Podiumsdiskussion
Büro für Gleichstellungsfragen
Rheingau-Taunus-Kreis
Recht und Wohl des Kindes nach Trennung und Scheidung
Podiumsdiskussion
Am 20.09.04 (Weltkindertag)
um 19.30 Uhr
Stadthalle Bad Schwalbach
In Kooperation mit:
Frauenbeauftragte der Stadt Bad Schwalbach
Kinderschutzbund Rheingau e.V.
Kinderschutzbund Untertaunus e.V.
Väteraufbruch für Kinder e.V.
Warum hat die Gleichstellungsstelle
des Rheingau-Taunus-Kreises die
Thematik aufgegriffen und die
Veranstaltung forciert?
Ihre Aufgabe ist es, mit allen
zusammenzuarbeiten, die wegen ihres
Geschlechtes oder einer
geschlechtsspezifischen Lebenssituation
benachteiligt werden.
Hier geht es um beide Geschlechter und die
Verhältnisse zwischen ihnen, die grundsätzlich
als vermeidbar anzusehen sind.
Diese Politik des Gender-Mainstreaming setzt
den Rahmen, dass die Probleme beider
Geschiedenen zur Kenntnis genommen und
verstanden werden können. Es gilt also,
Ungerechtigkeiten bei beiden Geschlechtern
abzubauen, zum Wohle von Mutter und Vater
und der Kinder.
Kinder erleben die Trennung der Eltern als
Willkür. Sie können die Gründe der
Familienauflösung nicht nachvollziehen, denn
diese beziehen sich auf das Paar. Die Beziehung
von Mann und Frau verschwindet für sie hinter
der Elternschaft. Sie wissen, dass das etwas
Besonderes ist, aber sie können es nicht
begreifen. Die Auswirkungen erleben Kinder erst
später, zuerst erleben sie diffuse Existenzängste.
Es wird ihnen etwas genommen, das sie nicht
hergeben wollen.
Da die Trennungs- und Scheidungsrate rapide
zunimmt, besteht großer Handlungsbedarf, um
verheerende Spätfolgen zu vermeiden.
Wenn Eltern sich scheiden lassen oder
ihre Beziehung beenden, tun sie das im
Namen einer besseren Zukunft für sich
selbst. Leidtragende sind immer ihre
Kinder. Denn der Verlust der Elterlichkeit
kann durch nichts ausgeglichen werden.
Auch wenn der Kontakt zu beiden
Elternteilen bestehen bleibt, treten diese
ihnen nur noch als Einzelpersonen
gegenüber. Den Verlust erleben die
Kinder als Aggression aus elterlicher
Hand. Gesellschaftspolitisch wird auf die
verletzten Interessen der Kinder viel zu
selten eingegangen. Stattdessen werden
Scheidungen im Geschlechterkampf zum
Austragungsort darüber, ob Frauen oder
Männer die besseren Menschen sind.
Ohne schwerwiegende Folgen kann
keine Gesellschaft es sich leisten, mit
den Auswirkungen der Scheidung auf
Kinder dermaßen nachlässig
umzugehen.
Einen Nährboden für entfremdendes Verhalten
bilden Rahmenbedingungen und Konflikte, wie
sie ganz generell nach einer Scheidung
auftreten. Dazu zählen nach der Erhebung von
Proksch (2000) u.a.:
Die ungleich verteilte Betreuung der Kinder
durch Vater bzw. Mutter: Betreut werden die
Kinder von 66% bzw. 68% der Mütter mit
alleinigem bzw. gemeinsamen Sorgerecht,
aber nur von 12 bzw. 19% der Väter.
Je nach Sorgerechtsverteilung zeigen 37-
47,5% der Kinder Sorge, einen Elternteil zu
verlieren, 32% psychische Veränderungen,
20-22% Aggressionen.
Väter ohne Sorgeberechtigung zeigen mit
18% doppelt so häufig Angst, dass die
Kinder den Kontakt zu ihnen ablehnen, wie
Väter mit gemeinsamer Sorge.
Besonders konfliktträchtig ist die
Abwertungstendenz gegenüber dem jeweils
aE: 65 bzw. 74% der Väter bzw. Mütter mit
alleiniger Sorge, aber nur 42% der Eltern mit
gemeinsamer Sorge halten den Ex-Partner
für weniger oder überhaupt nicht
verantwortlich für die gemeinsamen Kinder.
Einem erheblichen Teil der Väter (17%) und
Mütter (13%) mit alleiniger Sorge wäre es
lieber, die Kinder gingen nicht zum anderen
Elternteil. Probleme mit dem Umgangsrecht
bekunden insg. 38,5% (!) der N=7008
befragten Elternteile. Etwa jeder dritte Vater
bzw. Mutter (34%), bei dem/der das Kind
nicht lebt, möchte häufigeren Umgang, 37
bzw. 31% auch einen längeren Umgang mit
ihren Kindern haben (Proksch, 2000,S.97).
Am Podium:
Klaus Döbbert
Familienrichter
Bernd Fritz - Moderation
Redakteur FAZ
Dr. Karin Jäckel
Autorin
Ursula Kodjoe
Psychologin, Mediatorin
Manfred Lengowski
Jugendamt Cochem-Zell
Knud Petzel
Rechtsanwalt
Re: Podiumsdiskussion
Als Antwort auf: Podiumsdiskussion von Odin am 18. August 2004 12:21:07:
Hi Odin,
danke für die Info! Das ist zehn Kilometer von mir zuhause entfernt, und an diesem Abend hab ich auch noch nichts liegen. Vermutlich werde ich also im Publikum sein.
Herzlicher Gruß
Arne
Re: Podiumsdiskussion
Als Antwort auf: Re: Podiumsdiskussion von Arne Hoffmann am 18. August 2004 15:55:06:
hallo
ein bisschen weit für mich .
Kann danach mal jemand eine zusammenfassung geben.
wäre nett. danke.