absolut keine "Schläger" sind!), erleiden das heute schon, ähnlich wie die abgezockten und entsorgten Väter, nur noch stiller und demütigender, unter dem allgemeinem "Applaus der Leute", die ja mehrheitlich ganz treuherzig denken, daß mit diesem Gesetz etwas sehr Gutes erreicht wird: "die armen Frauen beschützen".

GM bedeutet, Irrsin solcher Art zur allgemeinen Regel zu machen und die Leute dazu zu bringen, das dennoch für "gerecht", "fortschrittlich", "frei" und sonstwas zu halten. Der Mensch ist dazu fähig, den allergrößten Unsinn für "prima" zu halten, wenn man es nur oft und eindringlich genug behauptet, für entsprechende (mediale!) "Stimmung" sorgt und ab und zu kleine Zuckerstückchen unters meinende, findende und jubelnde Volk wirft. Man wird vergessen bzw. gar nicht erst durchschauen, wer eigentlich der wahre Verursacher des Zwists ist, in dem man sich dauernd befindet, sondern "brav" die Ehefrau / Freundin / Mann /Geliebten etc... als den bösen Feind betrachten, der an allem Elend schuld ist. Eine Art Hexenwahn also, bei dem keiner mehr durchblickt, wie er eigentlich entstanden ist und warum es bloß pötzlich überall soviele hexerische Bedrohungen gibt, die nichts als Panik erzeugen, überall auf der Welt und sogar im allerengsten persönlichen Kreis...

Kann man sich bei solchen Aussichten trotzdem auf GM beziehen, wenigstens taktisch, um es "im eigenen Sinne auszunutzen", wie manche hier meinen? Jeder taktische Umgang damit müßte dann aber auch die hinterhältige Herrschaftsintention dieses Ideologiekonstruktes immer glasklar berücksichtigen. Gerade da bin ich aber mehr als bloß skeptisch. Die Erfahrung lehrt mich, daß der Freiheitsdrang der Menschen höchst unterschiedlich entwickelt ist. Es gibt immer genügend Leute, die eine "Erleichterung ihrer Sklaverei" als völlig ausreichend betrachten, weil sie sich sowieso gerne unterwerfen, wenn sie sich nur einen Vorteil davon ausrechnen. Genau denen erscheint dann notwendigerweise jeder, der die Kontrolle seines Privatlebens überhaupt und rundweg ablehnt, als "Verräter", der ihnen ihre schönen Onkel-Tom-Erfolge ruiniert. GM trägt also von Beginn an auch dieses Element der Spaltung in sich.

Meine Parodie über das "Atem-Ministerium" habe ich keineswegs zur sinnfreien, allgemeinen Erheiterung geschrieben, sondern als ganz ernste Warnung und Analogie, wohin die Reise im Kern gehen soll. Liebe ist genauso intim und persönlich, wie das Atmen. Deswegen braucht es bei beidem keine staatlichen "Regelungen". Das gälte es also wohl doch alles sehr sorgfältig zu durchdenken, oder nicht? Sonst endet man tatsächlich am Ende als "Onkel Tom" - auch wenn man das gar nicht beabsichtigt hat.

Den allerwenigsten hier will ich natürlich eine bewußte, hinterhältige Absicht unterstellen, wenn sie sich nun auf GM einlassen möchten und sich etwas davon versprechen. Aber ich möchte auch die gerne davon überzeugen, warum man das vielleicht besser lassen sollte.

Mehr kann ich hier ja ohnehin nicht tun, als zu warnen und darzulegen, aus welchen Gründen ich das so sehe. Am Ende handelt sowieso jeder, wie er eben meint und findet. Also braucht man sich darüber nun wirklich nicht zu beklagen, daß ich GM so fundamental kritisiere. Die "Freiheit", sich freiwillig auszuliefern und den Gender-Study-Bürokraten in ihre Allmachtsansprüchen zu unterwerfen, die ist ja dadurch für keinen eingeschränkt.

Das "darf" jeder!
In der Tat...

Ganz liebe Grüße
vom Nick

Re: Nochmal Gender Mainstreaming

Jolanda, Monday, 18.10.2004, 19:00 (vor 7780 Tagen) @ Nick

Als Antwort auf: Re: Nochmal Gender Mainstreaming von Nick am 18. Oktober 2004 06:58:31:

Lieber Nick

Du bist der einzige hier, der mich wirklich kennt. Du weisst wer ich bin, wir haben schon stundenlang miteinander diskutiert.

Deshalb hast du wohl auch besonders viel Geduld mit mir ;-)

Mir leuchtet das ja auch ein, was du schreibst. Du weisst aber auch, dass ich immer versuche, niemanden zu veruteilen, auch wenn er ganz anders denkt, ich werfe dann zwar meine sentimentalen Einwände hier ins Forum, aber ich will niemanden knebeln und verurteilen.

Ich versuche immer identisch zu sein, ehrlich zu sagen, wie ich empfinde, auch auf die Gefahr hin, dass die Männer hier den Kopf schütten, ob soviel weiblichem, sentimentalem Geschreibsel ;-)

Du weisst auch, dass uns viel verbindet, wir aber beide nicht das Gefühl haben, wir müssten uns immer in allem einig sein. Wir gehen manchmal verschiedene Wege und das ist auch gut so.

Auf jedenfall werde ich darüber nachdenken, ich bin ja lernfähig. Ich werde aber weiterhin den einzelnen Menschen betrachten und nicht in erster Linie seine Aeusserungen zu gewissen Themen. Ich bin nun mal so und ich kann als Frau hier einfach etwas tun, was mir wichtig erscheint.

Ich kann ehrlich sein und versuchen zu verstehen, was in euch vorgeht, was euch wütend macht, was euch verletzt, was es ist, was Frustration und Wut in euch hoch steigen lässt.

Ich schreibe oft, dass mich gewisse Aussagen tief betroffen machen, aber nicht mal diese Aussagen verusachen Wut oder Ablehnung in mir, weiss ich doch einfach zu gut, dass wir Frauen selber Schuld sind, dass es so weit gekommen ist.

Ich kann die Welt nicht verändern, ist schon klar. Aber ich kann versuchen, eben auf meine ganz eigene, wenn auch unkonventionelle Art, etwas dazu beizutragen, dass die Menschen erkennen, dass wir völlig abgedriftet sind und dass wir die Achtung gegenüber Männern oft mit furchtbarer Arroganz in den Boden stampfen.

Tut ihr es so, wie ihr es für richtig hält. Ich bin eine Frau, zudem noch eine sehr emotionale, ich finde, die Toleranz, die man mir hier entgegenbringt die ist wirklich gross. Ich habe keinen Grund mich zu beklagen.

Und ich will keinem vorschreiben, wie er seinen Weg gehen soll, auch wenn ich manchmal persönlich und eben sehr subjektiv eure Aussagen hinterfrage, so heisst das noch lang nicht, dass ich Recht habe und ihr nicht.

Ich bin gerne bereit dazuzulernen, deswegen bin ja hier, nur ich werde wohl immer ein bisschen eine "Träumerin" für euch bleiben ;-)

Das macht aber nichts, ich muss hier keine Superfrau sein, von denen gibt es genug, die diesen Anspruch an sich stellen.

Ebenfalls einen
ganz besonders lieben
Gruss an dich
schickt dir
Jolanda

Re: Nochmal Gender Mainstreaming

Sven75, Monday, 18.10.2004, 13:26 (vor 7780 Tagen) @ Jolanda

Als Antwort auf: Re: Nochmal Gender Mainstreaming von Jolanda am 18. Oktober 2004 02:04:18:

Ich bin wirklich in meinem Innersten erschüttert, wenn ich lese wie Männer teilweise über Frauen schreiben. Da ist nur noch Verachtung, nur noch eine herablassende, kalte, bösartige Art übrig geblieben.

Hallo Jolanda,

falls du damit mich meinst:

Ja, bisweilen übermannt mich in der Tat die Wut und bringt mich dazu, Frauen nur Verachtung entgegenzubringen. Wobei ich das allerdings nie auf "die Frauen" als homogene Masse projiziere. Ich kenne durchaus viele Frauen, die allesamt vernünftige, freundliche und ehrbare Menschen sind, zu denen ich auch gute Freundschaften pflege. Nur: Diese Frauen sind allesamt wesentlich älter als ich - aber gerade deshalb für mich ein Merkmal heutiger Entwicklungen. Und darunter sind sehr wohl Frauen, die für ihre Rechte eintreten.

Was mich zum Empfinden solcher Verachtung gebracht hat, sind auch nicht die vielen schlechten Erfahrungen mit Frauen. Die sind mannigfaltig vorhanden, führen aber immer wieder auf die gleichen Gründe zurück. Ich hatte vor einiger Zeit in meinem Posting darauf hingewiesen, dass die heutigen jungen Frauen die Männer nur ausbeuten und betrügen wollen. Doch auch das kann ich nur indirekt diesen Frauen anlasten. Tatsache ist nämlich, dass ihnen niemals jemand gesagt hat, dass so etwas kein ehrhaftes Verhalten ist. Weder die Freunde noch die eigenen Eltern haben ihnen ihre Grenzen gezeigt, aus Angst wegen irgendwelcher Vorwürfe angeklagt zu werden. Und jetzt, wo sie erwachsen sind, wird dann politisch korrekt jeder, der ihnen Grenzen zeigt, als "Frauenfeind" abgeurteilt und damit ist das eigene, kindhafte Weltbild wieder in Ordnung.

DAS ist die Mutter allen Übels. Die Kinder werden in einem Bewußtsein groß, das sich stark gewandelt hat und es ist niemand da, der ihnen was anderes sagt, der ihnen sagt, wie es früher war. Alleinerziehende Mütter neigen eher noch dazu, die Tochter zielgerichtet zu einem solchen ausnutzenden Wesen zu erziehen, damit sie selbst nicht ausgenutzt werden kann. Das Ergebnis davon kann ich immer wieder und wieder bei den Jüngeren beobachten. Jungs und Mädels giften sich gegenseitig an mit Kommentaren wie "Die Frauen/Männer muß man verarschen". 14-jährige Jungs weigern sich, in Discos zu gehen, weil dort Frauen verbilligt reinkommen und sehen den Wehrdienst als alleinige Maßnahme zur Männerdiskriminierung.

Und dann stellen mir solche Jungs die Frage, warum sie mit Frauen eine Familie gründen sollten, wo diese doch eigentlich ihre größten Feinde sind. Sie sind in einem Zwiespalt, auf den auch ich keine Antwort geben kann. Und sie wissen nicht, wie es dazu gekommen ist, sie können es nicht verstehen. Zwischen den Geschlechtern gibt es kein Vertrauen mehr.

Nein, Jolanda, auch ich will keine Welt ohne Liebe. Auch ich habe einst gutmütig versucht, dieser immer wieder eine Chance zu geben, auf das Gute im Menschen zu vertrauen und war einst der Ansicht, in einem Rechtsstaat zu leben, wo es faire Gesetze gibt. Diese naiven Vorstellungen wurden allerdings schon vor langer Zeit nachhaltig und gründlich zerstört. Die Wahrheit ist niederschmetternd, aber leider real. Und ich habe keine Lust mehr, darum zu kämpfen, den Menschen bessere Ideale nahezubringen. Wozu auch? Unsere größten Feinde sitzen in den eigenen Reihen. Die Männer werden sich nie solidarisieren und so nie einen Gegenpol zum ausufernden Feminismus bilden. Noch weniger werden sich je Männer und Frauen solidarisieren, um einen Gegenpol zur Einmischungspolitik ins Private zu bilden. Die einzige Lösung für mich wäre, dieses Land samt seiner verlogenen und verdorbenen Bevölkerung zu verlassen - aber dafür habe ich leider nicht die nötigen Voraussetzungen. Noch nicht.

Und wenn ich dann Berichte lese von neuen Männerdiskriminierungen, von Kindstötungen seitens der Mütter, die als Kavaliersdelikte abgetan werden, von Urteilen, in denen die Frauen natürlich für nichts und niemanden zur Verantwortung gezogen werden können, ja, dann werde ich in der Tat wütend und dann macht sich Hass und Verachtung in mir breit. Nicht zwangsläufig gegen "die Frauen", aber wohl gegen die Genderfeministen und Geschlechterpolitik in diesem und anderen Ländern im allgemeinen.

Und diese Emotionen lasse ich dann auch zu. Im Gegensatz zu dem Getöse in Politik und Medien sind die nämlich wesentlich ehrlich.

Liebe Grüße,
Sven

Re: Nochmal Gender Mainstreaming

Jolanda, Monday, 18.10.2004, 14:45 (vor 7780 Tagen) @ Sven75

Als Antwort auf: Re: Nochmal Gender Mainstreaming von Sven75 am 18. Oktober 2004 10:26:29:

Lieber Sven

Ich habe keinen einzigen Moment an dich gedacht, ganz ehrlich nicht. Ich finde nicht, dass du immer nur schlecht schreibst über die Frauen. Du schreibst nur auf, was du erlebst.

Ueberhaupt, ich meine nur ganz wenige damit, die allermeisten hier, die schreiben zwar nüchtern, aber wir sind ja nicht hier um die Frauen zu huldigen. Wir sind hier, um aufzuzeigen, was alles falsch läuft.

Und es läuft verdammt viel falsch und Männer müssen sich heute einfach tagtäglich die grössten Unverschämtheiten gefallen lassen. Und trotzdem, fast alle hier wären froh, wenn sich das ändern würde. Sie kämpfen nur für eine gerechte Beziehung von Mann und Frau.

Nein, ich rede hier von Männern, die immer und allgemein und wirklich gezielt verachtend über Frauen schreiben. Und wie gesagt, das sind ganz, ganz wenige.

Es ist ein Unterschied, ob man kritisch anklagt und aufzeigt, was die Frauen sich alles leisten und wie sie ihren Egoismus auskosten oder ob man voller Verachtung alle Frauen aufs "Bumsen" reduziert, weil man der Meinung ist, zu etwas anderem seien sie eh nicht zu gebrauchen, zu was anderem braucht der Mann ja auch keine Frau. Das finde ich verächtlich und verletzend.

Aber so etwas hast du noch nie gesagt und die meisten hier, die sagen so etwas auch nie. Es gibt keinen Grund, dass du dich mir erklären musst Sven, ich habe wirklich nicht eine Sekunde an dich gedacht als ich das schrieb.

Und dass du dazu Stellung beziehst und dir sogar noch die Mühe nimmst, mir das zu erklären, obwohl du das nicht müsstest, denn du hast genug Gründe so zu denken, wie du denkst, das zeigt eben ganz klar, dass du im Grunde genommen auch möchtest, dass wir uns nicht gegenseitig zerfleischen und hinter deinen Aussagen steht nicht diese abgrundtiefe Verachtung.

Es grüsst dich
herzlichst
Jolanda

Re: Nochmal Gender Mainstreaming

Arne Hoffmann, Monday, 18.10.2004, 14:55 (vor 7780 Tagen) @ Sven75

Als Antwort auf: Re: Nochmal Gender Mainstreaming von Sven75 am 18. Oktober 2004 10:26:29:

Was mich zum Empfinden solcher Verachtung gebracht hat, sind auch nicht die vielen schlechten Erfahrungen mit Frauen. Die sind mannigfaltig vorhanden, führen aber immer wieder auf die gleichen Gründe zurück. Ich hatte vor einiger Zeit in meinem Posting darauf hingewiesen, dass die heutigen jungen Frauen die Männer nur ausbeuten und betrügen wollen. Doch auch das kann ich nur indirekt diesen Frauen anlasten. Tatsache ist nämlich, dass ihnen niemals jemand gesagt hat, dass so etwas kein ehrhaftes Verhalten ist. Weder die Freunde noch die eigenen Eltern haben ihnen ihre Grenzen gezeigt, aus Angst wegen irgendwelcher Vorwürfe angeklagt zu werden. Und jetzt, wo sie erwachsen sind, wird dann politisch korrekt jeder, der ihnen Grenzen zeigt, als "Frauenfeind" abgeurteilt und damit ist das eigene, kindhafte Weltbild wieder in Ordnung.

Ja, ich denke, das ist der Punkt. Der Vulgärfeminismus hat den Frauen wieder und wieder eingetrichtert:
- "Ihr Frauen seid über Jahrtausende hinweg benachteiligt worden, also ist es nur fair, wenn jetzt die Männer leiden."
- "Habt kein Mitleid mit Männern, denen es schlecht geht, sondern konzentriert euch besser darauf, wie ihr in tausenden von Feldern immer noch Opfer seid. Wenn euch keine tausende von Feldern einfallen, dann denkt an die Frauen im Mittelalter oder im hinteren Hindukusch. Denkt auf keinen Fall an eure eigenen Männer. Denen geht´s im Zweifel immer noch gut genug, und wenn sie anderes behaupten, nennt sie Jammerlappen und straft sie mit Verachtung."
- "Es ist eine typisch männliche Eigenschaft, rücksichtslos seine Ellbogen einzusetzen, und die Männer haben Erfolg damit. Es ist also nur fair, wenn ihr dasselbe tut, um auch Erfolg zu haben. Böse Mädchen kommen überall hin."
- "Zur modernen Frau gehört Freiheit, und wer Verantwortung für sein Handeln übernimmt, kann niemals richtig frei sein."

Insofern ist der Vulgärfeminismus tatsächlich eine Ideologie des Hasses und hat eine ganze Brut von Frauen erzeugt, die sich in ihrem feindseligen Selbstmitleid nur um sich selber drehen. Die Frauen, die mehr auf Verständigung der Geschlechter aus sind, werden von ihnen angepöbelt und beschimpft. Alles erlebt, gerade in diesen Internet-Genderforen hier.

Re: Nochmal Gender Mainstreaming

Freeman, Monday, 18.10.2004, 21:53 (vor 7780 Tagen) @ Arne Hoffmann

Als Antwort auf: Re: Nochmal Gender Mainstreaming von Arne Hoffmann am 18. Oktober 2004 11:55:41:

Insofern ist der Vulgärfeminismus tatsächlich eine Ideologie des Hasses und hat eine ganze Brut von Frauen erzeugt, die sich in ihrem feindseligen Selbstmitleid nur um sich selber drehen. Die Frauen, die mehr auf Verständigung der Geschlechter aus sind, werden von ihnen angepöbelt und beschimpft. Alles erlebt, gerade in diesen Internet-Genderforen hier.

Hallo Arne,

treffend auf den Punkt gebracht. Kann ich in insgesagt echt "unterschreiben"

Achim

Re: Nochmal Gender Mainstreaming

Chrissi, Sunday, 17.10.2004, 22:58 (vor 7781 Tagen) @ Jolanda

Als Antwort auf: Re: Nochmal Gender Mainstreaming von Jolanda am 17. Oktober 2004 01:51:37:

Hallo Chrissi
Mir ist schon bewusst, dass GM vor allen zu gunsten der Frauen benutzt wird. Deshalb ist es ja auch überflüssig, weil es eine Manipulation ist, die im Endeffekt nur dem einen Geschlecht zu gute kommt.
Wenn du dagegen ankämpfen willst, meinen Segen hast du, meine ich ernst.
Ich gehe insofern mit dir konform, dass wenn es GM eben gibt und es auch so gezielt eingesetzt wird, dass man dann wohl dagegen ankämpfen muss und sich wehren.
Aber ich erachte es immer noch als überflüssig, in dem Sinne, ich finde, das müsste es nicht geben.
Aber weisst du, ich bin ein sehr emotionaler Mensch. Ich lebe wirklich mit dem Herzen. Ich gehe auch alles damit an und ich gehe auch so auf die Menschen zu. Ich brauche diese GM-Kacke, verzeiht mir, ich brauche die einfach nicht.
Zudem, in diesem Thema verlieren sich die Menschen immer in allen Ecken. Ich habe manchmal das Gefühl, die wirklichen Probleme, die geraten dabei total in den Hintergrund.
Ich bin eben eher für praktisches Handeln und nicht für theoretisches Reden geeignet.
Zudem, ganz ehrlich, meine Meinung dazu ist hier wohl wirklich "off topic", das habe ich damit gemeint...schmunzelt...weil ich mir sehr wohl bewusst bin, dass ich einfach zu wenig Bezug habe zu diesem ganzen GM-Salat. Ich kann nicht wirklich mitreden, nicht vom Thema her, nur vom Gefühl her, meine Meinung ist von daher wirklich sehr, sehr subjektiv und eigentlich viel zu emotional für dieses Forum ;-)
Herzlicher Gruss
Jolanda

Hallo,

ich glaube Dir, dass Du diese GM-Kacke nicht brauchst, aber sie ist nunmal Fakt. Da können wir zehnmal einen Kopfstand machen und diese Kacke ist immer noch da! Ich hatte da bei Dir einen gewissen Idealismus herausgelesen und wollte Dich auf den harten Boden der Realität zurückholen ;-)))

Deine Meinung sei Dir unbenommen. Das Herz macht oft intuitiv das Richtige und Emotionen schaden der Sache auch nicht, sofern sie im Zaum gehalten werden. Ich möchte nur nicht, daß im Forum der Eindruck entsteht, man könne damit leben weil es überflüssig ist. Viel zu lange haben die Männer weggeschaut und einen Frosch nach dem anderen geschluckt. Jetzt haben wir als Resultat unhaltbare Zustände. Der Karren steckt tief im Sumpf. Den da herauszuholen wird eine Mammutaufgabe!

MFG
Chrissi

Re: Nochmal Gender Mainstreaming

Jolanda, Monday, 18.10.2004, 05:48 (vor 7781 Tagen) @ Chrissi

Als Antwort auf: Re: Nochmal Gender Mainstreaming von Chrissi am 17. Oktober 2004 19:58:07:

Hallo Chrissi

Ich hatte da bei Dir einen gewissen Idealismus herausgelesen und wollte Dich auf den harten Boden der Realität zurückholen ;-)))

--- hier musste ich grinsen...da bist du nicht der einzige....aber glaube mir einfach, ich kenne den harten Boden der Realität....in vielerlei Hinsicht.

Dass ich trotzdem eine "penedrante" Optimistin bleibe, das fordert oft ganz schön heraus...ich weiss ;-)

Herzlicher Gruss
Jolanda

Re: Nochmal Gender Mainstreaming

Eugen Prinz, Saturday, 16.10.2004, 13:13 (vor 7782 Tagen) @ Texaco

Als Antwort auf: Re: Nochmal Gender Mainstreaming von Texaco am 15. Oktober 2004 14:14:13:

>Wer GM einfordert, der legitimiert es damit auch.
Wer dann verlangt, die Regeln der Frauenförderung auf Männer zu übertragen, kann hinterher nicht mehr die Frauenförderung als ungerecht kritisieren. Wenn auch nur eine einzige Männer-Quote eingeführt würde, wären alle Frauen-Quoten auf einen Schlag legitmiert und zementiert.
GM ist im übrigen keine harmlose Sache, sondern die bürokratische Institutionalisierung und Implementierung des totalitären Feminismus. Totalitär heißt hier, daß sich nichts, absolut nichts, dem Zugriff dieser Ideologie entziehen soll.
GM ist ein Übel, das man bis zu einem bestimmten Punkt nutzen kann. Aber es bleibt ein Übel.

Dem Vorgenannten stimme ich weitgehend zu. Offensichtlich gibt es in dieser Frage eine Art "Fundi-Realo" Konflikt, also Männer, die GM grundsätzlich ablehnen, und solche, die bereit sind GM aus pragmatischen Gründen auszusnutzen. Solange die "Fundis" nichts besseres anzubieten haben, zähle ich mich zu den Realos. Aber ich beteilige mich gerne an jeder sinnvollen Initiative, die auf eine Abschaffung des GM hinauslaufen soll.

Aber noch dies. Du schreibst:

"Wer dann verlangt, die Regeln der Frauenförderung auf Männer zu übertragen, kann hinterher nicht mehr die Frauenförderung als ungerecht kritisieren."

Warum nicht? Wenn Frauenförderung ungerecht ist, bleibt sie ungerecht, auch wenn ich mehr Männer in der Grundschule fordere. Das ist doch kein Widerspruch. Da offenbart sich auch eines unserer Probleme, wie auch in Sätzen: "Wer GM einfordert, der legitimiert es damit auch."

Diese zwanghaft formale Logik sollten wir uns schleunigst abgewöhnen und zu einer inhaltlichen Logik übergehen. Für FeministInnen sind widersprüchliche oder Maximalforderungen überhaupt kein Problem. Da können wir noch was lernen.

Wenn wir "sauber" bleiben wollen, dann lassen wir das Ganze besser,

meint Eugen

Gender Mainstreaming - oder die Probleme einer Wohlstandsgesellschaft

Sven, Friday, 15.10.2004, 18:02 (vor 7783 Tagen) @ Bruno

Als Antwort auf: Nochmal Gender Mainstreaming von Bruno am 15. Oktober 2004 10:13:13:

"Gender Mainstreaming" ist nur ein Thema für völlig verkopfte Wohlstandsgesellschaften und
wir sind gerade mächtigst bemüht, den dafür notwendigen finanziellen Status loszuwerden ...

Und wenn wir das "geschafft" haben, danach, ist "Gender Mainstreaming" auch bei uns KEIN Thema mehr.

Re: Nochmal Gender Mainstreaming

Max, Sunday, 17.10.2004, 00:55 (vor 7782 Tagen) @ Bruno

Als Antwort auf: Nochmal Gender Mainstreaming von Bruno am 15. Oktober 2004 10:13:13:

Lieber Bruno,

Dass aber GM nur als Frauenfördermittel missbraucht wird, daran seit auch ihr Schuld, weil ihr GM den Feministinnen willig und kampflos überlasst.

...ich bin nie schuld, wenn jemand anderes einen Missbrauch begeht.

Ihr müsst lernen eure legitime Beteiligung an der Geschlechterpolitik mit Nachdruck zu fordern, nicht den Frauen klein beigeben und ihnen alles überlassen. Weil ihr das letztere tut, entscheiden heute Frauen über Männerangelegenheiten.

...ich erkenne einen Scheissdreck auch dann nicht als Toblerone an, wenn mir der Umstand, dass andere es tun, schadet.

Gruss

Max

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