NEIN-Sagen
Selbstbehauptung für Mädchen und Frauen
Ende der 90`er Jahre warb die Hess. Landesregierung mit Programmen zur Selbstverteidigung von Mädchen und Frauen mit dem Stichwort NEIN zu sagen.
Allmählich hebt sich der Nebel des Geschlechterkrieges von damals und offenbart seine Wirklichkeit.
Nein zu sagen ist nicht etwa die willensstarke Betonung eines Wortes wie es uns die Werbung glauben machen wollte , sondern vielmehr ein Kampfschrei; ähnlich dem Kiai (Kampfschrei) in der traditionellen Selbstverteidigung wie Judo oder Karate.
Vorlage für dieses abstruse Vermächtnis war vermutlich Lynsey de Paul, die selbst Trainerin für Abwehrtechniken bei männlichen Übergriffen ist und sogar ein Video Selbstverteidigung für Frauen dazu herausgebracht hat (zu bestellen bei Polyband GmbH & Co KG, Am Moosfeld 37, 81829 München [ca. 10 Euro]).
In diesem Video nutzt Frau de Paul den Ausdruck Nein ausschließlich als Kampfschrei bei jedem ausgeführten Schlag oder Tritt und nicht zur Kommunikation bzw. Selbstbehauptung, sondern einzig und allein als Kampfschrei.
Glaubt man dem Klappentext, ist Frau de Paul selbst Opfer eines Überfalls geworden, der sie nun wiederum zu berechtigen scheint, postpubertäre Abwehrmaßnahmen zu demonstrieren.
Nunundneunzig (99) Prozent der dort vorgestellten Technikabläufe (sofern man das so nennen kann) gehen wortwörtlich in die Hose eines vermeintlichen Angreifers. Über Berechtigung oder Folgeschäden hierzu wird überhaupt nicht aufgeklärt.
Zugutehalten muß man dem Video, daß es erst frei ab 16 Jahren ist und dass die Techniken mit vielen Warnungen versehen sind, weshalb man rechtlich nicht dagegen vorgehen kann.
Erschütternd ist allerdings, mit welcher Selbstverständlichkeit Männer als Ziel suggeriert werden und es sich ausschließlich um Ziele männlicher Körper handelt, als wenn es keine weiblichen Gewaltverbrecher gäbe.
Wie bereits im Kommentar um das Buch Der Weg der Tigerin angenommen, handelt es sich bei der Schulung zur Selbstbehauptung/Selbstverteidigung für Mädchen und Frauen um ein weitaus größeres geschlechtliches Problem, als bisher angenommen und auf etwaige Schriften oder Bildmaterial aus anderer Perspektive wartet man vergebens.
Hier besteht die akute Gefahr einseitiger, frauenspezifischer Erziehung, die überdies durch Medien und mangelnder männlicher Vorbilder noch gestützt wird, bis bei Jugendlichen ein völlig verzerrtes Bild der Geschlechterrollen entsteht.
Das Erlernen der traditionellen Kunst der Selbstverteidigung reicht in der Regel aus, um das Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten so zu stärken, daß körperliche Übergriffe egal von welchem Geschlecht nahezu unmöglich sind. Hetzkampagnen wie dieses Video kann die Gesellschaft wirklich nicht gebrauchen.
Mit freundlichem Gruß
IBGM
J. Dreier, Vfa.
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