Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Also werden Frauen doch nicht gepampert?

Garfield, Friday, 03.09.2004, 17:25 (vor 7826 Tagen) @ Mischa

Als Antwort auf: Also werden Frauen doch nicht gepampert? von Mischa am 03. September 2004 13:55:13:

Hallo Mischa!

"Insbesondere arbeitslose Ehefrauen werden weniger ALGII erhalten, da der oft besser verdienende Mann noch mehr abgeben muß. So wird die Benachteiligung von Frauen ganz schnell zum Bumerang für Männer. Hier wäre Einigkeit der Betroffenen zielführender."

Das kann aber auch umgekehrt laufen. Männer haben heutzutage ein größeres Risiko, arbeitslos zu werden, als Frauen. Weil sie häufiger in den Berufen arbeiten, die besonders vom Stellenabbau betroffen sind.

Es ist natürlich seitens der Politik absolut unerwünscht, daß es die von dir angesprochene Einheit der Betroffenen gibt. Dafür hetzt man nicht nur Männer und Frauen gegeneinander auf, sondern auch Ost- und Westdeutsche. So hat man ja auch dafür gesorgt, plötzlich das Thema der Fördermittel für die östlichen Bundesländer in die Diskussion einzubringen, obwohl das mit Hartz IV doch nun rein gar nichts zu tun hat. Es ging auch dabei wieder ganz konkret darum, die Einheit der Betroffenen zu verhindern und das Volk zu spalten.

"Wer hat davon einen Nutzen? Frauen ganz bestimmt nicht und daher kann die Einführung von H4 durchaus als Beleg dafür gelten, daß der Feminismus eben keine wirkliche Macht im Staat hat, denn wer sägt schon den Ast ab, auf dem er, bzw. sie sitzt?"

Das ist ein kompliziertes Thema. Politiker und Wirtschaftsbosse sägen ja auch fleißig an dem Ast, auf dem wir alle noch gut sitzen. Sie hoffen dabei, daß er schon nicht so schnell abbrechen wird, und wenn doch, daß sie dann noch vor dem Absturz schnell genug auf einen anderen Ast springen können. Daß die Masse der deutschen Bevölkerung diesen Absprung selbstverständlich nicht schaffen wird, wird dabei in Kauf genommen, nach dem Motto "nach uns die Sintflut".

Auch unsere Berufsfeministinnen sägen selbst an ihren Stühlen. Mit jedem neuen Frauenfriedhof, Mädchenspielplatz und ähnlichem Unsinn wird offensichtlicher, wie überflüssig sie tatsächlich sind. Aber was sollen sie sonst tun? Wenn sie gar nichts tun, erweisen sie sich ja noch schneller als überflüssig. Also sägen sie eben fleißig weiter.

Der Feminismus hat aus eigener Kraft heraus erst einmal gar keine Macht. Seine Macht bekommt er aus mehreren Gründen von den Männern:

Erst einmal waren Männer zu allen Zeiten bestrebt, es Frauen möglichst recht zu machen. Deshalb haben sie auch immer alle Forderungen der Frauenbewegung willig erfüllt. Manchmal waren und sind manche Männer zwar etwas verwundert über diese Forderungen, aber sie haben sie letztendlich bisher immer akzeptiert und erfüllt. Weil es seit eh und je so läuft, daß Männer bemüht sind, Frauen das Leben möglichst einfach zu gestalten.

Weiterhin läßt sich die Frauenbewegung prima für die Zwecke der Innenpolitik und manchmal sogar für die Außenpolitik instrumentalisieren. Es ist für Politiker generell wünschenswert, daß in der Bevölkerung keine Einheit entsteht. Viel besser ist es, wenn sich Teile der Bevölkerung in intellektuellen Grabenkämpfen gegeneinander verzetteln. Das nimmt den Menschen den Sinn für das Wesentliche. Frauen wie Alice Schwarzer sind deshalb hochwillkommen. Sie verursachen Zank und Streit in der Bevölkerung, bewegen dabei jedoch nichts zum Positiven. Das ist ideal, um den Politikern den Rücken weitgehend frei zu halten von lästigen Protestbewegungen. Für diese erfolgreiche Ablenkung hat die Schwarzer dann ja auch das Bundesverdienstkreuz umgehängt bekommen.

Schließlich und endlich gelten die Anliegen der Frauenbewegung mittlerweile allgmein als "politisch/sexuell korrekt". Jeder Politiker versucht also, durch Frauenfreundlichkeit - oder das, was man allgemein dafür hält - Punkte beim Wahlvolk zu sammeln. Wenn man sonst nichts Positives vorzuweisen hat, wird sowas immer gern genutzt. Da kommt es dann auch ganz gut an, der einen oder anderen ausgebildeten Feministin mal einen hohen Posten zu verschaffen, den sie dann natürlich dafür nutzt, weitere Kolleginnen aus feministischen Seilschaften in Ämter und Behörden zu holen. Und schon sitzen Feministinnen auf Machtpositionen, die es ihnen sehr erleichtern, ihren teilweise vorhandenen Männerhaß auszuleben. Was bisher nur mal in Artikeln irgendwelcher Zeitschriften einfloß, wandert dann in Gesetzesentwürfe und wird von den überwiegend männlichen auf ihren frauenfreundlichen Ruf bedachten Abgeordneten brav abgenickt.

Und so kommt eine Handvoll Feministinnen tatsächlich zu Macht und Einfluß.

Freundliche Grüße
von Garfield


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