Re: Wallström fordert mehr Frauen für Brüssel
Als Antwort auf: Wallström fordert mehr Frauen für Brüssel von Frank am 22. August 2004 19:56:06:
Hallo Frank
Brüssel (afp). Die designierte EU-Kommissarin für Öffentlichkeitsarbeit, Margot Wallström, hat sich über die geringe Zahl von Frauen in der EU-Kommission beklagt.
Das scheinen weibliche Politiker besonders gut zu koennen: sich beklagen.
"Wenn Sie mich fragen, ist das immer noch nicht weiblich genug", sagte Wallström gestern nach einem informellen Treffen der künftigen Kommission in Brüssel.
Frau Wallstroem ist die EU-Kommission 'noch nicht weiblich genug'. Welch sinnige Feststellung! Ich frage mich, welchen Wert 'Weiblichkeit' in der Politik hat, wie sich dieser manifestiert und ob Maennlichkeit einen vergleichbaren Wert besitzt. In mir keimt allerdings der Verdacht auf, dass Frau Wallstroem selbst nur wenige handfeste Leistungen vorweisen kann und deshalb auf billige Allgemeinplaetze ausweichen muss. Sie steht mit solchen windigen Phrasen uebrigens laengst nicht allein; bei weiblichen Politikern gehoeren derartige Aeusserungen inzwischen zur Standardargumentation.
Umgekehrt ist mir noch kein maennlicher Politiker untergekommen, der gesagt haette 'das Bildungswesen ist noch nicht maennlich genug' oder 'die Gleichstellungsaemter sind noch nicht maennlich genug'. Hingegen kann man empirisch nachweisen, dass im Bildungswesen Jungen derzeit eindeutig schlechter abschneiden, und Gleichstellungsaemter sich keinen Deut um Maennerbenachteiligungen/-diskriminierungen kuemmern.
Ob mit jeweils 50% Frauen und Maennern in einzelnen Gremien, Kommissionen, Parlamenten, Managements etc. automatisch eine Gleichberechtigung einsetzt, konnte bislang nie ausreichend belegt werden; es ist vielmehr ein Dogma aus der feministischen Kueche, das nicht weiter hinterfragt werden darf. Und, da feministische Vertreter den Geschlechterdiskurs derzeit beherrschen, auch kaum je hinterfragt wird.
Dass eine geschlechtliche Durchmischung von gewissem Wert sein kann (aber nicht in jedem Fall sein muss), will ich noch nicht einmal anzweifeln. Aber weshalb reichen nicht schon 10%, 20% oder meinetwegen 30% Frauen (bzw. Maenner) aus? Woher kommt der kindlich-naive Glaube an den Vorteil einer geschlechterparitaetischen Besetzung? Und weshalb muss das ueberall so sein - egal, ob in einer EU-Kommission, Topmanagerposten in der Wirtschaft oder im Offizierskorps der Armee? Und wenn wir schon bei der Quotierung der 'Rosinen' sind, weshalb gibt es dann nicht auch eine Quotierung der 'Zitronen'? Weshalb wird bei gefaehrlicher, gesundheitsschaedlicher Arbeit nicht genauso auf eine Geschlechterquote geachtet - oder gar bei Kampfeinsaetzen der Armee?
Der designierte EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso hat acht der 25 Kommissionsposten mit Frauen besetzt.
Mit 8 Frauen im 25-koepfigen Gremium besetzen Frauen knapp einen Drittel der Posten. Die EU-Kommission entspricht damit in der Geschlechterverteilung wohl mehr oder weniger dem EU-Parlament - denn dort wird es auch keinen wesentlich groesseren Anteil an Frauen geben.
Eigentlich ist es gar nicht so kompliziert: wenn Frauen besser in politischen Gremien vertreten sein wollen, sollten sie sich staerker in der Politik engagieren; der Grundstein dazu ist, in eine Partei einzutreten und dort aktiv mitzumachen. Aber schon hier hapert es ganz gewaltig. Die Unterrepraesentanz von Frauen in politischen Aemtern wiederspiegelt deren statistisch gesehen tiefere Bereitschaft, sich in der Oeffentlichkeit zu engagieren. Dies mag kulturell bedingt sein, ist aber nichtsdestotrotz Fakt.
Das alte Lied: Nicht die Qualifikation gibt den Ausschlag, sondern das Geschlecht. So züchtet man (noch mehr) Durchschnitt heran.
Naja, ueber die Qualifikationen von Politikern mache ich mir schon lange keine Illusionen mehr...
Gruss
Maesi
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Frank ,
22.08.2004, 22:56
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Garfield,
24.08.2004, 12:42
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Garfield,
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