Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Frauen morden besser...

Frank, Saturday, 17.07.2004, 20:59 (vor 7874 Tagen)

... weswegen mir, ich bin ja schließlich nur ein Mann, auch nichts Vernünftiges einfällt, was ich unternehmen könnte, um den Verfasser nachfolgenden Artikels aus der Bahn-Kundenzeitschrift "db mobil" (Heft Juli 2004) möglichst raffiniert ins Jenseits zu befördern. Vielleicht habt ihr da ja bessere Ideen, um ihn von seinem Irrtum abzubringen:

Mit Vergnügen killen

Männer morden plump - Damen sind da raffinierter, durchtriebener. Auf „Kanal 4 - Literatur im Zug" werden im Juli Frauenkrimis gelesen.

Morden Frauen anders? Alle, die diese Frage sachkundig beantworten können, sind entweder tot oder hinter Gittern. Auskunftsfreudiger sind naturgemäß Autorinnen von Kriminalromanen. Denn es ist ihr Geschäft, sich möglichst originelle Plots auszudenken, auf die Männer wahrscheinlich nie kommen würden. Was den fantasievollcn Erzählerinnen so alles einfällt, wird zur Nachahmung ausdrücklich nicht empfohlen. Es könnte sonst böse enden. Aber das Anhören der Geschichten ist noch nicht strafbar. Starke Nerven sind allerdings die Voraussetzung, um im Juli „Kanal 4 - Literatur im Zug" zu genießen. Für die 59 ICE-1-Züge haben die Deutsche Bahn, der Hörverlag und die Kulturwelle des Hessischen Rundfunks hr2 das Beste ausgewählt, was mörderische Frauen zu bieten haben. Zuhören lohnt sich diesmal sogar doppelt, weil es einerseits Spaß macht, andererseits lebensverlängernd wirken könnte.
Nehmen wir zum Beispiel das bekannte Herzmittel aus Nina Schindlers Erzählung. Das kann durchaus eine andere Wirkung entfalten als in der Packungsbeilage versprochen. Richtig angewendet, rückt der Erbfall in greifbare Nähe. Es müssen allerdings nicht immer Geld, Schmuck und Immobilien sein, die frau begehrt. Es könnte sich auch - wie bei Susan Dunlap - um ein bestimmtes Körperteil handeln. Dann allerdings lebt auch die eigene Zwillingsschwester gefährlich.
Aber im allgemeinen sind es bei Krimiautorinnen schon die Männer, die um ihr Leben furchten müssen - und zwar zu Recht. Denn am Ende sind sie alle tot. Da können sie noch so schlau oder gemein sein. Sie fallen ganz ohne fremde Hilfe die Treppe hinunter, laufen in die Spitze eines Schürhakens aus bestem englischen Stahl oder werden auf unkonventionelle Weise archiviert. Dass die irdische Gerechtigkeit dabei Pause macht, liegt an den Tricks der Mörderinnen, die hier selbstverständlich nicht verraten werden. Wer bis jetzt geglaubt hat, einsame, reiche Witwen seien nur begrenzt wehrfähig und würden sich in Kriminalgeschichten ideal als Opfer eignen, der kennt die „clevere und fixe" Mrs. Rosa Fox aus Christianna Brands Geschichte noch nicht. lhr finsterer Nachbar und dessen Komplizin glaubten, es sei die einfachste Sache der Welt, eine ältere Dame hinters Licht zu führen. Aber statt sich erpressen zu lassen, schaltet die ihre beiden Peiniger souverän und nachhaltig aus.
Zumindest in Kriminalstorys arbeiten Frauen mit Akribie und Vergnügen daran, Männer vom Leben zum Tod zu befördern. Auf Pistolen verzichten sie dabei ganz. Warum schießen, wenn man mit einer vereisten Treppe dasselbe Ziel erreichen kann und später im Prozess auch noch freigesprochen wird? Allerdings kann es im Gefängnis auch ganz angenehm sein, wie Nedra Tyre berichtet. Wenn das Leben draußen die Hölle ist und sich im Knast eine kreuzfidele Frauenwohngemeinschaft gebildet hat, wirkt ein nachträglicher Freispruch wie die Verurteilung zur Freiheit. Und wehe dem armen Anwalt, dem ein derartiger „Erfolg" zu verdanken ist: Er lernt sie kennen, die mörderischen Frauen. Text Hans Sorkowicz

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