Neue Geschlechter-Richtlinie der EU
Jörg, Monday, 04.10.2004, 23:34 (vor 7794 Tagen)
Hallo,
bei Spiegel Online gibt es einen interessanten Artikel über eine neue
Geschlechter-Richtlinie der EU.
Bin mal gespannt ob diese Richtlinie zu einer tatsächlichen
Gleichbehandlung führt oder ob sie nur die konsequente Fortführung
feministischer bzw. emanzipatorischer Rosinenpickerei darstellt.
Gruß, Jörg
Ins Deutsche übersetzt:
Martin, Tuesday, 05.10.2004, 00:29 (vor 7794 Tagen) @ Jörg
Als Antwort auf: Neue Geschlechter-Richtlinie der EU von Jörg am 04. Oktober 2004 20:34:01:
Frauendiskriminierung - strengstens verboten!
Männerdiskriminierung - Fahrt frei!
(Ich bin sowieso gerade schlecht drauf. Da hat sich der Ärger wenigstens gelohnt...)
Re: Neue Geschlechter-Richtlinie der EU
Andreas, Tuesday, 05.10.2004, 00:47 (vor 7794 Tagen) @ Jörg
Als Antwort auf: Neue Geschlechter-Richtlinie der EU von Jörg am 04. Oktober 2004 20:34:01:
Hallo Jörg,
Unter tagesschau.de steht auch ein interessanter Artikel. Besonders bedenklich ist folgender Abschnitt:
Die Mitgliedstaaten müssen dann auch Strafen für Verstöße gegen die Richtlinie vorsehen: "Die Sanktionen müssen wirksam, verhältnismäßig und abschreckend sein", heißt es in dem Text. Die Beweislast bekommt der Beklagte auferlegt. Der Anbieter einer Ware oder Dienstleistung muss also im Klagefall nachweisen, dass er einen Kunden nicht wegen seines Geschlechts benachteiligt hat.
http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID3674868_TYP6_THE_NAVSPM1_REF1_BAB,00.html
Gruß
Andreas
Re: Neue Geschlechter-Richtlinie der EU
Sven74, Tuesday, 05.10.2004, 01:04 (vor 7794 Tagen) @ Andreas
Als Antwort auf: Re: Neue Geschlechter-Richtlinie der EU von Andreas am 04. Oktober 2004 21:47:46:
Hallo Jörg,
Unter tagesschau.de steht auch ein interessanter Artikel. Besonders bedenklich ist folgender Abschnitt:
Die Mitgliedstaaten müssen dann auch Strafen für Verstöße gegen die Richtlinie vorsehen: "Die Sanktionen müssen wirksam, verhältnismäßig und abschreckend sein", heißt es in dem Text. Die Beweislast bekommt der Beklagte auferlegt. Der Anbieter einer Ware oder Dienstleistung muss also im Klagefall nachweisen, dass er einen Kunden nicht wegen seines Geschlechts benachteiligt hat.
http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID3674868_TYP6_THE_NAVSPM1_REF1_BAB,00.html
Gruß
Andreas
Dann werde ich gleich mal eine Klage gegen die umliegenden Dicos gegen die Ladies-Nights vorbereiten...
Ach so, Frauen sind ja das benachteiligte Geschlecht und schließlich könnten junge Frauen ja Kinder bekommen und sollen daher auch umsonst in die Disco, sorry hatte ich ganz vergessen.
Sven74
Re: Neue Geschlechter-Richtlinie der EU
Collantix, Wednesday, 06.10.2004, 04:23 (vor 7793 Tagen) @ Jörg
Als Antwort auf: Neue Geschlechter-Richtlinie der EU von Jörg am 04. Oktober 2004 20:34:01:
Auszug aus dem Artikel:
Ausnahmen sollen auch für Versicherungen möglich sein, falls ein unterschiedliches Versicherungsrisiko bei Frauen und Männern verlässlich und aktuell belegt ist. Wenn die Versicherungen den Mitgliedstaaten nachweisen, dass Frauen am Steuer weniger Unfälle verursachen, können sie also niedrigere Beiträge für Autofahrerinnen berechnen.
"Kosten im Zusammenhang mit Schwangerschaft und Mutterschaft dürfen auf keinen Fall zu unterschiedlichen Prämien und Leistungen führen", stellt die Richtlinie jedoch zum Thema Versicherungen fest. Den EU-Staaten wird freigestellt, günstigere Vorschriften für die Betroffenen zu beschließen. Die Mitgliedstaaten müssen auch Strafen für Verstöße gegen die Richtlinie vorsehen: "Die Sanktionen müssen wirksam, verhältnismäßig und abschreckend sein", heißt es in dem Text.
Noch Fragen?
Gruß
Collantix
Re: Neue Geschlechter-Richtlinie der EU
Odin, Wednesday, 06.10.2004, 17:50 (vor 7792 Tagen) @ Collantix
Als Antwort auf: Re: Neue Geschlechter-Richtlinie der EU von Collantix am 06. Oktober 2004 01:23:04:
Auszug aus dem Artikel:
<tt>Ausnahmen sollen auch für Versicherungen möglich sein, falls ein unterschiedliches Versicherungsrisiko bei Frauen und Männern verlässlich und aktuell belegt ist. Wenn die Versicherungen den Mitgliedstaaten nachweisen, dass Frauen am Steuer weniger Unfälle verursachen, können sie also niedrigere Beiträge für Autofahrerinnen berechnen.
Es wäre leicht zu belegen, daß die Unterschiede in den Schadensfällen NICHT vom Geschlecht abhängt, sondern von der Fahrhäufigkeit und den gefahrenen Kilometern
Re: Neue Geschlechter-Richtlinie der EU
Martin, Wednesday, 06.10.2004, 21:08 (vor 7792 Tagen) @ Collantix
Als Antwort auf: Re: Neue Geschlechter-Richtlinie der EU von Collantix am 06. Oktober 2004 01:23:04:
Ausnahmen sollen auch für Versicherungen möglich sein, falls ein unterschiedliches Versicherungsrisiko bei Frauen und Männern verlässlich und aktuell belegt ist. Wenn die Versicherungen den Mitgliedstaaten nachweisen, dass Frauen am Steuer weniger Unfälle verursachen, können sie also niedrigere Beiträge für Autofahrerinnen berechnen.
Warum so gestelzt und hölzern umschrieben? Das habt ihr doch längst nicht mehr nötig! Sagt doch frei raus, wo Männer mehr zahlen, ist das auch weiter möglich! Keine Sau wird euch widersprechen!
Übrigens ist das ein schönes Analogon zur Rentenversicherung (Das wars doch?), wo eine Angleichung vorgesehen ist, weil ja einzelne Männer einzelne Frauen überleben. Dazu kommt, dass das mit der Lebenserwartung verbürgt, das mit der Fahrsicherheit aber ein Ammenmärchen ist!
Re: Neue Geschlechter-Richtlinie der EU
Joseph S, Thursday, 07.10.2004, 02:02 (vor 7792 Tagen) @ Jörg
Als Antwort auf: Neue Geschlechter-Richtlinie der EU von Jörg am 04. Oktober 2004 20:34:01:
Hallo,
Bin mal gespannt ob diese Richtlinie zu einer tatsächlichen
Gleichbehandlung führt oder ob sie nur die konsequente Fortführung
feministischer bzw. emanzipatorischer Rosinenpickerei darstellt.
Da bin ich nicht gespannt. Mann spürt bei den Formulierungen klar die Absicht heraus, dem angeblich
unterdrückten Geschlecht auf Kosten des anderen Vorteile zu verschaffen, und ahnt schon, weshalb
Medien, Werbung sowie staatliches und privates Bildungswesen von der Richtlinie ausgenommen bleiben.
Insbesondere beim Bildungswesen stößt mir das sehr sauer auf.
Wenn die Versicherungen den Mitgliedstaaten nachweisen, dass Frauen am Steuer weniger Unfälle verursachen, können sie also niedrigere Beiträge für Autofahrerinnen berechnen.
"Kosten im Zusammenhang mit Schwangerschaft und Mutterschaft dürfen auf keinen Fall zu unterschiedlichen Prämien und Leistungen führen", stellt die Richtlinie jedoch zum Thema Versicherungen fest.
...
Demnach "liegt beispielsweise bei auf körperliche Unterschiede bei Mann und Frau zurückzuführenden unterschiedlichen Gesundheitsdienstleistungen für Männer und Frauen keine Diskriminierung vor, weil es sich nicht um eine vergleichbare Situation handelt".
Man muß wohl ein Frauenstudium hinter sich haben, um so was in einen Text zusammenzupacken.
Es läßt sich gewiss nicht auf körperliche Unterschiede zurrückführen, daß nur Frauen schwanger werden.
Des weiteren werden die sich wundern, wie leicht die Versicherungen nachweisen, daß Frauen
auch ohne Schwangerschaftskosten deutlich höhere Gesundheitskosten verursachen.
Warum dürfen Krankenkassen nicht von denen mehr Beiträge fordern, die mehr verbrauchen?
Wenn Frauen 16% ihres Gehalts und Männer 12 % ihres Gehalts an die Krankenkasse zahlen müßten,
würden Frauen sich vielleicht ehr überlegen, ob sie wirklich so oft zum Arzt müssen und so
viele Medikamente brauchen. Wenn es bei denen keinen Risikostrukturausgleich gäbe, wäre bei
denen ganz sicher das große Buhlen um junge Männer ausgebrochen.
Ein bischen frag ich mich noch, ob die staatliche Diskriminierung durch geschlechtsabhängige Wehrpflicht,
für die anhand der modernen Waffen keine körperliche Begründungen greifen, von den Verfassern
der Richtlinie oder den Redakteuren übersehen worden ist. Der korrekte Nachweis für unterschiedliche
Friseurpreise (Es lebe die Bürokratie!) ist natürlich viel wichtiger.
Gruß
Joseph
Hat jemand einen Link zu dieser Richtlinie?
Hetzi, Thursday, 07.10.2004, 14:17 (vor 7792 Tagen) @ Jörg
Als Antwort auf: Neue Geschlechter-Richtlinie der EU von Jörg am 04. Oktober 2004 20:34:01:
Nachdem was ich bisher darüber gelesen habe, könnte mit dieser Richtlinie das momentan in Österreich existierende unterschiedliche Pensionsantrittsalter für Männer/Frauen über die Hintertür fallen.
Hintergrund dazu ist, dass Frauen 5 Jahre weniger lang arbeiten müssen um die gleiche Pensionshöhe zu erreichen. Das sind somit 5 Jahre weniger Einzahlung ins Pensionssystem bzw. anders rum ausgedrückt wird ein Pensionsbetrag von Frauen um ca. 10% höher für die Pension bewertet.
Das sollte eigentlich gegen diese Richtlinie verstossen ...
Hetzi