Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Auszüge aus Psychologie heute

Odin, Sunday, 03.10.2004, 21:33 (vor 7795 Tagen)

Den Klagen der Mutter ausgeliefert?
Jugendliche Scheidungskinder müssen sich häufig mit den Trennungsproblemen ihrer Mütter auseinander setzen. Wie werden sie damit fertig? Und wer leidet mehr: Töchter oder Söhne?

Trennungen und Scheidungen sind nie folgenlos, auch wenn sie Lasten des Zusammenlebens beenden. Kinder "verlieren" nicht nur einen der Eltern, sondern geraten oft als Vertrauenspersonen für die Probleme des anderen in eine Erwachsenenrolle. Entwicklungspsychologen und Familientherapeuten sorgen sich in diesem Zusammenhang vor allem um die Töchter. Denn sie sind, so eine häufige Meinung, ihren Müttern emotional näher als Söhne und durch höhere Fürsorgeneigung stressanfälliger.
Neue Forschungsergebnisse aus Amerika (journal of Family Psychology, 1/2004) widersprechen aber der Ansicht, dass Töchter nach der Trennung der Eltern mehr beansprucht und gefährdet sind als Söhne. Zwei Fragen wurden in einer empirischen Studie mit Jugendlichen aus Scheidungsfamilien gestellt: Werden Söhne und Töchter ähnlich häufig und ausführlich mit mütterlicher Selbstöffnung konfrontiert? Gibt es Geschlechtsunterschiede beim Zusammenhang zwischen der Inanspruchnahme durch die Mutter und jugendlichen Anpassungsschwierigkeiten?
Das Team um Susan Silverberg Koerner von der Universität in Tuscon, Arizona untersuchte mittels Fragebögen knapp 200 jugendliche, die nach der Scheidung der Eltern meist bei ihren alleinerziehenden Müttern lebten (Väter wurden daher in die Studie nicht einbezogen). Die Scheidung lag maximal zwei Jahre zurück.

Am meisten klagten Mütter über finanzielle und persönliche Sorgen und beschwerten sich über ihren Exmann. Söhne und Töchter wurden dabei gleichermaßen in Anspruch genommen. Wie reagierten die Jugendlichen auf die Trennungsproblerne ihrer Mütter? Unabhängig von Geschlecht und Alter zeigten sie selbst entsprechend oft psychische (zum Beispiel ängstliche oder depressive) Symptome, daneben auch Ungehorsam oder gar Suchtmittelmissbrauch.
Söhne wie Töchter sind nach Silverberg Koerner den Klagen der Mütter ausgeliefert und wissen nicht, was sie tun können. Daher wünschten sie sich häufig, dass ihre Mütter mit den Problernerzählungen aufhörten - in erster Linie mit den Tiraden über den Exmann. Andere Reaktione sind vergebliche Wünsche der jugendlichen, ihren Mütter beizustehen (eher bei Mädchen) oder aber ihre Väter zu ver teidigen. Einige Jugendliche (eher Jungs) reagierten neutral was ein emotionaler Selbstschutz sein könnte. Nur wenig reagierten positiv auf die Äußerungen ihrer Mütter - meist wenn diese eine gewisse Kontrolle über die Probleme ver mittelten. Laut Silverberg Koerner weist dies darauf hin wie mit dem Nachwuchs (und das gilt eben auch für di Älteren) nach einer Scheidung gesprochen werden soll: be ruhigend, anleitend und wenigstens ein bisschen optimis
tisch.
Jörg Pscherer

Vater werden?
Neue Studie untersucht die Motive kinderloser Männer

Deutschland stirbt aus! Diese Schlagzeile treibt zunehmend Politiker, Wissenschaftler und Medien um. Gefahndet wird nach den Gründen, warum immer weniger Kinder zur Welt kommen. Die Ursachen werden dabei mit Vorliebe bei den jungen Frauen gesucht. Dass an der Entscheidung für oder gegen Kinder in aller Regel auch die Partner beteiligt sind, wird gerne übersehen. Doch nur selten wird eine Frau diese Entscheidung ohne den potenziellen Kindsvater treffen. Wie also steht es um den Kinderwunsch der Männer?
Diesen Fragen ging das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin nach. Christian Schmitt, Soziologe und wissenschaftlicher Mitarbeiter am DIW, ermittelte aus den Daten der Längsschnittstudie "Sozio-oekonomisches Panel" (SOEP), wie sich Vaterschaft in Deutschland heute darstellt. Betrachtet wurden rund 8600 Personen in Ost und West über 20 Jahre hinweg. Die untersuchten Männer repräsentieren einen Querschnitt der Bevölkerung: Alte und junge, Deutsche und Ausländer, Städter und Landbewohner mit allen denkbaren Bildungsabschlüssen und Berufen.
"Die Daten liefern vor allem starke Hinweise darauf, dass für Männer eine Familiengründung erst dann in Betracht kommt, wenn die wirtschaftliche Absicherung der Familie gewährleistet ist. Das ist bei Frauen nicht der Fall", berichtet Schmitt. Das males breadwinner-Prinzip ist also nach wie vor sehr verbindlich für die Lebensplanung. Männer zögern die Vaterschaft häufig bis zur beruflichen Etablierung heraus.
Ein Problem allerdings scheinen Männer nicht zu kennen: die Spannung zwischen Karriere und Familie. Dass das für die meisten keine Entweder-oder-Entscheidung ist wie bei den Frauen, zeigt der eher moderate Anteil der Kinderlosen unter den Akademikern - im Gegensatz zum hohen Anteil kinderloser Akademikerinnen. Allerdings fand Schmitt durchaus Hinweise darauf, dass unter den jüngeren hier bereits eine allmähliche Angleichung stattfindet.
Ein weiterer Angleichungsprozess ist zwischen Männern in Ost und West zu beobachten: Trotz eines im Mittel deutlich niedrigeren Anteils an Kinderlosen im Osten liegt vor allem der Anteil der jüngeren kinderlosen Männer bis 30 mittlerweile annähernd auf Westniveau. Ob die Männer den Nachwuchs damit nur ein bisschen aufschieben und später nachholen, ist noch unklar. Ein grundsätzlicher Verzicht zeichnet sich allerdings ab, da bereits 26 Prozent der 45- bis 50-Jährigen ohne Kinder leben_Das deutet auf einen steigenden Anteil dauerhaft kinderloser Männer hin", folgert Christian Schmitt.
Aufschlussreich ist auch ein Blick auf die politischen Vorlieben der Kinderlosen unter 45 Jahren. Rund 50 Prozent der CDU- und SPD-Anhänger sind kinderlos. Häufiger sehen die Grünen von der Fortpflanzung ab, die zu 59 Prozent ohne Kinder leben. Und mit Abstand am wenigsten kümmern sich die freiheitsliebenden Liberalen um den Fortbestand der Nation. Hier sind 67 Prozent (noch) ohne Nachwuchs. Die deutlich höchste Rate an Kinderlosen über 45 ist übrigens unter den Anhängern der Grünen zu finden. Also doch: Freiheit, Karriere und Wohlstand statt Kinder?

Eva Tenzer

Auszug aus dem Artikel: Wie man das Feuer der Liebe schürt

Es hat sich herumgesprochen, dass Frauen sich von Männern angezogen fühlen, die über Ressourcen verfügen und großzügig Geld, Zeit, Kontakte und Status mit ihrer Partnerin teilen. Also lassen sich Frauen tatsächlich mit Blumen, Schokolade und Theaterkarten einschlägig beeindrucken. Männer hingegen fühlen sich oft zu Frauen hingezogen, die ihnen das Gefühl vermitteln, sie beschützen zu müssen. Entsprechend verfolgen Frauen oft unbewußt eine „Strategie des gebrochenen Flügels“, wie ich es nenne: Sie sagen und tun Dinge, die ihre Verletzlichkeit demonstrieren. Umgekehrt ist Verwundbarkeit so ziemlich das letzte, was Männer von sich zeigen möchten. Warum Schwächen offenbaren, wenn man genauso gut seine Stärken und Fähigkeiten zur Schau stellen kann? Männer tun das. Sie geben an. Und Frauen hören zu. Auch wenn Frauen oft über diese Aufschneiderei entsetzt sind – sie beeindruckt sie doch...


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