Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Vater, weil er mehr Geld hatte

Odin, Sunday, 15.08.2004, 03:03 (vor 7845 Tagen)

Gießener Anzeiger

Dreieinhalb Jahre an Vaterschaft geglaubt
Betrugsprozess um Kindesunterhalt endete mit Geldstrafe

BIEBERTAL (ml). Es war eine Diskotheken-Bekanntschaft. Nichts Ernstes also. Eine 33-jährige Biebertalerin und ihr gleich alter "Freund" trafen sich über mehrere Monate im Sommer 1998 in verschiedenen Tanzlokalen. Eine Affäre, die nicht ohne Folgen bleiben sollte. Die junge Frau wurde schwanger und gab den Disco-Freund als Vater des Kindes an. Etwa drei Jahre später stellte sich heraus, dass der junge Mann gar nicht der Vater des Kindes war. Deshalb wurde die Biebertalerin nun vom Gießener Amtsgericht wegen Betrugs zu einer Geldstrafe von 400 Euro verurteilt. "Ich hatte in dieser Zeit einen ,One-Night-Stand´ mit einem Anderen", gab die Angeklagte zu. Sie habe aber niemanden täuschen wollen, sondern schlicht den Empfängnistermin falsch berechnet. Dadurch sei nur der 33-jährige Schichtarbeiter als Vater in Frage gekommen.
Trotz seines betont maskulinen Auftretens zeigte sich in der Vernehmung des angeblichen Kindsvaters schnell, welch tiefe Verletzungen diese beinahe-Vaterschaft hinterlassen hat. Zunächst noch sehr kühl und sachlich erklärte der Zeuge, dass "er das Kind ja gar nicht haben wollte". Es sei ja nur um Sex gegangen, nicht um Liebe. "Ich wollte, dass sie das Kind abtreiben lässt und dann den Kontakt zu mir abbricht", erklärte der junge Mann. Doch die Angeklagte wollte das Kind behalten und rief den Zeugen erst wieder an, als sie im achten Monat schwanger war. "Da war es für eine Abtreibung natürlich zu spät", sagte der 33-Jährige mit zitternder Stimme. Unter Tränen berichtete er dann, dass er die Biebertalerin zur Entbindung begleitet habe. "Dreieinhalb Jahre habe ich mich um das Kind gekümmert und Unterhalt bezahlt." Zweifel an seiner Vaterschaft habe er natürlich gehabt. "Sie hat bei ihrem Leben geschworen, dass das Kind von mir ist", erklärte der Zeuge.
Nach fast vier Jahren bekam der angebliche Vater vom aktuellen Lebensgefährten der Angeklagten einen Anruf, dass er nicht der Vater sei. Nur, weil der tatsächliche Erzeuger nicht so viel verdiene wie der Schichtarbeiter habe die Angeklagte ihn als Vater angegeben. Ein DNA-Test bestätigte, dass ein Anderer der Vater des kleinen Mädchens ist. Richter Dr. Johannes Dittrich und Staatsanwalt Jochen Fabrizius waren sich einig, dass der Angeklagten der Vorsatz, den Zeugen aus monetären Gründen zu täuschen, nicht zu beweisen war. Dennoch hätte die Angeklagte den "One-Night-Stand" angeben müssen. "Wenigstens der materielle Schaden wurde von der Angeklagten wieder gut gemacht", sagte Dittrich in seiner Urteilsbegründung.

Re: Vater, weil er mehr Geld hatte

Gastredner, Sunday, 15.08.2004, 15:23 (vor 7845 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Vater, weil er mehr Geld hatte von Odin am 15. August 2004 00:03:44:

Der angebliche Vater wird angerufen, dass er nur als Vater angegeben wurde, weil der tatsächliche Erzeuger nicht so viel verdiene und der Richter und der Staatsanwalt sind sich einig, man könne der Frau keinen Vorsatz nachweisen. Aha, alles klar ...

....keinen Vorsatz nachweisen....

noname, Sunday, 15.08.2004, 17:39 (vor 7845 Tagen) @ Gastredner

Als Antwort auf: Re: Vater, weil er mehr Geld hatte von Gastredner am 15. August 2004 12:23:47:

Der angebliche Vater wird angerufen, dass er nur als Vater angegeben wurde, weil der tatsächliche Erzeuger nicht so viel verdiene und der Richter und der Staatsanwalt sind sich einig, man könne der Frau keinen Vorsatz nachweisen. Aha, alles klar ...

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ja das find ich auch interessant; vor allem wie es zu diesem anruf kam !
hat sich der lebensgefährte nur verplappert oder hatte er gerade mit seiner alten ein hühnchen zu rupfen ? was waren seine motive dafür?
an männersolidarität glaub ich schon lang nicht mehr !

Re: ....keinen Vorsatz nachweisen....

MeckMax, Monday, 16.08.2004, 15:24 (vor 7844 Tagen) @ noname

Als Antwort auf: ....keinen Vorsatz nachweisen.... von noname am 15. August 2004 14:39:23:

...an männersolidarität glaub ich schon lang nicht mehr !..<<<

Die sogenannte Männersolidarität erfährt ebenfalls ihre Grenzen in der
Geldbörse des anderen. Solange dieser Geldhahn willkürlich per Justiz
geöffnet werden kann, ohne irgendwelche Hintergründe zu beleuchten,
ist jeder ergaunerte Cent höchst willkommen.
Diejenigen welchen so großer finanzieller (vom menschlichen mal ganz abgesehen) Schaden zugefügt wird, sind weitestgehend rechtlos und ausgeliefert.
Mehr noch als das müssen sie auch noch die ihnen entstehenden Kosten der Justiz selber tragen.
Eine Art "Verursacherprinzip" mit Wiedergutmachung gibt es kaum oder gar nicht.
Ein Hoch auf das Kindeswohl, die Mütter- und der damit einhergehenden justiziellen Willkür.....

MeckMax

Re: ....keinen Vorsatz nachweisen....

Garfield, Monday, 16.08.2004, 16:22 (vor 7844 Tagen) @ noname

Als Antwort auf: ....keinen Vorsatz nachweisen.... von noname am 15. August 2004 14:39:23:

Hallo du Namenloser!

"an männersolidarität glaub ich schon lang nicht mehr !"

Ja, unter Männern gibt es wohl noch weniger Solidarität als unter Frauen. Und das will schon etwas heißen...

Vielleicht war der jetzige Lebensgefährte dieser Abzockerin ja eifersüchtig auf diesen Ex von ihr. Da dieser Ex das Kind für seins hielt und dafür auch Unterhalt zahlte, hat er das Kind ja sicher ab und zu gesehen und hatte so auch immer noch Kontakt mit der Mutter. Offenbar hat die Mutter ihrem jetzigen Lebensgefährten mal hämisch grinsend erzählt, wie sie ihren Ex mit dem Unterhalt geneppt hat. Sonst hätte er das ja kaum wissen können. Und da dachte er sich vielleicht, daß dieser Ex aus dem Leben seiner Partnerin verschwinden wird, wenn er ihm steckt, daß er gar nicht der Vater des Kindes ist.

Es wäre natürlich theoretisch auch möglich, daß er es einfach für unfair hielt, daß dieser Ex für ein fremdes Kind zahlen mußte. Aber ich denke auch, daß da noch mehr dahinter steckte. Immerhin fließt das Unterhaltsgeld ja nun wohl spärlicher oder vielleicht auch gar nicht mehr, was für den jetzigen Partner der Frau sicher bedeutet, daß er mehr Geld heranschaffen oder irgendwo einsparen muß. Wenn er das in Kauf genommen hat, mußte er schon eine dringende Motivation haben, und da kommt eigentlich nur Eifersucht in Frage, denke ich.

Aber da können wir jetzt nur spekulieren.

Freundliche Grüße
von Garfield

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