Rote Männer Info Nr. 73
RoteMänner!
Geschätzte Frauen!
Liebe Amöben, Transen und Zwitter!
Neulich bekamen wir einen Mitstreiter, mit dem wir eigentlich nicht
gerechnet und über den wir uns auch nicht uneingeschränkt freuen
wollten: Der Papst verurteilte den Feminismus, weil er die biologischen
Unterschiede zwischen den Geschlechtern abschaffen wolle.
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,310962,00.html Das ist zwar
richtig, aber JP2 könnte als Kirchenoberhaupt ein wenig mehr
Gottvertrauen zeigen: Dass der Feminismus etwas will, heißt nicht
immer, dass er's auch kann! Die "taz" erklärte uns die ideologischen
Hintergründe, und dass Kardinal Ratzinger eben Probleme mit der
sogenannten "Queer-Theorie" hat, die jegliche biologische
Geschlechtlichkeit in Abrede stellt. Muss man ein erzreaktionärer
Klerikaler sein, um Ratzinger auch einmal Recht zu geben? Üblicherweise
ist Wissenschaft um Kathegorisierungen bemüht, die
"dekonstruktivistische" Queer-Theorie dagegen schafft keine
soziologischen Begriffe mehr, sondern nur noch eine anti-akademische
Pulverisierung selbst der Geschlechtszugehörigkeit. Sie macht sich zum
Erfüllungsgehilfen individueller Wünsche und Bedürfnisse, anstatt
intersubjektive Kategorien zu begründen. Und selbst die "taz" weist
darauf hin, dass das eine Grundlage des "Gender Mainstreaming"-Quatschs
ist. http://www.taz.de/pt/2004/07/31/a0222.nf/text
"Ob blond, ob braun, die Besten sind die Frau'n" trällerte vergangene
Woche der Literaturteil der "Zeit". http://www.zeit.de/literatur/index
In der Literatur sehe es nicht anders aus als bei Sport, die Frauen
"führen". Vier Autorinnen sollten das belegen. Wir nahmen uns die
Hübscheste vor, lasen was Klaus Harpprecht über sie zu sagen hatte, und
wunderten uns nicht wenig, dass hier von einer "rasch verwelkenden
Komik des Buches und seinen kleinen Geschmackskatastrophen" die Rede
ist. http://www.zeit.de/2004/37/L-Dannenberg Auch sonst eine höchst
durchwachsene Besprechung, wenn etwa einer Habermas-Karikatur "schiere
Gemeinheit" attestiert wird, die jede Komik ersticke und "jeglichen
Witz" durch den Mangel an Ähnlichkeit einbüße. Eine zweite Besprechung
unter obigem Rubrum erklärte, ein weiterer Roman "steht für eine
Literatur, die sich bedenkenlos einbildet, mit cleverer
Formulierungsgabe plus Internet-Information schlichtweg alles
hinzukriegen." http://www.zeit.de/2004/37/L-Dieckmann Nach solchen
Rezensionen fragen wir uns, wie es um eine Redaktion bestellt sein
muss, die so verrissene Autorinnen mit Superlativen anpreist. Indessen
ist es ein Beispiel mehr für ein verbreitetes, unreflektiert
frauenverherrlichendes Dummschwätzertum. Liebe "Zeit", das ist
peinlich!
Nicht nur für unsere zivilisierten Staatswesen sind Leben und
Unversehrtheit von Männern nachrangige Werte, auch für die Kindermörder
von Beslan waren offenbar als erste die Männer "dran", wie die
Süddeutsche-Online berichtete: "... dann wurde bekannt, dass die
Terroristen besonders brutal mit männlichen Geiseln umgegangen waren -
und es fiel auf, dass aus der Schule hauptsächlich Frauen und Kinder
hatten fliehen können. Eine schreckliche Frage ging um in Beslan an
diesem Abend: ,Wo sind die Männer?'" Die meisten werden bis heute noch
vermisst. http://www.sueddeutsche.de/ausland/artikel/602/38564/
Nach einer längeren sommerlichen Verschnaufpause melden sich die
RotenMänner zurück. Die Kritik des Feminismus beginnt auch zukünftig
damit, dass man ihn rechtschaffen auslacht! Anlass dazu bietet er
genug, was wegen seines realen Einflusses eher als bedauerlich zu
werten ist. Angesichts unserer Absicht, es spätestens mit der 100.
Ausgabe bewenden zu lassen, erschrecken jedoch die immer neuen
ungewollten Valentinaden modernen Emanzentums. So wie diese:
In Wien und Linz brechen nun die "Österreicherinnen und Österreicher"
auf, um Freiheit und Gerechtigkeit zu erstreiten. Sie fangen erst mal
bei den Verkehrsschildern an, die bislang jede weibliche Form vermissen
lassen, ist doch stets nur von "Fußgängern" die Rede. Wo bleiben da
deren Mütter, Schwestern, Töchter, Nichten, Enkelinnen, Tanten und
Cousinen, ja wo? Das soll jetzt anders werden, und in Linz wird es
deswegen bald Schilder für Radfahrer geben, die auf ein besonders
phallisch-gewaltverherrlichendes Symbol verzichten: die horizontale
Querstange, die bekanntlich nur Männerräder (oder männliche Räder?)
haben.
http://www.diepresse.at/Artikel.aspx?channel=c&ressort=w&id=432792
Darauf wies uns Oliver hin, der außerdem mitteilte, er habe sämliche
RoteMännerInfos in zwei Tagen "begeistert verschlungen". Das ist der
wahre Geist, und wir stehen nicht an uns einzubilden, dass das nicht
nur am bis dahin - Mitte Juli - schauderhaften Wetter zwischen Aosta
und Trelleborg gelegen haben kann. Immerhin reden wir inzwischen von
ca. 750 randvoll getippten Seiten, einem Werk von beinahe schon
kakanischer Dimension!
Apropos Kakanien! Bei unseren alpinen Nachbarn gibt es noch viel mehr
"gute" Ansätze, zum Beispiel Gender Mainstreaming GANZ UNTEN: In einem
Wiener Obdachlosenasyl werden Frauen jetzt bevorzugt aufgenommen, bis
sie die Hälfte der Insassen stellen, obwohl sie nicht mal ein Drittel
der Grundgesamtheit ausmachen. Anderswo ist sogar eher von zehn bis 20
Prozent die Rede. Aber die Begründung für die Frauenquote im Asyl ist
schlichtweg genial: Sie seien "eine Minderheit. Und als solche im
Nachteil." Punkt.
http://www.diepresse.at/Artikel.aspx?channel=c&ressort=w&id=433205
Wahlweise müssen nach unseren bis jetzt vorliegenden Erfahrungen Frauen
also gefördert werden, weil sie
a) eine Minderheit und daher "im Nachteil" sind,
b) eine Mehrheit und deswegen stärker zu repräsentieren sind, oder
c) die Hälfte der Menschheit sind und deswegen auch "die Hälfte vom
Himmel" wollen.
Es hat sich inzwischen herumgesprochen, dass Jungen es in vielen
Bereichen schwerer haben, während Mädchen auf deutlich größere
Fördermöglichkeiten zurückgreifen können: "Die CDU/CSU-Fraktion stellt
in einer Kleinen Anfrage (15/3516) fest, dass es in der Schule, in der
Freizeitgestaltung, bei der Gesundheit und auf dem Gebiet der
Kriminalität eine deutliche Zunahme von Problemen mit Jungen gibt.
Jungen litten stärker unter dem Zerfall der Familien. Auch seien Männer
als Bezugspersonen in Krippen, Kindergärten, Grundschulen und in der
Kinder- und Jugendarbeit unterrepräsentiert. Bei ausländischen
männlichen Jugendlichen könnten Erfahrungen von Ausgrenzung zu
aggressivem Verhalten führen, so die Fraktion. Sie erkundigt sich nach
den Gründen, weshalb es seit zwei Jahren mehr Studentinnen als
Studenten in Deutschland gibt, nach der psychosozialen Situation von
Jungen und Mädchen, die bei Alleinerziehenden aufwachsen, und nach der
Rolle der Jugendämter in diesem Zusammenhang. Die Abgeordneten wollen
wissen, was die Regierung unternimmt, um die Stellung des Vaters im
Interesse der Jungen und Mädchen zu stärken, und was die Regierung
anregt, um den Beruf des Erziehers für junge Männer attraktiver zu
gestalten." http://www.bundestag.de/bic/hib/2004/2004_183/04.html Die
Antwort der Bundesregierung lässt sich nach Eingabe der
Drucksachennummer 15/3607 hier runterladen:
http://dip.bundestag.de/parfors/parfors.htm
"Die männlichen weißen Protestanten aus der Arbeiterschicht, die sich
vom Feminismus bedroht fühlten, haben über drei Jahrzehnte für die
Republikaner gestimmt. Ihre Kastrationsängste haben gegenüber ihren
wirtschaftlichen Interessen stets überwogen." Stellte in der
"Süddeutschen" vom 20. Juli der amerikanische Sozialdemokrat Norman
Birnbaum über politische Sympathien in seinem Land fest. Ob er damit
die rationale Grundlage der "Kastrationsängste" nicht ein ganz klein
wenig unterschätzt hat? So blöd sind die Jungs aus der Arbeiterschicht
ja nun auch wieder nicht. Aber schon komisch, dass ausgerechnet ein
Sozialdemokrat ihnen das, wenn auch nur implizit, unterstellt. Das muss
wohl die "neue Mitte" sein. Birnbaums "männliche weiße Protestanten aus
der Arbeiterschicht" haben nämlich tatsächlich nur die eine freie Wahl,
VON WEM sie sich ausbeuten lassen wollen: von den Sozialdarwinisten bei
den Republikanern, die selbst ein funktionierendes staatliches
Gesundheitssystem für Kommunismus halten, oder einem
Pseudoliberalismus, der sie - komme was da wolle - zu
alleinverantwortlichen Wirtstieren ihrer Familien in einem
konservativen Land macht. Immerhin, das funktioniert sozialpolitisch,
denn in kaum einem anderen Industrieland werden heute noch so viele
Kinder geboren wie in den USA.
Da hat die gestrenge Frau Claudia Becker unserem Torwart-Titanen aber
mal kräftig die Meinung gegeigt: "Jetzt ist Schluss, Oliver Kahn!"
trompetete es von der Boulevardseite der "Berliner Morgenpost". Erst
habe der Unhold seine Frau kurz vor der Niederkunft betrogen, dann sei
er doch wieder mit der Familie in Urlaub gefahren, und jetzt verbringe
er gleich wieder eine Nacht mit der "Wieder-Geliebten Verena". Da
müssen wir natürlich sagen: Das sieht nicht gut aus, Olli! Nur: Woher
weiß Frau Becker so genau, wo unsere Nationaltorhüter ihre Nächte
verbringen? Und wen geht das eigentlich was an? Aber geschenkt!
Interessant ist doch vielmehr, wovon definitiv bekannt ist, dass es
Keiner weiß: Nämlich warum Kahns Ehe an'n Arsch gegangen ist. Für Frau
Becker scheint festzustehen, dass es ausschließlich Ollis Notgeilheit
geschuldet ist. Wir dagegen meinen: Da muss doch mehr vorgefallen sein,
wenn unser Nationalidol sich bei einer Anderen ausweint! Frau Becker
aber feiert Simone Kahn: "Sie geht jetzt ihren eigenen Weg. Ohne Sie -
aber hoffentlich mit genügend Schmerzensgeld." Davon wird man
angesichts der üppigen Dotierung Kahns (mindestens 5 Mio. Euro im Jahr
- ohne Werbeeinnahmen!) ausgehen können!
http://morgenpost.berlin1.de/inhalt/aus_aller_welt/story691929.html
Und nun zurück zum Ernst des Lebens: Frauen sind die
BestenSchönstenKlügsten - einerseits. Denn gleichzeitig sind sie auch
die ÄrmstenGeschändetstenBetrogensten. Das wissen wir natürlich. Und
darum müssen wir uns diesen Fakten schon stellen:
1. Hartz vier ist ganz arg schlimm für Frauen, teilt uns die
Pünktchengewerkschaft ver.di manta-artig mit. Sie dürfen nämlich
zukünftig nur EINMAL Unterhalt bekommen, also nicht vom Ehegatten UND
vom Sozialstaat. Ob die Gewerkschaftsmitglieder, die als Steuerzahler
den Sozialmissbrauch mitfinanzieren müssen, sich da auch so empören?
2. Frauen arbeiten ja angeblich mehr als Männer. Da sie schon für's
Einkaufen im Supermarkt doppelt solange brauchen, vielleicht
tatsächlich LÄNGER. Das Resultat ist aber wohl das Selbe. Ist es
womöglich gerecht, dass sie wegen ihrer Trödelei schlechter bezahlt
werden?
3. Ein paar Rechtsfragen mussten mal wieder geklärt werden - aber wie!
4. Weibliche Opferlegenden sind oft getürkt und beruhen auf
Spekulationen über Dunkelziffern. Manchmal sind sie aber auch einfach
nur erlogen. Macht aber nichts. Der Wirksamkeit der Behauptungen tut es
keinen Abbruch.
5. Schließlich dokumentieren wir einen Beitrag des Männer- und
Jungenzentrums Rosenheim zum geplanten Verbot von eigenmächtig
veranlassten DNA-Tests, mit denen Väter Aufschluss über ihre
Erzeugerschaft erlangen wollen.
PROTAGONISTEN WEIBLICHER VERELENDUNG
FOLGE 3944: HARTZ VIER
Frauen sind in den Augen mancher ihrer Zeitgenossinnen (und selbst
etlicher Zeitgenossen) von einer allgegenwärtigen Verelendung bedroht.
Neuerdings, weil ja keine ideologische Konjunktur ausgelassen werden
darf, auch durch "Hartz 4": Vor allem weil sie als Ehe- oder
Lebensabschnittsgefährtinnen im Fall dauerhafter Arbeitslosigkeit DANN
keine Unterstützung mehr bekommen, wenn der Andere ordentlich verdient.
http://www.zwd.info/story.php?&cat=20&subcat=10&x=20&storyid=3101
Über die Einbeziehung der nichtehelichen Partner in diese Regelung kann
man in der Tat streiten, weil sie schließlich weder steuerlich noch
unterhaltsrechtlich von ihrer Verbindung profitieren. Ziemlich doof ist
aber die Ansicht der Pünktchengewerkschaft ver.di, dass es ja wieder
nur die Frauen treffe - unterhalten doch etwa in den neuen Ländern
inzwischen mehr Frauen ihre Männer als umgekehrt. (Ein unzweifelhaft
emanzipierter Zustand!) Vielleicht widmet sich ja ver.di demnächst mal
der "Verelendung" der Männer im Osten.
Im Übrigen, und ganz nebenbei, ein Praxis-Tipp: Wer in einer
promiskuitiven, also "sündhaften" Partnerschaft lebt, sollte es
vermeiden, ein gemeinsames Konto zu führen; er sollte außerdem mit
seinem Lebensphasenbegleiter einen Untermietvertrag abschließen. Dann
wird der Bezug von Arbeitlosengeld Zwei bei dauerhafter
Erwerbslosigkeit unabhängig von der Wohngemeinschaft deutlich
vereinfacht. Nur wenn ihr dann neben der Möglichkeit eines
selbstgenutzten Eigenheims noch mehr als 20.000 Euro Vermögen (bei
50jährigen) besitzt, oder als Paar 40.000 Euro, seid ihr wirklich arme
Schweine: Dann werden ihr nämlich nicht auf Kosten der anderen
Steuerzahler unterhalten.
Ins Bild passen aber auch uns nicht völlig unbekannten
Professorengattinnen, die halbtags den Vorzimmerdrachen bei einer
befreundeten Rechtsanwältin geben und die Kinder in ihrer GKV
mitversichern, damit der privat versicherte Ordinarius sich diese
Beiträge sparen kann. DEREN Verelendung im Falle dauerhafter
Erwerbslosigkeit können wir uns bildlich vorstellen.
Natürlich haben die Alleinerziehenden ihre besonderen Sorgen. Komischer
Weise sind die aber bei alleinerziehenden Frauen wiederum viel stärker
ausgeprägt als bei alleinerziehenden Männern: "Jede vierte
alleinerziehende Frau (26,3 %) hat zum Jahresende 2003 Sozialhilfe
bezogen. Dies teilte das Statistische Bundesamt am 17. August in Berlin
mit. Damit bezogen 3,7 Prozent mehr Alleinerziehende die laufende Hilfe
zum Lebensunterhalt als noch 2002. Die Sozialhilfequote der
alleinerziehenden Männer lag mit 6,1 Prozent nur um etwa zwei Prozent
über dem bundesweiten Durchschnitt." Daraus kann man den Rückschluss
ziehen, dass Männer offenbar im Notfall nicht attentistisch warten, bis
endlich Hilfe kommt, sondern sich zur Bewältigung einer Herausforderung
einfach auf die Hinterbeine stellen. Diese naheliegende Interpretation
ist aber keineswegs herrschende Sicht, "wissen" doch alle wie sehr
Frauen benachteiligt werden! Nur: Noch komischer daran ist wiederum,
dass alleinstehende Männer häufiger auf Sozialhilfe angewiesen sind als
alleinstehende Frauen. Werden alleinstehende Frauen also nur dann
benachteiligt, wenn sie Kinder haben? Werden andererseits Männer DANN
benachteiligt, wenn sie keine Kinder haben? Fragen über Fragen!
http://www.zwd.info/story.php?&cat=20&subcat=10&x=20&storyid=3136
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ARBEIT, FREIZEIT, ZWANGSNEUROSEN:
WARUM FRAUEN ANGEBLICH, ABER NICHT WIRKLICH MEHR ARBEITEN ALS MÄNNER
Klasse: Das Statistische Amt der Europäischen Gemeinschaften hat wieder
was herausgefunden. Demnach haben berufstätige Männer in Deutschland
durchschnittlich 22 Minuten mehr Freizeit als berufstätige Frauen,
nämlich fünf Stunden und elf Minuten. Die "Süddeutsche" vom 28. Juli
titelte daraufhin in vollendeter Logik: "Frauen arbeiten mehr als
Männer". Viele wollen dies ja ohnehin längst gewußt haben, und
bekanntlich arbeiten Frauen, selbst wenn sie NICHT arbeiten, immer noch
mehr als Männer. Frauen sind inkarnierte Arbeit, ihre ganze Anteilnahme
an der Gesellschaft, zumal als Hausfrau und Mutter, aber selbst noch
als Tratschweib im Treppenhaus ist Ausdruck von äußerst
sozialnützlicher Empathie, wie das gerade aktuell auf Dummdeutsch
heißt. Wenn ein Mann kocht und dafür einkaufen geht, geht er in der
allgemeinen Wahrnehmung einer Art von Hobby nach, tut es aber eine
Frau, dann ist dies reiner Fron im Dienste der Menschheit. (So schmeckt
es ja auch bei Manchen.)
Die besondere intellektuelle Hochleistung der Süddeutschen Zeitung
bestand aber nicht in der Weitergabe einer AP-Meldung, sondern in dem
messerscharfen Rückschluss, den die Redaktion in der Überschrift zog:
Wer mehr Freizeit hat, arbeitet entsprechend weniger. Gäbe es
tatsächlich hier nur die Unterteilung in Phasen der Arbeit und solche
der Freizeit, dann hätte dieser Schluss einiges für sich. Aber schon
die angebliche durchschnittliche Dauer dieser Freizeit von rund um die
fünf Stunden täglich macht klar: Es gibt mindestens noch eine dritte
Phase, die des Schlafens nämlich. Und da erinnern wir uns gerne daran,
vor Urzeiten schon einmal darüber berichtet zu haben, dass Frauen - im
Durchschnitt natürlich - täglich eine gute halbe Stunde länger schlafen
als Männer. Das geht, möchten wir mal vermuten, alles von ihrer
"Freizeit" ab. Wenn der Bereich Köperpflege hinzugenommen wird, wo es
Männern (wenigstens überwiegend) reicht, dass sie sauber und rasiert
sind, während viele Frauen jeden Morgen zeitaufwändige Kreativphasen am
Schminkspiegel verbringen, wäre jetzt zu klären, ob dies Freizeit ist
oder eine arbeitsgleicher Zeitaufwand zur täglichen Wiederherstellung
der Kampftemperatur. Schließlich können wir uns gut vorstellen, dass
männlichen Ansprüchen eine tägliche Hausarbeit von vielleicht einer
Stunde genügt; man muss ja nicht jeden Tag die Teppiche saugen, Staub
wischen, und kann manches Geschirr womöglich sogar zwei Mal benutzen.
Männer sind da eben unkomplizierter!
Frauen dagegen weisen - und das behaupten wir aufgrund unserer profunden
Erfahrungen seit dem frühen Pleistozän jetzt einfach - eine Tendenz zu
häuslicher Rastlosigkeit auf, die nicht nur ihre Mitbewohner nervt,
sondern auch zeitaufwändig ist. Das bewies eben erst eine
Marketing-Studie, über die uns in provinzieller Sommerfrische am 10.
August die Koblenzer "Rhein-Zeitung" informierten: Demnach "dauert der
Einkauf im Supermarkt bei Frauen wesentlich länger als bei Männern".
Eine Redakteurin des Blatts kommentierte, dass Einkaufen für Frauen
eben Entspannung sei, für Männer aber eine Art von Hochleistungssport.
Was die Damen aber später keineswegs davon abhalten wird, unter Hinweis
auf genau diese entspannenden Stunden triumpfierend ihre "Mehrarbeit"
zu behaupten!
Langer Rede kurzer Sinn: Wenn Frauen nur 22 Minuten weniger Freizeit am
Tag haben wie Männer, dann fragen wir uns, in welcher Zeit sie in
Anrechnung ihrer mehr- oder minderschweren Zwangsneurosen ÜBERHAUPT
noch zur Berufstätigkeit finden. Dass sie "folgerichtig" mehr
arbeiteten als Männer, lässt sich aus dieser Tatsache wohl eher nicht
schließen.
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NEUES VOM RECHTSSTAAT
Der uns geläufige rechtsstaatliche Normalfall ist, dass die
Urheberschaft eines Vorwurfs in Sachen "sexualisierter" Gewalt bei
Frauen liegt, die Männer beschuldigen. Manchmal sogar zu Recht. In der
"taz" vom 31. Juli schildert Martin Reichert in einer außergewöhnlichen
Reportage die Geschichte des Klaus Fuchs, der wegen angeblicher
Vergewaltigung eines jungen Bundeswehrsoldaten im Meppener Knast sitzt.
Die ganze Geschichte stinkt zum Himmel, eine auf den Arsch gekommene
Rechtsprechung ergänzte sich hier trefflich mit hinterwestfälischem
Provinzlermuff. "Im Zweifel gegen den Angeklagten", kommentiert dies
die "taz". Die Indizien hätten diesen sogar klar entlasten müssen.
Leider können wir nur darüber spekulieren, ob dieser Beitrag in diesem
Blatt auch dann erschienen wäre, wenn das Opfer eine Frau gewesen wäre.
Immerhin gestehen wir zu, dass die beschriebene Form der Vergewaltigung
eines Mannes tatsächlich einige zusätzliche Zweifel nahelegt. Sehr
lesenswert, weil es einmal mehr Absurditäten unseres Rechtsstaates
aufzeigt:
http://www.taz.de/pt/2004/07/31.nf/magText.tname,a0357.re,do.idx,0
Ähnlich aufschlussreich, aber leider nicht online, war ein Artikel über
den Strafprozess gegen den todkranken Künstler Jörg Immendorf in der
"Spiegel"-Ausgabe vom 26. Juli: Dem vorsitzenden Richter - offenbar ein
besonderes abartiges Exemplar seiner Zunft - gefiel es in diesem
Verfahren besonders, über das inkriminierte Rauschgiftdelikt hinaus
(das normal keinen Hund hinterm Ofen vorlockt) den prominenten
Angeklagten mal feixend, mal gelangweilt über seine sexuellen
Gewohnheiten zu befragen. Dass Immendorf möglicherweise nur noch ein
paar Monate zu leben hat, interessierte angesichts der Schwere des
Vorwurfs nicht - es geht immerhin um den Besitz von ganzen elf Gramm
Kokain! Oder vielleicht doch vielmehr um eine aufgegeilte Krähe mit
Robe, die an den Erfahrungen Immendorfs mit Prostituierten gar zu gerne
partizipieren würde.
Wir durften sodann einen Blick in die Begründung des Oberlandesgerichts
Naumburg werfen, mit dem dieses dem leiblichen Vater des kleinen
Christopher, Kazim Görgülü, jedes Umgangsrecht abspricht: " ... wird
Christofer hoffnungslos damit überfordert sein, verständige
Überlegungen über die besondere Problematik des Umgangs eines
gemischtnationalen Kindes mit seinem Vater vor dem Hintergrund einer
die Adoption anstrebenden Pflegefamilie anzustellen, ..." Nun ist ja
bekannt, dass es vor allem im Osten unserer Republik krasse
Ausformungen von rechtem Extremismus gibt. Neu ist, dass dies
inzwischen auch auf die Senate der Oberlandesgerichte durchschlägt.
Görgülü wird seine Eignung zum Vater ganz offenkundig deswegen
abgesprochen, weil er türkischstämmig ist.
Wir haben uns bislang immer skeptisch geäußert, wenn wahlweise
Feminismus oder die väterfeindliche Familienrechtsprechung mit der
analytischen Flachvokabel "faschistisch" oder dem Affix "Nazi-" belegt
wurden. Allzu wohlfeil ist gelegentlich diese unhistorische
Titulierung, die mehr von der unterschwelligen Lust an der
größtmöglichen Empörung lebt als von einer akzeptablen Qualifizierung -
ungeachtet der durchaus vorhandenen totalitären Tendenzen! Es ist ja
gar nicht selten so, dass deutsche Familienrichter Müttern metertief in
den Arsch kriechen, um den Vätern dann die Reinigung in Rechnung zu
stellen. Nicht umsonst hat der Europäische Gerichtshof bereits etlichen
Vätern beträchtliche Schadensersatzleistungen zugebilligt. In Naumburg
nun erleben wir, dass jedenfalls Näherungen an einen veritablen, wenn
auch wahrscheinlich unbeabsichtigten Rechtsextremismus stattfinden,
ausgerechnet beim letztinstanzlichen Gericht für
Familienangelegenheiten. Das ist schon ziemlich widerlich. Aber
vielleicht dachten sich die Naumburger OLG-Richter auch einfach, dass
der Osten diesbezüglich sowieso nicht mehr viel zu verlieren hat.
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AUFKLÄRUNG UND GEGENAUFKLÄRUNG:
DAS MERKWÜRDIGE LECHZEN NACH IMMER NEUEN "WAHRHEITEN"
Das gedruckte Wort hat Strahlkraft und Autorität. Im Positiven hat das
Zeitalter der Aufklärung von dieser Strahlkraft profitiert, ja die
Möglichkeit zur geschriebenen Verbreitung von Informationen und
Gedanken hat dieses Zeitalter der Aufklärung überhaupt möglich gemacht.
Einerseits! Andererseits hat auch die Aufklärung ihre Abgründe nicht
erst da, wo man die Wissenschaft zum Zweck der Vernichtung von Menschen
nutzbar zu machen begann. Die kritiklose Aufnahme und Weitergabe von
Informationen, wenn sie nur erst "geschrieben stehen", wurde zum
Ausweis einer neuen Toleranz, aber auch nicht selten zum vollwertigen
Ersatz für mittelalterlichen Aberglauben und Irrationalität.
Wie Ideologie heute funktioniert, haben wir in den RoteMännerInfos in
den vergangenen drei Jahren oft analysiert. Eine empirischen Zahl wird
vorgestellt: Jährlich werden tausend Fälle sexuellen Kindesmissbrauchs
aktenkundig. Ein Verbrechen, das allenthalben zu Recht Emotionen weckt,
allein schon wegen der Hilflosigkeit seiner Opfer. Aber damit läuft
dann auch weit jenseits der reinen Tatsachen das bekannte
Empörungsmaschinchen an. Viele sind mit den tatsächlich vorliegenden,
schockierenden Erkenntnissen allein nicht zufrieden. Sie wollen den
"Krieg" gegen "das Böse" - George Walker Bush lässt grüßen - und müssen
darum die bedrohliche Katastrofe in ständig sich überbietenden,
angeblich verbürgten, entsetzlichen Fakten schildern.
Massenvernichtungswaffen im Irak, die nie gefunden wurden! Zehn Jahre
früher die angeblich von irakischen Soldaten ermordeten Säuglinge -
eine zweckgerichtete Horrorfantasie. Und eine reine Lust, sich so
aufzuregen, weil man sich in seiner Empörung ja kategorisch des eigenen
"Besser-Seins" vergewissert.
Bei der Kindesmissbrauchshysterie Anfang der Neunzigerjahre fing man
dann an, über "Dunkelziffern" zu spekulieren. Irgendwer meinte, der
Faktor Zehn könne möglicherweise die Realität angemessen wiedergeben.
Aus Tausend wurden flugs Zehntausend. Eine Erforschung des Dunkelfeldes
wurde nicht gestartet, stattdessen galt mancher durch zielgerichtete
Schulung hypersensibilisierten Kindergärtnerin jede Zeichnung eines
Baums oder Hochhauses oder gar eines großen Mannes als Beleg
vorangegangener Schändung. Die Protagonisten der Hexenjagd ergötzten
sich an ihren immer offenkundigeren "Beweisen" der Verbreitung des
Urbösen, das wie kein anderes an das menschliche Bedürfnis appellierte,
Kinder zu schützen. Ihres Erfolgs konnten sich die Verbreiter der
Tatarenmeldungen umso gewisser sein, je aufgegeilter eine breite
Öffentlichkeit bis hin zu Richtern und Staatsanwälten ihre Mission zur
gesellschaftlichen Säuberung anging.
Im Gegensatz zum Satan und seinem Nutzen für die Heilige Inquisition,
die dafür sorgte, dass sich der fromme Mob an den Qualen mehr oder
weniger willkürlich ausgesuchter Opfer weiden durfte, ist das Problem
neuzeitlicher Teufelsaustreibungen durchaus real. Mit spektakulärem
Exorzismus konnte man vor 30 Jahren die Leute ins Kino locken, aber
heute keine Maus mehr hinterm Ofen hervor. Kindesmissbrauch dagegen
bedient alle Instinkte, die sich mit dem Mantel der Hochmoral bestens
tarnen lassen. Je mehr das Problem - jenseits der realen Fälle -
aufgebauscht wurde, umso wirksamer ließen sich in ihrem Windschatten
andere Ziele einer hypochondrischen Gesellschaft formulieren. Oder auch
kaschieren: So redet bis heute kaum jemand über den emotionalen
Missbrauch von Kindern, die von Elternteilen gegeneinander manipuliert
werden. Das ist für orgastische Frömmler nicht spektakulär genug.
Es gibt seltsame Missverhältnisse, die die "Süddeutsche" am 30. Juli
geißelte: "Drei Kinder wurden in Deutschland im vergangenen Jahr von
Sexualverbrechern getötet. Jeder dieser furchtbaren Fälle hat die
Menschen zu Recht umgetrieben, die Öffentlichkeit entsetzt, die Politik
und die Gerichte zur Selbstprüfung veranlasst: Sind die Gesetze so, wie
sie sein sollen? (.) 216 Kinder wurden in Deutschland im vergangenen
Jahr von Autofahrern getötet. Kaum einer dieser furchtbaren Fälle hat
die Menschen umgetrieben, kaum einer die Öffentlichkeit entsetzt und
keiner Gesetzgeber und Gerichte zur Selbstprüfung veranlasst: Sind die
Gesetze so, wie sie sein sollen? Erfüllt das Recht seine Aufgabe? Hat
es die Kraft zur Abschreckung? Der Gesetzgeber hat nichts, gar nichts
getan, er hat kein Tempolimit eingeführt, keine Sanktionen verschärft,
und an der Praxis der laschen Bestrafung von Raserei hat sich nichts
geändert." http://www.sueddeutsche.de/panorama/artikel/255/36219/
Ist es unangebracht, dem Gesetzgeber einen bigotten Umgang mit dem Leben
von Kindern vorzuwerfen angesichts des regelmäßig ausbrechenden
Aktivismus in dem einen, bei gleichbleibend lethargischem Attentismus
im anderen, obgleich numerisch viel gravierenderen Fall? Die umgekehrt
propotional zur seit Jahrzehnten sinkenden Zahl der Sexualstrafdelikte
inszenierte Aufmerksamkeit, so darf man mutmaßen, soll ein wenig auch
das Einknicken der Politik vor ganz anderen Lobbys kaschieren.
Immer neue Varianten und spekulierte Daten informieren uns über die
allenthalben wabernde Gewalt, der Frauen ausgesetzt sind. Dass Gewalt
gegen Frauen "Todesursache Nummer Eins" beim angeblich schwachen
Geschlecht ist, titelte die Frauenausgabe des Wiener "Standard" -
http://diestandard.at/ - jüngst noch einmal, nachdem man diesen
besonders blöden Unfug schon als erledigt wähnte. Und selbst die
Einschränkung, dass es sich hier um diejenigen Frauen in der
Altersstufe zwischen 16 und 44 Jahren handelt, macht sie Sache nicht
besser. Woher die Zahlen, die dieser Behauptung nun wieder zugrunde
liegen, überhaupt stammen, weiß sowieso niemand mehr. Angeblich hat die
OECD (oder jemand, der mit Prokura für diese sprechen durfte) sie
irgendwann in die Welt gesetzt.
Gegenaufklärung! Eine maliziöse Schätzung, einmal in irgendeinem
abseitigen Revolverblatt für durchgebrannte Ganztagshypochonder
veröffentlicht, wird qua Druckvorgang "zitierfähig" und gilt damit als
verbürgt. Es steht ja GESCHRIEBEN! Den Aufweis der Wahrheit dieser
Zahlen ist der, der sie dann später anführt, nur dann noch schuldig,
wenn er diese Zahlen selbst anzweifeln wollte - sofern er sie nämlich
nicht für nützlich hält! Denen, die solcherlei Unfug im Rahmen eines
Wissenschaftlichkeit vortäuschenden Belegverfahrens zitieren, scheinen
sie aber SEHR nützlich - obwohl ihnen im Prinzip schon klar ist,
welchen unglaublichen (aber eben nützlichen) Kappes sie kolportieren.
Wir hatten einen solchen Sachverhalt auf seine Plausibilität hin
geprüft, als die Schweizerische Außenministerin vor einigen Monaten die
obengenannte Behauptung aufstellte. Wir zitieren uns deswegen gerne
selbst, denn im Gegensatz zur Gegenaufklärung der Feministinnen haben
wir wenigstens eine gewisse Logik sowie ein paar statistische Zahlen
auf unserer Seite. Also lasen wir schon im RoteMännerInfo 66:
Die schweizer Außenministerin zitierte eine OECD-Studie, wonach in den
24 Mitgliedsländern Gewalt gegen Frauen im letzten Jahr die häufigste
Todesursache von Frauen bis 44 Jahre war - "vor Krebs und
Autounfällen." In der Schweiz stürben pro Jahr 40 Frauen an den Folgen
häuslicher Gewalt. (.) Die Aussage über die häufigste Todesursache
jüngerer Frauen dagegen hat sich offenbar längst verselbständigt: ".in
der ganzen Welt ist laut der Weltgesundheitsorganisation die
Männergewalt die Todesursache Nr. 1 von Frauen, noch vor Krebs oder
Aids," schnatterte Alice Schwarzer in ihrem Emma-Editorial, das wir in
unserer (.) Ausgabe (65) vorstellten. (.) Ganz abgesehen davon, dass
die Schweiz ein glückliches Land wäre, wenn sie weniger als 40
weibliche Verkehrstote bis 44 Jahre jährlich hätte. Hat sie aber nicht!
Es sei denn, deren Anteil an den Verkehrstoten der Schweiz läge -
berechnet auf das Jahr 2003 - bei gerade mal sieben Prozent.
http://www.nzz.ch/2003/12/25/il/page-newzzDOMTCKCT-12.html Was mehr
als unwahrscheinlich ist, selbst wenn die Anzahl der weiblichen
Verkehrsopfer weitaus geringer wäre als die der Männer.
Noch Fragen? Nein. Es bedarf keiner Fakten, wenn man eine feste
Überzeugung, einen Glauben oder eine Religion hat. "Hauptsache, das
Feindbild stimmt, dann hat der Tag Struktur!" sagt der Kabarettist
Volker Pispers. In der Hinsicht unterscheidet die Verbreiter solch
moderner Ideologien reichlich wenig von den Großinquisitoren und
Hexenverbrennern aus anderen Tagen. Obwohl andererseits gerade DIE das
patriarchalische Feinbild für das Mittelalter prägen. Lernen kann man
davon gleichwohl noch eine Menge, finden offenbar auch heutige
Hohepriesterinnen der weiblichen Opfermythologie.
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DOKUMENTATION:
"JUSTIZMINISTERIN SPRICHT MÄNNERN DAS RECHT AUF INFORMATIONELLE
SELBSTBESTIMMUNG AB"
Es hat beinahe den Anschein, die Bevölkerung, vor allem der männliche
Teil, sollte es übersehen, so still wird das neue Gendiagnostik-Gesetz
vorbereitet. Bei genauerem Hinsehen scheint es aber leider auch mit
"heißer Nadel gestrickt" zu werden!
"Das geplante Gesetz soll den Betrug am Mann, aber auch den am Kind
festigen", sagt Wolfgang Wenger vom Väteraufbruch für Kinder e.V. und
Gründer der "Männer- und Jungenzentrale in Rosenheim"
(http://www.majuze.de). Seiner Ansicht nach geht es nur darum, Kosten
für den Staat zu verhindern. Der Mann soll für das Kind sorgen und
bezahlen. Das tut er aber nur, wenn er glaubt, dass er der Vater ist.
Welche Sorgen betroffene Männer haben und welche Schäden die vorhandene
Unsicherheit verursacht, scheint nicht zu interessieren. "Es ist
erschreckend, welchen geringen Wert Väter und Männer mit ihren
Problemen und Sorgen in dieser Gesellschaft haben."
Nach mehreren Verlautbarungen von Justizministerin Brigitte Zypries
(SPD) soll es demnach Männern ab 2006 verboten sein, durch einen
anonymen Vaterschaftstest sich der eigenen Vaterschaft zu versichern.
Väter, die ernste Zweifel hegen und in dieser wichtigen Frage endlich
Klarheit haben möchten, sollen nach dem Willen der Justizministerin nur
noch auf dem Gerichtsweg erfahren dürfen, ob sie der rechtmäßige Vater
eines Kindes sind oder nicht. Das Grundrecht auf informationelle
Selbstbestimmung der Männer wird damit zwangsläufig missachtet!
"Vaterschaftstests sind reine Identitätsabgleiche und eben keine
Gentests. Phänotypische Aussagen über eine Person können danach nicht
gemacht werden", unterstreicht Prof. Dr. H.G. Gassen,
Biotechnologie-Experte und Aufsichtsratvorsitzender der humatrix AG
(http://www.humatrix.de). "Das wird sowohl in der politischen als auch
öffentlichen Debatte immer wieder verwechselt bzw. nicht
unterschieden!"
Weitere negative Folgen, wie immense Anwalts- und Gerichtskosten,
monatelange Verfahrenswege, Beziehungsstress mit der Kindesmutter,
dauerhafte emotionale Belastung, und - egal welches Ergebnis der Test
dann letztendlich bringt - endgültige Zerstörung des Familienfriedens
sind damit vorprogrammiert - ja sogar von staatlicher Seite
einkalkuliert. Nach Ansicht vieler Bürger und Organisationen soll es
dazu nicht kommen und es formiert sich Widerstand - zunächst im
Internet gestartet: Unter
http://www.petitiononline.com/majuze/petition.html ist seit Mitte Juni
eine Unterschriftensammlung aufrufbar, die gegen dieses
Gesetzesvorhaben protestiert. Es ist geplant, nach der Sommerpause alle
im Bundestag vertretenen Abgeordneten anzuschreiben und zur Mithilfe
gegen dieses Gesetz aufzufordern. Ende des Jahres soll die
Unterschriftensammlung dann beendet sein und dem Petitionsausschuss
vorgelegt werden.
Auf Mithilfe und Mitarbeit von Organisationen hofft das Portal
"http://www.pro-test.net - Das Netzwerk pro Vaterschaftstests".
Organisationen, Vereine, Väterbüros, Firmen, vor allem
Biotechnologieunternehmen, Medien und alle, die der Ansicht sind, dass
dieses Gesetz in dieser Ausformung nicht zustande kommen darf, sind
aufgefordert sich zu melden, um ein gemeinsames Vorgehen zu
ermöglichen. Unter der genannten Internetadresse soll es auch Flyer und
Broschüren zum download geben, dazu eine Musterpetition, die jeder
einzelne Bürger beim Petitionsausschuss einreichen kann, ein Mustertext
für ein Schreiben an den eigenen Abgeordneten und vieles mehr.
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Ein männlicher Begleiter am Klavier untermalte im beschaulichen Koblenz
die lieblichen Töne zweier Sopranistinnen. Unter den Augen des letzten
deutschen Kaisers (oder nicht weit davon), der sich am Deutschen Eck
seit ein paar Jahren in Stein gemeißelt wieder sehen lassen darf, wurde
am 23. August weibliche Sangeskunst dargeboten unter dem brillianten
Titel "What can we poor females do?" Mann ist geneigt, urgewaltig
ungerecht zu werden und die Empfehlung auszusprechen: "For instance
fuck off!"
Soweit unser Einstieg in den Spätsommer. Habt Sonne im Herzen, ihr
RotenRecken!
Wünscht euch jedenfalls
euer RedManAlex
(07.09.04)
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Re: Rote Männer Info Nr. 73
Als Antwort auf: Rote Männer Info Nr. 73 von Odin am 07. September 2004 11:43:22:
Genau!