Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Wir Männer sollten uns schämen...

Wolfgang, Friday, 13.08.2004, 20:11 (vor 7847 Tagen) @ Garfield

Als Antwort auf: Re: Wir Männer sollten uns schämen... von Garfield am 13. August 2004 15:41:37:

Hallo Garfield!

Natürlich hat der Mann nur versucht, seine Partnerin zu retten, um sie weiterhin brutalst unterdrücken zu können...

Er kann als Angehöriger des männlichen Unterdrückergeschlechts gar keine andere Motivation gehabt haben.
Man sieht ähnliches frauenfeindliches Unterdrückerverhalten im Alltag ja auch bei den ganzen Familienernährern. Sie tun das ja bekanntlich nur, um ihre Frauen besser unterdrücken zu können.

Und natürlich ist sie überhaupt nur aus dem Auto gesprungen, um vor ihm zu flüchten...

Was denn sonst? Er ist ja schließlich ein potentieller Vergewaltiger, und Vergewaltigung findet ja bekanntlich meistens im sozialen Nahraum, also z.B. im Auto, statt. So gut wie jede Frau wird ja ständig vergewaltigt. Da ist es kein Wunder, dass sie vor ihm flüchtete. Recht geschieht es ihm, dass er, als er sie verfolgte, ums Leben kam. Er ist an seiner eigenen Boshaftigkeit zu Grunde gegangen.

Ob noch nachträglich ein Schadensersatz für die versuchte Vergewaltigung erstritten werden kann, z.B. von den Eltern des toten Verbrechers?

feministischer Gruß

Wolfgang

Vor einigen Jahren habe ich mal eine interessante Reportage gesehen. Da ging es um eine Hungersnot im Westen Nordamerikas. Es war die Zeit der Siedler-Trecks, irgendwann im 18. oder 19. Jahrhundert. Eine Gruppe von Siedlern hatte sich sehr weit westlich nieder gelassen und lebte dort ohne jeglichen Kontakt zu anderen Menschen. Leider hatten sie Pech, das Wetter war sehr ungünstig und sie ernteten so gut wie nichts.
So hungerten sie also, und viele von ihnen starben. Die Sterbefälle wurden aufgezeichnet, die Aufzeichnungen landeten irgendwann in einem Archiv und verstaubten dort jahrzehntelang.
So etwa in den 1980er/1990er Jahren fand sie dort jemand wieder. Er oder sie stellte beim Studium der Aufzeichnungen fest, daß bei dieser Hungersnot deutlich mehr männliche als weibliche Personen gestorben waren. Das paßte prima zum Zeitgeist, denn mittlerweile war es sehr modern, bei jeder Gelegenheit die angebliche Überlegenheit des weiblichen Geschlechts zu betonen. So nahm man diese alten Listen nun als Beweis dafür, daß Frauen ja auch widerstandsfähiger gegen Hunger wären und behauptete, daß sie auch da den Männern überlegen wären.
Dann machte sich aber mal jemand die Mühe, sich diese Listen genauer anzusehen. Ein Vergleich der Sterbezahlen der Jungen mit denen der Mädchen ergab keine Unterschiede. Bei Jungen wie Mädchen waren die Sterbezahlen vergleichbar mit denen der Frauen. Nur bei Männern waren sie deutlich höher.
Dieser Historiker wühlte sich durch alte Archive und konnte schließlich mit Hilfe alter Berichte das rekonstruieren und belegen, was man sich auch mit einigem gesunden Menschenversand und ohne ideologische Verblendung hätte vorstellen können:
Als die Menschen hungerten und die letzten Tiere geschlachtet waren, blieb als Nahrungsquelle nur noch die Jagd. Das war natürlich Aufgabe der Männer. Bald war die Umgebung aber leergejagt, und die Männer mußten immer weiter hinaus ziehen, um noch Beutetiere zu finden.
Frauen und Kinder hatten auf den Höfen nichts mehr zu tun. Tiere hatten sie ja nicht mehr und auf den Feldern war eh alles verdorrt. Also setzten sie sich in ihre Häuser, um möglichst wenig Energie zu verbrauchen.
Die Männer konnten das nicht, denn sie mußten ja immer wieder losziehen, um zu jagen. Wenn sie Erfolg hatten, aßen sie selbst nur das Allernötigste oder gar nichts und brachten den Hauptteil der Beute nach Hause zu ihren Familien.
So zogen sie immer und immer wieder hinaus, und immer weniger von ihnen kehrten zurück. Diejenigen, die nicht zurück kehrten, haben sich buchstäblich für ihre Frauen und Kinder aufgeopfert. Sie sind verhungert, obwohl sie selbst die Nahrung beschafften.
Und unseren Feministinnen fiel dazu nichts weiter ein, als diese Männer als Schwächlinge zu bezeichnen.
Wie schrieb Martin van Creveld am Ende seines Buches "Das bevorzugte Geschlecht" sinngemäß: Er wünsche sich, daß aus diesem riesigen Meer weiblicher Klagen vielleicht auch mal eine leise weibliche Stimme erklingt, die sowas sagt wie "Danke, Kumpel".
Freundliche Grüße
von Garfield


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