Nur 21 Minuten für die Kinder ...
Hi,
anbei ein interessanter Artikel mit Statistik...
Obwohl sich bei uns nach wie vor die Frauen um Haushalt und Kinder kümmern, verbringen sie nur 21 Minuten eines Tages für die Kinder. (Was machen diese sogeannten Hausfrauen eigentlich den ganzen Tag ?)
Das Männer nur 9 Minuten ihrer Zeit damit verbringen wird als Schlagzeile benutzt, obwohl das m.A.n. eher verständlich ist, da sie i.d.R. morgens zur Arbeit gehen und abends erst wiederkommen. Na ja, Quote um jeden Preis... oder lag es vielleicht daran, das die Autorin ihre ganz besondere Sicht der Dinge verbreiten wollte ?
Erstaunlich auch das angegebene durchschnittliche Nettoeinkommen von 2.771 Euro pro Haushalt. Wenn man bedenkt, das bei uns statistisch als arm gilt, wer über weniger als 50 Prozent des durchschnittlichen Nettoeinkommens (1.385 Euro) verfügt, dann relativiert das etwas die Zahl der sogenannten "armen Haushalte".
Gruss,
Sven
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Nur 9 Minuten für die Kinder
Statistik: Männer wenden für Erziehung wenig Zeit auf. Auch der Haushalt bleibt Frauensache. Das neue Jahrbuch 2004
Von Kerstin Oschatz
Wiesbaden - Statistik muß nicht trocken sein. Das neue Statistische Jahrbuch 2004, das gestern in Wiesbaden vorgestellt wurde, fördert interessante und kuriose Zahlen zutage. So geben deutsche Haushalte im Monat zwölf Euro für Bücher aus. Damit verwenden sie im Schnitt 0,6 Prozent ihrer Ausgaben für Konsumartikel auf gebundenes Lesematerial. Das Jahrbuch kostet 67 Euro und ist vor allem für Politik und Wirtschaft interessant. Auf 775 Seiten findet der Leser alle Prozentzahlen, die sich für die Bundesrepublik denken lassen - von Eckwerten zu Bevölkerung und Haushalten bis hin zu ungewöhnlichen Mengenangaben.
Zum Beispiel werden 363 Millionen Zigaretten und durchschnittlich neun Millionen Zigarren sowie Zigarillos in Deutschland pro Tag geraucht. Auf die Einwohner umgelegt, kommen damit auf jeden Bürger, egal ob Raucher oder nicht, Kind oder Rentner, vier Zigaretten pro Tag und jeden zehnten Tag eine Zigarre oder ein Zigarillo.
Weil 12.600 Personen penibel Buch über ihren Tagesablauf führten, erhielten die Statistiker genaue Angaben über "einen ganz normalen Tag in Deutschland". Zwei Stunden verbringt der Bundesbürger im Schnitt vor dem Fernseher, achteinhalb Stunden schläft er, doch für essen und trinken bleiben ihm nur eindreiviertel Stunden. Immerhin fünf Minuten pro Tag nimmt der Deutsche an Versammlungen teil, sieben Minuten seiner Zeit ist er ehrenamtlich tätig, und acht Minuten hilft er anderen.
Und auch in den Haushalten selber haben sich die "Zählmeister" umgesehen: Hausarbeit bleibt auch der amtlichen Statistik zufolge Frauensache: Männer verwenden 23 Minuten auf die Zubereitung von Mahlzeiten, Frauen stehen pro Tag im Schnitt eine Stunde und 21 Minuten in der Küche. Ganze neun Minuten betreuen Männer Kinder; Frauen bringen 21 Minuten täglich damit zu.
Und auch folgende Zahlen sind interessant: Von 100 Haushalten haben 61,4 einen Computer, 46 einen Internetanschluß, 72,5 ein Mobiltelefon und 20,7 ein Faxgerät. Geschirrspüler und Mikrowelle finden sich in mehr als der Hälfte aller Haushalte.
86 Prozent der Schüler über zehn Jahren gehen online und nutzen das Internet bevorzugt von zu Hause aus. Dagegen sind unter den Berufstätigen nur 68 Prozent Internetnutzer.
Aber auch Zukunftsprognosen haben die Statistiker mit Hilfe von Vorausberechnungen gewagt. Jeder weiß um die sinkende Geburtenrate. Nach Berechnungen in Wiesbaden wird die Zahl junger Menschen bis zum Jahr 2020 um voraussichtlich zwei Millionen sinken - es bleiben 13 Millionen Jugendliche und Kinder.
Übrigens hat Deutschland die niedrigste Geburtenrate in Europa. 2003 kamen auf 1000 Einwohner nur 8,7 Geburten. Gleichzeitig sind 18 Prozent der Bevölkerung 65 Jahre und älter. Das bedeutet: Deutschland "vergreist" schneller als der Rest Europas. Nur Italien hat in der EU mit 18,2 Prozent einen höheren Anteil an Senioren als wir.
Immer mehr Menschen leben hierzulande allein. Mehr als ein Drittel der insgesamt 38,9 Millionen Haushalte seien Single-Haushalte, stellte das Statistische Bundesamt fest. Ost- und Westdeutschland hätten sich in diesem Punkt fast angeglichen. Gestiegen sei auch die Zahl der Eigenheimbesitzer: Im Jahre 2002 lebten 42,2 Prozent der Haushalte in ihren eigenen vier Wänden. Im Jahre 1998 seien es noch 40,5 Prozent gewesen.
Was die finanzielle Situation angeht, machen die Statistiker nach wie vor große Unterschiede zwischen Ost und West aus: Ein Haushalt in Ostdeutschland hatte 2003 durchschnittlich 650 Euro weniger zur Verfügung als der im Westen. Diese Zahl habe sich seit 1998 nicht verändert, hieß es. Das Nettoeinkommen aller Haushalte betrug 2003 pro Monat im Schnitt 2771 Euro. Dies sei gegenüber 1998 ein Anstieg von sechs Prozent.
erschienen am 6. Oktober 2004 in Aus aller Welt
Quelle: http://www.abendblatt.de/daten/2004/10/06/349291.html