Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Suizid in Deutschland - 8100 Männer / 3000 Frauen

Sven, Sunday, 12.09.2004, 12:46 (vor 7817 Tagen)

Alle 47 Minuten ein Suizid

Jährlich sterben mehr Menschen durch Selbstmord als durch Krieg und Mord zusammen

Berlin/Genf - In Deutschland nimmt sich alle 47 Minuten ein Mensch das Leben. Im Jahr 2002 habe es 11 163 Selbsttötungen gegeben, sagte der Vorsitzende der Initiativgruppe "Nationales Suizid-Präventions-Programm", Armin Schmidtke in Berlin.

Weltweit sterben nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) rund eine Million Menschen jährlich durch Selbsttötung - mehr als durch Krieg und Mord zusammen. Am meisten Selbstmorde verzeichnet die WHO in Osteuropa. Am niedrigsten ist die Suizidrate in Südamerika und den islamischen Ländern. Deutschland liege mit der Gesamtzahl der jährlichen Suizide etwas unter dem europäischen Durchschnitt, so Schmidtke anlässlich des internationalen Tages zur Verhinderung von Suizid. Innerhalb des Landes gibt es große regionale Unterschiede. So stehen Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen von den Flächenstaaten bei der Zahl männlicher Selbstmorde an der Spitze. Nordrhein-Westfalen, Saarland und Berlin finden sich am unteren Ende der Skala.

In der Geschlechter-Verteilung bringen sich WHO-Angaben zufolge mehr Männer als Frauen um. In Deutschland waren es 2002 rund 8100 Männer und 3000 Frauen. Jedoch unternehmen mehr Frauen einen Selbstmordversuch. Die Selbstmordrate steigt weltweit mit zunehmendem Alter. Diese Tatsachen spiegelt auch die deutsche Realität: Nach Daten des Suizid-Präventions-Programms waren 2002 rund 37 Prozent aller männlichen Selbstmordtoten in Deutschland älter als 60 Jahre. Hingegen mache diese Altersgruppe nur etwa 21 Prozent aller in Deutschland lebenden Männer aus. Rund 51 Prozent aller Selbstmörderinnen seien älter als 60 Jahre, obwohl der Anteil dieser Altersgruppe an der weiblichen Gesamtbevölkerung nur 28 Prozent betrage.

Als alarmierend bezeichnete die WHO die Zunahme von Selbsttötungen unter jungen Menschen zwischen 15 und 25 Jahren. In Deutschland verüben die 15- bis 24-Jährigen 16 Prozent aller Selbsttötungen. Damit sei Suizid in Deutschland die zweithäufigste Todesursache unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

Häufige Gründe für Selbsttötungen seien Armut, Arbeitslosigkeit, Verlust eines nahe stehenden Menschen, Streit sowie Probleme am Arbeitsplatz oder mit der Justiz. Auch Alkohol- und Drogenmissbrauch, sexueller Missbrauch in der Kindheit, Vereinsamung und Depressionen oder Schizophrenie spielten eine Rolle. Zu den Faktoren, die vor Suizid schützen, zählt die WHO die eigene Wertschätzung der Menschen und soziale Beziehungen. dpa

Information im Internet:

www.suizidpraevention-deutschland.de

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