Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Zypries will weniger Unterhalt für Geschiedene

Odin, Tuesday, 21.09.2004, 20:01 (vor 7808 Tagen)

Zypries will weniger Unterhalt für Geschiedene
Dienstag, 21. September 2004, 15.55 Uhr
Nach dem Willen von Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) sollen geschiedene Ehepartner, die keine Kinder betreuen, künftig deutlich weniger Unterhalt bekommen. Im Gegenzug werden die Unterhaltsansprüche von Kindern gestärkt werden. Bei der Eröffnung des 65. Deutschen Juristentags in Bonn kündigte die Ministerin eine entsprechende Reform noch für diese Legislaturperiode an. Ziel ist „die Förderung des Kindeswohls und die Stärkung der nachehelichen Eigenverantwortung“, sagte die Ministerin.

Zypries will die „erschreckende Zahl“ von mehr als einer Million sozialhilfebedürftiger Kinder - gut ein Drittel der Sozialhilfeempfänger - reduzieren. Kindesunterhalt soll deshalb künftig Vorrang vor allen anderen Unterhaltsansprüchen haben.

Re: Zypries will weniger Unterhalt für Geschiedene

Jolanda, Tuesday, 21.09.2004, 20:06 (vor 7808 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Zypries will weniger Unterhalt für Geschiedene von Odin am 21. September 2004 17:01:08:

Ich würde sagen, ein vernünftiger Ansatz. Ich wäre auch dafür, dass nur die Kinder einen Pflichtteil an Unterhalt bekommen. Frauen nur, wenn sie ein Kleinkind unter drei Jahren haben und dann auch nur, wenn der Vater die Betreuung nicht mit der Mutter teilen kann, so dass er ihr wirklich nicht möglich ist zu arbeiten.

Ich finde Unterhalt an die Frauen mit Kleinkindern sollte viel mehr davon abhängig gemacht werden, wie kooperativ sie sind, wenn Alternativen bestehen, die es ihnen durchaus ermöglichen würden auch mitzuarbeiten.

Hier müsste man schon mal endlich ansetzen.

Herzlicher Gruss
Jolanda

Re: Zypries will weniger Unterhalt für Geschiedene

Odin, Tuesday, 21.09.2004, 20:13 (vor 7808 Tagen) @ Jolanda

Als Antwort auf: Re: Zypries will weniger Unterhalt für Geschiedene von Jolanda am 21. September 2004 17:06:58:

Ich würde sagen, ein vernünftiger Ansatz. Ich wäre auch dafür, dass nur die Kinder einen Pflichtteil an Unterhalt bekommen. Frauen nur, wenn sie ein Kleinkind unter drei Jahren haben und dann auch nur, wenn der Vater die Betreuung nicht mit der Mutter teilen kann, so dass er ihr wirklich nicht möglich ist zu arbeiten.
Ich finde Unterhalt an die Frauen mit Kleinkindern sollte viel mehr davon abhängig gemacht werden, wie kooperativ sie sind, wenn Alternativen bestehen, die es ihnen durchaus ermöglichen würden auch mitzuarbeiten.
Hier müsste man schon mal endlich ansetzen.
Herzlicher Gruss
Jolanda

Es würde oft schon reichen, wenn für Frauen, die von ihrem Ex unterstützt werden dieselben Kriterien gelten würden, wie für Frauen, die vom Staat unterstützt werden.
Daß da noch keine Frau auf Verletzung des Gleichheitsgrundsatzes geklagt hat?

Re: Zypries will weniger Unterhalt für Geschiedene

Jolanda, Wednesday, 22.09.2004, 05:08 (vor 7807 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Re: Zypries will weniger Unterhalt für Geschiedene von Odin am 21. September 2004 17:13:21:

Es würde oft schon reichen, wenn für Frauen, die von ihrem Ex unterstützt werden dieselben Kriterien gelten würden, wie für Frauen, die vom Staat unterstützt werden.
Daß da noch keine Frau auf Verletzung des Gleichheitsgrundsatzes geklagt hat?

Lieber Odin

Schmunzelt...warum hat das eigentlich noch kein Mann getan oder hat es schon einer getan?

Ja, finde ich auch, hast schon recht. Wenn die öffentliche Hand bezahlen muss, dann kann man einer Mutter mit einem dreijährigen Kind durchaus zumuten arbeiten zu gehen, wenn der Ex-Mann bezahlt, dann verdonnert man den einfach mal für ein paar Jahre mehr.

So nach dem Motto, na hallo, wenn da schon eine Kuh dasteht, die man melken kann, dann tun wir das, sonst müssen am Ende noch wir dafür aufkommen.

Eigentlich totales Schmarotzertum, ganz ehrlich, das finde ich ja schon eine bodenlose Frechheit, dass der Statt sich hier andere Rechte heraus nimmt als sie der eigene Kindsvater hat.

Herzlicher Gruss
Jolanda

Re: Zypries will weniger Unterhalt für Geschiedene

Altschneider, Wednesday, 22.09.2004, 11:27 (vor 7807 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Zypries will weniger Unterhalt für Geschiedene von Odin am 21. September 2004 17:01:08:

Damit wird wieder bestätigt, was schon seit Jahren zu beobachten ist: der Unterhalt der Mutter wird über den Unterhalt der Kinder mit gezahlt. Das auch eine Mutter für ihren Lebensunterhalt sorgen kann, ist ja mittlerweile schon einigen augefallen - und damit der Erwachsenenunterhalt umstritten. Zahlungen an Kinder jedoch wird keiner hinterfragen wollen - wie absurd die Zahlen auch immer sein mögen. Daher geistert auch schon seit Jahren die bewusst lancierte Zahl von 1 Million armer Kinder durch die Presse (wobei ich ohne weiteres glaube, dass tatsächlich viele für ihre Kinder Sozialhilfe kassieren - und diese dann auch ohne weitere Prüfung der Lebensverhältnisse gezahlt wird).

Es ist eine unverschämte Strategie, zumal viele der betroffenen Kinder lieber weniger Geld und mehr Vater hätten.

Grüße vom Altschneider

Re: Zypries will weniger Unterhalt für Geschiedene

Norbert, Wednesday, 22.09.2004, 13:12 (vor 7807 Tagen) @ Jolanda

Als Antwort auf: Re: Zypries will weniger Unterhalt für Geschiedene von Jolanda am 22. September 2004 02:08:42:

Hi Jolanda

Es würde oft schon reichen, wenn für Frauen, die von ihrem Ex unterstützt werden dieselben Kriterien gelten würden, wie für Frauen, die vom Staat unterstützt werden.

Ersetze 'unterstützt' durch 'ausgehalten'. :-)

Daß da noch keine Frau auf Verletzung des Gleichheitsgrundsatzes geklagt hat?

Lieber Odin
Schmunzelt...warum hat das eigentlich noch kein Mann getan oder hat es schon einer getan?
Ja, finde ich auch, hast schon recht. Wenn die öffentliche Hand bezahlen muss, dann kann man einer Mutter mit einem dreijährigen Kind durchaus zumuten arbeiten zu gehen, wenn der Ex-Mann bezahlt, dann verdonnert man den einfach mal für ein paar Jahre mehr.

Und um wie viele paar Jahre.
Aktuelle Regelung in D für Unterhaltsberechtigte (Frauen).
Bis zur 4. Klasse Schule keine Arbeitsverpflichtung, entspricht 10-11 Jahre.
Danach Verpfichtung zum Halbtagsjob.
Vollerwerbsverpflichtung erst ab 15. Lebensjahr des jüngsten Kindes.

Nebenbei wird damit dann noch jede Ehe zur Langzeitehe, da diese Zeiten mitgezählt werden.

So nach dem Motto, na hallo, wenn da schon eine Kuh dasteht, die man melken kann, dann tun wir das, sonst müssen am Ende noch wir dafür aufkommen.
Eigentlich totales Schmarotzertum, ganz ehrlich, das finde ich ja schon eine bodenlose Frechheit, dass der Statt sich hier andere Rechte heraus nimmt als sie der eigene Kindsvater hat.

Volle Zustimmung.

Herzlicher Gruss
Jolanda

Herzlichen Gruß
Norbert

Re: Zypries will weniger Unterhalt für Geschiedene

XRay, Wednesday, 22.09.2004, 14:24 (vor 7807 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Zypries will weniger Unterhalt für Geschiedene von Odin am 21. September 2004 17:01:08:

Zypries will weniger Unterhalt für Geschiedene
Dienstag, 21. September 2004, 15.55 Uhr
Nach dem Willen von Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) sollen geschiedene Ehepartner, die keine Kinder betreuen, künftig deutlich weniger Unterhalt bekommen. Im Gegenzug werden die Unterhaltsansprüche von Kindern gestärkt werden. Bei der Eröffnung des 65. Deutschen Juristentags in Bonn kündigte die Ministerin eine entsprechende Reform noch für diese Legislaturperiode an. Ziel ist „die Förderung des Kindeswohls und die Stärkung der nachehelichen Eigenverantwortung“, sagte die Ministerin.
Zypries will die „erschreckende Zahl“ von mehr als einer Million sozialhilfebedürftiger Kinder - gut ein Drittel der Sozialhilfeempfänger - reduzieren. Kindesunterhalt soll deshalb künftig Vorrang vor allen anderen Unterhaltsansprüchen haben.

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Worum geht es wirklich?

Die Düsseldorfer Tabelle basiert ja auf der Annahme von 3 Unterhaltsberechtigten 1 Exehefrau und 2 Kindern. Schon heute
sind in der DT bereits Mangelfälle vorprogrammiert, wenn man alleine von
Kindesunterhalt für 2 Kinder ausgeht.
Der Kindesunterhalt wird sich also kaum erhöhen lassen, solange der
Unterhalt für die Mutter (besser: den betreuenden Elternteil) integriert ist.
Mein Eindruck ist (auch nach allem was ich vom Justizministerium dazu gelesen habe), daß bei der ganzen Geschichte höhere Kindesunterhaltsbeträge herauskommen sollen.
Unter dem Strich ist es aber für den Unterhaltszahler wohl irrelevant,
ob ein Unterhaltsbetrag den Kindern oder der Mutter zugerechnet wird.
Am Ende verfügt ohnehin die Mutter über das Geld.
Eine Entlastung der Unterhaltszahler ist kaum zu erwarten.
Eher das Gegenteil.

Re: Zypries will weniger Unterhalt für Geschiedene

ChrisTine, Wednesday, 22.09.2004, 15:45 (vor 7807 Tagen) @ XRay

Als Antwort auf: Re: Zypries will weniger Unterhalt für Geschiedene von XRay am 22. September 2004 11:24:34:

Worum geht es wirklich?
Die Düsseldorfer Tabelle basiert ja auf der Annahme von 3 Unterhaltsberechtigten 1 Exehefrau und 2 Kindern. Schon heute
sind in der DT bereits Mangelfälle vorprogrammiert, wenn man alleine von
Kindesunterhalt für 2 Kinder ausgeht.
Der Kindesunterhalt wird sich also kaum erhöhen lassen, solange der
Unterhalt für die Mutter (besser: den betreuenden Elternteil) integriert ist.
Mein Eindruck ist (auch nach allem was ich vom Justizministerium dazu gelesen habe), daß bei der ganzen Geschichte höhere Kindesunterhaltsbeträge herauskommen sollen.
Unter dem Strich ist es aber für den Unterhaltszahler wohl irrelevant,
ob ein Unterhaltsbetrag den Kindern oder der Mutter zugerechnet wird.
Am Ende verfügt ohnehin die Mutter über das Geld.
Eine Entlastung der Unterhaltszahler ist kaum zu erwarten.
Eher das Gegenteil.

Überlegt mal bitte weiter: Unterhalt für den Partner kann man bis zu einem gewissen Betrag von der Steuer absetzen, den Unterhalt für die Kinder nicht.
Das Ganze ist schlicht und einfach Verarsche.

Gruß - Christine

Re: Zypries will weniger Unterhalt für Geschiedene

Norbert, Wednesday, 22.09.2004, 21:06 (vor 7807 Tagen) @ ChrisTine

Als Antwort auf: Re: Zypries will weniger Unterhalt für Geschiedene von ChrisTine am 22. September 2004 12:45:23:

Hi Christine

Am Ende verfügt ohnehin die Mutter über das Geld.
Eine Entlastung der Unterhaltszahler ist kaum zu erwarten.
Eher das Gegenteil.

Überlegt mal bitte weiter: Unterhalt für den Partner kann man bis zu einem gewissen Betrag von der Steuer absetzen, den Unterhalt für die Kinder nicht.
Das Ganze ist schlicht und einfach Verarsche.
Gruß - Christine

Genau so.
Der arme Staat muss weiter entlastet werden.
Verlogen bis zum Ende.
Aber was kann man von Femi-Ministerin Zypries denn erwarten?
Erfahrungswerte liegen doch schon genügend vor.

Gruß
Norbert

Re: Zypries will weniger Unterhalt für Geschiedene

Morb, Thursday, 23.09.2004, 00:17 (vor 7806 Tagen) @ Altschneider

Als Antwort auf: Re: Zypries will weniger Unterhalt für Geschiedene von Altschneider am 22. September 2004 08:27:32:

Hallo,

du hast es erfasst.
Von wem die Worte stammen, weiß ich leider nicht, aber sie wurden auch hier im Forum schon mal veröffentlicht:"...der Trend geht zur Finanzierung der Frau über das Kind...".
Die Welt wird sich mit Inkrafttreten von Hartz 4 für viele Menschen grundlegend ändern, wohl mehr als manchen bis heute bewusst ist. Ein Mann, der zu einem '1-Euro-Job' gezwungen wird, um seine EX zu finanziern, lässt sich sicher schlechter verkaufen, als ein '..ja, aber er muss doch schließlich auch ein bischen für seine Kinder sorgen'.
Also macht man es einfach so: 200 EUR weniger EU, 250 EUR mehr KU.
Dabei wird der EU dann noch über einen Gummiparagraphen abgesichert, wie bei dem Unterhalt für unverheiratete Mütter. Der war bisher auf drei Jahre beschränkt. Dass ist er auch jetzt noch, jdoch '...Der Unterhalt ist auch nach Ablauf der drei Jahre zu gewähren, wenn die Versagung des Anspruchs grob unbillig wäre."
Also erwarten wir den Brief vom Jugendamt und freuen uns darüber, dass es seit die Femis an den Hebeln der Macht sitzen, unseren Kindern besser und besser und besser geht.

Gruß

Damit wird wieder bestätigt, was schon seit Jahren zu beobachten ist: der Unterhalt der Mutter wird über den Unterhalt der Kinder mit gezahlt. Das auch eine Mutter für ihren Lebensunterhalt sorgen kann, ist ja mittlerweile schon einigen augefallen - und damit der Erwachsenenunterhalt umstritten. Zahlungen an Kinder jedoch wird keiner hinterfragen wollen - wie absurd die Zahlen auch immer sein mögen. Daher geistert auch schon seit Jahren die bewusst lancierte Zahl von 1 Million armer Kinder durch die Presse (wobei ich ohne weiteres glaube, dass tatsächlich viele für ihre Kinder Sozialhilfe kassieren - und diese dann auch ohne weitere Prüfung der Lebensverhältnisse gezahlt wird).
Es ist eine unverschämte Strategie, zumal viele der betroffenen Kinder lieber weniger Geld und mehr Vater hätten.
Grüße vom Altschneider

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