Re: "Sozialjahr für Frauen verstößt gegen die Menschenrechte"
Als Antwort auf: "Sozialjahr für Frauen verstößt gegen die Menschenrechte" von Mic am 20. Juli 2004 16:02:50:
Hallo Mic!
Dieser Artikel läßt Schlußfolgerungen zu, die für unsere Gesellschaft (denn bei uns in Deutschland herrscht ja in der Hinsicht exakt dieselbe Situation wie in Österreich) bezeichnend sind. Wenn gesagt wird, daß Pflichtdienste für Frauen gegen die Menschenrechte verstoßen würden, dann muß sich doch jeder normal denkende Mensch hierzulande schon mal fragen, wieso diese Menschenrechte denn nicht für Männer gelten. Und darauf gibt es dann nur eine logische Antwort: Weil Männer nicht als vollwertige Menschen gelten.
Interessant finde ich auch die Aussage "Frauen würden noch immer weniger verdienen als Männer und hätten durch Kindererziehung und Familienarbeit oft unregelmäßige Berufskarrieren..." als Begründung dafür, daß ein Pflichtdienst für Frauen nicht zumutbar wäre.
Es gibt ja auch immer mehr Männer, die z.B. durch Arbeitslosigkeit unregelmäßige Berufskarrieren haben. Während eine Frau frei entscheiden kann, ob sie schwanger werden möchte oder nicht, kann Arbeitslosigkeit jederzeit auch Menschen ohne deren eigenes Verschulden treffen. Und für Männer gibt es dann keine geschlechtsspezifische Förderung und keine Quotenregelungen, die ihnen die Rückkehr ins Berufsleben erleichtern. Das gilt obendrein auch noch für Männer, die zwecks Kindererziehung aus dem Berufsleben ausgestiegen sind. Spezielle Fördermaßnahmen für solche Fälle gelten nämlich üblicherweise auch nur für Frauen. Das alles trägt mit dazu bei, daß Männer von Arbeitslosigkeit stärker betroffen sind als Frauen.
Tatsächlich steckt hinter solchen Aussagen einfach nur der uralte Standpunkt, daß es nun einmal Aufgabe des Mannes ist, der Frau sämtliche unangenehmen Tätigkeiten abzunehmen und dafür jegliche Unannehmlichkeiten und Nachteile klaglos zu ertragen. Wer sich also an der Männer-Wehrpflicht festklammert, der hält sich damit gleichzeitig auch an althergebrachten Rollenmustern fest und trägt so ein wenig dazu bei, echte Gleichberechtigung zu verhindern, und zwar nicht nur in Bezug auf Zwangsdienste für Männer. Und wenn man so gegen echte Gleichberechtigung arbeitet, dann ist es einfach nur blanker Hohn, sich dann noch darüber zu beklagen, daß es diese Gleichberechtigung immer noch nicht in jeder Hinsicht gibt.
Wenn die Masse der Feministinnen das tut, dann ist das ein weiterer Beweis dafür, daß der Feminismus längst nicht mehr progressiv, sondern nur noch ein Bremsklotz ist, der der Weiterentwicklung unserer Gesellschaft im Wege steht.
Freundliche Grüße
von Garfield
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Mic,
20.07.2004, 19:02
- Re: "Sozialjahr für Frauen verstößt gegen die Menschenrechte" -
Garfield,
21.07.2004, 14:27
- Re: "Sozialjahr für Frauen verstößt gegen die Menschenrechte" -
Mic,
21.07.2004, 14:37
- Re: "Sozialjahr für Frauen verstößt gegen die Menschenrechte" - Mic, 21.07.2004, 14:42
- Re: "Sozialjahr für Frauen verstößt gegen die Menschenrechte" - Garfield, 21.07.2004, 15:43
- Re: "Sozialjahr für Frauen verstößt gegen die Menschenrechte" - pit b., 21.07.2004, 17:41
- Re: - reinecke54, 21.07.2004, 16:05
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Mic,
21.07.2004, 14:37
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Garfield,
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