Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Ehe(scheidungen) in Deutschland

Maesi, Wednesday, 18.08.2004, 22:50 (vor 7842 Tagen) @ Christian

Als Antwort auf: Re: Ehe(scheidungen) in Deutschland von Christian am 13. August 2004 15:38:38:

Hallo Christian

Ich glaube, das Abzocken, Ausbeuten, Entrechten, Versklaven usw. spricht sich immer mehr herum, weil es ja so einfach funktioniert Männer und Kinder als rechtlose Menschen dritter Klasse abstempeln zu können. Warum eine Ehe weiterführen, wenn sich doch eine Scheidung als lukrativ erweisen sollte und man Sklaven (rechtlose Männer) für sich arbeiten lässt.

Ich glaube nicht, dass die primaere Motivation von Frauen zum Einreichen von Scheidungen ist, ihre Ex-Maenner abzuzocken; reich wird man nach einer Scheidung ja nicht gerade. Es ist wohl eher so, dass sich die Bedeutung der Institution Ehe, ja der Partnerschaft insgesamt erheblich gewandelt hat. Wir duerfen nicht vergessen, dass Familien bis nach dem Zweiten Weltkrieg fuer das Ueberleben die besten Bedingungen boten. Man heiratete moeglicherweise aus Liebe, blieb aber zusammen, weil man aufeinander angewiesen war und es keine realistische Alternative gab. Ausserdem bestand ein erheblicher gesellschaftlicher Druck zu heiraten und verheiratet zu bleiben.

Mit dem sprunghaften Anstieg des Wohlstands in der Nachkriegszeit sowie aufgrund gesellschaftlicher Veraenderungen (Scheidung galt fortan immer weniger als Makel) wurden Scheidungen im wahrsten Sinne des Wortes 'erschwinglich'. Durch die starke Verringerung des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Drucks, mussten die Ehepaare sich ausserdem immer weniger zusammenraufen. Ausserdem bin ich ueberzeugt davon, dass in den letzten 40 Jahren die Faehigkeit zur gegenseitigen Toleranz abgenommen hat; man ist weniger bereit, unangenehme Situationen auszuhalten und/oder die Macken des Partners zu ertragen. Anstatt sich gegenseitig zu arrangieren, flieht man voneinander. Das zeigt insbesondere auch die eher geringe Faehigkeit, nach der Trennung/Scheidung im Interesse des Kindes eine minimale elterliche Kooperation aufrechtzuerhalten.

Das ist eine weitere Bestätigung für mich, niemals zu Heiraten und ein Kinderwunsch völlig ausgeschlossen ist,...

Das ist natuerlich Deine persoenliche Entscheidung; angesichts der Tendenz in der heutigen Rechtsprechung aber durchaus eine rational begruendbare. Ohne Kinder kein Unterhalt; sofern ein Mann trotzdem Kinder haben will, muss er sich bewusst sein, dass er jederzeit als Vater abgesaegt und entsorgt werden kann, wobei er natuerlich seine Vaterpflichten (in Form Unterhalt) weiterhin erfuellen muss. Bei den heutigen Scheidungs-/Trennungsquoten (um die 50%) sowie der recht hohen Wahrscheinlichkeit (ca. 50%), nach der Trennung den Kontakt zum Kind zu verlieren, kann man dieses Risiko als erheblich bezeichnen. Angesichts der hohen und langandauernden finanziellen Verpflichtungen aufgrund der Vaterschaft, sollte jeder Mann eine Risikoanalyse durchfuehren; das gebietet einfach die praktische Vernunft.

...die verantwortlichen Personen findet man in erster Linie in der Poltitik und in der Justiz und viele Frauen (absolute Scheidungsgewinner) sind ja nur die ausführenden Personen da Madames sämtliche Rechte ohne Pflichten in die Tasche stecken können.

Du siehst das IMHO zu einfach. Trotzdem bin auch ich der Ansicht, dass das heutige Scheidungsrecht ungerecht ist gegenueber den Unterhaltspflichtigen; diese haben naemlich de facto tatsaechlich keinerlei durchsetzbare Rechte sondern nur Pflichten.

Die Politik fragt sich immer mehr und mehr >"Warum ist Deutschland mit der Geburtenrate welweit an letzter Stelle und jährlich ein neuer Scheidungsrkord zu verzeichnen ist?"< und grübeln heute noch nach der Ursache wenn sie noch nicht gestorben sind.

In den westlichen Laendern gibt es generell eine tiefe Geburtenrate. IMHO kann noch nicht einmal Frankreich auf lange Sicht seine Bevoelkerungszahl aus eigener Kraft halten sondern ist auf Einwanderung angewiesen.

Gruss

Maesi


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