Mädchenkonferenz
Hallo!
Im Oktober 2000 fand für behinderte junge Frauen in Bad Arolsen (Hessen) statt, der vom Bundesverband für Behinderte e.V. initiiert wurde.
Auf die schriftliche Anfrage der IBGM, wann denn nun eine Jungenkonferenz stattfände, kam folgende Antwort des Verbandes:
(Antwortschreiben des Bundesverbandes für Behinderte e.V.)
Sehr geehrte Herren,
mit Ihrem o.g. Schreiben übersandten Sie mir einen Zeitungsbericht der HNA über die Mäd-chenkonferenz, die Anfang Oktober 2000 in Bad Arolsen stattfand.
Hierfür möchte ich Ih-nen zunächst danken und mich gleichzeitig für die späte Beantwortung Ihres Schreibens entschuldigen.
Ich wollte Ihnen gerne die Ausgabe 4 unseres Mitmach-Mädchenmagazins-Mittendrin übersenden, dem Sie weitere Informationen über die Mädchenkonferenz ent-nehmen können. Die Zeitschrift ist leider erst um den Jahreswechsel herausgekommen, so dass ich erst heute zur Beantwortung Ihres Schreibens komme.
Der Bundesverband bietet ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm für behinderte Men-schen, Eltern behinderter Kinder und Fachkräfte aus dem Bereich der Rehabilitation an. Die Erfahrung in der Vergangenheit bei den Veranstaltungen für behinderte junge Menschen haben gezeigt, dass diese Angebote zumeist von behinderten jungen Männern und nur zu einem geringen Teil von jungen Frauen in Anspruch genommen werden. Dies war ein Grund, das Projekt ,,Mittendrin - Lebenswelten behinderter Mädchen und junger Frauen'~ zu beantragen und die Betroffenen zur Vertretung ihrer Interessen und zur Partizipation zu er-mutigen.
Wie Sie dem Zeitungsabschnitt und der beigefügten MIMMI entnehmen können, hat das Projekt nach dreijähriger Laufzeit durchaus Wirkung gezeigt.
Ich stehe auf dem Standpunkt <und meine Projekterfahrung bestätigt dieses>, dass Mäd-chenarbeit von Frauen und Jungenarbeit von Männer initiiert und geleitet werden sollte. Sie werden also sicherlich Verständnis dafür haben, dass ich es nicht als meine Aufgabe anse-he, eine Jungenkonferenz zu konzipieren und zu organisieren.
Gerne stehe ich aber denjeni-gen, die nach dem Motto ,,Es gibt nichts Gutes, außer man tut es~ eine Jungenkonferenz Jür Jungen und junge Männer mit Behinderung durchführen möchten, mit meinen Erfahrun-gen bezüglich der behindertengerechten Organisation einer derartigen Veranstaltung zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
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Kommentar:
Mit anderen Worten: hilf dir selbst, dann hilft dir Gott! Eine so unverschämte Antwort von einem Verein für Behinderte hätte wohl kaum jemand erwartet. Wenn ein Bundesverband für Behinderte keine Jungenkonferenz ins Leben rufen will, wer soll es sonst tun ohne Mittel?
Ich werde die Veröffentlichung des Schreibens hier beim Bundesverband kundtun und hoffe auf regen Meinungsaustausch, damit der Verband was zu lesen und zum nachdenken hat.
Mit freundlichem Gruß
IBGM
J. Dreier, Vfa.