Über Lügen und andere Dinge
Ein paar Auszüge aus Untersuchungen, wie sie in der Psychologie heute veröffentlicht wurden:
Zunächst zwei Untersuchungen über Lügen am Telefon, per Mail oder im Polizeiverhör (S 10+11)
"Es stellte sich heraus, daß jeder Teilnehmer durchschnittlich 1,6 mal am Tag die Unwahrheit sagte. Anschließend zählte der Psychologe die Lügen pro Medium: Unangefochtener Spitzenreiter war das Telefon mit 37 Prozent, gefolgt vom persönlichen Kontakt (!) mit 27 Prozent und Onlinenachrichten in Diskussionsgruppen mit 21 Prozent. Am Ende rangierte mit 14 Prozent das offensichtlich ehrlichste Medium: die elektronische Post (New. Scientist, 14.2.2004)"
"Die Polizisten entlarvten die Lügner immerhin in zwei von drei Fällen (bei "Test-falschaussagen" im Verhör). Dabei schlugen sich die Beamten mit mehr Verhörpraxis besser. Aber nicht alle Polizisten waren gute "Lügendetektoren". Während ein Teil deutlich besser war, boten manche bescheidene Leistungen. Eine genauere Analyse zeigte, was beide Gruppen unterschied. Die guten Lügenerkenner achteten stärker auf
- Widersprüche in den Aussagen der Verdächtigen,
- Gesten, mit denen die Vernommenen ihre Aussagen illustrierten - je mehr, desto glaubhafter.
Diese Strategie wird von der Lügenforschung gedeckt. Die schlechten Lügenerkenner verließen sich dagegen auf die falschen Hinweise. Zum einen glaubten sie grundsätzlich Männern weniger, wofür es keinen Grund gab. Vor allem aber tippten sie eher auf Lügen, wenn die Verdächtigen
- Augenkontakt vermieden,
- eifrig mit dem Kopf nickten,
- viel herumzappelten.
Derartiges Benehmen gilt zwar landläufig als verdächtig, weist in Wirklichkeit aber nicht auf Lügen hin. Dennoch empfehlen sogar bei der Polizei häufig verwendete Verhörhandbücher, auf diese irrelevanten Verhaltensweisen zu achten.
In der neuen Studie schnitten Polizistinnen übrigens schlechter ab als Polizisten. Sie hielten sich nach eigenem Bekunden mehr an die Handbücher."
Und noch was über ausgebrannte Lehrer auf Seite 16:
"Ein Drittel der Lehrkräfte (an Berufsschulen) sind psychisch so stark beeinträchtigt, dass sie normale Alltagsaktivitäten nicht ohne Einschränkungen bewältigen können. Zwei Drittel haben im Schuljahr 2002/2003 mindestens einen Tag gefehlt... Vor allem die weiblichen Lehrkräfte und jene unter 30 Jahren leiden verstärkt unter dem Burn-out-Syndrom - um 31 Prozent mehr als die Vergleichsgruppe der Krankenpfleger.
Frauen sind mit 43 Prozent häufiger betroffen als ihre männlichen Kollegen mit 34 Prozent.... So geht ein hohes Engagement mit einer geringeren Widerstandsfähigkeit gegenüber Belastungen einher, vor allem bei Lehrerinnen."
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Odin,
21.07.2004, 23:01
- Re: Über Lügen und andere Dinge - Morb, 22.07.2004, 01:04