Männer im Kindergarten
Folgender Text ist aus einem der Frühwerke feministischer Literatur zum Thema "Mädchenpädagogik", allerding ein kleiner Exkurs über Männer in der Erziehung. Das Buch ist von Elena Gianini aus dem Jahr 1975.
In Deutschland kam es unter dem Titel: "Was geschieht mit den kleinen Mädchen?" auf den Markt, vertrieben vom Verlag Frauenoffensive.
Unten stehende Äußerungen wurden aber von den deutschen Radikalfeministinnen im Nachwort gerügt, weil sie gegen Männer in der Vorschulerziehung waren.
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Ein weiteres Beispiel: drei junge Sozialarbeiter verbrachten einen Studienaufenthalt in einem Kindergarten, da sie sich daraus eine Orientierungshilfe für ihren späteren Beruf versprachen. Die drei jungen Männer blieben jeweils nacheinander zwei Monate lang im Kindergarten und wurden von den Kindern im Alter von zwei bis sechs Jahren begeistert aufgenommen. Vorher hatten die Bezugspersonen schon festgestellt, dass " bei den Kindern die Anwesenheit von Männern, die aus irgend einem Grund im Kindergarten zu tun haben, enormes Interesse auslöst ": Postboten, die Pakete bringen, Glaser, die zerbrochene Fenster auswechseln, Klempner, die kaputte Wasserhähne oder Klos reparieren,, Elektriker, die eine Leitung reparieren, Der " Mann vom Kino ", der die Filme vorführt und so weiter. Da wurden " der Schleifer, der Glaser, der Schuhmacher eingeladen, den Kindern ihre Arbeit vorzuführen, ebenso wie Musiker: Klavierspieler, Flötisten, Geiger und andere ".
" Für die Schüler in unserem Kindergarten gehören die Männer, die kamen, immer zwei Kategorien an: sie haben einen Beruf, oder sie sind Väter. " Im Fall der jungen Sozialarbeiter dagegen hatten diese für sie keinen besonderen Beruf, sie kümmerten sich einfach um die Kinder, was diese mit großem Erstaunen und Entzücken registrierten. Die Chronik dieses Ereignisses kann besser als jeder Kommentar den guten und tief greifenden Einfluss schildern, den die Anwesenheit von männlichen Bezugspersonen auf die Gemeinschaft von kleinen Kindern hat: " Allein die Anwesenheit eines Mannes in unserer Gruppe schien die Tatsache zu fördern, dass sich einige Kinder öffneten. Wir mussten uns einfach vorstellen, was geschehen wäre, wenn diese jungen Männer richtig vorbereitete und ausgebildete Bezugspersonen gewesen wären. Vom ersten Tag, von der ersten Frühstückspause an bemerkten wir, dass die Kinder, die 1000 Vorwände erfanden, um den Mann immer wieder zu bestürmen (wie Spielsachen reparieren, Reißverschlüsse zuziehen, Spieltechniken weiter entwickeln und so weiter.), fast alle Halbwaisen ohne Vater, ohne Großväter und ohne Onkel waren. Die Kinder, ob männlich wie weiblich, von Witwen, ledigen Müttern, geschiedenen Eltern oder aus Familien, in denen der Vater aus dem einen oder anderen Grund nie zu Hause ist, ließen von dem Mann nicht ab. Die Kleinen folgten ihm stumm überall hin, die Größeren berührten ihn, zogen ihn an der Jacke und an der Hose. Sehr bald stürzten sich alle auf ihn, wenn er sich hinsetzte, und kletterten auf seine Knie, zuerst mit irgendeinem Vorwand, später ohne jede Zurückhaltung. Sie schienen ein echtes Bedürfnis zu haben, eine dauerhafte Beziehung zu ihm herzustellen und sein Wohlwollen zu ergattern, oftmals wurde dabei kein Wort gewechselt. Die Ruhe des jungen Mannes, seine Klugheit bewirkten, dass sie sogar zu weinen aufhörten, wenn sie sich weh getan hatten oder untereinander stritten. Oder war das nur unsere Illusion? Haben wir es uns vielleicht nur eingebildet, dass die Größeren mit den Kleineren netter und umgänglicher geworden sind, wenn sie merkten, dass der junge Sozialarbeiter sie mahnend ansah? "
Eine völlig andere, aber ebenso überzeugende Erfahrung habe ich selbst in einer Kinderkrippe für Kinder unter zwei Jahren gemacht. Die Anwesenheit jedes beliebigen Mannes, ob nun Besucher oder Arbeiter, wurde mit großem Hallo gefeiert. Mädchen wie Jungen stürzen sich auf ihn, hängten sich an seine Hosenbeine und wollten auf den Arm genommen werden. Ein kleines Mädchen, das keinen Vater hatte, lief aufgeregt herum und schrie: " Ein Herrn ist da, ein Herr ist da " Als einmal der junge Verlobte einer Kindergärtnerin kam, um sie zu besuchen, waren die Kinder gerade dabei, zum Zoo zu gehen, was Sie über alles liebten, aber sie wollten um keinen Preis gehen, bis nicht auch der junge Mann gegangen waren.
Aufgrund ihrer mangelhaften Ausbildung, aber mehr noch ihrer eigenen psychologischen Strukturen, leben die Kindergärtnerinnen den Kindern beiden Geschlechts immer mehr die Rolle der Mutter vor, was sich behindernd und störend auswirkt und die Kinder in ihrer Entwicklung zur Selbstständigkeit hemmt. Mit drei Jahren haben die Kinder die Beziehung zur Mutter satt und brauchen neue Erfahrungen.