Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

Archiv 1 - 20.06.2001 - 20.05.2006

67114 Postings in 8047 Threads

[Homepage] - [Archiv 1] - [Archiv 2] - [Forum]

Feminismus - was wird darunter verstanden?

Mic, Thursday, 23.09.2004, 16:04 (vor 7806 Tagen)

Aussagen wie

Frauen werden gegenwärtig in DE, AT benachteiligt zB.
- Gleicher Lohn für gleiche Arbeit bleibt Utopie.
- Familienarbeit wird von Frauen unentgeltlich geleistet.
- Durch verringerte Erwerbtätigkeit wegen der Kinderbetreuung verlieren Frauen im Gegensatz zu Männern enorm (~100k€ Lebenseinkommen).
- Der niedrigere Anteil an Frauen in 'Männerberufen' ist eine Folge von Hinderungen die von Männern in den Weg gelegt wurden.

Abtreibung ist Frauenrecht: "Mein Bauch gehört mir".

Frauen sind liebevoller, sozialer, solidarischer als Männer.

Jede dritte Frau wird Opfer von Gewalt in der Ehe (bzw. Partnerschaft) die oft bis zum spitalsreif prügeln geht.

==================
Kann man doch als eine mögliche 'gemeinsame Plattform' des Feminismus bezeichnen.

Es ist eine Schande :-)

Guildo, Thursday, 23.09.2004, 17:51 (vor 7806 Tagen) @ Mic

Als Antwort auf: Feminismus - was wird darunter verstanden? von Mic am 23. September 2004 13:04:38:

Hallo Mic

Kann man doch als eine mögliche 'gemeinsame Plattform' des Feminismus bezeichnen.

Ich denke, da hast du recht: Du hast sozusagen, die populärsten Mythen der Neuzeit zusammengefasst. Diese Zusammenstellung (mit dem Wert von geblümten Toilettenpapier) würde ich sogar als eine Art "Glaubensbekenntnis für Emanzen" bezeichnen.

Ansonsten kann man(n) da nur noch mit Galgenhumor reagieren:

Frauen werden gegenwärtig in DE, AT benachteiligt zB.

In der Schweiz gab es bis ca. 1970 kein Wahlrecht für Frauen. Hat dem Land sehr gut getan! (hoher Lebensstandard, keine Kriege)

- Gleicher Lohn für gleiche Arbeit bleibt Utopie.

Es ist auch schlimm wieviel ich in meinem Beruf als Altenpfleger mehr an Geld bekomme als die armen Frauen (ich glaube, es sind 0 € mehr). Und die schwere körperliche Arbeit lass ich stets von schwangeren Frauen erledigen, während ich am Schreibtisch sitze und mit dem Onkel Doktor plaudere. (in der Realität ists leider umgekehrt)

- Familienarbeit wird von Frauen unentgeltlich geleistet.

Familienarbeit? Ich bekomme auch keinen Pfennig dafür, das ich meine Wohnung sauber halte, Essen zubereite und meine Mutter besuche. Vor allem die Hausharbeit wird überschätzt. Ich selbst bin in einer traditionellen Familie grossgeworden (Mutter Hausfrau, Vater knechtet in der Firma) und weiß genau, was Familienarbeit heißt: nämlich sich einen gemütlichen Tag machen!

- Durch verringerte Erwerbtätigkeit wegen der Kinderbetreuung verlieren Frauen im Gegensatz zu Männern enorm (~100k€ Lebenseinkommen).

Niemand zwingt Frauen, ihre Berufstätigkeit aufzugeben! Oder wird den armen Frauen etwa mit vorgehaltener Waffe bei den geringsten Anzeichen einer Schwangerschaft der Zutritt zum Firmengelände verweigert.

- Der niedrigere Anteil an Frauen in 'Männerberufen' ist eine Folge von Hinderungen die von Männern in den Weg gelegt wurden.

"Elvis lebt!" und "Schweine können fliegen!"

Abtreibung ist Frauenrecht: "Mein Bauch gehört mir".

Mord ist also ein Grundrecht, aber auch nur für Frauen (also gut). Ein Mann darf zum Ausgleich seine Mordgelüste beim Militär ausleben (also schlecht, weil Mann)

Frauen sind liebevoller, sozialer, solidarischer als Männer.

Wer Mord als Grundrecht in Anspruch nimmt, ist also liebevoller und sozialer.

Jede dritte Frau wird Opfer von Gewalt in der Ehe (bzw. Partnerschaft) die oft bis zum spitalsreif prügeln geht.

Überall auf den Straßen sieht man sie: Die armen, blaugeschlagenen Frauen. Die müssen sich ja wild gesckminkt haben, dass man die Verletzungen überhaupt nicht mehr sieht! Und dann erst die 70jährige, der in den letzten Kriegstagen vom Iwan die Armbanduhr geklaut wurde. Alles Gewaltopfer des bösen Patriarchat. Schnief!

Gruß vom Guildo

Re: Es ist eine Schande :-)

Jolanda, Friday, 24.09.2004, 05:18 (vor 7805 Tagen) @ Guildo

Als Antwort auf: Es ist eine Schande :-) von Guildo am 23. September 2004 14:51:54:

Lieber Guildo

Ich will dir hier nicht wirklich widersprechen, nur ein paar Gedanken, die würde ich gerne anfügen.

Mit Familienarbeit ist wohl gemeint, dass die Schwiegermutter und der betagte Onkel, etc. auch noch betreut werden. Das tun schon vorwiegend Frauen, weil die eben zu Hause sind und die Männer den ganzen Tag arbeiten. Wobei Männer sich auch oftmals an der Pflege ihrer Verwandten beteiligen, eben einfach so weit, wie sie noch Zeit dazu haben.

Was mich hier viel mehr stört, das ist, dass hier so getan wird, als wenn es eine Demütigung wäre, wenn man unentgeltlich seine Verwandtschaft pflegt.

Alle schreien nach Solidarität und Gemeinschaft, Zusammenhalt im Volk. Nur keiner will mehr etwas dafür tun, ausser man bezahlt ihn. Ich denke, es hat sehr wohl Sinn, dass gewisse Aufgaben auch den Menschen zufallen, die solche Betreuung in ihren Tagesablauf einbauen können.

Die Frau muss ja nicht zu Hause bleiben, sie kann ja arbeiten gehen, wenn der Mann zu Hause ist, dann fällt diese Arbeit eben auf ihn.

Ich denke, ein Kernproblem, das ist die fehlende Anerkennung. Nein, im ernst, ich bin auch Hausfrau und Mutter, zwei Kinder, 11 und 8 Jahre. Ich wäre sicher nicht total ausgelastet, wenn ich nur Mutter und Hausfrau wäre. Dann hätte ich ein schönes Leben, von daher, dass ich mir wirklich viel Freizeit leisten kann. Aber Hausarbeit ist furchtbare Arbeit, man sieht sie nur, wenn sie nicht gemacht ist...grinst...und man tut alles immer für ganz kurze Zeit. Mit Kindern hält das nicht mal einen Tag an ;-)

Wenn das eine Frau voller Ueberzeugung tut und der Mann dafür die Kohle anschafft, dann weiss ich einfach nicht, was daran so schlimm sein soll, wenn man dafür die Arbeiten übernimmt, die eben im und ums Haus so anfallen.

Ich arbeite noch zwei bis drei Tage in einem Speiselokal von einen guten Freund, manchmal von 17.00 Uhr bis 2.00 Uhr oder länger. Dann führe ich die Buchhaltung von meinem Mann, schreibe seine Rechnungen, seine Offerten, mache alles, was an Büroarbeiten anfällt, inkl. Jahresabschluss und Steuern. Ich habe einen Onlineshop, zu dem gehört ein gut laufendes Forum. Ich betreue die Kunden, mache Beratungen, und führe auch die Buchhaltung, inkl. Steuern.

Und ich werde in der Schweiz versuchen einen neuen Produzenten von Strumpfwaren, mit dem ich sehr eng zusammenarbeite, auf den Markt zu bringen.

Das heisst, Termine in der ganzen Schweiz bei allen Grossverteilern.

Das geht alles. Ich kann dann morgens um zwei nach der Arbeit sogar noch hier im Forum schreiben.

Also ihr seht, es hat noch so einiges platz, neben einem Haushalt ;-)

Nun, mein Mann unterstützt mich auch im Haushalt und meine Kinder müssen auch an die Säcke...schmunzelt...in einer Gemeinschaft müssen eben alle anpacken, jeder dort, wo es ihn eben braucht.

Von daher geht mir dieses Gejammere von wegen den armen Hausfrauen schon ein bisschen auf den Geist. Man muss sich die Anerkennung nicht zwingend nur zu Hause holen, die kann man sich an vielen Orten "erarbeiten" :-)

Mein Leben ist dass, was ich daraus mache. Insofern kann ich verstehen, wenn Menschen, die seit Jahren in der Arbeitswelt stehen, wenn die die "Krätze" bekommen, wenn sie hören, dass es den armen Hausfrauen so schlecht geht. Nur unbezahlte Arbeit.

"Nur" Hausarbeit würde mich auch nicht glücklich machen. Aber es sagt ja niemand, dass ich mich darauf beschränken muss.

Herzlicher Gruss
Jolanda

Re: Feminismus - was wird darunter verstanden?

Mic, Friday, 24.09.2004, 13:24 (vor 7805 Tagen) @ Mic

Als Antwort auf: Feminismus - was wird darunter verstanden? von Mic am 23. September 2004 13:04:38:

Was mir auffällt ist einfach, dass oft Frauen, die sich selbst als Feministinnen bezeichnen, Positionen wie die von mir als 'Allgemeinfeministisch' angesehenen nicht verteidigen, sondern AUSWEICHEN. Weil sie natürlich soooo individualistisch sind. Und ich das als Mann natürlich gar nicht begreifen kann, dass Frauen differenzierte Standpunkte haben. Es ist so lächerlich. Die alte 'Zunge raus und bähhh' Methode. Es ist wohl wirklich sinnlos in einem Femiforum (Maya's Spielplatz) zu schreiben.

Re: Feminismus - was wird darunter verstanden?

Jolanda, Friday, 24.09.2004, 14:48 (vor 7805 Tagen) @ Mic

Als Antwort auf: Re: Feminismus - was wird darunter verstanden? von Mic am 24. September 2004 10:24:55:

Was mir auffällt ist einfach, dass oft Frauen, die sich selbst als Feministinnen bezeichnen, Positionen wie die von mir als 'Allgemeinfeministisch' angesehenen nicht verteidigen, sondern AUSWEICHEN. Weil sie natürlich soooo individualistisch sind. Und ich das als Mann natürlich gar nicht begreifen kann, dass Frauen differenzierte Standpunkte haben. Es ist so lächerlich. Die alte 'Zunge raus und bähhh' Methode. Es ist wohl wirklich sinnlos in einem Femiforum (Maya's Spielplatz) zu schreiben.

Grinst....das ist allerdings sinnlos...man muss schon ein bisschen masochistisch veranlagt sein, um sich dort einzugeben ;-)

Herzlicher Gruss
Jolanda

Re: Feminismus - was wird darunter verstanden?

Arne Hoffmann, Friday, 24.09.2004, 15:02 (vor 7805 Tagen) @ Mic

Als Antwort auf: Re: Feminismus - was wird darunter verstanden? von Mic am 24. September 2004 10:24:55:

Was mir auffällt ist einfach, dass oft Frauen, die sich selbst als Feministinnen bezeichnen, Positionen wie die von mir als 'Allgemeinfeministisch' angesehenen nicht verteidigen, sondern AUSWEICHEN. Weil sie natürlich soooo individualistisch sind. Und ich das als Mann natürlich gar nicht begreifen kann, dass Frauen differenzierte Standpunkte haben.

Gut, du hast ja z. B. von Anonyma auch sehr ausführliche und durchdachte Antworten erhalten. Die Antwort, die du beklagst, kam von einer einzigen Person, die für ihre herablassende Haltung gegenüber allen anderen Ansichten als den ihren bekannt ist - wobei eine gewisse Ironie darin liegt, dass eben diese Frau in ihren Beiträgen selbst sehr gern "die Männer" (oft auch herablassend: "die Männchen") als zusammenhängendes Kollektiv betrachtet.

Dabei fragst du ja gar nicht "Was denken Frauen?", was ja auch wirklich eine unsinnige Frage wäre, sondern "Was macht den Feminismus als politische Weltanschauung aus?" Wenn der Feminismus für alles und jedes gleichermaßen stehen könnte, wäre er als Begriff und als politische Bewegung unbrauchbar. Für die Anliegen der Männerbewegung habe ich mal ein zusammenhängendes Raster als Diskussionsgrundlage vorgeschlagen: http://www.vaetersorgen.de/Maennerbewegung.html.

Arne

Re: Es ist eine Schande :-)

Garfield, Friday, 24.09.2004, 19:45 (vor 7805 Tagen) @ Jolanda

Als Antwort auf: Re: Es ist eine Schande :-) von Jolanda am 24. September 2004 02:18:25:

Hallo Jolanda!

"Was mich hier viel mehr stört, das ist, dass hier so getan wird, als wenn es eine Demütigung wäre, wenn man unentgeltlich seine Verwandtschaft pflegt."

Einen Aspekt muß man dabei auch noch sehen:

Viele Leute, die kranke Angehörige pflegen, tun das keineswegs selbstlos und unentgeltlich. Meist sind es ja alte Menschen, die gepflegt werden müssen. Die Menschen, die heute alt sind, bekommen aber nicht selten noch eine ganz gute Rente, und manche haben sich auch in den guten Zeiten, in denen sie erwerbstätig waren, ein kleines oder größeres Vermögen zusammen gespart.

Üblicherweise läuft das dann nach dem Motto "wer pflegt, der erbt" ab. Okay - nicht immer ist die Erbschaft dann später besonders üppig, aber es gibt immerhin etwas, und viele Menschen, die alte Angehörige pflegen, spekulieren tatsächlich darauf.

Dagegen ist ja auch gar nichts einzuwenden. Ich finde es durchaus in Ordnung, wenn jemand, der die Eltern oder Großeltern jahrelang gepflegt hat, nach ihrem Tod aus dem Erbe mehr bekommt als jemand, der sich nie bei den Eltern oder Großeltern hat blicken lassen. Dann kann man aber auch nicht behaupten, daß man die Pflege aufopferungsvoll und selbstlos ohne irgendeine Gegenleistung erbracht hätte, nur um so vielleicht irgendwoher noch mehr abzuschöpfen.

Dann gibt es auch noch diejenigen, die zwar keine Angehörigen pflegen, aber z.B. für die Oma Besorgungen erledigen - und sich die gut bezahlen lassen. Das habe ich auch schon in meiner Verwandtschaft erlebt. Da gab es so einige Spezialisten, die immer laut "hier" geschrien haben, sobald die Oma mal irgendwohin gefahren werden wollte. Dann war natürlich ganz zufällig immer der Tank leer, so daß man während der Fahrt tanken mußte - was dann selbstverständlich Oma bezahlt hat. Wenn man schon mal in der Tankstelle war, nahm man dann auch gleich noch ein paar Zeitschriften und einige Packungen Zigaretten mit, was Oma dann auch mitbezahlt hat. Und wenn das Auto mal kaputt war, ging man mit der Reparatur-Rechnung natürlich auch zu Oma, denn wie soll man sie denn fahren, wenn man das Auto nicht reparieren läßt? Und die neuen Winterreifen ließ man sich selbstverständlich auch von Oma bezahlen...

Wenn dann solche Leute auch noch Anerkennung und Steuergelder für ihre "aufopferungsvolle Pflege" beanspruchen, dann platzt mir echt die Hutschnur.

Herzliche Grüße
von Garfield

Re: Es ist eine Schande :-)

Guildo, Sunday, 26.09.2004, 17:17 (vor 7803 Tagen) @ Jolanda

Als Antwort auf: Re: Es ist eine Schande :-) von Jolanda am 24. September 2004 02:18:25:

Liebe Jolanda,

ich wollte nur deutlich herausstellen, dass die sogenannte Familienarbeit etwas ist, das jeder leisten muss. Auch ein Jungeselle ohne Frau und Kinder hat Verwandschaft, um die er sich kümmern muss, hat einen Haushalt, den es zu führen gilt. Oder um es mal plakativ auszudrücken: Ob ich nun einen kleinen oder einen großen Topf auf dem Herd stelle, macht kaum Unterschied. Die Hausarbeit einer Nur-Hausfrau besteht aus lauter Dingen, die sie auch machen müsste, wäre sie ein berufstätiger Single.
Sie arbeitet definitiv also nicht für ihren Mann, sondern erledigt eben nur einige Tätigkeiten für ihn mit.

Mein Leben ist dass, was ich daraus mache.

Damit hast du ins Schwarze getroffen.
Was du so alles noch nebenbei machst: Meinen Respekt und meine Hochachtung hast du dafür!
Die von mir kritisierten Frauen, sind jene, die zwar die gleichen Möglichkeiten wie du haben, sich aber nur auf Putzen, Kochen und Kinder hüten beschränken. Was an sich ja nichts verwerfliches ist. Wenn eine Frau sich damit glücklich fühlt und halt ein ruhiges Leben haben möchte, warum nicht? Dummdreist wird es erst dann, wenn diese Arbeit mit Berufstätigkeit gleichgesetzt werden soll, wenn das als unbezahlte Dienstleistung an den Mann verstanden wird.

Dazu ein von Tommy verfasster Beitrag, den ich hier mir zu zitieren erlaube:

Hausfrauen - ein ökonomischer GAU?

Wir wollen die wechselseitigen Leistungen von Mann und Weib in einer Einverdiener-Partnerschaft hier einmal ganz nüchtern und detailliert gegenüberstellen.

Die "Leistung" einer typischen Nur-Hausfrau läßt sich heute thematisch wie folgt umreißen:

1.) Putzen, Kochen
2.) Kinderbetreuung, wenn welche da sind.

Die "Gegenleistung" des Mannes besteht typischerweise darin,

1. alle anderen Arbeiten im Haushalt zu übernehmen (Handwerker- und Hausmeisterfunktion)
2. in ergänzender Kinderbetreuung
3. in der Übernahme sämtlicher Kosten von Haushalt und Kindern
4. im Komplett-Unterhalt der werten Gattin
5. etc..

Eine überschlägige ökonomische Abwägung des Verhältnisses von weiblicher Leistung und männlicher Gegenleistung ergibt:

Putzen, Kochen
Die weibliche Leistung "Putzen, Kochen" ist durchaus "geldwert", aber mit kaum mehr als einem besseren Putzfrauengehalt zu veranschlagen. Selbst das trifft den Mann allerdings nur zur Hälfte: das Weib putzt und kocht ja vor allem auch für sich selbst.

Weiter dürfte diese weibliche Leistung in aller Regel bereits durch die oben erwähnte "Handwerker- und Hausmeisterfunktion" des Mannes, und, soweit er diese Aufgaben nicht persönlich wahrnimmt, durch vom Mann beschäftigte und bezahlte Dritte (Handwerker, Gärtner etc.) kompensiert, regelmäßig sogar überkompensiert sein. Da braucht man nur an Heizungs- und Elektroinstallationen und -Umbauten (Heizungsmodernisierung) zu denken.

Im Teilkomplex "Putzen, Kochen" vs. "Hausmeister, Handwerker" schlägt die Bilanz somit regelmäßig zugunsten des Mannes aus.

Kinderbetreuung

Sehr interessant, was Kinderbetreuung am freien Markt (Stichwort: Tagesmütter) kostet. Hier ein paar Beispiele:

Tarife von Tagesmüttern (umfaßt Verpflegung des Kindes!):
(Zu beachten: Einnahmen aus privater Tagespflege müssen nach Abzug von Selbstkosten für Verpflegung etc. auch noch versteuert werden.)

In Neustadt beträgt der Stundensatz 2,17 Euro für ein Kind von 0-6 Jahren, und 2,39 Euro bei 6-14 Jahren.

In Bad Dürkheim gelten Pflegesätze von monatlich zwischen 59 Euro bei 2h an 5 Tagen/Woche und 353 Euro bei 12 Stunden täglich.

Für die Stadt Essen werden (noch in DM) Stundensätze zwischen 6-10 DM und Monatssätze zwischen 290 DM bei 11-20 Stunden pro Woche bis 560 DM bei 31h und mehr genannt.

Quellen:
http://www.tagespflege-rheinpfalz.de/eltern/i09.htm
http://www.skf-essen.de/tagespflege.htm

Nehmen wir mal die Maximalwerte von Dürkheim:

12 Stunden täglich kosten danach 353 Euro monatlich. Naa, ist das inclusive Verpflegung viel, was wir Mami da gutschreiben könnten? Aber es kommt noch dicker.

Pappi kommt nämlich für die Verpflegung selbst auf. Wohl nicht zuviel, wenn ich deren Kosten auf 1/3 der 353 Euro veranschlage? Dann liegen wir für die reine Ganztagsbetreuung eines Kindes am freien Markt bei etwa 240 Euro pro Monat (Pappis vorab bezahlter Verpflegungsanteil 120 Euro).

Auch hier müssen wir die Beträge nochmals durch 2 dividieren: denn Kinderbetreuung ist sehr wohl eine eigene Pflicht auch von Mutti, nicht bloß "Dienst am Manne" ;-).

Rechnerisch treffen den Vater somit für die weibliche Rundum-Betreuung eines Kindes 120 Euro pro Monat minus halber eigener Verpflegungsanteil von Mami (60 Euro) = 60 Euro pro Monat.

Daß sich Pappi, wie erwähnt, sehr wohl auch selbst um das Kind kümmert, in höherem Alter oft sogar überwiegend und entscheidend, führt zu weiteren Abschlägen, die ich hier mal ganz gering mit 10 Euro bewerte, um überhaupt noch einen runden Betrag von 50 Euro für Mami übrig zu lassen.

Damit wäre wir schon am Ende des weiblichen "Leistungskatalogs".

Beim Haushalt (Putz) ergab sich kein weiblicher Überschuß, eher eine Negativbilanz.

Als Zwischenergebnis ermittelten wir sehr großzügig einen Überschuß von 50 Euro pro Kind, von Null, wenn keine da sind.

Damit sind wir allerdings noch keineswegs am Ende: denn jetzt kommt ja erst der noch keineswegs vollständig verrechnete männliche "Leistungsktalog"

1. Handwerker- und Hausmeisterfunktion im Haushalt
2. Ergänzende Kinderbetreuung
3. Übernahme sämtlicher Kosten von Haushalt und Kindern
4. Komplett-Unterhalt der Partnerin
5. etc...

Man mag es drehen und wenden wie man will:
Mutti leistet zwar rechnerisch einen Beitrag. Der ist ihr jedoch nur zur Hälfte anzurechnen, da sie bei Putz&Koch auch für sich selbst sorgt und für etwaige Kinder hälftig geradezustehen hat.

Was als rechnerischer Überschuß weiblicherseits bestenfalls übrig bleibt, sind 50 Euro pro Kind und Monat.

Dieser wird von Pappi allerdings 1.000%-ig überkompensiert. Allein der Unterhalt der Mutti dürfte das zehnfache kosten.

Woraus folgt:
Nur-Hausfrauen sind ökonomisch betrachtet das schlimmste nur denkbare Verlustgeschäft.

Damit will ich keineswegs die Hausarbeit als wertlos verdammen, aber wer ein "Hausfrauengehalt" fordert, muss sich mit solchen Zahlen auseinandersetzen.

Es grüßt dich der Guildo

Re: Feminismus - was wird darunter verstanden?

Paul, Monday, 27.09.2004, 19:10 (vor 7802 Tagen) @ Mic

Als Antwort auf: Re: Feminismus - was wird darunter verstanden? von Mic am 24. September 2004 10:24:55:

Was mir auffällt ist einfach, dass oft Frauen, die sich selbst als Feministinnen bezeichnen, Positionen wie die von mir als 'Allgemeinfeministisch' angesehenen nicht verteidigen, sondern AUSWEICHEN. Weil sie natürlich soooo individualistisch sind. Und ich das als Mann natürlich gar nicht begreifen kann, dass Frauen differenzierte Standpunkte haben. Es ist so lächerlich. Die alte 'Zunge raus und bähhh' Methode. Es ist wohl wirklich sinnlos in einem Femiforum (Maya's Spielplatz) zu schreiben.

Ich verfolge das Forum nun auch schon länger. Habe mir allerdings abgewöhnt dort noch irgendetwas zu schreiben, weil mein letzter Beitrag ohne ersichtlichen Grund gelöscht wurde. Er enthielt weder eine Beleidigung, noch einen irgendwie anders gearteten persönlichen Angriff, sondern (m.E. für die Diskussion interessante) Sachinformationen. Maya hat, soweit ich das beurteilen kann, einfach einen kapitalen Dachschaden. Es ist deshalb einfach sinnlos, mit ihr ueber IRGENDETWAS zu diskutieren. Sie geht grundsätzlich in Opposition, sofern sie sie glaubt, jemanden als bösen "Masku" identifiziert zu haben, sogar wenn sie vorher an anderer Stelle noch eine ganz andere Meinung vertreten hat. Von diversen anderen Spielchen, wie sich während der Diskussionsverläufe nach Mayas Gutdünken ändernden Begriffsdefinitionen mal ganz abgesehen. Man kann das alles mit nur zwei Worten beschreiben: Total behämmert!

Gruss,
Paul

Re: Feminismus - was wird darunter verstanden?

Eugen Prinz, Monday, 27.09.2004, 22:44 (vor 7801 Tagen) @ Paul

Als Antwort auf: Re: Feminismus - was wird darunter verstanden? von Paul am 27. September 2004 16:10:32:

Ich verfolge das Forum (Maya's Spielplatz) nun auch schon länger. Habe mir allerdings abgewöhnt dort noch irgendetwas zu schreiben, weil mein letzter Beitrag ohne ersichtlichen Grund gelöscht wurde. Er enthielt weder eine Beleidigung, noch einen irgendwie anders gearteten persönlichen Angriff, sondern (m.E. für die Diskussion interessante) Sachinformationen.

Das war vielleicht dein Fehler. Die dürften dort kaum Interesse an sachlichen Informationen haben, die ihre Auffassungen widerlegen. Ich verstehe schon, dass viele Beiträge von reiner Diskussionlust getragen sind, aber diese Lust ausgerechnet in einem Forum befriedigen zu wollen, wo man "moderiert" wird, ist schon ein wenig pervers. Aber vielleicht gibt es ja noch andere Motive als die Diskussionslust, von denen ich nichts weiß...?

Eugen

Willkommen im Club

Joseph S, Tuesday, 28.09.2004, 02:08 (vor 7801 Tagen) @ Paul

Als Antwort auf: Re: Feminismus - was wird darunter verstanden? von Paul am 27. September 2004 16:10:32:

... der von Maya zensierten.

Über diese Frau kann man viel sagen, aber es muß hier nicht ausgesprochen werden. Sie ist
schon was spezielles, aber eigentlich unwichtig.

Ich empfehle lediglich die Argumentationswege, und -grundlagen in unserem und unserem
Antiforum (eben diesem) zu analysieren und zu vergleichen. Man kann einiges über
maskulistische und feministische Logik lernen. Konkrete Ausführungen hierzu sind in unserem
Forum trotzdem fast immer überflüssig.

Gruß
Joseph

powered by my little forum