Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: "Wenn Männer zu Verlierern im Geschlechterkampf werden"

Ekki, Thursday, 23.09.2004, 13:47 (vor 7806 Tagen) @ Sam

Als Antwort auf: "Wenn Männer zu Verlierern im Geschlechterkampf werden" von Sam am 21. September 2004 21:18:13:

Dass auch Männer Opfer von männlichen Gewalttätern werden, werde bislang weitgehend ignoriert, kritisierte der Geschlechterforscher Hans-Joachim Lenz. Männer bagatellisierten und verschwiegen Gewalterfahrungen. Lenz fand in seiner Studie heraus, dass sechs von sieben der befragten Männer in ihrem Leben schon einmal Erfahrung mit Gewalt gemacht haben. Lenz: "Wir haben die Spitze eines Eisberges entdeckt".

Hä? 5000 Jahre Menschheitsgeschichte nicht zur Kenntnis genommen? Ein Eingeständnis von entwaffnender Offenheit!

Für Reiner Wanielik von der Fachstelle für Jungenarbeit des Paritätischen Bildungswerkes Rheinland-Pfalz/Saarland sind Männer unter den jetzigen gesellschaftlichen Bedingungen "längst nicht mehr die Gewinner im Geschlechterkampf." Lange wurde übersehen, dass das so genannte "starke Geschlecht" mit einem ganzen Bündel von Problemen konfrontiert wird, das seine ehedem so selbstverständliche Stellung in der Gesellschaft zusehends in Frage stellt. So sterben in Deutschland Männer durchschnittlich sieben Jahre früher als Frauen. Sie haben häufiger Herz-Kreislaufprobleme und sind sehr viel suchtanfälliger. Drei von vier Selbstmorden werden von Männern begangen. Und dass einem geschiedenen Vater vor Gericht das Sorgerecht für das Kind zugesprochen wird, ist immer noch die Ausnahme.

Das ist doch zu schön, um wahr zu sein, daß die männlichen Belange endlich zur Kenntnis genommen werden, nicht wahr?

Bingo:

Eines der Hauptprobleme bei der gesellschaftlichen Stellung der Männer besteht für Wanielik darin, dass sich das "Männliche heute noch zu sehr über die Arbeit definiert". In Zeiten hoher Arbeitslosigkeit kann hieraus ein ernstes Identitätsproblem gerade für junge Männer erwachsen. Minderwertigkeitsgefühle und Verunsicherung können bei vielen männlichen Jugendlichen das Abrutschen in Gewalt und Kriminalität beschleunigen. Auch verträgt sich ein einseitig über Arbeit definiertes Männerbild nur schwer mit Erziehungsaufgaben. Die sind in den Köpfen der meisten Männer vor allem Frauensache.

Womit die Katze aus dem Sack wäre. Arbeit, Herr Dummschwäter-Wanielik, ist und bleibt das Zentrum männlicher Selbstverwirklichung. Und zwar Erwerbsarbeit im "feindlichen Leben", außer Haus! Was Sie wollen, Herr Dummschwätzer-Wanielik, ist die alte feministische Leier: Männer sollen zu Hausmännern umgesoftet werden.

Ähnlich problematisch wirkt sich ein überkommenes Männlichkeitsideal beim Umgang mit körperliche Krankheiten sowie seelische Probleme aus. Nach wie vor tendieren Männer dazu, Gebrechen aller Art zu verschleppen. Ein Mann klagt nicht und beißt die Zähne zusammen.

Der nächste feministische Oldie: Männer sollen jammern lernen.

Nach Waniliks Worten wird der Grundstein für die verfehlten Entwicklungen schon in der frühen Kindheit gelegt. Im Kindergarten und der Grundschule werde eine falsche Weichenstellung vorgenommen. "Vieles in der Pädagogik ist mit weiblichen Zielsetzungen verbunden. Jungen kommen dabei nicht zum Zuge."

Wenn Ihre Vorstellungen vom Hausmann (und von der Erziehung zu einem solchen) umgesetzt werden, Herr Dummschwätzer-Wanielik, dürfte das in verstärktem Maße der Fall sein.

Die spezifischen Bedürfnisse von Jungen, wie Hunger nach Kräftemessen und Abenteuer werden dabei zu wenig berücksichtigt. Auch lernen sie nicht, über ihre Probleme zu sprechen. Ihnen fehlen schlichtweg die männlichen Ansprechpartner.

Ausgerechnet eine Frau, Herr Dummschwätzer-Wanielik, hat - unter dem Pseudonym "Jutta Fischkurt", so weit sind wir gekommen, daß man Wahrheiten allenfalls unter Pseudonym veröffentlichen darf! - in dem Buch "Wenn Frauen nicht mehr lieben, darauf die richtige Antwort gegeben: Der Vorwurf an die Männer, sie seien nicht imstande, über ihre Gefühle zu sprechen, sei verlogen, denn wenn sie es täten, stießen sie bei den Frauen auf taube Ohren.

Was Sie dagegen höchstwahrscheinlich meinen, Herr Dummschwätzer-Wanielik, ist , daß Männer in feministisch gelenkten "Männer-Gruppen" lernen, darüber zu jammern, daß sie immer noch so hart, so männlich, so arbeitsfixiert sind.

Im Übrigen haben Männer inzwischen durchaus Ansprechpartner - z.B. in diesem Forum.

Ihre Demagogie, Herr Dummschwätzer-Wanielik, war zugegebenermaßen einigermaßen raffiniert verpackt, aber so raffiniert nun wieder auch nicht, als daß sie sich nicht selbst verraten hätten.


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