Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Aufruf zu Widerstand gegen Männerverunglimpfung bei SAT1

Garfield, Monday, 16.08.2004, 17:48 (vor 7844 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Re: Aufruf zu Widerstand gegen Männerverunglimpfung bei SAT1 von Odin am 14. August 2004 12:26:03:

Hallo Odin!

"Man müßte auch darauf achten, was beworben wird. Wenn die Werbung auf Frauen zielt, werden die keine Änderung anstreben - es sei denn, es schreibt eine Frau, die sich über Kallwas ärgert."

Genau das ist das große Problem dabei. Männerfeindlichkeit ist doch heute groß in Mode, und wenn man sich bei Unternehmen, die sowas ganz bewußt als Werbestrategie einsetzen, darüber beschwert, wird man nicht nur nichts erreichen, sondern sie womöglich noch in ihrer Werbestrategie bestätigen. Jedenfalls wenn sie Frauen als ihre wesentliche Zielgruppe ansehen und von Frauen kaum Beschwerden kommen.

Ich denke, es ist sinnvoller, die Frauen im eigenen Umfeld für so etwas zu sensibilisieren. Manche Werbefilmchen sind heute schon so deutlich, daß es mittlerweile auch Frauen auffällt, obwohl sie ja nicht direkt betroffen sind. So sagte eine Kollegin meiner Frau mal, daß Frauen heute durch die Werbung doch schon regelrecht zum Fremdgehen aufgefordert werden würden.

Das bezog sich wohl auf Werbefilme wie den für eine Margarine-Sorte, in dem eine Frau am Anfang mit zwei Männern im Bett liegt. Manche Firmen schießen mit solchen Spots etwas über die Stränge. In diesem Fall hat man sich wohl gedacht, daß der Film eine Botschaft wie "wenn du diese Margarine ißt, bist du so schlank und sexy, daß du nicht nur einen, sondern locker gleich zwei Typen ins Bett kriegst" vermitteln würde. Tatsächlich denkt die normale Durchschnitts-Singlefrau dabei aber sowas wie "die hat zwei Typen im Bett, und ich krieg nicht mal einen..." Da kommt Frust auf, und das ist etwas, was die Werbestrategen eigentlich unbedingt vermeiden wollen.

Aus diesem Grund geisterte auch jahrelang die von Feministinnen kritisierte Zahnarztfrau durch die Werbung. Die Unternehmen haben nämlich daran gedacht, daß Zahnpasta häufig von Frauen gekauft wird, und daß viele dieser Frauen Hausfrauen sind oder aber kein besonders hohes Einkommen haben. Wenn man denen eine Zahnärztin präsentiert, weckt das sofort Neidgefühle. Um das zu vermeiden, gab es nur zwei Alternativen: Einen männlichen Zahnarzt oder aber die berühmt-berüchtigte Zahnarztfrau.

Mir fällt auch immer wieder auf, daß viele Frauen den heute sehr modernen Action-Filmen mit weiblichen Hauptdarstellerinnen eher skeptisch gegenüber stehen. Ich habe ohnehin das Gefühl, daß solche Filme überwiegend von Männern konsumiert werden. Frauen fühlen sich solchen Frauen-Figuren unterlegen, und das weckt dann eben auch Neid und Ablehnung in ihnen. Vor allem, wenn sie dann auch noch sehen, wie begeistert viele Männer von solchen Action-Heldinnen sind.

Da kann man ansetzen. Wenn jeder von uns seine Frau, Verlobte oder Freundin dazu bringt, ab und zu mal ein Protestschreiben irgendwohin zu schicken, dann würde das schon mehr bewirken. Weil Frauen für viele Unternehmen eben als Kunden mehr zählen als Männer und weil deshalb auch die Medien (die sich ja zum großen Teil über Werbung finanzieren) mehr Wert auf dei Meinung der Frauen legen.

Freundliche Grüße
von Garfield



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