Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Das "erste Mal" bei Jungen

Frank, Sunday, 08.08.2004, 22:01 (vor 7851 Tagen)

Aus der "Rheinischen Post" vom 4.8.:

Im Auftrag der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ließen die Soziologen (Jutta Stich und Clemens Dannenbeck vom Deutschen Jugendinstitut in München, F.) 30 Frauen und 30 Männer über ihre ersten Male erzählen. Die Interviewten, zwischen 18 und 22 Jahren alt und mit unterschiedlichem Bildungshintergrund, stammten teils aus Großstädten, teils aus ländlichen Regionen. Beim ersten Geschlechtsverkehr sind Mädchen im Durchschnitt 14,9 Jahre, Jungen 15,1 Jahre alt.
Überrascht waren die Forscher über das große Einfühlungsvermögen der Jungen. „Hier kann man von einer Wende im Verhältnis von Jungen und Mädchen sprechen", urteilt Jutta Stich. Die Jungen dachten viel über die körperlichen Empfindungen ihrer Partnerinnen nach und hatten Angst, etwas falsch zu machen. Sie sprachen aber auch von Erleichterung und Glück, wenn es den Mädchen gefallen hatte. Stich: „Jungen beziehen ihr Selbstwertgefühl als guter Liebhaber großenteils aus ihrer Einfühlungsfähigkeit." Dies bestätigten nicht selten auch die jungen Frauen in ihren Geschichten.
Umgekehrt machte keine von ihnen die sexuelle Befindlichkeit ihres Partners zum Thema oder fragte sich, ob sie selbst eine einfühlsame Liebhaberin war. „Mädchen zeigen lieber", so Jutta Stich, „dass sie sich ihrer sexuellen Ansprüche bewusst sind und wie sie diese auch in ihren Beziehungen zum Ausdruck bringen können." Wenn Mädchen vom ersten Mal erzählten, standen meist ihre körperlichen Empfindungen im Vordergrund.
Die Interviews erhellten auch, dass die Jungen bei ihren ersten sexuellen Erfahrungen größere Schwierigkeiten hatten. Stich: „Jungen wirkten verunsicherter als Mädchen, hatten mehr Angst, etwas falsch zu machen, und grübelten intensiver darüber, was Mädchen fühlen und denken."
Nur 58 Prozent der Mädchen fanden den ersten Geschlechtsverkehr schön gegenüber 80 Prozent der Jungen, hatte eine Repräsentativumfrage von Emnid vor drei Jahren ergeben. Die Interviews der Münchener Forscher zeigten aber, dass körperliche Unannehmlichkeiten oder Schmerzen der Mädchen beim ersten Mal weder ihr Selbstwertgefühl noch das folgende sexuelle Erleben beeinträchtigten. Ganz anders bei den Jungen. Erlebten sie Erektionsstörungen oder vorzeitigen Samenerguss, fühlten sie sich leicht als Versager. Stich: „Jungen können - so die kulturellen Kodes - kaum umhin, solche funktionellen Störungen auch als eigenes Versagen zu interpretieren, das ihr Selbstwertgefühl oft schwer belastet; oder sie gehen davon aus, dass ihre Partnerin sie für einen Versager hält, obwohl das die meisten Mädchen nicht tun."

(Hervorhebung von mir)

Interessant finde ich, dass diese Erhebung nicht nur das Klischee vom rohen, gefühllosen männlichen Liebhaber widerlegt, sondern auch klipp und klar zeigt, dass sich Mädchen für die sexuelle Befindlichkeit ihrer Liebhaber offensichtlich keinen Deut interessieren. Schon beim ersten Mal erfahren die Jungs, wo es lang geht: „Mädchen zeigen lieber, dass sie sich ihrer sexuellen Ansprüche bewusst sind und wie sie diese auch in ihren Beziehungen zum Ausdruck bringen können." Wie schön man doch Erpressung, Psychoterror und nerviges Rumzicken umschreiben kann!

Re: Das

Guildo, Sunday, 08.08.2004, 22:23 (vor 7851 Tagen) @ Frank

Als Antwort auf: Das "erste Mal" bei Jungen von Frank am 08. August 2004 19:01:31:

Wem wunderts noch?
In einer feminisierten Gesellschaft wie der unsrigen sind doch die sexuellen Bedürfnisse der Frau das Maß aller Dinge. Wer nicht auf infantilen Streichelsex mit vorhergehenden mehrstündigen Gebettel (auch Vorspiel genannt) steht, ist bei den Frauen sowieso unten durch. Den Jungen wird von klein auf an suggeriert, nur wenn sie alle (zumeist widernatürliche) Wünsche der Frauen erfüllen, haben sie überhaupt eine Chance, mal eine ins Bett zu kriegen.
Was macht die Frau eigentlich dafür?
Nichts!
Hinlegen, Beine breit und man(n) kriegt zu hören: So, mein lieber Jung, nun seh mal zu, wie du mich befriedigt kriegst!

äähm...

Der Eman(n)ze, Sunday, 08.08.2004, 22:31 (vor 7851 Tagen) @ Guildo

Als Antwort auf: Re: Das von Guildo am 08. August 2004 19:23:59:

(zumeist widernatürliche) Wünsche der Frauen

Was verstehst Du darunter? Wider welche / wessen Natur verstoßen diese Frauenwünsche?

Re: äähm...

Guildo, Sunday, 08.08.2004, 23:12 (vor 7851 Tagen) @ Der Eman(n)ze

Als Antwort auf: äähm... von Der Eman(n)ze am 08. August 2004 19:31:57:

Was verstehst Du darunter? Wider welche / wessen Natur verstoßen diese Frauenwünsche?

Widernatürlich = Wider der Natur des Menschen

Ich meine hier die bei Frauen übliche Verquickung von sexueller Handlung mit anderen Dingen. Ein Mann stellt sich unter Sex eben auch Sex vor, während viele Frauen vor lauter Mondschein- und Sonnenuntergangsgekucke und ständigen Süßholzraspeln den eigentlichen "Zweck" der ganzen Sache, nämlich den Geschlechtsverkehr, am liebsten ausfallen lassen würden. Das ist nichts anderes, als z.B. ein Fetischist, der den Geschlechtsverkehr durch den Fetisch ersetzt. Hier sind wir uns doch einig, das so etwas merkwürdig (oder eben widernatürlich) ist. Anderes Beispiel: Wer Hunger hat, dessen natürliche Reaktion ist es, diesen Hunger mit etwas Eßbaren zu stillen. Widernatürlich wäre es, wenn dieser hungrige Mensch nicht ißt, sonden stattdessen zur Ablenkung sich unter die Dusche stellt (eine Handlung, die in keinem Zusammenhang mit der eigentlichen Sache, dem Hungergefühl, steht) Dies kommt z.B. bei Magersüchtigen vor, die zwar vom Hunger geplagt werden, aber sich vor dem Essen ekeln, und sich so von ihrem Hunger ablenken. Ich halte (meine Meinung) dieses ganze übertriebene Romantikgetue vieler Frauen für eine sehr erfolgreiche Eß... ähh, ich meinte: Sex-Vermeidungsstrategie.
Es fällt mir schwer, so ein Verhalten als normal, als natürlich zu bezeichnen.

Guildo

Re: äähm...

Welfe, Monday, 09.08.2004, 12:24 (vor 7851 Tagen) @ Guildo

Als Antwort auf: Re: äähm... von Guildo am 08. August 2004 20:12:03:

Upsa... da hat aber wer schlechte Erfahrungen gemacht. ;)

Also zum einen kenne ich wenige Frauen, die dem "eigentlichen Sex" in Form des Geschlechtsverkehrs aus dem Wege gehen möchten.

Das "Romantikgetue" hat mehrere Ursachen:

- Frau will begehrt werden. Das hat zum Teil biologische Hintergründe und kann selbst bei Tieren (vom Webervogel bis sonstwohin) beobachtet werden. Je mehr sich ein Männchen kümmert, um das Weibchen wirbt, desto größer ist die Chance, dass er sich auch um die Jungen kümmert, sie auch versorgen kann. Ein schwaches/krankes Tier wird weniger werben.

- Mami Natur hat noch einen zweiten Weg eingebaut, um sicherzustellen, dass nur die Besten sich fortpflanzen (immer im Sinne der Genetik, frei von menschlichen Moral- und Wertvorstellungen), um auch für die nichtsorgenden Wesen (Tigermännchen, Bärenmännchen,...) eine Auslese zu ermöglichen: Die Männchen mit der besten Ausdauer und dem intensivsten Vorspiel bekommen ihre Samenzellen in die Eizelle. Die Erregungskurve weiblicher Wesen verläuft anders, langsamer. Und ein wirklich entspanntes weibliches Wesen hat einen besser geöffneten Muttermund, durch den die Spermien vordringen können, Körperchemie unterstützt die Befruchtung.

- zivilisatorischer Grund: Frauen wird von klein auf beigebracht, dass es "so" zu laufen hat. Sonnenuntergänge in der Karibik, Rosen auf dem Nachttisch, Diamantenringe im Restaurant. Herrje, woher soll Maid denn wissen, dass es so nicht immer laufen muss? *schmunzelt* Erfahrenere Frauen, die durch wissende und kunstfertige Männer im (gegenseitig befriedigenden) Sex eingeführt wurden, können den Spass inkl. Vorspiel (das durchaus nicht immer sein muss) für beide Seiten sehr lustvoll gestalten. Wer das Brett im Bett akzeptiert und durch für nur sie guten Sex belohnt ohne (in verünftiger Art und Weise!) seine Wünsche evtl. auch im Nachinein fürs nächste Mal deutlich zu machen hat zumindest eine Teilschuld.

Welfe

Re: äähm...

Jolanda, Monday, 09.08.2004, 13:11 (vor 7851 Tagen) @ Welfe

Als Antwort auf: Re: äähm... von Welfe am 09. August 2004 09:24:11:

Liebe Welfe

Das hast du sehr schön geschrieben, aber ich kenne das nicht anders von dir.

Herzlicher Gruss
Jolanda

Re: äähm...

Andreas, Monday, 09.08.2004, 13:41 (vor 7851 Tagen) @ Welfe

Als Antwort auf: Re: äähm... von Welfe am 09. August 2004 09:24:11:

Ein schwaches/krankes Tier wird weniger werben.

Oder ein Tier mit Verstand!

Andreas

Re: äähm...

Odin, Monday, 09.08.2004, 14:28 (vor 7851 Tagen) @ Andreas

Als Antwort auf: Re: äähm... von Andreas am 09. August 2004 10:41:54:

Ein schwaches/krankes Tier wird weniger werben.

Oder ein Tier mit Verstand!
Andreas

Krokodile zahlen in den meisten Fällen wenig Kindesunterhalt und noch weniger Unterhalt an die Ex :-)

Re: äähm...

Andreas, Monday, 09.08.2004, 15:17 (vor 7851 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Re: äähm... von Odin am 09. August 2004 11:28:51:

Ein schwaches/krankes Tier wird weniger werben.

Oder ein Tier mit Verstand!
Andreas

Krokodile zahlen in den meisten Fällen wenig Kindesunterhalt und noch weniger Unterhalt an die Ex :-)

Dann warte mal ab, was sich unsere Frauenbeauftragten da noch so alles einfallen lassen! ;-)

Andreas

Re: äähm...

Guildo, Monday, 09.08.2004, 17:18 (vor 7851 Tagen) @ Andreas

Als Antwort auf: Re: äähm... von Andreas am 09. August 2004 12:17:50:

Dann warte mal ab, was sich unsere Frauenbeauftragten da noch so alles einfallen lassen! ;-)

Und morgen stehts in der BILD:
Frauenbeauftragte vom Krokodil gefressen

Ich nehme alle meine früheren Behauptungen über Tiere zurück: Zumindest Krokodile sind zu einsichtigen und vernünftigen Verhalten fähig.

Gruß vom gutgelaunten Guildo

Re: äähm...

Guildo, Monday, 09.08.2004, 17:11 (vor 7851 Tagen) @ Welfe

Als Antwort auf: Re: äähm... von Welfe am 09. August 2004 09:24:11:

Also zum einen kenne ich wenige Frauen, die dem "eigentlichen Sex" in Form des Geschlechtsverkehrs aus dem Wege gehen möchten.

Du bist wohl nicht verheiratet? (-:

Ein schwaches/krankes Tier wird weniger werben.

Oder das klügere Tier! Der Klügere gibt, deshalb herrschen soviel Dümme (und haben mehr Sex! *Smile!*)!

- Mami Natur hat noch einen zweiten Weg eingebaut, um sicherzustellen, dass nur die Besten sich fortpflanzen (immer im Sinne der Genetik, frei von menschlichen Moral- und Wertvorstellungen), um auch für die nichtsorgenden Wesen (Tigermännchen, Bärenmännchen,...) eine Auslese zu ermöglichen: Die Männchen mit der besten Ausdauer und dem intensivsten Vorspiel bekommen ihre Samenzellen in die Eizelle.

Bei den Tieren ist es sicher so. Aber wir können entscheiden, welche Rolle wir spielen möchen: Mann oder Affenmännchen?

Die Erregungskurve weiblicher Wesen verläuft anders, langsamer.

Aber ist diese Erregungskurve das Nonplusultra? Ist die Erregungskurve des Mannes denn falsch? Sicher nicht! Aber ganz offenbar passen beide nicht zusammen.

Herrje, woher soll Maid denn wissen, dass es so nicht immer laufen muss?

Maid sitzt am längeren Hebel! Warum sollte es sie interessieren, ob es auch anders ginge!

Du bist also der Meinung, Frauen wären heutzutage übertrieben romantisch? n/t

Leser, Wednesday, 11.08.2004, 13:24 (vor 7849 Tagen) @ Guildo

Als Antwort auf: Re: äähm... von Guildo am 08. August 2004 20:12:03:

Was verstehst Du darunter? Wider welche / wessen Natur verstoßen diese Frauenwünsche?

Widernatürlich = Wider der Natur des Menschen
Ich meine hier die bei Frauen übliche Verquickung von sexueller Handlung mit anderen Dingen. Ein Mann stellt sich unter Sex eben auch Sex vor, während viele Frauen vor lauter Mondschein- und Sonnenuntergangsgekucke und ständigen Süßholzraspeln den eigentlichen "Zweck" der ganzen Sache, nämlich den Geschlechtsverkehr, am liebsten ausfallen lassen würden. Das ist nichts anderes, als z.B. ein Fetischist, der den Geschlechtsverkehr durch den Fetisch ersetzt. Hier sind wir uns doch einig, das so etwas merkwürdig (oder eben widernatürlich) ist. Anderes Beispiel: Wer Hunger hat, dessen natürliche Reaktion ist es, diesen Hunger mit etwas Eßbaren zu stillen. Widernatürlich wäre es, wenn dieser hungrige Mensch nicht ißt, sonden stattdessen zur Ablenkung sich unter die Dusche stellt (eine Handlung, die in keinem Zusammenhang mit der eigentlichen Sache, dem Hungergefühl, steht) Dies kommt z.B. bei Magersüchtigen vor, die zwar vom Hunger geplagt werden, aber sich vor dem Essen ekeln, und sich so von ihrem Hunger ablenken. Ich halte (meine Meinung) dieses ganze übertriebene Romantikgetue vieler Frauen für eine sehr erfolgreiche Eß... ähh, ich meinte: Sex-Vermeidungsstrategie.
Es fällt mir schwer, so ein Verhalten als normal, als natürlich zu bezeichnen.
Guildo

Re: Du bist also der Meinung, Frauen wären heutzutage übertrieben romantisch? n

Guildo, Wednesday, 11.08.2004, 15:14 (vor 7849 Tagen) @ Leser

Als Antwort auf: Du bist also der Meinung, Frauen wären heutzutage übertrieben romantisch? n/t von Leser am 11. August 2004 10:24:09:

Ich habs mir nicht ausgedacht, ich habs mir nicht ausgesucht: Es gibt halt etliche, die stehen drauf! Warum auch immer!

Guildo

Re: Das

Garfield, Monday, 09.08.2004, 12:54 (vor 7851 Tagen) @ Guildo

Als Antwort auf: Re: Das von Guildo am 08. August 2004 19:23:59:

Hallo Guildo!

"In einer feminisierten Gesellschaft wie der unsrigen sind doch die sexuellen Bedürfnisse der Frau das Maß aller Dinge."

Das war in früheren Zeiten nicht wesentlich anders. Schon im Mittelalter gab es ein Lied, dessen Text folgende Handlung beschrieb:

Ein fahrender Ritter trifft irgendwo am Straßenrand eine Frau. Er spricht sie an, sie unterhalten sich, und dann haben sie auch Sex miteinander. Nachdem der Ritter dreimal nacheinander (!) mit der Frau Sex hatte, will sie es noch ein viertes Mal. Als er dann aber keine Erektion mehr bekommt, lacht sie ihn aus, er zieht frustriert weiter, und sie ruft ihm noch Hohn- und Spott-Worte hinterher.

Also war die weibliche Anspruchshaltung in Sachen Sex auch damals schon ein Thema. Und offensichtlich drehte sich auch damals für viele Männer alles darum, es ihren Partnerinnen eben auch sexuell möglichst recht zu machen.

Das Klischee vom rücksichtslosen Mann, der nur seine eigenen Bedürfnisse sieht und seine Partnerin nur als Rammel-Objekt betrachtet, ist auch so ein feministisches Märchen, das mit der Realität im allgemeinen nie etwas gemein hatte.

Freundliche Grüße
von Garfield

Re: Das

Guildo, Monday, 09.08.2004, 17:24 (vor 7851 Tagen) @ Garfield

Als Antwort auf: Re: Das von Garfield am 09. August 2004 09:54:39:

Hallo Garfield!

Also war nichts mit den guten alten Zeiten. Wer hätte das gedacht, dass im Mittelalter, wo doch die Frauen so "unterdrückt" wurden, die Sache auch nicht anders lief. Tja, die Natur...

Es grüßt und bedankt sich für die Aufklärung

Ritter Guildo

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