Die schleichende Verhunzelung der Sprache
Hier ein hervorragendes Beispiel, wie der feministische Wahn selbst vor einer Vergewaltigung der Sprache nicht halt macht:
Leserbrief zum Artikel Ungeliebtes Ehrenamt vom 12.07.2004
In dem Artikel geht es wieder einmal um das Ehrenamt und das bürgerschaftliche Engagement in Kindergärten in Tübingen. Richtig ist, dass die Verwaltung einen Aufruf zu bürgerschaftlichem Engagement gestartet hat, und dass die Resonanz darauf sehr gering ist. Von der Verwaltung wurden auch die Eltern der Kindergarten-Kinder angeschrieben.
In dem Artikel wird die Folgerung gezogen, es bestünde wenig Bereitschaft zur Mithilfe im Kindergarten. Dieser Schluss ist so schlicht falsch, es verhält sich hier wie die Zunahme der Störche und der Kinder nach dem 2. Weltkrieg. Beide haben zugenommen, aber das läuft nur nebeneinander her (korreliert), das eine hat aber keine Begründung in dem anderen (Kausalität). Auf die Gefahr hin, dass ich hier einige Weltanschauungen zerstöre: Die Kinder werden nicht vom Storch gebracht!
Es verhält sich mit diesem Aufruf ähnlich. Die Resonanz ist verschwindend klein. Kann man/frau den Schluss daraus ziehen, die Tübingerinnen und Tübinger sind nicht bereit sich zu engagieren?
Kann man/frau, muss man aber nicht. Bei näherer Betrachtung sieht der offene Betrachter, dass in den Kindergärten jetzt schon ein beträchtlicher Anteil an Ehrenamt geleistet wird.
Ohne dieses Engagement könnte der Betrieb nicht mehr in einer Größenordnung aufrechterhalten werden, wie er sich momentan darstellt. Beispiele: Eltern übernehmen die Aufstellung und Gestaltung eines Schiffes im Garten. Wöchentliches Schwimmen einer Gruppe von Kindern kann nur stattfinden, da sich regelmäßig Mütter bereitfinden, freitags die Erzieherinnen zu entlasten. Eltern machen die Gestaltung und Durchführung von Festen, Veranstaltung von Basaren und ähnlichem, um Geld für Ausflüge in Zoo und Wald, Theater, Zauberer etc. zu haben.
Warum also dann keine Resonanz auf den Aufruf zum Ehrenamt/ bürgerschaftlichen Engagement in Kindergärten?
Ehrenamt ist ein freiwilliges Geben, da bleibt man/frau selbst Chef und entscheidet wann, wie viel und wo er/sie sich engagiert. Da muss nicht die Stadtverwaltung kommen und das organisieren.
Ein derartiges Engagement im Kindergarten ist eben doch nicht so leicht, dass sich viele Bürger vorstellen können dies zu machen. Es hat eben einen Grund dass ausgebildete Erzieherinnen die Arbeit machen. Die leiten zusätzlich PraktikantInnen an, die sich zu langfristigem Arbeiten (täglich/ mind. 1 Jahr) bereit erklären. Einmal in der Woche oder im Monat mal so reingeschneit, belastet den Kindergartenalltag und die Beteiligten mehr als das es nützt.
Niemand möchte verantwortlich sein durch Ehrenamt Erzieherinnen zu ersetzen, Jobs verlieren wir in Deutschland tagtäglich schon genug. Und ganz einen Beruf wie ErzieherIn ehrenamtlich? Unmöglich!
Ich weiß durch persönliche Gespräche, dass die Stadtverwaltung nicht vorhat, ErzieherInnen durch Ehrenamt zu ersetzen, es wird aber in der Bürgerschaft immer noch so gesehen. Der Verdacht 'Ehrenamt ersetzt Vollzeitberuf' liegt nahe! Die Spardiskussion ist ja noch lange nicht vorbei, und hier werden immer noch kräftig die Gedankenspiele getrieben, im Kindergartenbereich lässt sich noch erheblich kürzen.
Tübingen ist in der Kinderbetreuung keineswegs mehr Spitze in Ba-Wü, und im Bundesdurchschnitt findet sich Ba-Wü längst mit Abstand am Ende aller 16 Bundesländer wieder. Das Traurigste daran ist die Tatsache, dass Deutschland international deutlich im unteren Viertel bei der Kinderbetreuung zu finden ist.
Die Mitte des Letzten bundesweit vom unteren Viertel weltweit ist erschreckend deutlich diese Gesellschaft muss endlich erkennen, unser wichtigstes Zukunftsprojekt ist Ausbildung von klein auf. Ausbau statt Abbau der Erziehung unserer Kinder, sonst können sich in 50 Jahren an das Wort Rente nur noch Minister erinnern!
Re: Die schleichende Verhunzelung der Sprache
Als Antwort auf: Die schleichende Verhunzelung der Sprache von Andreas am 21. Juli 2004 11:31:03:
Ich hätte bei dem Thema eher befürchtet, daß nur von weiblichen Personen gesprochen würde und Männer ganz ausgeklammert würden. Ich finde es daher gut, daß der Text auch Männer miteinbezieht.
Re: Die schleichende Verhunzelung der Sprache
Als Antwort auf: Die schleichende Verhunzelung der Sprache von Andreas am 21. Juli 2004 11:31:03:
Hallo Andreas,
Die Mitte des Letzten bundesweit vom unteren Viertel weltweit ist erschreckend deutlich diese Gesellschaft muss endlich erkennen, unser wichtigstes Zukunftsprojekt ist Ausbildung von klein auf.
...alles klar? Wer das geschrieben hat, hat erkannt, daß "Ausbildung von klein auf" für "die Mitte des Letzten bundesweit vom unteren Viertel weltweit" das wichtigste Zukunftsprojekt ist.
Leider übersieht der Schreiber, daß dieses Zukunftsprojekt hauptsächlich ihm selbst und in der Vergangenheit hätte gelten müssen.
Die obere Ergänzung zur Mitte des Letzten bundesweit und überhaupt - Max
Re: Die schleichende Verhunzelung der Sprache
Als Antwort auf: Die schleichende Verhunzelung der Sprache von Andreas am 21. Juli 2004 11:31:03:
Ansprache auf der Versammlung der Bürgermeister:
Verehrte Bürgermeister und Bürgermeisterinnen,
Bürgerinnenmeister und Bürgerinnenmeisterinnen.
Aus dem Fleischhygienerecht der Schweiz:
vernachlässigen:
1 Der Kantonstierarzt beziehungsweise die Kantonstierärztin oder der
beziehungsweise die an seiner beziehungsweise ihrer Stelle eingesetzte
Tierarzt beziehungsweise Tierärztin leitet in fachlicher Hinsicht die
Tätigkeit der Fleischinspektoren beziehungsweise Fleischinspektorinnen
und Fleischkontrolleure beziehungsweise Fleischkontrolleurinnen.
2 Der Kantonstierarzt beziehungsweise die Kantonstierärztin und der
leitende Tierarzt beziehungsweise die leitende Tierärztin können auch die
Funktion eines Fleischinspektors beziehungsweise einer Fleischinspektorin
ausüben, der Kantonstierarzt beziehungsweise die Kantonstierärztin, der
leitende Tierarzt beziehungsweise die leitende Tierärztin und der
Fleischinspektor beziehungsweise die Fleischinspektorin die eines Fleisch-
kontrolleurs beziehungsweise die einer Fleischkontrolleurin."
Alles Klar?
Rainer