Staat fördert Porno-TV
Christian, Sunday, 22.08.2004, 16:56 (vor 7838 Tagen)
Steuergelder finanzieren Porno-TV
Der TV-Sender "6 Plus" soll ab November auf Sendung gehen, berichtet die "Bild am Sonntag". Betrieben wird das Schmuddel-Fernsehen von der Berliner Firma Wenzel-Media.
Deren Geschäftsführer Wolfgang Wenzel ist optimistisch: "Ich rechne mit etwa 2,5 Millionen Euro Fördermitteln. Wir haben uns für Torgelow entschieden, weil es dort die höchste Förderquote gibt." Insgesamt wolle er fünf Millionen Euro investieren, hinzu kämen fünf Millionen Betriebsmittel.
Für die Sendelizenz gab es bereits grünes Licht. Jetzt wartet Wenzel sehnsüchtig auf den Förderbescheid. Dann kann "6 Plus" mit seinem Programm auf Sendung gehen. Insgesamt drei verschlüsselte Kanäle soll es geben: "Wir haben ein Programm für Homosexuelle, ein Programm mit hochwertigen Sexproduktionen und sogenannte Garagenfilme. Das sind Sexfilme, die Leute privat produzieren.", verrät der Geschäftsführer vorab.
Das Wirtschaftsministerium in Mecklenburg-Vorpommern sieht in der Förderung des Senders kein Problem. Wer 100 Arbeitsplätze schaffe, würde finanziell unterstützt werden, sagte ein Sprecher.
Politiker von CDU und FDP kritisieren das Vorhaben ihrer SPD-Kollegen, den Porno-Sender mit einer saftigen Steuergeld-Spritze zu subventionieren, scharf. FDP-Generalsekretärin Cornelia Pieper sagte: "Das ist schon eine harte Nummer." Ministerpräsident Harald Ringstorff (SPD) "sollte vor Scham so knallrot werden wie seine Partner von der PDS".
Auch Eckardt Rehberg, CDU-Chef in Mecklenburg-Vorpommern, hält die staatliche Förderung des Projekts für falsch. Für bestimmte Branchen sollte es schon Ausschlusskriterien geben.
Wolfgang Wenzel ist jedoch weiterhin guter Dinge. Wie es aussieht, geht sein Porno-TV schon in wenigen Monaten auf Sendung.
was willst du damit sagen, wo ist das problem ? (n/t)
mottek, Sunday, 22.08.2004, 23:17 (vor 7837 Tagen) @ Christian
Als Antwort auf: Staat fördert Porno-TV von Christian am 22. August 2004 13:56:32:
Weil Pronographie doch Frauenverachtent ist!
pit b., Monday, 23.08.2004, 15:55 (vor 7837 Tagen) @ mottek
Als Antwort auf: was willst du damit sagen, wo ist das problem ? (n/t) von mottek am 22. August 2004 20:17:13:
Und so auch noch mit Steuermitteln finanziert wird.
Wart mal ab wie sich die Schwarzer darüber aufregen wird.
Re: Weil Pronographie doch Frauenverachtent ist!
Tran, Monday, 23.08.2004, 16:00 (vor 7837 Tagen) @ pit b.
Als Antwort auf: Weil Pronographie doch Frauenverachtent ist! von pit b. am 23. August 2004 12:55:27:
Guten Tag pit b.!
Seit wann ist Pornographie frauenverachtend? Auch wenn manche das behaupten, aber solange es sich nicht um einen dieser Lesbenstreifen handelt ist Pornographie doch auch männerverachtend, oder?
Ich meine - wenn man in den Alpen einen Heimatfilm dreht, ist das dann bergeverachtend?
Tran, kein Bergeverachter
Re: Weil Pronographie doch Frauenverachtent ist!
pit b., Monday, 23.08.2004, 19:58 (vor 7837 Tagen) @ Tran
Als Antwort auf: Re: Weil Pronographie doch Frauenverachtent ist! von Tran am 23. August 2004 13:00:07:
Seit wann ist Pornographie frauenverachtend?
Seit Alice Schwarzer das behauptet.
Ist doch wohl klar...
MeckMax, Tuesday, 24.08.2004, 02:12 (vor 7836 Tagen) @ pit b.
Als Antwort auf: Re: Weil Pronographie doch Frauenverachtent ist! von pit b. am 23. August 2004 16:58:14:
Seit wann ist Pornographie frauenverachtend?
Seit Alice Schwarzer das behauptet.<<<
A.S. kann darauf nur so reagieren.
Wenn die sich sowas anschaut, ist niemand da, mit dem die sich
verlustigen kann. Also bleibt nur Frust und Verachtung dem gegenüber.
Normal betrachtet macht Pornographie nämlich auch die Frauen an.
Der Mythos vom gewaltätigen Mann durch Pornographie ist eine aalglatte Lüge.
Aber die Wirklichkeit der frustrierten Frau, ohne sexuelle Befriedigung
ist das gelebte Leben der A.S.
Soll die doch aufdrehen deswegen. Glaubhafter wird sie dadurch nicht.
Primere sendet den Schmudel auch schon eine ganze Weile.
Zudem ist das im Netz ebenso gegenwärtig.
Das soetwas mit öffentlichen- und damit Steuergeldern finanziert wird,
ist allerdings mehr als fragwürdig.
Der Staat schreit doch lauter als alle anderen, das überall die Kohle fehlt.
Hartz IV ist nur eines von vielen Beispielen staatlicher Schlussfolgerungen.
Vielleicht wird das eventuell erwirtschaftetes Geld,(durch Werbung z.B.) wieder
in die Frauenförderung gesteckt. Quasi als vorgeschobene Wiedergutmachung.
Schröder sagte ja kürzlich, das rot/grün im Fall der Wiederwahl die Frauenförderungen weiter ausbauen will.
Was das bedeutet, kann sich wohl jeder selbst ausmalen.
MeckMax
Re: Weil Pronographie doch Frauenverachtent ist!
Don Genom, Friday, 27.08.2004, 18:03 (vor 7833 Tagen) @ pit b.
Als Antwort auf: Re: Weil Pronographie doch Frauenverachtent ist! von pit b. am 23. August 2004 16:58:14:
Seit wann ist Pornographie frauenverachtend?
Seit Alice Schwarzer das behauptet.
Schwanz-ab-Schwarzer hat die Kampagne damals aufgegeben bzw. still und heimlich im Sande verlaufen lassen, als sie und ihre Einsatztruppe dann endlich mal Porno angeschaut haben und danach wussten, wie das aussieht. (Sinngemässes Abschlussstatement: Nix mit Porno=Gewalt gegen Frauen, eher langweilig, arme Männer, das die sich sowas anschauen.)
Die sind halt der dicken Amerikanerin auf den Leim gegangen, die seinerzeit ein Buch über das böse Porno geschrieben hatte.
Off topic - Kann mir eines nicht verkneifen:
Ekki, Tuesday, 24.08.2004, 19:18 (vor 7836 Tagen) @ pit b.
Als Antwort auf: Weil Pronographie doch Frauenverachtent ist! von pit b. am 23. August 2004 12:55:27:
a) Sowohl nach der alten als auch nach der neuen Rechtschreibung endet das Partizip Präsens Aktiv auf -d;
b) Partizipen werden, außer am Wortanfang, klein geschrieben:
frauenverachtend.
Tschuldigung, falls ich schulmeisterlich gewirkt haben sollte. Bin selbst auch für Fehlerkorrekturen dankbar.
Spezielle Entschuldigung für den Fall, daß die monierten Schreibfehler eine subtile Verhohnepipelung der an jeder Ecke Frauenverachtung erblickenden Radikal-Femanzen sein sollte.
Die neue, aber keineswegs die Rechtschreibung als solche verachtend
Ekki
Re: Off topic - Kann mir eines nicht verkneifen:
Odin, Tuesday, 24.08.2004, 20:36 (vor 7836 Tagen) @ Ekki
Als Antwort auf: Off topic - Kann mir eines nicht verkneifen: von Ekki am 24. August 2004 16:18:28:
a) Sowohl nach der alten als auch nach der neuen Rechtschreibung endet das Partizip Präsens Aktiv auf -d;
b) Partizipen werden, außer am Wortanfang, klein geschrieben:
frauenverachtend.
Tschuldigung, falls ich schulmeisterlich gewirkt haben sollte. Bin selbst auch für Fehlerkorrekturen dankbar.
Spezielle Entschuldigung für den Fall, daß die monierten Schreibfehler eine subtile Verhohnepipelung der an jeder Ecke Frauenverachtung erblickenden Radikal-Femanzen sein sollte.
Die neue, aber keineswegs die Rechtschreibung als solche verachtend
Ekki
So, dann bleib ich auch mal off topic, weil ich hier anscheinend endlich mal eine Frage anbringen kann, die mich schon länger nervt:
Wie schreibt man nach der neuen Rechtschreibung vorzubereiten? Sind das jetzt drei Wörter?
Ebenso: wiederzufinden, abzuziehen, loszuwerden usw.
das frage ich mich allerdings auch
pit b., Tuesday, 24.08.2004, 23:27 (vor 7835 Tagen) @ Odin
Als Antwort auf: Re: Off topic - Kann mir eines nicht verkneifen: von Odin am 24. August 2004 17:36:22:
a) Sowohl nach der alten als auch nach der neuen Rechtschreibung endet das Partizip Präsens Aktiv auf -d;
b) Partizipen werden, außer am Wortanfang, klein geschrieben:
frauenverachtend.
Tschuldigung, falls ich schulmeisterlich gewirkt haben sollte. Bin selbst auch für Fehlerkorrekturen dankbar.
Spezielle Entschuldigung für den Fall, daß die monierten Schreibfehler eine subtile Verhohnepipelung der an jeder Ecke Frauenverachtung erblickenden Radikal-Femanzen sein sollte.
Die neue, aber keineswegs die Rechtschreibung als solche verachtend
Ekki
So, dann bleib ich auch mal off topic, weil ich hier anscheinend endlich mal eine Frage anbringen kann, die mich schon länger nervt:
Wie schreibt man nach der neuen Rechtschreibung vorzubereiten? Sind das jetzt drei Wörter?
Ebenso: wiederzufinden, abzuziehen, loszuwerden usw.
Off topic - Recht Schreibung
Altschneider, Wednesday, 25.08.2004, 23:45 (vor 7834 Tagen) @ pit b.
Als Antwort auf: das frage ich mich allerdings auch von pit b. am 24. August 2004 20:27:45:
So, dann bleib ich auch mal off topic, weil ich hier anscheinend endlich mal eine Frage anbringen kann, die mich schon länger nervt:
Wie schreibt man nach der neuen Rechtschreibung vorzubereiten? Sind das jetzt drei Wörter?
Ebenso: wiederzufinden, abzuziehen, loszuwerden usw.
Ja, da es jetzt auch wieder finden heißt, schreibt man auch wieder zu finden.
Ebenso los werden, bei abziehen bin ich mir nicht sicher, es heißt auch in NR abziehen, also wohl weiterhin abzuziehen.
Naja, die AR war auch ziemlich unlogisch, nur hatten wir uns daran gewöhnt, Hauptsache, wir haben überhaupt eine.
Re: Off topic - Kann mir eines nicht verkneifen:
pit b., Tuesday, 24.08.2004, 23:45 (vor 7835 Tagen) @ Ekki
Als Antwort auf: Off topic - Kann mir eines nicht verkneifen: von Ekki am 24. August 2004 16:18:28:
a) Sowohl nach der alten als auch nach der neuen Rechtschreibung endet das Partizip Präsens Aktiv auf -d;
[quote]b) Partizipen werden, außer am Wortanfang, klein geschrieben:
frauenverachtend.
Tschuldigung, falls ich schulmeisterlich gewirkt haben sollte. Bin selbst auch für Fehlerkorrekturen dankbar.
Spezielle Entschuldigung für den Fall, daß die monierten Schreibfehler eine subtile Verhohnepipelung der an jeder Ecke Frauenverachtung erblickenden Radikal-Femanzen sein sollte.[/quote]
Nein, ist schon richtig.
Es handelt sich schon um Flüchtigkeitsfehler. Sicher wird "frauenverachtend" klein geschrieben. Ist ja ein Adjektiv! Aber es fängt halt mit "Frauen" an.
Da denkt sich mein Hinterkopf "die Frauen", also Substantiv! In diesen Fall würde "Frauen" groß geschrieben. Passiert mir ständig! Entweder merkt man's oder eben nicht. Die Endung mit -t kann mal passieren, hätten bestimmt die wenigsten gemerkt und klings ja auch fast gleich.
Zudem ist die Automatik beim Schreibmaschinenschreiben eine völlig Andere als mit der Hand.
Das schöne ist ja dass nun ein Großteil der Presse wieder zur alten Rechtschreibung zurückkehrt. Da lernt man es auch nicht mehr richtig.
Re: was willst du damit sagen, wo ist das problem ? (n/t)
Christian, Monday, 23.08.2004, 20:06 (vor 7837 Tagen) @ mottek
Als Antwort auf: was willst du damit sagen, wo ist das problem ? (n/t) von mottek am 22. August 2004 20:17:13:
Frage:
Wo sind die Fördergelder besser aufgehoben?
1. In Bildung für Jungen?
2. Zur Erstellung eines Gesundheitsberichts für Männer?
3. In einem Pornokanal um Männer sexuell triebhafter zu machen um deren Gehirn auszuschalten?
fragt,
Christian
Re: was willst du damit sagen, wo ist das problem ? (n/t)
Max, Tuesday, 24.08.2004, 11:34 (vor 7836 Tagen) @ Christian
Als Antwort auf: Re: was willst du damit sagen, wo ist das problem ? (n/t) von Christian am 23. August 2004 17:06:43:
Hi Christian,
Frage:
Wo sind die Fördergelder besser aufgehoben?
1. In Bildung für Jungen?
...zum Beispiel da.
2. Zur Erstellung eines Gesundheitsberichts für Männer?
...da auch.
3. In einem Pornokanal um Männer sexuell triebhafter zu machen um deren Gehirn auszuschalten?
...du konstruierst da leider ein Entweder-Oder, wo es keines zu geben braucht. Das Eine schließt das Andere nicht aus. Und Männer werden durch einen Pornokanal nicht triebhafter, auch schaltet sich ihr Gehirn dadurch nicht aus.
Gruß - Max
Re: Staat fördert Porno-TV
Karin, Tuesday, 24.08.2004, 14:09 (vor 7836 Tagen) @ Christian
Als Antwort auf: Staat fördert Porno-TV von Christian am 22. August 2004 13:56:32:
Das Wirtschaftsministerium in Mecklenburg-Vorpommern sieht in der
Förderung des Senders kein Problem. Wer 100 Arbeitsplätze schaffe, würde
finanziell unterstützt werden, sagte ein Sprecher.
Ich seh darin auch kein Problem.
Allerdings würde ich dem Herrn Geschäftsfuehrer scharf auf die Finger gucken; nur für den Fall, dass sich die ach so tolle Geschäftsidee nicht rechnet und nach einigen Monaten ein "gesunder Konkurs" mit etlichen verschwundenen Milliönchen hingelegt wird.
Gruss,
Karin
Re: Staat fördert Porno-TV
Garfield, Tuesday, 24.08.2004, 15:03 (vor 7836 Tagen) @ Karin
Als Antwort auf: Re: Staat fördert Porno-TV von Karin am 24. August 2004 11:09:08:
Hallo Karin!
"Allerdings würde ich dem Herrn Geschäftsfuehrer scharf auf die Finger gucken; nur für den Fall, dass sich die ach so tolle Geschäftsidee nicht rechnet und nach einigen Monaten ein "gesunder Konkurs" mit etlichen verschwundenen Milliönchen hingelegt wird."
Genau die Gefahr sehe ich auch. Der gute Mann denkt sich vielleicht, daß sich Sex leicht verkauft. Nur muß man auch sehen, daß immer weniger Menschen in Deutschland genügend Geld für kostenpflichtiges Fernsehen übrig haben. Deshalb hat Premiere ja auch Probleme.
Es wäre ja nicht das erste Mal, daß ein windiger Geschäftemacher eine Pleite dafür nutzt, sich mit sämtlichem noch vorhandenen Geld aus dem Staub zu machen und es sich dann auf den Bahamas oder sonstwo gut gehen zu lassen.
Solche Geschenke aus Steuergeldern dürfte es gar nicht geben. Wenn der Staat schon Geld in ein Unternehmen steckt, dann müßte er auch entsprechend am Gewinn beteiligt sein. In der freien Wirtschaft wird schließlich auch nirgends Geld ohne irgendeine Gegenleistung verschenkt.
Aber wir haben's ja so dicke. Und wenn das Geld mal wieder nicht reicht, dann erhöht man eben irgendeine Steuer oder man kürzt irgendeine Sozialleistung, selbstverständlich ohne die dafür zu zahlenden Beitrage auch entsprechend zu senken. Hauptsache, den deutschen Millionären geht es gut.
Daß da ein Unternehmen unterstützt wird, das in der Erotik-Branche tätig ist, sehe ich auch nicht als problematisch an. Die Menschen, die in dieser Branche tätig sind, wissen schon, was sie tun. Und die Menschen, die ihre Produkte konsumieren, wissen es auch. Wir sind nicht mehr in Mittelalter, als man den Menschen tatsächlich einreden wollte, daß Sex zur reinen Lustbefriedigung Sünde wäre. Und wir sind auch noch nicht in einer radikalfeministischen Diktatur, in der alles, was irgendwie mit heterosexuellen Geschlechtsverkehr zu tun hat, als Unterdrückung der Frau gebrandmarkt wird.
Freundliche Grüße
von Garfield
Re: Staat fördert Porno-TV
Maesi, Tuesday, 24.08.2004, 23:24 (vor 7835 Tagen) @ Garfield
Als Antwort auf: Re: Staat fördert Porno-TV von Garfield am 24. August 2004 12:03:45:
Hallo Garfield
"Allerdings würde ich dem Herrn Geschäftsfuehrer scharf auf die Finger gucken; nur für den Fall, dass sich die ach so tolle Geschäftsidee nicht rechnet und nach einigen Monaten ein "gesunder Konkurs" mit etlichen verschwundenen Milliönchen hingelegt wird."
[...]Es wäre ja nicht das erste Mal, daß ein windiger Geschäftemacher eine Pleite dafür nutzt, sich mit sämtlichem noch vorhandenen Geld aus dem Staub zu machen und es sich dann auf den Bahamas oder sonstwo gut gehen zu lassen.
Wir sollten schon unterscheiden zwischen einem Betrueger und einem Geschaeftsmann, der sich verkalkuliert. Ersterer plant einen Konkurs mit ein, waehrend letzterer das nicht tut. Nicht jede Geschaeftsidee ist erfolgreich, aber auch nicht jeder der Pleite geht, ist deshalb gleich ein Verbrecher.
Solche Geschenke aus Steuergeldern dürfte es gar nicht geben. Wenn der Staat schon Geld in ein Unternehmen steckt, dann müßte er auch entsprechend am Gewinn beteiligt sein. In der freien Wirtschaft wird schließlich auch nirgends Geld ohne irgendeine Gegenleistung verschenkt.
Naja, grundsaetzlich laesst sich (fast) immer Geld auf dem Kapitalmarkt beschaffen; es ist halt immer eine Frage des Preises. Wenn der Staat Geld in privatwirtschaftliche Projekte steckt, kann er das auf verschiedene Arten tun. Er kann ein zinsguenstiges (oder gar zinsloses) Darlehen gewaehren, er kann Geldgeschenke machen (à fonds perdu oder Subventionen), oder er kann auch Defizitgarantien uebernehmen. Eine marktgerechte Finanzierung von Staates wegen wird nahezu nie vorkommen, weil der Kapital-/Geldmarkt dies wesentlich besser und effizienter zu tun vermag als es der Staat je koennte. Eine (staatliche) Beteiligung am Gewinn ist unueblich, denn dann koennte der Staat ja gleich Aktien bzw. Anteile des betreffenden Unternehmens kaufen und so zu dessen Eigenkapital beitragen.
Wenn ich das richtig verstehe, geht es in diesem speziellen Fall darum, mit staatlicher Hilfe Arbeitsplaetze zu schaffen; die staatliche Unterstuetzung scheint also einen gewissen Investitionscharakter zu haben. Eine Investition ist immer mit einem gewissen Risiko behaftet, dass sie sich nicht auszahlt.
Aber wir haben's ja so dicke. Und wenn das Geld mal wieder nicht reicht, dann erhöht man eben irgendeine Steuer oder man kürzt irgendeine Sozialleistung, selbstverständlich ohne die dafür zu zahlenden Beitrage auch entsprechend zu senken. Hauptsache, den deutschen Millionären geht es gut.
Tja, die boesen Millionaere mal wieder. Die Crux ist ein voellig undurchdringlicher Dschungel im Steuer- und Subventionswesen mit vielen Foerderungen, Sonderleistungen, Sonderhilfen, Subventionen usw. usf.; viele Sonderregelungen bedeuten eben auch viele Schlupfloecher - die alle stopfen zu wollen, ist voellig aussichtslos. Und im Gegensatz zu den Normalverdienern koennen Millionaere sich Berater leisten, die ihnen diese Schlupfloecher zeigen. Die Welt ist nun mal ungerecht...
Ich sehe das Problem eher darin, dass unter der Regierung Kohl viele Steuergeschenke an Unternehmen gemacht wurden in der Hoffnung, dass diese dann Arbeitsplaetze in Deutschland schaffen oder wenigstens nicht ins Ausland verlagern; diese Rechnung ist offenbar nicht in dem Masse aufgegangen, wie man sich's erhofft hat - das Steuerdomizil ist eben nicht notwendigerweise auch der Produktionsstandort. IMHO waere es gescheiter gewesen, die Lohnnebenkosten moeglichst tief zu halten; dies haette sich viel direkter auf die Arbeitsplaetze ausgewirkt. Fairerweise muss man eingestehen, dass die Regierung Schroeder keine leichte Aufgabe uebernommen hat - dass er (bei beiden Wahlen) Wahlversprechen abgegeben hat, die er unmoeglich erfuellen kann, steht allerdings auf einem anderen Blatt.
Daß da ein Unternehmen unterstützt wird, das in der Erotik-Branche tätig ist, sehe ich auch nicht als problematisch an. Die Menschen, die in dieser Branche tätig sind, wissen schon, was sie tun. Und die Menschen, die ihre Produkte konsumieren, wissen es auch. Wir sind nicht mehr in Mittelalter, als man den Menschen tatsächlich einreden wollte, daß Sex zur reinen Lustbefriedigung Sünde wäre. Und wir sind auch noch nicht in einer radikalfeministischen Diktatur, in der alles, was irgendwie mit heterosexuellen Geschlechtsverkehr zu tun hat, als Unterdrückung der Frau gebrandmarkt wird.
Der Geschaeftszweck ist voellig irrelevant solange er legal ist. Wenn man Subventionen/Unterstuetzungen im Giesskannenprinzip gewaehrt, muss man natuerlich damit rechnen, dass es Leute gibt, die das opportunistischerweise ausnutzen - das ist systemimmanent.
Gruss
Maesi
Re: Staat fördert Porno-TV
Garfield, Wednesday, 25.08.2004, 22:37 (vor 7834 Tagen) @ Maesi
Als Antwort auf: Re: Staat fördert Porno-TV von Maesi am 24. August 2004 20:24:53:
Hallo Maesi!
Natürlich ist kein Millionär von Natur aus böse. Wie jeder andere Mensch auch tut ein Millionär eben am liebsten das, was ihm nützt. Seine Millionen ermöglichen es dem Millionär obendrein, auch noch andere Menschen genau das tun zu lassen, was ihm nützt. Z.B. einflußreiche Politiker.
Umsonst sind die Spendengelder aus der Wirtschaft jedenfalls nicht auf die schwarzen Konten der CDU geflossen. Da haben wir dann auch schon den Grund für die von dir erwähnten Steuergeschenke für die Wirtschaft und für den mittlerweile auch für Fachleute undurchsichtigen Dschungel aus Steuerabschreibungsmöglichkeiten, Fördermitteln usw. Womit ich jetzt nicht behaupten will, daß die jetzige Regierung das wesentlich anders handhabt.
"Wir sollten schon unterscheiden zwischen einem Betrueger und einem Geschaeftsmann, der sich verkalkuliert. Ersterer plant einen Konkurs mit ein, waehrend letzterer das nicht tut. Nicht jede Geschaeftsidee ist erfolgreich, aber auch nicht jeder der Pleite geht, ist deshalb gleich ein Verbrecher."
Richtig. Aber nicht jeder Konkursbetrug war von Anfang an so geplant. Natürlich ist es für unseren zukünftigen Pornokanalbetreiber besser, wenn sein Unternehmen erfolgreich ist. Dann kann er sich ganz offiziell und ohne Verfolgung durch die Justiz hier in Deutschland ein schönes Leben machen. Wenn das aber nicht klappt, dann gibt es eben die Alternative, mit dem Geld ins Ausland zu verschwinden. Vielleicht würde er das nicht tun. Es hat aber schon genügend Leute gegeben, die genau das getan haben. Das ist nur menschlich: Wenn man die Wahl hat, für den Rest seines Lebens einen riesigen Schuldenberg zu haben oder sich einen schönen Lenz zu machen - wohin wird man wohl eher tendieren?
"Eine (staatliche) Beteiligung am Gewinn ist unueblich, denn dann koennte der Staat ja gleich Aktien bzw. Anteile des betreffenden Unternehmens kaufen und so zu dessen Eigenkapital beitragen."
Warum soll der Staat das nicht tun? Es gibt doch ohnehin schon lange Unternehmen, die ganz oder teilweise in Staatsbesitz sind. Daß die Rechnung "Subventionen für Arbeitsplätze" nicht aufgeht, hat sich nach der Wiedervereinigung im Osten doch oft genug gezeigt. Da wurden von manchen Unternehmen dreistellige Millionenbeträge kassiert, und sobald es vertraglich möglich war, flogen die Mitarbeiter trotzdem raus. Oft war es so, daß der Staat billiger weggekommen wäre, wenn er jedem Mitarbeiter 1 Million DM ausgezahlt hätte. Wenn sowas immer und immer wieder passiert, dann kann mir doch keiner erzählen, daß unsere Politiker das nicht von vorneherein einkalkuliert haben. So blöd sind die nun auch wieder nicht. Gegen eine ordentliche Spendensumme drückt man eben gern alle verfügbaren Augen zu und genehmigt Subventionen ohne Ende. Das Geld anderer läßt sich immer leicht ausgeben, vor allem, wenn man selbst dafür Geld bekommt.
Freundliche Grüße
von Garfield
Prima! Wann gibts Staatsknete fuer mich? (n/t)
Ruediger, Thursday, 26.08.2004, 16:41 (vor 7834 Tagen) @ Christian
Als Antwort auf: Staat fördert Porno-TV von Christian am 22. August 2004 13:56:32:
Steuergelder finanzieren Porno-TV