Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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MeckMax, Sunday, 08.08.2004, 14:50 (vor 7852 Tagen) @ Wolfgang

Als Antwort auf: Lynndie heißt in Dänemark Annemette von Wolfgang am 06. August 2004 16:23:36:

Gewalt geht - auch - vom Weibe aus
Foltersoldatinnen sind keine Ausnahmeerscheinung

Frauen sind zu allem fähig. Auch wer es noch nicht am eigenen Leibe erfahren hat, er wird es ahnen. Dennoch findet man es besonders pikant, wenn Frauen an steuerfinanzierten Folterungen beteiligt sind, was im Umkehrschluss so viel heißt wie: Von Männern ist ja nichts anderes als Gewalt zu erwarten, aber eine Frau! Zu dem Namen Lynndie England, der jungen amerikanischen Soldatin, die im Bagdader Gefängnis Abu Ghoreib - eigenen Angaben zufolge aus Spaß - nackte Männer demütigte, kommt jetzt der von Annemette Hommel, einer dänischen Offizierin. Sie soll, ebenfalls im Irak, besonders harte Verhörmethoden angewendet haben - ganz professionell. Sie gehöre "im Hinblick auf Verhörtechniken zu den erfahrensten Soldaten der dänischen Armee", heißt es und man ahnt dunkel, was das bedeutet.

Frauen sind zu allem fähig - das weiß man schon länger, auch aus den Prozessen gegen Irma Grese (Auschwitz-Aufseherin), Hilde Benjamin (DDR-Justizministerin). Deren Brutalität galt im allgemeinen Verständnis lange als Abweichung. Doch ausgerechnet die feministische Psychosozialforschung hat seit den 70er-Jahren am Nachweis gearbeitet, dass das aggressive Potenzial von Frauen dem der Männer nicht nachsteht. Seither gilt jedes Verhalten als Aggression, das absichtsvoll andere schädigt, verletzt oder zerstört - also körperliche, aber auch verbale und andere psychische Attacken.

Nimmt man nun die jüngste Äußerung des Vatikans zur Frauenfrage als Hilfe zur Bewertung der Folter durch Frauen, kommt man zu gegenläufigen Antworten. Erstens: Der Papst hat nicht Recht, Männer und Frauen sind doch gleich. Zweitens: Der Papst hat Recht, denn der gleichmacherische Feminismus macht die Frau zur Bestie. Widerlegt ist in jedem Fall die gynozentrische Variante des Feminismus, die die Vorzüge der Weiblichkeit überbetont. Bestätigt und bestürzt müsste sich die von Alice Schwarzer vertretene Strömung fühlen: Wenn Frauen foltern, ist die traditionelle Rollenverteilung der Geschlechter aufgehoben.

Deren Annäherung geschieht, viel friedlicher, überall, sogar in Afghanistan, und man könnte die Frage diskutieren, ob dadurch die Gesellschaft verfraulicht oder vermännlicht - wenn sich die Frauen wie Männer aufführen. Man kann es aber auch lassen und anerkennen: Frauen sind zu allem fähig und trotzdem sehr anders.

Schönen Sonntag
MeckMax

Gewalt geht - auch - vom Weibe aus


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