Rote Männer Info Nr. 74
RoteMänner!
Väter und Täterätätäter!
Verschwörer und Verräter!
Direkt neben einem Bericht über das Revisionsverfahren gegen eine
Mutter, die ihren zweijährigen Sohn verdursten ließ und deswegen in
erster Instanz zu lebenslanger Haft verurteilt worden war, klärt uns
die "Berliner Zeitung" vom 18. September darüber auf: "Die Täter sind
oft Väter oder Stiefväter der Kinder, in etwa 43 Prozent der Fälle sind
es Frauen." Dass sich Täter auf Väter reimt, wußten wir schon, was dies
hier aber für Frauen sind, hätte uns interessiert, weil daraus sehr
wahrscheinlich der Schluss abgeleitet werden kann, dass die Täterinnen
oft Mütter oder Stiefmütter sind. Die Frage ist, warum man dann nicht
einfach schreibt, die Täter sind oft die eigenen Eltern. Ganz einfach:
Weil dann das subkutan untergeschobene Feindbild nicht mehr gestimmt
hätte, auf das man ja gerade dann nochmal in aller Deutlichkeit
hinweisen muss, wenn der Anlass gebende Bericht der über eine mordende
Mutter ist! Über deren Schuldfähigkeit soll jetzt neu befunden werden,
worauf man bei einem Mann auch so ohne weiteres nicht gekommen wäre.
Eine andere Mutter, die ihre beiden Kinder kurz vor Weihnachten 2003 in
Geesthacht erstochen hat, soll gleich ganz ungeschoren davon kommen:
",Wir haben das Verfahren wegen Totschlags eingestellt', sagte der
Lübecker Oberstaatsanwalt Klaus-Dieter Schultz dem Hamburger
Abendblatt. Die Rechtslage lasse nicht zu, dass die Frau ins Gefängnis
oder in eine psychiatrische Klinik komme." Über die mögliche Motivation
der Frau, die ihre 15 Monate alte Tochter und ihren sechsjährigen Sohn
mit einem Tranchiermesser abgestochen hat, klärt uns die Zeitung auf:
"Die Frau, die mit Mann und Kindern bei Lübeck lebte, war nach einem
Ehekrach zu ihrer Mutter geflüchtet. Grund des Streits war das ständige
Misstrauen der Frau. Die Eifersucht hatte nach Einschätzung von
Gutachtern ,krankhafte Züge'. Psychologen halten es für möglich, dass
die Frau im Rachewahn zum Messer griff, um ihren Mann bis an sein
Lebensende zu bestrafen." Die Gutachter attestieren der Frau "zur
Tatzeit" eine schwere Persönlichkeitsstörung; sie stelle aber "keine
Gefahr für die Allgemeinheit"dar. (Na klar, und außerdem ist ja keins
ihrer Kinder mehr übrig, das sie jetzt noch abstechen könnte!)
http://www.abendblatt.de/daten/2004/09/03/336614.html
"Erklärungsbedürftig" fand der "Spiegel" das Verhalten der
Staatsanwaltschaft: "Wie kann es sein, dass eine Frau zwei Kinder
umbringt - und dann keine Strafe, keine Sühne? Nicht mal eine
Gerichtsverhandlung?"
http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,317679,00.html
Diese Idee hatten wir auch schon: Warum sollen eigentlich die
arbeitslosen Alleinerziehenden, die von der Gesellschaft unterstützt
werden, nicht dieser unter Nutzung einiger Synergieeffekte etwas
zurückgeben und bei der Kinderbetreuung behilflich sein?. Ein paar
Jahre nach uns ist jetzt auch die Bundesregierung auf diesen Gedanken
verfallen, vermutlich im Rahmen ihrer (blöderweise) so genannten
"Ein-Euro-Jobs". Was aber der "taz" nur Sarkasmus entlockte:
"Unqualifiziert - aber geeignet für Kitas" - so als seien Arbeitslose
Idioten. http://www.taz.de/pt/2004/09/07/a0109.nf/text Ein Kommentar
unterstellt bereits eine Invasion ausgemusterter Banksachbearbeiter
oder Fernfahrer in die Kitas. Dass es Leute gibt - zumal solche, die
selbst Welche erziehen oder erzogen haben - die mit Kindern umgehen und
ihnen eine Menge beibringen können, ohne dies vorher "studiert" zu
haben, kommt den "taz"-Bedenkenträgern nicht in den Sinn. Nach ihrer
Auffassung müssen über 80 Prozent aller Eltern als für die Erziehung
ihrer Kinder völlig ungeeignet gelten. "Nichts gegen Menschen, die es
unverschuldet aus dem Arbeitsprozess geschleudert hat. Aber die
Kulturrevolution, die nötig ist, um aus Kitas Bildungseinrichtungen zu
machen, ist mit ihnen nicht zu schaffen."
http://www.taz.de/pt/2004/09/07/a0184.nf/text Bewahre! In unseren
Schulen indessen führt der schiere Lehrermangel inzwischen zu einer
Fülle von pädagogisch inkompetenten Seiteneinsteigern, ohne dass dies
Einwände ausgelöst hätte. Über Zehntausende von Jahren ist es völlig
unqualifizierten Menschen gelungen, Kinder großzuziehen. Seit dem
dritten Jahrtausend nach Christus jedoch braucht man dafür ein Diplom:
für die "anspruchsvolle Aufgabe des Früherziehers"!
Mit spektakulären Aktionen machen in Großbritannien jüngst die "Fathers
4 Justice" von sich reden. Nach den Comicfiguren Batman und Batgirl gab
es auf dem Buckingham-Palast jetzt einen Batfather. Sehr schöne
Geschichte und am Ende ein Beleg dafür, das der britische
Premierminister im Prinzip eben doch ein blöder Sack ist. Wir
jedenfalls finden die "Super Dads" Klasse!
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,317913,00.html Und hier auch die
Homepage der Aktionshelden:
http://www.fathers-4-justice.org/home/index.html
Endlich wissen wir, warum die Umsetzung der Gleichberechtigung in
Zentralafrika noch nicht abgeschlossen werden konnte: Fasziniert lesen
wir über "ein lebensnahes Beispiel für die Umsetzungsschwierigkeiten in
armen Ländern", das die Generalsekretärin der UN-Frauenkonferenz zum
Besten gab: "Sie stamme von einer Insel im tansanischen Viktoriasee,
auf der es keinen Strom gebe. ,Die Leute sagen: Du kannst die
Aktionsplattform von Peking auf deinen Computer herunterladen. Wie
sollen die Frauen das ohne Strom hinkriegen?'"
http://www.taz.de/pt/2004/09/13/a0110.nf/text Die Stromversorgung
scheint in der Geschichte der politischen Bewegungen eine ständig
wachsende Bedeutung zu bekommen. Meinte doch schon Lenin,
Sowjetkommunismus, das sei Sozialismus plus Elektrifizierung.
Feminismus ohne Elektrifizierung dagegen ist vermutlich eine
patriarchalische Verschwörung!
Was wäre das Leben ohne Tipps wie diese: "Nur wer die Kraft aufbringt,
an einem Samstagabend alleine nach Hause zu gehen, wird am
Sonntagvormittag in einem Museums-Cafe in ausgeruhtem Zustand
zeitungsschwingend sein Junggesellentum inszenieren können. Oder im
Park den jungen Damen zulächeln, ohne Angst, wegen der tiefen
Augenringe für einen Alkoholiker gehalten zu werden."
http://www.gmx.net/de/themen/lifestyle/liebe/singles/flirt/444530,cc=000000156300004445...
Doch auch wer auf die RotenMänner hört, wird hinterher weisere
Entscheidungen treffen. Wir halten's mit dem Dalai Lama: "Nicht zu
bekommen, was man will, ist manchmal ein großer Glücksfall." Oder den,
wenn alles zu spät ist: "Wenn du verlierst, verliere nie die Lektion!"
"Immer noch sterben etwa 530.000 Frauen jährlich an einer Geburt oder
deren Folgen." informierte der "Zweiwochendienst Frauen und Politik"
und folgert messerscharf, dass sich auf dem Gebiet der reproduktiven
Medizin "kaum etwas verbessert habe." Die Diskriminierung der Frauen
halte an! Sollen wir das kommentieren? Resigniert nehmen wir zur
Kenntnis, dass Männer an den Folgen einer Geburt nun mal nicht sterben
können, es sei denn als Säuglinge. Perfide Drückebergerei! Aber eine
halbe Million! Jedes Jahr! Weltweit! Vor hundert Jahren war es
wahrscheinlich allein in Europa ein Mehrfaches. Dennoch: Kaum
Verbesserung.
http://www.zwd.info/story.php?PHPSESSID=b178d360db1bcce25f70c42f0e69bbd3&cat=20&...
(Übrigens hat sich selbst in einem Land wie Ghana die
Geburtssterblichkeit sei den 1960er Jahren fast halbiert. Dieselbe
Entwicklung in Gambia allein innerhalb der letzte 20 Jahre.
http://www.dritte-welt-kreis.de/archiv/2003/aktuell-4.html Mit anderen
Worten: Es hat sich kaum etwas verbessert!)
Bei ebendiesem "Nachrichten"-Verbreiter konnten wir uns über die neue
Berliner Aktion "Gewalt kommt nicht in die Tüte" informieren, die
anknüpft an eine Saarbrücker Aktion von 2001 mit dem noch trefflicheren
Titel "Vergewaltigung kommt nicht in die Tüte". Häusliche Gewalt gegen
Frauen solle damit "zum Thema" gemacht werden. Das ist vor allem
deswegen wichtig, weil davon bis heute offenbar noch nie jemand was
gehört hat!
http://www.zwd.info/story.php?PHPSESSID=b178d360db1bcce25f70c42f0e69bbd3&cat=20&...
Das ständige Klagen aus den Reihen der politisch korrekten Linken über
die benachteiligten Frauen ging mal wieder einer Frau, der dieses Bild
vom unmündigen Weibchen offenbar persönlich peinlich ist, so auf die
Körner, dass sie ein paar lesenswerte Sätze zu bedenken gab. Die
Debatte darüber, wie arm die Frauen in Österreich seien, bezeichnet die
Redakteurin Martina Salomon als heuchlerisch - was wir wiederum als
sehr wohltuend empfanden:
http://www.diepresse.at/Artikel.aspx?channel=p&ressort=pk&id=442907
Alles Opfer - oder was? So könnte die Überschrift dieses RoteMännerInfos
lauten. Weil Deutschland noch mehr als andere Länder ein Volk steter
JammerlappInnen ist, ist das durchaus ein Thema weit über den
Geschlechterdiskurs hinaus. Jede öffentliche Verlautbarung löst
hierzulande pavlovsche Reflexe betroffener oder sich "betroffen"
fühlender Interessengruppen aus. Der "Spiegel" macht diese Woche mit
dem Titel "Jammertal Ost" auf - und wenn's nicht so zutreffend wäre,
müssten sich die Ossis eigentlich (schon wieder) beleidigt fühlen. Ist
es nicht verräterisch, wenn sich das halbe Volk (natürlich auch im
Westen!) angesprochen fühlt, sobald der Kanzler was von
Mitnehmermentalität erzählt?
1. Über Opferrhetorik schreibt der Magdeburger Soziologe Rainer Paris.
Opfer bedeute vor allem: kein Täter! Diese Selbstdeutung ist Strategie,
"Chuzpe und Hinterfotzigkeit", mit der einzelne Gruppen tatsächliche
oder vermeintliche Machtdefizite ausgleichen.
2. Eine neue deutsche Studie bestätigt Warnungen vor der Auswirkung von
Vaterlosigkeit für Kinder: Sie begehen häufiger Selbstmord, sterben
öfter an Drogen. Und werden häufiger Opfer von Gewalttaten.
Tatsächliche Opfer, keine eingebildeten!
3. Feministische Widerstandstage protestieren gegen Mittelkürzungen für
Frauenhäuser. Da muss auch nochmal von allen Seiten auf das
apokalyptische Gewaltaufkommen in deutschen Wohnstuben hingewiesen
werden. Wir empfehlen, Männer besser in Käfigen zu halten.
4. Dass Frauen nur noch als Opfer registriert werden, verleitet viele
Männer dazu, in Beziehungskonflikten ihrerseits die Kehle preiszugeben.
Da lassen sich die meisten Damen nicht lange bitten. Ein Beispiel.
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GESCHWÄTZIGE OPFERRHETORIK:
ÜBER DIE DÄMONISIERUNG DER MACHT UND IHREN WALLUNGSWERT
"Woran liegt es, daß man als Opfer heutzutage immer schon in der
Offensive ist?" fragt der Magdeburger Soziologieprofessor Rainer Paris,
der uns vor längerem schon einmal zu überzeugen wußte, im neuen
(Doppel-)Heft des "Merkur, Zeitschrift für europäisches Denken", über
die "deutsche Opferrhetorik".
http://www.online-merkur.de/seiten/lp200409d.php . Wem vor einem hier
und da etwas verquasten Soziologendeutsch nicht bange ist, dem blüht
durchaus ab und an der Baum der Erkenntnis. Der Beitrag weist im
Übrigen ein paar Analogien zu unserem Beitrag im RoteMännerInfo 73 über
Legendenbildung, Aufklärung und Gegenaufklärung auf.
Es geht bei Paris um den in den letzten zwei, drei Jahrzehnten
allgegenwärtig gewordenen Gewaltdiskurs und die darin betriebene
Dämonisierung von Macht. "Dabei oszilliert dieser Diskurs je nach
politischen oder bewegungstypischen Präferenzen natürlich noch um eine
Reihe weiterer Begriffe und Begriffslegierungen (Mißbrauch, Gewalt
gegen Frauen, ethnische Säuberung, Völkermord usw.), deren
,Wallungswert' (Gottfried Benn) sie in prototypischer Weise dazu
geeignet macht, Konflikte affektiv aufzuladen und in quasireligiöse
Kulturkämpfe zu verwandeln."
Die Begriffe, die Paris hier im Sinne hat, sind uns nicht unvertraut.
Wahlweise wird auch all' das zur opferschaffenden Gewalt stilisiert,
was denen, die ansonsten am eigenen Leben und ihrer verkorksten Psyche
nur scheitern können, nützlich ist: "Die Verschiebung des
Verletzungskriteriums von der physischen zur psychischen Verwundung hat
weitreichende Konsequenzen. Sie öffnet eine semantische Schleuse, weil
sie den Akzent von der direkten Schädigungsabsicht und dem eindeutigen
Handanlegen des Täters auf die Gefühlswirklichkeit und das subjektive
Erleben des Opfers verlagert. Wo jedes durch Handlungen anderer
verursachte Leiden bereits hinreichend die Verwendung des
Gewaltbegriffs legitimiert, stehen seiner weiteren Ausdehnung kaum mehr
Hindernisse im Weg. Opfer ist jetzt, wer sich als Opfer fühlt. Und
schon das Mitfühlen mit dem Opfer rechtfertigt fortan die Übernahme der
Pose des Anklägers."
Das Ergebnis sei eine "Monopolisierung der Definitionsmacht. Das
Paradebeispiel ist der berühmte, sogar als offizielle Vorschrift
festgeschriebene ,Hamburger' Belästigungsbegriff: Belästigung ist, was
frau als Belästigung empfindet." Treffender kann man eine Definition
des Begriffs Selbstgerechtigkeit nicht auf den Punkt bringen. Auf
dessen Risiko weist Paris hin: "Wer Totschlagbegriffe kreiert, darf
sich nicht wundern, wenn sie jeder, der sie brauchen kann, aufgreift,
durch Kontextverschiebung umdeutet und in seinem Sinne verwendet."
Man darf dabei nicht vergessen: Niemand geriert sich als Opfer nur um
des Opfer-seins willen! Opfer zu sein ist vielmehr lukrativ, ja
tatsächlich einträglich. Plötzlich stehen einem öffentliche
Haushaltstitel zur Verfügung, man erhält "Förderung", wo nicht gleich
Entschädigung, sowie teils offene Begünstigung durch unsere Justiz. Man
erfährt ein Verständnis, dass keine Grenzen mehr kennt, jede Skepsis
verblasst. An ein veritables Opfer kann man wegen seiner durchlittenen
Traumata keine Forderungen mehr richten. Von der Zumutung, das eigene
Leben zu bewältigen und dafür zu arbeiten, ganz zu schweigen. Herzlos,
wem da das Verständnis fehlt! Dem Opfer wird Aufmerksamkeit zuteil, die
sich in bare Münze umsetzen lässt.
Doch nicht nur das, auch der immaterielle Gewinn ist lukrativ: "Wer
selbst Opfer ist oder sich mit dem Opfer identifiziert, kann offenbar
keine Schuld haben. Das Opfer ist vor allem kein Täter." Als Opfer ist
man fein raus, weil einem nicht nur die Anderen nichts Böses mehr
unterstellen, sondern weil man sich selbst gegenüber die zu
verantwortenden Sauereien relativieren kann. (War den Großinquisitoren
klar, welches Schmierenstück sie den gläubigen Christen vorspielten?
Oder glaubten sie nicht vielmehr selbst machtbesoffen an die durch sie
vermittelte Göttlichkeit?)
Nun wollen wir nicht zynisch werden, es gibt ja nicht wenige WIRKLICHE
Opfer. Den Zynismus allerdings müssen auch keineswegs wir uns vorwerfen
lassen, sondern weitaus mehr diejenigen, die sich selbst nur um der
billigen Erringung von Vorteilen willen selbst zu Opfer stilisieren.
Oder auch für einen erfolgreichen Rachefeldzug. Denn das Vorhandensein
eines Opfers schreit ja nach der Ermittlung - und Dämonisierung - des
Täters. (Es sei denn, der ist eine Frau wie die beiden in der
Einleitung vorgestellten Kindermörderinnen. Hier verbietet sich jede
Dämonisierung, stattdessen wird jedes verfügbare gesellschaftliche
Verständnis mobilisiert.)
"Die Bilder müssen immer schockierender, die Taten immer ungeheuerlicher
werden, um die drohende Gleichgültigkeit zu vertreiben." schreibt
Paris. Die sich inzwischen bald jährlich überbietenden - wo überhaupt
noch überbietbaren - Zahlen weiblicher Gewaltopfer und missbrauchter
Kinder, die ohne Beleg bleiben, die zugeschriebenen Attibute, Metaphern
und Vergleiche, die dagegen schäumende Empörung bis zu aggressivem
Hass, das alles spricht Bände über die Psychologie nicht der
tatsächlichen, sondern der Möchtegern-Opfer. (Davon ist übrigens auch
die feminismuskritische Männer- und Väterszene nicht völlig frei, die
häufig ihre eigenen Dämonisierungen und Enttarnungsrituale pflegt.)
Die Verteilung der Machtmittel zwischen Täter und Opfer lässt keine
Grauzonen oder Abstufungen zu, ihre Asymmetrie ist "total", sagt Paris,
sie klärt fast schon religiös die Aufteilung in das "Gute" und das
"Böse", aber: "Von solcher Klarheit und Eindeutigkeit sind die meisten
Machtverhältnisse weit entfernt." Die künstliche Selbststilisierung zum
Opfer ist das probate (Macht-)Mittel, um eine eigene ÜBER-Macht zu
gewinnen. Die Macht der Machtlosen besteht nicht zuletzt in "Chuzpe und
Hinterfotzigkeit": "Egal was der Andere sagt und tut, nichts wird mich
daran hindern, am Bild der Verwerflichkeit weiterzumalen."
Die geschwätzige Opferrhetorik steht in auffälligem Gegensatz zur
verbreiteten Sprachlosigkeit der wirklichen Opfer: "Über das eigene
Leiden zu reden, ist Gewaltopfern oft auch nach Jahren nahezu
unmöglich." Die selbststilisierten Pseudoopfer unserer Zeit dagegen tun
nichts anderes: Sie betreiben "Propaganda und Agitation."
(Über Jörg Laus Beitrag über "Männerhass und Männerselbsthass" im
derselben "Merkur"-Ausgabe informieren wir im nächsten
RoteMännerInfo.)
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"SPÄTE ERKENNTNIS": KINDER BRAUCHEN IHRE VÄTER
"Langzeitstudien zeigen, dass eine Kindheit mit nur einem Elternteil ein
Leben lang nachwirken kann. Forscher warnen vor dauerhaften Folgen der
verbreiteten Vaterlosigkeit für Gesellschaft und Gesundheitssystem.
,Das ist ein stilles Drama ungeheuren Ausmaßes'." lasen wir am 10.
September in der "Süddeutschen", die dies als "späte Erkenntnis"
verkaufte. Wir kennen eine Menge Leute, die die "späten Erkenntnisse"
dieser Gesellschaft bereits seit Jahrzehnten haben - und deswegen oft
genug als querulatorische Hirnies abgetan worden sind.
Nichtsorgeberechtigte Elternteile, die für ihre nächsten Verwandten,
nämlich ihre Kinder, schlicht dasein wollen, ja sie oft nur ab und an
SEHEN wollen, müssen in diesem Land oft erst hochnotpeinliche Verfahren
bei Gerichten durchstehen, an deren Ende selbst heute noch oft genug
ein mehr oder minder schlichtes "Njet" herauskommt - in Form von ein
paar Stunden im Monat, oder wahlweise auch gar nichts. Unsere Justiz
ist sich schließlich für kleinere Rechtswidrigkeiten nie zu schade.
Was bisher als "Väteraufbruchs"-Ideologie abgetan wurde, bestätigen
offenbar die neuesten Studien: "Bei vater- oder mutterlos
aufgewachsenen Jungen war das Risiko, an einer Suchtkrankheit zu
sterben, mehr als fünf mal so groß. Vier mal so viele wie in der
Vergleichsgruppe kamen durch Gewalt, Stürze oder Vergiftungen um.
Vater- oder mutterlose Mädchen kamen insgesamt nicht häufiger um, sie
wurden aber doppelt so häufig Opfer von Gewalttaten oder begingen
Selbstmord. Todesfälle aufgrund von Alkohol- oder Drogenmissbrauch
waren bei ihnen dreimal so häufig."
Interessant ist, dass verdächtig häufig von den "vaterlos
Aufgewachsenen" und vom "stillen Drama der Vaterlosen" die Rede ist.
Die Entbehrung der Mutter scheint - nicht nur wegen lediglich 16
Prozent Vätern unter den Alleinerziehenden - kaum vorzukommen.
Bemerkenswert weiterhin der Vergleich mit der kriegsbedingten
Vaterlosigkeit früherer Jahre: Es gebe "schon Parallelen zwischen den
Auswirkungen des Krieges und der aktuellen gesellschaftlichen
Situation. Die heutige Katastrophe sei nur weniger sichtbar." Das
wiederum verwundert, war doch just diese "heutige Katastrophe" im
vergangenen Jahrzehnt Anlass für ein neues Umgangsrecht. Aber etliche
der damals an dieser Gesetzgebung maßgeblich beteiligten Abgeordneten
staunen heute Bauklötze, wenn sie sehen, was die deutsche Justiz
vielerorts daraus macht.
Die Wissenschaftler fordern, "die Gesellschaft müsse sich zusammentun,
um Schäden und damit Kosten durch Vaterlosigkeit vorzubeugen."
Vielleicht wäre schon viel gewonnen, wenn in der selbstherrlichen
Familienjustiz mal ein paar Köpfe rollen würden. Solange die Position
der Richter aber sakrosankt ist, kann es eigentlich nur bei moralischen
Appellen an diesen Berufsstand bleiben, sich doch bitte an das geltende
Recht zu halten. Schöne Verhältnisse!
http://www.sueddeutsche.de/wissen/artikel/935/38897/
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WARUM DAS SPAREN AN FRAUENPROJEKTEN DIE INFRASTRUKTUR GEFÄHRDET
"Wider den Normalzustand" überschrieb die "taz" vom 9. September ihren
Bericht über "die feministischen Widerstandstage", die sich gegen die
Ansicht wehren wollten, "dass privater Profit bestimmt, was politisch
ist." Der Hintergrund ist, dass den Frauenhäusern vielerorts die Mittel
gekürzt werden. Die "für Frauen außergewöhnlichen Aktionen" dieser
Widerstandstage sollten etwa einen Autokorso sowie eine Abschlussdemo
umfassen.
Die "gesamten Errungenschaften und Anliegen der Frauenbewegung" stünden
auf dem Spiel, gab die Pressesprecherin dieser Widerstandstage Inge
Kempf zu bedenken. Dass Frauenprojekte aktuell in besonderem Ausmaß von
Streichungen betroffen sind, sei kein Zufall, sondern ein Symptom für
einen Gesellschaftsumbau, der privaten Profit politisch befördere. Und
dann wird ein kühner Bogen gespannt von der Frauenpolitik zur
Infrastruktur mit Wasserversorgung, Sozialversicherungen, kurz: "Nichts
bleibt mehr öffentliches Anliegen.(...) Wir finden es zynisch, dass die
sozialen Projekte und die kommunale Versorgung mit dem Verweis auf die
leeren öffentlichen Kassen zusammengestrichen werden, während
beispielsweise die Rüstungsausgaben in Deutschland stetig steigen und
Gewinne von Konzernen staatlich abgesichert werden."
Wir wollen hier nicht oberlehrerhaft sein, aber der deutsche
Verteidigungshaushalt ächzt ebenfalls unter dem Sparzwang, Mädels! Das
haben wir gerade erst wieder im Haushaltsentwurf für 2005 gelesen.
Vielleicht sollten die Frauen mal ein Bündnis mit dem
Verteidigungsminister suchen: Gemeinsam gegen kein Geld! Denn mit kein
Geld zu argumentieren ist "zynisch" (dummdeutsche Modevokabel der 80er
Jahre, soll meistens heißen: gemein!)
Eigentlich fanden wir den "taz"-Artikel so witzig, dass wir ihn beinahe
ganz dokumentiert hätten. Vor allem dieser Passus ist von köstlichem
Humor: "Die Feministischen Widerstandstage, die Frauen und Menschen
ansprechen wollen, die sich keinem Geschlecht zuordnen, sollen ein
Treffpunkt zur Vernetzung und zur Entwicklung von neuen Protestformen
werden. Dabei wird Wert darauf gelegt, dass in weltweiten
Zusammenhängen gedacht wird." Es geht zum Beispiel darum, dass
"MigrantInnen und Flüchtlinge", aber auch "Frauen mit Behinderungen
und von Gewalt betroffene Frauen" von Hartz IV ganz besonders betroffen
sind. Das musste mal gesagt werden!
Noch ein bisschen mehr Anbiederung an ein paar vorübergehend gut
funktionierende Protestströmungen gefällig? Die Kürzungen in den
Frauenprojekten seien "bezeichnend für einen Normalzustand, der immer
mehr Menschen ins Abseits und in die Armut drängt." Mit anderes Worten:
Frauenhäuser sind eigentlich Dritte-Welt-Solidaritäts-Maßnahmen, weil
"Hartz" ist nämlich "Armut per Gesetz" (PDS) und kein Geld ist, wie
schon gesehen, sowieso ne Sauerei. Aber echt!
http://www.taz.de/pt/2004/09/09/a0254.nf/text und
www.feministischewiderstandstage.de
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Das Thema "Mittelkürzung bei Frauenhäusern" ist derzeit aktuell, nicht
nur in Berlin. Die Intonation ist allenthalben dieselbe. Wenn schon
Kürzungen, dann aber doch nicht bei uns! Um dieses Ziel zu erreichen,
sind "Human-Touch"-Reportagen immer gut. Darum besuchte eine andere
Autorin ein durch die Mittelkürzungen bedrohtes Frauenhaus und
kolportierte Einzelschicksale. Dagegen lässt sich wenig einwenden -
außer vielleicht den vielen Einzelschicksalen von Männern und
Familienvätern, denen bereits mit Hilfe erfundender Gewaltvorwürfe das
Leben zu Hölle gemacht worden ist. Mann wird dann ausgesprochen
skeptisch gegenüber diesen Institutionen, die von der Gewalt oder ihrer
Inszenierung leben. Im Verein mit den Frauen, die sich auf diese Weise
einen lästig gewordenen Ehepartner vom Hals schaffen, haben die, denen
die Gewalt jedenfalls insoweit nützt, als sie ihnen einen Job sichert,
es geschafft, dass viele Männer diesem Milieu nur noch mit
grundsätzlicher Reserviertheit begegnen. Diese Skeptiker werden dann
gerne gleich mit ins Feindbild integriert - als ideelle Mittäter.
Die Debatte wäre weniger schwer verdaulich, würde nicht immer so getan,
als gäbe es ein gesellschaftliches Problembewußtsein über Frauen als
Opfer häuslicher Gewalt bis heute gar nicht:
"Frauenhäuser gibt es in Berlin seit einem Vierteljahrhundert. Gewalt in
Beziehungen galt lange - und gilt vielfach bis heute - als
Kavaliersdelikt. Bestenfalls in Gassenhauern der Zwanzigerjahre wurde
das Tabu mal durchbrochen. Dass es nun immerhin Zufluchtsorte für
misshandelte Frauen gibt, ist eine Errungenschaft der Frauenbewegung.
Insgesamt sechs Häuser mit 301 Plätzen gibt es in der Stadt. Sie reichen
nicht. Trotzdem sollen nun dem Haus, in dem Reckmeyer arbeitet, die
staatlichen Zuschüsse so beschnitten werden, dass nach den jetzigen
Berechnungen keine adäquate Versorgung mehr für die insgesamt 60 Frauen
und Kinder, die dort unterkommen können, gewährleistet ist. Hartnäckig
hält sich zudem das Gerücht, dass die Gebäude verkauft werden sollen."
http://www.taz.de/pt/2004/08/24/a0240.nf/text
Eine krude Melange aus Ignoranz und kapitalistischem Gewinnstreben wird
uns hier zugemutet. Geprügelte Männer, über die manche Zeitungen
inzwischen auch hin und wieder berichten, sind demgegenüber in einem
unabweisbaren Vorteil: Sie kriegen seit jeher nichts, darum kann man
ihnen heute auch nichts kürzen. Was unterschwellig fast schon - würde
man Männer als Opfer überhaupt respektieren und zur Kenntnis nehmen -
wieder als Beleg für die Einseitigkeit staatlichen Handelns herhalten
muss.
Kein Wort dazu, ob und wie sich der Bedarf an Frauenhausplätzen
verändert hat, angesichts einer seit 2 Jahren völlig neuen
Gesetzeslage, angesichts der oft gelobten, gestiegenen
Anzeigebereitschaft gewaltbetroffener Frauen. Kein Wort über den
Beziehungsaspekt, über die wechselseitige Bedingtheit von
Gewaltursachen. Stattdessen die altbekannten Worthülsen: auf der einen
Seite "die gewalttätigen Männer", auf der anderen die rettende
"Gemeinschaft der Betroffenen". Aussagen wie "Der Bedarf an Plätzen [.]
ist unverändert hoch" oder "Familiäre Gewalt ist auf keine soziale
Schicht beschränkt" werden ohne zu zögern aus den einschlägigen
Prospekten wiedergekäut. Als unumstößlich gilt auch, dass "die
männlichen Jugendlichen sich mit ihren Vätern identifizieren und selbst
aggressiv werden". Das alles erinnert fatal an Verkündigungen wie "Der
Klassenfeind steht überall".
Den Autorinnen solcher Beiträge sind bis heute keine Zweifel gekommen an
der generalisierenden, demagogischen Rhetorik, die Sie oft einfach nur
gutwillig abschreiben. Sie haben auch nicht aufgehorcht bei der
Aussage, dass "einige Frauen fünf- bis sechsmal kommen, bevor sie die
Trennung schaffen", und sich gefragt, wieviele davon zu jenem
Drehtüreffekt beitragen, der stets verschwiegen wird, wenn von den oft
zitierten, statistisch aufgelisteten Fällen häuslicher Gewalt in
Deutschland die Rede ist. Sie hatten nie Zweifel an der bemerkenswerten
Eindimensionalität der Argumentationsmuster und Identifikationsangebote
jener Lobbyarbeiterinnen, die sie preisen. Oder an deren
uneingestandenen Zielen. Es wäre dagegen Zeit, einmal genauer
hinzuschauen, anstatt die Schablonenhaftigkeit der Täter/Opfer-Debatte
immer weiter zu zementieren und den erstarrten Dialog zwischen den
Geschlechtern immer weiter in die Sackgasse zu treiben. Womöglich, um
bei nächster Gelegenheit das erbärmliche Schweigen der Männer zu
beklagen. (Mitarbeit Reinhart Stölzel)
******************************
Derweil hat das Bundesfrauenministerium einen neuen Beitrag zum
allgemeinen Katastophismus veröffentlicht. Wenige Tage vor der
Vorstellung einer Studie über Gewalterfahrungen von Männern musste
offenbar präventiv (oder präemptiv) klargestellt werden, wer
tatsächlich und ganz ohne jeden Zweifel das "gefolterte Geschlecht"
ist: "In deutschen Beziehungen wird mehr geprügelt, vergewaltigt und
gedemütigt als in vielen anderen europäischen Ländern. Etwa 58 Prozent
der Frauen werden sexuell belästigt, 37 Prozent sind Opfer körperlicher
Misshandlung." Der Rest, so ist anzunehmen, befriedigt sich selbst.
http://www.n-tv.de/5426364.html
Wir wundern uns jedenfalls auch weiter vor allem darüber, dass man
Männer in Deutschland immer noch frei herumlaufen lässt. Wer bitte kann
das eigentlich noch verantworten? Frau Zypries ist doch sonst nicht so
zögerlich mit fulminanten Gesetzesankündigungen. Eher lächerlich
dagegen die Ankündigung der Bundesfrauenministerin, jetzt eine
bundesweite Notrufnummer für misshandelte Frauen einzurichten. Was
nützt einem denn im Haifischbecken ein Handy? Wie wäre es dagegen mit
allgemeinem Stubenarrest für Männer an Werktagen ab 20 Uhr? Wer sich
bewährt, bekommt einmal pro Woche Ausgang.--- Nützt aber auch nichts,
weil diese Tiere sich ja gerade im häuslichen Bereich austoben. Besser
vielleicht, wenn man in jede fragliche Wohnung einen Zwinger einbaut,
den der Gatte nur in Anwesenheit bewaffneter Sicherheitskräfte
verlassen darf. Sollte die freilaufende Gattin das Bedürfnis nach
sexueller Belästigung haben, so ist diese nach schriftlicher Erklärung
ihres Einverständnisses durch die Gitterstäbe zu vollziehen. Sicher ist
sicher!
Oder findet jemand, dass das jetzt albern ist - oder gar zu böse? Na
hoffentlich! Eine versuchte Verführung, ein Begriff aus der Zeit, als
Sex noch erotisch sein durfte, wird blitzschnell zur "Belästigung". Es
sei denn, der Versuch ist erfolgreich! Gemessen an den Maßstäben, die
der genannten "Untersuchung" zugrundeliegen, ist wahrscheinlich auch
mehr als die Hälfte der Männer schon einmal Opfer sexueller Belästigung
geworden - wenn überraschend mal ER nicht wollte. Denn auch in einer
bestimmten Richtung emanzipierte Frauen können ganz schön lästig
werden, auf Ehre! Opfer körperlicher Misshandlung werden Männer sowieso
häufiger, und das fängt meistens schon bei den Prügeleien in der Schule
an. Bloß, Männer machen von Anfang an nicht so viel Aufhebens darum.
Vielleicht ist das ja ein Fehler. Aber macht es uns nicht viel
sympathischer als diese beschissenen Opfer-Klüngel mit ihren
Leichenbittermienen unter der Schirmherrschaft von Renate Schmidt?
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MÄNNER: ERST DURCH SCHADEN KLUG
Auf unser jüngstes Info folgte einiges an Resonanz - und eine
beträchtliche Zahl neuer Abonnenten. Wir finden also offenbar
Verbreitung weit über den eigentlichen Verteiler hinaus. Gut so.
Gelegentlich erreichen uns Mails wie die Folgende von A., die einem
fast schon den Magen umdreht. Wir dokumentieren mit seinem
Einverständnis mal einen Passus: "Meine Frau hat mich Anfang des Jahres
(.) betrogen. Danach mußte ich meine eigene Wohnung verlassen. Meine
Frau und meine zwei Kinder (4 und 7) blieben zurück. Sie hat das Schloß
ausgetauscht. Ich zog in meine Einliegerwohnung, die sie mir am
Vatertag, als ich mit den Kindern unterwegs war ausgeräumt hat. Das
Bett hat sie stehen lassen, das war das Einzige, selbst meine
Schlafzimmerlampe hat sie heruntergerissen. Ich habe Anzeige erstattet,
die von der Staatsanwaltschaft ungeahndet zurückkam. Jetzt wohne ich
bei meiner Mutter in einem kleinen Zimmer, 8 qm. Ich zahle nun alles,
selbst ihr Auto. Mit den Kindern übt sie Druck auf mich aus, will sie
mir nicht geben, weil ich sie angeblich seelisch belasten würde. Es ist
ein mühsamer Kampf um das kleine bisschen Recht, das einem bleibt. Ich
habe 22 Jahre dafür gearbeitet und es geht jetzt alles in die Brüche.
Wenn man einen Hund vor die Tür wirft wird man bestraft, macht man es
mit einem betrogenen Ehemann, interessiert es niemanden. Es ist eine
Schande. Nach all dem stelle ich fest, daß betrogene und reingelegte
Männer fast rechtlos sind in unserer Gesellschaft, und für das was sie
nicht verbrochen haben auch noch zahlen und büßen müssen."
Nun stellen sich ja, wie oben gesehen, besonders Frauen gerne als die
Opfer jedweder Vorfälle dar. Uns scheint längst, dass Männer daraus die
Konsequenz ziehen, sich in Konfliktfällen selbst möglichst defensiv und
ungeschickt anzustellen - um sich am Ende überzeugend selbst zum Opfer
zu machen? Zum Beispiel indem sie freiwillig aus der eigenen Wohnung
ausziehen. Mann schmeißt halt keine Frau raus, schon gar nicht die
Mutter seiner Kinder. Durch das freiwillige Ausziehen aus der
gemeinsamen Wohnung hat A. jedoch den Kontakt mit seinen Kindern
bereits zu einer "Umgangssache" gemacht. Hätte er die Frau
rausgeschmissen, die ihn betrogen hat, müsste SIE jetzt bei ihrer
Mutter wohnen und ihn bitten, die Kinder zu sehen. Ein gravierender
Fehler mit allerschwersten Konsequenzen - vielleicht auf Jahrzehnte
hinaus! Und der bedeutet häufig den emotionalen, juristischen und
finanziellen Ruin. Nachdem im vorliegenden Fall die Frau erst mal
Oberwasser gespürt hat, räumt sie ihm gleich noch die Einliegerwohnung
leer. Eine spontane Kurzschlusshandlung als Reaktion hätte vielleicht
minder schwere rechtliche Konsequenzen gehabt als das Familien- und
Unterhaltsrecht, das jetzt seinerseits unbarmherzig zuschlägt.
Zugegeben, das war viel Opfergerede heute. Es gibt auch Leute - und
speziell Frauen - die auf diese Form der Erlangung von Vorteilen
verzichten. Obwohl sie wahrlich Gründe hätten! Und die deswegen unseren
besonderen Respekt haben, so wie Éva Pusztai-Fahidi, deren ganze
Familie in Ausschwitz umgebracht worden ist, und die dennoch den
Deutschen von heute keine kollektive "Erbschuld" anlastet. Wobei es
wahrlich schwerfiele, ihr dies als "Ressentiment" vorzuwerfen!
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2004/0918/politik/007...
Solche Menschen machen Hoffnung. Also bleibt zuversichtlich! Und macht
euch nicht selbst zu Opfern! Steht wieder auf, wenn ihr was auf die
Nase gekriegt habt, und wehrt euch! Gejammert wird schon genug.
Soweit der Tagesbefehl
von Euerem RedManAlex
(21.09.2004)
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- Rote Männer Info Nr. 74 -
Odin,
21.09.2004, 17:17
- Dieser Satz ist wirklich großartig - Advocatus feminae , 21.09.2004, 21:54
- Re: Rote Männer Info Nr. 74 -
Martin,
22.09.2004, 22:03
- Re: Rote Männer Info Nr. 74 -
Garfield,
23.09.2004, 18:18
- Re: Rote Männer Info Nr. 74 - Ekki, 23.09.2004, 19:37
- Re: Rote Männer Info Nr. 74 -
Garfield,
23.09.2004, 18:18