Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Was bekommen ALLEIN ERZIEHENDE MÜTTER an Geld?

Christian, Tuesday, 14.09.2004, 00:42 (vor 7815 Tagen)

Nachdem Ihr den Artikel im aufgeführten Link unten gelesen habt, dann werdet Ihr wahrscheinlich eine Antwort darauf haben warum man in Deutschland gerne die Väter entsorgt und die Geldquelle für sich alleine haben will!

meint,
Christian

Hier lesen!

Re: Was bekommen ALLEIN ERZIEHENDE MÜTTER an Geld?

Altschneider, Tuesday, 14.09.2004, 15:46 (vor 7815 Tagen) @ Christian

Als Antwort auf: Was bekommen ALLEIN ERZIEHENDE MÜTTER an Geld? von Christian am 13. September 2004 21:42:22:

Nachdem Ihr den Artikel im aufgeführten Link unten gelesen habt, dann werdet Ihr wahrscheinlich eine Antwort darauf haben warum man in Deutschland gerne die Väter entsorgt und die Geldquelle für sich alleine haben will!
meint,
Christian

Recht hast du, Christian, warum nicht auch bei Hartz Vorteile,
genauso, wie die Riester-Rente für so genannte allein erziehende Mütter optimiert war, nach Auskunft meiner Sachbearbeiterin. Bedenkt man, dass in den letzten Jahren die Tendenz dahin geht, dass auch der Lebensunterhalt der Mütter über den Kindesunterhalt finanziert wird, ist es kein Wunder, dass das Lebenskonzept der allein erziehenden Mutter sich solch großer Beliebtheit erfreut. Denn anders, als es in diesem Spiegel-Artikel anklingt, ist allein erziehende Mutter sein kein Schicksalsschlag, sondern bewusst gewählt.

Sieht man sich die stetig steigende Anzal so genannter allein erziehender Mütter an, ist es eine der attraktivsten Lebensformen in Deutschland.

Ärgerlich, meint Altschneider

Re: Was bekommen ALLEIN ERZIEHENDE MÜTTER an Geld?

Uli, Tuesday, 14.09.2004, 23:56 (vor 7814 Tagen) @ Altschneider

Als Antwort auf: Re: Was bekommen ALLEIN ERZIEHENDE MÜTTER an Geld? von Altschneider am 14. September 2004 12:46:11:

Sieht man sich die stetig steigende Anzal so genannter allein erziehender Mütter an, ist es eine der attraktivsten Lebensformen in Deutschland.

allerdings nur dann, wenn man allein erziehende Mutter ist. Ist man allein erziehender Vater, so muss man vollschichtig arbeiten, die Kinder versorgen und darf an die nichts tuende Mutter Unterhalt bezahlen. Diese kann einen dann aber weiterhin mit unsinnigen Prozessen überziehen, die einen nervlich belasten und finanziell ausbluten lassen. Und dies ist kein Einzelfall!

LG Uli

Eine Kasuistik

Re: Was bekommen ALLEIN ERZIEHENDE MÜTTER an Geld?

Altschneider, Wednesday, 15.09.2004, 11:42 (vor 7814 Tagen) @ Uli

Als Antwort auf: Re: Was bekommen ALLEIN ERZIEHENDE MÜTTER an Geld? von Uli am 14. September 2004 20:56:04:

Hallo, Uli, interessanter Link.

Es erstaunt mich auch immer wieder, wie sehr man zwischen so genannten allein erziehenden Müttern und allein erziehenden Vätern unterscheiden muss. Letztere beziehen anscheinend weniger Sozialhilfe, arbeiten länger und sind oft auch bereit, weniger oder gar keinen Barunterhalt einzufordern, mit anderen Worten - bereit und in der Lage, die Situation in den Griff zu bekommen und in Eigenverantwortung zu lösen. Vielleicht auch, weil sie wissen, dass eine neue Lebensabschnittsgefährting eher ein mehr an Verantwortung bringt, umgekehrt wie bei den so genannten allein erziehenden Müttern.
Genaue offizielle Zahlen über die Unterschiede zwischen Vätern und Müttern sind allerdings nicht zu bekommen, zu nützlich ist wohl doch der Mythos der armen allein Erziehenden mit den hungernden Kindern.

Immer noch grimmig
Altschneider

Zur Zahlungsmoral unterhaltsverpflichteter Mütter

Uli, Wednesday, 15.09.2004, 15:14 (vor 7814 Tagen) @ Altschneider

Als Antwort auf: Re: Was bekommen ALLEIN ERZIEHENDE MÜTTER an Geld? von Altschneider am 15. September 2004 08:42:58:

Genaue offizielle Zahlen über die Unterschiede zwischen Vätern und Müttern sind allerdings nicht zu bekommen, zu nützlich ist wohl doch der Mythos der armen allein Erziehenden mit den hungernden Kindern.
Immer noch grimmig
Altschneider

Hierzu ein Beitrag aus dem Online-Dienst der Rhein-Main Zeitungen:

Väter sind Unterhaltsdrückeberger. Ein Märchen, das nicht totzukriegen ist. Es erscheint ja auch fast wöchentlich in der Presse, wiedergekäut seit -zig Jahren und unter Feuer gehalten von sattsam bekannten Lobbys, deren Geschäftsmodell die Beibehaltung des mütterlichen Opferstatus ist. Unbehelligt von der Faktenlage. Zitat aus der Ausgabe Kinderschutz Aktuell 3/03, der Publikation des deutschen Kinderschutzbundes, Seite 19:

"93,5 Prozent der Väter, die sich mit der Mutter das Sorgerecht teilen, gaben an, Kindesunterhalt zu leisten - und immerhin 86,7 Prozent der Mütter bestätigten das. Ein zweifelhaftes Licht werfen beide Studien übrigens auf die Frauen. Sind Mütter unterhaltspflichtig, dann ist es, so belegen die Zahlen der Proksch-Studie, mit ihrer Zahlungsmoral nicht allzu weit her: 57 % der unterhaltspflichtigen Mütter mit gemeinsamem Sorgerecht und 65 % der unterhaltspflichtigen Mütter, bei denen der Vater das alleinige Sorgerecht hat, gaben an, gegenwärtig keinen Kindesunterhalt zu leisten."

Etwa 9 von 10 Männern leisten Unterhalt.
Etwa 4 von 10 Frauen leisten Unterhalt.. Ist "sich um seine Verantwortung drücken" eine typisch weibliche Eigenschaft? Die Zahlen sind aktuell und stammen von Prof. Proksch, einem der angesehendsten Familienrechtler Deutschlands und wurden im Auftrag des Bundesjustizministeriums erhoben. Hier nachzulesen: http://www.bmj.de/enid/cc83d4f0458dccfedb5739d934ebcc44,55a304092d09/6g.html

Proksch fragt auch nach den Gründen für Nichtzahlung. Niedriges Einkommen werden von 58,8% der Väter und 40,6% der Mütter mit gemeinsamer Sorge angegeben (55,1% / 27,7% wenn keine gemeinsame Sorge). Man sieht, niedriges Einkommen spielt bei unterhaltsunwilligen Müttern sogar eine geringere Rolle. Eine deutlich höhere Rolle (doppelt so hoch wie bei den Vätern, gemeinsame Sorge) spielen bei ihnen beispielsweise "ungelöste Konflikte zwischen den Eltern". Mütterliche Unterhaltsverweigerung für das Kind, weil Mutter mit dem Vater streitet? Proksch bemerkt dazu lapidar "Die Situation der Väter, die mit ihren Kindern leben, bleibt schwierig."

Die Klagen über schlechte Zahlungsmoral der Väter sind jedenfalls weder auszurotten noch korrekt. Die meisten Verpflichteten sind freilich Väter und nicht Mütter (kein Wunder, in 95% aller Fälle vor Gericht wird das Aufenthaltsbestimmungsrecht über die Kinder gegen den Willen der Väter der Mutter zugesprochen), also ist die absolute Zahl der Nicht/Wenigzahlerväter nicht so klein. Die Bereitschaft, Kindesunterhalt zu zahlen ist aber keine Frage der absoluten Zahlen, sondern der relativen. Es ist auch kindesverachtend, das Problem mit "es gibt ja sowieso nicht viele unterhaltspflichtige Mütter" herunterzuspielen. Es gibt auch nicht viele Morde im Vergleich zu Nicht-Morden, sind sie deswegen weniger ein Problem? Oder hat Los Angeles deswegen kein Problem mit Morden, weil ja "nur" 658 Morde pro Jahr begangen wurden, in Deutschland aber 873?

Das Unterhaltsrecht ist ein aufgeblähtes Monster - aber wenn wenn es nunmal Realität ist, dann bitteschön für alle, verpflichtete Väter und Mütter. Wer bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit ausschliesslich Väter an den Pranger stellt, beweist nur dass er weder Glaubwürdigkeit noch Kompetenz besitzt, weil er ebenfalls nur Lügen nachplappert anstatt auch nur einen Blick auf die Fakten zu werfen.

Hier noch einige weitere Details aus der Studie:

Erstaunlicherweise fühlen sich Mütter, bei denen die Kinder nicht leben, deutlich weniger finanziell belastet (Seite 54). Wie verträgt sich das mit der geringen Bereitschaft der Mütter, Unterhalt zu zahlen? Auch sind Mütter generell zufriedener mit ihrem Lebensstandard (Seite 39).

Typische Scheidungsauswirkung für Väter scheint auch starke Belastung oder Probleme im Beruf zu sein (Seite 50). Negative berufliche Folgen sind für Väter viel häufiger als für Mütter. Väter (im Gegensatz zu Müttern) werden schockierend häufiger entlassen - zahlen aber trotzdem Unterhalt. Männern wird es offenbar weniger verziehen, wenn sie während der äusserst belastenden Trennungszeit nicht mit der üblichen Härte und Leistung ihren Job angehen können.

Andere Nebenergebnisse der Studie sind, dass Väter im Jugendamt öfters abgebügelt werden wie Mütter, viele umgangsberechtigte Väter körperliche Gewalt seitens der Mütter erleiden müssen (Seite 68, Zahl mit Ausrufezeichen), Väter sich viel häufiger als Mütter zutrauen, der Kinder wegen trotz aller Differenzen mit der Ex-Partnerin zusammenzuarbeiten (Seite 73) und sehr viel mehr. Die Studie räumt gründlich auf mit dem hierzulande so sorgfältig gepflegten "Mythos Mutter". Und das im Auftrag des Justizministeriums.

Eine Kasuistik

Re: Zur Zahlungsmoral unterhaltsverpflichteter Mütter

Altschneider, Wednesday, 15.09.2004, 16:40 (vor 7814 Tagen) @ Uli

Als Antwort auf: Zur Zahlungsmoral unterhaltsverpflichteter Mütter von Uli am 15. September 2004 12:14:18:

Aah, danke Uli,
das hatte ich gesucht - ich habe diesen Bericht irgendwo gesehen, hatte aber kein Quelle, danke.

Das ganze ist natürlich noch prekärer, wenn man bedenkt, dass die Zahlungsverweigerung von Kindesunterhalt eine Straftat ist - also auch Müttern nicht so ohne weiteres möglich. Entweder Mütter tauchen ab (wie es die paar Väter, die sich wirklich vor dem Unterhalt drücken, tun müssen - es gibt ja auch so schöne Sachen wie Taschenpfändung), aber so klingt es nicht, oder - was ich fast vermute, die Väter sind durchaus bereit, auf Anklagen zu verzichten und regeln dies ohne staatliche Eingriffe oder - was mich auch nicht wundern würde - die Jugendämter und Justizbehörden nehmen es nicht so genau mit dem Eintreiben von Unterhaltsschulden, wenn diese von einer Mutter verursacht werden.

Ist ja nichts neues, dass hier immer mit zweierlei Maß gemessen wird - Justizia ist nach wie vor blind - und eine Frau.

Altschneider

Re: Zur Zahlungsmoral unterhaltsverpflichteter Mütter

Uli, Wednesday, 15.09.2004, 17:37 (vor 7814 Tagen) @ Altschneider

Als Antwort auf: Re: Zur Zahlungsmoral unterhaltsverpflichteter Mütter von Altschneider am 15. September 2004 13:40:46:

Hallo Altschneider,

natürlich ist Zahlungsverweigerung eine Straftat. Ich kenne selbst einen Vater, der zu 1/2 Jahr mit Bewährung verurteilt wurde. Der Mann hat über die Scheidung den Job verloren, durfte für die ehegemeinschaftlichen Schulden aufkommen, etc.. Man warf ihm vor nicht einmal hin und wieder 50,- EURO bezahlt zu haben, um guten Willen zu zeigen. Wovon wurde nicht gefragt. Mir persönlich ist kein Fall bekannt, in dem eine Mutter verurteilt wurde.

Frauen schaffen es natürlich auch, sich über die psychische Belastung aus der Verpflichtung zu ziehen. Dies wird auch sehr gerne geglaubt, denn wenn eine Frau keine Lust mehr auf ihre Kinder hat, muss sie ja krank sein. Wenn sie krank ist, kann sie nicht arbeiten. Wenn sie nicht arbeiten kann, kann sie keinen KU bezahlen. Da sie in diesem Fall aber auch kein Geld für sich hätte, müsste das Sozialamt oder die Rentenkasse einspringen. Damit die aber geschont werden, darf dann der AE-Vater für die Exe zahlen. So ist es bei mir und vielen anderen, die mir durch mein Online-Tagebuch begegnet sind.

Gruß Uli

Re: Zur Zahlungsmoral unterhaltsverpflichteter Mütter

Altschneider, Wednesday, 15.09.2004, 23:31 (vor 7813 Tagen) @ Uli

Als Antwort auf: Re: Zur Zahlungsmoral unterhaltsverpflichteter Mütter von Uli am 15. September 2004 14:37:21:

Hallo, Uli,

Frauen schaffen es natürlich auch, sich über die psychische Belastung aus der Verpflichtung zu ziehen.

Nicht nur das: ich habe jüngst erfahren, dass Frauen auch dann als nicht leistungsfähig gelten (um Unterhalt zu zahlen), wenn Sie schwanger sind bzw. wieder ein Kind haben, automatisch wohlgemerkt. D. h., wenn sie dem nächsten ein Kind macht, ist sie der Unterhaltszahlungen ledig und bekommt sogar noch Zahlungen für ihr neues Kind - im Falle der Trennung.
Wenn du als Vater aber noch ein Kind zeugst oder auch nur eine Partnerin hast, die ebenfalls Kinder mitbringt, ist das noch lange kein Grund, dir als Vater den Kinderunterhalt zu kürzen. Und wenn du alleinerziehender Vater bist, haste auch keine zusätzlichen Vorteile.

Als Vater bist du auf jeden Fall der Gelackmeierte. Kannst glücklich sein, dass die Kinder wenigstens bei dir sind.
Aber diese gerade wieder in den Medien präsente Dauergejammer der verarmenden allein erziehenden Mütter geht mir bei klein auf den Keks. Sozialstaat und Ex-Partner sind doch keine Selbstbedienungsläden.
Allein Erziehend sollte ausschließlich für Mütter verwendet werden, für Väter sollte man allein Versorgend verwenden.

Meint jedenfalls der
Altschneider

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